weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More bruzzzl Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16
Profil für ½ > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von ½
Top-Rezensenten Rang: 88
Hilfreiche Bewertungen: 8254

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
½
(TOP 100 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Mit Cello und Liebeskummer: Eine Reise zur Mitternachtssonne
Mit Cello und Liebeskummer: Eine Reise zur Mitternachtssonne
von Catrina Davies
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Wohlfühlgeschichte mit wahrem Hintergrund, 23. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Basierend auf selbst erlebtem Ereignissen. Teilweise aber verdichtet, reduziert oder umgeformt. Kurz: bearbeitet, um eine bessere Lesbarkeit zu erzielen.

Wahr ist, dass Catrina Davies in einem vergangenen Sommer mit einem alten gelben Transporter Richtung Norwegen fuhr, ohne Rückfahrkarte und mit einem Cello, um mit Strassenmusik die Reise zu finanzieren. Wahr ist auch, dass zuvor jemand, den sie sehr lange gekannt hatte, gestorben war. Und es ist, dass sie Liebeskummer hatte. Alles Dinge, die sie auch im Buch beschreibt.

Während ihrer Reise hat sie mehrere Personen getroffen, die in der einen oder anderen Form im Buch erscheinen. Teilweise wurden zB mehrere Figuren zu einer einzigen verschmolzen, um die Handlung zu verdichten. Das kommt der Geschichte zugute. Die Erlebnisse sind gestrafft und so sehr unterhaltsam dargestellt.

Ein Lernprozess. Ja, sie macht sich immer wieder Sorgen, wenn das Geld knapp wird. Sorgen über eine mögliche Autopanne. Sorgen, was passiert, wenn das Cello kaputt geht. Sorgen, sich zu verletzen. Aber sie lernt auch, auf sich selber mehr zu vertrauen und Neues zu beginnen, zB beginnt sie in Norwegen zu surfen und entdeckt so eine neue Leidenschaft. Hilfreich sind die Menschen, denen sie unterwegs begegnet, und die ihr Mut machen, sie unterstützen. Catrina Davies erreicht tatsächlich das Nordkap. Anstatt danach umzukehren und zurück nach England zu fahren, setzt sie ihre Reise fort. Bis nach Spanien und Portugal.

Mein Fazit:
Ein lesenswerte Geschichte, die Mut macht.


Lawrence von Arabien: Genese eines Mythos
Lawrence von Arabien: Genese eines Mythos
von Mamoun Fansa
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Stoff, aus dem Legenden gemacht werden., 22. August 2015
Archäologe, Geheimagent, Guerillaführer, Diplomat, Mechaniker, Übersetzer und Schriftsteller. T. E. Lawrence hat so viele unterschiedliche Dinge in seinem Leben getan und doch steht der Mythos, der durch seine Rolle während des Arabischen Aufstandes im Ersten Weltkrieg entstanden ist, für viele Menschen im Vordergrund. Durch eine weitreichende, verklärende Medienpräsenz wurde das nahezu unzerstörbare Bild eines Helden geschaffen. Aber was davon ist wahr? Was hat über die Zeit hinweg Bestand? Wer war T. E. Lawrence wirklich?

Diesen Fragen gingen im Jahr 2011 das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg sowie das Rautenstrauch-Joest Museum in Köln in einer Sonderausstellung nach. Dies ist eindeutig auch der Schwerpunkt dieses Begleitbandes zur Ausstellung. Was ist ein Mythos? Wie entsteht er? Wie wird er genährt? Der historische Hintergrund, die damaligen politischen Strömungen werden aufgezeigt: zB der Eisenbahnimperialismus oder der zionistische sowie der palästinensische Nationalismus. Andere Orientreisende, zB Gertrude Bell, Alois Musil und Wilhelm Walnuß, werden vorgestellt. Des Weiteren geht der Projektleiter der Ausstellung, Mamoun Fansa, auf die arabische Sicht ein: War Lawrende ein Freund oder ein Verräter der arabischen Sache? Man erhält also umfangreiche Informationen für ein besseres Verständnis der damaligen Situation.

Andere Aspekte aus dem Leben des T. E. Lawrence werden zwar erwähnt, teilweise sogar in separaten Beiträgen, sind aber nicht so ausführlich wie ich es mir gewünscht hätte. Seine Herkunft, Kindheit und Jugend zum Beispiel. Der Vater von T. E. Lawrence war ein anglo-irischer Aristokrat, der seine erste Frau, mit der er vier Töchter hatte, verlassen hat, um mit der Gouvernante der Töchter eine zweite Familie zu gründen. Da seine erste Frau nie in eine Scheidung einwilligte, wurden seine fünf Söhne aus der zweiten „Ehe“ allesamt unehelich geboren. Was hat dies für T. E. Lawrence bedeutet? Liegt darin der Grund dafür, dass er nie geheiratet hat? Nie selber eine eigene Familie gegründet hat? Ob und wie sehr der Makel der unehelichen Geburt für den Werdegang von Lawrence entscheidend war, wird zwar von Jeremy Wilson analysiert, ich hätte mir aber mehr Informationen gewünscht.

Die Arbeit von T. E. Lawrence für die Royal Air Force. Dass er mehr war als nur ein Nahost-Experte sieht man an seinen Leistungen als Techniker und Mechaniker. Er hat nicht nur Adrien Le Corbeaus Geschichte über einen Mammutbaum übersetzt, sondern auch auch ein Buch über die Wartung von Motorbooten geschrieben, und George Brough Vorschläge zu Verbesserungen an Motorrädern gemacht. Des Weiteren hat er an dem Prototyp eines Staustrahl-Tragflügelbootes mitgearbeitet, eine Art Vorläufer der späteren Luftkissen-Fahrzeuge. Richard Stinshoff geht zwar in einem separaten Beitrag auf diese Leistungen ein, aber auch hier hätte ich mir eine ausführlichere Darstellung gewünscht.

Für die einzelnen Beiträge in diesem Band wurden zahlreiche namhafte Lawrence-Experten gewonnen, unter anderem Jeremy Wilson, der eine umfangreiche Lawrence-Biografie geschrieben hat, und Stephen Tabachnik, der bereits in Wahrheit und Legende das offizielle Bild hinterfragt. Zahlreiche Bilder und ein paar Karten ergänzen den Text. Schade ist nur die mangelnde Sorgfalt der Korrekturleser. Beispiel von Seite 39: Gegensand des Mythos. Beispiel von Seite 35: Abbildungen von Briefmarken und in den dazugehörigen Erläuterungen wird auf eine Reise von Lawrence nach Dschidda verwiesen. Bei einer Neuauflage sollte man nachbessern.

Mein Fazit:
Ein abwechslungsreiches Leben, ein abwechslungsreicher Band zur Ausstellung. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf der Rolle, die T. E. Lawrence während des Ersten Weltkrieges gespielt hat. Andere Aspekte seines Lebens werden zwar erwähnt, aber nicht so ausführlich wie ich es erhofft hatte. Hier steht der Mythos im Vordergrund. Immerhin gelingt es diesen Mythos zu hinterfragen und geschichtliche Zusammenhänge aufzuzeigen.

--- --- --- --- --- --- --- --- --- ---

Zum Abschluss noch ein Zitat von Winston Churchill, der Lawrence in seinem Buch GREAT CONTEMPORARIES (Odhams Press limited, Long Acre, London, 1949) beschrieben hat:

Here was a man in whom there existed not only an immense capacity for service, but that touch of genius which everyone recognizes and no one can define, schreibt Winston Churchill. Churchill erklärt das Geheimnis seines Landsmannes so: Part of the secret of this stimulating ascendancy lay of course in his disdain for most of the prizes, the pleasures and comforts of life. The world naturally looks with some awe upon a man who appears unconcernedly indifferent to home, money, comfort, rank or even power or fame. The world feels, not without a certain apprehension, that here is someone outside its jurisdiction; someone before whom its allurements may be spread in vain; someone strangely enfranchised, untamed, untrammelled by convention, moving independently of the ordinary currents of human action; a being readily capable of violent revolt or supreme sacrifice, a man, solitary, austere to whom existence is no more than a duty, yet a duty to be faithfully discharged.

Tatsächlich hat Lawrence nach dem Krieg all seine Orden zurückgegeben. Sein erster Versuch, unter falschem Namen ein neues Leben in der Royal Air Force zu beginnen, scheiterte jedoch. Erst später (1925) wurde ihm ein erneuter Eintritt erlaubt, was für die letzten zehn Jahre seines Lebens prägend sein sollte.


Pity the Nation: Lebanon at War
Pity the Nation: Lebanon at War
von Robert Fisk
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einerseits Geschichte des Libanon – Andererseits persönlicher Erfahrungsbericht eines Journalisten …, 16. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pity the Nation: Lebanon at War (Taschenbuch)
… der seit 1976 vor Ort lebt. Erst als Korrespondent von The Times. Später dann für den Independent. In dem vorliegenden Buch beschreibt er erst die weiter zurückliegende Geschichte des Libanon bevor er die Ereignisse der letzten Jahrzehnte aus seiner persönlichen Perspektive beschreibt. Also das, was er selber erlebt hat.

Beispiel: Die Entführung von Terry Anderson, dem Beiruter Bürochef von AP. Robert Fisk war am letzten Abend vor der Entführung mit Terry zusammen. Die Unterhaltung drehte sich um die Berufsrisiken eines Journalisten in Beirut. Fisky, you only drove away from those guys last year because you happen to be crazy and because you drive like a maniac anyway (583). Mit Fisky ist natürlich Robert Fisk gemeint. Anderson war der Meinung, dass man gegen die Waffen der Entführer ohnehin keine Chance habe. These guys have guns. You don't have a chance. You were just lucky last time. If they come, it's better to let them take you. (583) Richtig oder falsch? Sie kamen am nächsten Morgen. Terry Anderson sollte lange, sehr lange von der Bildfläche verschwinden. Weitere Geiseln folgten. Robert Fisk hatte zwar Glück, musste sein Leben aber völlig umstellen. Verkleidungen. Er vermied es auf den Balkon zu gehen. Wenn er abends ausser Haus essen ging, übernachtete er bei Freunden. I felt as though I was climbing down a long tunnel whose diameter was constantly shrinking until its walls pressed against my shoulders, so Robert Fisk über sein damaliges Leben (621). Irgendwie gelang es ihm daneben noch seine Arbeit zu tun. Sein Freund wurde hingegen nahezu sieben Jahre festgehalten bis er als letzter der amerikanischen Geiseln freikam. Bemerkenswert: Terry hatte in all den Jahren seinen Humor nicht verloren. I missed a lot of things. I don't understand what a CD player is and I missed out on Ninja Turtles (662).

Beispiel: Qana, eine UN Basis, wo 560 libanesische Flüchtlinge Schutz gesucht hatten. Am 18. April 1996 wurde viele von ihnen getötet. Ein Amateurfilmer hatte das Massaker für die Ewigkeit festgehalten. Gut sichtbar: die israelische Drone. Absicht also, kein Zufall. Es war Robert Fisk, dem der Film zugespielt wurde, und es war sein Arbeitgeber, der Independent, der den Mut hatte, die Bilder in einem dreiseitigen Artikel zu veröffentlichen. Das Bemerkenswerte hier: die Aussage eines Überlebenden, der seine ganze Familie verloren hatte. You must not blame all jews. Es gibt Gute unter ihnen, die immer schon die Wahrheit gesagt haben, und es gibt welche in Amerika, die uns helfen. Eine erstaunlich differenzierte Sichtweise von jemanden, dem viel Leid zugefügt worden ist, und ein typisches Merkmal für den Erzählstil von Robert Fisk. Er zitiert nicht nur einfach Fakten und offizielle Aussagen, sondern er lässt die Betroffenen zu Wort kommen. Sehr bildhaft, sehr persönlich und sehr berührend.

Daneben setzt er sich mit der Rolle der Medien, die über die Ereignisse im Nahen Osten berichten, auseinander. Wie unabhängig ist die Berichterstattung? Wie werden Journalisten beeinflusst?

The Israelis deluged reporters with information and offers for assistance, while many Arab nations regarded Western journalists as spies, refusing to respond to the simplest of enquiries or to produce even the most junior of ministers for interviews. (407) In Kriegszeiten nahmen die Israelis die Journalisten mit an die Front im Gegensatz zu den arabischen Nachbarländern. Die Ereignisse im Libanon – erst in 1978 während der ersten israelischen Invasion, dann in 1982 – sollten dies jedoch ändern. Auf einmal hatten die Israelis kein Monopol auf die „Wahrheit“ mehr. Die alten Worthülsen funktionierten nicht mehr. In der Folge wurden diejenigen Reporter, die eine eigene Meinung vertraten, dämonisiert. Robert Fisk musste das selber erfahren. Der Preis für seine Unabhängigkeit. Er beschreibt das sehr anschaulich.

And yet – there should always be an „and yet“ in reporting the Middle East. Robert Fisk hinterfragt die offizielle Rhetorik. Warum werden westliche Geiseln in der Presse als „Geiseln“ bezeichnet während die schiitischen Gefangenen im Südlibanon „Gefangene“ sind. Ähnlich der oben erwähnte Terry Anderson. Er war es, der seine Mitarbeiter in Beirut anwies, den Begriff Terrorist nicht zu verwenden. It is a pejorative out here (435), so Anderson. Die doppelten Standards in der Berichterstattung. Fisk lässt sich ausführlich darüber aus. Erinnert immer wieder daran. Hat mich an Gabriele Krone-Schmalz erinnert.

Zum weiteren Inhalt des Buches:
Einfach die Blick-ins-Buch-Funktion nutzen. Dort kann man das Inhaltsverzeichnis, Kartenmaterial, einen Teil des Textes, das Register und mehr sehen.

--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---

Der Titel des Buches stammt aus der Feder des libanesisch-maronitischen Dichters Khalil Gibran, veröffentlicht in THE GARDEN OF THE PROPHET, London, Heinemann, 1934:

Pity the nation that is full of beliefs and empty of religion.
Pity the nation that …. (gekürzt) ...
Pity the nation divided into fragments, each fragment deeming itself a nation.

--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert, wenn man mehr über den Libanon wissen will Ein Kapitel des Buches ist zwischen zeitlich in deutscher Sprache erschienen: Sabra und Schatila: Ein Augenzeugenbericht. Libanon 1982. Ansonsten wurde noch nichts übersetzt. Ich würde mir wünschen, dass sich dies ändert, damit noch mehr Leser erfahren, was Robert Fisk zu sagen hat.


Die 100 bekanntesten Gestalten der Bibel und ihre Familien: Eine illustrierte Geschichte
Die 100 bekanntesten Gestalten der Bibel und ihre Familien: Eine illustrierte Geschichte
von Robin P. Nettelhorst
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr übersichtlich – Sehr informativ., 15. August 2015
Ein Klassebuch zum Nachschlagen. Chronologisch aufgebaut. Erst die Figuren des Alten Testamentes inklusive der Apokryphen:

- Die Zeit der Erzväter
- Die zwölf Söhne Israels
- Die Israels
- Exodus und Eroberung
- Zeit der Richter
- Das vereinigte Königreich
- Das geteilte Königreich
- Propheten vor dem Exil
- Die Zeit des Exils
- Propheten während des Exils
- Apokryphen

Dann das Neue Testament:

- Die Zeit des Jesus
- Die zwölf Apostel
- Die Frühkirche

Zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis gibt es sowohl für das Alte Testament als auch für das Neue Testament je einen kompletten Stammbaum mit Seitenangaben für die enthaltenen Personen. Das Beziehungsgeflecht wird durch unterschiedliche Farben transparent dargestellt.

Die Präsentation der einzelnen Figuren erfolgt in der Regel auf einer einzelnen oder auf einer Doppelseite. Oben ein Ausschnitt des Stammbaumes, wobei dieselben Farben verwendet werden wie im Übersichtsstammbaum,. Eine Abbildung des Betreffenden und die Erläuterungen zu ihm/ihr. Teilweise werden in Merkkästen weiterführende Informationen angeboten. Selbstverständlich sind auch die bedeutendsten Erwähnungen in der Bibel aufgelistet. Die Namen von Personen, die an anderer Stelle vorgestellt werden, sind fett gedruckt. Alles sehr übersichtlich und transparent.

Ein Register und Quellenangaben schliessen das Buch ab. Die Literaturliste ist allerdings etwas kurz und beinhaltet englischsprachige Werke. Wem weiterführende Informationen wichtig sind, sollte sich vielleicht für ein anderes Buch entscheiden. Deswegen auch „nur“ vier Sterne.


Große Frauen der Bibel
Große Frauen der Bibel
von Joe H. Kirchberger
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwendig gestaltet & sehr informativ - Maria, die Mutter von Jesus, wird aber nur kurz erwähnt., 14. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Große Frauen der Bibel (Gebundene Ausgabe)
Prachtvoll! Schlicht und einfach prachtvoll dieser Band, in dem Frauen aus der Bibel vorgestellt werden. Sehr informativ. Zu jeder Figur erhält der Leser die folgenden Erläuterungen:

- Biblische Geschichte
- Interpretationen von Dorothee Sölle
- Was nicht in der Bibel steht, eingeteilt in antike und mittelalterliche Quellen sowie neuere Literatur.

Aufgelockert wird der Inhalt durch zahlreiche Farbbilder mit dazugehörigen Erklärungen.

Abgeschlossen wird der Band durch eine Bibliographie und eine Auflistung der Bildnachweise.

Beachten sollte man, dass es keine vollständige Präsentation aller Frauen aus der Bibel ist. Maria, die Mutter Jesu, wird zB nur zum Schluss erwähnt. Die Prophetin Hulda, Junia oder Phoebe fehlen ganz. Einen Stern abziehen wollte ich deswegen aber nicht. Zu gut hat mir der Inhalt ansonsten gefallen. Bekannte Geschichten werden hier neu erzählt und dank der Hintergrundinformationen habe ich einiges hinzugelernt. Des Weiteren habe ich ein paar Figuren entdeckt, von denen ich zuvor noch nicht oder nicht viel gehört hatte, zB die Hexe von Endor, die von Saul um Hilfe gebeten wird. Ein Medium, eine Wahrsagerin und Totenbeschwörerin. Die Vertreterin eines eigentlich verbotenen Kultes. Sie waltet ihres Amtes und mehr noch, im Anschluss bringt sie Saul dazu etwas zu essen. Sie wird nicht verfolgt oder anderswie für ihr Tun bestraft. Eine erstaunliche Geschichte.

Ausserdem haben mich die zahlreichen Farbbilder beeindruckt. Persische oder Sumerische Kunst. Mittelalterliche Werke oder moderne Interpretationen. Eine Federzeichnung von Rembrandt van Rijm, Michelangelos Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle, ein Gobelin des 17. Jahrhunderts aus dem Münster in Freiburg im Breisgau, Marc Chagall und Salvador Dali und und und. Unglaublich abwechslungsreich und sehr gut beschrieben. Toll!

Kurz und gut: Hier kam für mich nur die Höchstbewertung in Frage. Ein Buch, das immer wieder zum Schmökern einlädt. Auch ein tolles Geschenk. Es macht Spaß, Bekanntes nachzulesen und Unbekanntes zu entdecken. Ich kann mich nur wiederholen: Toll!

--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Enthalten sind neben der Hexe von Endor zum Beispiel:

Eva und Lilith
Sara und Hagar
Lot's Frau und Töchter
Rebekka – Tochter des Betuel
Rachel und Lea
Tamar – List gegen Macht
Die Frau des Potiphar
Die Dirne Rachab
Die Richterin Deborah
Die Tochter des Jiphtach
Delila und Simsons Geheimnis
Rut, die Moabiterin
Die Königin von Saba
Judit – Retterin ihres Volkes
Ester – Die Bitte einer Königin
Susanna und die beiden Älteren
Elisabeth – Mutter von Johannes dem Täufer
Herodias und Salome
Die Frau der Salbung
Maria und Martha
Maria von Magdala
Maria, die Mutter Jesu (kurze Erwähnung)

--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---

In der Produktbeschreibung nicht erwähnte Mitautoren:
Herbert Haag
Dorothee Sölle


Die Tochter des Diplomaten
Die Tochter des Diplomaten
von William Kinsolving
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jahrzehnte übergreifende Lebensgeschichte, 10. August 2015
Im Mittelpunkt des Geschehens: Lily McCann, die Tochter eines amerikanischen Diplomaten, die in Kairo, Oman, Damaskus, Washington DC, Beirut und Amman aufwächst. William Kinsolving beschreibt ihren Lebensweg von 1960 bis 1992.

Sie studiert in Yale und an der Science Po Jura. Folgt den Spuren ihres Vaters und tritt in den Diplomatischen Dienst ein. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse (neben Englisch fliessend Französisch und Arabisch) wird sie wie ihr Vater vorrangig im Nahen Osten eingesetzt.

Ein prägendes Erlebnis ist ein Terroranschlag auf Kinder, die sie in einem Flüchtlingscamp nahe Amman betreut. Sie sieht das Gesicht eines der Männer. Es bleibt nicht ihre einzige Begegnung mit ihm. Wer ist dieser Mann, der nicht nur die Kinder sondern später auch Lilys Vater tötet? Seine Taten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch bis zum Showdown am Ende. Als Thriller würde ich die Geschichte dennoch nicht bezeichnen.

Es ist vor allem die Lebensgeschichte einer ungewöhnlichen Frau. Das Besondere dabei: Die Figuren, die zu Beginn eingeführt werden, tauchen immer wieder in der Handlung auf. Mimi, die Kommilitonin aus Yale, die später als Fernsehreporterin zusammen mit Lily das Ausmass der Massaker von Sabra und Schatila aufdeckt. Worth, ihr Professor aus Yale, der ebenso eine Karriere im Auswärtigen Amt anstrebt und den die junge Frau später heiratet. Mosche Levy, der Diamentenhändler, der sich als Mossadagent herausstellt. Ammar Ben Ashid, ein Freund aus Pariser Studientagen, den sie wieder trifft als er Algeriens Energieminister ist. Und Noorna, die Freundin aus Kindertagen in Kairo. Als Lily deren Vater während eines Gespräches mit dem ägyptischen Präsidenten Sadat belauscht steht sie vor einer folgenschweren Entscheidung, ob sie den Inhalt melden soll oder nicht.

„Am Ende sind es nur die richtigen Prinzipien, mit Beständigkeit angewendet – nicht die Gabe der Hellseherei noch stolzer Scharfblick - , die die besten Resultate erzielen.“ Richtige Prinzipien, mit Beständigkeit angewendet, das ist die beste Definition von Diplomatie, die ich kenne. Aber wenn das Heimatland seine Politik ändert, kann es sein, dass der Diplomat den Tanzboden unter den Füßen verliert. Dann muss er in der Luft tanzen. Das kommt vor, und ich fürchte, immer öfter. Der amerikanische Diplomat ist heutzutage weniger eine Marmorsäule, sondern eher eine Wetterfahne, die jeweils in die Richtung zeigt, in die der Wind aus Washington bläst. Und in Washington machen Hinz und Kunz Außenpolitik, und das meistens zum eigenen politischen Vorteil, weil sie die Politik als einen Selbstbedienungsladen betrachten.(28f)

Die Veränderungen in der Welt der amerikanischen Diplomatie. Kinsolvings Buch ist auch eine Abrechnung mit Karrierediplomaten, die ihr eigenes Wohlergehen über das Wohl des Landes, dem sie dienen sollten, stellen, sowie mit denjenigen, die sich einen Botschafterposten durch Unterstützung von Präsidentschaftsbewerbern kaufen. Lilys Vater repräsentiert noch den alten Typus. Ihr Ehemann Worth hingegen gehört der Fraktion der Ehrgeizlinge an, die ihre Ideale längst verraten haben. Gibt es überhaupt noch Ideale? Lily muss sich in einer Welt behaupten, in der die „alte“ Beständigkeit ihres Vaters nicht mehr viel zu zählen scheint und mit Naivität gleichgesetzt wird. Sie muss ihren eigenen Weg finden und das tut sie. Eigenwillig und selbstständig. Ein echtes Go-Girl.

Alles in allem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. William Kinsolving integriert geschickt den geschichtlichen Hintergrund und spannend aufgebaut ist die Handlung allemal.

Von mir deswegen eine Leseempfehlung.


Zum Siegen geboren. Roman
Zum Siegen geboren. Roman
von William Kinsolving
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine packende Geschichte aus der Welt des Pferderennsportes, 9. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zum Siegen geboren. Roman (Gebundene Ausgabe)
Kentucky im Jahr 1955. Fünfzehn Jahre ist Annie Grebauer alt. Als Fünfjährige hatte sie ihre Mutter verloren. Als sie zehn war, hatte ihr Vater sie brutal geschlagen und den Arm gebrochen. Sie lebt mit ihm und ihren zwei älteren Brüdern in einer Hütte aus Brettern und Dachpappe. Als der Vater, ein Weichensteller, ein Zugunglück verursacht, versuchen die Brüder den Schmuck der Toten in den Wagen zu stehlen. Annie hingegen bringt ein Pferd zurück, das aus einem der entgleisten Güterwagons geflohen war, und erhält dafür eine Belohnung. Geld, das sie nutzt, um aus ihrer Umgebung zu fliehen. Sie geht nach New York, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt. Bis sie eines Tages nach Belmont fährt, um einen Blick auf die Pferderennbahn zu werfen. Annie findet dort auf Anhieb eine Stelle als Trockenführerin. Rennpferde, Vollblütler werden in den folgenden Jahrzehnten von wesentlicher Bedeutung für sie sein.

William Kinsolving beschreibt in ZUM SIEGEN GEBOREN den ereignisreichen, abenteuerlichen Lebensweg einer ungewöhnlichen Frau. Ein Lebensweg voller Erfolge, aber auch Misserfolge. Höhen und Tiefen.

Annies Liebe zu Sam Cumberland, der aus einer dieser alten, reichen Familien stammt, wo Tradition und Standesbewusstsein großgeschrieben werden. Ihre erste Ehe mit einem der Freunde von Sam. Die zweite mit einem früheren Pferdetrainer von Sam. Die Kinder aus beiden Ehen stammen jedoch nicht von den namensgebenden Vätern ab.

Annie leitet das Gestüt ihres ersten Mannes. Verkauft es nach dessen Selbstmord und geht nach Frankreich. Kehrt zurück in die Staaten. Muss jedoch, als sie dort die Rennlizenzen verliert, wieder nach Europa zurück. Berufliche Turbulenzen und komplizierte familiäre Beziehungen sind die einen Elemente der Handlung. Daneben spielt Annies Vergangenheit, ihre kriminellen Brüder, die Beziehungen zu Mitgliedern des Organisierten Verbrechens, eine große Rolle.

Ausserdem wird die Entwicklung im Pferderennsport thematisiert. Man lernt sehr viel. Fachbegriffe werden anschaulich und gut verständlich erklärt. Unterschiede zwischen den Staaten und Europa aufgezeigt. Die Veränderungen, die sich durch finanzkräftige, arabische Rennstallbesitzer ergeben, beschrieben. Doping, die Möglichkeiten, die der Einsatz von Gentechnik bietet, und vieles mehr.

Annie ist nicht die einzige 'starke' Frau in der Geschichte. Mindestens ebenso beeindruckend sind ihre französische Freundin und Mentorin Madame Pichon, die im Krieg in der Resistance tätig war, Greta Herskewitz alias von Herschfeldt, die den Mut hat, die Nazi-Vergangenheit ihrer Eltern offenzulegen, sowie Helena, Annies Tochter, die eine Drogensucht überwindet, und lernt mit ihrer ausserehelichen Abstammung zu leben.

Die Männer bleiben hingegen blass. Mit einer Ausnahme: Frank Carney, Annies zweitem Ehemann. Der Pferdetrainer. Kein fehlerfreier Held. Er trinkt und verliert einmal so sehr seine Beherrschung, dass er für seine Tat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Er landet ganz unten und rappelt sich doch wieder auf. Am Ende des Buches wird er sein Leben geben, um ein ganz besonderes Pferd zu retten. Frank. Stark, beharrlich, unbeugsam.

Sam Cumberland, Annies Liebhaber aus reichem Hause, erscheint dagegen als verzogener Egoist. Und ihr erster Ehemann Winnie ist zwar nett, aber auch ein wenig unbeholfen.

Alles in allem ist es also eine vielschichtige, abwechslungsreiche Handlung. Spannend bis zum Ende. Besonders gut hat mir gefallen, dass alle Figuren - auch Annie - ihre Ecken und Kanten, ihre Schattenseiten haben. Sie schlagen sich durch so gut es eben geht. Kollateralschäden können nicht immer vermieden werden. Keine fehlerlosen Superhelden, sondern Menschen wie du und ich. Kurz und gut: Für mich kommt hier nur die Höchstbewertung in Frage. Klare Leseempfehlung.

--- --- --- --- ---

Zum Autor:
William Kinsolving hat in Stanford sowie der Londoner Akademie für Musik und Drama studiert. Er hat als Schauspieler gearbeitet und Drehbücher geschrieben. Das vorliegende Buch war sein erster Roman in deutscher Übersetzung. Weitere sind zwischenzeitlich gefolgt, zB Die Tochter des Diplomaten, wo ebenso eine Frau im Mittelpunkt der Handlung steht.


Möwenschwingen
Möwenschwingen
von Jonathan Bach
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine etwas andere Vater-Sohn-Beziehung., 4. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Möwenschwingen (Gebundene Ausgabe)
Jonathan Bach, Jahrgang 1968, Sohn von Richard Bach, benannt nach dessen Bestseller Die Möwe Jonathan. Als er zwei Jahre alt war, verließ der Erfolgsautor die Familie, um ein neues Leben an der Seite von Leslie Parrish zu beginnen (beschrieben in Brücke über die Zeit). Im Alter von fünf Jahre sagte seine Mutter: Daddy möchte nicht mehr Daddy genannt werden. Also wurde er fortan „Captain“ genannt.

Die MÖWE JONATHAN haben viele Leute gelesen. Aber kaum einer weiß, dass Richard Bach eine Familie mit sechs Kindern hatte, die er verlassen hat. Während die älteren Kinder, zu denen der Vater noch eine Beziehung hatte, ihn wenigstens am neuen Wohnsitz besuchen durften, blieb dies Jonathan und seiner jüngeren Schwester Beth verwehrt. Dennoch hat der Bub in seinen Kindertagen anscheinend nichts vermisst. Er liebt Flugzeuge und freut sich, wenn er seiner Mutter, Pilotin einer Tiger Moth, auf Flugtagen als Bodenpersonal helfen darf. Das unbekümmerte Leben ändert sich als seine Mutter einen anderen Piloten – Big Jon – heiratet. Dieser fordert unbedingte Disziplin auf eine Art und Weise ein, die für die Bach-Kinder verstörend ist. Der Älteste hält es nicht mehr aus und zieht lieber in ein Motel.

Jonathan Bach beschreibt das Leben einer Patchwork-Familie. Mit neuen Umständen fertig werden. Es gelingt zumindest ihm ganz gut. Wenn da nicht die Lücke wäre, die sein wahrer Vater hinterlassen hat. Jonathan hat einen Vater, aber keinen Dad. Eine Zeitlang haben die beiden schriftlichen Kontakt, irgendwann kommt es sogar zu einem Treffen, aber es ist keine tiefe Beziehung. Als Beth bei einem Autounfall stirbt, kommt der Vater noch nicht einmal zur Beerdigung. Die Wende in der Beziehung kommt erst als Jonathan beschließt eine schonungslose Abrechnung über seinen berühmten, aber nicht anwesenden Vater zu schreiben. Richard Bach reagiert auf die Ankündigung sehr souverän. Überraschend souverän:

„Schreib dein Buch, Jonathan, sagte er, „Schreib jedes Wort nieder.“ und als Jonathan nachhakt, und fragt, ob er wirklich jedes Wort schreiben soll, wird Richard Bach noch deutlicher:

„Unbedingt. Ich schreibe dir eine Erklärung, die dir dazu alle Rechte zur Veröffentlichung gibt.“ (213)

Wow! Da kann ich nur sagen „Hut ab!“ Es wird der Auftakt zu einem intensiven Austausch. Jonathan erfährt endlich die Gründe für die Trennung der Eltern und so nebenbei lernt er auch sehr viel über sich selbst. Durch seinen Gefühlsausbruch legt er das Fundament für eine besondere Beziehung. Deutlich wird dies nicht zuletzt durch die äussere Gestaltung dieses Buches – ich habe die gebundene Ausgabe, deren Titelbild allerdings von dem Produktbild bei unserem Hausherrn abweicht. Der Titel „Möwenschwingen“ in gelber Schrift. Der Name des Autors in weißer Farbe. Genauso sieht die Originalversion von der MÖWE JONATHAN aus.

Das Buch von Jonathan Bach war für mich ein Glücksgriff und das nicht nur, weil ich die Bücher von Richard Bach mag, sondern auch wegen Jonathans Geschichte, die zeigt wie man wieder zusammen kommen kann. Der Beweis, dass das Leben manchmal die besten Geschichten schreibt, und dadurch, dass Jonathan Journalistik studiert hat, ist sie auch noch abwechslungsreich und kurzweilig. Kurz: Lesenswert.


SCHWEINFURT: DISASTER IN THE SKIES.
SCHWEINFURT: DISASTER IN THE SKIES.
von John. Sweetman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Wie man aus Niederlagen lernt., 3. August 2015
It is truism that in war one learns far more from a defeat than from a victory and so it was in this case.

Schweinfurt, bekannt für die dort produzierten Kugellager, wurde 1943 zweimal von der amerikanischen Luftwaffe angegriffen. Am 17. August kamen 229 Bomber zum Einsatz. Im Oktober waren es sogar 291 Stück. Aufgrund der engagierten Verteidigung durch deutsche Kampfpiloten waren die Verluste aber sehr hoch: 96 B-17-Bomber im Wert von ca. 23 Mio. Dollar und über 950 Crewmitglieder. Berücksichtigt man die parallel stattgefundene Attacke auf Regensburg sind die Verluste noch höher. Nicht nur wegen des hohen Ausfalls an Material und Menschen waren die Angriffe ein Fehlschlag. Das Ziel, die Kugellagerproduktion empfindlich zu stören, wurde nicht erreicht. Die Produktion bei Kugelfischer wurde zB nur für sechs Wochen unterbrochen nach dem ersten Angriff. Nach dem zweiten konnte man den Produktionsausfall durch Lagerbestände abdecken. Andere Standorte, auch in der Schweiz, sprangen ein. Des Weiteren wurde nach Alternativen gesucht, so dass die später fortgesetzten Angriffe auf die Kugellagerindustrie ergebnislos blieben.

Dennoch handelt es sich um einen Wendepunkt im Kriegsverlauf. Die Amerikaner erkannten sehr wohl, dass ihre bisherige Strategie erfolglos war. Ein Umdenken begann, das zu einem neuen, erfolgreicheren Konzept führte.

Tag- oder Nachtflüge? Die Amerikaner flogen bei Tag, die Briten nachts. Was war sinnvoller?

Welche Ziele? Sollte man sich lieber auf weniger stark verteidigte Städte konzentrieren? Aber dies hätte den ganzen Sinn der amerikanischen Strategie auf den Kopf gestellt.

In welcher Formation sollte man fliegen? Nur Bomber? Oder doch stärkere Unterstützung durch Kampfpiloten? Aber welches Kampfflugzeug war für Langstreckenflüge am besten geeignet? Wie konnte man das vorhandene Material effizient nutzen?

John Sweetman holt in seinen Ausführungen weit aus. Ausgehend vom ersten Weltkrieg beschreibt er die Entwicklung in der amerikanischen Militärfliegerei. Er geht darauf ein, welche Taktiken zum Einsatz kamen, wie man sie weiterentwickelt hat. Die unterschiedlichen Flugzeugtypen werden in Wort und Bild vorgestellt. Die Verteidigung des Deutschen Reiches wird dargestellt. Alles gut verständlich. Ergänzt wird der Text durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Bilder des Geschehens und der beteiligten Personen, Kartenmaterial der geflogenen Routen ist auch enthalten.

Kurz: Es geht keineswegs nur um die 1943-Luftangriffe auf Schweinfurt, sondern der Leser erhält einen umfassenden Überblick.


Der Liebe Zaubermacht.
Der Liebe Zaubermacht.
von Nicholas Christopher
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Geschichte., 31. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Liebe Zaubermacht. (Broschiert)
Eine Winternacht in Manhattan. Ecke Waverly Place und Waverly Place. Neben dem Kloster der hl. Zita wird Leo von einer Unbekannten angesprochen, die ihn bittet, sie zu begleiten. Was folgt ist eine Geschichte, die den Leser in eine Welt voller Magie führt. Veronica, so stellt sich heraus, ist die Tochter eines vor 10 Jahren verschwundenen Zauberers, die selber über beachtliche übernatürliche Fähigkeiten verfügt. Gedankenlesen oder Telepathie sind dabei noch die einfachsten Sachen. Sie bewegt sich quer durch die Dimensionen, durch Zeit und Raum, hinterlässt beim Gehen im Schnee keine Spuren, weiß wie sie sich unsichtbar machen kann. Nach und nach lernt Leo, der Held der Geschichte, eine ihm bislang unbekannte Welt kennen, in welcher die Figuren auf Fotos lebendig werden und das Überschreiten irdischer Gesetze durch Blitze möglich wird. Warum ausgerechnet er in die Ereignisse hineingerutscht ist, was seine Rolle bei der Rückführung von Veronicas Vater ist, erfährt er jedoch erst sehr spät. Mit dem Showdown zwischen dem alten Zaubermeister und dessen Widersacher, einem früheren Assistenten, welcher der schwarzen Magie verfallen ist, endet die Geschichte noch nicht. Denn jetzt geht es darum, wie Veronica sich und Leo, in den sie sich zwischenzeitlich verliebt hat, retten kann. Dass es ein Happy End gibt, liegt bei einem Titel wie diesem (Der Liebe Zaubermacht) auf der Hand. Offen bleibt bis zum Schluß wie und wo es den beiden Protagonisten gelingt, zusammen zu kommen.

Mein Fazit:
Eine magische Abenteuerreise durch ein winterliches New York. Phantasievoll und spannend bis zum Schluss. Von diesem Autor würde ich gerne noch mehr lesen.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20