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Rezensionen verfasst von
½
(TOP 100 REZENSENT)   

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Martin Guerre
Martin Guerre
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen Frankreich im 16. Jahrhundert, 1. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Martin Guerre (Audio CD)
Basierend auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1560 wurde in Toulouse Arnaud du Thil als Hochstapler und Betrüger verurteilt. Bertrande de Rols hatte ihm vorgeworfen, die Identität ihres 12 Jahre zuvor verschwundenen Mannes gestohlen zu haben. Erst schien es, als ob der Angeklagte ihr Mann war, doch dann kehrte der wahre Martin Guerre zurück. Dass diese Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten sind, liegt daran, dass beginnend mit dem Buch des Richters Jean de Coras das Thema in unzähligen Veröffentlichungen thematisiert wurde. In dem Musical MARTIN GUERRE fügen Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg der Geschichte einen weiteren Aspekt hinzu: die religiösen Ausseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken, die Frankreich im 16. Jahrhundert erschütterten.

WORKING ON THE LAND. Eine Heirat, um sicherzustellen, dass das Land von Bertrande nicht in die Hände der Protestanten fällt. Martin ist nicht begeistert, aber er fügt sich. Doch die Ehe wird kein Erfolg. WHERE'S THE CHILD? Fragen sich die Dorfbewohner. Nachwuchs stellt sich nicht ein und schließlich verlässt Martin seine Heimat.

Sieben Jahre später befindet er sich mit Arnaud Du Thil auf einem Schlachtfeld in Flandern. Martin wird niedergestochen. Arnaud begibt sich nach Artigat im Glauben, dass sein Freund tot ist, um der Witwe die Nachricht zu überbringen. Dort wird er durch ein Missverständnis für den Verschollenen gehalten. Bertrande durchschaut ihn zwar, lehnt sein Angebot zu gehen aber ab. TELL ME TO GO. Stattdessen erzählt sie ihm ihr Geheimnis, dass sie sich den Protestanten angeschlossen hat. BETHLEHEM. Einer jedoch ist unzufrieden. Guillaume, der schon lange ein Auge auf Bertrande geworfen hat, von ihr jedoch stets abgelehnt wurde, spioniert den beiden hinterher und führt den Mob an, der das Dorf von den Protestanten säubern will.Wie in der realen Geschichte kommt es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Allerdings steckt im Musical Guillaume dahinter während Arnaud und Bertrande sich ihrer Liebe versichern. ALL I KNOW.

Eine ganze Reihe von Themen werden in diesem Musical angesprochen: Liebe, Treue und Freundschaft, aber auch Verrat und Neid. WHO ARE THE IMPOSTERS HERE? Fragt Vater Dominic.

We who live our lives deceiving
hiding from the truths we fear
we are always make-believing
we are caught like captive flies
in this web of lies we're weaving
day by day and year by year.
Tell me who are the imposters here?

Wer sind die Hochstapler, die Betrüger?

Es gibt kein versöhnliches Ende.
Die Protestanten verlassen das Dorf nachdem der Mob gewütet hat.
Auch Betrande geht, da Arnaud tot ist, gestorben für seinen Freund Martin.

In THE LAND OF THE FATHERS wird zum Abschluss wie zu Beginn (WORKING ON THE LAND) nochmals das scheinbar einzig Beständige beschworen. Das Land, das sichere Arbeit und Nahrung bedeutet. Aber war es die Auseinandersetzung wert?

Boublil und Schönberg haben mit MARTIN GUERRE nach ihren Erfolgen (LES MISERABLES, MISS SAIGON) ein weiteres klassisches Musical geschrieben, das durch eine aufwendige Inszenierung begeistert. Ein Musical voller Emotionen, das zudem existenzielle Fragen anspricht. Die Aufführung im Prince Edward Theatre in London hat mir so gut gefallen, dass ich mir auch diese CD gekauft habe. Immer wieder ein Hörerlebnis.

--- --- --- --- --- --- ---
Book: Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg
Music: Claude-Michel Schönberg
Lyrics: Edward Hardy und Stephen Clark
Original French Text: Alain Boublil

World Premiere July 1996
Prince Edward Theatre, London, UK


Cessna 172: A Pilot's Guide (The pilot's guide series)
Cessna 172: A Pilot's Guide (The pilot's guide series)
von Jeremy M. Pratt
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wozu braucht man solch ein Buch?, 23. Juni 2015
Das offizielle Handbuch (POH/FM= Pilot operating handbook/Flight manual) kann und will es nämlich nicht ersetzen. Das wird direkt nach dem Inhaltsverzeichnis klar und deutlich gesagt.

Dennoch kann der Kauf (und das Lesen des Inhaltes) sinnvoll sein; zum Beispiel, wenn man Mitglied in einem Verein ist, wo das offizielle Handbuch im Flieger verbleiben muss und man es nicht zum Lesen mit nach Hause nehmen darf bzw. wenn man keine Kopie des offiziellen Handbuches erhält.

Hier in diesem Buch werden diejenigen Modelle der 172-er Reihe abgedeckt, die von 1977 bis 1985 gebaut wurden:
1977-1980 172N Skyhawk/Skyhawk II
1977-1980 F172N Reims/Cessna F172 Skyhaw/Skyhawk II
1981-1986 172P Skyhawk/Skyhawk II
1981-1986 F172P F172 Skyhawk/Skyhawk II

Es beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung des Fliegers: von Airframe, Flying Controls und Undercarriage bis zur Heizung, den Sitzen und den Türen/Fenstern.

Im zweiten Teil werden Abmessungen, Geschwindigkeiten, Ladefaktoren, Gewicht und andere Grenzwerte benannt. Nicht nur in Knoten sondern auch in mph und kph.

Der dritte Teil beschreibt das Handling, zB wie man bei Temperaturen unter 0°C startet oder wie man reagiert, wenn man trudelt.

Im vierten Teil geht es um die Treibstoffmischung und Vergaservorwärmung.

Teil 5 enthält die Preflight-Checkliste.

Ladung und Performance werden im sechsten Teil erläutert. Aber Achtung: die Übersichten zum Ladegewicht dienen nur als Beispiele und sind auf gar keinen Fall zum realen Gebrauch bestimmt!! Hier sollte man unbedingt und ausschließlich das offizielle Handbuch verwenden.

In Teil 7 werden unter der Überschrift „conversions“ Umrechnungswerte/-formeln aufgeführt, zB für Start/Landung auf nassen Grasbahnen oder bei Schnee. Des Weiteren erhält man Tabellen zur Umrechnung von Einheiten, zB Celsius-Fahrenheit, Meter-Fuss, lbs-Kilo.

Abgeschlossen wird das Buch mit einem Register.

Zurück zur Eingangsfrage:
Grundsätzlich sehe ich Bücher wie dieses eher skeptisch, weil sie die offiziellen Handbücher eben nicht ersetzen können. Hin und wieder hatte ich aber dennoch ein Aha-Erlebnis. Was natürlich auch daran liegt, dass ich das offizielle Handbuch nie vollständig Seite für Seite gelesen habe (Shame on me). Ein Beispiel: Sideslip bei der Landung: Cessna do not recommend side slipping with flaps extended beyond 20° due to aerodynamic buffeting of the tail surfaces. Ein Blick ins offizielle Handbuch hat die Aussage bestätigt. Wenn es also darum geht, das gewohnte Verhalten in Frage zu stellen, dann kann solch ein Buch doch nützlich sein.

Es ist aber wie gesagt kein Ersatz für das offizielle Handbuch!!!


Die Borgia
Die Borgia
von Joachim Brambach
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus einer Zeit als Päpste noch Kinder hatten., 31. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Borgia (Gebundene Ausgabe)
Ein Geschenk von meiner Mutter, das ich schon vor längerem erhalten habe. Basis für diese Rezi ist die 2. Auflage aus dem Jahr 1995.

Historische Ereignisse spannend erzählt. Ob die Fakten alle stimmen kann ich nicht sagen, aber Spass hat die Geschichte definitiv gemacht. Der Vater ein geschickter Machtpolitiker. Die Söhne nicht ganz von dessen Kaliber. Die Tochter erst Spielball, hat später doch noch geschafft ein lebenswertes Leben zu leben. Leider kommt ihr Schicksal aber zu kurz in diesem Buch. Die Schwerpunkte sind anders verteilt. Auf jeden Fall empfehlenswert.


Die geheime Liste
Die geheime Liste
von Pierre Woog
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine interessante Grundidee …, 31. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die geheime Liste (Gebundene Ausgabe)
… die aber leider durch einen teilweise umständlichen Erzählstil und unzählige Nachlässigkeiten verunglückt ist.

ACHTUNG: Meine Rezi erzählt eindeutig zu viel vom Inhalt, wer also noch nicht wissen will, um was es sich handelt, sollte diesen Beitrag ignorieren.

Die Idee:
Ein Medicine-against-terrorism Netzwerk von führenden Medizinern, die sich in der Melius Foundation zusammen geschlossen haben. Es geht um nichts anderes als die Ausschaltung von unliebsamen Personen, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Sobald diese Personen – Waffenhändler, Anführer von terroristischen Organisationen, unerwünschte Diktatoren & Co. - krank werden, sollen sie in Krankenhäuser gelotst werden, in denen die beteiligten Ärzte beschäftigt sind. Dort lässt man ihnen dann eine ganz besondere Behandlung zukommen, damit der Tod auf jeden Fall schnellstmöglich und gleichzeitig unauffällig eintritt. Kurz: Es geht um eine elegante Methode zur Beseitigung der Zielobjekte.

Im Mittelpunkt des Geschehens: Das Zürcher Allmend-Spital und sein leitender Arzt Professor Dr. Max Jäger. Da dieser noch kein Mitglied der Melius Foundation ist, beginnt die Geschichte mit der „Bekehrung“ des Arztes. Man wirft ihm vor, dem organisierten Verbrechen anzugehören, Drogenschmuggel und Geldwäsche soll er begangen haben. Ein Strafprozess wird angedroht, es sei denn, der Mediziner ist kooperativ und hilft Target 13 seinem längst fälligen Schicksal zuzuführen. Target 13, das ist der kranke Präsident einer Befreiungsbewegung, einer der für Israel gefährlichsten Terroristen. Ein Name wird nicht genannt, aber auch ohne denselben ist es eindeutig, um wen es sich handeln soll.

Bereits hier wird ein Fehler im Gerüst deutlich: Ist solch ein schwerkranker Mann tatsächlich noch eine Bedrohung, die man ausschalten muss oder sollten sich die Verantwortlichen nicht lieber um die nachfolgenden Führungskräfte kümmern? Egal wie man die Frage beantwortet, die Grundidee, auf der dieses Buch basiert, fand ich dennoch interessant.

Gestört hat mich die Umsetzung:
- Rechtschreib- und Grammatikfehler
- Umständliche Formulierungen

Beispiele:

166: Sie, Herr Mazetta, stehen etwa in halber Höhe auf der der Treppe, um ihn aufzufangen, sollte sich sein Körper doch noch drehen.

210: Der NDB hat aufgrund des erstellten Charakterprofil Jägers und seines bisherigen Verhaltens erwartet, dass dieser rascher kooperieren würde und sich nicht, wie es der Fall ist, auf ein Kräftespiel ankommen lässt.

58: Gleichgültigkeit wechseln mit Perioden von Eiseskälte, wenn man sich nicht aus dem Weg zu gehen vermag.

192: Folglich habe mich für die nächsten Wochen im Hotel „Waldhaus Dolder“ in Zürich einquartiert.

Stilistisch verunglückte Sätze:

59: Seit dieser Zeit spielte sich ihr eheliches Leben an einem halb ausgetrockneten Flussbett ab, ohne jeglichen Versuch, das Meer zu erleben.

208: Die Botschafterin Pfeiffer meint, dass es hinsichtlich des geplanten Termins der Spitaleinlieferung des Patienten, mehrere Imponderabilien gebe …

94: Papa, ich werde, seitdem als ich die drei BKP-Leute in der Anwaltskanzlei zu Gesicht bekommen habe, das ungute Gefühl nicht los, dass die Bundespolizei nicht nur ermittelt sondern auch anderswie in Schornis Tod involviert ist.
→ Spricht so jemand im realen Leben?

Oder das hier:

40: Ich werde mit Dr. Wiederkehr Kontakt aufnehmen, damit er im Spital richtig kommuniziert. Deine Absenz darf auf keinen Fall irgendwelche Spekulationen auslösen.

Aber vielleicht tue ich unseren südlichen Nachbarn ja auch Unrecht und man drückt sich in der Schweiz tatsächlich so aus.

Daneben hat mich gestört, wie der Inhalt aufgezählt wird anstatt ihn lebendig zu beschreiben. Des Weiteren neigt Pierre Woog zu umständlichen Dialogen.

40f: „Lass mich überlegen“, denkt Schorni laut. „Ich werde … (gekürzt) …“ Aber Jäger setzt nach „Toni, du musst... (gekürzt) …“, „Ich höre, was du sagst, und erledige das“, lässt der Anwalt wieder mit forscher Stimme vernehmen. „Zuvor muss ich aber noch verifizieren, ob … (gekürzt) …“ Jäger bleibt nichts anderes übrig, als ihm zu danken und sich zu verabschieden.

Vielleicht sollte ich Pierre Woog gratulieren zu seinen variantenreichen Umschreibungen. Andererseits empfinde ich diese Vorgehensweise aber auch als umständlich. Mein Fall war diese Darstellungsmethode jedenfalls nicht.

Genug der Beispiele, von denen ich hoffe, dass beim Abschreiben kein weiterer Fehler entstanden ist. Zwar habe ich dieses Buch bis zum Ende durchgelesen, allzu oft ging aber die Lesefreude verloren. Und das ist schade, denn aus dem Thema hätte sicherlich ein spannender Thriller entstehen können.

ACHTUNG:
Ob bei der später erschienenen Taschenbuchausgabe wenigstens die Rechtschreib- und Grammatikfehler behoben wurden, kann ich nicht sagen, da mir nur die gebundene Version vorliegt.

Mein Fazit: Ein nicht ganz geglücktes Debüt. Für seinen nächsten Roman – und ich hoffe sehr, es gibt eine Fortsetzung – würde ich mir einen etwas anderen Erzählstil sowie einen besseren Korrekturleser wünschen. Also bitte, Herr Moog, seinen Sie nicht niedergeschlagen von meiner 2-Sterne-Bewertung, und bitte machen Sie weiter mit dem Schreiben. Ich bin sicher, Sie haben noch viele gute und spannende Ideen in petto, und ich würde aus Neugierde jederzeit ein weiteres Buch von Ihnen erwerben.


Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht
Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht
von Roger Crowley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte spannend erzählt, 20. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Besondere an diesem Buch: Roger Crowley beschreibt nicht nur die unmittelbaren Ereignisse des Jahres 1453, sondern holt weit aus, damit der Leser die Zusammenhänge versteht. Frühere Eroberungsversuche, theologische Differenzen mit Rom werden erklärt. Der Aufstieg der Osmanen wird beschrieben.

Technischer Fortschritt und Willensstärke. Hätte die Stadt auch ohne Innovationen besiegt werden können? Konstantinopel befand sich in einer schwierigen Lage. Die Ressourcen waren knapp. Die Spuren der Belagerung von 1422 waren nur bei der äußeren Mauer behoben worden. Des Weiteren waren nicht genug Männer da, um beide Mauern zu besetzen.

Bemerkenswert ist der Einfallsreichtum der Angreifer. Eine Sperrkette sicherte das Goldene Horn. Mehmets Heer musste einen weiten Umweg machen. Die Lösung: Mehmet ließ die Flotte über Land transportieren, damit sie hinter der Sperre wieder ins Wasser gelassen werden konnte. Eine hölzerne Bahn, mit Tierfett eingeriebene Rollen, Tragwiegen, um die Schiffe aus dem Wasser zu heben. Und ein Ablenkungsmanöver. Eine strategische Meisterleistung.

Und noch etwas ist interessant. Etwas, das man auch aus den geschichtlichen Ereignissen lernen kann: Verständnis für die Denkweise der anderen Seite, Einfühlungsvermögen. Das Festhalten an erprobten Taktiken brachte Konstantinopel kein Glück. Gemeint: die Drohung mit der Vereinigung der römisch-katholischen Kirche sowie die Drohung einen anderen osmanischen Thronanwärter zu unterstützen. Im Gegenteil: diese Strategie erwies sich als kontraproduktiv. Die völlige Fehleinschätzung von Mehmets Charakter und Zielen führte geradewegs in die Niederlage.

Ob es der Schlachtenlärm ist oder die Stimmung in der belagerten Stadt, Roger Crowley lässt vor den Augen des Lesers ein monumentales Gemälde entstehen. Kopfkino pur. Hoffnungen und Untergangsangst. Es ist leicht, sich in die Lage der Bevölkerung hineinzuversetzen, wenn das Geschehen so plastisch und ausdrucksvoll geschildert wird.

Gelegentliche Zitate ergänzen den Text. Zahlreiche Fussnoten verweisen auf das verwendete Quellenmaterial. In den Anmerkungen wird deutlich wie viel Arbeit in diesem Buch steckt. Ein Register und Karten bieten nützliche Unterstützung. Lediglich Farbbilder der noch bestehenden Befestigungsanlagen und Tore der Stadt fehlen.

Kurz: Man erhält viel Inhalt und Wissen. Da die Fakten und Hintergründe sehr anschaulich geschildert werden, gibt es von mir eine Empfehlung.

Falls sich jemand fragt, warum nur vier Sterne, wo mir das Buch doch so gut gefallen hat, so muss ich zugeben, dass mir die stetige Betonung der religiösen Komponente ein wenig missfallen hat. Zumal Crowley selber schreibt, dass das Osmanische Reich 1453 ein multikulturelles Gebilde war. Sein führender General ein Grieche, sein Admiral ein Bulgare, die Kerntruppen Slawen. Ein Kampf um den wahren Glauben? Es war doch wohl eher ein Machtkampf um die Herrschaft am Bosporus. Die Meerenge war eine Schwachstelle der Osmanen. Um unangefochten über zwei Kontinente zu herrschen, um jederzeit problemlos übersetzen zu können, benötigte Mehmet die Kontrolle über den Bosporus, und das undiplomatische Vorgehen Konstantinopels lieferte ihm einen hervorragenden Vorwand.


Tödlicher Ehrgeiz
Tödlicher Ehrgeiz
von Patrick Philippart
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Ein vielversprechender Anfang, 19. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tödlicher Ehrgeiz (Taschenbuch)
... doch dann wird es unübersichtlich. Die Ereignisse überschlagen sich. Eine Vielzahl von Figuren. Die Charakterisierungen sind aber immer oberflächlicher. Und das Ende ließ mich ratlos zurück. Wenn der Epilog nicht gewesen wäre, dann hätte ich nicht mehr gewusst wer was wann weswegen getan hat.

Zum Inhalt:
Der Pariser Journalist Dimitri Boizot - geschieden, zwei Kinder, die bei der Mutter leben - macht Urlaub in Batz-sur-Mer. Als im Nachbarhaus ein Einbrecher mitten in der Nacht erschossen wird, sieht er eine Möglichkeit die lokale Konkurrenz auszustechen. Das Ziel des Einbrechers war ein Pariser Abgeordneter: Lionel Perdiou. Ein einerseits sehr konservativer Politiker. Stets bereit sich für Familie und Kirche einzusetzen. Andererseits aber auch ein Nachtschwärmer und Dauergast in Pariser Schwulenclubs. Die Neugierde des Journalisten wird durch eine Ungereimtheit im zeitlichen Ablauf geweckt. Dimitri hatte den ersten Schuss um 1 Uhr 14 gehört, den zweiten kurz darauf. Perdiou behauptet aber, der Einbruch hätte später stattgefunden.

Die ersten Kapitel waren sehr angenehm zu lesen. Dimitri nutzt seine Chance und führt gleich am nächsten Tag ein Exklusivinterview mit Perdiou durch. Ausserdem gelingt ihm ein besonderer Coup. Noch vor der Polizei entdeckt er das Moped, das der Täter genutzt hat. Über das Verleihunternehmen findet er den Namen heraus. Eine gefälschte Identität, was Boizot prompt für seinen Zeitungsbeitrag ausnutzt: Wer ist dieser Mann wirklich? So lautet die Überschrift. Und tatsächlich hat ein Zeitungsleser eine Antwort auf die Frage. Marcel Orphelin, der vermeintliche Täter, war eine Kunstfigur. Erschaffen von vier Jugendlichen, wenn sie für ihre Eltern ein Alibi benötigt haben. Zwanzig Jahre ist das her. Das Beste: Zeitgleich mit dem Einbruch in Batz-sur-Mer wurde auch bei einem der vier Freunde eingebrochen und diesmal hatte der Einbrecher den Hausbesitzer getötet. Des Weiteren ähnelt das Bild auf dem gefälschten Ausweis einem anderen der vier Freunde. Seltsam dabei: dieser war im Vorjahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Jede Menge Ansatzpunkte für Dimitri Boizot.

Interviews hier, Recherchen dort. Der Journalist hat viel zu tun. Immer neue Figuren erscheinen. So nach und nach wird es unübersichtlich. Ausserdem wird unser Held verfolgt, überwacht, bei einem Attentatsversuch verletzt. Quasi nebenbei findet er im Laufe der Handlung eine Liebe. Sylvie, Schwester des oben erwähnten Autounfallopfers.

"Ich bin schon seit dem 17. Juni 1993 tot. Adieu!"

Völlig unerwartet und überhaupt nicht nachvollziehbar. Als sich der Abgeordnete Perdiou das Leben nimmt und diese Nachricht hinterlässt, habe ich angefangen mich zu fragen, was das alles soll. Ständig neue Spuren. Ständige Richtungswechsel. Das Mitraten hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Zu verwirrend die Hinweise, die Handlung. Im Epilog werden die Vorgänge zwar schlüssig erklärt, besser hätte ich es aber gefunden, wenn die Ereignisse vorher schon nachvollziehbar geschildert worden wären.

Ein Buch wird nicht zum Thriller, weil es auf der Vorderseite steht.
Ein Buch wird auch nicht zum Thriller, weil möglichst viele Menschen auf unterschiedliche Art und Weise in Gefahr geraten oder sterben.
Und ein Buch wird ausserdem nicht zum Thriller, wenn es möglichst viele unterschiedliche Täter gibt.

Und darum geht es hier letztlich: Wie aus höchst normalen Mitmenschen Verbrecher werden. Eine Sekretärin, die - um sich selbst abzusichern - darüber grübelt, wie sie heimlich gesammelte Unterlagen verwerten kann. Eine andere Sekretärin, die eine riesengroße Chance sieht, als sie andere Unterlagen sichtet. Ein Freund, der einen anderen verrät. Eine Ehefrau, die plötzlich vor nichts mehr zurückschreckt. Und das sind noch nicht einmal alle Übeltäter. Wird man wirklich so leicht zum Verbrecher, wie Patrick Philippart es erzählt? Entführung, Tötung - alles so einfach? Wie gesagt: Eine Aneinanderreihung von Verbrechen macht noch lange keinen spannenden Thriller.

Kurz:
Kein völliger Fehlkauf, aber auch kein Glücksgriff. Die ersten 70 - 80 Seiten haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich sie eher als Krimi und nicht als Thriller bezeichnet hätte. Danach aber hat mich der Lesespaß verlassen. Gegen Ende hin habe ich nur noch den Kopf geschüttelt. Nur dank des Epilogs habe ich die Zusammenhänge durchschaut.

Bedingt empfehlenswert.
Einen zweiten Band der Serie würde ich wohl erst kaufen, wenn es mehrere positive Rezensionen gibt.


In einem anderen Leben: Roman
In einem anderen Leben: Roman
von Linus Reichlin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Anfang, der neugierig macht, ..., 17. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... und ein Abschluss, der versöhnlich stimmt. Dazwischen habe ich aber immer wieder mit dem Kopf geschüttelt. Dieser Luis Maiwald, der Ich-Erzähler der Geschichte, ist kein strahlender Held, sondern ein Mann, der mir mit zunehmender Lesedauer immer unsympathischer wurde. Erst gegen Ende hin hat er wieder Pluspunkte gesammelt. Ursache für meine Abneigung war sein Verhalten, insbesondere gegenüber seinen Frauen.

SPOILERWARNUNG - ACHTUNG - Wer nicht zu viel vom Inhalt wissen will, sollte meinen Beitrag besser überspringen.

Zunächst hatte ich noch Mitleid mit ihm. Luis wächst als Einzelkind bei Eltern auf, die sich zwar zu Beginn der Ehe lieben, später aber eben auch regelmäßig streiten und oft, sehr oft zu viel trinken. Als die Mutter nach einem Autounfall zum Pflegefall wird, stürzt der Vater ' ein Zahnarzt ' vollends ab. Schulden. Um der Mutter eine Freude zu machen, kopiert Luis ein Gemälde, das der Vater zur Geldbeschaffung verkaufen muss. Später wird der Vater auch die Kopie veräussern. Luis lässt beim zweiten Mal die Mutter aber allein und vereist mit seiner Freundin. Er wird die Mutter nicht mehr besuchen. Zieht statt dessen zur Freundin. Studiert. So wie er die Mutter verlassen hat, so wird er es auch bei eben dieser Freundin tun und bei der nächsten sowie der übernächsten. Im Ernst, was soll das? Den Vater der nächsten Freundin überreden, dass dieser den Flug nach Australien zahlt, und gleichzeitig der Noch-Freundin erzählen, dass man endlich die Mutter besucht. Dumm nur, wenn diese ausgerechnet dann stirbt.

Lügen, Verrat und Heimlichkeiten. Immer wieder. Ach, Luis! Die Wende kommt in Berlin, wo er mit Nora lebt. Eines Tages begegnet ihm das Gemälde wieder, das er einst kopiert hat. Original oder Luis'sche Version? Wie sich später herausstellt, ist die Fälschung zwischenzeitlich aufgeflogen. Da der letzte Käufer sich dessen aber bewusst war, und vor allem an der Geschichte des Fälschers interessiert ist, bleibt es für Luis ohne juristische Folgen. Auf der persönlichen Seite hingegen wirkt sich der plötzliche Wahrheitsausbruch positiv aus. So scheint es zumindest mir. Die Schlusssequenz vermittelt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Oder liegt es doch daran, dass sich Luis an die eigene Kindheit, das Verhalten seines Vaters, erinnert? Wie auch immer. Hauptsache Hoffnung und eine Wende zu einem anderen Verhalten.

Was bedingt unser Handeln?
Wodurch werden wir geprägt?
Wie gelingt eine Verhaltensänderung?
Ist es das Leben, das uns in Bedrängnis bringt, oder sind wir selber die Verursacher?

Die Fragen, die sich im Laufe des Lesens stellen, sind durchaus interessant. Mit dem Protagonisten Luis Maiwald konnte ich mich jedoch nicht identifizieren. Vielleicht fehlt mir aber auch nur das Verständnis für eine männliche Psyche.

Dies war mein erstes Buch von Linus Reichlin. Vielleicht hätte ich besser ein anderes von ihm ausgesucht. Mal schauen, vielleicht wage ich noch einen zweiten Versuch.


Testament: Thriller
Testament: Thriller
von Christopher Galt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant! Unglaublich kreativ!, 8. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Testament: Thriller (Taschenbuch)
Und ausserdem auch noch spannend. Ja, es ist richtig, was ein anderer Rezensent schreibt, es wimmelt hier wirklich von psychologischen und physikalischen Begriffen. Mich hat das aber nicht gestört. Ich bin mir auch nicht sicher wie viel davon frei erfunden ist und von der Fantasie des Autors zeugt. Ähnlich wie der geschichtliche Hintergrund. Quartettfrieden in Nahost. Israel, Palästina und der Libanon bewerben sich um die Aufnahme in die EU. Huch? Wie bitte?

Genau das ist nämlich das Besondere an dieser Geschichte. Vordergründig meint man die Welt im Hier und Jetzt wiederzuerkennen. So nach und nach kommt man jedoch ins Staunen.

Das Zeitalter der Visionen.

Protagonist ist John Macbeth. Seines Zeichens Psychiater, gebürtiger Amerikaner, der jetzt in Kopenhagen bei dem sogenannten Projekt Eins, einer Computersimulation des Gehirns, mitarbeitet. Seine Aufgabe ist die Programmierung von Krankheiten, um dann die Veränderung der Neuralaktivität zu beobachten. In Boston ist er, um die Zusammenarbeit mit dem dortigen Partner zu koordinieren. Während seines Aufenthaltes wird er Zeuge von unerklärlichen Phänomenen. Ein Phantomerdbeben, bei dem tatsächlich Menschen sterben und verwundet werden. Zeitschleifen. Deja-Vue-Ereignisse. Ein Derealisationsanfall. Depersonalisierung, etwas woran Macbeth eigentlich schon sein ganzes Leben leidet. Was geht vor sich? Attentate auf Forscher und und und. Es ist wirklich eine phantastische Geschichte. Etwas Einzigartiges. Eine Täuschung der Sinne.

Arthur C. Clarkes Drittes Gesetz:
Jede ausreichend weit fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.
(275)

Und diese Geschichte ist pure Magie. Simulisten, welche die Wissenschaft zu ihrer Religion gemacht haben. Menschen, die zu Göttern ihrer eigenen Realität werden.

Was ist wahr?
Was ist die Realität?
Was ist UNSERE Realität?
Unweigerlich kommt man bei dieser Geschichte ins Grübeln.

Christopher Galt spielt mit der uns bekannten Welt. Der Schluss ist mind-boggling. Unerwartet. Verblüffend. Kurz: genial.

Dass sich dieses Buch so gut liest, liegt sicherlich auch an der Erfahrung des Autors. Hinter dem Pseudonym Christopher Galt steckt nämlich kein anderer als der weltbekannte Krimi-Autor Craig Russell, dessen Jan-Fabel-Thriller (Tatort Hamburg) in 23 Sprachen übersetzt wurden. Für seine bisherige Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten.

'Macbeth, der Psychiater, wusste, dass das Geschichten erzählen und psychische Störungen aus demselben Samen wuchsen: Viele Autoren litten an nicht pathologischen schizoiden Störungen. Je größer deren Ausmaß, desto mehr neigten sie zu magischem Denken und desto kreativer wurden ihre Werke.' (33)

Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber eines weiß ich, hier in TESTAMENT ist alles vorhanden, was eine gute Geschichte auszeichnet. Ganz klare Höchstbewertung!


Die vergessenen Kinder: Kriminalroman
Die vergessenen Kinder: Kriminalroman
von Dolores Redondo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ewige Kampf gegen die Mächte des Bösen, 7. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spannung kombiniert mit etwas Mystik. Das hat mich doch gleich an die Charlie Parker-Serie von John Connolly erinnert.

Inspectora Amaia Salazar, Leiterin der Mordkommission im nordspanischen Pamplona. Verheiratet. Mutter eines gerade geborenen Jungen. Vater tot. Die Mutter besessen, in einer Heilanstalt untergebracht. Zwei Schwestern. Eine Tante.

Es ist eben diese Tante, die ihr erklärt: 'Ich wusste schon immer, dass du anders bist. Die Begegnung mit dem Tod prägt alle Menschen, aber jeden anders. Der eine wird zu einem Schatten seiner selbst, dem anderen ' und zu denen zählst du ' verleiht es ungeheuerliche Kräfte und ein außergewöhnliches Urteilsvermögen' (211) Und in der Tat, Amaia ist etwas Besonderes. In ihren Träumen sieht sie die Toten, hört was sie sagen. Der Wächter des Waldes beschützt sie und hilft ihr. Die Herrinnen des Gewitters stehen ihr bei. In der Kindheit das Mädchen mit dem Blick einer Kriegerin. Als Erwachsene zum Kampf mit dem Bösen bereit. Die Fälle mit denen sie konfrontiert wird sind ungewöhnlich.

Da sind zum einen Parallelen von vergangenen Todesfällen, die ihr auffallen. Alle abgeschlossen, da die Täter sich jeweils selbst getötet haben. Die Gemeinsamkeit: den weiblichen Opfern fehlt ein Unterarm. Fachmännisch amputiert auf Höhe des Ellenbogens. Und jeder der Täter hat das Wort Tarttalo an die Wand geschrieben. Tarttalo, eine mystische Figur. Gibt es einen Zusammenhang zu den Knochenfunden in einer Höhle in Amaias Heimat? Gibt es ausser den offiziellen Tätern noch jemanden, der in die Morde verwickelt ist?

Daneben ermittelt Amaia Salazar in Fällen von Kirchenschändungen. Dabei wurden Kinderknochen verwendet, deren DNA auf eine Verwandtschaft mit der Inspektorin hinweist. Bei den zuletzt gefundenen Knochen beträgt die Übereinstimmung gar 100%. Aber wie kann das sein? Der Inspektorin fehlt kein Unterarm.

Der Schlüssel für die Lösung liegt in der Vergangenheit von Amaia Salazar. Rückblicke zur Zeit ihrer Geburt. Hexenkult, tote Kinderseelen, einst ausgestoßene Bevölkerungsgruppen. Ein FBI-Agent, mit dem die Inspektorin telepathisch kommuniziert. Ein Richter, der in sie verliebt ist, und ihr zur Seite steht, obwohl sie ihn mit Hinweisen auf ihren Ehemann immer wieder abweist. Dolores Redondo holt weit aus und treibt die Handlung auf mehreren Ebenen voran. Das ist unglaublich spannend gemacht, so dass mich auch diese oder jene Nachlässigkeit nicht gestört hat. Mehr dazu weiter unten.

Vor allem aber ist der Show-down im Gewittersturm brillant in Szene gesetzt. Die aktuellen Fälle werden schlüssig aufgeklärt. Einen kleinen Cliffhanger gibt es dennoch, schließlich geht die Serie weiter. Alles in allem eine überaus spannende Handlung. Das Privatleben der Inspectora spielt eine wichtige Rolle. Mystische Elemente sind ebenso wesentlich. Auf jeden Fall eine Serie, die ich weiterverfolgen werde.

== == == == == ==
Beispiele für die Nachlässigkeiten, die sich in den Text eingeschlichen haben:

320: 'Ich dachte, Sie wollten mit mir über den Fall sprechen', sagte sich schließlich.
534: Der Mann mit Brille und Spitzpart war eindeutig...
571: ' eine Unstimmigkeit namens Johana Marquez. Du hast es mit seinem Vater probiert ...-> seinem? Johanas Vater?

Auch logische Fehler:
486: 'Das gilt auch für Medina: Selbstmord in der Zelle, Tarttalo an der Wand', sagte Padua. ' sogar in der Produktbeschreibung wird Medinas Tod richtig beschrieben. Selbstmord auf der Herrentoilette des Gerichts, nicht in der Zelle.

Zu einem Punkteabzug hat dies deswegen bei mir nicht geführt, weil mir die Geschichte so ausgesprochen gut gefallen hat. Dennoch würde ich mich mir wünschen, dass beim nächsten Band aufmerksamer Korrektur gelesen wird.


Der Rosenmaler. Der Roman des Pierre- Joseph Redoute
Der Rosenmaler. Der Roman des Pierre- Joseph Redoute
von Antonia Ridge
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Biografie des Blumenmalers Pierre-Joseph Redouté (1759-1840), 3. Mai 2015
Pierre-Joseph Redouté aus einer flämischen Malerfamilie. Mit dreizehn Jahren verlässt er seine Heimatstadt St. Hubertus, um auf Wanderschaft zu gehen. Ein Porträt hier, eine biblische Szene dort, schon bald hat er einen guten Ruf als Allroundmaler. Er hilft bei der Ausgestaltung des Chateau von Carlsbourg und nimmt Unterricht bei der Malerfamilie Cockler in Liège. Als sein Bruder Antoine-Ferdinand bei ihm anfragt, ob er mit ihm in Paris bei der Ausgestaltung des neuen Theaters zusammenarbeiten will, sagt Pierre-Joseph zu. Zehn Jahre war er auf Wanderschaft gewesen.

In Paris geht Pierre-Joseph so oft wie möglich in den Jardin du Roi, um Blumen zu malen. Diese sind seine wahre Leidenschaft. Nicht Porträts oder andere Szenen. Eines Tages wird er dort von einem Botaniker angesprochen, der ihm Arbeit anbietet. Charles Louis L'Heritier de Brutelle. Es wird der Beginn einer großen Karriere als Blumenmaler.

Pierre-Joseph wird Hofmaler der Königin Marie-Antoinette und er malt für Josephine (Napoleons erste Gemahlin) die Blumen von Malmaison. Deren Nachfolgerin, der Kaiserin Marie-Luise, gibt er ebenso Malunterricht wie den Töchtern der späteren Königin Marie-Amélie. Regenten kommen und gehen, Pierre-Joseph malt Blumen. Während der ganzen Revolution geht er seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Dass damals der Terror in Paris umging, wird zwar erwähnt, auf das Leben des Malers wirkt es sich jedoch nur am Rande aus.

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt eindeutig auf der Arbeit von Pierre-Joseph Redouté. Daneben wird sein Familienleben (verheiratet, zwei Töchter, von denen eine jung stirbt) angesprochen sowie die Tätigkeiten der Brüder. Henri-Joseph war zB Mitglied in Napoleons Kommission in Ägypten.

Das alles wird brav beschrieben. Besondere Höhepunkte oder dramatische Verstrickungen gibt es jedoch nicht. Rosen, Lilien, Sukkulenten ... Pierre-Joseph malt und malt. Das Geschehen plätschert so vor sich hin. Pierre-Joseph mag es gelungen sein, sich und seine Familie aus den Wirren der Revolution herauszuhalten, dadurch fehlen aber auch spannungsreiche Momente. Alles in allem war es für mich ein durchschnittliches Leseerlebnis. Deswegen eine Bewertung mit drei Sternen.


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