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½
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Öl-Eiweiß-Kost - Das wissenschaftlich fundierte Kochbuch der weltbekannten Krebsforscherin
Öl-Eiweiß-Kost - Das wissenschaftlich fundierte Kochbuch der weltbekannten Krebsforscherin
von Johanna Budwig
  Broschiert

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sicherlich viele gute, gesunde Vorschläge, aber das eine oder andere würde ich in Frage stellen., 1. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorab: Frau Dr. Budwig bezeichnet ihre Rezepte zwar immer wieder als Krankenkost und gibt im hinteren Teil sogar ein- oder zweimal Hinweise für wen dies oder das besonders geeignet ist, dennoch glaube ich, dass man vieles auch in die alltägliche Ernährung übernehmen kann. Insbesondere die Frühstücksvariationen ihres Müslis oder die Dessertvorschläge sind meiner Meinung nach auch hervorragend für Kinder geeignet.

Dass dieses Kochbuch - und es ist vor allem ein Kochbuch, da die Erläuterungen zu den Grundlagen minimal sind - also, dass dieses Kochbuch schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, merkt man relativ schnell. "Bei aller Bereicherung durch 'Rezepte' bleibt wesentlich, dass die Hausfrau es versteht, bei der Zubereitung ..." (53) oder "Die Erfahrung hat gezeigt, dass sehr viele Hausfrauen keinen Geschmack an die einfachsten Gerichte bekommen, wenn man Fleisch, die üblichen Würstchen oder Speck ausschaltet." (90) Dazu dann noch Begriffe wie Muttersaft oder Geschmackskorrigentien, und der Eindruck eines doch etwas altertümlichen Textes überwiegt. Das ist ein wenig schade, denn Frau Dr. Budwig hat die Rezepte sicherlich mit sehr viel Liebe und Erfahrung zusammengestellt.

Schaut man auf das Impressum im Buchinneren findet man im unteren Bereich die Information, um welche Auflage es sich handelt. Basis meines Buches ist die erste überarbeitete Neuauflage vom Dezember 2000, was vermuten lässt, dass der eigentliche Ursprungstext noch älter ist. Dass Bücher über Jahre und Jahrzehnte unverändert publiziert werden, ist an sich durchaus in Ordnung. Man denke nur an Klassiker der Literatur, die nach wie vor in Schulen Teil des Lehrplans sind. Gerade bei einem Buch wie dem vorliegenden, das sich der Krankenkost widmet, wäre aber meiner Meinung nach eine laufende - und nicht nur sporadische Überarbeitung durchaus sinnvoll. Allein schon deswegen, weil es immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Als Beispiele finden Sie weiter unten ausführlichere Erläuterungen zu den Themen -->> Leinöl und -->> Shoyu.
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Aber erst einmal Grundsätzliches zum Aufbau und Inhalt:

Nach einer relativ kurzen Einführung von Frau Dr. Budwigs Philosophie und den Kernstücken ihrer Ernährungstheorie (Oleolux-Rezept, Müsli-Rezept, Quark-Leinöl-Creme) beginnen ab Seite 19 die Rezepte. Im ersten Teil geht es um Anwendungsmöglichkeiten der Quark-Leinöl-Mischung als Frühstück, Brotaufstrich, Beilage. Bereits hier zeigt sich, dass Frau Dr. Budwig gerne unterschiedliche Variationen ein und derselben Sache anbietet. Das finde ich positiv, da man so schnell lernt, wie man selber improvisieren und experimentieren kann.

Es folgen zahlreiche Salate, die durch unterschiedliche Quark-Leinöl-Dressings oder Mayonnaisen bereichert werden. Teilweise kommen auch alternative Ideen zum Einsatz: zB bei einem pikantem Tomatensalat indischer Art, wo das Dressing aus Kokosmilch besteht. Schnell und einfach in der Herstellung und interessant im Geschmack. Nicht alles konnte mich jedoch überzeugen; zB der Zwiebelsalat mit Bohnen war nicht meins. Da nehme ich lieber weniger Zwiebeln und mehr Bohnen und drehe die Bezeichnung in Bohnensalat mit Zwiebeln um.

Die warmen Gerichte beinhalten insbesondere Buchweizen, Reis und Hirse, teilweise Kartoffeln. Zum Fetten wird eine spezielle, eigen erstellte Kokosöl-Leinöl-Masse verwendet. Gemüse werden in Wasser gekocht bzw. mittels Dampfeinsatz gegart. Die Kokosöl-Leinöl-Masse bzw. eine Mayonnaise wird erst danach hinzugefügt. Dass es keine Fleischgerichte gibt, war zu erwarten aufgrund der Einleitung. Etwas verwundert war ich, dass auch kein Fisch aufgeführt war.

Abgeschlossen wird der Rezeptteil mit den Desserts, Eis, Beilagen & Saucen sowie Menü-Vorschlägen. Interessant bei den Desserts: Lange vor irgendwelchen experimentellen Küchen hat Frau Dr. Budwig Agar-Agar zum Gelieren von Fruchtsäften verwendet. Relativ einfach und umkompliziert in der Anwendung, kann man so farbenfrohe und gesunde Desserts zaubern.

Der Aufbau der Rezepte ist übersichtlich. In der Regel sind diese eine Seite lang, ohne Bilder. Oben die Zutaten, unten die Beschreibung. Gut verständlich. Nichts allzu Kompliziertes. Insgesamt durchaus alltagstauglich.
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Verbesserungsfähig - Beispiele:

-->> Ist es wirklich ratsam Leinöl zu erhitzen? Immer wieder soll man im Bereich der warmen Gerichte die Kokosöl-Leinöl-Mischung (Fachausdruck im Buch: Oleolux) erhitzen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dies gesund ist, da es sich bei Leinöl um ein mehrfach ungesättigtes Öl handelt. Ein Bestandteil ist unter anderem die Alpha-Linolensäure (18 Kohlenstoffatome, 3 Doppelbindungen). Kohlenstoff-Doppelbindungen sind anfällig für Oxidierung und die Entstehung von Freien Radikalen (vgl. Bruce Fifes Buch über Kokosöl). Warum sollte man also ein Risiko durch Erhitzen eingehen, wenn man mit Kokosöl ein gesättigtes Öl zur Verfügung hat? Gesättigte Fette bleiben stabil. Keine Oxidation. Keine Freien Radikale. Und bitte verstehen Sie mich hier nicht falsch, es geht mir nur um's Erhitzen.

-->> Shoyu: Diese Sojasauce taucht immer wieder in den Rezepten von Frau Dr. Budwig auf. Man unterscheidet bei Sojasaucen zwei Arten: Tamari und Shoyu. Während bei Tamari nur Sojabohnen und Meersalz fermentieren, wird bei Shoyu noch Weizen hinzugefügt, so dass das Aroma etwas milder ist. Wichtiger als die Unterscheidung zwischen Tamari und Soja finde ich jedoch die Herstellungsmethode und ich denke Frau Dr. Budwig wäre da ganz meiner Meinung, siehe auch S. 14, wo sie betont, wieviel Wert sie auf die Zubereitungsweise von zugekauften Nahrungsmitteln legt. Traditionelle Fermentationsprozesse der Sojasaucen dauern aber lange, manchmal sehr lange, so dass die Hersteller für die Massenproduktion längst andere - schnellere - Wege entdeckt haben. Bei der Säurehydrolyse-Methode wird anstelle von Sojabohnen Sojamehl verwendet, evtl. ergänzt um künstliche Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Farbstoffe. Ob das noch gesund ist?
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Mein Fazit:
Möglicherweise klingt meine Rezi jetzt negativer, als ursprünglich von mir angedacht. Andererseits gibt es aber vielleicht auch viele Leser und Leserinnen, die alles gutgläubig übernehmen und nicht in Frage stellen. Kritisches Mit- und Nachdenken ist meiner Meinung nach immer sinnvoll. Ausserdem sollte man gerade bei ernsthaften Krankheiten vor einer Umstellung der Ernährung weiteren sachkundigen Rat, zB bei seinem Arzt oder einer Ernährungsberatung, einholen.
Was die Rezepte selbst betrifft, so fand ich die meisten, welche ich ausprobiert habe, schmackhaft. Bei allen warmen Speisen kommt bei mir jedoch in Abwandlung der Budwig'schen Rezepte ausschließlich Kokosöl ohne Leinöl (also kein Oleolux) zum Einsatz.


Dog Prints: A Book of Postcards
Dog Prints: A Book of Postcards
von Ruth Silverman
  Karten

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 22 unterschiedliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Hunden, 1. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dog Prints: A Book of Postcards (Karten)
Und am besten gefällt mir eine Welpe, eingerollt zwischen eng aneinander liegenden, schlafenden russischen Soldaten. Ein friedvoller Anblick aus unruhigen Zeiten. Entstanden ist das Bild im Jahr 1945. Fotografiert von Georgi Lipskerov.

Beispiele für andere Motive:
* Dovanna und Albert, von Robert Mapplethorpe, New York, 1983 (eine fast ätherische Aufnahme)
* Man and his Dog, von Robin Schwartz, Brooklyn, New York, 1983 (ein älterer Herr und sein Vierbeiner, durch ein Fensterglas fotografiert, möglicherweise ein Café, im Glas sieht man die Spiegelung von der gegenüberliegenden Strassenseite)
* Titellos, von Mike Hara, San Francisco, 1972 (am Ufer, eine Parkbank, zwei Menschen, die auf die Bay schauen und ein Militärschiff begutachten, ein Hund, an der Parkbank angeleint, der den Fotografen fokussiert)
* Amish girl and my dog Banjo, von Susie Fitzhugh, Garrett County, Maryland, 1984 (eine Wiese, ein Baum, dahinter ein Feld, Wäsche auf der Leine und ein kleines Mädchen, kaum größer als der Hund, welches diesen streichelt)
* Anna Pavlova with her dog, von Madame d'Ora, Paris, 1926
* The Concierge's dog, von André Kertész, Paris, 1926 (ein Hund, der sich mit den Vorderpfoten über ein Balkongeländer abstützt und die Umgebung betrachtet)
* Playing at the Beach, von Don Hong Oai, Guangdong, China, 1984 (zwei spielende Hunde am Strand, Wellen, die gegen die Klippen schlagen) -->> noch eine tolle Aufnahme!
* La femme et le chien, von Camille Puyo, France, c.1900 (nicht ganz jugendfrei, ein junges Mädchen, das ihren Vierbeiner mit Leckerli füttert)

... und und und ... Sie merken sicher, dass es sich um höchst unterschiedliche Aufnahmen aus unterschiedlichen Zeiten und Gegenden von unterschiedlichen Fotografen handelt. Gemeinsames Element sind lediglich die Vierbeiner und die Tatsache, dass es sich ausschließlich um Schwarz-Weiß-Aufnahmen handelt.

Formales:
+ 22 Karten (so ich mich nicht verzählt habe).
+ Grösse der Postkarten ca. 16,2 x 12 cm.
+ Postkartenkarton könnte stärker sein, bislang habe ich aber noch keine Klagen gehört über den Zustand, in dem die Karten angekommen sind.
+ Druckqualität ist in Ordnung.
+ An der linken Seite perforiert, damit man die Karte entnehmen kann.
+ Keine Adresslinien auf Adress-Seite.
+ Name des jeweiligen Fotografen, Motiv, Ort und Jahr der Aufnahme werden angegeben. Um was für eine Rasse es sich handelt, wird jedoch nicht erwähnt.

Mein Fazit:
Nicht alle Motive gefallen mir so ausserordentlich gut wie die Welpe zwischen den russischen Soldaten. Manche sind einfach nur ok. Ein paar wenige werde ich wohl gar nicht versenden. Schade ist, dass die Karten nicht eingeklebt sind, und Perforationsspuren auf einer Seite sichtbar sind. Das ist dann auch der Grund für den Punkteabzug. Kaufen werde ich das Postkartenbuch dennoch immer wieder. Schlicht und einfach, weil ich lieber Karten mit Schwarz-Weiß-Motiven erhalte und versende als solche mit farbigen Hundebildern.


Frohe Weihnachten: Stilvolle Karten aus Papier und mehr
Frohe Weihnachten: Stilvolle Karten aus Papier und mehr
von Ingrid Schiller
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pop-Up-Karten, 3D-Effekte, Lichterkarten mit Transparentpapier und mehr., 25. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Insgesant werden 13 unterschiedliche Themen beschrieben, jeweils mit zwei oder mehr Bastelideen. Vor allem Grusskarten, aber auch Schachteln und Anhänger.

Vorab muss ich jedoch gestehen, dass ich nur drei der hier vorgeschlagenen Karten nachgearbeitet habe. Die anderen haben mich nicht so sehr angesprochen, obgleich sie durchaus geschmackvoll und harmonisch im Farbaufbau sind. Tatsächlich bevorzuge ich aber eher farbenfrohe, bunte und vor allem verspieltere Motive, so wie man sie in Weihnachtliche Papier-Minis von Christiane Steffan findet. Die dortigen Projekte dienen zwar hauptsächlich der Dekoration, man kann die Vorlagen aber auch für Grusskarten verwenden.

Die Formalitäten:
+ Bastel-Grundlagen werden beschrieben.
+ Es folgen die Projekte, jeweils auf einer Doppelseite. Das Material ist in einer separaten Spalte angegeben. Das Endprodukt ist farbig auf einer der beiden Seiten zu sehen.
+ Die Arbeitsschritte sind übersichtlich gegliedert und gut verständlich. Ich hatte zumindest bei den Karten, die ich nachgearbeitet habe, keine Probleme.
+ Die Vorlagen sind auf einem herausnehmbaren Bogen und müssen nicht vergrößert werden (Pluspunkt!).

Verbesserungsfähig:
- Leider gibt es keine ins Heft integrierte Aufbewahrungstasche für den Vorlagenbogen, so dass man aufpassen muss, dass er nicht herausfällt und möglicherweise bis zum nächsten Fest nicht mehr auffindbar ist. Hier besteht defninitv Verbesserungspotential. Im Frech-Verlag hat man dies bei o.g. Buch sehr viel besser gelöst.
- Ausserdem wäre es toll, wenn es in solchen Grusskarten-Bastelheften auch Vorlagen für Briefumschläge für alle im Buch vorgestellten Kartengrößen gäbe. Das ist allerdings etwas, das ich auch bei anderen ähnlichen Bastelheften vermisse.

Materialien:
Die meisten Materialien sind einfach beschaffbar: Tonpapier, Tonkarton, transparentes Papier, Bänder, Kleber, Stifte, etc. Immer wieder kommen aber auch Embossing-Stempel zum Einsatz. Wer diese nicht hat, nimmt einfach einen normalen Stempel oder schreibt die Worte zB mit einem Goldstift. Ösen sind da schon schwieriger zu ersetzen, wenn man keine Ösenzange hat. Ich nutze als Alternative immer einen normalen Locher (für Akten).

Die jeweiligen Projekte:
(1) Es schneit!: Ein stilisierter Tannenbaum schmückt die zwei hier vorgestellten Karten. Einmal eine Lichterkarte, einmal eine rote Karte.
(2) Merry Christmas: Nikolausmützen und typisch amerikanische Zuckerstangen in Rot, Grün und Weiß.
(3) Im Tannenwald: siehe Cover des Bastelheftes. Eine Karte und eine Schachtel.
(4) Klassisch & raffiniert: Dem kann ich voll und ganz zustimmen! Eine Sternkarte und eine Baumkarte. Geometrische Formen mit modernem Touch. Das Besondere: eine für mich neue 3-D-Idee.
(5) Auf Engelsflügeln: Eine Schachtel und eine Karte. Ganz in Weiß-Gold gehalten mit stilisierten Flügeln und Pop-Up-Effekt.
(6) Goldene Sterne: Eine Pop-Up-Karte und ein Päckchenanhänger mit - wer hätte es gedacht ;-) - Goldenen Sternen.
(7) Hirschköpfe: Einmal in Blau-rot und einmal in Braun.
(8) Himmlischer Besuch: Weihnachtsmann und Engel als Pop-Up-Figuren. Ganz schlicht in Weiß-Gold und Rot-Gold und doch mit dem besonderen Etwas. Hat mir so gut gefallen, dass ich beide Karten mehrfach nachgearbeitet habe.
(9) Schneekristalle: Eine Lichterkarte und eine weitere Karte mit sechs Quadraten, auf denen die Schneekristalle zu sehen sind.
(10) Pop-Up-Karten: Rentiere, die sich küssen und ein Pfefferkuchenmann.
(11) Sternenglitzern: Zwei Karten mit Transparentpapier und Sternen. Alles in Weiß-Silber-Grau.
(12) Blaue Stunde: Zwei moderne Kartenideen in Silber-Hellblau-Mittelblau. Eine mit stilisiertem Engel, die andere mit Stern. Ganz nett die Idee einen Draht bzw. ein Band mit Sternen zu verzieren und damit die Karte zu schmücken.
(13) Bunt & lustig: Brombeer, Rosa, Blau und Grün kommen hier neben Weiß zum Einsatz. Aber auch hier stilisierte Formen.


Weihnachtliche Papier-Minis: Hübsche Dekorationen aus Tonpapier
Weihnachtliche Papier-Minis: Hübsche Dekorationen aus Tonpapier
von Christiane Steffan
  Broschiert
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele gute Bastelideen, 23. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
16 unterschiedliche Themen, teilweise mit mehreren Bestandteilen. Des Weiteren kann man die jeweiligen Vorlagen natürlich auch für Grusskarten verwenden oder aber man nutzt eine andere Idee zum Aufstellen, Hängen, Befestigen. Kurz: Ein Bastelheft mit Mehrwert.

Die Formalien:
+ Meistens auf einer Doppelseite vorgestellt. Eine Seite mit dem fertigen Gegenstand. Eine Seite mit den Erläuterungen. In zwei Fällen sind Bild und Beschreibung auf einer Seite untergebracht.
+ Übersichtliche Erklärungen.
+ In der Mitte die heraustrennbaren Vorlagebögen, die - soweit ich bislang feststellen konnte - nicht vergrößert werden müssen. Das ist meiner Meinung nach ein Riesenpluspunkt.
+ Zwei ins Heft integrierte Plastiktaschen für die herausgelösten Vorlagebögen. Auch das ein Riesenpluspunkt, da diese so nicht verloren gehen können.
+ Grundlagen wie das Übertragen von Vorlagen oder das Prickeln von Mustern werden separat erklärt. Tipps für Alternativen inklusive, wer zB keine Prickelnadel hat, kann auch eine Nähnadel verwenden.
+ Vorstellung der notwendigen Materialen und Werkzeuge. Auch hier mit Alternativen, wer zB keine Lochzange besitzt, kann eine Zirkelspitze nehmen. Grundsätzlich sind es relativ normale Dinge, wie zB Bleistifte, Schere & Co., die in den meisten Haushalten vorhanden sein dürften oder die einfach beschaffbar sind.

Zu den einzelnen Projekten:
(1) Fröhlicher Empfang: Ein Türschild, das mit Figuren verziert, durch unterschiedliche Schrifttypen ein Frohes Fest wünscht.
(2) Echte Glückszahlen: Zahlen für einen Adventskalender. Dosen, Säckchen oder andere Behälter benötigt man aber noch zusätzlich.
(3) Nikolaus und Rauschgoldengel: Verschiedene Figuren, die man zB auf Karten kleben kann.
(4) Sternstunden: Ausnahmsweise nicht kunterbunt, sondern in schlicht und eher elegant. Ein Geschenkanhänger, ein großer Stern, ein Geldgeschenk, ein weißer Stern. Kann man auf Karten kleben oder auf Geschenkverpackungen oder .... (nach Belieben ergänzen).
(5) Was ziehen wir heute an?: Rentier und Weihnachtsmann als Deko-Objekt.
(6) Im weißen Winterwald: Eine zauberhafte Fensterdekoration. Schneeweiße Bäume und Tannen und dazwischen unterschiedliche Tiere. Ein Eichhörnchen, ein Vogel, ein Uhu, ein Hase und mehr.
(7) God Jul: Dominierend die Farben Weiß, Rot und Grün. Eine Pop-Up-Karte, die auch auf dem Cover dieses Buches zu sehen ist, ein Windlicht und mehr.
(8) Fünf im Topf: Vier Figuren und ein Kopf, die man auf Schaschlikstäben (Stricknadeln wären eine Alternative ;-) in Töpfe stecken kann.
(9) Winterwimpel: Als Fenster- oder Wandschmuck.
(10) Santa is coming: Der Weihnachtsmann auf einem mit Geschenken wohlgefüllten Schlitten und vorneweg ein Renntier.
(11) Bonbonbuntes Spielzeug: 9 verschiedene Figuren zum Aufhängen.
(12) Süsse Frostys: Zauberhafte Pinguine und Eisbären in einer Winterlandschaft.
(13) Lecker, lecker, lecker!: Kulinarische Papierideen. Serviettentasche, Windlicht und mehr.
(14) Himmlische Schwestern: Engel, die auf Wolken schwebend Musik machen.
(15) Stille Nacht: Eine Weihnachtskrippe, bei der man die Figuren mit kleinen Kartonkeilen aufstellen kann.
(16) Prost Neujahr!: Ob Schornsteinfegerkarte oder Glücksschwein, hier findet man Ideen für den farbenfrohen Beschluss des Jahres.

Mein Fazit:
Alles in allem ein meiner Meinung nach gelungenes Bastelheft. Die einzelnen Projekte sind relativ schnell mit meistens einfachen Mitteln umsetzbar, so dass man zB nach einem Bastelnachmittag schon ein Erfolgserlebnis hat. Ausserdem finde ich es positiv, dass man die einzelnen Projekte auch abwandeln kann. Die Idee von den Frostys zB, Pinguine und Eisbären mittels Wäscheklammern an Zweigen oder anderem zu fixieren, kann man auch für andere Figuren übernehmen. Alternativ kann man natürlich die Pinguine und Eisbären ebenso mit Schaschlikspießen in Töpfe stecken.

Wegen der nicht zu vergrößernden Vorlagen und der Aufbewahrungstaschen würde ich gerne einen Extrapunkt vergeben. Da hat jemand wirklich mitgedacht.


ohnegrund: Roman
ohnegrund: Roman
Preis: EUR 15,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mit leiser Stimme erzählter, umso eindringlich wirkender Entwicklungsroman., 23. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ohnegrund: Roman (Kindle Edition)
Sprachlosigkeit. Orientierungslosigkeit. Heimatlosigkeit. In diesem Roman geht es um unterschiedliche Themen. Alle drei Begriffe treffen auf die Protagonistin Amy - eigentlich Emily Bloom - zu als sie im letzten Frühjahr des ausgehenden 20. Jahrhunderts in Israel ankommt. Ein vom Vater arrangiertes Studium an einer Mode- und Design-Fachhochschule soll sie beginnen. Doch der Start ist holprig. Die vereinbarte Abholung durch einen Onkel scheitert, stattdessen landet die junge Frau in einem Jugendhotel in Tel Aviv. Den Tipp hat ihr ein Security-Mann im Hilton gegeben, der im richtigen Leben Sozialpsychologie studiert. Schon bald wird sie ihn bei einer Feier wiedersehen, bei ihm einziehen und nur wenige Wochen später heiraten. Und ein Jahr später ist Amy bereits Mutter einer Tochter namens Sharona. Drei Jahre lang sollte das Glück dauern bis Nimrod bei einem Auslandseinsatz in Indien verschwindet.

"Du sagst nie wirklich, was du denkst. Wenn du bestimmte Erwartungen an deine Eltern hast, dann sag es ihnen. Es ist manchmal schwer zu erraten, was der andere will." Nimrod erkennt das Problem, das Amy mit ihren Eltern hat. Die Anwendung seines Hinweises ist jedoch nicht ganz so einfach für Amy. Zu tief ist die Sprachlosigkeit in ihr verwurzelt. Immerhin kann Amy eigene Ziele festzusetzen. Das vorgesehene Studium beginnt sie nicht, stattdessen entscheidet sie sich zu arbeiten. Erst als Bedienung, später in einer Galerie.

"Was ich noch sagen wollte: Finde einen Weg zu deinen Eltern, ohne sie bist zu entwurzelt." Großtante Hanne-Lore weiß wovon sie spricht. Zwar wohnt sie jetzt in einem Altersheim in Israel, aufgewachsen war sie jedoch in Oldenburg. Ein Zerwürfnis mit den Eltern, wegen dem sie in jungen Jahren die deutsche Heimat verlassen musste, rettete ihr das Leben. Später wäre eine Ausreise kaum noch möglich gewesen. Ihre Eltern sah sie jedoch nie mehr wieder. Parallel zu dem Entwicklungsprozess von Amy erfährt der Leser mehr aus der Familiengeschichte, lernt Bräuche und Traditionen kennen. Vereinfacht wird die Annäherung an das jüdische Leben durch ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches, in welchem wesentliche Dinge wie Aguna oder Chuppa oder ... erklärt werden.

"Die drei gemeinsamen Jahre mit ihm waren das Beste, was ich in meinem Leben erfahren habe."
"Aber die sind vorbei, Amy. Dein Leben kann nicht nur aus Erinnerung bestehen, du flüchtest dich noch mehr in eine Traumwelt als Sharona. Du musst leben, nicht träumen!"
... erwidert ihre Tante Lisa viele Jahre später.

Ein erster Entwicklungsprozess sind für Amy die drei Jahre mit Nimrod. Durch seinen mutmasslichen Unfalltod - eine Leiche wurde nie gefunden - wird sie aber auf eine noch härtere Probe gestellt. Der Leser erfährt parallel von diesen beiden Entwicklungsstufen. Kapitel mit Ereignissen aus den Jahren 1999-2002 wechseln sich mit dem Jahr 2009 ab, als Amy wieder zurück in London in der elterlichen Villa wohnt. Zusammen mit ihrer zwischenzeitlich neun Jahre alten Tochter und ihrer Tante Lisa. Es ist Lisa zu verdanken, dass der Entwicklungsprozess fortgesetzt wird. Es sind ihre Anstösse und Hinweise, die eine sachte Annährung von Sharona und Amy erahnen lassen. Es sind ihre Anstösse und Hinweise, die Amy ins Leben zurückführen, und eine sieben Jahre lange Trauer endlich beenden lassen.

Schulamit Meixner erzählt mit einer leisen, dafür aber umso eindringlicheren Stimme von dieser Entwicklung. Man leidet mit der Protagonistin. Man sieht ihre Fehler. Und kann doch nicht anders als ihr die Daumen für die Zukunft zu drücken. Schön wäre es, gäbe es eine Fortsetzung ... vielleicht mit Harry Krupnik? ... Mach's gut, Amy, und hoffentlich bis bald.


Die Überwindung der Langsamkeit: Samuel Finley Morse - der Begründer der modernen Kommunikation
Die Überwindung der Langsamkeit: Samuel Finley Morse - der Begründer der modernen Kommunikation
von Margit Knapp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen. - Friedrich Nietzsche, 21. November 2013
Was für ein Leben! Voller Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen. Aber auch volle Neugierde, Interesse. Mit ganz viel Ausdauer verfolgte Samuel Finley Morse seine Ziele. In der vorliegenden Romanbiografie beschreibt Margit Knapp seinen Lebenslauf von seiner ersten Europareise bis zum Tode. Die Kindheit wird in Rückblenden kurz gestreift. Finley - so sein familiärer Rufname - wuchs in einem puritanischen Pastorenhaushalt mit zwei Brüdern auf. Ein aufmüpfiges, unfolgsames Kind, das schon mit zwölf Jahren begann kleine Porträts zu malen. Die übrigen schulischen Leistungen liessen hingegen zu wünschen übrig. Am Yale College ging er anstatt zu lernen lieber in den Wäldern auf Jagd. Immerhin wurde dort in seinen beiden letzten Jahren auch sein Interesse an den Naturwissenschaften geweckt und somit der Grundstein für seine späteren (sehr späten) Erfolge gelegt. Zunächst aber arbeitete der junge Mann einige Zeit in einer Bostoner Buchhandlung bevor ihn die Eltern nach England ziehen liessen, wo er sich einem Kunststudium widmen sollte. Für seine Bewerbung bei der Kunstakademie musste er ein eigenes Werk einreichen. Anstatt die bereits erprobten und vielfach geübten Methoden anzuwenden, entschied sich Finley für etwas Neues: eine Kreidearbeit. Das Ergebnis überzeugte seine Mentoren jedoch nicht, so dass er noch einen zweiten Entwurf in Arbeit nahm, den er dann auch einreichte, und mit dem er erfolgreich aufgenommen wurde. Neugierde auf Neues anstatt auf Bewährtes zu setzen - Ein überaus hilfreicher Charakterzug für einen Erfinder. Anhand von solchen Beispielen gelingt es Margit Knapp sehr gut das Wesen des Samuel Finley Morse herauszuarbeiten.

Vier Jahre sollte Finley in England bleiben. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten arbeitet er zunächst als Porträtmaler.Schlägt sich einigermaßen durchs Leben. Findet seine erste Frau, heiratet sie. Drei Kinder stammen aus dieser Beziehung. Aber die finanziellen Mittel reichen nicht immer aus, sodass er oft genug von seiner Familie getrennt ist auf seinen Arbeitsreisen. Als Lucretia bald nach der Geburt des dritten Kindes stirbt, befindet sich Finley in Washington, um General Lafayette zu malen. Er wird die Nachricht zu spät erhalten und die Beerdigung verpassen. Weitere Schicksalsschläge folgen. Innerhalb der nächsten drei Jahre verliert er auch seinen Vater und seine Mutter. Die drei Kinder werden zwischen den Verwandten aufgeteilt und herumgereicht. Zeit seines Lebens hat er zu wenig Zeit für sie. Eine echte Bindung ist so kaum möglich.

18 Jahre nach seiner ersten Europareise, macht sich Finley wieder auf den Weg. Die Grand Tour. Zwischenzeitlich befinden wir uns in 1829. Er erlebt die Begräbnisfeierlichkeiten von Papst Pius VIII in Rom und trifft in Paris General Lafayette wieder. Begegnet Alexander von Humboldt und arbeitet fleissig als Kopist bekannter Bilder, um sich Geld zu verdienen. 1832 kehrt er in seine alte Heimat zurück. Seine Rückreise sollte schicksalswendend sein. Aus den Gesprächen mit vier Personen, die er dort trifft, entsteht die Idee, die ihn später berühmt machen wird. Zunächst aber muss sich Finley wieder mit neuen Rückschlägen abfinden. Seine Kanditatur für das New Yorker Bürgermeisteramt: Gescheitert! Sein Versuch als Historienmaler zu brillieren: Gescheitert! In seiner Enttäuschung geht Finley so weit, dass er sogar verfügt, dass bis auf wenige Familienporträts alle (!) seine Gemälde zu vernichten seinen. Mit fünfzig ist sein Lebensstandard äusserst unsicher. Ein zweiter Ausflug in die Politik scheitert wieder. All seine Energie steckt Finley dafür in seine Forschungen auf dem Gebiet des elektrischen Telegraphen. Und endlich mit 53 Jahren hat er Erfolg. Die Washington-Baltimore-Linie wird die erste elektrische Telegraphenverbindung sein. Und auch privat wird Finley ein neues Glück finden. Auf der Hochzeit seines Sohnes trifft er seine spätere zweite Frau, mit der er noch vier weitere Kinder haben wird.

Washington: "Baltimore, sind Sie in Kontakt mit Philadelphia?"
Baltimore: "Ay, ay, Sir. Warten Sie einen Moment. " (Nach einer Pause:) "Los. Nun können Sie mit Philadelphia sprechen."
Washington: "Wie geht es in Philadelphia?"
Philadelphia: "Ganz gut. Ist das Washington?"
Washington: "Ay, ay. Sind Sie mit New York verbunden?"
Philadelphia: "Ja."
Washington: "Verbinden Sie mich mit New York."
Philadelphia: "Ay, ay. Warten Sie einen Moment." (Nach einer Pause:) "Legen Sie los!"
Washington: "New York, wie geht's?"
New York: "Ay, ay, Washington. Okay!"
(115)

Mit diesen Worten klappte die Erweiterung der Strecke nach New York. Fortan würde der Siegeszug des elektrischen Telegraphen nicht mehr zu stoppen sein. Obgleich es in Europa noch alternative Telegraphenmethoden gab, denen aus womöglich lokalpatriotischen Gründen zunächst der Vorrang eingeräumt wurde, setzte sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weltweit Morses Methode durch, die nicht zuletzt aufgrund des ebenso von ihm erfundenen Morsealphabetes überlegen war. Natürlich gab es immer wieder Rückschläge. Margit Knapp zeigt sehr gut auf mit welchen Schwierigkeiten Samuel Finley Morse zu kämpfen hatte. Sie zeigt auch, dass der Erfolg nur im Team möglich war. Der Erfinder hatte Mitstreiter gefunden, die ihm bei der Umsetzung halten. Er hörte aber nicht auf neugierig zu sein, und wenn er bei anderen Dinge fand, die besser gelöst waren als bei ihm, so zögerte er nicht diese zu übernehmen. Bestes Beispiel sind die kleineren, leistungsstärkeren und zugleich billigeren Magnete, die er in Frankreich fand. Finley zögerte nicht diese auch in seinem Telegraphen einzusetzen. Natürlich mit dem Einverständnis des französischen Erfinders Breguet und gegen Entlohnung. Ein stetiger Verbesserungsprozess verbunden mit der Suche nach neuen Herausforderungen. Dieser Lebenslauf zeigt besser als jedes Managementhandbuch, worauf es ankommt, wenn man neue Wege beschreiten will.

Der Schreibstil ist sehr gut lesbar. Längen finden sich, wenn überhaupt, dann nur an den Stellen, wo Margit Knapp ausführlich auf technische Umstände eingeht oder detailliert die Hindernisse beschreibt, die überwunden wurden. Zahlreiche Bilder und Illustrationen runden den Inhalt ab. Interessierte Leser finden am Ende noch eine Bibliografie, die allerdings hauptsächlich englischsprachige Literatur beinhaltet.

Mein Fazit: Gut gemacht! Eine Romanbiografie, der ich viele, viele Leser wünsche.


Die beste Lage: Roman
Die beste Lage: Roman
von Gaetano Cappelli
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lukanische Magie pur: Eine Geschichte voller Wortwitz, elegant geschwungen, ..., 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die beste Lage: Roman (Gebundene Ausgabe)
... aber gelegentlich auch etwas ausufernd. Ausserdem ist die hier hinterlegte Kurzbeschreibung nur bedingt zutreffend. Es ist zwar richtig, dass der knapp fünfzigjährige Ethnologe Riccardo Fusco sich um die erfolgreiche Platzierung eines Weines auf einer Top 100-Liste kümmern soll, aber dies ist bei weitem nicht die Haupthandlung, sondern das Finale! Als es zu eben diesem Auftrag kommt, hat der Leser bereits gute 4/5 des Buches hinter sich. Nein, hier geht es um Frauen um die Vierzig, die unbedingt noch ein Kind wollen, Männer, die auf die Fünfzig zugehen, sowie den Gegensatz von altem Adel und neureichen Trampeln.

"Als meine Vorfahren mit den Königen von Frankreich tafelten, mussten sich die seinen die Eicheln noch mit den Schweinen teilen." (131) Mit diesen vernichtenden Worten in einem Zeitungsartikel hatte Yarno Cantini del Canto degli Angeli das Schicksal von Graziantonio Dell'Arco endgültig besiegelt. Obgleich der zwölftreichste Mann Italiens, ein beneideter Geschäftsmann, von den Medien verhätschelt, war dieser zum Gespött der Italiener geworden. Fortan wurde an allem, was er tat oder besaß, herumgemeckert. Kurzum: Graziantonio war auf einmal der Neotrampel. Vorangegangen war ein peinlicher Zwischenfall bei einem Fest, wo eben jener Yarno sich geweigert hatte an einem Tisch mit Graziantonio zu sitzen. Zu dumm, dass eine Journalistin Zeugin dieses Austausches wurde, und daraus eine Schlagzeile bastelte. Kein Wunder, dass der gute Graziantonio von alldem wenig begeistert war, und auf Rache sann.

Aber zunächst einmal zu den Figuren des Buches. Da wäre zum einen Riccardo Fusco mit Ehefrau, einer Schwiegermutter und vier Töchtern gesegnet. Leider hat sich die eheliche Situation seit dem rasanten Aufstieg seiner Gemahlin zur Theaterleiterin rasant verschlechtert. Sein Kumpel Giàcenere, ein Künstler und ewiger Hippie, ist ihm keine Hilfe, befindet sich dieser doch auf einem Höhenflug seitdem er den bereits oben erwähnten Graziantonio in Karnatake, Indien, wiedertraf. Alle drei Männer hatten dasselbe humanistische Gymnasium besucht. Graziantonio war dort einst die Zielscheibe des Spottes. Spitzname: Doofi. Ein Titel, den ihm ausgerechnet Giàcenere verliehen hatte. Aber wie der Künstler richtig erkennt: "Diesen Spitznamen muss ich vergessen, sonst reite ich mich noch in sonst was hinein... " (50). Ein weiser Beschluss und eine Vorahnung auf das Schicksal des guten Riccardo, dem solche Einsichten fehlen.

Zurück zur Rache des Graziantonio. Als dieser erfährt, dass sein früherer Schulgefährte Riccardo die einflussreiche amerikanische Weinkritikerin Wally Triny von früher kennt, steht sein Plan fest. Riccardo soll ihm helfen, seinen - Graziantonios - Wein vor dem Wein Yarnos zu platzieren. Wally Triny - eigentlich Chatryn Wallytriny - hatte es einst zu ethnologischen Studien nach Italien verschlagen, wo sie im Rahmen ihrer Arbeit auf Riccardo traf. Eine Beziehung, die sich bald auf den privaten Bereich ausweiten sollte. Nur leider war Riccardo damals schon verheiratet und so musste Chatryn alleine nach Hause zurückkehren. Das erneute Treffen der beiden früheren Turteltauben gestaltet sich zunächst positiv bis .... (und den Rest möge jeder selber lesen).

Mit dieser Beschreibung ist der Inhalt aber auch nur oberflächlich skizziert, denn Gaetano Cappelli liebt es ausführliche Bögen zu schlagen. Diese bestehen aus ausschweifenden Beschreibungen der Familiengeschichte. Nicht nur der Lebenslauf von Graziantionios Vater, den es während des Krieges in die stalinistische Sowjetunion verschlagen hatte, wird dem Leser präsentiert. Besser noch, man erfährt vom Schicksal seines Ururgroßvaters, der einst - lange ist es her - auf den Ururgroßvater von Yarno getroffen war. Eine Bekanntschaft mit fatalen Folgen im wahrsten Sinne des Wortes.

"Oder stimmte, was die Romantiker glaubten, das nämlich alles, was einmal war, weiterbesteht und dass wir damit in Kontakt treten können - vielleicht durch einen sanften Zephir, der durch die Blätter einer jahrhundertealten Eiche säuselt- und so unbewusst zu jener Erkenntnis gelangen, die unsere Handlungen bestimmt? (178) Wenn man sich die Szene auf dem Friedhof mit Chatryn vor Augen führt, dann kommt man hier wohl ins Grübeln. Ist das, was im Hier und Heute geschieht, tatsächlich die Folge von Ereignissen, die weit zurückliegen?

Sie merken, es geht hier keineswegs nur um einen lukanischen Wein, der einen Spitzenplatz erringen soll. Gaetano Cappelli hat eine faszinierende, ausufernde Geschichte geschrieben, in der mehrere Themen miteinander verwoben wurden. Ein absoluter Höhepunkt ist dabei sein elegant geschwungener, anspruchsvoller Wortwitz. Mir hat dieses Buch jedenfalls gefallen und ich wünsche ihm viele Leser. Eine Entdeckungsreise! Viel Spaß dabei.


Das Mädchen, der Koch und der Drache: Roman
Das Mädchen, der Koch und der Drache: Roman
von Luo Lingyuan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Grundidee, aber der Erzählstil war nicht so ganz mein Fall., 18. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
-->> Spoilerwarnung: Um meine Meinung zu begründen erzähle ich möglicherweise etwas viel vom Inhalt. <<--

Berlin im Jahre 2008, dem Jahr, in welchem die olympischen Spiele in Peking stattgefunden haben. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Chinesin: Mendy. Seit sechs Jahren befindet sie sich nun schon in Deutschland. Steht am Ende ihres BWL-Studiums. Will danach bei einer Bank arbeiten. Zunächst jedoch hilft sie im Restaurant ihres Vaters - der Strahlenden Perle - als Bedienung aus. Die Belegschaft besteht aus mehreren Landsleuten. Dem Ersten Koch Lin. Einem frisch verheirateten Chinesen, der, seit er geheiratet hat, ständig in Geldnöten ist. Seine Angetraute befindet sich noch in China und er möchte sie nachholen. Als Hilfskraft in der Küche ist Tubai tätig. Seit fast sieben Jahren in Deutschland und eigentlich Asylant. Er haust in einer versteckten Kammer im Restaurant und ist Schwarzarbeiter. Peipei ist ebenso wie Mendy vor sechs Jahren aus China gekommen. Wie ihre 'Eisenschwester' arbeitet sie hin und wieder als Bedienung. Die dritte im Bunde der Eisenschwestern ist Ru Yulin, eine junge Ärztin, die seit einem halben Jahr in der Charité angestellt ist und bald heiraten will. Der Chef der Strahlenden Perle, Mendys Vater Guan Baohan oder Boss Guan wie er im Buch genannt wird, war Mitte der Achtziger Jahre nach Berlin gekommen, um Maschinenbau zu studieren. Ingenieur wurde er dann zwar nicht, aber aufbauend auf seinem Restaurant hat er sich im Laufe der Jahre ein stattliches Vermögen - insbesondere Immobilienbesitz - erworben.

In diesen Kreis stossen gleich zu Beginn des Buches zwei neue Figuren. Oswald, der ewige Jurastudent, der die Kanzlei des Vaters übernehmen soll, jedoch viel lieber mit seinen Freunden als Musikband auftritt, und Hong Litong, ein undurchsichtiger Chinese, der sich nach und nach in das Leben von Boss Guan schleicht. An seinen illegalen Glücksspielen teilnimmt, ihn als Berater bei einem Immobilienkauf hinzuzieht, sich an seinen Geschäften beteiligt. Im Buch wird er entweder Boss Hong genannt oder Goldener Drache, ein Spitzname, der ihm beim Glücksspiel verliehen wurde. Beide Oswald und der Goldene Drache haben Interesse an der jungen Mendy. Der eine bewundert ihre Gesangskünste und möchte sie für seine Band. Der andere bewundert ihre Figur, ihr Aussehen, ihre Stimme, ihre Deutschkenntnisse und hat sehr eindeutige Absichten, auf die Mendy jedoch nicht eingeht.

Als Boss Guan für einige Zeit nach China reisen muss, überträgt er Mendy die Führung des Restaurants. Eine Aufgabe, die sie mit Leidenschaft übernimmt. Aber nach einer Feier, auf der sie zusammen mit Oswald und dessen Freund gesungen hat, brennt das Geschäft aus. Die Versicherung anerkennt den Schaden nicht. Schlimmer noch, nachdem ihr Vater aus China zurückgekehrt ist, filzt der Zoll seine Container im Hafen, wird fündig, und ihr Vater muss ins Gefängnis. Um die Kaution aufzubringen, benötigt die Familie Geld. Ob der Goldene Drache sie unterstützen wird? Dieser macht seine Hilfe jedoch von Mendy abhängig, woraufhin die junge Frau ihre Naivität ablegen muss ... Parallel dazu stellt sich natürlich die Frage wer hinter dem ganzen Schlamassel steckt. Ein Missgeschick nach dem anderen. Wer will Boss Guan und seiner Familie schaden?

Soweit zum Inhalt. Was mir gut gefallen hat, sind einige gelungene - manchmal durchaus fantasievolle - Umschreibungen. Ein Beispiel von Seite 32: Aber Peipeis Deutsch ist immer noch wie eine Schale Reis voller Sandkörner. Oder der Moment auf Seite 189, als Mendy sich vom Goldenen Drachen mit einem Kuss auf die Wange verabschiedet: Es ist, als hätte eine Libelle mit ihren Flügeln die Wasseroberfläche berührt. Immer wieder gibt es im Text Lichtblicke, wo man sich über die Ideen der Autorin freut.

Aber leider sind diese Momente viel zu selten und sie werden durch etwas ganz anderes überschattet. Die Art und Weise, wie die Ereignisse oberflächlich ratternd im Aufzählmodus aufgespult werden. Im Schnellzugtempo geht es manchmal durch die Handlung. Eben noch war Tubai ein Asylbewerber. Aber kaum wird sein Antrag abgelehnt, überstürzen sich die Ereignisse. Hochzeit und Arbeitserlaubnis. Scheinbar problemlos, denn viel wird zu alledem nicht gesagt. Als Leser habe ich nur den Kopf geschüttelt und mich gefragt: Wie bitte? Was war das? Zudem wird großzügig über manches hinweggesprungen. Erklärungen überflüssig. Meister Lin, der frühere Erste Koch der Strahlenden Perle, der später als Meisterkoch reüssiert und mit seinen Künsten Mendy überrascht. Woher kommen auf einmal seine ungewohnten Fähigkeiten? Wieso hat er sie jahrelang verheimlicht? Eine Erklärung wie es kam, dass er just an dem Ort auftaucht, wo er dann später ist - und hier bitte ich um Entschuldigung für die ungenaue Andeutung, aber zuviel verraten will ich auch nicht - also diese Erklärung erhält der Leser natürlich nicht. Vieles wird einfach überflogen oder in den Raum gestellt. Zufriedenstellend ist das alles nicht. Will die Autorin es der Fantasie des Lesers überlassen? Oder hält sie es für unbedeutend? Schließlich geht es vor allem ja um Mendy. Entsprechend unbefriedigend ist der Schluss und damit meine ich vor allem die Szene, in welcher dem Goldenen Drachen etwas 'zustösst'. Auch hier habe ich mich vor allem gewundert. Ist dies nun die chinesische Form sich zu rächen? Ist dies eine Form des 'Gesichts verlieren'? Angesichts der Leibwächter des Betreffenden wohl die einzig mögliche Variante. Allerdings frage ich mich, ob der Drache selber den Sinn erkennt. Letzteres bezweifle ich, der Mann schien mir eher verwirrt zu sein. Aber wenn dies den Mitgliedern der Familie Guang als Ausgleich ausreicht, so soll es mir recht sein. Schließlich müssen sie ja auch in Zukunft mit dem Goldenen Drachen leben. Möglicherweise also durchaus ein realistisches Ende, selbst wenn es für einen westlich denkenden Leser eher Fragezeichen aufwirft.

Eines noch: Was ich zusätzlich zu oben genannten Punkt gut fand, ist der Rahmen, in den Luo Lingyuan ihre Geschichte stellt. Damit meine ich den Himmelspförtner, der das Geschehen auf Erden beobachtet und Schicksal spielt.

Mein Fazit:
Ein interessante Grundidee, was die Handlung betrifft. Ausserdem phantasievolle Umschreibungen als Lichtblicke. Das hat aber nicht ausgereicht, um mich voll und ganz zu überzeugen. Zu sehr verfällt die Autorin beim Erzählen in einen Aufzählrhythmus. Zu oberflächlich wird manches abgehandelt. Erklärungen fehlen. Vieles bleibt vage, ungesagt. Und das Ende wirft mehr Fragen auf als es Lösungen anbietet. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Luo Lingyuan die Gegensätze des westlichen zum chinesischen Denkens subtiler aufzeigt, nicht so plakativ, wie es Gerhard J. Rekel in seinem Buch Die chinesische Dame - Ein Roman über Lügen, die verletzen, und Wahrheiten, die töten getan hat. Womit ich sagen will, vielleicht liegt es auch an mir. Vielleicht habe ich die Botschaft der Autorin einfach nicht verstanden. Ein Nachwort wäre möglicherweise hilfreich gewesen.


Vogue Photography 2012
Vogue Photography 2012
von Condé Nast
  Kalender

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Schwarz-Weiß-Postkarten, 18. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Vogue Photography 2012 (Kalender)
Warum man sich im Jahr 2013 einen Kalender von 2012 kaufen sollte? Der Postkarten wegen, ganz klar: viele unterschiedliche Schwarz-Weiß-Motive aus dem Hause Vogue. Alle mit mindestens einer bezaubernden, geschmackvoll gekleideten Dame. Wer bei diesem anderen Vogue-Kalender die Blick-ins-Buch-Funktion nutzt, kann sich einen Eindruck verschaffen, was ihn erwartet. Gekauft habe ich diesen Wochenkalender übrigens bei amazon.co.uk. Der Preis, den ich bezahlt habe, liegt knapp unter der früheren unverbindlichen Preisempfehlung von EUR 14,95. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass man dafür ganze 54 Postkarten erhält.

Die Formalien:
+ 54 unterschiedliche Motive (allerdings habe ich nicht nachgezählt).
+ Alle Schwarz-Weiß
+ Grösse ca. 15,2 x 10,5 cm
+ Mit Adresslinien auf der Adress-Seite.
+ Ausserdem wird jeweils der Fotograf sowie das Erscheinungsdatum angegeben.
+ Mit Perforation auf der oberen Seite.
+ Ein etwas dünner Postkartenkarton.

Bei Condé Nast handelt es sich um eine britische Verlagsgruppe, welche unter anderem die Zeitschrift Vogue herausgibt.

Die Masse in der Produktbeschreibung (18,8 x 17,5 x 2,2 cm) beziehen sich auf den äusseren Karton. Der tatsächliche Kalender ist kleiner und die Postkartengrösse finden Sie oben in den Formalien.

Dass auf mindestens einer Seite Perforationsspuren verbleiben, damit habe ich gerechnet. Schließlich handelt es sich hier um einen Kalender.

Dass der Postkarten-Karton aus relativ dünnen Material besteht, ist schade. Denn gerade bei solch hochklassigen Motiven hätte ich gerne auch etwas mehr für eine bessere Qualität bezahlt.

Dennoch alles in allem bin ich zufrieden und empfehle diesen Postkartenkalender aus dem Hause teNeues gerne weiter. Wenn der Kalender bei der deutschen Amazon-Seite nicht angeboten wird, einfach mal die ausländischen Schwestergesellschaften besuchen - insbesondere UK und USA - dort wird man oft fündig, wenn hier etwas schon vergriffen ist.


Garden Memories
Garden Memories
von Thomas Kinkade
  Nicht gebunden

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 26 unterschiedliche Postkarten mit romantischen Gartenansichten von Thomas Kinkade, 16. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Garden Memories (Nicht gebunden)
Der amerikanische Maler Thomas Kinkade (1958-2012) bezeichnete sich selbst als Maler des Lichts (Painter of Light). Das hier angebotene Postkartenbuch enthält insgesamt 26 unterschiedliche Gemälde von Thomas Kinkade. Alle in seinem typischen Stil. Teilweise reine Gartenansichten, teilweise mit einem Bach, vor allem aber liebevoll verspielte Häuschen inmitten von Bäumen und Wiesen. Manch einer wird das vielleicht als Kitsch bezeichnen. Aber hin und wieder und vor allem in der Vorweihnachtszeit darf man meiner Meinung nach auch in romantischen Gefühlen schwelgen. Wie romantisch Thomas Kinkade selber war, zeigt sich darin, dass er in vielen seiner Bilder den Buchstaben 'N' als Tribut an seine Frau Nanette versteckt hat. Des Weiteren finden sich die vier Töchter des Paares hin und wieder in seinen Bildern wieder. Ein Jammer, dass seine Ehe zwei Jahre vor seinem Tod in die Brüche gegangen ist. Andererseits kann man auf Wikipedia aber auch von seinen Schattenseiten lesen. Was auf jeden Fall bleibt sind seine zahlreichen Gemälde, die dank einer gelungenen Vermarktung insbesondere in den USA weit verbreitet sind.

Die Formalien:
+ 26 unterschiedliche Karten (so ich mich nicht verzählt habe).
+ Ca. 15,8 x 11,8 cm groß.
+ Perforiert an der linken Seite.
+ Stabiler Postkarten-Karton.
+ Mit aufgedruckten Adresszeilen.
+ Ca. 1/4 des Textfeldes mit dem jeweiligen Titel des Bildes und Informationen zu Thomas Kinkade gefüllt.
+ Kurze Biografie auf einer Seite in englischer Sprache.

Zuletzt noch ein Tipp:
Ich habe mein Postkartenbuch auf der englischen amazon-Seite gekauft. Trotz der erhöhten Transportkosten war es sehr viel günstiger als hier bei amazon.de. Ein Preisvergleich lohnt also! Evtl. auch mit der amerikanischen amazon-Seite.


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