Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Inspiration Shop Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Profil für œ > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von œ
Top-Rezensenten Rang: 109
Hilfreiche Bewertungen: 8379

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
œ
(TOP 500 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Karrimor Herren Hot Rock Wanderschuhe Wildleder Outdoor Trekking Sport Schuhe Blau/Orange 8.5 (42.5)
Karrimor Herren Hot Rock Wanderschuhe Wildleder Outdoor Trekking Sport Schuhe Blau/Orange 8.5 (42.5)
Wird angeboten von Arcade Retail
Preis: EUR 42,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wasserdicht und bequem, aber die Materialmischung der Sohle erscheint mir etwas zu weich., 22. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit ca. einem Monat nutze ich diese Schuhe. Fast täglich sind sie stundenlang unter verschiedensten sommerlichen Wetterbedingungen beim Zeitungs- und Postaustragen im Einsatz.

WASSERDICHT
Gleich zu Beginn ein Härtetest: eine Überschwemmung in der Tiefgarage aufgrund von heftigen Regengüssen. Beim schnellen Durchqueren der Tiefgarage blieben meine Füsse und Socken trocken. Nur das Leder wurde feuchtigkeitsbedingt etwas dunkler. Später dann bei der täglichen Arbeit waren die Schuhe mehrfach Schauern oder auch stärkeren Regengüssen ausgesetzt ohne dass meine Füße etwas von dem Wasser bemerkt hätten. Dass die Schuhe wasserdicht sind, liegt möglicherweise an den verschiedenen Schichten aus denen sich das Aussenmaterial zusammensetzt. Insbesondere gibt es innen eine wasserdichte, aber atmungsaktive Membran. Regelmäßige Imprägnierungen sind dennoch meiner Meinung nach wichtig.

Herausnehmbares Fußbett,
das man auch waschen kann. Habe ich schon zweimal ausprobiert. Funktioniert problemlos.

Die Farbe
(in meinem Fall blau) entspricht der Farbe auf der Produktabbildung.

Die Größe
(in meinem Fall 8,5) stimmt mit der deutschen 42,5 überein.

Nur eine Sache ist verbesserungsfähig:

Die MATERIALMISCHUNG der Sohle
Die Schuhe sind wie gesagt seit ca. einem Monat im Einsatz und die Sohle ist bereits jetzt (rechts und links) deutlich abgelaufen. Schlimmer noch: Es scheint als ob sich an ein paar Stellen Profilelemente gelöst haben. Für jemanden, der nicht so viel läuft wie meinereiner ist das vielleicht kein Problem, mich stört es aber, da ich nicht so schnell mit einem Gang zum Schuhmacher gerechnet hatte.

Und eines sollte man auch bedenken:

RÜCKSENDUNGEN sind teuer und werden nicht erstattet.
Ich hatte das Problem bei einem anderen Paar Schuhe von Karrimor, das ich mir hier auf dieser Webseite bestellt hatte. Eine erste Rücksendung, weil die Schuhe zu klein waren. Ersatzlieferung passt jedoch auch nicht.

Kurz: Schuhe über's Internet bei ausländischen Händlern zu bestellen, ist so eine Sache.
Im Falle von diesem Paar ist es gutgegangen. Schnelle Lieferung. Preis ok, so dass ich selbst die baldige Erneuerung der Sohle gelassen hinnehme. Wenn die Schuhe nicht passen, kann es aber ins Geld gehen.


Ein wahres Verbrechen,
Ein wahres Verbrechen,
von Andrew Klavan
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Definitiv spannend, aber manchmal auch ein wenig langatmig, wie ein anderer Leser schreibt., 19. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Ein wahres Verbrechen, (Gebundene Ausgabe)
Ein Tag im Leben eines zum Tode Verurteilten.
Ein Tag im Leben eines Reporters.
Ein Tag im Leben eines Gefängnisdirektors, eines Pfarrers, einer Ehefrau und einer Tochter.
Ein Tag…

Der Tag an dem die Michelle Ziegler einen Unfall hat und an den Folgen stirbt. Dreiundzwanzig Jahre alt. Zu schnell in die sogenannte Todeskurve gefahren. Ihr Tod wird ein anderes Leben retten, denn der Auftrag, an dem Michelle arbeitet, wird von Steve Everett übernommen. Der hat zwar eigentlich seinen freien Tag, kann aber nicht nein sagen (mehr dazu später). Er informiert sich über den Hintergrund, fährt zum Tatort, fängt an Fragen zu stellen und kontaktiert die damaligen Zeugen. Seinem Chef geht es nur um den menschlichen Faktor, das Gefühlsleben des Todeskandidaten, Steve wittert aber die Geschichte seines Lebens. Wurde hier ein Unschuldiger verurteilt? Und gelingt es ihm, diese Unschuld zu beweisen?

Frank Beachum, zum Tode verurteilt, weil er eine schwangere junge Frau getötet haben soll. Eine Kassiererin in einem Lebensmittelladen. Um fünfzig Dollar soll es gegangen sein, die sie ihm geschuldet hat. Tötet man wegen solch einer Summe einen Menschen? Bis zuletzt beharrt er auf seiner Unschuld, obwohl sich ein Schuldbekenntnis und Reue positiv auf ein Gnadengesuch auswirken könnten.

Andrew Klavan konzentriert sich in seinem Buch auf den letzten Tag vor der geplanten Hinrichtung. Abwechselnd aus der Sicht der betroffenen Figuren. Das sind nicht nur Frank und Steve, sondern auch die Ehefrau des Verurteilten und dessen Tochter, der Gefängnisdirektor und andere Beteiligte. Das Besondere daran: Klavan beschreibt nicht nur die Abläufe, sondern taucht tief in das Seelenleben seiner Figuren ein. Und diese Stellen habe ich dann tatsächlich auch als langatmig empfunden. Besonders intensiv empfand ich dieses Gefühl bei dem Reporter Steve. Er ist kein strahlender Held. Seine Ehefrau betrügt er zum wiederholten Mal. Diesmal jedoch ist seine Affäre aufgeflogen, es handelt sich um die Frau seines Chefs. Dieser will ihn daraufhin loswerden. In einer erfolgreichen Recherche sieht Steve die einzige Möglichkeit sich zu rehabilitieren. Seine Ehe wird er nicht retten können, seinen Sohn verlieren, aber vielleicht kann er sich wenigstens unkündbar machen. Er trinkt und verfällt in Selbstmitleid. Er fährt betrunken Auto. Und er bricht ein Versprechen, das er seinem Jungen gegeben hat, um berufliche Lorbeeren einzuheimsen. Kein Vorbild, in keinster Weise. Nein, sympathisch war mir dieser Steve Everett beim Lesen wahrlich nicht. Aber immerhin zolle ich ihm Respekt für seine Hartnäckigkeit und seinen beruflichen Instinkt.

Der wahre Held der Geschichte ist für mich Frank. Der Brief an seine Tochter, geschrieben damit sie in späteren Jahren etwas zum Festhalten hat, eine Erinnerung an ihren Vater, hat mich zu Tränen gerührt. Mit einfachen, um nicht zu sagen einfachsten Worten, beinahe unbeholfen, herzerweichend. Großartig!

Des Weiteren ist das Buch definitiv spannend, eine rasante Achterbahnfahrt. Schließlich geht es darum ein Leben zu retten. Wenn da nur nicht die exzessiven Selbstmitleidszenen des Reporters gewesen wären. Diese sind dann auch der Grund für den Abzug von einem Stern. Ansonsten: Viel Spaß beim Lesen!


Das Fest. Roman.
Das Fest. Roman.
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Ende gut, alles gut?, 2. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Das Fest. Roman. (Gebundene Ausgabe)
Was um alles in der Welt soll das sein? Eine Kritik an der amerikanischen Gesellschaft mit ihrem Konsum- und Konkurrenzdenken? Ein Loblied auf das amerikanische Gemeinschaftsgefühl und die nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft? Beides zusammen? Oder einfach nur eine der weihnachtlichen Happy-End-Wohlfühlgeschichten?
Gerade Letzteres würde ich für mich verneinen. Nein, ich habe mich nicht wohlgefühlt beim Lesen dieser Geschichte. Dazu ging mir zu viel gegen den Strich. Mehr dazu weiter unten. Wer nicht zu viel vom Inhalt wissen will, sollte diese Rezension aber besser überspringen, da ich beim Begründen meiner Meinung etwas ins Detail und auch ins Schlussteil gehe. Also:

ACHTUNG SPOILERWARNUNG

Es ist ein Monat vor Weihnachten und Luther Krank beschließt das Fest dieses Jahr ausfallen zu lassen. Die Tochter Blair, eine frisch gebackene Akademikerin, ist unterwegs nach Peru, um dort zwei Jahre im Dienst der Nächstenliebe (Friedenskorps) zu verbringen. Der vorweihnachtliche Trubel ist Luther ein Greuel. Was für eine Verschwendung, denkt er. Warum essen und trinken wir so viel, um die Geburt Christi zu feiern? 6.100 Dollar hatten die Kranks im Vorjahr für Weihnachten ausgegeben. Und wie gering ist die Rendite gewesen! Luther ist Steuerberater und führt seine Unterlagen auch daheim peinlich genau, so dass er genau Auskunft darüber geben kann. Stattdessen träumt er von einer Kreuzfahrt in sonnigen Gefilden. Zielorientiert setzt er seine Pläne um und überzeugt als Erstes seine Ehefrau.

Dass seine Pläne nicht bei jedermann auf Gegenliebe stossen ist natürlich klar. Dass man seine Entscheidung im Büro mehr oder weniger akzeptiert, teilweise sogar positiv zur Kenntnis nimmt – es sind schließlich Steuerberater und Buchhalter – ist das eine. Vor allem in der Nachbarschaft ist man jedoch weniger begeistert und so sind es auch die lieben Nachbarn, die sein Vorhaben torpedieren und in Frage stellen. Luther lässt sich jedoch nicht beirren.

Alles ändert sich jedoch als sich Blair am Weihnachtstag telefonisch meldet und ihre Rückkehr zum Fest ankündigt. Mitsamt Verlobten! Innerhalb von wenigen Stunden müssen Luther und Nora nicht nur das Haus festlich dekorieren – wo bekommt man nur einen Weihnachtsbaum her? – sondern auch eine Weihnachtsparty organisieren. Dass dabei so einiges schiefgeht – Murphys Gesetz – ist klar. Es sind die Nachbarn, die die Rettung bringen.

Soweit der Inhalt. Das klingt jetzt vielleicht gar nicht so übel, mich haben aber einige Details gestört. Zum Beispiel die Tatsache, dass Luther als Erbsen zählender Zahlenfreak dargestellt wird. Er hat doch eigentlich mit vielem Recht. Zum Beispiel die vorweihnachtlichen Wettkämpfe, welche Strasse die schönste einheitliche Beleuchtung hat. Muss das sein? Auf jedem Haus ein Frosty, der über 80 Dollar gekostet hat? Es war Vic Frohmeyer, ein Nachbar, der sich dies hat einfallen lassen und die Wettbewerbe initiiert hat. Für die Kinder ist es toll, aber muss solch ein Konkurrenzdenken sein? Oder die Scheels, die ihre Nachbarn immer übertrumpfen müssen. Der eine hat eine neue Küche, also brauchen die Scheels auch eine. Der andere hat einen Pool, prompt benötigen die Scheels auch einen. Oder die Sache mit den überteuerten Weihnachtskarten. Müssen die wirklich aus einem bestimmten Geschäft sein, nur damit man die anderen beeindrucken kann. Natürlich ein Geschäft mit hohen Preisen. Kurz: Es steckt zu Recht viel Kritik in diesem Buch. Diese Kritik geht aber unter, weil Luther als Erbsen zählender Zahlenfreak dargestellt wird.
Genervt hat mich in diesem Zusammenhang auch die Namensgebung der Figuren. Luther Krank – Musste es ausgerechnet der Urheber der Reformation sein? Und dann ausgerechnet Krank als Nachname? Und sein Gegenspieler, der konkurrenzorientierte Vorstadtanführer: Vic wie Viktor oder wie Victory, also ein Bezug auf Sieg/Sieger. Verbunden mit „Froh“. Der eine krank, der andere froh. Ist das nicht etwas zu plakativ?
Und was den Schluss betrifft – Grundsätzlich ist so ein Happy-End-Schluss ja nicht verkehrt in einer Weihnachtsgeschichte. Aber hier fand ich ihn etwas überladen und überbetont. Dass die Nachbarn alle helfen, war noch ok. Aber das Eintreffen und Agieren zB von der Polizei (Abholen der Tochter vom Flughafen) war doch eher unrealistisch. Und dann die last-minute-Zweifel am Verlobten (womöglich ein dunkelhäutiger Eingeborener), die sich dann als unnötig herausstellen, da der junge Mann nicht nur in England studiert hat (er ist Arzt), sondern auch noch hellhäutiger ist als der braungebrannte Luther. Musste das sein? Dass Luther die Kreuzfahrttickets (ohne Reiserücktrittsversicherung) an seine Nachbarn (die einzigen, die nicht an der doch noch stattfindenden Party teilnehmen) verschenkt, fand ich hingegen ok, eine nette Geste. Ansonsten war der Schlussteil für mich jedoch wie gesagt übertrieben. Zu viel Friede, Freude, Eierkuchen. Kurz: Es hat nicht so ganz zur vorangegangenen Geschichte gepasst.

Eines lässt sich jedoch aus dem Verhalten Luthers lernen: Die Bedeutung von Kommunikation. Während Luther sein Vorhaben im Büro den Kollegen erläutert, erspart er sich die Mühe gegenüber den Nachbarn. Hätte er auch hier etwas mehr Zeit investiert, um sein Beweggründe zu erklären, wäre es für ihn womöglich leichter gewesen. Vielleicht hätte sich so auch die Free-Frosty-Bewegung vermeiden lassen.

Mein Fazit:
Trotzdem, alles in allem war dieses Buch einfach nicht mein Fall.


Ave Maria - Die schönsten Marienlieder
Ave Maria - Die schönsten Marienlieder
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr professionell vorgetragen und gestaltet. Trotzdem nicht so ganz mein Fall., 26. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorab: Entdeckt hatte ich diese Sammlung von Marienliedern, weil ich Schuberts Ave Maria mag und auf der Suche nach einer entsprechenden CD war. Den Namen Oswald Sattler kannte ich zuvor, hatte aber noch nichts bewusst von ihm gehört.

Formales: Es gibt ein Textheft. Grosses Plus! Die Gestaltung entspricht dem Stil des vorderen Bildes. Alles sehr geschmackvoll und gediegen. Die Schrift ist gut lesbar. Bei dem allerersten Lied (ausgerechnet Schuberts Ave Maria) sollten besonders penible Lateinlehrer wegsehen, da sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat. Mich selber hat das nicht gestört.

Musik: Ungefähr die Hälfte der Lieder sind Neuschöpfungen, vor allem aus der Feder von Hermann Weindorf. Oft in Zusammenarbeit mit Hans Greiner. Auch die traditionellen Marienlieder wurden von Hermann Weindorf bearbeitet. Lediglich ein Lied ist von ihm nicht beeinflusst: Das Ave Maria Dei Poveri von Fausto Fulgoni. Leider fand ich, dass durch den Einfluss von Hermann Weindorf/Hans Greiner die Musik auch sehr einheitlich klingt. Nur hin und wieder stechen ungewöhnliche Kombinationen hervor, zB hat mir in dem Lied EINMAL NACH LOURDES der Refrain gefallen:

Chor: Ich möchte einmal nach Lourdes
Oswald: Ich weiß, in Lourdes da werden Wunder gescheh’n
Chor: Einmal nach Lourdes
Oswald: Das ist der Ort, wo ich Maria sah
Chor: In Lourdes
Oswald: Wird meine Hoffnung auf Erfüllung wahr
Chor: Ich möchte einmal nach Lourdes
Oswald: Ich hör‘ die innere Stimme in mir
Chor: Einmal nach Lourdes
Und so weiter
Und so fort

Kurz: Interessant aufgebaut und zusammen mit der Musik klang das wirklich gut. Was die einzelnen Strophen betrifft, sollte man sehr viel Gefühl erwarten. Also nichts für sachlich orientierte Menschen.

Weniger gut gefallen haben mir die Lieder 11 und 12 mit einer Kombination aus Sprechgesang.

Ansonsten: Ausdrucksvolle Streicher, eindrückliche Chöre. Professionelle Aufnahmen.

Alles in allem war diese CD dennoch nicht mein Fall. Fans von Oswald Sattler werden das wohl anders sehen. Aber über Geschmack lässt sich schlecht streiten. Professionell sind die Aufnahmen auf jeden Fall und die Gestaltung passt zur Musik.


Tausend kleine Lügen: Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Tausend kleine Lügen: Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Liane Moriarty
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Wow! Unterhaltsam, spannend und gleichzeitig werden auch noch wichtige Themen angesprochen., 22. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Pirriwee-Schule ist eine mobbingfreie Zone!
Wir schikanieren niemanden.
Wir lassen uns von niemandem schikanieren.
Wir sehen nicht weg, wenn jemand schikaniert wird.
Wir haben den Mut, den Mund aufzumachen,
wenn unsere Freunde schikaniert werden.
Wir sagen NEIN zu Leuten, die andere schikanieren.

Nur leider ist das Leben nicht so einfach wie es in diesem Motto der Pirriwee-Schule klingt. Oder anders ausgedrückt: Hier in dieser Geschichte ist nichts so wie es scheint.

Es beginnt mit dem Quizabend, der in einer Prügelei ausartet und einem Toten endet.
Rückblende. Sechs Monate vor dem Quizabend. Wir lernen die Mütter Madeline, Jane und Celeste kennen, die mit ihren Kindern vor deren Einschulung an einem Infotag teilnehmen. Madeline, vierzig Jahre alt. Sie und ihre Tochter Chloe kennen die Gepflogenheiten der Vorschule bereits, da Chloes älterer Bruder Fred ebenfalls dort unterrichtet wird. Dumm nur, dass sie ausgerechnet auf dem Weg zur Schule mit dem Fuss umknickt. Glücklicherweise ist Jane, alleinerziehend, zur Stelle. Sie will mit ihrem Sohn Ziggy im Dezember in die Stadt ziehen. Celeste hat Zwillinge. Zwei kleine blonde Bengel.

Ausgerechnet an diesem Infotag kommt es zu einem Eklat als ein kleines Mädchen (ihr Name ist Amabella) Ziggy beschuldigt, ihr die Hände um den Hals gelegt und zugedrückt zu haben. Entsprechend dem Schulmotto müsste sich Ziggy eigentlich entschuldigen. Der sagt aber, er war es nicht. Und wer sagt jetzt die Wahrheit?

Ein Konflikt, der die kommenden Monate prägen wird. Von wegen Schulgemeinschaft, am Ende sind die Eltern in zwei Lager gespalten. Die einen, die Amabella vorbehaltslos glauben, und die anderen, die zu Jane und Ziggy stehen. Die Situation eskaliert an dem oben erwähnten Quizabend.

Bis dahin wird ausführlich der Alltag von Madeline, Celeste und Jane geschildert. Madelines komplizierte Beziehung zur zweiten Ehefrau ihres Exmannes. Die Eifersucht, als ihre älteste Tochter sich entscheidet, zukünftig bei ihrem Vater zu leben. Celeste, dank ihres Ehemannes hat sie keine finanziellen Sorgen. Leider schlägt er sie aber auch, so dass sie Fluchtpläne schmiedet. Und Jane, die alleinerziehende Mutter, die sich mit einem Buchhaltungsservice über Wasser hält. Schulaufführungen und Eltern-Lehrer-Gespräche. Projekte und Hausaufgaben. Und natürlich spielt der sich aufbauschende Konflikt eine wesentliche Rolle: zB Amabellas Geburtstag, bei dem Ziggy natürlich nicht eingeladen ist (er ist ja der Böse, der sich nicht entschuldigen will). Kurzerhand organisiert Madeline ein Alternativprogramm: Freikarten für Disney on Ice, damit Ziggy sich nicht ausgeschlossen fühlt. Dummerweise verliert er aber ausgerechnet bei diesem Event das Klassenspielzeug, das Flusspferd Harry, auf das er hätte aufpassen sollen.

Unterhaltsame Momente gibt es auch, zB wenn die Blonden Bobs erwähnt werden. Sie regieren die Schule (ein ungeschriebenes Gesetz). So eine Art Aufsichtsmütter oder Helikoptermütter, die ihre Aufgabe extrem ernst nehmen. Oder das alljährliche Rennen der Mütter auf dem Schulsportfest. Oder die Neigung mancher Mütter in ihren Kindern hochbegabte Einsteins zu sehen, die speziell gefördert werden müssen. Es gibt einen Vorzeige-Vorschulvater, dessen Frau irgendwo im Vorstand sitzt. Und dann wäre da noch Renata, eine Karrierefrau, die keine Zeit für schulische Aktivitäten hat, und diese Dinge der Nanny delegiert. Kurz ein bunter Mikrokosmos von individuellen Typen.

Dass der Leser nie den Überblick verliert, liegt daran, dass die einzelnen Figuren sorgfältig eingeführt werden, und auch daran, dass die Autorin immer wieder auf ihre drei Hauptfamilien (nämlich die von Madeline, Celeste und Jane) zurückkommt. Denn schließlich steht ja immer noch die Frage im Raum, was da wirklich am Infotag passiert ist. Am Ende der Geschichte wird der Leser nicht nur die Wahrheit über das damalige Ereignis wissen. Auch noch andere Lügen und Geheimnisse werden aufgedeckt werden.

Am meisten hat mich im Übrigen Ziggy beeindruckt. „Ich hab Amabella versprochen, mit niemanden darüber zu reden. Sie hat gesagt, wenn ich mit irgendjemandem darüber rede, würde sie wahrscheinlich tot umgebracht werden!“ Der kleine Bursche weiß wovor Amabella Angst hat, und warum sie ihn als Schuldigen genannt hat. Er, der deswegen von vielen Kindern gemieden wird, posaunt das Geheimnis aber nicht heraus, will sein Versprechen nicht brechen. Ein unglaublicher Junge. Besonders beeindruckend, wenn man weiß, wer sein Vater ist, und was damals in der Nacht seiner Zeugung passiert ist. Und noch beeindruckender, wenn man weiß, wer der wahre Schuldige ist. Die Frage, was uns mehr prägt, die Gene oder die Umgebung, beantwortet die Autorin sehr eindeutig und hoffnungsvoll.

Kurz und gut, dieses Buch hat mir ausserordentlich gut gefallen. Ein Glücksgriff. Unbedingt empfehlenswert.


Hinter diesen Mauern
Hinter diesen Mauern
von Cronin A. und J.:
  Unbekannter Einband

3.0 von 5 Sternen Ein Mann ist auf der Suche nach seinem Vater und entdeckt dabei sich selbst., 15. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Hinter diesen Mauern
Es war eine Bagatelle, die Pauls Leben veränderte. Für eine Anstellung in einer Sommerschule benötigt der angehende Lehrer seinen Geburtsschein. Doch seine Mutter vertröstet ihn immer wieder indem sie sagt, sie habe ihn nicht und müsse ihn erst anfordern. Mit der Wahrheit rückt sie erst heraus als gar nicht mehr anders geht. Paul heißt nicht Paul Burgess sondern Paul Mathry. Und sein Vater ist nicht in Südamerika gestorben wie es ihm die Mutter glauben gemacht hatte. Rees Mathry wurde wegen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Pastor Fleming, Vater von Pauls Verlobten Ella, erklärt dem jungen Mann die Hintergründe der Tat und meint zuletzt: Du bist dein eigener Herr, und dein Leben liegt noch vor dir. Du mußt vorwärts gehen, als ob all das, was ich dir erzählt habe, nie gewesen wäre, vorwärts, vorwärts, nicht nur mit Vertrauen, sondern auch mit Vergessen. Auch Ella denkt so, meint man könne das Ganze in der Vergangenheit begraben, so dass niemand etwas ahnt. Paul jedoch hadert mich selbst. In einem impulsiven Moment entscheidet er sich, weitere Informationen einzuholen und kauft kurzerhand eine Schiffsfahrkarte von Irland nach England, um seinen Vater aufzusuchen. Ich gehe für ein paar Tage fort. Sorg dich nicht. Paul. Mit diesen Worten verabschiedet er sich von seiner Mutter.

Es wird eine lange Reise. Eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise zu sich selbst. Die ihn zunächst zum Zuchthaus Stoneheath führt. Seinen Vater kann er aber nicht sehen. Wir befinden uns Mitte der Dreissiger Jahre und so etwas wie Besuchszeiten für die Gefangenen gibt es nicht. Paul zieht weiter nach Wortley, der mittelenglischen Stadt, in der das Unglück über die Familie Mathry hereinbrach, und beginnt mit seinen Recherchen in der Bibliothek. Sehr schnell findet er heraus, dass bei der ursprünglichen Untersuchung nicht alles korrekt abgelaufen ist. Eine Zeugin, die ihre Aussage widerruft, ein ehrgeiziger Staatsanwalt. Paul sucht die Beteiligten am Prozess auf und spricht mit ihnen. Nicht jeder ist von Pauls Fragen begeistert. Der lokale Polizeichef, der einst an den Ermittlungen beteiligt war, und der damalige Staatsanwalt, der zwischenzeitlich eine politische Karriere anstrebt, versuchen den jungen Mann von seinem Vorhaben abzubringen. Und sie haben damit auch Erfolg, so scheint es zumindest.

Paul, der zunächst im Verein Christlicher Junger Männer unterkommt, dann bei einer Wirtin wohnt und mit Klavier spielen seinen Lebensunterhalt bestreitet, sinkt immer tiefer nachdem er seine Stellung verloren hat. Er kommt in Elendsquartieren unter, verdingt sich als Tagelöhner. Sucht immer noch. Rache um jeden Preis für das Schicksal seines Vaters? Als ihm eine Waffe angeboten wird, scheint dies ein einfacher Ausweg zu sein, um die Schuldigen zu bestrafen. Nicht für Paul. Unterstützung erhält er auf unerwartete Art und Weise durch eine junge Frau, eine einstige Kollegin. Lena hat selbst einiges durchgemacht und kennt einen Journalisten, der sich der Sache annimmt. Während Paul krankheitsbedingt ausfällt, die Zeit in den Elendsquartieren hat ihn sehr mitgenommen, gelingt es Dunn und McEvoy den Fall Mathry zu einer nationalen Streitfrage zu machen. Bedingungslose Freilassung, ein Wiederaufnahmeverfahren, eine neuerliche Untersuchung. Das sind ihre Ziele. Im Schlussteil des Buches kommt es tatsächlich zu diesem neuen Verfahren. Ein Showdown vor Gericht, wo die neuen Beweise vorgelegt, alte Lügen aufgedeckt werden.

Archibald Joseph Cronin. Einer meiner Lieblingsautoren seit ich in meiner Jugend DIE ZITADELLE im Bücherschrank meiner Mutter entdeckt hatte. Seine Spezialität so scheint es sind nicht nur lebensnahe Figuren, die in Identitätskrisen stecken und Probleme bewältigen müssen. In allen Büchern, die ich bislang von ihm gelesen habe, waren es übrigens Männer, die im Mittelpunkt standen. Nein, darüber hinaus übt er auch noch gewaltige Sozialkritik. Ob es die Gesundheitsversorgung ist (Krankenhäuser, Kosten für Behandlungen) oder das Justizwesen. Cronin prangert in seinen Büchern die Missstände im England der Dreissiger Jahre an. Daneben sind seine Bücher überaus spannend.

HINTER DIESEN MAUERN hat mir gut gefallen. Mein Massstab ist jedoch nach wie vor DIE ZITADELLE (für mich ein 5-Sterne-Buch). Daran gemessen, vergebe ich hier „nur“ 3 Sterne.


Gräser der Nacht: Roman
Gräser der Nacht: Roman
von Patrick Modiano
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

5.0 von 5 Sternen Ruhig und einfühlsam. Mehr als nur die Erinnerungen an eine vergangene Liebe., 14. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Gräser der Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Mann erinnert sich an eine junge Frau, die er einst vor vielen Jahren kennengelernt hatte. Dannie, die keine Abschiede mag, Häuser mit zwei Ausgängen bevorzugt, mehrere Identitäten benutzt. Es war die Zeit der Begegnungen als Jean, der Ich-Erzähler, sich beinahe schlafwandlerisch durch Paris bewegt hat. Er beobachtet, hinterfragt jedoch nicht. Die Fragen kommen erst viele Jahre später als er versucht zu begreifen.

„Es ist merkwürdig, wie gewisse Einzelheiten deines Lebens, die zunächst unsichtbar waren, sich dir zwanzig Jahre später enthüllen, so als würdest du ein altes Familienfoto durch die Lupe betrachten, und ein Gesicht oder ein Ding, das du bisher nicht bemerkt hattest, springt dir plötzlich ins Auge…“ (120)

In seinem Monolog verschwimmen vergangene Geschehnisse mit der Gegenwart. Fragmente von Erinnerungen wechseln sich mit seinen Streifzügen im hier und heute ab. Das ist in der Tat gewöhnungsbedürftig und ich kann es verstehen, wenn dieser Erzählstil nicht jedem Leser zusagt. Er ist am ehesten vergleichbar mit Kassandra von Christa Wolf. Mir persönlich hat die Geschichte gefallen. Vielleicht auch, weil ich gerade in derselben Stimmung war wie der Ich-Erzähler. Man sollte das Buch auf jeden Fall von vorne bis nach hinten in einem Stück durchlesen oder zumindest ohne längere Pausen, da man ansonsten Kleinigkeiten vergisst, die zum Verständnis hilfreich sind. Modiano schreibt nämlich nicht chronologisch sondern springt hin und her. Erst nach und nach erkennt man die Zusammenhänge. Und ja, es bleiben auch offene Fragen. Das hat mich aber nicht gestört. Für mich waren die Fragmente vielmehr Ausgangspunkt für eigene Gedankenausflüge. Zumal es hier um mehr als nur eine Liebesgeschichte oder die Hintergründe eines Attentates geht. Letzteres wird ohnehin nur am Rande erwähnt.

„Ich habe Angst nach Marokko zurückzugehen… Es wäre genauso wie in Paris… Wenn Sie einmal den kleinen Finger ins Räderwerk gesteckt haben, ist es sehr schwer, die Hand wieder rauszuziehen… „ (92)

Welches Räderwerk? Und wer ist dieser Aghamouri wirklich? Der gleichzeitig Umgang mit Leuten von beiden Seiten hat. Ein Doppelspiel? Aghamouri meint, es sei noch sehr viel komplizierter.

„Man muss sich bloß vorsehen vor schlechter Gesellschaft… Auch wenn man sich für unverwundbar hält, es gibt immer einen schwachen Punkt… Immer… Seien Sie vorsichtig, Jean…“ (95)

Nochmals: Mehr als nur eine Liebesgeschichte. Zumindest habe ich für mich persönlich sehr viel mehr entdeckt. Und fand die Nebenfiguren teilweise faszinierender als Dannie und den Ich-Erzähler. Neben Aghamouri gilt das auch für Langlais, den Polizisten, der Jean einst in seinem Büro am Quai des Gesvres verhört hat. Als Jean ihn viele Jahre später wiedertrifft, übergibt der zwischenzeitlich pensionierte Langlais ihm die Akte zu dem damaligen Geschehen. Eine Bombe mit Zeitzünder nennt er sie. Ganz so spektakulär würde ich es nicht bezeichnen. Das mag aber auch daran liegen, dass der Tod des marokkanischen Exilpolitikers Ben Barka für die meisten hier in Deutschland nicht ganz so wesentlich ist wie in Frankreich.

Und wenn man das Buch genau gelesen hat, fallen einem durchgängige Besonderheiten auf, zB die Angewohnheit von Modiano Bücher zu erwähnen, der Inhalt Parallelen zu der vorliegenden Geschichte aufweist: Der Moralist aus der Rue de l’Aude-Zeit des Erzählers, der behauptet hat, man müsse die Menschen, die man liebt, immer so nehmen, wie sie sind, und dürfe vor allem keine Rechenschaft von ihnen verlangen. Rupert von Hentzau von Anthony Hope (64) oder Finis les rêves (Aus der Traum), in einem Regal mit antiquarischen Büchern entdeckt.

Vor allem aber hat mich die Fähigkeit Modianos begeistert in Bildern zu erzählen. Das leere Zimmer mit der brennenden Lampe (53), wo Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen. Oder das Bedürfnis, aus dem Auto auszusteigen, es im Verkehrsstau stehenzulassen und zu Fuss die Straße hinaufzuschlendern. Ein Gefühl der Leichtigkeit, der Schwerelosigkeit. Es sind poetische Momente, ruhig und stimmungsvoll. Mit ganz viel Atmosphäre.

Die Türen zur Vergangenheit. Eine Einladung seine eigene Geschichte selber zu reflektieren? Was ist besser, andere so zu nehmen wie sie sind, oder sie einem Verhör zu unterwerfen, um zeitnah alle Unklarheiten zu beseitigen? Wie gesagt, für mich war es mehr als nur eine Liebesgeschichte. Ein Buch voller Weisheiten. Eine Einladung zum Nachdenken. Danke, Patrick Modiano, für dieses Leseerlebnis.


Hochzeitsnacht
Hochzeitsnacht
von Susan Minot
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fragmente eines Lebens, 16. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Hochzeitsnacht (Gebundene Ausgabe)
Ann Lord. 65 Jahre alt. Krebs. Während sie in ihrem Schlafzimmer im Bett liegt und sich an ihr Leben erinnert, versammeln sich im Haus ihre Kinder.

Diese Geschichte von Susan Minot ist tatsächlich nicht einfach zu lesen. Eine Aneinanderreihung von Fragmenten. Erinnerungen an ihre drei Männer. Phil, Ted und Oscar. Erinnerungen an eine ganz bestimmte Hochzeit im Jahr 1954. Gespräche mit einem Mann, den sie dort getroffen hat. Eine intensive, aber kurze Beziehung, da er bereits einer Anderen versprochen war, die schwanger war. Dazwischen das Geschehen im Hier und Heute. Die vier Kinder Constance, Margie, Teddy und Nina. Die Krankenschwester. Besuche von Freunden und Bekannten. Es sind kurze Bruchstücke, die sich abwechseln. Man braucht eine gute Erinnerung, um die Personen richtig zuzuordnen. Am besten liest man das Buch an einem Stück oder innerhalb kurzer Zeit, um nicht den Überblick zu verlieren.

(wird noch ergänzt)


Allmen und die verschwundene María
Allmen und die verschwundene María
von Martin Suter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4.0 von 5 Sternen Dieser Johann Friedrich von Allmen wird mir immer sympathischer!, 5. Februar 2016
Zugegeben, in der gebundenen Ausgabe ist dieses Büchlein mit seinen 224 Seiten nicht unbedingt günstig. Wer die Kosten scheut, kann es aber so machen wie meinereiner und das Buch einfach in der Stadtbibliothek ausleihen. Auf diese Art und Weise gibt es keine Fehlkäufe und keine damit verbundenen Enttäuschungen mehr.

Zum Inhalt:
Die Dahlien sind zurück und dafür fehlt auf einmal Maria, Mitglied des Ermittlerteams 'The Art of Tracing Art' und Freundin seines unersetzbaren Gehilfen Carlos. Dass sowohl Carlos wie auch Maria für den Lebemann von Allmen nicht nur Mitarbeiter sondern sehr viel mehr sind, wird hier in diesem Buch deutlich. Von Allmen setzt buchstäblich Himmel und Hölle in Bewegung, um Maria zu finden. Er wühlt im Müll, watet im Morast, und arbeitet sogar mit der Polizei zusammen. Egal welchen Prinzipien er bislang folgte, für Maria setzt er sämtliche Regeln ausser Kraft. Es geht ihm nur noch um eines: Sie zu retten.

"Denn Reichtum maß er nicht daran, wie viel Geld jemand hatte."

Dieses Buch mag vordergründig ein Krimi sein, in dem es um eine Entführung geht. Martin Suter wäre nicht Martin Suter, hätte er darin nicht auch noch eine andere Botschaft versteckt. Während sich eine der Figuren als käuflich herausstellt, gewinnt Johann Friedrich von Allmen an Menschlichkeit. Einer für alle, alle für einen, nie hat das Motto der Musketiere besser gepasst als bei diesem Ermittlerteam, das sich aus von Allmen, Carlos und Maria zusammensetzt. Gut gemacht, Martin Suter!
Von mir eine klare Lese- und Ausleihempfehlung!

PS: Man muss Allmen und die Dahlien nicht unbedingt gelesen haben. Die Vorgeschichte wird zu Beginn des Buches kurz erzählt.


Hagen von Tronje
Hagen von Tronje
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine etwas andere Darstellung als ich sie in Erinnerung hatte., 2. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Hagen von Tronje (Taschenbuch)
Lang ist es her, dass ich mich zuletzt mit dem Nibelungenlied beschäftigt habe. Siegfried, der Drachentöter, ein strahlender Held, der hinterrücks von Hagen ermordet wird. Daran habe ich gedacht, als ich dieses Buch in unserem hiesigen öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe. Es war schon etwas nass vom Regen und ich habe es spontan mitgenommen, um es daheim zu trocknen und meine Erinnerung aufzufrischen. Aber – Überraschung! – Wolfgang Hohlbein erzählt die Geschichte der Nibelungen neu.

Hagen ist bei ihm ein Mensch, der zutiefst menschlich ist. Als ihn ein Kind anspricht, das seine Ziege scheinbar verloren hat, folgt er der Kleinen und bietet ihrer Mutter ein Geldstück als Ersatz an. Er kämpft nicht aus Spaß. „Diese Waffe ist kein Spielzeug“, so erklärt er einem angetrunkenen Siegfried, der sich mit ihm messen will. Er zögert und zaudert, flieht lieber als sich unangenehmen Entscheidungen zu stellen, insbesondere dann, wenn es seinen Herrn und König Gunther und dessen Schwester Kriemhild betrifft. Er weigert sich, Siegfried hinterrücks zu ermorden, stellt sich seinem Gegner dann aber in einem ehrlichen Duell, wo er sehr viel geringere Chancen hat. Er macht Fehler, sieht sich ausserstande dem Rat der weisen alten Kräuterfrau, der er mehrmals begegnet zu folgen. Kein Bösewicht, sondern für mich wahrlich der Held der Geschichte.

Ganz im Gegensatz dazu Siegfried. Ein Raufbold. Gewissenlos. Nur auf sein eigenes Wohlbefinden erpicht. Er hintergeht seinen Gastgeber Gunther mit dessen Schwester. Vergisst das Eheversprechen, das er Brunhild gegeben hat, um Kriemhild zu freien, die er in der Hochzeitsnacht prompt mit Brunhild betrügt. Sein Kampfstil gleicht einem Abschlachten. Brutal, kompromisslos und unbarmherzig. Er schickt seine Männer los, um Hagen zu ermorden.

„Wen interessiert schon die Wahrheit, Hagen?“ Sagt Gunther zu seinem Ratgeber. Der Krieg gegen die Sachsen und Dänen ist vorbei. Lüdegast und Lüdeger, das Brüderpaar, besiegt von Siegfried. Scheinbar im Alleingang. Dass Hagen in der Schlacht sein linkes Auge verloren hat, dass unzählige Männer Gunthers im Kampf gestorben sind oder schwer verwundet wurden, all das zählt nicht, wenn Siegfried seinen Auftritt hat. Die Sympathien der Bevölkerung gelten ganz klar ihm. Gunther hingegen gilt als Schwächling. Denn leider zählt der Schein oft mehr als die Wahrheit.

Die Geschichte beginnt mit der Rückkehr Hagens von einer längeren Erkundungsreise an die Grenzen des Burgunderreiches. Trotz einer längeren Periode des Friedens und Wohlergehens sieht der 43-jährige Recke die Zeichen bevorstehender Veränderungen. Die alten Götter werden vom immer weiter aufstrebenden Christentum verdrängt. Der Abzug der römischen Legionen vom Rhein und der damit verbundene Friedensvertrag sind nicht gleichbedeutend mit einer weiteren Periode der Entspannung und des Ausgleiches. Das Burgunderreich befindet sich im Wandel, einem unaufhaltsamen Wandel.

„Das Geschlecht der Burgunder wird untergehen,“ sagt die Kräuterfrau zu Hagen. Eindringlich beschwört sie ihn zu gehen, Worms zu verlassen. Vergeblich. Er kann und will das Versprechen, das er Gunthers Vater gab, nicht brechen. Schmerzen, Blut, Tränen und Verrat und sieht die Alte auf ihn zukommen. Eine Frau wird es sein, die ihm den Untergang bringt.

Das Buch endet mit dem Tod Siegfrieds. Während sich Hagen Gedanken über die Vergänglichkeit alles Seins macht, denkt Kriemhild nur an Rache. Was für eine Schlusssequenz!

Leider, leider gibt es aber auch ein paar Logikfehler. Beispiele:
(440) „Er hat zweimal versucht, Euch zu töten, und er wird es wieder versuchen“, sagt Alberich zu Hagen. Zweimal? Das eine Mal auf Island, als sich Hagen auf dem Weg zu Brunhilds Festung befand, war nicht zu überlesen. Aber wann war der zweite Versuch? Vielleicht am Ende des ersten Teils (313ff) als Hagen dabei ist, nach Tronje zurückzukehren, und Siegfried ihm gesteht, dass er sich mit dem Gedanken trug, ihn zu töten, im selben Moment aber feststellt, dass es nichts mehr nutzen würde. Nein, das war zwar ein offenes Gespräch unter zwei Männern, aber kaum ein ernstgemeinter Tötungsversuch. Vor allem keiner, bei dem Alberich Hagen geschützt hat. Wenn es aber nicht diese Szene war, welche dann?
(211) „Lüdegast? Der König der Dänen selbst?“ fragt Siegfried den neben ihm ausharrenden Hagen. Er scheint seinem Gegner noch nie persönlich begegnet zu sein, was klar im Widerspruch zu Hagens Bericht über einen Besuch Siegfrieds am dänischen Hof (344f) steht.
Derartige Unstimmigkeiten konnten meine Lesefreude aber nicht trüben. Deswegen gibt es auch keinen Punktabzug.

Mein Fazit:
Eine fulminante, eine spannende Neuerzählung der Geschichte von Hagen, Siegfried, Kriemhild und Gunther. Die Interpretation von Wolfgang Hohlbein entspricht zwar nicht so ganz dem, was ich bislang gehört hatte, aber sie hat mir gefallen. Ungewohnte Blickwinkel ermöglichen eine ganz andere Sicht auf die handelnden Figuren. Treue Anhänger des Nibelungenliedes werden dies aber möglicherweise anders sehen. An diese Leser deswegen eine Warnung, an alle anderen eine Leseempfehlung.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20