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Rezensionen verfasst von
Beatrice Berger (Oberfranken)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 13
Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 13
von Minami Ozaki
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen vor dem Finale..., 30. Mai 2013
Der Beginn des Bandes findet Izumi noch immer und mit heftigen Selbstmordgedanken in einem (amerikanischen) Krankenhaus, weil er mittlerweile den Glauben an Wunder restlos verloren hat. Koji ist nach der Attacke auf Izumi auf der Flucht, hauptsächlich, aber nicht nur, vor sich selbst. Zu Izumi hat er keinen Kontakt, da der vor ihm systematisch abgeschirmt wird. In dieser Situation wird ihm mitgeteilt, dass Izumi nicht mehr lebt. Da Koji in Japan von der Polizei gesucht wird und auch allgemein nicht erkannt werden will (schließlich hat er immer noch das Bedürfnis, sich an seinem Bruder Akihito für den Anschlag auf Izumi zu rächen), lässt er sein Aussehen medizinisch total (aber nicht zum Besseren, sorry) verändern und gelangt nach Japan, wo schon seine wohlmeinenden Brüder auf ihn warten, um ihn abzufangen…

Ich muß gestehen, bei mir hatten sich nach Band 8 gewisse Ermüdungserscheinungen breitgemacht (die ungefähr bei Band 5 oder 6 begonnen hatten). Band neun habe ich trotz mehrmonatiger Pause nur mit einem gewissen inneren Widerstreben zur Hand genommen; ich war positiv überrascht (und habe dann bis zu Band 13 praktisch in einem Rutsch durchgelesen). Nachdem ich zwischenzeitlich fast der Ansicht war, die Serie sei überbewertet und die Autorin habe nach den ersten fünf Bänden der Bronze-Serie nicht weiter machen sollen, habe ich diesen Gedanken mittlerweile fallen lassen. Die Autorin spart nicht mit Melodramatik und Pathos (und das ist mir persönlich oft ein bisschen zu viel), sie spart auch nicht mit grell gezeichneten und überzeichneten, fast schon kitschigen Bildern (das wird mir persönlich allerdings schnell zu viel) – und ich kann weder jedes Bild entschlüsseln noch jede Szene vollständig verstehen, aber die Geschichte ist es wert, dass man durchhält und sie durch ihre Windungen und Umwege mitverfolgt.


Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 12
Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 12
von Minami Ozaki
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Wunder heißen Wunder, weil..., 30. Mai 2013
Auf der Suche nach einem möglichen medizinischen Wunder fliegen Izumi und Koji in die USA, wo Izumi zwar Fortschritte macht, das Wunder bleibt allerdings aus. Koji, der in der ersten Zeit einen unerwarteten Kreativitätsschub hatte, versinkt bald ebenso in Lethargie wie Izumi. Eine gemeinsame Nacht, die einmal zärtlich angefangen hatte, bringt die nächste Katastrophe, während sich zu Hause in Japan bei Kojis Brüdern Hirase und Akihito die Dinge, wie soll man sagen, "interessant“ zu entwickeln beginnnen…

Ich muß gestehen, bei mir hatten sich nach Band 8 gewisse Ermüdungserscheinungen breitgemacht (die ungefähr bei Band 5 oder 6 begonnen hatten). Band neun habe ich trotz mehrmonatiger Pause nur mit einem gewissen inneren Widerstreben zur Hand genommen; ich war positiv überrascht (und habe dann bis zu Band 13 praktisch in einem Rutsch durchgelesen). Nachdem ich zwischenzeitlich fast der Ansicht war, die Serie sei überbewertet und die Autorin habe nach den ersten fünf Bänden der Bronze-Serie nicht weiter machen sollen, habe ich diesen Gedanken mittlerweile fallen lassen. Die Autorin spart nicht mit Melodramatik und Pathos (und das ist mir persönlich oft ein bisschen zu viel), sie spart auch nicht mit grell gezeichneten und überzeichneten, fast schon kitschigen Bildern (das wird mir persönlich allerdings schnell zu viel) – und ich kann weder jedes Bild entschlüsseln noch jede Szene vollständig verstehen, aber die Geschichte ist es wert, dass man durchhält und sie durch ihre Windungen und Umwege mitverfolgt.


Bronze-Zetsuai since 1989
Bronze-Zetsuai since 1989
von Minami Ozaki
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen symbolische Bilder im Mittelpunkt, 30. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Bronze-Zetsuai since 1989 (Taschenbuch)
Izumi erwacht aus der Narkose und muß sich an die Diagnose der Ärzte gewöhnen, die ihm sagen, dass er nie wieder wird laufen (geschweige denn Fußball spielen!) können. Er und Koji versuchen, sich mehr oder weniger mit der Situation zu arrangieren. Allerdings ist da noch ein Problem: Koji weiß, dass es sich bei dem Unfall um einen Anschlag seines Bruders Akihito gehandelt hat, will dies aber gegenüber Izumi verheimlichen. Izumi hat den Täter gesehen und erinnert sich zunächst bruchstückhaft an dessen Ähnlichkeit mit Koji. Das Potential für das nächste Problem ist da…

Ich muß gestehen, bei mir hatten sich nach Band 8 gewisse Ermüdungserscheinungen breitgemacht (die ungefähr bei Band 5 oder 6 begonnen hatten). Band neun habe ich trotz mehrmonatiger Pause nur mit einem gewissen inneren Widerstreben zur Hand genommen; ich war positiv überrascht (und habe dann bis zu Band 13 praktisch in einem Rutsch durchgelesen). Nachdem ich zwischenzeitlich fast der Ansicht war, die Serie sei überbewertet und die Autorin habe nach den ersten fünf Bänden der Bronze-Serie nicht weiter machen sollen, habe ich diesen Gedanken mittlerweile fallen lassen. Die Autorin spart nicht mit Melodramatik und Pathos (und das ist mir persönlich oft ein bisschen zu viel), sie spart auch nicht mit grell gezeichneten und überzeichneten, fast schon kitschigen Bildern (das wird mir persönlich allerdings schnell zu viel) – und ich kann weder jedes Bild entschlüsseln noch jede Szene vollständig verstehen, aber die Geschichte ist es wert, dass man durchhält und sie durch ihre Windungen und Umwege mitverfolgt.


Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 10
Bronze-Zetsuai since 1989: Bronze, Band 10
von Minami Ozaki
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Die Haupthandlung macht fast Pause..., 30. Mai 2013
Die Haupthandlung der Geschichte macht in diesem Band macht keine grossen Fortschritte, vielleicht auch deswegen, weil nur 69 der gut 200 Seiten dieser Haupthandlung gewidmet sind. Kojis Bruder Akihito hatte sich in sein Auto gesetzt und am Zebrastreifen gewartet, bis Izumi ihn überquert. Izumi liegt nun bewusstlos im Krankenhaus, er weiss noch nicht, dass er nie wieder wird laufen können. Aber Koji weiss es – und denkt sich prompt, "Erlösung“ sei die Lösung.

Der Rest des Bandes wird von vier sich abgeschlossenen Episoden gefüllt, die ich persönlich alle lesenswert, gelungen und auch erholsam finde – nicht immer Auf und Ab, Mord und Totschlag, Blut, Egoismus und Opferbereitschaft, sondern auch mal wieder ein Ausflug in Koji Nanjos liebenswerte Familie...

Ich muß gestehen, bei mir hatten sich nach Band 8 gewisse Ermüdungserscheinungen breitgemacht (die ungefähr bei Band 5 oder 6 begonnen hatten). Band neun habe ich trotz mehrmonatiger Pause nur mit einem gewissen inneren Widerstreben zur Hand genommen; ich war positiv überrascht (und habe dann bis zu Band 13 praktisch in einem Rutsch durchgelesen). Nachdem ich zwischenzeitlich fast der Ansicht war, die Serie sei überbewertet und die Autorin habe nach den ersten fünf Bänden der Bronze-Serie nicht weiter machen sollen, habe ich diesen Gedanken mittlerweile fallen lassen. Die Autorin spart nicht mit Melodramatik und Pathos (und das ist mir persönlich oft ein bisschen zu viel), sie spart auch nicht mit grell gezeichneten und überzeichneten, fast schon kitschigen Bildern (das wird mir persönlich allerdings schnell zu viel) – und ich kann weder jedes Bild entschlüsseln noch jede Szene vollständig verstehen, aber die Geschichte ist es wert, dass man durchhält und sie durch ihre Windungen und Umwege mitverfolgt.


Bronze - Zetsuai since 1989, Bd.9
Bronze - Zetsuai since 1989, Bd.9
von Minami Ozaki
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Atempause, 30. Mai 2013
Band 9 der Serie überrascht den Leser mit einer Atempause: keine hysterischen Anfälle, keine Szenen, keine Selbstmordversuche – die Atempause hält zumindest bis Seite 183 (manueller Zählung) an, und sie wird, ehrlich gesagt, auch dringend benötigt. Izumi hat sich. Von seiner Verletzung erholt und legt einen glänzenden Karriereauftakt als Profußballer hin, Koji verhält sich verhältnismäßig vernünftig, ms hat eine neue, erfolgreiche Platte, und die Autorin bringt es bis zu einem kleinen Hauch von Ironie – das Leben könnte so schön sein, wäre da nicht Seite183…

Ich muß gestehen, bei mir hatten sich nach Band 8 gewisse Ermüdungserscheinungen breitgemacht (die ungefähr bei Band 5 oder 6 begonnen hatten). Band neun habe ich trotz mehrmonatiger Pause nur mit einem gewissen inneren Widerstreben zur Hand genommen; ich war positiv überrascht (und habe dann bis zu Band 13 praktisch in einem Rutsch durchgelesen). Nachdem ich zwischenzeitlich fast der Ansicht war, die Serie sei überbewertet und die Autorin habe nach den ersten fünf Bänden der Bronze-Serie nicht weiter machen sollen, habe ich diesen Gedanken mittlerweile fallen lassen. Die Autorin spart nicht mit Melodramatik und Pathos (und das ist mir persönlich oft ein bisschen zu viel), sie spart auch nicht mit grell gezeichneten und überzeichneten, fast schon kitschigen Bildern (das wird mir persönlich allerdings schnell zu viel) – und ich kann weder jedes Bild entschlüsseln noch jede Szene vollständig verstehen, aber die Geschichte ist es wert, dass man durchhält und sie durch ihre Windungen und Umwege mitverfolgt.


Inspektor Jury lichtet den Nebel: Roman
Inspektor Jury lichtet den Nebel: Roman
von Martha Grimes
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

3.0 von 5 Sternen Serienband 6, 30. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vor zwanzig Jahren war eine junge Frau ermordet worden. Als Täter wurde ein Meidzinstudent verurteilt, der nun aus dem Gefängnis von Dartmoor entlassen wurde. Der ermittelnde Kommissar glaubt unverändert, dass dieser Junge die Tag damals nicht begangen haben konnte. Doch mit einm Mal häufen sich die Morde in der Gegend. Die Eltern der Opfer haben –zumindest meistens – irgendeinen Bezug zu den damaligen Ermittlungen.

Gegen die Erzählweise lässt sich bei diesem Band nichts sagen. Er ist kurzweilig geschrieben, ohne die Längen, die Martha Grimes ihren Lesern gelegentlich zumutet. Sie hält sich nicht mit der seitenfüllenden und überflüssigen Beschreibung von Antiquitäten auf (gelegentliche Beschreibungen des Interieurs oder von Kleidungsstücken bleiben dem Leser selbstverständlich auch dieses Mal nicht erspart, wäre bei M.G. auch das erste Mal), auch Szenen in Long Piddleton halten sich erfreulich knapp im Rahmen. Was aber wirklich stört, ist die fehelnde Logik in der Geschichte. Das die Ermittler eine Frage nicht stellen, die sich aufdrängt, fällt recht früh auf und hängt in der Folge wie eine Schatten über der Dramaturgie – man wartet, dass mit der fehlenden Information weitergemacht wird, und wartet, und verliert dabei das Interesse an der Handlung…

Die Handlung selbst ist nicht sonderlich ausgewogen komponiert, man könnte auch sagen, das alles ist ein bisschen gezwungen: die Mordserie als solche als auch die Logik zwischen den einzelnen Teilakten. Aber Mr. Macalvie ist ein echter Gewinn!


Artemis Fowl - Der Atlantis-Komplex: Der siebte Roman (Ein Artemis-Fowl-Roman, Band 7)
Artemis Fowl - Der Atlantis-Komplex: Der siebte Roman (Ein Artemis-Fowl-Roman, Band 7)
von Eoin Colfer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen arm an Handlung und wenig originell, 30. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Artemis merkt im siebten und vorletzten Band der Serie selbst, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist: da ist nicht nur seine zunehmende Paranoia, er ist auch noch auf die Zahl 5 fixiert, und hat panische Angst vor der Zahl 4, dem chinesischen Symbol für den Tod. Für Holly Short. Ist klar, dass er unter dem ominösen "Atlantis-Komplex“ leidet, der in erster Linie durch Schuldgefühle hervorgerufen wird und sich im ersten Stadium durch heftige Zwangsstörungen äussert. Sein vorübergehender Ausfall macht es nicht leichter, die Welt zu retten, als Oberschurke Nr. 2 (Turnball Root, Commander Roots grosser skrupelloser Bruder) den Ausbruch aus seinem Gefängnis plant…

Obwohl ich finde, dass dieser Atlantis-Komplex gar keine schlechte Metapher für die beunruhigenden Vorgänge ist, die sich im Laufe der Pubertät im Geist und Körper so abspielen, ist dieser Band wirklich keine Glanzleistung. Er leidet unter viel zu wenig Handlung pro Seite, und die wenige Handlung klingt wie ein Aufguss bereits bekannter Elemente. Ein wirklich positiver Aspekt ist, dass Eoin Colfer gegen die belletristischen Gesetze verstößt, die es (angeblich, meine Meinung ist das nicht!) verbieten, dass der Schurke ohne Wenn und Aber lieben kann. Turnball Root kann!

Ich hoffe, dass der Abschlussband (ich habe ihn noch nicht gelesen) das grandiose Finale wird, das die Serie verdient!


Der Tod des Teemeisters: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Der Tod des Teemeisters: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Yasushi Inoue
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

4.0 von 5 Sternen Der Klappentext führt in die Irre!, 29. Mai 2013
Der Buchklappentext (der nicht der Grund für Kaufen&Lesen des Buches war) spricht von "sein Schüler, der Mönch Honaku, forscht nach den Gründen für den geheimnisumwitterten Tod und deckt Intrigen und geheime Machenschaften auf.“ Wenn das stimmt, dann habe ich davon nichts bemerkt.
- Denn erstens ist da nichts am Tod des Teemeisters Rikyu "geheimnisumwittert“, vielmehr steht am Anfang wie am Ende des Buches fest, dass dieser auf Geheiß des Shogun hat Selbstmord begehen müssen,
- zweitens "forscht“ der Ich-Erzähler und Mönch erst mal eher nicht, sondern zieht sich über Jahre hinweg mit seinen Fragen in die Einsamkeit zurück und verdrängt seine Erlebnisse, bis er von Toyobo, dem ersten einer Reihe durchweg schon betagter Besucher, wieder sehr vorsichtig und subtil an das Vergangene erinnert wird,
- und drittens ist von Intrigen und geheimen Machenschaften (da soll man nach dem Willen des Buchklappentextverfassers an etwas im Stil von Dan Brown denken, nehme ich an) nur so subtil die Rede, dass ich am Ende der Lektüre ehrlich gesagt nicht sicher war, ob da tatsächlich etwas ist (außer Philosophie) oder ich nur etwas in den Text hineinlese, weil der Buchklappentext mir suggeriert, es müsse doch drin sein.

Soviel zur Rezension des Klappentextes, aber wie ist das nun mit dem Buch? Der Stil ist brillant (dafür bürgt der Autor), und ich habe bei einem Buch von Yasushi Inoue selbstverständlich keinen Krimi erwartet, aber ich hätte mir gewünscht, mit einem Text konfrontiert zu werden, der mir im Ansatz die Chance lässt, dass ich ihn verstehe. Und dass ich herausfinde, ob der Autor mir damit etwas sagen will, und wenn ja: was das sein könnte. Und, tut mir leid, ich muß passen.


Inspektor Jury bricht das Eis
Inspektor Jury bricht das Eis
von Martha Grimes
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Serienband 5, 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inspektor Jury bricht das Eis (Taschenbuch)
Ich lobe ja die wenigsten Bände dieser Serie, aber dieser hier ist im negativen Sinn ein Höhepunkt.

Richard Jury, schon lange kein Inspektor mehr, sondern immerhin Superintendent, lernt in dem mehr oder weniger malerischen Dorf Washington (dort gibt es an sich nichts besonders, bis auf den Namen) auf dem Zwischenstop einer Reise zu seiner Cousine in Newcastle eine Frau kennen, die ihn sofort fasziniert. Als er zum nächsten Date erscheint, ist Helen Minton bereits tot. Daß es Selbstmord ist, kann er ausschließen, dass es Gift war, steht fest.

Melrose Plant und Lady Ardry (samt Vivian Rivington und Butler Ruthven) sind ganz in der Nähe zu Gast, auf Spinney Abbey, wohin der Literaturkritiker Charles Seaingham Bekannte und literarisch Bewanderte zum Weihnachtsbesuch geladen hat. Daß ein allgemein unbeliebter weiblicher Gast (leider nicht Lady Ardry, würde Melrose Plant jetzt sagen) hinterrücks erschossen wird, ist das eine, aber dieser Gast trug das Cape von Mr. Seainghams Gemahlin...

Neben einer gewissen Langatmigkeit, die von gelungenen Charakteren wie Tommy und Alex nur unvollkommen ausgeglichen wird, sind es zahlreiche Einzelpunkte, die an diesem Band negativ ins Gewicht fallen:
- die Umständlichkeit, mit der Frau Grimes das jeweils benötigte Personal (und Lady Ardry, obwohl die nicht benötigt wird) an den Tatort befördert, ist schon in anderen Bänden ein Problem. In diesem ist die Grenze zum Gekünstelten deutlich überschritten.
- Die Häufigkeit, mit der der kriminalistische Nicht-Profi Melrose Plant in die Nähe eines vorsätzlich getöteten Opfers anzutreffen ist (und zwar schon bevor Jury ihn hinzuzieht!), ist geradezu haarsträubend. Im wahren Leben passiert das höchstens einem Serienkiller – und die sind glücklicherweise selten.
- Wenige Bände dieser haben eine so starke Neigung, die soziale Schichtung der englischen Gesellschaft so fast schon beleidigend gegenüber den "unteren Klassen“ zu betonen (Agatha Christie und Enid Blyton können das allerdings auch). Das gilt nicht nur für die abfällige Darstellung von Lady Susan Assington als früheres "Lehrmädchen aus Lambeth“ und die Kundschaft des "Jerusalem Inn“, sondern auch für die Charakterisierung von Detective Sergeant Cullen.
- Symptomatisch dafür ist, dass die Autorin eine komplette Gruppe von Verdächtigen auf Spinney Abbey unterschlägt: die dienstbaren Geister kommen nicht einmal in die nähere Betrachtung. Vielleicht wurden sie ja auch von Grace Seaingham so intensiv ignoriert, dass einer von ihnen zum Gewehr griff?
- Die Handlung ist so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass ich sie an sich nur als unlogisch bezeichnen kann. Erst geschieht nichts, was die Aufklärung fördert (außer dass falsche Theorien erörtert werden), und dann weiß der Superintendent auf einmal die Lösung, ohne diese in irgendeiner Form mit der Spurenlage abgleichen zu müssen.
- Und was mich wirklich heftig nervt, ist der Alkoholkonsum aller Beteiligten, der langsam an Dashiell Hammett erinnert (und das heißt was!) – es geht nicht mehr darum, ob jemand in einer konkreten Situation ein alkoholisches Getränk haben möchte, vielmehr bestehen weite Teile der Handlung darin, dass jemand gerade starkes alkoholisches Getränk (nämlich das, auf das er jeweils abonniert ist) nach dem anderen in sich hineingießt, als sei es selbstverständlich, dass jeder jeden Abend dicht ist.


The Oracle Glass
The Oracle Glass
von Judith Merkle Riley
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,23

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da bei der deutschen Übersetzung Stellen fehlen: wenn es geht, das Original lesen!, 21. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Oracle Glass (Taschenbuch)
Zum Inhalt verweise ich auf andere Rezensionen. Nur so viel: Das philosophische Leitmotiv von "The Oracle Glass" (Dt.: "Die Hexe von Paris") ist die Ich-Erzählerin Genevieve Pasquier (sehr gut eingepasst in die wirkliche Geschichte: Pasquier war eine bedeutende Juristenfamilie), die an Vernunftgebrauch, Logik und Philosophie glaubt. Dabei gerät sie in die Pariser "Szene" des 17. Jahrhunderts, die von Wahrsagerei über Abtreibung, Schwarze Messen; Falschmünzerei und Giftmord so ziemlich alles betreibt, was vernunftwidrig, unlogisch und jeder Philosophie zuwider ist; damit gerät sie in Schwierigkeiten und versehentlich in die hohe Politik, um kurz vor dem Abgrund zu eine unlogische, unvernünftige und unbezahlbare Größe namens "Liebe" zu entdecken...

In diesem Fall: wenn es möglich ist, das englische Original lesen. Es heißt zwar in einigen Rezensionen, die Sprache sei so altertümlich. Aber so altertümlich ist die Sprache nicht, daß es Hexenwerk (Verzeihung!) wäre, das Original zu lesen - wer gewöhnliche zeitgenössische englische Prosa einigermaßen lesen kann, kann sich dieses Buch ohne weiteres zutrauen.

Denn mit den deutschen Übersetzungen von Merkle-Riley-Büchern ist es zumindest manchmal nicht so ganz einfach. Zweifel kamen mir in diesem Zusammenhang erstmals, als mir zufällig das erste Kapitel von "The Serpent Garden“ (dt.: "Die Suche nach dem Regenbogen“) im englischen Original in die Hände fiel, das einen völlig anderen Einstieg in die Geschichte hatte als die deutsche Fassung. Nachdem ich das Original dann ganz gelesen hatte, konnte ich nur noch zu dem Ergebnis kommen: das ist im Englischen ein komplett anderes Buch als im Deutschen – ich habe schon viel erlebt mich schludrigen, schlampigen und übelst verstümmelten Übersetzungen, aber dass ein Lektorat ganze Handlungsstränge herausnimmt, dies durch selbst geschaffene Überleitungen kaschiert und den verbleibenden Handlungssträngen einen teilweise deutlich anderen Akzent verleiht als sie im Original haben, das habe ich in dieser Form noch nie gesehen. Daß meine Kritik an so einer Vorgehensweise nicht deutlich harscher ausfällt, liegt daran, dass ich beim "Serpent Garden“ ein wenig mit mir selbst hadere: die deutsche Bearbeitung hat nämlich ein aberwitzig gutes Buch hervorgebracht, und ich fürchte fast, ich muß es so sagen: ein besseres als das Original.

Man verzeihe meine Weitschweifigkeit, aber nach dieser Erfahrung wollte ich wissen, wie es sich mit den anderen fünf Merkle-Riley-Büchern verhält. Für "The Oracle Glass“ bzw. "Die Hexe von Paris“ kann ich nur sehr eingeschränkt Entwarnung geben:
a) auch hier wurde gekürzt, wenn auch nicht so heftig wie bei "The Serpent Garden“
b) den Charakter des Buches hat es nicht geändert, immerhin!
c) aber die entfallenen Stellen hätten unbedingt in die deutsche Ausgabe aufgenommen werden müssen.

Ausgemerzt (und das auch nur unvollständig, denn es blieben Rückstände, die beim aufmerksamen Leser mehrmals den verwirrenden Eindruck hinterlassen, ihm sei früher im Buch eine Information entgangen) wurden hier im Wesentlichen drei Handlungsstränge, auf die die Autorin in kurzen Episoden allerdings immer wieder zurückkommt:
- die gesamte polizeiliche Reaktion auf das Treiben der Hauptpersonen: La Reynies Irritationen im Hinblick auf Madame de Morville; die Schlinge, die sich von dieser Seite aus langsam zuzieht; Desgrez’ Jagd nach Madame de Brinvilliers etc.
- die Furcht Genevieves vor einer Entdeckung durch ihren geldgierigen Bruder (das Kapitel, mit seinem Besuch wurde komplett umgeschrieben)
- Florent d’Urbecs Zeit auf der Galeere und jede spätere Erinnerung daran (was einiges erhellt)

Bei diesem Buch finde ich das ganz und gar nicht gut - und plädiere doch deutlich für das Original!


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