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Steffi von schlunzenbuecher.blogspot.de "http://schlunzenbuecher.blogspot.de"

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Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
von Jennifer L. Armentrout
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen besser als teil 1, 28. Dezember 2014
Katy hat das Geheimnis herausgefunden und Dee, Daemon und sie verschmelzen zu einer harten Einheit, besonders nachdem Daemon Katy geheilt hat. Denn nun sind die beiden unwiderruflich durch ein zartes Band für alle Ewigkeit aneinander gebunden - ob sie das mögen oder nicht. Doch Katy muss schmerzlich erfahren, dass das nicht das einzige ist, was sich verändert hat. Plötzlich treten gleich zwei Männer mehr oder weniger aktiv in ihr Leben und es geschehen Dinge, die Katy sich niemals hat träumen lassen.

Katy wehrt sich sehr lange gegen diese Verbindung und auch gegen ihre Gefühle für Daemon, da sie selbst nicht in der Lage ist zu differenzieren, was echt ist und was durch die Verbindung entsteht.
Wir finden in diesem Buch gleich mehrere neue Charaktere, hauptsächlich aber Blake und Will in zwei Hauptrollen. Besonders Blake trägt maßgeblich zum Verlauf der Handlung bei. Man mag ihn, und man hasst ihn gleichzeitig.
Für mich als Leser war schon sehr früh klar, worauf dieser Teil hinausläuft, wie sich manche Dinge entwickeln werden - ebenso wie im letzten Teil. Das tut der Spannung des Ablaufes aber keinen Abbruch und ermüdet den Lesern nicht im Geringsten.
Ich habe schon den ersten Teil verschlungen und konnte den zweiten kaum erwarten, und ich habe mir nicht zu viel versprochen. In passendem Anschluss an Obsidian überzeugt die Autorin mit Wortgewandtheit, entzückenden neuen und alten Charkateren, spannenden Abläufen, neuen spektakulären Handlungsorten, überraschenden Wandlungen und mit der besonderen Hass-Liebe, von der man auch nun immernoch nicht sagen kann ob sie ausgestanden ist oder nicht. Man hasst Daemon für seine Überheblichkeit und liebt ihn für seine erotische Ader, so wie man Katy ebenfalls für manche Dinge gleichermaßen hasst und liebt. Die beiden sind ein klassischer Fall von "sie können nicht mit- und nicht ohneeinander!"

"Auch wenn die Worte bislang noch nicht gesagt worden waren, sprach aus jeder Berührung, jedem sanften Stöhnen Liebe. ER musste sie gar nicht aussprechen, denn ich war von seiner Liebe für mich umgeben. Die Zeit stand für uns still."

In diesem Teil hatt ich das Gefühl, dass mehr die Handlung, als die Liebe der Beiden im Vordergrund stand, was ich begrüßt habe. Dennoch kam nichts zu kurz.

Ich liebe es, wie die Autorin es schafft, immer neue Edelsteine einfließen zu lassen und ihnen eine wirkliche richtige Bedeutung und sogar eine Rolle in diesem Buch zu geben. Das ist mal was ganz anderes, ein vollkommen neuer Aspekt, der so in noch keinem Buch vorgekommen ist, was ich gelesen habe.

Ich bin nach wie vor begeistert, und fand diesen Teil sogar noch besser als Obsidian!
Das Ende hat mich fast zur Verzweiflung gebracht und ich könnte schreien, dass es noch so lang bis zu Teil 3 dauert!!

Von mir gibts volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für diese Reihe!


Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester
Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester
von Charlotte Link
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen guter Erfahrungsbericht, dem das gewisse Etwas fehlt, 28. Dezember 2014
Der eine Arzt sagt, sie hat noch ein Jahr. Der nächste Arzt sagt, es sind noch 2 Jahre. Doch wie auch immer, bei einem sind sie sich alle einig: Franziska wird sterben, sie wird den Kampf gegen den Krebs nicht gewinnen können. Doch das tut sie. Sie sagt dem Krebs den Kampf an, kämpft mit Leibeskräften, besiegt den Krebs und macht aus dem besagten einen Jahr letztlich 6 Jahre, die sie noch gemeinsam mit ihrer Schwester lebt und liebt.

Charlotte Link schrieb dieses Buch über die Leidensgeschichte ihrer Schwester Franziska, weil sie die Welt darauf aufmerksam machen möchte, wie leichtfertig mit Aussagen in Krankenhäusern um sich geschmissen wird, wie mies dem Tode geweihte Personen behandelt werden, was für unfähiges Krankenhauspersonal in Deutschland angestellt ist und wie hart der Kampf ums Überleben wirklich ist.

Franziska erkrankt in jungen Jahren an Morbus Hodgekin, eines Krebsbefalls des Lymphsystems. Diesen Krebs kann man mit einer aggressiven Strahlen- und Chemotherapie recht gut behandeln, und auch sie geht geheilt aus dieser Geschichte raus.
Umso entsetzter ist sie, als 20 Jahre später bei ihr Darmkrebs diagnostiziert wird. Diesem Darmkrebs folgen nach Aussagen und Diagnosen der Ärzte in den folgenden Jahren noch mehr oder minder schlimme weitere Tumore und Metastasen. Mehr oder minder, weil mit jeder neuen Erkrankung ihr Ableben prognostiziert wird. Aber sie überlebt sie alle, sie kämpft an der Seite ihrer Familie, und schaffe es jedes mal aufs neue den Krebs zu besiegen.
Bis sie schließlich von der 20 Jahre zurückliegenden Erkraunkung eingeholt und überrannt wird. Eine Folge, die ihr niemand genannt hat, die niemand prognostiziert hat, auf die sie niemand vorbereitet oder vor der sie niemand gewarnt hat. Denn die Behandlung von Morbus Hodgekin zieht etwa 20 Jahre nach der Behandlung Folgeschäden mit sich. Es kommt zu weiteren Tumoren, und letztlich zu einer Fibrose, die Vernarbung der Lunge, was die Zerstörung des Lungengewebes mit sich bringt und nicht aufzuhalten ist.

Mir hat es unglaublich leid getan, wie stark diese Frau gekämpft hat, und wie wenig sie davon hatte. Sie hat jeden einzelnen Krebs besiegt, einschließlich der "nicht operablen" Metastasen. Ich war erstaunt über ihren Entschluss und ihre Kraft, dem Krebs mit einem Arschtritt zu begegnen, für jede unmögliche Situation einen Arzt zu suchen und zu finden, der es möglich macht.
Aber ebenso schockiert war ich über die unverschönten Aussagen die Charlotte Link hier trifft. Sie versucht dem Leser wirklich die Augen zu öffnen und den unmöglichen Umgang mit Patienten deutlich zu machen. Wie hier mit todkranken Menschen Geld gemacht wird, hat mich absolut schockiert. Mir war bewusst, dass nicht jedes Krankenhaus super ist, und dass das Pflegepersonal auch gestresst ist und manche Dinge untergehen oder auch Diagnosen falscht gestellt werden. Dass es aber so schlimm ist, hätte ich mir nie träumen lassen.
Ich habe allerdings keinen Grund an den hier getroffenen Aussagen zu zweifeln, denn vorstellen kann ich mir das ganze wirklich sehr gut.

"Völlige innere Zerrissenheit ist vermutlich ein typischer Teil des Prozesses, den wir als Familie gerade durchlaufen. Wir wollen, dass sie lebt. Aber wir können ihr Leiden fast nicht mehr ertragen. Sechs Jahre lang habe ich Abend für Abend gebetet, sie möge gesund werden und bei uns bleiben. An diesem 24. Dezember des Jahres 2011 bete ich erstmals darum, dass sie sterben darf. Nicht erst in zwei Jahren. Sondern schnell." (S. 208)

Die Autorin schreibt dieses Buch aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive als Schwester der Erkrankten. Sie berichtet die Dinge ohne Garantie auf medizinische Richtigkeit, so wie sie sie erlebt hat. Sie berichtet von Krankenhausaufenthalten, Diagnosen, Nachfragen von Freunden, dem Abkapseln, dem Aufgeben des Selbst und nächtelangen Google-Recherchen.
Sie tritt in diesem Buch absolut menschlich auf.

Was ich persönlich sehr schade fand, war, dass sie ständig schon weit im Vorraus vorweggenommen hat, was passieren wird. Sie fing an etwas zu erzählen und schiebt dann einen Satz á la "Was sich später aber als falsch rausstellt, weil meine Schwester diese Krankheit gar nicht hatte", und erzählt dann erst von der Diagnose und dem langen Weg des Feststellens, dass dies falsch war.
Das nimmt dem ganzen etwas die Fahrt, und auch die "Spannung", soweit man bei diesem Buch eben von Spannung reden kann, ohne sensationsgeil wirken zu wollen.
Ich hatte mir hier eher eine chronologische Reihenfolge, in eine Art Geschichtsform verpackt, erhofft und war etwas enttäuscht, dass es wirklich ein stupider Tatsachenbericht mit einer Aneinanderkettung von medizinischen Ereignissen ist. Ich bin medizinisch sehr interessiert, und sprachlich war dieses Buch so gut geschrieben, dass ich in einer Nacht durch war. Dennoch fehlte mir das besondere, der "Erzählmodus", die Verpackung, das Gesamtpaket.

Ich konnte leider keine Bindung zu den beiden aufbauen, weshalb ich an keiner Stelle gehofft habe, dass sie doch noch überlebt (denn das wird ja letztlich schon im Klappentext vorweg genommen). Ich habe am Ende auch nicht wirklich weinen müssen, eigentlich war ich nicht mal traurig, weil mir einfach die Emotionalität fehlte. Sie schrieb hin und wieder von Gefühlen die sie hatte, sie hat sie leider aber nicht rüberbringen können.

Ebenfalls haben mir die Personen drum herum etwas an Form und Farbe verloren, je weiter das Buch fortgeschritten ist. Die Autorin beteuert immer wieder, wie wichtig die Familie füreinander war, wie sehr sie sich unterstützt haben.
Doch mit keinem Wort wird erwähnt, wie es den Kindern der Patientin geht. Was ist mit diesen Kindern? Durften die sich überhuapt jemals von ihrer Mutter verabschieden? Was ist mit ihrem Mann?
Die Eltern, die sie die ganze Weile gepflegt und bei sich aufgenommen haben.... Was ist mit ihnen? Wie haben sie dieses Leid verkraftet?
Ich könnte noch tausend Fragen in diese Richtung stellen.

Und letztlich habe ich mir - unabhängig von Bewertung des Inhalts oder sonstiges - immer wieder folgende Frage als Fazit gestellt:
WOFÜR? Wofür hat Tschesie gekämpft? War es das wirklich wert.
Angepriesen wird dieses Buch mit dem Anreißer "man prognostizierte uns 1 Jahr. Am Ende hatten wir 6 Jahre."
Aber was war in diesen 6 Jahren? Nach Beschreibung und Inhalt dieses Buches hat sie 6 Jahre lang gelitten, gekotzt, sich abgemagert, geweint, und Angst gehabt. Ist das wirklich ein Leben? Ist das etwas, worum es sich zu kämpfen lohnt? Sie hat 6 Jahre gelebt - 5 Jahre länger, als erwarte. Aber um welchen Preis? War es das wirklich rückblickend wert?

Von mir gibt es 4 Sterne für einen guten Schreibstil, für eine ungeschönte Wahrheit die dem Leser die Augen öffnet und für eine traurige Geschichte, die sich schnell und flüssig lesen ließ.


Hüter der Erinnerung: Roman
Hüter der Erinnerung: Roman
von Lois Lowry
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

5.0 von 5 Sternen perfekte dystopische Welt, genau so will ich das lesen, 20. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Hüter der Erinnerung: Roman (Taschenbuch)
In der fernen Zukunft hat die Menschheit sich organisiert und strukturiert. Man hat mögliche Gefahrenquellen ausgeschaltet und das Optimum herausgeholt um ein friedvolles und gesittetes Miteinander zu garantieren. Die Menschen leben in organisierten Familien, Kinder werden nur unter Aufsicht von speziellen Gebärinnen geboren und dann zugeteilt, ebenso wie Berufe, Ehemänner, Wohnungen und Essen. Das System regelt alles.

Und unter allen gibt es einen Hüter der Erinnerungen, der die Erinnerungen der ganzen Welt trägt, der weiß, wie es vorher war.

Dystopien sind nach wie vor sehr beliebt und stehen bei den Jugendbuch-Lesern hoch im Kurs. Gerade jetzt wo der Film zu diesem Buch in den Startlöchern steht, sollte dies also sehr im Kommen sein.

Besonders faszinierend daran ist dann aber die Tatsache, dass dieses Buch nicht wirklich "aktuell" ist, wenn man von der Verfilmung absieht, denn wir haben es hier mit einem kurzen Schmöker zu tun, der bereits 20 Jahre alt ist. Ich finde dass man ihm das überhaupt nicht anmerkt, und er den aktuellen "trendigen" Dystopien in nichts nachsteht - im Gegenteil. Dieses Buch ist ein absolut gelungener Roman.

In diesem Buch geht es aber nicht wie üblich darum, dass ein System mit absoluter Kontrolle gegeben ist und plötzlich nicht mehr aufrecht erhalten werden soll, sogar dagegen rebelliert wird, sondern hier stehen die Erinnerungen im Vordergrund. Natürlich wirft es bei den Protagonisten Zweifel an der Ordnung und der Richtigkeit dieser auf, aber wir haben es hier nicht mit einem klassischen Aufstand zu tun, was dieses Buch für mich absolut einzigartig macht.

Ebenso ist die Genialität des Einzelbandes nicht zu unterschätzen. Man sehnt sich zwar nach dem Lesen nach einer Fortführung und will nur zu gern wissen wie es weiter geht, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein zweiter oder dritter Teil doch nur wieder auf das alt bekannte hinauslaufen würde, und dass es genau dieser offene Abschluss zu etwas besonderem macht.

Zudem ist noch zu sagen, dass es hier keine Liebesgeschichte gibt, die sich in den Vordergrund drängt. Es steht ganz klar das System und der Hüter der Erinnerungen im Vordergrund.

Besonders sind auch die Szenen der einzelnen Erinnerungen. Die Protagonisten verlieren sich in Liebe und Freude, Harmonie und Glück genauso wie echtem wahrhaftigen Schmerz und Trauer. Dem Autor ist einfach sehr hoch anzurechnen die schmale Gradwendung zwischen all dieser Emotionen so wundervoll hinbekommen zu haben und den Leser damit weder zu Langeweilen, noch zu Überfordern.

Sprachlich ist dieses Buch genauso typischen Jugendbuch wie ein Buch was in diesem oder letzten Jahr erschienen ist. Es weist weder besondere Merkmale auf, noch ist es irgendwie schwer oder langweilig zu lesen. Im Gegenteil, man rast nur so durch die Zeilen. Leider ist es sehr kurz, was dazu führt dass man den Genuss nur wenige Stunden hat.

Ich habe mir dieses Buch am Flughafen gekauft, letztlich weil ich die Filmvorschau im Kino gesehen habe und neugierig wurde. Ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin begeistert von diesem Stil, von der Story, von den Personen und allem was dieses Buch ausmacht.

Ich gebe ihm 5 Schmetterlinge und eine ganz klare Leseempfehlung!


Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam
Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen emotionales Jugendbuch der besonderen Art, 20. September 2014
Apron ist 13 und hat es nicht sonderlich leicht im Leben. Ihre Mutter ist tot, ihr Vater hat eine neue Frau die ein Kind von ihm erwartet, ihre Großmutter ist durch eine Nervenkrankheit Stadtgespräch, ihr geliebtes Meerschweinchen, das einzige was ihr noch Halt gibt, soll abgeschafft werden, da Margie - eine brasilianische Krankenschwester, die die neue Frau des Vaters ist - ihn einfach nicht leiden kann und ihre beste Freundin wendet sich von heute auf morgen von ihr ab.

All das würde sie sicher verzweifeln lassen, wären da nicht Mike und Chad, ein süßes schwules Päärchen, dass Apron zufällig kennenlernt. Die beiden besitzen einen kleinen Blumenladen und verhelfen ihr zu neuem Mut und einem neuen Zuhause für "den Boss". Doch auch dort ist nicht alles so zuckersüß wie es auf den ersten Blick scheint. Die beiden werden von den Menschen gehasst und boykottiert - einerseits weil Homosexualität dort nicht geduldet wird, andereseits weil Chad Aids hat und ihm nicht mehr viel Zeit bleiben wird.

Als ich dieses Buch erstmals im Laden sah, war ich von seinem Cover beeindruckt. Es schimmerte und funkelte und gefiel mir mit seinen Blumen und den einzelnen Bausteinen einfach super gut.

Noch eindrucksvoller war der Moment, in dem ich den ersten Satz las.

"Jesus lief in Unterwäsche herum." (S.7)

Ich dachte mir: Ein Buch was so anfängt, kann nur gut sein. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Wir haben es hier mit ganz vielen Facetten zu tun. Zum einen wird versucht auf die kindliche Naivität der Welt und seiner Menschheit gegenüber einzugehen, da die Protagonistin erst 13 Jahre alt ist.

Andererseits ist sie durch all ihre Schicksalsschläge aber auch schon sehr reif, was Erwachsene anfangs nicht akzeptieren wollen oder können. Klassisches Schubladendenken wird hier angesprochen, wie eine 13-jährige ihrer Meinung nach zu sein hat.

Zudem werden wirklich schwierige Themen wie die Inakzeptanz von Homosexualität, die schlimme Krankheit Aids, die Verwaisung durch Krebs, die öffentlichen Reaktionen auf Krankheiten und vieles mehr angesprochen.

Anfangs war das Buch zwar noch wenig emotional, aber nach ungefähr 100 Seiten hat mich das ganze dann doch gepackt und mir am Ende auch die Tränen in die Augen getrieben.

Für mich war das ein perfektes Zusammenspiel, was wirklich unter die Haut ging und dem Leser Gänsehaut und Lesefeeling pur beschert hat. Hier ist nichts mit Kopf ausschalten und locker flockig was lesen, denn hier wird der Leser wirklich gefordert.

Auch sprachlich geht dieses Buch weit über den typischen Jugendbuch-Stil hinaus. Uns erwarten am Anfang jedes Kapitels Lateinische Sprüche. Dies stellt einen besonderen Bezug zur Geschichte dar, da Aprons Vater Lateinprof ist und seiner Tochter immer wieder Kenntnisse zu vermitteln versucht, die daran auch sehr interessiert ist. Latein ist ein persönliches Ding der zwei, was immer wieder in den Alltag einfließt und so auch dem Leser nähergebracht wird. Von "toter Sprache" ist hier keine Spur, die Zitate sind alltagstauglich und sehr schön gewählt.

"Manchmal hassen einen die Leute, obwohl man nichts getan hat." (S. 96)

Etwas irritierend fand ich, dass man für Margie (=die neue Frau des Vaters, eine der Protagonistinnen die auch sehr häufig im Buch erwähnt wird) die Abkürzung "M" gewählt hat und sie überwiegend auch so nannte. Wenn dann von ihr, bzw. über ihre Gedanken, Gefühle, oder persönliche Gegenstände gesprochen wurde, las man immer "Ms", was "M's" bedeuten sollte, sich für mich aber automatisch immer wie "Miss" gelesen hat und so zu etlichen Verwirrungen geführt hat. Es hat auch recht lange gedauert, bis ich das überhaupt kapiert hatte.....

Ansonsten punktet dieses Buch mit seinen Themen, seinen liebevollen und vielschichtigen Charakteren, seiner Story und der Sprache auf ganzer Linie. Es hat geschafft, mich persönlich zu berühren, ließ sich gut und flüssig lesen und blieb mir im Kopf noch eine Weile erhalten, was besonders Jugend-Sommer-Bücher sonst eigentlich selten schaffen.

Von mir gibt es für dieses absolut gelungene Werkt 5 Schmetterlinge und eine klare Leseempfehlung!


Das Labyrinth ist ohne Gnade
Das Labyrinth ist ohne Gnade
von Rainer Wekwerth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen spannend bis zur letzten zeile, 5. August 2014
"Das Labyrinth ist ohne Gnade" ist der dritte Teil einer Trilogie. Daher ist es möglich, dass diese Rezension Spoiler auf die vorhergehenden Bände enthält.

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Jeb, Jenna und Mary haben bis hierher überlebt. 4 Welten haben sie hinter sich, nur noch 2 liegen vor ihnen und sie haben keine Ahnung, was sie erwartet. Sie wissen dass nur einer von ihnen überleben kann und dennoch wachsen sie immer enger zusammen und halten zusammen wie nie zuvor. Ein Experiment einer Freundschaft der besonderen Art. Was ist einem wichtiger? Das Leben einer neugewonnenen Liebe, einer Freundschaft oder sein eigenes - wenn man eigentlich aber doch schon alles verloren hat?

Das Cover des dritten Bandes passt sich perfekt in die Reihe ein und sieht einfach nur wundervoll aus.
Besonders liebe ich den Einband, da bei arena "gebundene Bücher" auch wirklich noch gebunden sind! Da verzieht sich nichts, knickt nichts, reißt nichts... Wundervoll!

Wer glaubt dass die ersten zwei Bücher der Labyrinth-Trilogie bereits spannend waren, der sollte sich im dritten Band auf etwas gefasst machen. Dieses Buch ist eine wahre Wucht an Spannung. Es beschert dem Leser zum reißen gespannte Nerven, Gänsehaut am ganzen Körper und die Nagelkauer sollten nicht glauben, dass nach diesem Buch noch etwas von ihren Nägeln übrig ist.
Ich habe selten etwas gelesen, was mich so mitgerissen hat und mich so in Angst und Schrecken versetzt hat, wie diese Story. Ich hatte ständig das Gefühl mittendrin zu sein, konnte die Gerüche wahrnehmen, das Schiff schaukeln fühlen, die Angst um mich herum spüren.

Wieder hat Rainer Wekwerth zwei Welten erschaffen, die an die Vergangenheit der Protagonisten angeknüpft war. Und wieder hätten sie schauriger nicht sein können. Was man sich als idyllisch und ruhig vorstellt, ein Ort an dem andere Urlaub machen, entpuppt sich hier als rasend tödlich und angsteinflößend.
Wobei ich ehrlicherweise sagen muss: Die Welten und die Gegner waren schon mal besser gewählt, als in diesem dritten Teil. Dennoch steht er seinen Vorgängern in nichts nach.
Besonders, weil dieses Buch noch einen dritten Teil für uns Leser vorbereitet hat, der uns nochmal auf 100 Seiten den Atem raubt, uns eine Aufklärung verspricht, uns fiebern lässt.

Die Protagonisten haben einen unglaublichen Wandel von der aller ersten bis zur aller letzten Seite vollzogen. Am Ende ist alles klar und schlüssig, doch dieses Ende war auf keinen Fall vorherzusehen. Es ist und bleibt spannend bis auf die letzte Seite, und sogar noch darüber hinaus.

Das Ende hat mir persönlich super gut gefallen, es hätte nicht besser gewählt worden sein können. Und dennoch wird es dem ein oder anderen nicht gefallen. Daher sehe ich dies mit geteilter Meinung.

Sprachlich hat auch dieses Buch wieder das Zeug zum Meisterwerk.
Rainer Wekwerth muss eine unglaubliche Phantasie haben, und er wurde mit der göttlichen Gabe gesegnet all die Empfindungen so in Worte zu fassen, dass sie den Leser an der richtigen Stelle berühren. Es sind keine Zeilen, die wir lesen, sondern es ist eine reine Hypnose-Sitzung, die uns vom ersten Wort an in dieses Buch zieht und uns glauben lässt, selbst Teil der Geschichte zu sein.

Ich vergebe 5/5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung für die komplette Reihe!


Mama, sind wir bald da?: Mein Sohn und ich und wie wir die Welt eroberten
Mama, sind wir bald da?: Mein Sohn und ich und wie wir die Welt eroberten
von Pia Volk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pia und Paul und die Geschichte ihres Lebens, 10. Juni 2014
Pia ist ein Reisemensch. Für sie ist ein Haus, ein Auto, ein festes soziales Umfeld eher eine Belastung, als eine Sicherheit. Sie mag keine Sicherheiten, sie steht auf das aussergewöhnliche Abenteuer.

An ihrer Seite hat sie ihren Sohn Paul. Mit dem Muttersein hat sich vieles in ihrem Leben geändert und ganz oft hat sie sich gefragt ob auch sie sich nun ändern muss. Sie kam irgendwann zu dem Ergebnis, dass man auch mit Kind man selbst bleiben kann und seine Vorlieben weiter ausleben kann, solange man die nötigen Vorkehrungen trifft.

„Mama sind wir bald da“ ist eine klassische Frage, die man wohl oft hört, wenn man Kinder hat und mit diesen verreist. Sehr oft hat mich dieses Buch an meinen eigenen Sohn Paul erinnert. Wie Pia war auch ich eine Weile mit meinem Paul alleine, habe mir oft die selben Fragen gestellt, und einige ihrer beschriebenen Szenen erlebt – wenn ich dafür auch nicht gerade über einen Krokodil-Tümpel fahren musste.

Dieses Buch hat mich zwiegespalten, in jeglicher Hinsicht.

Die ersten Seiten haben mich bereits gefesselt, weil Pia Volk einen wahnsinnig guten Schreibstil hat. Oft habe ich besonders bei deutschen Autoren den Eindruck einen Aufsatz zu lesen, aber bei diesem Buch hatte ich wirklich das Gefühl, ein BUCH in der Hand zu halten. Sie beschreibt mit Lebendigkeit und Leidenschaft die einzelnen Szenen. Zudem ist sie hoffnungslos ehrlich, was mich besonders fasziniert hat. Sie würde Paul gerne den Krokodilen zum Fraß vorwerfen, sie war genervt von einem schwitzenden schreienden Säugling und sowohl peinlich berührt, als auch wütend, wenn Paul sich in Menschenmassen auf den Boden schmiss und den eigentlichen Plänen nicht folgen wollte.

Das hat mich wirklich begeistert. Viel zu häufig lesen wir, wie toll Kinder sind, wie gut sie sich benehmen und dass es einfach daneben ist, wenn man als Mutter auch mal genervt ist. Wir bekommen vorgegeben, dies nicht sein zu dürfen.

Aber Pia Volk hat die Wahrheit geschrieben. Und ich konnte es so gut nachvollziehen und war richtig erleichtert, dass auch sowas mal ausgesprochen wurde.

Leider hatte ich dann in der zweiten Hälfte des Buches das Gefühl, dass all ihre Reisen davon geprägt waren, dass sie genervt von Paul war, bzw. Paul genervt von den Reisen war. Ständig bockte er, hatte keinen Spaß oder keine Lust mehr und Pia war genervt von seinem Verhalten. Da kam bei mir dann wirklich irgendwann die Frage auf, warum sie trotzdem immer wieder diese Reisen geplant hat und sie mit ihrem Sohn unternommen hat. Nur, um ihm was von der Welt zu zeigen, was er eigentlich nicht sehen wollte?

Generell hatte ich in der zweiten Hälfte das Gefühl, dass es langsam etwas uninteressant wurde.

Irgendwie stand in diesem Buch nichts im Vordergrund. Die Reisen wurden thematisiert, aber nicht so richtig ausgeschmückt. Ebenso das Muttersein, bzw. das Reisen mit Kind.

Ich hätte mir einfach etwas mehr von Pia und Paul gewünscht, auch etwas mehr drumherum. Wo ist der Vater? Wie lief die Planung jeweils ab? Was hat Paul zuhause gemacht? Wie lange dauerten die Reisen, und musste Paul nicht zur Schule? Wie hat sie das ganze finanziert? Gab es Unterstützung? Woher kommen diese Freunde überall? Fragen über Fragen mit denen ich leider zurückgelassen wurde.

Abschließend kann ich sagen, dass die erste Hälfte des Buches spannend, witzig und informativ war, dass es leider dann aber nachgelassen hat und dass das Buch für mich einige Schwachstellen hat. Trotzdem ließ es sich sehr gut lesen, und der überragende Stil gepaart mit der tollen Ehrlichkeit einer Mutter, ist wirklich hervorzuheben. Ich würde diesem Buch eine Leseempfehlung aussprechen. Trotzdem kann ich vom Gefühl her leider nur 3 Sterne vergeben, weil es mir einfach irgendwann zu langweilig wurde, und weil mir wirklich etwas „drumherum“ gefehlt hat.

Das sind aber GUTE 3 Sterne.


Törtchenzeit: All you need is sweet
Törtchenzeit: All you need is sweet
von Sonya Kraus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reality-Rezension, 15. Mai 2014
Wir als Buchblogger rezensieren ständig - aber Backbücher gehören eigentlich nicht dazu. Also haben wir uns überlegt wie wir das am besten umsetzen können... Und haben uns für eine Reality-Rezension entschieden!

Die findet ihr mit allen Fotos, hier:

[...]


Draußen wartet die Welt
Draußen wartet die Welt
von Nancy Grossman
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen super faszinierend und spannend. nicht vorhersehbar!, 15. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Draußen wartet die Welt (Taschenbuch)
Eliza ist als Amische aufgewachsen und erzogen worden. Sie kennt nur die "gute alte Zeit". Ihr ist bewusst, dass es Dinge wie Fernsehen, Strom, Autos und Telefone gibt, aber gesehen hat sie all dies noch nicht. Denn bei den Amischen gibt es das alles nicht. Für sie zählt die Familie und die Gemeinschaft. Doch das alles war für Eliza trotzdem schon immer sehr faszinierend und anziehend. Sie konnte ihr Rumspringa gar nicht erwarten, in der sie endlich in diese fremde Welt durfte und sie in sich aufsaugen konnte. Nun ist dieser Sommer gekommen. Eliza darf ziehen. und erlebt dabei so manche Überraschungen, die das fremde Leben für sie bereit hält.

Ich hatte vorher nie eine Verbindung zu Amisch, obwohl der Begriff mir natürlich bekannt war. Umso interessanter und intensiver habe ich die Beschreibungen dieses einfachen Lebens in diesem Buch genossen. Die Autorin beschreibt alles so detailgetreu, dass man als Leser schon nach wenigen Zeilen komplett in diesem Buch abgetaucht ist. Ich habe oftmals um mich herum gar nichts mehr wahrgenommen und war nur noch selbst eine Amische. Sie hat in mir einen großen Wunsch geweckt, mir dieses Leben einmal anzusehen, mich damit zu beschäftigen.
Das ist letztlich nicht nur der Gruppierung einer Religion zuzuordnen, sondern hauptsächlich Frau Grossmann's Stil den Leser gefangen zu nehmen. Sie hat einfachen Worten eine Schleife umgebunden und sie hübsch verpackt, so dass man jedes einzelne von ihnen entpacken und genießen konnte. Ich habe mich bei dem Buch wirklich immer wieder darauf besonnen, es in aller Ruhe und mit vollem Bewusstsein zu lesen und nicht nur durch die Zeilen zu fliegen um fertig zu werden oder das Ende zu erleben. Dieses Buch war mir wirklich ein Genuss und ein Fest!

Die Protagonisten waren sehr authentisch gezeichnet.
Eliza, das nichtsahnende Mädchen. Ich habe mit ihr gefeiert, bei jeder neuen Sache die sie entdeckte, die sie erlebte, die sie für sich entpackte, wie eine Zwiebel, die sie Schicht für Schicht schälte.
Sie hat nie aufgehört zu lernen und zu erfahren. Auch auf den letzten Seiten gab es Dinge, die sie zum ersten Mal tat oder die sie einfach so nicht kannte.
Was habe ich gelacht, als sie dachte der "Apple-Shop" sei ein Gemüseladen!
Eliza hat den anderen Personen um sich herum, und auch mir als Leser, viel mehr gegeben als sie selbst glaubt. Sie hat Bescheidenheit und einen klaren Blick auf den Luxus den wir haben gelehrt.

Josh's Aufrichtigkeit war ich mir nicht immer sicher, aber dennoch war er ein liebenswerter und guter junger Mann, ohne den Eliza nicht das geworden wäre, was sie am Ende des Buches war.

Gerne würde ich mein Lieblingszitat dieses Buches hier einfügen, aber leider ist dies der letzte Satz und würde das Ende verraten. Wer dieses Buch liest, wird wissen welchen ich meine :)

Die Story war für mich sehr rund und abgeschlossen. Wir haben hier mal eine ganz andere Geschichte, als das was sonst aktuell so kursiert. Es ist wundervoll die Worte zu lesen und abzutauchen, in eine unbekannte Welt, in der es so viel - für uns eigentlich bekanntes - aus der Sicht einer Amischen zu entdecken gibt.
Die Zahnräder der Szenen packen perfekt ineinander und drehen das Rad problemlos bis zum Ende.

Ich kann dieses Buch bedingungslos mit 5+ Sternen bewerten und eine absolute Leseempfehlung dafür aussprechen!


Sommerfreundinnen: Roman
Sommerfreundinnen: Roman
von Åsa Hellberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen weder spritzig noch emotional, 15. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommerfreundinnen: Roman (Taschenbuch)
Sonja war klar, dass sie sterben wird. Sie hat alles genau geplant. Ihr Vermögen aufgeteilt und ihre letzten Wünsche geäußert.
Nur davon wusste niemand. Ihre Freundinnen wussten nicht, dass sie krank ist, dass sie vermögend ist, dass sie all das geplant hat.
Und als es soweit ist, wird ihnen der Boden unter den Füßen entzogen. Sie müssen in ihrer Trauer nicht nur eine fröhliche Party anstatt einer Beerdigung feiern, sondern auch mit tausend neuen Eindrücken klar kommen und dazu ihr komplettes Leben umkrempeln, um endlich das zu tun, was sie schon immer wollten - denn das war der letzte Wille ihrer Freundin.
So verschlägt es die 3 Freundinnen an die verschiedensten Orte, zu den verschiedensten Menschen, mit vielen neuen Herausforderungen.

Die Idee des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Ich habe mit viel Emotionalität gerechnet. Ausserdem lernen wir in diesem Buch die Schönheit verschiedener Länder und deren Sommer sowie Winter kennen, was mich fasziniert hat. Die Autorin hat die Orte sehr gut rüber gebracht, was dazu führte, dass ich den mallorquinischen Wind in meinem Haar spüren konnte, den französischen Käse schmeckte und den Regen Londons auf der Haut fühlte.
Aber das war es leider auch schon an Emotionalität. Die wirklichen Dinge, die die Frauen tief drinnen bewegen, oder bewegen sollten, wurden mir zu wenig rübergebracht.
Nun könnte man natürlich sagen: "klar, ist ja auch ein Sommer-Buch und keine hochemotionale Geschichte mit schwerer Kost" - aber selbst da muss ich widersprechen. Das wäre das gewesen, was ich erwartet hatte, aber das ist nicth das, was mich tatsächlich später erwartete. Mir fehlte die lockere Art, die Spritzigkeit, der Charme und Witz eines Sommerbuches.

Die Charaktere des Buches haben sich sehr gut selbst zusammengefasst:

"Wir haben alle vier ein Problem damit, anderen Menschen zu vertrauen, auch wenn sich das völlig unterschiedlich ausdrückt. Du, Maggan, willst immer alle in deiner Nähe haben, aus Angst, sie könnten dich verlassen. Rebecka muss ständig beweisen, wie fähig und kompetent sie ist, immer alles richtig machen. Susanne legt es ständig darauf an, verlassen zu werden, weil sie nicht glauben kann, dass jemand sie wirklich mag. Ich selber picke mir zwar ein paar Krümel heraus, aber an den ganzen Kuchen wage ich mich nicht." (S. 84/85)

Trotz dass ihnen ihre Probleme bekannt sind, ändern sie nichts an ihren Situationen. Erst am Ende des Buches merkt man, dass etwas verstanden wurde.
Doch dann endet es ganz plötzlich mit einer Szene, die für mich die einzigst spannende an diesem Buch war. Der große Showdown, auf den ich gewartet hatte. Und ausgerechnet dieser wird nicht aufgelöst. Das hat mich wirklich mit einem blöden Gefühl zurück gelassen.

Auch hatte ich gerade bei den Protagonisten bis zum Ende eine Art "Verwirrtheitszustand". Es war alles so chaotisch und durcheinander, dass ich mir einfach nicht merken konnte, wer wer war, wer wo war, und wer was zu tun hatte. Ich kannte zwar die einzelnen Stränge und Handlungen, konnte sie aber nie zueinander zuordnen, was ich ebenfalls als schade empfunden habe.

von mir 3/5 Schmetterlinge für dieses (nicht-)Sommer-Buch.


Obsidian, Band 1: Obsidian. Schattendunkel
Obsidian, Band 1: Obsidian. Schattendunkel
von Jennifer L. Armentrout
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die beste Hass-Liebe die ich je gelesen habe, 15. Mai 2014
Katy's Mom hat es nach dem Tod ihres Ehemannes - Katy's Vater - nicht länger ausgehalten und ist mit ihrer Tochter in ein kleines Städtchen gezogen.
Kaum richtig angekommen stürzt sich schon das Nachbarsmädchen Dee auf Katy und freut sich nahezu unglaublich, endlich eine richtige Freundin zu haben. Doch damit erhält Katy nicht nur eine bezaubernde Freundin, sondern leider auch direkt ihren Zwillingsbruder Daemon ungefragt dazu, der so ganz anders zu sein scheint als seine Schwester. Beide sind zwar nahezu ausserirdisch schön und scheinen ein Geheimnis zu bergen, aber ansonsten eint die beiden nicht viel. Während Dee für Katy alles geben würde, scheint Daemon sie abgrundtief zu hassen, ohne sie zu kennen. Und das hinterlässt auch bei Katy keinen guten Eindruck. Man kann wohl niemanden mögen, der einen selbst hasst.

Eingestuft ist "Obsidian" als Jugendbuch, was ich auch absolut so unterschreiben würde. Wir finden in diesem Buch aber auch paranormale Aspekte, ein paar wahnsinnig gut beschriebene Science-Fiction Stellen und natürlich die Liebe.
Verschiedene Inhalte dieses Buches haben mich immer wieder an andere Bücher erinnert. So steckte Anfangs eine gute Portion "Unearthly" in den Zeilen, anschließend ging es über in diverse andere und zum Schluss erinnerte mich das Gesamtpaket ein wenig an "Weil ich Layken liebe" - obwohl es inhaltlich gar nichts mit diesem Buch zu tun hat. Vielleicht ist es, weil es mich auf der selben Ebene berührt hat.

"Ich war schon immer der Meinung, dass die schönsten Menschen - und ich meine wahrhaft von innen und außen - diejenigen seien, die sich dessen gar nicht bewusst sind. (...) Wer mit seiner Schönheit hausieren geht, verschwendet, was er hat. Dessen Schönheit ist vergänglich. Nicht mehr als eine Hülle, die dunkle Leere überdeckt." (S. 82)

Obsidian ist der Auftakt zu einer neuen Reihe. Es ist nicht das einzige Buch der Autorin, aber das einzige was ich bisher gelesen habe, daher kann ich es mit anderen nicht vergleichen.
Sie hat in diesem Buch den Ich-Erzähler gewählt. Wir erleben die Geschehnisse und das Vorankommen der Geschichte aus Katy's Sicht. Trotzdem habe ich zu keinem Zeitpunkt die Gefühle der anderen Protagonisten vermisst. Sie schafft es mit ihren Worten, und vor allem den Szenen die sie mit ihren Worten schafft, eine unglaubliche Basis zu bauen, in der einfach alles vorkommt. Man kann sich - obwohl man nichts über die Personen und ihre Lage erfährt - sofort in jeden einzelnen in dieser Geschichte hineinversetzen.
Es ist ihr wahnsinnig gut gelungen, nicht nur Personen, sondern auch Orte und Szenen darzustellen und zum Leben zu erwecken.
Auch bei den Science-Fiction-Inhalten gab es für mich kein Verständnis- oder Vorstellungsproblem.

Dass die Protagonistin Buchbloggerin ist, macht das Buch für eine Leseratte noch mal interessanter. Grade wenn man in der Thematik selbst drin steckt, ist es absolut nachvollziehbar geschrieben. Auch wenn das Thema eigentlich irgendwie nicht so richtig zum Buch passt und auch keine wirkliche Tragweite hat, so war es trotzdem eine nette Randstory. Sie gibt Nicht-Bloggern vielleicht einen kleinen Einblick in das Blogger-Leben und schenkt Bloggern ein Lächeln, weil endlich auch mal sie selbst Thema in einem Buch sind.

"Ich drehe mich um und rannte zu meinem Wagen, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Denn was ich vorhatte, war absolut wahnsinnig - so etwas Durchgeknalltes hatte ich noch nie getan. Dies war schlimmer, als einem Buch nur einen Stern zu geben, es war angsteinflößender als ein Interview mit dem absoluten Lieblingsautor und dümmer, als Daemon zu küssen." (S. 350)

Eine große Handlung dieses Buches war die Hass-Liebe zwischen Katy und Daemon. Die beiden hassen sich bis aufs Blut, können aber dennoch nicht voneinander lassen. Wie sie sich umgarnen, um sich dann gegenseitig mit Worten zur Strecke zu bringen, wie sie dann aber immer wieder füreinander einstehen und wie der eine einfach nicht ohne den anderen sein kann, das hat mich auf eine wundervolle Art berührt und bereichert, so dass ich selbst vollkommen in die Geschichte der beiden abgetaucht bin und einfach nicht mehr davon ablassen konnte. Etwas in dieser Art habe ich noch nie gelesen und hätte ich mir niemals vorstellen können. Ich habe noch nie so viel Emotionen auf einem Fleck erlebt.
Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich nicht so schnell lesen kann, wie ich wissen wollte, wie es weiter geht.

Und abschließend ließ mich das Buch dann einsam und allein mit blutendem Herzen zurück.
Ich hoffe ganz arg auf ein baldiges Erscheinen des nächsten Bandes!


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