Profil für Norman Fleischer > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Norman Fleischer
Top-Rezensenten Rang: 4.500
Hilfreiche Bewertungen: 2483

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Norman Fleischer "it's about progress" (Deutschland)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-27
pixel
Hourglass
Hourglass
Wird angeboten von MRTOPSELLER GERMANY
Preis: EUR 7,00

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gahans Zweite, 9. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Hourglass (Audio CD)
Äußerlich wirkt Mr. Gahan ja mittlerweile entspannt wie schon Jahre nicht mehr. Warum auch nicht? Den Zwist mit Depeche Mode Chef Martin Gore hat er mittlerweile beiseite gelegt. Nach seinem durchaus akzeptablen Solodebüt Paper Monsters" vor 4 Jahren durfte er bei Depeche Mode endlich eigene Songs beisteuern und somit sein Ego aufpolieren. Und privat läuft's für ihn mit Familie und Co. ja auch gut. Da müsste man meinen, dass sein zweites Soloalbum eine heitere Liedersammlung beinhalten müsste. Doch Hourglass" spiegelt wie schon Paper Monsters" dies stellenweise tat auch diesmal das Hadern von Dave Gahan mit sich und seiner Umwelt wieder. Die Angst vor Verlust, die innere Zerrissenheit, die Endlichkeit seines Seins. Also ne ganze Stange Lieder über allerhand Probleme, die auch ein glücklicher Familienvater mit Mitte 40 noch haben kann. Hourglass" ist am Ende wesentlich elektronischer geraten, als das gitarrenlastige Paper Monsters", was sicher auch mit Daves neuen Mitstreitern Andrew Philpott und DM-Tour-Schlagzeuger Christian Eigner zusammenhängt. So gibt sich das ganze Album düsterer und experimentierfreudiger. Sogar mehr als es sich das letzte DM-Album Playing The Angel" getraute. Saw Something" empfängt den Hörer als erstes, wie eine böse Vorahnung. Unverheißungsvoll hängen schwere Wolken über dieser Nummer, welche Gahan dann mit seinem butterweichen Gesang im Refrain durchbricht. Ohne Frage: die Eröffnungsnummer ist aus meiner Sicht das Highlight dieses Albums. Ist zwar schlecht organisiert, wenn sie gleich am Anfang kommt, aber das nützt ja nix. Der Rest kann aber stellenweise das Niveau ganz gut halten. Grooven die Single Kingdom" und der düstere Elektro-Reißer Deeper and Deeper" noch ordentlich, so gibt sich der Rest des Albums zu großen Teilen verhalten. Das sphärische Miracles" beruhigt einen wie eine alte Gospelnummer, während Use You" fast an alte Songs of Faith and Devotion"-Zeiten erinnern mag. Neben diesen sehr feinen Songs, gibt es aber auch Nummern wie Insoluble" oder 21 Days", welche, warum auch immer, einfach nicht im Gehörgang hängen bleiben wollen. So modern und spannend die Produktionsweise des Trios Gahan, Eigner und Philpott ist, so vorhersehbar wirkt sie bei einigen Stücken. Der Eindruck, der nach dem schönen Closer Down" bleibt ist der, dass sich Gahan als Solokünstler mittlerweile durchaus sehen lassen kann. Hourglass" bietet mehr als nur gute Ansätze. Viele Ideen sollten Depeche Mode bei ihrem nächsten Studioalbum vielleicht auch aufgreifen. Ein DM-Album ist es aber natürlich wieder nicht geworden. Dazu hat Gahan mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden und irgendwie fehlen dann zum Vergleich doch die Songs von Gore. Aber wie sagt schon ein Uralt-Spruch: Gemeinsam seid ihr stark! Und solange kann man sich mit Hourglass" ein überdurchschnittlich gutes Album anhören.


We'll Live and Die in These Towns
We'll Live and Die in These Towns
Wird angeboten von TwoRedSevens
Preis: EUR 10,04

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unerwartet stark, 3. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: We'll Live and Die in These Towns (Audio CD)
Beim heiligen Paul Weller! Im Prinzip ist diese große Indie-Rock-UK-Welle, die Franz Ferdinand und Co. vor 3/4 Jahren lostraten ja im Prinzip schon wieder vorbei. Die Bands der ersten Stunde versuchen sich auf unterschiedliche Art und Weise im Musikgeschehen zu etablieren. Die Nachzügler heißen u.a. The View, Milburn oder The Films und bieten am Ende, neben den obligatorischen 1,2 Hit-Singles eigentlich sonst nur heiße Luft. So ist das halt mit jeder musikalischen Bewegung. Da rechnet man mit nichts bzw. nichts gutem mehr und dann kommen tatsächlich The Enemy um die Ecke und räumen mit ihrem Debüt "We'll Live And Die In These Towns" auf der Insel ab. Und obwohl ich dachte, aus dieser Sparte Musik könnte mich so leicht nichts mehr begeistern, bin ich doch ganz Feuer und Flamme für dieses energische Debütalbum. Irgendwas haben The Enemy, was der Rest nicht hat. Zum Einen einfach diese Britrock-Attitüde. Diese rotzigen Bengel um die 20 aus der britischen Arbeiterschicht, die in ihren Songs lautstark die Eintönigkeit ihres bisherigen Lebens und den Frust einer Generation herausschreien. Diese Sprachrohr-Mentalität ist sicher nicht neu, aber nimmt man des dem Trio eher ab, als z.B. Hard-Fi. Desweiteren ist dieses Album auch kein reines Schrammel-Riffbrett-Album, wie, sagen wir mal, das Debüt der Fratellies. The Enemy sind vielseitig. Neben den punkigen Mitgröhl-Singles "You're Not Alone" oder "Away From Here" gibt es z.B. auf den Titeltrack oder bei "This Song" ruhige, melodiöse Momente. Und sie strecken nicht vor Bläsern, Streichern oder nem U2-Stadionrock-Gitarren zurück. Dezenter Bombast. Am Ende ist es großer Britpop, ganz in der Tradition von Oasis und The Jam. Vor allem letztere müssen als deutliche Referenz herhalten. Tom Clarke's Stimme und Attitüde ähnelt aber auch geradezu erschreckend dem jungen Paul Weller. Aber das ist ja nichts schlechtes. Und am Ende kommt es eh auf die Songs an. Und die sind durch die Bank weg sehr gelungen. Besonders in den ruhigen Momenten zeigt sich die offensichtliche musikalische Klasse dieser Band. Songs, wie "Happy Birthday Jane" wünscht sich manch erfahrene Band gern. Sicher gibt es auch schwächelnde Nummern wie "Pressure" oder "40 Days and 40 Nights". Aber die befinden sich in der Minderheit.
Was bleibt ist ein, auch wenn man den Hype beiseite lässt, sehr gutes Debüt-Album. Eines der besseren 2007. Diese Band hat Charisma, sie hat was zu sagen und sie hat ein Händchen für gute Arrangements und tolle Songs. Hoffen wir mal, dass dies trotz des Überangebots an ähnlichen Bands noch erkannt wird.


Mount Pleasure
Mount Pleasure
Wird angeboten von musik-markt
Preis: EUR 4,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dancing Drama Queen, 26. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Mount Pleasure (Audio CD)
Schluss mit Trauerkloß! Nachdem Anders Wendin aka Moneybrother und seine Band auf den ersten beiden Alben Blood Panic" und To Die Alone" immer wieder gern gelitten haben und sich in großte Gesten flüchteten, bricht Mount Pleasure" mit dieser Tradition. Nach dem großen Beziehungsstress und der Trauer über die Verflossene ist's auch mal Zeit wieder nach vorn zu blicken. So gewinenn die schmissigen Up-Tempo-Nr. auf Anders' dritten englischsprachigem Album diesmal die Überhand über die Balladen. Was am meisten auffällt: Die liebgewonnenen Streicher sind weg. Dafür bekommen die Gitarren mehr raum, ähnlich wie Orgel und Saxophon. Der ganze Sound wendet sich vom ehemaligen Mix aus Pop/ Rock und Soul ein wenig ab, hin zu klassischem US-Rock, etwas aus den 70ern importiert. Auch Bruce Springsteen-Vergleiche machten da schon die Runde. Sehr klassisch alles. Moneybrother, der alte Rock'n Roller. Ob es an dem etwas altbackenen Soundgewand oder an den Songs liegt: irgendwie will ich bei Mount Pleasure" nicht so recht warm werden, wie noch zuletzt bei To Die Alone". An sich ist es ja keine Schande, wenn Anders mal etwas rockiger wird und den Schmalz beiseite schiebt, aber Nummern wie Guess Who's Gonna Get Some Tonight", Any Other Heart" oder Time for Falling Apart" klingen austauschbar und irgendwie stellenweise auch belanglos. Down in the R" oder Just Another Summer" sind hingegen astreine Nummern gewohnter Qualität. Und von den Balladen dürfen sich besonders die Duette mit Ane Brun (It Might As Well Be Now") und Judith Holofernes (Magic Moments") sehen lassen, die von dem gelungenen Zusammenspiel beider Akteure leben und somit authentisch klingen. Der Rest will bei mir einfach auch nicht so hängen bleiben. Moneybrother war schon mal besser. Sein schwedisches Album Pengabrorsan" sei da mal empfohlen. Diesmal sind zu viele mittelmäßige Songs auf der Platte. Außerdem sollte jeder vorher wissen, ob er mit dem Springsteen-Sound etwas anfangen kann oder nicht. Ich persönlich mochte die Streicher mehr ;-)


We Can Create
We Can Create
Preis: EUR 11,75

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen From the Bedroom to the Sky!, 7. September 2007
Rezension bezieht sich auf: We Can Create (Audio CD)
Schön das es das noch gibt! Ein nicht ganz so lauter Hype von einer nicht ganz so lauten Band aus dem UK. Nix mit Gitarren! Nix mit Nu Rave! Nix mit "The" vorn dran! Ja, nicht mal ne Band ist das. James Chapman hat dieses kleine, famose Debüt in seinem Schlafzimmer irgendwo im englischen Northhampton im Alleingang aufgenommen. Das glaubt man schon vom Hören nicht. Und wenn man diese Platte namens We Can Create" hört, dann wird einen das noch mehr wundern? Denn dieses Album klingt beim besten Willen nicht nach kleiner Schlafzimmerkunst, sondern nach großer Musik. Die dann allerdings doch nicht so gigantisch ist, sondern sich gern auch mal intim zeigt. Hier beherrschen sphärische Flächensounds und elektronische Spielereien das Geschehen. Der Opener So High, So Low" gibt da gleich die Richtung vor. Butterweiche Vocals, harmonische Sounds, die sich aber zwischendrin trotzdem gern mal Ecken und Kanten gönnen. Alles vom Feinsten. Der Rest kann da bedenkenlos anknüpfen. You don't know her Name", Liquid Sugar", Glory Verse" oder To The Sky" seien da als Anspieltipp noch zu empfehlen. Wobei dies auch schon fast egal ist, da es keine wirklichen Ausfälle auf diesem Album gibt. Alles in Allem ist We Can Create" ein sehr homogenes, in sich geschlossenes Werk. Man kann problemlos in diese Musik mit den ersten Takten eintauchen und erwacht sicher auch erst wieder, wenn die letzte Pianotaste in When you leave" losgelassen wurde. Tempo- und Atmosphärenwechsel gibt es zwar auch, aber die fallen nicht großartig ins Gewicht. Der Grundtenor bleibt bei traurig, melancholischen, manchmal aber auch vorsichtig euphorischen Edel-Popsongs voller Wärme und Gefühl. Musik zum Träumen. Auf Albumlänge mangelt es dann vielleicht noch ein wenig an mehr Ideen und Abwechslung, aber das sollte man vorher wissen. Ansonsten gibt es vollkommen zurrecht gehypte ganz große, kleine Songperlen, die einen dann doch irgendwie gefangen nehmen. Dem jungen Musiker., der seit neuestem auch eine Band um sich scharrt ist somit hoffentlich noch eine lange Zukunft beschert.


In Our Bedroom After the War
In Our Bedroom After the War
Preis: EUR 21,99

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtenerzähler, 7. September 2007
Rezension bezieht sich auf: In Our Bedroom After the War (Audio CD)
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. In den letzten Jahren hat sich das kanadische Künstlerkollektiv Stars" zu einer der wichtigsten Adressen in Sachen Intelligenter Indie-Popmusik" gemausert. Und das auch längst nicht mehr nur in Kanada. Still und heimlich schrieb diese Band ein kleines Songwunder nach dem nächsten und nachdem Set Yourself on Fire" ihnen 2005 schon erstmals ein etwas breiteres Publikum brachte, wird die famose neue Platte In Our Bedroom After The War" ihnen helfen, hoffentlich noch mehr Menschen mit ihrer Musik zu verzaubern. Die Songs dafür haben sie gleich mitgebracht.
"In Our Bedroom After The War" klingt noch reifer und vielschichtiger, als der tolle Vorgänger. Wieder sind es diese kleinen Pop-Hymnen voller Melodie und Gefühl, aber auch diese famosen Texte voller Leidenschaft, Aufrichtigkeit, sowie manchmal auch Humor und natürlich Sex. Die Stars erzählen Geschichten vom Nachtleben, verschollenen und verzweifelnden Lieben und dieser Welt in der wir leben. Und das in einer so charmanten Art und Weise, dass ihnen das momentan kaum eine Band so stilvoll nachmacht. Nach dem kurzen Intro zeigt uns The Night Starts Here" dann, wo die Reise hingeht. Sphärische Musik, tolle Melodien, viel Atmosphäre und dieses tolle Zusammenspiel zwischen Sänger Torquil Campbell und seiner Kollegin Amy Millan repräsentieren alles, was man an den Stars lieben sollte. Es folgt die (für Stars-Verhältnisse) fantastische Power-Hymne Take Me To The Riot", mit der sich jeder Nachtschwärmer und Clubgänger identifizieren muss. Den Rest der Songs kann man sich dann auch geben. Von der todtraurigen Ballade Personal", über das zackige Bitches in Tokyo" präsentieren die Stars ihr ganzes Spektrum. Dazu kommen textliche und musikalische Hymnen wie Life 2: The Unhappy Ending" oder der epochale Titeltrack ganz am Ende. Da macht man auch nicht halt vor breiten Synthieflächen, Chören und Orchester. Die Stars meistern dies alles mit Bravur. Dieses Album hat keinen Ausfall. Alle Tracks sind sehr gut, stellenweise grandios. Und ganz nebenbei zeigt uns In Our Bedroom After The War", wie Popmusik klingen sollte: Groß, Authentisch, Prunkvoll, aber doch auch intim und gern mal Ausladend und dekadent. Das sind große Gesten in einer Schönheit, dass man sämtliche Zweifel und Bedenken über Bord werfen muss und diese Musik einfach mit jeder Sekunde genießen sollte. Eines der schönsten Alben des Jahres. Wenn es da draußen in der Musikwelt noch irgendwie Gerechtigkeit geben sollte, erkennen das hoffentlich auch noch andere.


Beyond the Neighbourhood
Beyond the Neighbourhood
Wird angeboten von SIDE2
Preis: EUR 4,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lust der Leichtigkeit, 13. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Beyond the Neighbourhood (Audio CD)
Es ist Mitte August, die Sonne scheint und ich schreibe bereits einige Worte zur neuen Athlete-Platte Beyond the Neighbourhood", welche erst Ende September erscheint. Und die drängenste Frage dazu ist... Warum erst dann? Das Album ist fertig, abgemischt, schon längst im Internet geleakt, alles steht und es passt so gut in diese wenigen Sommermomente, die wir 2007 haben. Warum nicht einfach raus damit? Unverständlich, dass man zwischen Plattenfertigstellung und Release eben dieser 3 Monate braucht. Das ist ein Witz! Denn dabei haben die 4 Herrschaften von Athlete auch nichts zu verstecken, denn dieses Album ist ganz hervorragend. Und auch irgendwie überraschend.
Athlete schaffen die große Kunst, wieder einmal anders zu klingen. Dabei ist der große Pathos und die Schwere des Vorgängers Tourist" zu großen Teilen verschwunden. Die Band entdeckt die Lust an der Leichtigkeit wieder. Die kleinen Elektro-Elemente, die das Debüt Vehicles & Animals" 2003 so erfrischend leicht machten kerren zurück. Dennoch ist Beyond the Neighbourhood" keine vollständige Abkehr vom Großspurpop eines Tourist" und auch keine totale Wiederkehr zum Casio-Pop des Debüts. Es vermischt vielmehr beide Elemente und wirkt irgendwie dadurch noch eine Spur neuer. Das Album klingt viel erdiger und kompkter, zackige Giatrenriff treffen auf feinste 80er-Synthie's. Hier wird uns großes, aber dennoch kleines Pop-Kino geboten. Nach dem verspielten Elektro-Opener In Between 2 States", welcher eigentlich die Richtung des Albums vorgibt, geht es mit der ersten Single Hurricane", sowie Tokyo" erstmal locker, flockig weiter. Alles wirkt reduziert auf das, worauf es ankommt. Wunderschöne Melodien. Es folgen einige ruhigere Nummern, wie Airport Disco"oder, The Outsiders", die aber allesamt viel Charme versprühen. Eine ruhige, melancholische Nummer wie Flying Over Bus Stops" zeigt die Band von ihrer ganz gefühlvollen Seite. Anders als im Vorgänger übertreiben sie dabei nicht. Selbst die melancholischen Augenblicke dieser Platte bestechen durch ihren gewissen Sinn für Leichtigkeit. Nur um im Anschluss mit Second Hand Stores" gleich wieder die Euphorie der Liebe zu feiern in einem so wunderschönen Song, das selbst Coldplay dafür morden würden. Ganz klar, dies ist ein Album für die kleinen, wunderschönen Momente im Leben. Ein Album für Verliebte, für den Sommer, für das schöne im Leben. Nichts wirkt übertrieben. Der Pathos und Kitsch hält sich extrem in Grenzen und wirkt bei dieser sympathischen Band auch irgendwie authentisch. Und so resümiert Sänger Joel Pott auch zurrecht am Ende... This is what I sound like". So klingen Athlete 2007. Irgendwie gewohnt, aber doch auch wieder eine Spur anders. Und das macht diese Band einfach so sympathisch, so dass man ihnen endlich auch mal den großen Durchbruch auch außerhalb von Großbritannien wünscht. Denn an der Qualität der Musik mangelt es in keinen Fällen. Das ist vermutlich nicht die tiefschürfenste und innovativste Platte des Jahres, aber mit Sicherheit vom Inhalt her eine der besten. Und wenn man Glück hat, dann funktioniert sie auch noch im Spätsommer oder Herbst. Denn dann kauf ich mir sie auf jeden Fall noch nach. Und ihr solltet das auch!


Our Love to Admire (Deluxe Edition)
Our Love to Admire (Deluxe Edition)
Wird angeboten von Mo's Music & Media
Preis: EUR 20,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beflügelnde Schwere, 12. Juli 2007
So sehr man sich freut, wenn Bands immer mal wieder von Zeit zu Zeit etwas neues probieren, umso mehr erfreut es einen doch, wenn es einige wenige Bands gibt, die das (vorerst) auch nicht unbedingt nötig haben. Und so sehr man sich gefragt hat, wie Interpol diese Problematik nach den beiden wahnsinnigen Vorgängeralben lösen würden, so ernüchternd und überraschend fällt das Resultat aus: Our Love to Admire" ist Interpol vom Feinsten! Und das ist absolut kein Problem, kein Rückschritt und vor allem keine Stagnation. Interpol machen auf Album Nr. 3 erschreckenderweise alles richtig, was sie richtig machen könnten. Diesen intensiven, düsteren, perfekt gespielten Sound macht ihnen in diesen Tagen keine Band nach. Spielend leicht vermischt sich die Schwere des klassischen, dunklen Interpol-Sounds mit neuen Elementen, wie Bläsern, Backgroundchören, Piano, Pauken oder für Paul Banks ausnahmsweise mal hohe Gesangspassagen. Die Neuerungen sind nicht weltbewegend, aber sie fügen sich perfekt in den unverwechselbaren Sound dieser Band ein. Und die hat einen schon nach den ersten Klängen des berauschenden Openers Pioneer to the falls" wieder im Griff. Und spätestens, wenn Paul Banks erstmalig in der Bandhistorie komplett ohne Bandbegleitung seine Acapella-Stelle bekommt, und danach die Band einsetzt dürfte die erste Gänsehaut garantiert sein. Es klingt, wie Interpol 2007 klingen sollten. Dieses Album ist nicht mehr so tanzbar, wie Antics", aber auch keine Schlaftablette. Offensichtliche Hits á la Slow Hands" fehlen auf den ersten Blick, was aber kaum auffällt, weil es ein halbes Dutzend Hitsingles auf diesem Album gibt, die einem als solche erst später auffallen. No I in Threesome", das phänomenale Pace Is The Trick" und natürlich die Single Heinrich Maneuver" seien hier mal stellvertretend erwähnt. Von tiefer Trauer bis aufkeimender Hoffnung bedienen die von Carlos D. geschriebenen Songs wieder alle Themen und schrecken auch nicht vor Drogenbeichten zurück. Wie diese Band ihre Instrumente spielt und dann zusammenfügt... das hat schon was von, ja, ich bin mal so frei, Magie! Hört euch einfach den Album-Closer The Lighthouse" an. Our Love to Admire" ist vermutlich song- und soundtechnisch das bisher kompakteste und direkteste Album von Interpol. Es gibt keinen schlechten Song auf diesem Album. Im Gegenteil: es sind wieder einmal mehr extrem hochwertige Nummern im Repertoire der Band zu finden. Die Atmosphäre, die Interpol mit ihren Songs schafft ist eine einzigartige. Von düsterere Melancholie bis hin zu einem seltsamen Gefühl der Erlösung in diesen traurigen Melodien berührt mich (und ich glaub auch viele andere) diese Band mehr, als ein dutzend andere Kapellen, die es immer wieder versuchen. Fassen wir also zusammen: Dieses Album ist sehr gut, stellenweise wirklich phänomenal und schon jetzt Mitstreiter um den Titel Album des Jahres". Dieser Band scheint irgendwie alles zu gelingen, so dass sie uns vermutlich auch in ein paar Jahren wieder mit einem Album überraschen werden, mit dem wir in dieser Form sicher nicht rechnen konnten.


Our Love to Admire
Our Love to Admire
Preis: EUR 9,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch besser als der Rest, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Our Love to Admire (Audio CD)
So sehr man sich freut, wenn Bands immer mal wieder von Zeit zu Zeit etwas neues probieren, umso mehr erfreut es einen doch, wenn es einige wenige Bands gibt, die das (vorerst) auch nicht unbedingt nötig haben. Und so sehr man sich gefragt hat, wie Interpol diese Problematik nach den beiden wahnsinnigen Vorgängeralben lösen würden, so ernüchternd und überraschend fällt das Resultat aus: Our Love to Admire" ist Interpol vom Feinsten! Und das ist absolut kein Problem, kein Rückschritt und vor allem keine Stagnation. Interpol machen auf Album Nr. 3 erschreckenderweise alles richtig, was sie richtig machen könnten. Diesen intensiven, düsteren, perfekt gespielten Sound macht ihnen in diesen Tagen keine Band nach. Spielend leicht vermischt sich die Schwere des klassischen, dunklen Interpol-Sounds mit neuen Elementen, wie Bläsern, Backgroundchören, Piano, Pauken oder für Paul Banks ausnahmsweise mal hohe Gesangspassagen. Die Neuerungen sind nicht weltbewegend, aber sie fügen sich perfekt in den unverwechselbaren Sound dieser Band ein. Und die hat einen schon nach den ersten Klängen des berauschenden Openers Pioneer to the falls" wieder im Griff. Und spätestens, wenn Paul Banks erstmalig in der Bandhistorie komplett ohne Bandbegleitung seine Acapella-Stelle bekommt, und danach die Band einsetzt dürfte die erste Gänsehaut garantiert sein. Es klingt, wie Interpol 2007 klingen sollten. Dieses Album ist nicht mehr so tanzbar, wie Antics", aber auch keine Schlaftablette. Offensichtliche Hits á la Slow Hands" fehlen auf den ersten Blick, was aber kaum auffällt, weil es ein halbes Dutzend Hitsingles auf diesem Album gibt, die einem als solche erst später auffallen. No I in Threesome", das phänomenale Pace Is The Trick" und natürlich die Single Heinrich Maneuver" seien hier mal stellvertretend erwähnt. Von tiefer Trauer bis aufkeimender Hoffnung bedienen die von Carlos D. geschriebenen Songs wieder alle Themen und schrecken auch nicht vor Drogenbeichten zurück. Wie diese Band ihre Instrumente spielt und dann zusammenfügt... das hat schon was von, ja, ich bin mal so frei, Magie! Hört euch einfach den Album-Closer Lighthouse" an. Our Love to Admire" ist vermutlich song- und soundtechnisch das bisher kompakteste und direkteste Album von Interpol. Es gibt keinen schlechten Song auf diesem Album. Im Gegenteil: es sind wieder einmal mehr extrem hochwertige Nummern im Repertoire der Band zu finden. Die Atmosphäre, die Interpol mit ihren Songs schafft ist eine einzigartige. Von düsterere Melancholie bis hin zu einem seltsamen Gefühl der Erlösung in diesen traurigen Melodien berührt mich (und ich glaub auch viele andere) diese Band mehr, als ein dutzend andere Kapellen, die es immer wieder versuchen. Fassen wir also zusammen: Dieses Album ist sehr gut, stellenweise wirklich phänomenal und schon jetzt Mitstreiter um den Titel Album des Jahres". Dieser Band scheint irgendwie alles zu gelingen, so dass sie uns vermutlich auch in ein paar Jahren wieder mit einem Album überraschen werden, mit dem wir in dieser Form sicher nicht rechnen konnten.


Attack Decay Sustain Release
Attack Decay Sustain Release
Preis: EUR 14,25

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schmeißt die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum dancen!, 18. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Attack Decay Sustain Release (Audio CD)
So, wer Simian Mobile Disco sind, dass dürfte nach der kleinen, feinen Beschreibung weiter oben ja nun klar sein. Und ihr Ruf eilt den Briten bereits in lauter Form voraus. Tolle Remixe und Hits wie "It's The Beat" oder das famose "Hustler" rotierten ja schon längst in diversen Clubs. Simian Mobile Disco haben elektronische Dance-Musik nach langer Zeit wieder, zusammen mit all den anderen New-Rave-Hypes, wieder salonfähig für die Independent-Disco gemacht. Und macht darüber hinaus einfach nur Spass. Und wie sollte es anders sein... "Attack Decay Sustain Release" ist heiß! Und es stampft! Und es ist dreckig! Und vor allem rockt es verdammt noch mal mehr als die Alben der Kooks und Razorlight zusammen. SMD machen auch auf Albumlänge alles richtig. Ein breites Spektrum an elektronischer Musik, feiste und unverschämt dicke Bässe, freche Samples und verzerrte Beats, sowie Tonen von elektronischem Geblubber und Spielereien. Dieses Album lohnt sich sowohl zum Tanzen, als auch... ja, man glaubt es kaum, Hinhören. Aber natürlich wendet sich das Duo an all jene, die einfach mal den verdammten Hintern zu diesen Rhythmen kreisen lassen wollen. Langsam brodelt "Sleep Deprivation" los, bevor es sich am Ende als stampfender Sog entpuppt, der einen mitzieht, genauso wie der 80er-Anleiher "I Got This Down" oder das feiste "Tits & Acid". Von Retro, über Breakbeat, breite Flächen bis minimalistisch, kantig bis melodisch... Simian Mobile Disco bedienen sich unterschiedlicher Stile und schaffen es so wirklich, dass ihr Sound auch auf Albumlänge so sehr hörbar bleibt. Und tanzbar ist er eh. Also kann man als Freund wirklich guter elektronischer Musik hier zu greifen. Und wer dabei nicht die Boxen aufdreht und einfach mal Party macht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.


An End Has a Start
An End Has a Start
Preis: EUR 7,99

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen We've all been changed . . ., 3. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: An End Has a Start (Audio CD)
Verrückt, wie sich manche Sachen manchmal ähneln. Sowohl Bloc Party, als auch die Editors veröffentlichten 2005 zwei der besten Debüts der letzten Jahre, bis oben hin vollgepackt mit Hits, Atmosphäre und irgendwie diesem gewissen Etwas, was sie besser macht als, na, sagen wir mal Razorlight oder Mando Diao. Und nun ist es 2007 und beide Bands müssen zeigen was sie können. Bloc Party legten die Messlatte Anfang des Jahres schon reichlich hoch... nun kommen die Editors und haben, welch glückliche Parallele, auch noch mit Jacknife Lee zusammengearbeitet, jenem Produzenten, der auch schon an Bloc Party's Zweitwerk herumschraubte. Und An End Has A Start" macht das Beste aus dem großen Vorläufer The Back Room": es versucht anders zu sein. Nicht nur, aber zu großen Teilen. Die Editors waren seit jeher keine simple Schrammel-Band, doch nun haben sie die Mittel und die Fähigkeit ihrem Sound das zugeben, was er benötigt: Größe, aufwendige Produktion und dieses gewisse Gefühl von Erhabenheit. Und glücklicherweise leiden die Songs nicht drunter, denn die sind nach wie vor klasse. Hervorragende Melodien mit Tom Smiths kongenialer Stimme und Texten versehen... die Editors machen es wie immer, nur ausgefeilter und vielseitiger. Da schreckt man auf Nummern wie dem Opener Smokers Outside The Hospital Doors" oder The Weight Of The World" auch mal nicht vor dramatischem Stadionrock-artigen Hymnen zurück. Gebettet in eine Atmosphäre, die sicher für viele erdrückend und überproduziert wirken mag (Jacknife Lee halt), entfalten sich grandios stimmungsvolle Popsongs. Aber man muss sich drauf einlassen. Warum soll immer alles klein gehalten werden? Warum dürfen die Editors nicht die Größe an Sound zeigen, die sie wollen? Wer ihnen jetzt einen massentauglichen Ausverkauf á la Coldplay unterstellt, der bestätigt nur das oft intolerante Denken der sonst so coolen Indie"-Szene. Denn was bleibt richtig gute Songs... An End Has A Start" und Bones" schlüpfen in die Fußspuren von Munich", The Racing Rats" gibt Gas, während Escape The Nest" uns mit einem Mörderriff und Spiders" mit seiner atmosphärischen Zurückhaltung in den Bann zieht. Den Abschluss macht mit Well Worn Hand" sogar noch eine erstklassige Klavierballade. Die Editors schaffen einen gute Spagat zwischen ihrem bekannten Sound und neuen Elementen, wie eben in jenem sehr Coldplay-artigen Song Push Your Head Towards The Air". Dieser wirkt zwar, genau wie When Anger Shows" manchmal etwas zu lang und wirklich too much, aber dies ist halt, wie die Editors klingen wollen. Und das können sie gut. Den Weltschmerz in große atmosphärische Songs packen. Und wenn einen das packt, dann lässt es einen auch lange nicht mehr los. The Back Room" hatte vielleicht die direkteren und offensichtlicheren Hitsingles, aber der Nachfolger sollte sich nicht dahinter verstecken, denn das muss er beiweiten nicht. Für alle, die mal wieder richtig mit großen Gesten leiden wollen und mal wieder etwas gut produzierter Musik hören wollen... und wenn sie jetzt die größte Band der Welt werden sollten, dann hat es momentan auch keine andere verdient als diese hier. Großes Kino!


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-27