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Rezensionen verfasst von
Muschelkalk (Hamburg)

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Old Filth (Old Filth Trilogy 1)
Old Filth (Old Filth Trilogy 1)
von Jane Gardam
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must-Read für alle England Freunde ..., 19. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Old Filth (Old Filth Trilogy 1) (Taschenbuch)
... zumindest für die, die nicht an das Pilcher-Idyll vom Sonntagabend im ZDF glauben.

Filth hat in seinem Leben viele Namen getragen: Eddie, Teddy, Fevvers, Sir Edward - und eben auch Filth. Jetzt ist er über achtzig, frisch verwitwet, und schaut auf sein Leben zurück: Auf seine erfolgreiche Karriere als Richter in Hong Kong, auf die Offiziers-Zeit im Zweiten Weltkrieg, auf seine Kindheit. In dieser Kindheit liegt der Schlüssel zu dem Mann, der er geworden ist. Filth ist ein sogenanntes "orphan of the Raj", ein Kind englischer Kolonialbeamter, in Ostasien geboren, aber in frühester Kindheit nach England geschickt, um fern von tropischen Krankheiten und anderen Gefahren aufzuwachsen - und fern der Eltern. Wohlgemerkt zu einer Zeit, da man per Brief miteinander kommuniziert hat und dieser Brief auf einem Schiff transportiert wurde, das mehrere Monate über verschiedene Ozeane schaukeln musste, um sein Ziel zu erreichen.

Filths Reise in die Vergangenheit folgt keinem geraden Weg, sondern einem kompliziert verschlungenen Pfad, auf dem sich manche Nebensächlichkeit viele Seiten später als wichtiges Detail entpuppt. Eine gewisse Aufmerksamkeit beim Lesen ist daher absolut erforderlich. Allerdings ist eben das - das LESEN - auch das reinste Vergnügen, denn Jane Gardams zurückhaltende Sprache ist von einer ganz besonderen Eleganz. Jede Figur lebt durch die sparsamen, aber unglaublich pointierten Dialoge, in denen kein Wort zuviel gesprochen und sehr viel zwischen den Zeilen erzählt wird. Ein wunderbares Beispiel dieser Erzählkunst ist die Rückblende, in der Filths Frau Betty Tulpenzwiebeln - und noch andere Dinge - im Garten eingräbt. Der Leser hat im Hinterkopf, dass Betty mittlerweile verstorben ist - er weiß nur noch nicht wann und wie. Ohne, dass es explizit erwähnt wird, weiß der Leser am Schluss der Szene, dass sie die Zwiebeln nicht mehr zu Ende eingepflanzt hat.

"Old Filth" ist ein schmaler Band von nicht ganz 260 Seiten - und so reich an Geschichten, Figuren, Skizzen, Gedanken, Weisheiten und Humor, dass manche Schmöker von doppeltem Umfang im Vergleich ziemlich mager aussehen. Filths Geschichte öffnet ein Fenster in eine Vergangenheit, die noch gar nicht so weit entfernt ist und uns doch vollkommen fremd vorkommt, so wie auch Filth sich wie ein Fremdkörper durch das moderne England bewegt. Aber das ist nur einer von vielen Handlungsfäden. Welche weiteren dazu beitragen, einen ebenso dichten wie faszinierenden Erinnerungsteppich zu knüpfen, sollte jeder Leser selbst herausfinden.


Honigtot: Roman (Honigtot-Saga, Band 1)
Honigtot: Roman (Honigtot-Saga, Band 1)
von Hanni Münzer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bemerkenswert trivial, 16. Mai 2016
Zugegeben, ich war skeptisch. Und gerade aufgrund der sehr widersprüchlichen Bewertungen neugierig. "Nazikitsch"? "Fifty Shades im Dritten Reich"? Oder doch ein "kleines Meisterwerk"?

Worum geht's? Im Hier und Jetzt ist die Ärztin Felicity damit beschäftigt, ihre Koffer für den Hilfseinsatz in Afghanistan zu packen, als sie erfährt, dass ihre Mutter Martha nach dem Tod der Großmutter spurlos verschwunden ist. Ein paar gehackte Kreditkaren später ist klar, dass Martha nach Rom geflohen ist, um sich mit einem dunklen Kapitel der Familienhistorie auseinanderzusetzen. Felicity reist ihr hinterher und taucht mit dem Leser ein in eine - im wahrsten Sinne des Wortes - unglaubliche Geschichte, in der neben mehreren starken Frauen und bösen Nazis eine Dackeldame sowie diverse Assoziationen zu Honig und Bienen eine wichtige Rolle spielen.

Ich sag's mal so: Die Grundidee, bei der eine Mutter sich auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt, um ihre Kinder zu schützen, ist tatsächlich spannend. Was daraus in Buchform entstanden ist, ist allerdings bemerkenswert enttäuschend. Zum einen lebt die Geschichte von Zufällen und halbgaren Konstruktionen (ich sage nur: die Dackeldame), zum anderen ist sie auch dies: bemerkenswert schlecht erzählt. Es wird wahrhaftig nur erzählt: Elisabeth fühlte dies, Deborah dachte jenes, Marlene tat das. Am 11. November geschah Folgendes, am 9. Juni passierte dann das ... Eine große Schlacht der Adjektive, bei der Zwischentöne komplett auf der Strecke bleiben und dem Leser auch die allerletzte Gelegenheit genommen wird, zwischen den Zeilen zu lesen und eigene Schlüsse zu ziehen.

Man merkt zwar, dass viel Recherche in dem Buch steckt, wirklich lebendig werden dabei aber weder historische noch fiktive Figuren. Was ärgerlich ist bei einer Geschichte, in der sich eine verhängnisvolle Affäre zwischen SS-Mann und halbjüdischer Stieftochter anbahnt. Eine Antwort auf die interessante Frage, was die beiden eigentlich zueinander treibt, erwartet man ebenso vergeblich wie eine sensible Entwicklung dieser Liaison. Ein wenig Luxusleben, und schon hat der Stiefvater das Mädchen dort, wo er sie haben will - in seinem Bett. Keiner der beiden Beteiligten scheint sein Handeln je zu hinterfragen. Der SS-Mann ist böse. Massenvernichtung im Beruf und jüdische Geliebte im Privatleben bekommt er moralisch locker unter einen Hut. Das Mädchen verwandelt sich innerhalb von dreißig Seiten von einem sensiblen, musikalischen Schulmädchen zu einer hemmungslosen Bettgespielin. Nebenbei ist sie nicht das hellste Licht im Lampenladen - bereits nach 350 Seiten fällt ihr auf, dass die Polen Angst vor den deutschen Besatzern haben. Aber wenn die Zeiten auch schlecht sind, eine Wanne für ein heißes Schaumbad steht allzeit bereit.

Ich möchte kein Urteil darüber fällen, ob man sich einem Thema wie dem Dritten Reich auf so trivialem Weg nähern darf, wie das bei dieser Lektüre geschieht. Möglicherweise führt die Begeisterung über diese Geschichte bei dem einen oder anderen Leser ja dazu, dass er sich nochmal mit anderen Büchern beschäftigt, die sich der Angelegenheit differenzierter annähern ' dann hätte Honigtot tatsächlich einen positiven Zweck erfüllt.

Das Zitat, das hier im Werbetext und auch im Nachwort auftaucht, beschreibt das Buch bestens: Helene Hanfstaengl bedauert, dass sie Hitler 1923 nicht "den Revolver weggenommen" habe. Andernfalls hätte er sich nämlich umgebracht. Wenn man die Entwicklungen, die zum Dritten Reich geführt haben, auf so schlichte Art und Weise interpretieren mag, dann wird einem auch dieses Buch gefallen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2016 8:21 AM MEST


Downton Abbey: The Finale [DVD] [UK Import]
Downton Abbey: The Finale [DVD] [UK Import]
Wird angeboten von sandra7508
Preis: EUR 13,34

40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Do you always have trouble …, 3. Januar 2016
…distinguishing fact from fiction?” möchte Mr Spratt von seiner Lieblingsfeindin wissen. Nicht nur die überkandidelte Miss Denker muss sich der Realität stellen, sondern auch der Zuschauer: Mit dem diesjährigen Weihnachtsspecial öffnen sich die Türen von Downton Abbey zum letzten Mal. Neunzig Minuten bleiben, um offene Handlungsfäden zu verknüpfen und die Bewohner von Englands bekanntestem Landsitz in die Zukunft zu entlassen ... „whatever it may bring“, wie Mr Carson mit einer hochgezogenen Augenbraue hinzufügen würde.

Glücklicherweise scheint Julian Fellowes beim Drechbuchschreiben klar gewesen zu sein, dass dem Zuschauer so kurz vor Toresschluss keine neuen Dramen zuzumuten sind (schon gar nicht an Weihnachten). So geht es in der letzten Folge nur noch darum, die Geschichten aller Bewohner von Downton zu einem (fast immer) glücklichen Ende zu bringen, und das ist auch gut so. Da mag die eine oder andere Entwicklung ein wenig vorhersehbar sein, aber was soll’s. Gelitten und geweint haben wir in den vergangenen sechs Jahren schließlich oft genug. Das diesjährige Weihnachtsspecial ist ein Rundum-Wohlfühl-Special.

Nicht alles wird auserzählt, manches nur angedeutet. Besonders schön ist, dass dabei nicht die Leiden der Lady Mary im Mittelpunkt stehen, sondern die nach wie vor ungewisse Zukunft von Aschenputtel-Pechmarie-Edith. Nebenbei darf Isobel ihren Kampfgeist demonstrieren, während Mr Carson sich endgültig mit dem Thema Veränderung anfreunden muss und Thomas-I’m-Mr-Barrow-now wieder die schönste Mimik auspacken darf, um seine konfliktbeladene Gefühlswelt auszuloten. Die Bates-Saga steht – wer hätte das gedacht – vor ihrem Happy End, Daisy verändert nach Jahren (oder Jahrzehnten) endlich ihre Frisur und dann kommt auch noch der Wirbelwind Lady Rose vorbeigeschneit, um die ohnehin schon gute Stimmung noch weiter zu heben. Wenn zum letzten Mal der Abspann erklingt, ist der der Wandel, von dem in allen Staffeln so oft die Rede war, endgültig vollzogen, und man hat als Zuschauer tatsächlich das Gefühl, dass jeder der liebgewonnenen Bewohner von Downton einer guten Zukunft entgegensieht.

Was bleibt? Ein großes Dankeschön an Julian Fellowes. Weil er Maggie Smith mit der Dowager Countess eine wunderbare Altersrolle geschenkt hat. Weil er uns gezeigt hat, wie Downstairs funktioniert, das kleine Königreich des Butlers. Und weil er uns mitgenommen hat in eine untergegangene Welt, zu Dinnerabenden, Debütantenbällen, Jagdausflügen und Teegesellschaften, in eine Welt, in der die Herren sich erheben, wenn eine Dame vom Tisch aufsteht und verheiratete Frauen im Bett frühstücken dürfen, unverheiratete aber nicht. In eine Welt, in der ein Dienstbote auf den ersten Blick nicht viel zu sagen hat und durch ein geschickt verschobenes Stück Seife doch den Lauf der Familien-Geschichte verändern kann.

Mag sein, dass der Chauffeur im wahren Leben niemals die Tochter des Earls hätte heiraten dürfen. Mag sein, dass Mr Matthew Crawleys bemerkenswerte Lebensgeschichte jeglicher realistischen Grundlage entbehrt. Mag sein, dass die englische Justiz an der Bates-Saga verzweifelt wäre, lange bevor das beim Zuschauer der Fall war. Downton Abbey bleibt trotzdem allerbeste Fernsehunterhaltung, schauspielerisch und optisch immer auf höchstem Niveau. Was die Frage nach „Fact“ und „Fiction“ angeht, erlaube ich mir einen anderen Engländer zu zitieren: „Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.” – In diesem Sinne: Danke, Mr Fellowes!

***
Diese Rezension bezieht sich auf den sogenannten UK-Import des Weihnachtsspecials 2015 zur sechsten Staffel. Dies ist die Original DVD aus Großbritannien, die KEINE deutsche Tonspur und NUR englische Untertitel enthält (und auch keinerlei Extras). In der deutschen Version der sechsten Staffel, die erfahrungsgemäß etwa ein halbes Jahr später erscheint, ist das Weihnachtsspecial als reguläre neunte Folge enthalten.

Zu dem hohen Preis, der momentan auf amazon.de angezeigt wird: Der Preis ist hoch, weil die DVD im regulären deutschen Handel nicht erhältlich ist und nicht direkt von amazon, sondern von Wiederverkäufern vertrieben wird – wer sie auf amazon.co.uk nach Deutschland bestellt, spart rund fünfzig Prozent. .
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 27, 2016 6:52 PM MEST


Downton Abbey: Series 6 - englische Originalfassung [3 DVDs] [UK Import]
Downton Abbey: Series 6 - englische Originalfassung [3 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Maggie Smith
Wird angeboten von sandra7508
Preis: EUR 21,89

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "If I could chose between principle and logic ..., 28. Dezember 2015
… I’d take principle every time,” sagt die Dowager Countess, wie immer eine aufrechte Verfechterin der guten alten Zeit. Die ist jedoch endgültig vorbei: Wir schreiben 1925, und in Downton stehen Reformen an. Nicht nur im Haus, wo Seine Lordschaft der Meinung ist, dass man zu viel Personal hat, sondern auch im Dorf, wo Dr Clarksons kleines Krankenhaus seine Unabhängigkeit verlieren soll.
Dies ist der rote Faden der sechsten und letzten Staffel Downton Abbey: Der große Krankenhauskrieg, in dem die drei Damen Violet, Cora und Isobel noch einmal alle verbalen Geschütze auffahren dürfen (die Dowager Countess nimmt allerdings auch den Gehstock zur Hilfe).

In der ersten Staffel ging es um die Frage, wie aus einem Mittelklasse-Anwalt der Erbe von Downton wird. Die zweite Staffel hatte den großen Krieg als Oberthema, in der dritten musste Downtons Existenz gerettet werden, in der vierten waren alle Beteiligten damit beschäftigt, die Verluste aus dem Vorjahr zu verarbeiten. In der fünften Staffel wurde ein verbindendes Thema, ein roter Faden schmerzlich vermisst, und in der vorliegenden sechsten Staffel muss das Dorfkrankenhaus herhalten. Nun ja. Kein Wunder, dass es drei, vier Folgen dauert, bis die Serie wirklich in Schwung kommt. In den ersten Folgen passiert erst einmal (fast) gar nichts. Mr Carson führt seine Mrs Hughes zum Altar, und vorher müssen noch verschiedene Herausforderungen ehelichen Zusammenlebens geklärt werden. Quasi im Vorübergehen gibt es dann noch eine Antwort auf die letzte Frage der Bates-Saga, nämlich wer Mr Green vor den Bus geschubst hat. Ohne zu spoilern kann ich sagen: Wer – wie ich – eine ausgeklügelte, raffinierte Lösung erwartet, hat – wie ich – zu viel Sherlock geschaut.

Ungefähr zur Mitte der Staffel scheint Mr Fellowes aufgefallen zu sein, dass wir uns auf der Zielgeraden zum Serienfinale befinden und der eine oder andere Handlungsstrang noch dringend verknotet werden muss. Ab diesem Punkt geschieht sehr viel. Mary bemerkt, dass sich in der Nursery ein Kind namens Marigold befindet. Edith stolpert über einen alten Bekannten. Isobel wundert sich über die Söhne ihres späten Verehrers. Lady Shackleton, die alte Freundin der Dowager Countess, kommt auf die ausgezeichnete Idee, ihren Neffen mit zum Dinner zu bringen. A propos Dinner, da haben wir ja einiges erlebt in sechs Staffeln und diversen Weihnachtsspecials, aber das, was den geneigten Zuschauer in diesem Jahr erwartet, übertrifft alles zuvor Gesehene. Nie, nie wieder wird ein Dinner in Downton Abbey das sein, was es war …

Und dann ist da noch die Sache mit Thomas. Der war ja in den letzten Folgen schon nicht vom Glück beschienen. „No man is an island. Not even Thomas Barrow,” stellt Seine Lordschaft schließlich fest. Nein, ganz allein ist Thomas nicht, aber dass sein einziger Freund ein vierjähriger blonder Knirps ist, ist kein gutes Zeichen. Ich möchte immer noch ein Plakat hochhalten: Ein bisschen Glück für Thomas, bitte! (Und danke an seinen Darsteller Rob James-Collier, der ganz oft nur mit den Augen oder einer sparsamsten Bewegung der Gesichtsmuskeln tiefe Gefühle ausdrückt).

Die letzte, letzte, allerletzte Staffel Downton Abbey bietet wie immer großartige Schauspieler in erlesenen Kostümen und wunderschöner Kulisse. Wie im vergangenen Jahr ist die halbe Serie allerdings bereits vorbei, ehe die Geschichten richtig in Gang kommen. Die zweite Hälfte steckt dann wieder voller echter Downton-Momente, und insbesondere in der letzten Folge ist Taschentuch-Alarm angesagt. Und so schwer der Abschied fällt, am Schluss siegt die Erkenntnis: Die Geschichte von Downton Abbey ist wirklich (fast) zu Ende erzählt. Ein paar lose Fäden sind noch übrig, um im Weihnachtsspecial verknüpft zu werden – der Trailer berechtigt zu den schönsten Hoffnungen.

***
Diese Rezension bezieht sich auf den sogenannten UK-Import von Staffel 6, Folgen 1 bis 8. Dies sind die Original DVDs aus Großbritannien, die KEINE deutsche Tonspur und NUR englische Untertitel enthalten. Das Weihnachtsspecial 2015 (Folge 9) ist separat erhältlich. Die deutsche Version erscheint erfahrungsgemäß etwa ein halbes Jahr später, also im Sommer 2016, und umfasst auch das Weihnachtsspecial.

Und bevor jemand über den hohen Preis meckert, der momentan auf amazon.de angezeigt wird:
Der Preis ist hoch, weil die DVD im regulären deutschen Handel noch nicht erhältlich ist und nicht direkt von amazon, sondern von Wiederverkäufern vertrieben wird – wer sie auf amazon.co.uk nach Deutschland bestellt, spart rund fünfzig Prozent. Für diesen Umstand kann man weder amazon.de verantwortlich machen noch die Produktionsfirma. Die DVD aber aufgrund des hohen Preises mit nur einem Stern abzuwerten ist meiner Meinung nach ein Schlag ins Gesicht für die Schauspieler und Macher der Serie, die uns in den letzten Jahren so viele schöne Momente beschert haben.


Downton Abbey: A Moorland Holiday (Christmas Special 2014) [DVD] [UK Import]
Downton Abbey: A Moorland Holiday (Christmas Special 2014) [DVD] [UK Import]
Wird angeboten von gameshop_fuerth - Alle Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 10,90

36 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen “Do your ears have wireless aerials, Mr. Barrow?”, 1. Januar 2015
Dear Mr. Barrow,

dreimal habe ich mich bei Ihren Vorgesetzten für eine Anstellung in Downton Abbey empfohlen – bisher vergeblich. Heute ist mir endlich klar geworden, dass ich mich natürlich an die völlig falschen Ansprechpartner gewandt habe – SIE sind der Mann, der weiterhilft, wenn man einem zickigen Butler eine Lektion erteilen, einer ungezogenen Lordschaft eins auswischen oder halt nur einen Job in Downton haben will. Ich meine, Miss Baxter haben Sie da ja auch irgendwie reingeschummelt, oder?

Um auf die aktuellen Ereignisse zu sprechen zu kommen: Das diesjährige Christmas Special war einmal mehr eine echte englische Achterbahnfahrt. Lachen dort, Tränchen hier, und Mr. Carson mit seinem schönsten Teddybärengesicht mittendrin.
Aber ich eile den Dingen voraus. Nachdem ich mir im letzten Jahr die eine oder andere Kritik gestattet habe, da das Schicksal bisher unerwähnter Nebenfiguren wie Mr. Levinson und Miss Wie-hieß-sie-noch mich deutlich weniger interessiert als das lieber alter Bekannter wie Mrs. Crawley und Mr. Molesley, lautet die gute Nachricht in diesem Jahr: Jeder Downton-Bewohner hat seine kleine oder große und in jedem Fall zu Herzen gehende Geschichte. Da mag man auf den ersten Blick zweifeln, ob die Zubereitung einer guten Brühe tatsächlich etwas in einem Christmas Special zu suchen hat, aber spätestens, wenn Miss Denker im wahrsten Sinne des Wortes das Handtuch wirft, weiß man: Ja, das war’s wert.

Verzeihen Sie mir mein leicht unkoordiniertes Gestammel, Mr. Barrow. In aller Klarheit möchte ich betonen, dass die diesjährige Weihnachtsfolge mich bestens unterhalten hat – hauptsächlich, weil sie ein Best-Of aller bisherigen Weihnachtsfolgen darstellt. Jagdferien bei der Verwandtschaft? Haben wir schon mal gemacht. In letzter Sekunde einen Skandal verhindert? Kommt uns auch bekannt vor, auch wenn es dieses Jahr nicht die Monarchie, sondern nur eine Ehe war, die in Gefahr geriet. Und … nein, das ist kein Spoiler … Heiratsantrag unterm Tannenbaum? Tja, wer könnte den vergessen… Dann ist da natürlich noch die Bates-Saga. Die hat wahrhaftig etwas von einem Springteufel an sich. Man kann die Box zuschrauben, zunageln und dreimal in der Themse versenken – irgendwie hüpft die Storyline immer wieder raus. Ganz ehrlich, ICH weiß seit 1923, wer Mr. Green vor den Bus geschubst hat. Da sich nunmehr Sherlock Molesley der Sache angenommen hat, besteht allerdings Hoffnung auf ein endgültiges Happy-End inklusive Baby Bates.

Die neunzig Minuten Christmas Special sind vollgepackt mit kleinen und großen Entwicklungen, die die Handlungsstränge aus der fünften Staffel mit viel Gefühl abschließen. Zwei, drei neue Gesichter wecken die Vorfreude auf Staffel sechs. Zu den besonderen Weihnachtsgeschenken gehört übrigens, dass sich an der Mister-Crawley-Nachfolgefront endlich etwas Vernünftiges zu tun scheint. Das Ganze wie immer in schönster Optik, traumhafter Umgebung und vollendeter Schauspielkunst.
Womit ich wieder bei Ihnen, wäre, verehrter Mr. Barrow. Gestatten Sie mir anzumerken, dass Sie bereits zu meinen Lieblingskollegen zählten, als Sie noch als Thomas the Evil Footman durch die heiligen Hallen schlichen, weshalb es mich sehr freut, dass Sie in der Weihnachtsfolge sowohl Ihre Loyalität zu den Crawleys zeigen als auch den coolen Bösewicht heraushängen lassen durften. Obwohl Sie dabei wie immer übertrieben haben (ein echter Bösewicht werden Sie in diesem Leben ohnehin nicht mehr): Bitte richten Sie Ihrem Schöpfer Mr. Fellowes meinen tiefempfundenen Dank aus für die wunderbare Unterhaltung, die er uns auch in diesem Jahr wieder beschert hat. Weiteren Jagdaufenthalten, Feierlichkeiten und Liebeswirren upstairs wie downstairs sehe ich gespannt und mit Vorfreude entgegen und verbleibe

in aufrichtiger Verbundenheit
Ihre
Muschelkalk
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2015 8:00 PM MEST


Downton Abbey - Season 5 [UK Import]
Downton Abbey - Season 5 [UK Import]

267 von 281 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „I feel a shaking …, 5. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Season 5 [UK Import] (DVD)
… of the very ground I stand on” – Mal wieder harte Zeiten für Carson: Dieses Mal ist es kein Telefon und kein Grammophon, sondern ein Radio, das den würdigsten aller Butler aus dem Gleichgewicht bringt. Doch der Fortschritt hält unermüdlch Einzug in Downton: Die Röcke werden kürzer, die Haare auch. Statt zum Dinner lädt man zur Cocktailparty, die ist schneller vorbei und man muss sich nicht mit so vielen langweiligen Leuten unterhalten, findet Lady Grantham. Manche Dinge ändern sich upstairs allerdings nie – Lady Edith rennt ihrem Glück hinterher, und die Chancen, es zu finden, standen noch nie so schlecht. Lady Mary, ebenfalls auf der Suche nach Glück und Liebe, greift mal wieder zu unorthodoxen Maßnahmen und wird dabei nicht eben sympathischer. Tom zerreißt sich zwischen der Welt, in der er lebt, und der Welt, die er für die gerechtere hält.

Downstairs geht es endlich wieder um andere Fragen als die, welches Küchenmädchen mit welchem Diener. Daisy entdeckt ungeahnte Talente, Miss Baxter verrät ihr Geheimnis und Mr Molesley entpuppt sich als der heimliche Star der Serie. Ein Hoch auf Mr Molesley an dieser Stelle – wer hätte denn bitteschön bei der ersten Staffel erwartet, dass dieser etwas linkische Aushilfsbutler sich zu einem echten Sympathieträger entwickeln würde?

A propos Entwicklung, die findet im Fall der Bates-Saga nicht statt. Ganz im Gegenteil, man dreht sich einmal im Kreis herum, und das ist wirklich enttäuschend. Was auch einer der Gründe ist, weshalb ich der Staffel „nur“ viereinhalb Sterne gebe: Es dauert wahrhaftig vier Folgen, bis die einzelnen Handlungsstränge in Gang kommen. In der ersten Hälfte der Staffel wird unendlich viel ausgewälzt und auseinander gezogen. Was mir anfangs gefehlt hat, waren die echten Downton-Momente, Szenen, bei denen man erst einmal nach Luft schnappen oder in die Hände klatschen muss (ich meine Szenen wie das Ende von Mr Pamuk. Oder Matthews wohlgezielter Faustschlag in Richtung Sir Richard Carlisle im Weihnachts Special 2012). In zweiten Teil der Staffel geschieht dann soviel, dass man die Hälfte verpasst, wenn man zwischendurch nach dem Teewasser schaut.

Auf der Plusseite stehen drei Nebendarsteller, nämlich die beiden außerordentlich gut gecasteten Kinder Sybbie und George, die ihren Großpapa (und den Zuschauer) ratzfatz um den Finger wickeln, und Mr Spratt, der kurz vor einer Karikatur stehende, aber umso unterhaltsamere Snob von einem Butler Ihrer Ladyschaft, der Dowager Countess. Womit wir da wären, wo das Herz von Downton schlägt. Zum einen lernen wir, dass auch eine Persönlichkeit wie die Dowager Countess eine Vergangenheit hat, zum anderen – und das war für mich der bessere Handlungsstrang – sehen wir, wie sich die Freundschaft zwischen Ihrer Ladyschaft und Mrs Crawley entwickelt hat. Mrs Crawley ist übrigens immer noch mit ihrem späten Verehrer unterwegs.
Habe ich jemanden vergessen? Natürlich, das ewige Sorgenkind, Thomas-I’m-Mr-Barrow-now, der nie ein richtiger Fiesling werden wird, solange ihn sein persönliches Dilemma immer wieder einholt. Am Ende wollte ich ein Plakat hochhalten: Ein bisschen Glück für Thomas, bitte!

Im ersten Teil ist der fünften Staffel tatsächlich ein wenig die Luft ausgegangen – im zweiten Teil kommt der Downton-Freund hingegen voll auf seine Kosten. Explosive Dinnerszenen, Herzschmerz, wunderschöne Kostüme und große Schauspielkunst sind selbstverständlich ebenfalls wieder im Gesamtpaket enthalten. Die Original DVD enthält englische Untertitel, Extras zu den Dreharbeiten, eine ausführliche Dokumentation zu Sitten und Zeiten mit Alistair Bruce, dem historischen Berater der Serie, und, last but not least, einen sehr langen Trailer zum diesjährigen Weihnachts Special, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt.

Off Topic: Zum Schluss noch ein Wort zu der hier geführten Diskussion über den hohen Preis auf amazon.de. Der Preis ist hoch, weil die DVD im regulären deutschen Handel noch nicht erhältlich ist und von Wiederverkäufern vertrieben wird – wer sie auf amazon.co.uk nach Deutschland bestellt, spart rund fünfzig Prozent. Für diesen Umstand kann man weder amazon.de verantwortlich machen noch die Produktionsfirma. Die DVD aber nur aufgrund des hohen Preises mit einem Stern abzuwerten ist meiner Meinung nach ein Schlag ins Gesicht für die Schauspieler und Macher der Serie, die uns in den letzten fünf Jahren so viele schöne Momente beschert haben.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2015 10:53 AM MEST


Der vergessene Strand
Der vergessene Strand
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mogelpackung, oder: Von Männern und Ingwerkeksen, 22. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der vergessene Strand (Kindle Edition)
*** ACHTUNG, SPOILER!***

Vor einigen Jahren habe ich einen der Neuseeland-Romane der Autorin gelesen, und da ich den in positiver Erinnerung hatte, meinte ich, mit diesem Buch nichts falsch machen zu können – nette Unterhaltungslektüre für den verregneten Herbstnachmittag.

Nun ja. Irren ist bekanntlich menschlich. Bereits die Umschlaggestaltung hätte mich stutzig machen sollen, zeigt es doch für diesen in Wales angesiedelten Roman eine bekannte Küstenformation auf der anderen Seite der Insel in East Sussex– fast so, als hätte der Coverdesigner dem Inhalt des Buches auch nicht vertraut.
Also der Inhalt: Amelie steht vor den Scherben ihrer Beziehung, denn Michael bekommt mit einer anderen Frau ein Kind. Nichtsdestotrotz will er Amelie unbedingt zurückhaben, und Amelie steht nun vor der schwierigen Frage, ob sie mit diesem Mann, der sie mehrfach belogen hat, den Bund für’s Leben schließen will. Sie tut, was frau in solchen Situationen tut, jedenfalls wenn sie keinen festen Job und trotzdem genügend Kohle hat: Sie packt ihre Sachen und geht auf Recherchereise nach Wales, woselbst sie das Leben der Gesellschaftsdame Beatrix Lambton erforschen und niederschreiben will.
Im beschaulichen Pembroke überschlagen sich die Ereignisse sozusagen – die Einheimischen benehmen sich alle miteinander sowas von eigenartig, Amelies Konsum von Ingwerkeksen steigt rasant an und sie macht schockierende Entdeckungen über ihr Forschungsobjekt, sich selbst und ihre Familie (was diesen Punkt angeht hätte sie sich viel Ärger erspart, wenn sie einfach irgendwann in den vergangenen dreißig Jahren ihres Lebens mal einen Blick auf ihre Geburtsurkunde geworfen hätte).

Drei Punkte sind es, die mich mit jeder Seite mehr zweifeln ließen, ob ich da tatsächlich ein Buch von derselben Autorin wie der des schönen Neuseelandromans in Händen hielt:

Zum einen konnte ich mich an keiner Stelle in die Protagonistin Amelie hineinversetzen – zu klischeehaft die Grundvoraussetzungen, zu verhuscht die ganze Person, die ständig heulend und hilflos beim örtlichen Apotheker vor der Tür sitzt, der sie erstaunlicherweise immer wieder aufnimmt, mit Ingwerkeksen füttert und etwas zu essen kocht. (Nebenbei scheint er sich auch dadurch positiv von dem untreuen Michael abzuheben, dass er liebend gerne abwäscht).

In Rückblenden wird die Geschichte von Beatrix Lambton erzählt, die vor über hundert Jahren mit ähnlichen Beziehungsproblemen wie Amelie zu kämpfen hatte. Beatrix wird als eine Dame der vornehmen Gesellschaft beschrieben, eine Gräfin, die literarische Salons besucht und sich für Kunst und Kultur begeistert. Ja, so wird sie beschrieben, nur wirklich GEZEIGT wird sie uns nie in dieser Form. Gezeigt wird sie uns als eine Frau, die sich mit ihrer Familie und dem außerehelichen Nachwuchs ihres Gatten herumschlägt – ein eher frustrierendes als glamouröses Dasein. Gerade diese Rückblenden wirken eigenartig lieblos herunter erzählt, bis sie am Ende wahrhaftig im Sand des vergessenen Strandes verlaufen.

Mein letzter Kritikpunkt: Wer immer dieses Buch gegengelesen, lektoriert oder korrigiert hat, muss mit einer Familienpackung Ingwerkeksen außer Gefecht gesetzt gewesen sein, um die zahlreichen inhaltlichen Fehler zu übersehen. Über den fantasievollen Umgang mit englischen Adelstiteln will ich mich mal nicht weiter echauffieren … wobei … SPOILER … vielleicht sollte ich den „souveränen, weltgewandten Duke of G–“ erwähnen, mit dem Beatrix‘ Schwester eine Affäre eingeht. Beatrix möchte wissen, wer der heimliche Liebhaber ist, kennt aber nicht mehr als den Titel „Duke of G-“ und meint, dass es mithin unmöglich sei, die Identität des Mannes herauszufinden. Offensichtlich gab es vor hundert Jahren in England eine ganze Telefonbuchseite voller „Herzöge von G-“ – heute dürfte die Aufgabe laut Herrn Wikipedia etwas leichter sein.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, inhaltliche Fehler. Arme Keira Knightly, hat Natalie Portman ihr doch glatt die Hauptrolle im Kostümfilm „Die Herzogin“ geklaut. Nur auf den ersten Blick besser geht es dem Dienstmädchen Franny, dem auf Seite 222 ein langes Leben bis 1965 beschieden ist. Hundertfünfzig Seiten später ist die Gute aber bereits 1918 an der Spanischen Grippe verschieden. – Irgendwann entsteht dann der fatale Eindruck, dass die Autorin ihr eigenes Romanpersonal nicht richtig kennt.

Mein Fazit: Leitmotiv des Romans ist eheliche Untreue im Verlauf der letzten hundertzwanzig Jahre inklusive der Fragen, wie der Partner damit umgeht und welche Folgen das für die ganze Familie hat. Sicher kein typisches Thema für einen Unterhaltungsroman. Mit weniger Fehlern und weniger Klischees hätte trotzdem eine lesenswerte, möglicherweise berührende Geschichte daraus werden können. So hatte ich am Ende das Gefühl, einer riesigen Mogelpackung aufgesessen zu sein, und das nicht nur, weil ich Ingwerkekse liebe.


Das ferne Land: Historischer Roman
Das ferne Land: Historischer Roman
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufbruch ins Morgenland, 11. September 2014
Katherina Orsini, jung, blond, Kölnerin, hat ein Problem: Erst büxt ihr venezianischer Ehemann mit ihrem Vermögen aus, und dann ist er auch noch tot. Wildentschlossen, seine im heutigen Jemen versteckten Weihrauchvorräte zu finden, macht sie sich auf eine Reise, die vor fast vierhundert Jahren mehr als abenteuerlich war und heute vermutlich von den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes verhindert werden würde. Behilflich auf dem schweren Weg sind ihr ihre treuen Diener Jokasta und Pjotr sowie der ortskundige Venezianer Massimo, der praktischerweise arabische Wurzeln hat, ein wenig Handel treibt, möglicherweise für mehr als eine Seite spioniert und nebenbei zufällig verdammt gut aussieht.

Charlotte Thomas erzählt Katherinas Abenteuer gewohnt flüssig und intelligent. Was mir besonders gut gefallen hat: Katherina – endlich mal eine historische Romanheldin, die definitiv nicht heilkundig ist, aber gerne dafür gehalten wird. Rote Haare hat sie auch nicht, dafür ist sie ein wenig zu lang geraten, kämpft ständig mit ihrer Körpergröße und hat ein auf einer solchen Reise gut passendes Hobby. Eine lebendige und sympathische Hauptfigur. Zweiter Pluspunkt: Die exotische Kulisse zwischen Ägypten und Jemen. Sitten, Landschaften, Märkte, Menschen werden dank eindrucksvoller Recherche lebendig, ohne dass der Text je belehrend wirken oder sich in weitschweifigen Beschreibungen verlieren würde. Und ganz nebenbei ist man noch erstaunt, wie selbstverständlich über lange Zeit verschiedene Religionen ganz friedlich miteinander leben konnten.

Ein klein wenig kritisch möchte ich anmerken, dass die Geschichte nicht allzu viele Überraschungen parat hält, insbesondere wenn man schon mehr als ein Buch von Charlotte Thomas gelesen hat. Die eine oder andere Figur kommt einem dann seltsam bekannt vor, die (und dies ist kein Spoiler) absehbare Liebesgeschichte entwickelt sich routiniert nach dem Schema Sie hassen sich – sie lieben sich- und dann kommt das große Missverständnis, das das Happy End in Gefahr bringt.

"Das ferne Land“ ist ein schöner Unterhaltungsroman mit Schwerpunkt LIebesgeschichte und leichtem Abenteuer-Touch, der besonders durch seinen ungewöhnlichen Hintergrund besticht. Die liebevolle Gestaltung des Hardcovers mit Lesebändchen und Illustrationen trägt zusätzlich zum Lesevergnügen bei.


Reiseführer Lissabon - Zeit für das Beste: Sehenswürdigkeiten, malerische Gassen, Paläste, Gärten, Kaffeehäuser, Museen, Bars, Geheimtipps, Highlights und Wohlfühladressen in der Haupstadt Portugals
Reiseführer Lissabon - Zeit für das Beste: Sehenswürdigkeiten, malerische Gassen, Paläste, Gärten, Kaffeehäuser, Museen, Bars, Geheimtipps, Highlights und Wohlfühladressen in der Haupstadt Portugals
Preis: EUR 11,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mal ehrlich..., 14. März 2014
Dieser Reiseführer will ein bisschen anders sein als die Konkurrenz: Einzelne Sehenswürdigkeiten, Parks, Plätze, aber auch kurze Spaziergänge durch Stadtviertel werden auf mehreren Seiten ausführlich beschrieben, am Seitenrand erfolgt eine Vertiefung mit Autorentipps und sehr schönen Fotos, und am Ende wird jedes einzelne Kurzkapitel mit allgemeinen Infos, zum Beispiel zu Erreichbarkeit, Cafés, Einkaufsmöglichkeiten, abgeschlossen.

Ein guter Plan, der für mich (erster Aufenthalt in Lissabon, vier Tage Zeit) aber nicht aufging. Das Problem beginnt bei den Basics, die ein Reiseführer bieten sollte: Der Stadtplan. Die in dem Buch vorhandenen sind entweder zu grob, um mehr als einen generellen Überblick zu verschaffen, oder zu winzig, um irgendeine Orientierungshilfe zu bieten.
A propos Plan: Lissabon verfügt über ein kleines, feines U-Bahnnetz, das automatisch zum Urlaubsgefühl beiträgt -wo sonst auf der Welt bitteschön findet man Metrolinien, die mit Schiffen, Kompassen, Möwen und Blümchen gekennzeichnet sind? Einige Haltestellen sind begehbare Kunstwerke, und entspannte portugiesische Lebensart zeigt sich in der Tatsache, dass man Fahrpläne an den Haltestellen vergeblich sucht (die Metro fährt aber trotzdem sehr zuverlässig). Und was man auch vergeblich sucht ist ein Übersichtsplan über dieses prima Verkehrsmittel im Reiseführer.

Trotz der ausführlichen Einzelkapitel war der Informationsgehalt für mich teilweise doch eher fragwürdig. Beim Spaziergang über die Avendia da Liberdade wird auf den Antikmarkt hingewiesen, der am Sonntag stattfindet - tatsächlich findet dieser auch am Samstag statt (und sollte keineswegs verpasst werden, hier gibt es alles, vom klassischen Serviettenring bis zum Beauty Case Modell 1920). In den Sintra-Kapiteln wird auf die Möglichkeit hingewiesen, die Schlösser zu Fuß statt per Hop-on-Hop-off- Bus zu erkunden - eine realistische Zeitangabe dazu oder auch nur eine brauchbare Karte: Fehlanzeige. Welche Fluggesellschaften Lissabon anfliegen, erfährt man - wie man vom Flughafen in die Stadt kommt hingegen nicht (mit der Metro, rote Linie, die mit dem Kompass, etwa fünfundzwanzig Minuten).
Dann gibt es noch die kleinen roten Kästchen im Text mit der Überschrift: "Mal ehrlich...". Da wird in der Regel eine touristische Grundweisheit in Zweifel gezogen, zum Beispiel der Besuch des Castelo des Sao Jorge, das einem eingangs noch als Top-Ten-Sehenswürdigkeit verkauft wurde. "Mal ehrlich" meint: Mehr als ein paar alte Mauern stehen da eigentlich nicht herum. Um im nächsten Satz hinzuzufügen, dass die Aussicht doch sehr eindrucksvoll sei. Ja, was denn nun? Mal ehrlich, meine Meinung: Der abenteuerliche und nicht immer schwindelfreie Rundgang über die alten Kastellmauern inklusive der besagten Aussicht über ganz Lissabon und den Tejo ist definitv ein Top-Ten-Erlebnis, und zwar sowohl für große als auch für kleine Besucher.

Mein Fazit: "Lissabon - Zeit für das Beste" punktet mit viel Hintergrundwissen und macht beim Durchblättern Lust auf ausgiebige Stadterkundungen. Für einen ersten Aufenthalt empfehle ich den Reiseführer jedoch nicht - für Wiederholungstäter mag er eine gute Ergänzung darstellen. Daher: Fünf Sterne für Lissabon, für "Zeit für das Beste" leider nur drei.
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Ebbe und Glut
Ebbe und Glut

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fifty Shades für Erwachsene, 28. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ebbe und Glut (Kindle Edition)
Vom Unglück verfolgtes, mit äußeren, nicht aber mit finanziellen Vorteilen gesegnetes Aschenputtel verfällt wohlhabendem, weltgewandten Geschäftsmann, der seine düstere Vergangenheit mit eigenwilligen erotischen Dienstleistungen zu vergessen versucht. – Kennen Sie? Nein, kennen Sie garantiert nicht, denn Mia ist keine dauererrötende Studentin, sondern eine erwachsene Frau, Arthur ist kein allzeit bereiter Multi-Milliardär, sondern lediglich Penthouse-Besitzer in der HafenCity, und, das allerbeste, Katharina Burkhardt ist nicht E. L. James, sondern jemand, der tatsächlich eine spannende, prickelnde und bewegende Geschichte erzählen kann.

Was auf den ersten Blick schockierend und fragwürdig beginnt, entwickelt sich Kapitel für Kapitel zu einer ganz besonderen Liebesgeschichte. Wie bei einer Zwiebel muss Mia Schicht um Schicht von Arthur entfernen, um zu seinem Kern vorzudringen, und selbst als sie (und der Leser, der schon ein bisschen schlauer ist) meint, nun alles über ihn zu wissen, ist immer noch eine unbekannte Ebene übrig. Um einen Weg zu Arthur zu finden, muss Mia sich aber auch mit ihrem eigenen Leben und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, und das macht den eigentlichen Reiz des Buches aus. Niemand ist perfekt, jeder trägt sein Problempäckchen mit sich herum (und muss sich diesen Problemen irgendwann stellen), und statt Schwarz-Weiß-Malerei gibt es… nun ja, viele verschiedene Schattierungen von Grau.

Das Buch liest sich angenehm und flott weg, ohne große sprachliche Überraschungen, aber gelegentlich mit schönen Einsichten und leisem Humor. Hin und wieder ist Kommissar Zufall im Einsatz, um die Handlung zu entwickeln. Die dritte Hauptrolle spielt übrigens die schönste Stadt der Welt, an deren Hafen Mia gerne spazieren geht, während Arthur aus seinem Elfenbeinturm auf die Elbe schaut und vernünftige Dinge über Kreuzfahrtschiffe denkt.

Mein Fazit: Eine Geschichte, die in jeder Beziehung wohltuend anders ist, sehr emotional, ein schönes Lese-Erlebnis und eine echte Entdeckung im ebook-Dschungel.


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