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Muschelkalk (Hamburg)

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Der silberne Falke. Historischer Roman
Der silberne Falke. Historischer Roman
von Katia Fox
  Taschenbuch

73 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Silberfalke, leider stellenweise flügellahm, 16. September 2010
"Der silberne Falke" gehört zu den Büchern, die mich ein wenig unschlüssig zurücklassen. Es ist gut, ja. Aber so richtig super-großartig-Fünf-Sterne-gut ist es nicht. Das Buch ist der mittlere Teil einer Trilogie, bildet in sich aber eine abgeschlossene Geschichte: Im England des ausgehenden 12. Jahrhunderts hat der junge William nur einen Wunsch - er möchte Falkner werden. Dem steht nicht nur seine Gehbehinderung entgegen, sondern auch die Tatsache, daß er die Schmiede seiner Eltern übernehmen soll. Aber nachdem selbst der König auf Williams Begabung im Umgang mit den Vögeln aufmerksam geworden ist, scheint sich sein Traum doch noch zu erfüllen...

"Der silberne Falke" erzählt vom Erwachsenwerden eines unsicheren Jungen, der zum erfolgreichen Falkner heranreift. Das erinnert ein wenig an die Romane von Rebecca Gablé und ist gar nicht schlecht, denn so eine Geschichte bietet viel Potential für Entwicklung und Abenteuer. Das Grundthema "Falknerei" finde ich wunderbar gewählt - diese Form der Jagd war im Mittelalter so beliebt und kommt in Romanen über die Zeit doch selten vor. Katia Fox erklärt sie mit sehr viel Hintergrundwissen, und so wird nicht nur William, sondern auch der Leser zum Falkner-Lehrling.

Echtes Lesevergnügen wollte sich bei mir dennoch nicht einstellen. Obwohl die Geschichte auf einem guten Grundgerüst steht, kommt es immer wieder zu Wendungen, die nicht überraschend, sondern höchst eigenartig wirken und auch stets nur mit einem kurzen Satz erklärt werden. Ein Priester, der ohne jeden Grund das Beichtgeheimnis verrät? Ein Heimatloser, der in London erst vergeblich Arbeit sucht, dann als Bettler auf der Straße lebt, nach mehreren Wochen beschließt, sein Leben zu ändern und dann als verlauste, verschmutzte Bettelgestalt bereits im dritten Versuch schafft, was ihm vorher nicht gelingen wollte, nämlich eine Anstellung zu finden?
Ebensolche Ungereimtheiten dann auch bei den Charakteren, insbesondere der Hauptperson William: Der spricht einerseits unaufgefordert den König an (und zwar nicht irgendeinen König, sondern mit Henry II. einen der furchteinflößendsten Könige des gesamten englischen Mittelalters), ist einige Seiten später aber wütend über seine Angst, gegenüber einem einfachen Falkner laut heraus zu sprechen. Williams Gehbehinderung wird über lange Passagen so überhaupt nicht erwähnt, daß der Leser sie schon fast vergessen hat, bis sie dann plötzlich wieder eine wichtige Rolle spielt.
Hinzu kommt, daß Katia Fox dazu neigt, Dinge lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu erklären. Nur ein Beispiel: Der etwas tumbe Bösewicht verrät durch einen falschen Ausdruck, daß er von der Falknerei nichts versteht. Der Leser, der den richtigen Ausdruck mittlerweile zehnmal gelesen hat, merkt sofort: Aha, der Kerl hat gar keine Ahnung. Dennoch schiebt die Autorin die Erklärung hinterher, daß der böse Dummkopf keine Ahnung habe. Nach der x-ten Stelle dieser Art fragte ich mich zwangsläufig, ob die Autorin mich für genauso unterbelichtet wie ihren Bösewicht hält.

Mein Eindruck ist, daß Katia Fox sich immer wieder spannende erzählerische Türen geöffnet und dann im letzten Moment beschlossen hat, lieber doch nicht hindurchzugehen. Schade, finde ich, denn ihr flüssiger Stil und das ungewöhnliche Thema haben mir gut gefallen. Insofern, ja, ein guter historischer Roman, aber kein hervorragender.


North And South [2 DVDs] [UK Import]
North And South [2 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Daniela Denby-Ashe
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 4,62

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke, liebste BBC!, 31. August 2010
Rezension bezieht sich auf: North And South [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
"North and South" hat hier bereits so viel Lob erhalten, daß ich mir meine Worte eigentlich sparen könnte. Ich schreibe trotzdem weiter, denn diese Verfilmung gehört zu den Dingen, die so wunderbar sind, daß man sie gar nicht oft genug empfehlen kann. Und außerdem macht es einfach Spaß, sich mit einer rundum erfreulichen Sache zu beschäftigen.

Also, "North and South" oder Pride and Prejudice für diejenigen von uns, die schon immer der Meinung waren, daß englische Romanheldinnen sich noch mit anderen Dingen als Klavierspielen und Blumenpflücken beschäftigt haben müssen: Die selbstbewußte, ein wenig unkonventionelle Margaret Hale muß ihren südenglischen Blumengarten verlassen und in die Industriestadt Milton ziehen. Ihre neue Heimat wird von sozialen Konflikten und zwischenmenschlicher Kälte geprägt, personifiziert in dem Baumwoll-Fabrikanten John Thornton. Nur allmählich lernen Margaret und Thornton, ihre Welt durch die Augen des anderen zu sehen.

Drei Aspekte möchte ich herausheben, um die besondere Qualität dieser Verfilmung zu erklären. Zunächst das Drehbuch, das die Schwächen der Vorlage behutsam ausbügelt und gleichzeitig Elizabeth Gaskells Grundgedanken konsequent beibehält, nämlich die Konflikte von Milton aus der Sicht aller Beteiligten und ohne jede Schwarz-Weiß-Malerei zu beleuchten. Die stärksten Abweichungen von der Romanvorlage finden sich ganz am Anfang und am Ende. Im Roman lehnt Margaret Thornton von Beginn an ab, weil er "nur" Fabrikant und kein Gentleman ist. Ihre erste Begegnung im Film verleiht ihr dagegen ein weit besseres Motiv für ihre Abneigung. - Zu der geänderten Schlußszene sage ich nichts. Außer: Perfekt.

Das kluge Drehbuch wird von einem bis in die letzte Nebenrolle großartig besetzten Schauspieler-Ensemble mit Leben erfüllt. Ein besonderes Glanzlicht setzt Sinead Cusack als Mrs Thornton, die weder an ihrer Strenge noch an ihrer Liebe zu ihrem Sohn auch nur den geringsten Zweifel aufkommen läßt und es gleichzeitig schafft, ihn in diesem engen Verhältnis nicht als Muttersöhnchen erscheinen zu lassen. In derselben Liga spielt Brendan Coyle als stolzer, charismatischer Arbeiterführer und liebevoller Vater Nicholas Higgins. - Zu Margaret und Mr Thornton sage ich nichts. Außer: Perfekt.

Das außergewöhnliche Feingefühl dieser Produktion zeigt sich ganz besonders bei Kostümen und Kulissen und dem geschickten Spiel mit Licht und Farbe. So ist die Stimmung in Milton zwar häufig neblig grau, wird aber immer wieder von kleinen Farbpunkten durchbrochen. Besonders schön gestaltet sind die privaten Räume, die nicht wie für ein Filmteam hergerichtete alte Häuser wirken, sondern den Charakter ihrer Bewohner leise unterstreichen - kühles Schwarz im Salon der Thorntons, frische Blumen und Unmengen von Büchern bei den Hales. - Zu der Darstellung von Mr Thorntons Baumwoll-Spinnerei sage ich nichts. Außer: Perfekt.

Obwohl der Vergleich sich aufdrängt, ist North and South kein Pride and Prejudice mit sozialem Gewissen. In Margarets Geschichte ist nichts "leicht und hell und sprühend". North and South ist traurig, dunkel und bewegend - und auf eigenartige Weise ein ganzes Stück realer als die schönste Austen-Verfilmung. Wenn ich kleinlich sein wollte, würde ich auf den einen oder anderen Anschlußfehler hinweisen, der beim wiederholten Anschauen auffällt - insbesondere Mr Thornton scheint ein Problem mit Büchern und Hüten zu haben. Aber wer will nach vier Stunden DVD-Genuß kleinlich sein? Und was beim wiederholten Anschauen erst recht auffällt, sind die vielen Glanzpunkte - die wunderschöne Musik, die einfühlsame Darstellung von Margarets Einsamkeit in Milton, die vielen Dinge, die nur mit Blicken und Gesten gesagt werden - und der wohl am meisten verunglückte Heiratsantrag der englischen Literaturgeschichte.

Die englische Original-Version ist nicht nur wegen Mr Thorntons Stimme zu empfehlen, auch wenn die Dialekte Kopfzerbrechen bereiten können - für den Notfall gibt es ja noch englische Untertitel. Die DVD enthält als Extras geschnittene Szenen und ein Interview mit Richard "Mr Thornton" Armitage. Die Antwort auf die Frage, weshalb so viel Qualität in Deutschland ins DVD-Regal und nicht ins Fernsehen gehört, enthält sie leider nicht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2014 6:31 PM CET


Excrucior
Excrucior
von Cornelius Hartz
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz perfekte Antike, 24. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Rom im Jahre 55 vor Christus: Dichter Catullus zermartert sich das Gehirn, denn er will das "perfekte Gedicht" schreiben. Als er die wahre Liebe gefunden zu haben glaubt, scheint sein Ziel in greifbare Nähe zu rücken. Die politischen Intrigen, die Rom in dieser Zeit kurz vor dem Ende der Republik bestimmen, ignoriert er dabei völlig - ein großer Fehler.

Hamburg im Jahre 2010 nach Christus: Leserin Muschelkalk zermartert sich das Gehirn, denn sie will eine ausgewogene Bewertung schreiben. Aber das ist gar nicht so einfach. Das Buch hat ihr gefallen - einerseits. Andererseits aber auch nicht.

Die Grundidee des "perfekten Gedichts" verbunden mit einer Catull-Biographie finde ich wunderbar. Dazu paßt die Erzähl-Perspektive - über Catulls Leben berichtet uns sein Freund, der Anwalt Calvus. Seine Stimme erzeugt mehr Nähe zum Leser als ein in der dritten Person geschriebener Roman und mehr Distanz zur Hauptperson als ein reiner Ich-Erzähler. Außerdem immer erfreulich bei einem Roman, der das Etikett "historisch" trägt: Man merkt, daß mit dem Autor Cornelius Hartz kein Hobby-Historiker schreibt, der sich mal dieses und jenes angelesen hat, sondern ein Mann vom Fach, der sich bei den alten Römern im allgemeinen und Catull im besonderen bestens auskennt. Das zeigt sich unter anderem in dem umfangreichen Anhang mit Zeittafel, Glossar, Personenverzeichnis und Landkarten.

Weniger gefallen hat mir der Umgang mit Sprache und Charakteren. Catull wird in drei verschiedenen Lebensphasen beschrieben: Seine Geburt und Jugend, als junger Mann auf einer denkwürdigen Mittelmeer-Reise und als etwa dreißigjähriger Dichter-König von Rom. Dabei scheint er aber keinen durchgehenden Charakterzug zu haben, als Kind ist er wehrlos und von seinem verbitterten Vater eingeschüchtert, als Dreißigjähriger willenlos und haltlos, und nur in dem spitzzüngigen, euphorischen jungen Mann, der über das Mittelmeer reist, blitzt tatsächlich der Dichter auf, dem man ebenso schöne Liebeserklärungen an seine Angebetete wie beißende Spottreime auf seine Mitmenschen zutraut.
Den älteren Catull möchte man schütteln, weil er sich so offensichtlich in die falsche Frau verliebt, aber genauso sehr möchte man seinen Biographen Calvus schütteln, in dessen Brust angeblich auch ein Dichterherz schlägt, der Catulls Leben aber so technisch sachlich und ohne jeden Anflug von Poesie oder gar Humor erzählt. Irgendwann wird es richtig spannend, und was folgt als nächstes? Eine mehrseitige Abhandlung über die Geschichte der Meeresfischzucht. Erstaunlicherweise hat dieser Exkurs tatsächlich einen Sinn, er wirkt aber, wie viele Stellen, an denen römische Geschichte und Gebräuche erklärt werden... nun, halt wie Erklärungen über römische Geschichte und Gebräuche aus dem Sachbuch, geschrieben für uns Menschen des 21. Jahrhunderts - und nicht wie die Erinnerungen eines römischen Bürgers.
Ein weiterer Punkt, den ich nur erwähne, weil der von-Zabern-Verlag offensichtlich mit Qualität aus der Masse der "historischen" Romane herausstechen will: Einige sprachliche Nachlässigkeiten scheinen vor der Veröffentlichung niemandem aufgefallen zu sein - man duzt sich oder spricht sich mit Euch und Euer an, dann heißt es aber plötzlich ganz modern: "Wo ist denn... Ihr Mann?" An einer anderen Stelle liest man, daß ein Sklave zu Boden fällt und "reglos liegen" bleibt- und im nächsten Satz heißt es, daß dieser Sklave "sich bereits nicht mehr regte."

Für mich ist dieses Buch eine wunderbare Ergänzung zu den Cicero-Romanen von Robert Harris, denn es schildert denselben Geschichtsabschnitt aus einem anderen Blickwinkel. Diverse vertraute Gestalten tauchen auf und wieder ab. Catulls fiktive Lebensgeschichte ist ebenso intelligent wie informativ. Dennoch schwanke ich zwischen drei und vier Sternen, denn aus meiner Sicht wird das Buch den hohen Ansprüchen, die sich sowohl Autor als auch Verlag augenscheinlich gesetzt haben, nicht ganz gerecht.


Dame, Turm und König
Dame, Turm und König
von Katja Doubek
  Gebundene Ausgabe

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schachmatt nach hundert Seiten, 16. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Dame, Turm und König (Gebundene Ausgabe)
Der Titel in der Leihbücherei ließ mich vermuten: Ah, nett, vielleicht sowas wie Das Montglane-Spiel - Das Geheimnis der Acht: Roman. Der Klappentext informiert äußerst ausführlich: Ja, es geht um eine Schachpartie, aber es geht auch... um eine mittelalterliche Grafentochter, die von einem bösen Raubritter aus ihrem behaglichen Bett entführt wird. Um verworrene Familienverhältnisse. Um einen verliebten Knappen mit schlechtem Gewissen. Um einen Kreuzzug. Um den Aufenthalt unter Raubrittern und Gauklern. Um eine ungewollte Schwangerschaft. Um ein eigenartiges Kloster. Um dessen Vorsteherin. Um den verletzten Überlebenden eines Kreuzzuges, den die heilkundige Grafentochter gesundpflegt. Um neue Namen und das Phänomen, daß diverse einander nahestehende Menschen sich plötzlich nicht wieder erkennen. Um eine Liebesgeschichte. Um noch eine Schwangerschaft. Um eine böse Schwiegermutter. Und irgendwann dann auch um eine Schachpartie.

Die heilkundige Grafentochter heißt Amadore von Askenburn, und wo ein putziger Name ist, sind noch mehr versteckt: Wittich und Dietleib, Gotelind und Goldemund, Lämmerschling und Höllensack geben sich ein Stelldichein. Den historischen Hintergrund bildet das späte Vierzehnte Jahrhundert, "eine Epoche der Wechsel und Unwägbarkeiten", wie die Autorin im Nachwort anmerkt. Damit hat sie zweifellos recht, aber die Wechsel und Unwägbarkeiten, die ihrer Heldin begegnen, sind dann doch eher von der Art, die den denkenden Leser genervt die Augenbraue heben lassen. Ein Beispiel: Amadore wird wie erwähnt aus ihrem Bett entführt. Das funktioniert so: Der böse Raubritter und zwei Kumpane klopfen nachts an das Burgtor. Ein dusseliger Wächter öffnet und wird sofort niedergeschlagen. Der böse Raubritter marschiert zu Amadores Kammer, knebelt sie, wirft sie sich über den Rücken, legt einen Erpresserbrief auf ihr Kopfkissen und spaziert wieder hinaus. Niemand auf der Burg hat etwas gesehen oder gehört.
Ah ja. Deshalb hat man also im Mittelalter Burgen gebaut. Damit jeder Bösewicht nachts hineinspazieren und Mädchen entführen kann. Nehmen wir das mal so hin. Denn nun kommt ja noch die denkwürdige Rettungsaktion von Amadores Papa und seinem Knappen. Papa und Knappe! Mehr Leute sind nicht zu erübrigen, um das Grafentöchterlein zu retten! Die beiden übernachten in einer Höhle. Knappe soll Wache halten, nickt aber ein. Als er aufwacht, ist Papa tot, von einem Wegelagerer erstochen, alle Wertsachen verschwunden. Warum der Wegelagerer den Knappen am Leben gelassen hat? Tja... weil... weil... weil das Buch dann keine hundert Seiten lang geworden wäre. Amadore freundet sich derweil mit der Gattin des Raubritters an, die an furchtbaren Zahnschmerzen leidet. Von diesen kann die heilkundige Amadore sie befreien. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Und sicher nicht das Ende aller Abenteuer, wohl aber das Ende meiner Geduld.

Fazit: Dieses Buch hat schlicht und einfach zu viel Handlung. Das bekommt ihm nicht gut. Die "Wechsel und Unwägbarkeiten" sind vorhersehbar und unglaubwürdig. Die Figuren bleiben dabei hölzern, oberflächlich und stellenweise angesichts ihrer Naivität nur lächerlich. Ein Spannungsbogen ist trotz der umfangreichen Verwicklungen nicht vorhanden, und die einzige Frage, die sich dem Leser wirklich aufdrängt, bleibt unbeantwortet: Wie konnte der Verlag diese, Verzeihung, vollkommen hanebüchene Handlung durchwinken?

Eigentlich müßte ich jetzt ganz herzlos einen Stern anklicken. Aber das tue ich generell ungern. Ignoriert man den "historischen Hintergrund" und betrachtet das Buch als große Märchenstunde, wird man immerhin leidlich unterhalten. Ein zusätzliches Sternchen geht an die Phantasie der Autorin, die sich erstens so viele "Wechsel und Unwägbarkeiten" und zweitens diese putzigen Namen hat einfallen lassen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2011 4:20 PM MEST


Die Hochzeitsgabe
Die Hochzeitsgabe
von Geraldine Brooks
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wächter des Buches, 7. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Hochzeitsgabe (Taschenbuch)
Mein erster Gedanke nach dem Lesen war: Und warum heißt dieses Buch jetzt "Die Hochzeitsgabe"?
Eine Hochzeit kommt nur sehr am Rande vor, und der englische Originaltitel "People of the Book" trifft es doch viel besser. Geraldine Brooks erzählt die (fiktive) Geschichte der Menschen, die im Lauf von über 500 Jahren Anteil hatten an der Entstehung und späteren Rettung der (echten) Haggadah von Sarajevo, einer außergewöhnlichen jüdischen Handschrift. Da sind die beiden moslemischen Gelehrten, die das jüdische Buch durch zwei Kriege gerettet haben, der venezianische Inquisitor, der es vor der Verbrennung durch die Inquisition bewahrt hat, die jüdischen Familien, die kurz vor der Vertreibung aus Spanien stehen, und die Konservatorin Hanna, deren Geschichte in der Gegenwart die Rahmenhandlung bildet.

Diese einzelnen Handlungsstränge berichten mit viel Hintergrundwissen vom Miteinander und Gegeneinander von Juden, Moslems und Christen in den vergangenen sechs Jahrhunderten. Handlungsvielfalt und Detail-Verliebtheit machen aber auch die Schwächen des Buches aus, das stellenweise so wirkt, als ob die Autorin nur mit ihren Recherche-Ergebnissen beeindrucken will, ohne daß diese tatsächlich für die Handlung relevant wären (etwa bei dem sinnfreien Höflichkeitsfloskel-Austausch Wiener Telefonistinnen). Durch die episodenhafte Erzählweise verschwimmen die Charaktere und Schicksale ineinander, so daß es schwerfällt, den Überblick zu bewahren und mit den Figuren vertraut zu werden. Hanna, der Ich-Erzählerin aus der Rahmenhandlung, wird nicht nur ein ungewöhnlicher Job - die Konservierung des Buches - sondern auch ein Mutterkonflikt, eine umständliche Liebesgeschichte, eine Sinnkrise und am Ende ein Actionfilm-reifes Finale aufgedrückt - ziemlich viel auf einmal, wobei Hannas Charakter doch immer ein wenig unzugänglich bleibt.

Insgesamt ist "Die Hochzeitsgabe" ein interessanter Schmöker mit ungewöhnlicher Thematik, der besonders an den Stellen beeindruckt, an denen es um die Rettung des Buches vor Krieg und Intoleranz geht. Ärgerlich in jeder Beziehung ist die deutsche Übersetzung - unsinniger Titel, stilistisch schwerfällig und bei Details nicht immer gut informiert - ganz sicher wurde man in Venedig nicht in die Bleiminen, sondern in die Bleikammern gesperrt. Immerhin bietet die btb-Lesekreis-Ausgabe einen informativen Anhang mit Landkarte, Autorinnen-Interview und Essay über die wahre Geschichte der Haggadah.

Geraldine Brooks sagt im Interview übrigens, daß niemand ihr die wahre Geschichte der Haggadah geglaubt hätte, hätte sie sie erzählt. Warum nicht? Sie ist, so wie sie im Nachwort dargestellt wird, genauso faszinierend wie die fiktive.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2010 9:14 PM CET


Der König der Komödianten: Historischer Roman
Der König der Komödianten: Historischer Roman
von Charlotte Thomas
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen oder Nicht-Lesen? Was für eine Frage!, 8. Juli 2010
Bevor ich zu meiner Lobeshymne ansetze, muss ich vorausschicken, dass ich die anderen Venedig-Romane der Autorin gelesen und nach dem dritten beschlossen habe: Ja, alles sehr nett, aber nun ist es genug. Charlotte Thomas hat zweifellos einen intelligenten Schreibstil, Venedig gibt eine prima Kulisse ab, aber noch eine wunderschöne, charakterfeste Heldin, die sich durch tausend Seiten Schicksalsschläge kämpft, um dann endgültig in die Arme eines gutaussehenden, wohlhabenden Helden zu sinken - das ertrage ich einfach nicht. Und wäre der "König der Komödianten" eine Königin gewesen, hätte ich das Buch ganz sicher nicht zur Hand genommen.

Marco ist achtzehn, als sein Ziehvater stirbt (und alleine diese Szene macht das Buch lesenswert), und da er guten Grund hat zu glauben, dass Erbschleicher ihm an den Kragen wollen, büxt er aus dem Kloster aus, in das er abgeschoben wurde, und schließt sich einer Schauspieltruppe an. Diese macht sich bald auf den Weg nach Venedig, wo Marco reichlich Inspiration für ein eigenes Theaterstück findet. Wobei er noch nicht ahnt, was die Regel "Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst" für ihn bedeuten wird...

"Der König der Komödianten" wird von dem äußerst liebenswerten weil mit diversen Missverständnissen und seinem Hormonhaushalt kämpfenden Marco höchstpersönlich erzählt, und dieser Ich-Erzähler ist eine der großen Stärken des Buches. Marco spricht mit einer reizvollen Mischung aus Humor und Naivität, die nicht immer alles klar und deutlich sagt, sondern die Schlussfolgerungen gerne dem Leser überlässt. Dadurch werden er und seine Mitspieler lebendige und überzeugende Charaktere, allen voran der Schauspiel-Trupp, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Der anfangs erwähnte intelligente Schreibstil von Charlotte Thomas kommt hier wunderbar zur Geltung. Die Handlung glänzt immer wieder mit neuen Wendungen und Überraschungen, bis zum Ende, das zwar ein klitzekleines bisschen vorhersehbar, aber dennoch überzeugend ist.

Weitere Highlights: Das unverbrauchte Thema, nämlich der Einblick in die Theaterwelt von vor vierhundert Jahren inklusive Anspielungen auf einen anderen König der Komödianten aus dem englischen Sprachraum, die Illustrationen, die jeden Kapitelanfang auch zu einem optischen Vergnügen machen und natürlich die Kulisse Venedig, die Lust auf eine sofortige Städtereise macht.

Mein Fazit: "Der König der Komödianten" ist kurzweilig, intelligent, mit viel Einfühlungsvermögen und einem kleinen Augenzwinkern geschrieben. Damit hebt er sich wohltuend von den meisten historischen Romanen ab - auch von Charlotte Thomas` anfangs erwähnten Venedig-Büchern. Am Ende möchte man aufspringen, Beifall klatschen und "Zugabe!" rufen. Das tue ich hiermit ganz ausdrücklich: ZUGABE!!!


Der Heiler der Pferde: Historischer Roman
Der Heiler der Pferde: Historischer Roman
von Gonzalo Giner
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolles Cover, nix dahinter, 13. Juni 2010
Der erste Eindruck ist vielversprechend: Ein schön gestalteter Schutzumschlag mit goldenem Pferdeaufdruck, liebevolle Innenausstattung, ein Klappentext, der den Vergleich mit dem "Medicus" und den "Säulen der Erde" wagt und eine Geschichte, die im Spannungsfeld zwischen dem moslemischen und dem christlichen Spanien angesiedelt ist - 650 Seiten Lesevergnügen scheinen garantiert.

Der mittelalterliche Pferdeflüsterer heißt Diego und verliert seine Familie bei dem Überfall eines mordlüsternen Araber-Trupps. Er verdingt sich bei dem Tierarzt Galib, der nicht nur Diegos besondere Gabe des Heilens entdeckt, sondern ihn auch mit der arabischen Kultur versöhnt, bis... ja, bis... nun, auch der verschlafenste Leser ahnt bereits beim ersten Auftritt von Galibs Frau, wie die Geschichte für Diego weitergeht, denn die Dame ist "ein Kind der Wüste", "unglaublich schön" und nur auf eine Weise zu bändigen: "Sie lieben hieß, sie einfach sein zu lassen." - Und dieser Satz gehört zu den originelleren des Buches, das ein riesengroßes Problem hat: Die Geschichte - tatsächlich eine Art spanischer "Medicus" mit Pferden, wogegen nichts einzuwenden wäre - ist unglaublich langweilig erzählt. Gonzalo Giner reiht einen Hauptsatz an den nächsten, und auch wenn man kein Fan von Bandwurm-Sätzen ist, erwischt man sich irgendwann dabei, daß man sich ein Komma, eine Aufzählung oder eine Verschachtelung von Nebensätzen wünscht, um aus der Monotonie gerissen zu werden. Das Ganze liest sich wie ein Schulaufsatz, und ganz schlimm wird es, wenn Spannung erzeugt werden soll: "Es war ein heißer Abend. Die Kirchturmuhr von Malagón hatte eben sieben geschlagen. In der Wirtsstube befanden sich kaum ein halbes Dutzend Gäste. - Da geschah etwas Grauenvolles...". Die drei Pünktchen kommen von Gonzalo Giner, nicht von mir!

Dummerweise leiden unter solcher Sprache immer zwei Dinge: Erstens die Charaktere, die hier wirken wie Abziehbilder von irgendwelchen Leuten, die man aus anderen Büchern kennt und da schon nicht intererssant fand, und zweitens die Atmosphäre. Spanien? Mittelalter? Der Zauber des Orients? Komplette Fehlanzeige. Diegos Spanien wirkt wie eine schlechte Filmkulisse und nicht wie das spannendste Land seiner Zeit, in dem Christen, Moslems und Juden zusammenzuleben versuchten.

Fazit: Das Buch sieht schick aus, die Geschichte ist in Ordnung, die Umsetzung nicht. Gonzalo Giner ist definitiv NICHT der spanische Noah Gordon, auch wenn der Schutzumschlag werbewirksam etwas anderes behauptet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 6, 2010 2:21 PM MEST


This Body of Death (Inspector Lynley Mysteries 16)
This Body of Death (Inspector Lynley Mysteries 16)
von Elizabeth George
  Gebundene Ausgabe

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Endlich!, 20. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Freunde von Inspector Lynley und Sergeant Havers haben harte Zeiten hinter sich. Erst wird eine liebenswerte Nebenrolle grausam ermordet (With No One as Witness), dann folgt die Erklärung für diesen Mord in einer düsteren Sozialstudie (What Came Before He Shot Her), und als Lynley quasi inkognito wieder auftaucht, tut er das nur, um mit dem offenen Ende eines offenen Falles wieder abzutauchen (Careless in Red (Inspector Lynley)). Für alle, die bis hierhin durchgehalten haben, die gute Nachricht: Die harten Zeiten sind vorbei!

"This Body of Death" beginnt mit zwei völlig unterschiedlichen Erzählsträngen. Der erste folgt (auf einem wahren Fall beruhend) dem Protokoll eines erschütternden Verbrechens in einem Problemstadtteil. Der zweite beginnt im idyllischen New Forest, wo halbwilde Ponys im Sommersonnenschein grasen und romantische Cottages in verwunschenen Bauerngärten auf ein neues Strohdach warten. Ganz so pilcher-mäßig ist die Idylle natürlich nicht, was schließlich die erprobten Mitarbeiter von Scotland Yard auf den Plan ruft. Dort hat sich das Personalkarussell ohne Lynley weitergedreht und Havers & Co mit Isabelle Ardery eine Vorgesetzte beschert, deren Ehrgeiz vor nichts Halt macht: Weder vor der schnellen Lösung des Falles noch vor Havers' Kleidungsstil und auch nicht vor dem Versuch, Lynley zurück ins Team zu holen. Während in dem Fall mal wieder nichts so ist, wie es anfangs scheint, und auch Havers unverbesserlich bleibt, hat Arderys Rhetorik zumindest bei Lynley Erfolg.

Das Buch ist aber weit mehr als ein Krimi mit persönlichem Ermittler-Touch und einer bis zum konsequenten Ende perfekt aufgebauten Handlung. Elizabeth George tut endlich wieder, was sie am besten kann: Sie verpackt vielschichtige Themen und Probleme ohne einfache Lösungen in eine spannende Krimi-Handlung. Es geht um Moral und Gier, Schuld und Schuldgefühle, menschliche Abgründe und menschliche Größe, beschrieben mit viel Einfühlungsvermögen, wunderbarer Beobachtungsgabe für kleine Schwächen und einer Prise Humor. Das gesamte Personal aus dem Lynley-Havers-Kosmos hat denkwürdige Auftritte, und der dem Verbrechen zugrunde liegende Kriminalfall läßt keinen Leser kalt.

Mein Fazit: Endlich wieder große englische Krimi-Kunst made in USA. Der fünfte Stern fehlt, weil Lynley in Arderys Gesellschaft meinem Empfinden nach ein wenig allzu sehr den stets loyalen, ewig verständnisvollen Kummerkasten gibt. Warum Ardery einen Kummerkasten allerdings auch dringend braucht, sollte jeder selbst nachlesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 6, 2010 2:23 PM MEST


Die Friesenrose
Die Friesenrose
von Jutta Oltmanns
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Schmöker, 20. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Friesenrose (Gebundene Ausgabe)
Ostfriesland hat sich bisher ja nicht unbedingt als Schauplatz für historische Romane hervorgetan, allein deswegen hat mich das Buch neugierig gemacht.
Die Friesenrose heißt Inken und muß während der napoleonischen Besatzung von ihrer Heimatinsel Borkum fliehen. Helfen tut ihr dabei der schwarzlockige Schmugglerkönig Cirk. Man ist sich erst einmal spontan unsympathisch, dann aber doch recht schnell ineinander verliebt, bis Inken guten Grund hat, an Cirks Aufrichtigkeit zu zweifeln. Während er auf Weltreise geht, mausert sie sich zur erfolgreichen Geschäftsfrau...

Das Buch ließ mich etwas ratlos zurück. Einerseits ist Ostfriesland nämlich ein ganz wunderbarer und bisher weit unterschätzter Schauplatz für historische Romane. Da gluckst das Moor, da rauscht das Meer, da weht der Wind, da tanzen die Wolken über den Himmel, und man möchte eigentlich gleich seine Sachen packen und hinfahren. In dieser Hinsicht hat mir das Buch gut gefallen. Angenehm fand ich auch die Art und Weise, wie die Autorin ihr Wissen über Tee und die ostfriesisch-französische Geschichte unaufdringlich vermittelt.
Andererseits hat mich das klischeebeladene Romanpersonal sehr bald genervt - der dunkle Cirk, der natürlich ein paar düstere Geheimnisse mit sich herumschleppt und Inken, eine weitere rothaarige Heldin in einer langen Reihe rothaariger Heldinnen historischer Romane, die neben ihrer geschäftlichen Begabung auch sonst ein Muster positiver Eigenschaften ist. Ein Beispiel: Böse Menschen überfallen Sumi, die chinesische Exotin in Emden- Inken hingegen freundet sich vollkommen vorurteilsfrei sofort mit ihr an. Das ist sehr nett, und Sumis blumige Sprache ist einer der Pluspunkte des Buches, Inkens Charakter wäre aber sehr viel interessanter geworden, hätte auch sie erst einmal gegen das eine oder andere Vorurteil ankämpfen müssen.
Verhalten und Sprache der Akteure wirken häufig zu modern, an anderen Stellen dann aber auch wieder unnötig schwülstig, insbesondere, wenn Cirk und Inken miteinander plaudern: "Dieses Haus nimmt einem jegliches Zeitgefühl, und doch habe ich mich niemals gegenwärtiger gefühlt als hier und heute." - "Wir werden den Augenblick leben, Inken. Für uns braucht die Zeit nicht wichtig zu sein."

Insgesamt ein netter Schmöker mit Lerneffekt, aber kein Volltreffer.


Little Bee: A Novel
Little Bee: A Novel
von Chris Cleave
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

73 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "We don't want to tell you what happens in this book", 22. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Little Bee: A Novel (Taschenbuch)
Na super: Der Verlag verschweigt auf Wunsch des Autors den Inhalt eines Buches, denn "The magic is in how it unfolds". Ist das ein schlauer Marketing-Gag für ein mittelmäßiges Werk? Oder doch ein nachvollziehbarer Gedanke für ein ganz und gar außergewöhnliches Buch? Und wie kann man eine Bewertung über einen Roman schreiben, über dessen Handlung man nichts verraten soll?

Soviel gibt der Buchrücken dann doch her: "Little Bee" (in der britischen Ausgabe "The Other Hand") erzählt von zwei Frauen, die so unterschiedlich wie nur irgend möglich und dennoch durch eine ganz besondere Geschichte miteinander verbunden sind. Diese Geschichte ist bis zum Schluß nie ganz das, was sie scheint und stellt die beiden Protagonistinnen - und damit auch den Leser - immer wieder vor Entscheidungen, die niemand freiwillig treffen möchte. Daß dabei der moralische Zeigefinger nicht allgegenwärtig ist, liegt an den beiden Erzählstimmen. Die eine ist nicht immer sympathisch, mit ihren Fehlern aber sehr menschlich, die andere ist schlicht und einfach absolut liebenswert und sorgt mehr als einmal für einen unerwarteten Blick auf die Welt, in der wir leben.

Fazit: Kein Marketing-Gag, sondern wirklich ein ganz und gar außergewöhnliches Buch. Der Bitte des Autors um Verschwiegenheit ist unbedingt Folge zu leisten. "Little Bee" ist traurig, witzig, aufwühlend und zu Herzen gehend - leicht zu lesen, aber nicht leicht zu vergessen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2013 1:10 PM CET


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