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P.A. "P_A."

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Das Schloß: Ein Roman
Das Schloß: Ein Roman
von Franz Kafka
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der düsterste, unbegreifbarste seiner Romane - Willkommen im Labyrinth: hinein immer, hinaus nimmer, 13. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß: Ein Roman (Gebundene Ausgabe)
Franz Kafkas letzter Roman seiner "Trilogie der Einsamkeit" schickt den Leser in eine komplett abgeschlossene, völlig unverständige, düstere eigene Welt.
Wer die unüberschaubare Struktur des Gerichts und die paradox wirkenden Elemente des "Proceß" mochte, der wird "das Schloß" lieben!

Der Landvermesser K. (im letzten Teil seiner Trilogie, schenkt K(afka) der Hauptfigur nicht einmal mehr einen Vornamen) möchte in eine kleine Dorfgemeinschaft aufgenommen werden, in die man ihn vorher zum Ausführen wichtiger Arbeiten bestellt hatte.
Aber die Beamten auf dem Schloss mit ihrer unbegreiflichen und undurchdringlichen Hierarchie, die wie ein Labyrinth wirkt, dem man nicht entkommen kann, und die unsichtbaren Regeln dieser Autorität, der alle Dorfbewohner blind folgen, machen es K. unmöglich, eine würdige Stellung in der Gemeinschaft und einen Arbeitsplatz zu finden.
Trotz einiger Kontakte und einer gewissen (scheinbaren) Integration in das Dorf, bleibt es K. verwährt (teils auch durch eigenes Ungeschick) die Entscheidungsträger auf dem Schloss zu sehn, den Zutritt kann er nicht bekommen.

Die große Frage ist bei diesem Roman, ebenso wie bei allem was Franz Kafka geschrieben hat, wie man es zu verstehen hat, da dies eine Rezension und keine Interpretation ist, muss man diesen Punkt so interessant er auch ist, beiseite lassen, nur des Verständnisses wegen, seien hier einige Stichwörter gegeben.

-das Schloss als letzte göttliche Instanz (nach Brod)
-das Schloss als Beispiel eines totalitären Regimes(nach Adorno)
-das Schloss als beispielhafte Welt der Väter, in der der Sohn eindrigen, bzw. Annerkennung will (biographische Deutung)
-das Schloss und die unendliche Bürokratieals Gesselschaftskritik
-u.v.m.

Man sieht, man kann viel im "Schloß" sehen, einen Interpratationsansatz für jeden.
Das macht diesen Roman auch so interessant, der einfache schnelle Leser kann auch wenn er eigentlich nichts versteht (den die Welt die Kafka uns hier vorlegt, ist schwer bis unverständlich) gewisse Schlussfolgerungen ziehen, und der kritische, genaue Leser, noch viel mehr.

Von seinen drei großen Romanen, ist dieser der Finsterste und Unbegreiflichste, weil der Protagonist K. eine ganze Welt gegen sich hat, und darin keinen Bezugspunkt zur Wirklichkeit die er (und der Leser) kennt finden kann.
Darin liegt der besondere Reiz dieses letzten Romans von Kafka, gegenüber seinen beiden anderen, die totale Unbegreifbarkeit der Welt.

Das "das Schloß" besser oder schlechter ist als "Amerika" und "der Proceß" kann man nicht sagen, diese drei Romane spielen alle auf dem selben "Level" , das was "das Schloß" auszeichnet ist diese besondere Finsterniss und Unbegrefibarkeit.
Daran kann ein Leser seine wahre Freude haben und verstört aber interessiert in diese Welt abtauchen, ein anderer wird dies als Schwachsinn hinstellen und keine Freude daran haben.

Zur Ausgabe:
Die Ausgabe vom Vitalis Verlag, bietet ein wunderschönes Cover und einige (auch recht schöne) Bilder, zu einem guten Preis.
Wer diese Buch nicht nur nach dem Inhalt sondern auch nach dem Umschlag bewerten will (sprich eine schöne Ausgabe möchte), der sollte hier zuschlagen.


Hyperion oder der Eremit in Griechenland: Tübingen 1797/1799
Hyperion oder der Eremit in Griechenland: Tübingen 1797/1799
von Joseph Kiermeier-Debre
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein philosophischer Großkosmos eingebettet in die schönste Poetik, 1. Oktober 2009
Friedrich Hölderlins 1797 und 99 erschienener Briefroman "Hyperion" gehört zu den ganz großen Werken der Deutschen und der Weltliteratur.
Die Schönheit Hölderlins poetischer Sprache ist fast unvergleichbar.
Die Schilderungen der Natur, der Liebesbeziehungen des jungen Helden zu seiner Geliebten, oder den Beziehungen desssen zu seinen Freunden und Mentoren, die philosophoschen Gedanken die Hyperion entwickelt, all diese an sich nicht sehr spannenden Themen (die beinahe den kompletten Inhalt des Buchs wiedergeben) überzeugen vorallem durch die sprachliche Brillianz Hölderlins.

Der Inhalt dieses Romans ist die Lebensgeschichte des griechischen Einsiedlers Hyperion die er in Briefform seinem Freund Bellarmin schreibt.

Die verschiedenen Thematiken die in diesem Monumentalwerk angesprochen werden, reichen vom der vergangenen Größe Griechenlands, von der vergangenen (litararischen) Größe Deutschlands, von der Unsterblichkeit der Kinder, von Freiheit, von Liebe , von Demokratie, von ...

Dieses Buch behandelt einen riesigen phillosophischen Kosmos und die größte Konstante sind immer wiederkehrende wunderschöne Naturszenarien, indenen nicht nur Hyperion sondern auch der Leser eine Befriedigung findet.

Aus Hölderlins "Hyperion" kann man sehr viel Lebensweisheit ziehen, und dies nicht auf eine trockene themenfixierte philosophische Art, sondern eingebettet in eine spannende und lyrische erstklassig geschriebenen Lebenserzählung.

Insofern kann man "Hyperion" (auf gewisse Art und Weise) in die Nähe des großen (goethischen) Faust stellen.

Zur Ausgabe:
Die Ausgaben der dtv Bibliothek der Erstausgaben sind eine Sache für sich, offensichtliche Rechtschreibfehler nicht an die Gegenwart anzupassen aufgrund der Authentizität ist eine Einstellungssache, doch nicht unbedingt relevant.
Die Anhänge die gemacht sind, sind allerdings sehr informativ und gerade bei den vielen griechischen Orts und Götterangaben dienen Erläuterungen ungemein dem Verständnis.
Auch das Nachwort das verschiedene Interpretationsansätze beinhaltet ist gelungen.
Im Gegensatz zu den normalen Ausgaben der dtv Reihe besticht diese noch durch einen besonders schönen Einband und durch eine bessere Papierqualität und einem Lesefädchen, alles in allem eine aufgemotzte Optik, die allerdings auch wirklich die zusätzlichen Euro wert ist und eine Perle im Buchregal darstellt.


Amphitryon / Prinz Friedrich von Homburg: Dramen
Amphitryon / Prinz Friedrich von Homburg: Dramen
von Kleist von Heinrich von
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei der besten Stücke Kleists, 13. September 2009
Dieser Ausgabe der Fischerklassik reihe bringt uns zwei der bekanntesten Dramen des "Außenseiters" der Literatur Heinrich von Kleist.

"Amphitryon" ist eine verwechslungskomödie basieredn auf einem Lustspiel von Moliere, indem der griechische Gott Zeus des Amphitryons Frau Alkmene in dessen gestalt verkleidet beglückt.
Aus dieser Tat entsinnt sich ein komplexes Verwechslungsstück, an dessen Ende Alkmene mit einem "Ach" erkennen muss, dass die göttliche Amphitryon Escheinung sie getäuscht und sie ihren eigenen Mann nicht erkannt hat.

"Prinz Friedrich von Homburg" (neben "Michael Kohlhaas" Kleists bekanntestes Werk)behandelt die Thematik des gehorsams gegenüber dem Herrscher.
Als der junge Prinz den Befehl zum Angriff auf die gegnerische Armee, entgegen des Befehls des Kurfürstens, gibt, besiegt er das Heer wird aber vom Kriegsgericht für sein verhalten zum Tode verurteilt.
Nachdem der prinz erst nicht an das Urteil glaubt, verfällt er später in eine Todesangst, aus der er aber als stolzer Mann herauskommen kann, um das Urteil mit erhobenem Haupt am Ende sogar zu fordern.
Daraufhin wird er vom Kurfürst begnadigt und als Kriegsheld gefeiert.

"Amphytrion" ist eine hinreißende Komödie, die den gelobten "zerbrochenen Krug" weit zurücklässt.
Ist die Sprache im "Krug" abgehakt und unverständlich, und entsteht nur wegen dem von vorn herein komsichen Ihnalt ein Lächeln auf dem Gesicht des Lesers, so ist dies bei "Amphitryon" genau anders herum:
Der Inhalt an sich ist nicht komisch, aber dank einer bezaubernden und witzigen Sprache kommt hier sehr viel Humor beim Leser an.

Der "Prinz" wiederum bietet eher wenig komisches, dafür aber viel Material zur reflexion:
Ist es gerecht was mit dem prinz geschieht?
Hätte er nicht gehorsam zeigen sollen?
Was geschieht nach dem Tode?
wer hat Schuld an dem Fehlverhalten des Prinzen?
Dies sind die wichtigsten (aber nicht alle) Fragen die in diesem Drama gestellt werden.
Auch hier ist die Sprache herrlich höfisch und angenehm verständlich (was bei Kleists Werken durchaus nicht immer der Fall ist).

Zur Ausgabe:
Ich habe versucht zu verstehen, weshalb man diese beiden Stücke zueinander bringt, und neben einer wakeligen These bezüglich des Themas der Gerechtigkeit (Ist Alkmenes/des Prinzen handelns richtig?), komme ich zu dme Schluss, dass es einfach die besten von Kleists Stücken sind.
7€ sind auch nicht zu viel verlangt, schade nur dass man kein Hardcover verwendet bei "Fischerklassik".
Nett aber ist das sie die Werkbeiträge aus dem Kindler als Anhang mitliefern, so wird dieses große lexikalische Werk nicht vergessen, denn die neue (und warscheinlich letzte) Ausgabe für rund 2 0 0 0 Euro wird sich wohl kein (vernünftiger ) Mensch kaufen.


Michael Kohlhaas
Michael Kohlhaas
von Heinrich von Kleist
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wohin blinder Gerechtigkeitswahn führen kann..., 7. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Michael Kohlhaas (Gebundene Ausgabe)
Die 1810 veröffentlichte Novelle "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist, basierend auf dem realen Fall des hans Kohlhase, ist die Geschichte eines einfachen Mannes dem ein (relativ kleines) Unrecht zugefügt wird, und der daraufhin zum blutrünstigen Mörder wird.

Dies ist die bekannteste Geschichte Heinrich von Kleists, und gleichzeitig auch sein mächtigstes Werk.
Der Kohlhaas ist Kleists größte Figur, noch eindrucksvoller selbst als sein Prinz Friedrich von Homburg.
Er ist eine zwiespältige Person, der man einmal zustimmen möchte und verstehen kann, und auf dessen Seite man steht, die aber im anderen Augenblick eine völlig überzogene Ungerechte Rache ausübt.

Kohlhaas ist eine gerechte Bestie.
Er will von Junker Wenzel von Tronka seine von ihm geschädigten Rappen wieder hergestellt haben, als seine Klage aber bei den Gerichten (aufgrund der vetternwirtschaft des Junkers von Tronka) abgewiesen wird, sieht er als einzige Möglichkeit Recht zu bekommen den Junker zu entführen und ihn seine Rappen füttern lassen, als er aber zu des Junkers Burg reitet, passiert die Katastrophe:
Er brennt die ganez Burg und dessen Insassen nieder, der Junker aber kann fliehen.

Von hier an begiebt sich Kleist auf die blutige verfolgung des junkers, und um diesne zu bekommen schreckt er nicht einmal mehr davor zurück eine ganze Stadt (wittenberg)anzubrennen.

Am Ende wird Kohlhaas auf doppelte Art Gerechtigkeit zuteil, der Junker wird verurteilt, und seine Rappen werden wieder hergestellt, er aber muss für seine Verbechen zahlen und wird hingerichtet.

Die Frage ab wann begründete Gerechtigkeitssuche in blinden Wahn umgleitet, eine starke Gesellschaftskritik an der Vetternwirtschaft und (in gewissenmaße) auch an dem system seiner eigenen Zeit, mysteriöse Elemente in Form einer seltsam erscheinenden Zigeunerin, und viele weitere Deutungsmöglichkeiten bieten dieses Werk vom hohem literarischen Wert.

Anregend, zu gewisssen Teilen auch komisch, auf jeden Fall zu gewissenmaßen Philosophisch aber auch formal recht schwer (man beachte die Vielzahl der Figuren)
bietet Kleist Novelle für jedne Geshcmack etwas.

zur Ausgabe:
Anaconda beweißt hier einmal mehr dass gute Bücher mit Hardcover nicht teuer sein müssen.
Allerdings sind sie (wie in der gesamten Kleinen Klassiker Reihe) sehr minimalistisch und jegliche nützliche Zusatzinformationen fehlen.
Dennoch für diesen Preis und diese optische Gestaltuntg einfach Top.


Liebesdichtung der Antike
Liebesdichtung der Antike
von Horst Gasse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 5,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tandem venit amor, qualem texisse pudori..., 3. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Liebesdichtung der Antike (Gebundene Ausgabe)
"Endlich ist die Liebe gekommen und was für eine..."

Dieses Zitat aus dem (hier enthaltenen) Liebesglück von Sulpicia, ist eigentlich sehr zutreffend auf dne Inhalt des gesamten Buches:

In diesem Buch findet man das schönste aus zwölf Jahrhunderten antiker Libesdichtung.
So heißt es zumindest auf dem Umschlag, und ja tatsächlich stimmt es sogar, alle großen und bekannten Namen sind vertreten: von Homer bis zu Catull oder Ovid ist hier alles versammelt was in der Antike (römisch und griechisch) Rang und Namen hat, und sogar recht unbekannte wie die bereits erwähnte Sulpicia, Rufinus oder Sappho findet man in diesem Buch.

Noch dazu sind alle Gedichte zweisprachig neben einander gedruckt, also auf Latein-Deutsch oder Griechisch-Deutsch, was für menschen die einer dieser alten Sprachen mächtig sind, sicherlich ein Pluspunkt ist.

Über die Übersetzung wage ich mit meinem Latinum nicht zu urteilen, doch zumindest die Form im Reimlosen Vers wurde beibehlaten, und auch sonst fühlt sich der deutsche Text recht authentisch an.

Und hier sind wir schon an dem Punkt angelangt, die negativen Aspekte zu nennen:
Diese Liebesdichtung lässt heutige Herzen recht unbefriedigt zurück, wo man wahre Gefühle und lyrische verklärung der Liebe erwartet, liest man Geschichten von Göttinen und Knaben, von irgendwelchen Landschaften und von irgendwelchen unbekannten Frauen.
Ein Beispiel:

Kaum zähl ich zweiundzwanzig und bin schon müde des Lebens!
Ihr Eroten was soll's! Warum versengt ihr mich?
Wenn ein Leid mir geschieht, was wollt ihr beginnen? - Ich fürchte
leichtsinnig spielet ihr dann mit eurn Knöcheln wie sonst!

Natürlich ist das nicht schlecht, aber es ist nicht das was ich mir (da bin ich wohl Romantiker) unter Liebesdichtung vorstelle.
Es gibt aber auch unterhaltsame oder ergreifende Gedichte in diesem Buch die auch mich ansprechen, aber die Merhzahl bilden solche wie obriges Beispiel.
Wer an so einer Art von Dichtung Freude hat, der sollte hier zugreifen!

Endlich ist die Liebe gekommen aber was für eine... leider nur eine für Liebhaber der Antike.

Zur Ausgabe:
Die Anaconda Ausgabe bietet eine reichliche Anzahl an antiker Gedichte, in Original und als Übersetzung, und hat dazu einen sehr niedrigen preis, die Ausgabe ist also durchaus empfehlenswert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2010 7:34 PM MEST


Von der Liebe
Von der Liebe
von Anton Tschechow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, mehr aber auch nicht, 24. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Von der Liebe (Gebundene Ausgabe)
In disem Band sind folgende sieben Geschichten über die Liebe vom großen Meister der kleinen Form Anton Tschechow enthalten:

-Von der Liebe
-Der Kuss
-Agafja
-Das Haus mit dem Mezzanin
-Erzählung der Frau N.N.
-Werotschka
-Die Dame mit dem Hündchen

Inhaltlich ähneln sich alle sieben Geschichten.

Handelt "Von der Liebe" von einer heimlichen nicht ausgelebten Liebschaft einer verheirateten Frau und eines jungen Gutsherren, so wird die Ehe gebrochen in "Die Dame mit dem Hündchen" und "Agafja".
Diese drei Geschichten bieten nicht viel Unterhaltung, sie wirken alle mehr oder weniger gleich, nur in einzelnen Nuancen verschieden und können nicht wirklich überzeugen.

"Werotschka" ist die Erzählung eines Mannes der einem Mädchen das ihn liebt eine Abfuhr erteilt, mit mehr kann diese Erzählung nicht aufwarten, insofern ist diese Geschichet auch nicht wirklich interessant.
Die "Erzählungen der Frau N.N." handelt auch von unerfüllter Liebe.
Tschechow zeichnet seine Figuren stark und überzeugend, aber die Geschichten in denen diese sich befinden können leider selten überzeugen, sie wikren alle mehr oder weniger "ganz nett" aber man hat nicht das großartige Gefühl gerade eine wirklich bereichernde Leseerfahrung zu haben.

Nur die zwei Geschichten "der Kuss" und "Das Haus mit dem Mezzanin" gehen etwas weg vom starren Thema der Liebe, tauchen ein in psychoanalytische (der Kuss) oder philosophische (haus mit dem..) Themen und können deshalb auch überzeugen.

"Von der Liebe" ist eine Sammlung von netten kleinen geschichten die (natürlich) alle samt besser sind als irgendwelche groschenromane, die aber keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen (bis auf die zwei genannten).
Man liest dieses Büchchen, denkt sich dabei manchmal in die Figuren hinein, es geht einem entweder kurz gut oder kurz schlecht, man legt dieses Büchchen wieder weg und der einzige Eidnruck der bleibt ist "ganz nett".

Zur Ausgabe:
Der Anaconda Verlag liefert sieben schöne Geschichten mit einem schönen Hardcover und zu einem noch schöneren Preis, nur kleinere Rechtschreibfehler (leider der erste bereits auf der ersten Seite) stören den ansonsten durchaus runden Gesamteindruck.


Iphigenie auf Tauris
Iphigenie auf Tauris
von Johann Wolfgang von Goethe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hohes Niveau und hohes Lesevergnügen, 17. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Iphigenie auf Tauris (Gebundene Ausgabe)
Goethes 1786 in versform gebrachtes Drama "Iphigenie auf Tauris" ist sein bekanntestes klassisches Drama, und eines seiner eindrucksvollsten Werke.

Inhaltlich bedient er sich in der griechischen Mythologie.
Die Sage der Iphigenie die von ihrem Vater Agammemnon geopfert werdne soll, um so den Sieg in Troja zu erringen, die dann aber im letzten Moment von der Göttin Diana gerettet und auf nach Tauris gebracht wird, wo sie Hohepriesterin in deren Tempel wird, eines Tages dann auf ihren gestrandeten Bruder Orest trifft, und sich entscheiden muss zwischen dem Pflichtgefühl gegenüber ihres Zufluchtsorts und dessen König oder zu ihrer Familie, war die Vorlage für Goethes Stück.
In diesen Rahmen aber arbeitet er aktuelle zeitgenössische Fragen und urmenschliche Probleme, wie dem Kampf zwischen Pflicht und Herz, und diente mit der emanzipierten Person der Iphigenie der weiblichen Gleichstellung.

Er hält sich thematisch sehr genau an die griechische Erzählung, insofern ist dieses Theaterstück eine sehr lehrreiche Lektüre.
Hier allerdings sollte eine gewisse Kentniss in den griechischen Sagen bekannt sein, da sonst einige Fakten nicht ohne weiteres begriffen werden.

Sowohl vom Inhalt als auch von der Form her ist Goethes Drama ein Paradebeispiel der Klassik.
Seine fünfhebigen Blankverse wirken eindrucksvoll,genauso wie der sentenzenhafte Wortschatz und die hohe poetische Sprache, und die komplexe Sartzstellung lässt die Figuren noch deutlicher werden.

Diese hoch literarische Form ist allerdings an vieloen Stellen schwer zu verstehen, so dass man einige Sätze zweimal lesen muss.

Das Niveau von Goethes Drama ist ein sehr hohes, nicht zu vergleichen mit anderen Dramen, und auch der Inhalt ist recht komplex.
Dennoch lohnt es sich, aufgrund des Inhalts, der berauschenden Sprache und zu guter letzt auch aufgrund des Wissen dass dadurch vermittelt wird, dieses Stück (in ruhe) zu lesen.

Zur Ausgabe:
Der Anaconda Verlag liefert hier nun (endlich) ein weiteres Stück von Goethe, wie immer zum günstigsten Preis, und mit einem sehr schönen Motiv.


Wieviel Erde braucht der Mensch?
Wieviel Erde braucht der Mensch?
von Leo Tolstoi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichten für die Seele, 15. August 2009
In diesen Büchlein sind die Erzählungen "Wie viel Erde braucht der Mensch", "die drei greise", "Wovon die Menschen leben" und "die beiden Alten" enthalten.

Thematisch handelt jede der vier geschichten von menschenlichen Tugenden, vom richtigen verhalten und vom Umgang mit Gott.
In "die beidne alten" wollen zwei alte Freunde eine Pilgerreise machen, und während der eine diese auch schafft, bleibt der andere zurück und hilft einer verarmten familie.
Hilfsbereitschaft ist hier das zentrale Motiv, und die lehre dass man auch durch andere taten als eine Pilgerfahrt, Erlösung finden kann.
Ganz ähnlich funktionieren auch die anderen geschichten, sei es die Unterstützung eines gefallenen Engels in "Wovon die menschen leben" oder die Einsicht dass man keine auswendigen Gebetsformeln braucht um anständig zu beten in "die drei greiße."

Alle geschichten spielen natürlich in Russland, meistens im Leben von einfachen Menschen, es sind einfache kurze geschichten von einfachen Menschen im einfachen Leben.
Auch die Sprache ist einfach gehalten, passt atmosphärisch aber sehr gut und oftmals wirken die geschichten selbst wie kleine Evangelien.

Natürlich fehlt am Ende auch nicht die Einsicht die der leser und die hauptpersonen erfahren, wie die moralische aufklärung am ende einer Fabel.
Hier besticht vorallem die Titelgeschichte "Wie viel erde braucht der Mensch" mit einem wunderbaren Ende und einer gewwltigen Lehre gegen Habgier und Besitzdenken.

Diese geschichten helfen das Leben zu erkennen und den richtigen Sinn darin zu sehen, sie zeigen den richtigen Weg auf und brandmarken menschliches Fehlverhalten.

Die hohe Religiösität könnte manche leser stören, ebenso die simplexität, andererseits ist es genau dies was diese geschichten vorallem auszeichnet.
Man kann sich eine dieser Geshcichten an einem schönen Abend vornehmen und danach mit einem guten Gedanken udn einem schönen Gefühl einschlafen.
Ein Buch für die Seele.

Zur Ausgabe:
Die Titelgestaltung empfinde ich als besonders schön gelungen und auch die kleine Auswahl an geschichten ist verzeihlich, wenn man den günstigen preis betrachtet.


Effi Briest: Roman (Fischer Klassik)
Effi Briest: Roman (Fischer Klassik)
von Theodor Fontane
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Psychogramm einer Ehe, und einer ganzen Gesellschaft, 13. August 2009
Mit seinen weiblich akzentuierten Romanen "Frau Jenny Treibel" und vorallem "Effi Briest" (das laut Thomas Mann nicht einmal in einer nur aus zehn Büchern bestehenden Bibliothek fehlen darf)hat sich Fontane in die oberste Liga der "Literaturklassiker" gespielt.

Die Geschichte von "Effi Briest" klingt zu nächst nicht sehr brisant:
Die 17 jahre alte Effi wird mit dem mehr als doppelt so alten Baron von Instetten verheiratet und zieht zu diesem nach Kessin, in dessen haus hat sie allerdings oft Angst und ist auch manchmal allein, ihr Mann so sehr er Effi auch schätzt und liebt, kann ihr dies nicht immer zeigen und wirkt ihr gegenüber oft emotionslos und kalt, wie gut dass sie einen Freund findet in dem Apotheker Gieshübler.
Doch auch diese platonischen Zuneigungen reichen der jungen, liebesbedürftigen Effi nicht und so geschieht dass Unglück, sie fängt eine kurze Affäre an mit dem Freund ihres Mannes Major Crampas an.
Als dieses durch Zufall jahre später herauskommt, muss Effis gehörnter gatte gemäß dem Ehrenkodex handeln und seinen ehemaligen nebenbuhler in einem Duell erschießen.

Effi wird daraufhin von ihm und ihren Eltern verstoßen.
Am Ende jedoch, haben wenigstens diese Mitleid und nehmen sie wieder in ihre alte Heimat auf, udn Effi kann die letzten tage irher Lebens in einen glücksähnlichen Zustand verbrignen, während sich Instetten nicht einmal mehr über beförderunge nfreuen kann und immer mehr versauert.

Fontanes Roman zeichnet sich aber nicht durch diese Handlung aus (der Teil der Entdeckung und der verstoßung kommt auch erst gegen Ende des Romans) vielmehr überzeugend ist die Aert udn Weise wie Fontane mit seinen Figuren umgeht.
Diese sind allesamt tragische Figuren, die ihr Leid erkennen und die auch erkennen dass die gesellschaft zu einem großen teil auch daran schuld hat mit ihren alten Moralvorstellungen und einer "mehr schein als sein" Mentalität, aber sie alle streuben sich davor gegen den Strom zu schwimmen und fügen sich den Normen und somit ihrem Unglück.

Wie Fontane seine Figuren beschreibt ist ebenfalls sehr eindrucksvoll, die jugendliche, träumerische Effi kommt eben so authentisch rüber wie der gesetztere und ältere Instetten, man kann die gefühle der Figuren nachvollziehen sie verstehen oder auch verdammen, auf jedenfall kann man sich sehr gut in die Zeit und die Sprache einfinden und einen Hochgenuß beim Lesen empfinden.

Abgerundet wird Fontanes Roman dann noch von etlichen Philosophischen Fragen, die nur am rande oder in kurzen Sätzten behandelt werden und natürllich einer schönen prise Gesellschaftskritik, die aber nie überhand nimmt und das Thema des Romans irgendwie von der pPerson der Effi Briest oder ihrer Ehe ablenkt.

Ein wirklich schönes Buch, dass zum nachdenken anregt und einen Überblick verschafft über die "alte Zeit" und über diese Konventionen, und dass ausserdem eine treffende Analyse einer gescheiterten ehe mitbringt und einsichten in die Gefühlwelten von völlig verschiedenen Menschen.


Der Zerbrochene Krug
Der Zerbrochene Krug
von Heinrich Von Kleist
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,47

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleibt hinter den Erwartungen zurück..., 11. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Zerbrochene Krug (Taschenbuch)
Wie hat man nicht Kleist Lustspiel schon gelobt, von manchen Germanisten wurde es sogar als hinreißensde deutsche Komödie bezeichnet, entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen als ich mir dann dieses Stück vorgenommen habe, und entsprechend enttäuscht war ich dan auch...

In Kleist Theaterstück geht es um den Krug der Marthe Rull, den ein nächtlicher Beuscher ihrer Tochter umgeschmissen hatte, sie verdächtigt den bauern jungen Ruprecht den Krug (sinnbildlich für die ehre irher Tochter Eve ) geschändet zu haben und verklagt ihn.
Ausgerechnet der Dorfrichter Adam muss diesen Fall bearbeiten (er war es der die Tochter nachts besucht hat, und er hat den krug zerstört) und leider kann er die Sache nicht wie gewohnt unter den Tisch fallen lassen, da ausgerechnet für diesen Tag der gerichtsrat Walter revision in den Gerichten hält, und dem armen Adam auf die Finger schaut.

Die geschichte hört sich sehr spannend und sehr witzig an, und es gibt auch durchaus komsiche Momente, etwa die vielen Erklärungen Adams warum er seine perücke nicht mehr hat (die Katze hatte hineingejungt, sie hatte feuer gefangen, etc, in Wahrheit aber war sie im gestrüp vor dme haus der Rulls gefunden worden) und generell die Ausflüchte die Adam immer wieder sucht und schließlich seine drastische und übereilte Flucht als er die Wahrheit nicht mehr länger verheimlichen kann.

Dennoch ein starker Mangel an dem Werk ist einfach die Sprache, sie ist an so vielen Stellen unverstädnlich durch bindestriche und Einwortsätze, oder auch völlig aus dem Zusamenhang gerissenen Aussagen, verliert das Stück hier ganz klar an Komik, wenn auch manche Interpretatoren dies als stilistischen Mittel für den Ausdruck der Verwirrtheit etc. sehen möchten, so bleibt für mich trotzdem der Humor und ie Komik sehr auf der Strecke und es wirkt an vielen Stellen langweilig und zäh, und das ist e etwas was bei einer (guten) Komödie nicht passieren sollte.


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