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nocheinKritiker

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The Raven That Refused to Sing
The Raven That Refused to Sing
Preis: EUR 12,98

1 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Musik als Zwangshandlung oder die Wiederholung der Variation (oder umgekehrt), 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
Eins vorweg: natürlich ist "The Raven..." produktionstechnisch und spielerisch hervorragend. Bei Musikern und Produzenten dieses Kalibers darf man das aber fast schon beiläufig erwarten. Die exzellenten Musiker motzen insoweit die an sich einfachen und meist gefälligen Melodien von Steven Wilson gehörig auf. Wie schon öfter erwähnt, bedienen sich Wilson und seine Mitstreiter ausgiebigst aus dem Fundus des ( insbesondere klassischen) Prog Rock. Dass man die Musik von "The Raven.." insoweit als sehr abwechslungsreich und auch stimmungsvoll empfinden und hören kann, ist durchaus nachvollziehbar. Wenn man jedoch die Musik von Steven Wilson schon seit seinen Anfängen verfolgt, kommt man meines Erachtens kaum an dem Punkt vorbei, wo man sich fragen muss, wieviel Wiederholungen und Variationen seiner Stilmittel (seine Art zu singen und getragene Melodien zu bilden bspw.) man noch als gut empfinden kann. Außer man ist natürlich gewissermaßen auf diese Stilmittel konditioniert, fährt also darauf ab; man braucht gewissermaßen nur die atmosphärischen und tendenziell melanscholisch gesungenen Melodien hören und schon empfindet es man als toll. Kurzum: für mich macht Steven Wilson einfach zuviel. Auch wenn ich "in Absenthia" als eines der besten Rock-Alben einstufen würde wie auch einige seiner nachfolgenden Sachen immer noch als sehr gut ansehen würde, bei dem Output von Steven Wilson müssen sich zwangsläufig Abnutzungserscheinungen einstellen, auch wenn er sich sehr gut im Aufpolieren versteht. Was Steven Wilson zu diesem enormen Output antreibt vermag ich natürlich nicht zu beantworten (steht mir auch nicht zu), etwas fragwürdig ist es für mich jedoch schon. Da ich davon ausgehe, dass er das was er macht schon ziemlich toll findet, scheint er etwas die Distanz zu seinem Output verloren zu haben (und den braucht man hin und wieder) und das Problem der Variation der Wiederholung nicht sonderlich wahrzunehmen. Vielleicht kann er auch einfach nicht anders oder er will ins Guiness-Buch der Rekorde. Na ja, vielen wird der Produktionsrekord, den Steven Wilson im aktuelleren Rock-Bereich eh schon dabei ist zu brechen, gerade recht sein. Ich jedoch, werde mir von Steven Wilson so schnell nichts mehr kaufen und warte lieber auf das neue Tool Album (hm, warn das jetzt vier, fünf oder sechs Jahre seit dem letzten Album).


The Mountain
The Mountain
Preis: EUR 13,98

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen überstrapazierte Theatralik auf musikalisch höchstem Niveau, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Mountain (Audio CD)
Im Prog-Rock gemeinhin üblichen Wettbewerb, mit vertrackten Arrangements und äußerst versierten musikalischen Darbietungen zu glänzen, dürften Haken die oberste Messlatte ohne Probleme erreicht haben. Dass man "The Mountain" insoweit als Meisterwerk des Genres bezeichnen kann, ist insoweit mehr als verständlich. Es scheint fast schon erhaben über jede Kritik, außer über jene naiven "Kritik", nach welcher Musik halt Geschmackssache ist.
Musik, vor allem mit Gesang und Text, transportiert immer aber mehr als musikalisches Können. Das ist ja gerade ein äußerst spannendes Moment an Musik und für viele Zuhörer auch das entscheidende Moment. Da für mich (gerade auch als langjähriger Gitarrist,Sänger und Bassist /bitte das nicht als Angeben auffassen) die musikalische Exzellenz von Haken außer Frage steht, ist es aber genau diese Inhaltliche Ebene und die Gesangsdarbietungen, die für mich kritikwürdig sind. Haken versuchen gewissermaßen ihren musikalischen Höhenflügen mit einem als äußerst tiefsinnig aufgeblasenen Pathos gerecht zu werden. Die Texte und der Gesang sind also überfrachtet mit existenzialistischem und mythologischem Pathos, die Lieder aneinandergereiht zu einem an Dramatik kaum mehr zu überbietendem Gesamtkonzept (was sich auch im Layout des Booklets wiedrspiegelt). Das kann einen natürlich auch faszinieren und emotional ansprechen. Es kann aber auch als äußerst gestelzt und gekünstelt erscheinen. Natürlich kann jeder aus den Texten etwas sehr tiefsinniges und bedeutungsvolles herauslesen und sich von dem gekünstelten Gesang berührt fühlen. Die Nähe zur gewollt kunstvollen und metaphorischen Phrasenbildung ist meines Erachtens jedoch nicht zu überhören. Wie gesagt, viele mögen dies als künstlerisch wertvoll erachten, ich halte es schlicht als zu aufgeblasen. Diese überstrapazierte Dramatik ist aber in vielen Teilen des Prog-Rock nicht unüblich. Tja, wem es gefällt. Mir jedenfalls sind der Gesang und die Texte von Pink Floyd bzw. Roger Waters um ein Vielfaches lieber.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2014 10:22 AM CET


Blue Horizon
Blue Horizon
Preis: EUR 18,99

15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Andy Powells Wishbone Light, 10. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blue Horizon (Audio CD)
Natürlich ist auf Blue Horizon erstklassig gespielte, gut arrangierte und sehr gut produzierte, von Gitarren dominierte Rockmusik der gediegenen und gefälligen Art mit leichten progressiven Elementen zu hören. Das darf man von Profimusikern, die schon Jahrzehnte im Geschäft sind aber auch erwarten. Und insoweit ist es einerseits nicht verwunderlich, dass Andy Powells Wishbone Ash und Blue Horizon auf viel Wohlgefallen stoßen. Andererseits stellt sich für mich schon die Frage, wie man Blue Horizon bzw. Andy Powells Unternehmung auch nur ansatzweise qualitativ in einer Linie mit Wishbone Ash-Alben bzw-Musik sehen kann, an denen insbesonder Martin Turner beteiligt war. Ich meine doch, wenn man Alben wie "Front Page News", "New England", "There's a rub", "Argus", "Just Testing" oder auch "Here to hear" kennt, dann kommt man meines Erachtens nicht daran vorbei, einen bedeutenden Qualitätsunterschied festzustellen was die Lieder, deren Spannung, Intensität und songwriterische Dramturgie anbelangt. Dies liegt natürlich in einem entscheidenden Maße an Martin Turners Fähigkeiten, tolle Songs zu schreiben, erstklassig und spannungsreich zu singen, super Bass zu spielen und auch gut zu produzieren ("Just Testing" und "Here to hear"). Ich bin zwar selbst auch langjähriger leidenschaftlicher Gitarrist, aber: tolles Gitarrenspiel macht noch lange keinen tollen Song.
Seitdem Martin Turner von Andy Powell und seinen damals reichlich verwirrten Mitstreitern Steve Upton und Laurie Wisefield nach dem tollen Album "Just Testing" mit schwachsinnigen Argumenten aus der Band gedrängt wurde, versucht Andy Powell sich mit diversen Veröffentlichung unter dem Wishbone Ash-Banner als legitimer Erbhalter von Wishbone Ash in Szene zu setzen. Und darunter sind ja auch einige gute Alben, die nett anzuhören sind. Emotional mitreißend, in welche gefühlsmäßige Richtung auch immer, ist jedoch etwas anderes. Neben den Songwriting-Fähigkeiten liegt dies insbesondere an Andy Powells Gesangsfähigkeiten. Die sind schlicht nur mittelmäßig, wenn überhaupt.
Nachdem er sich wahrscheinlich neben Martin Turner als Sideman degradiert gefühlt hatte, rächt er sich vermutlich bis zum Ende seiner Tage mit seinen Gesangsdarbietungen und: neuerdings auch mit einem unglaublichen Gerichtsbeschluß, indem er auf absurde und totalitäre Weise durchgesetzt bekam, dass Martin Turner den Namen Wishbone Ash nicht mehr verwenden darf, außer im Sinne einer Cover-Rock-Band. Allein deswegen wollte ich mir eigentlich Blue Horizon gar nicht kaufen, hab es aber dann doch gemacht. Vielleicht streich ich einfach den Namen Wishbone Ash auf der CD-Hülle durch und schreibe "Andy tries to sing" drunter, während ich mir "Throw down the Sword" anhöre. Aber bitte nicht Andy Powell weitersagen, sonst verklagt er mich noch
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2014 11:21 PM MEST


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