11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Hight Tech 3D BD SACD Player - Klang und Bild eine Überraschung, 10. Mai 2013
Ist bereits mein zweiter 3D BD-Player. Der Philips zuvor war qualitativ so billig hergestellt, dass er immer lauter und wackeliger wurde. Zudem wollte ich einen SACD Player haben. Eine Verbesserung der Bild- und Audioqualität war also nicht mein Ziel.
Zu den einzelnen Kategorien:
Aufbau:
Sehr schön der doppelte HDMI out. Damit kann ich Bild und Ton separat ausgeben. Mir ist nicht klar warum man das gesamt immer über den Receiver schicken muss. Das Signal wird je mehr ich es verändere und durchschleife auch nicht besser.
Jetzt habe ich folgende Optionen für HDMI:
- Separat
- Audio/Video über ein Kanal
- Nur Audio.
Ich nutze "Separat". Wieder einmal vermisst man den Knopf für Vorspulen oder Titel springe. Warum die jetzt bei fast keinem Player mehr dran sind ist mir schleierhaft.
Verarbeitung, Erscheinungsbild, Geräuschkulisse:
Der Player macht einen gediegenen Eindruck. Nichts wackelt oder scheppert und es wirkt insgesamt solide. Die Geräuschkulisse war für mich ein wesentliches Kritierium. Ich bin in dieser Beziehung sehr empfindlich und höre selbst hohe Frequenzen, die andere nicht wahrnehmen. Also man kann deutlich vernehmen, dass sich etwas in dem Player dreht. Allerdings ist die Geräuschkulisse so gering, dass man das Ohr fast am Player hat und die Musik komplett aus ist. Da war ich also schon mal sehr erleichtert. Denn offensichtlich werden die Player immer billiger produziert und es gibt scheinbar große Fertigungsvarianzen, die zu einer großen Bandbreite an Abspielgeräuschen beitragen. Einige sagen absolut leise, wärend ander Nutzer wiederum über eine unerträgliche Geräuschkulisse klagen. Das habe ich aber mehr oder weniger bei allen Produkten in dieser und den darunter befindlichen Preiskategorien festgestellt. Das einzige was ein bischen nervig und billig wirkt ist das Auswerfen. Die Scheibe wird mit einem lauten und knatternten Geräusch ausgegeben. Scheint wohl normal zu sein, ist aber nicht schön.
Klang und SACD:
Klang war wie gesagt nicht mein Kaufinteresse. Ich dachte mir, was soll es schon bringen, letztlich sind es nur Nullen und Einsen die übertragen werden. Was ich allerdings ausgemacht habe hat mich von den Socken gehauen. Der Pioneer spielt viel wärmer, voller und musikalischer als mein alter Philips. Selbst im Video-Bereich konnte ich Besserungen ausmachen. Der SACD Klang ist einfach der Hammer. Hier hat man die Option auf SACD 2-Kanal, Multichannel oder einfachen CD-Modus zu schalten. Ich habe den SACD Multi als Standard gewählt. Einfache CDs werden dann aber auch problemlos erkannt - ist in dem Modus also abwärtskompatibel.
Der Klang der SACDs ist phenomenal. Alte Stücke die man bereits hundert mal gehöhrt hat bekommen in der SACD Version eine völlig neue Wertung. Hört sich an wie eine unglaublich verbesserte Version. Ich bin fast vom Hocker gefallen, als ich dass das erste Mal gehört habe. Die Gitarren klingen noch knurriger, der Bass ist noch viel tiefer und prägnanter. Man hört auf einmal Details, die einem Vorher nicht aufgefallen sind. Die Musik hat einen Klangraum und Tiefe bekommen, dass man einfach ganz hin und weg ist. So wollte der Toningenieur also, dass man es hören soll.
Bedienung / Handhabung / Reaktionszeit:
Nachdem an dem Player ja selber alles sehr spartanisch und sehr übersichtlich gehalten ist dachte ich mir, dass die Fernbedienung eine ordentliche sein muss. Aber weit gefehlt. Wer diese Fernbedienung verbrochen hat gehört geteert und gefedert.
- Die Fernbedienung ist überaus häßlich und wirkt voll billig. Ich schätze keine 2 Euro kostet das Ding in der Fertigung.
- Es ist nicht hinterleuchtet.
- Die Mini-Knöpfe sind völlig unübersichtlich und lieblos direkt nebeneinander angeordnet. Man kann nichts erkennen oder ertasten.
- Man hätte noch Kimme und Korn einbauen sollen, damit man damit besser auf den Player zielen kann. Denn jede geringste Abweichung davon führt dazu, dass der Player auf die Eingabe über die Funke nicht reagiert. Das ist die schlechteste Funkvernbedienung, die ich je in der Hand hatte.
Emfpehlung: Direkt nach Auspacken wegwerfen und eine vernünftige Fernbedieung über Drittanbieter zulegen.
Vorteil ist allerdings gegenüber dem Philips, dass der Pioneer jetzt deutlich Reaktionsschneller ist. Einlesen von SACDs oder BDs geht jetzt merklich schneller und ist erträglich geworden. Die über 20sec Einlesezeremoniell des Philips bevor man überhaupt auswerfen konnte, waren unterträglich. Weniger schön ist allerdings, dass ich nach einlegen einer Musik CD/SACD und betätigung des Play Buttons zunächst mal nur den Einzug, nicht aber das anschließende automatische Anspielen des Titels erzeugt habe. Dazu muss ich nach ca. 7sec nochmal draufdrücken.
Leider ist es auch so, dass sich der Player hin und wieder mal aufhängt. Aber wirklich nichts schlimmes und ist auch durch Auswurf oder Strom An/Aus wieder schnell behoben. Passiert nicht häufig.
Was mich bisweilen aber auch etwas stört, ist dass es beim Anspielen der Tracks bisweilen eine deutliche Verzögerung gibt, bis der Ton auch ankommt. Sprich der Track läuft schon 2-3 Sekunden und dann kommt erst die Musik. Hat auch nichts mit dem Receiver zu tun, da der gleichermaßen angeschlossenen Philips zumindest in dieser Kategorie nicht patzt.
Bild:
Wie gesagt überaus gut. Noch einen Tick besser als der Philips, der in dieser Kategorie aber schon eine Wucht war. Was mich persönlich allerdings jetzt stört ist dieser neue Eindruck, der jetzt erzeugt wird. Es sieht jetzt alles irgendwie realistischer aber auch nüchterner und kälter aus. Sonst konnte man sich noch einer Illusion hingeben. Jetzt wird alles schonungslos offengelegt. So sieht man bei "The Dark Night Rises" jetzt auf einmal ein Mikrophon von oben reingehalten, mit einer Schnur an einem Stab befestigt. Oder in dem Gefängnis-Loch, in dem sich B. Wayne wieder nach oben kämpfen muss, gleichmäßige Strukturen, die erkennen lassen, dass es sich um eine Plastik handelt und kein gemauertes Loch. Auch das Torret-Geschütz auf dem Batmobil wirk auf einmal völlig falsch. Es sieht wie ein Spielzeug aus und man erkennt, dass es ins Bild integriert wurde. Das ist alles zu viel der Details. Kann man aber diese Detailgenauigkeit, die ja eingentlich ein Qualitätskriterium ist, dem Player vorwerfen? Wohl eher nicht- aber gefallen tut es mir irgendwie auch nicht. Am meisten aber stört mich bei dieser knallharten Detaillierung jetzt das Licht. Es sieht nicht mehr natürlich aus, sondern wirkt so wie es auch tatsächlich ist: eine künstliche Studiobeleuchtung. Dieser Eindruck ist mir bereits auf anderen hochwertigen Playern und auch anderen Produktionen (bspw. Harry Potter, usw.) aufgefallen. Es sieht so aus, als hätte ich das mit meiner High-Def 1080p Camcorder aufgenommen. Das Weichzeichnende und damit die Illusion geht verloren.
Nun gut - letztlich muss man aber dem Pioneer in dieser Kategorie ein sehr gutes Testat austellen.
Was mir beim Bild nicht gefällt ist die Möglichkeit bei falschem Bidlformat das Bild zu vergrößern, so dass die schwarzen Balken am unteren und oberen Bildrand verschwinden. Das war beim Philips mit einer feinen Differenzierung von 1,2facher, 1,5facher oder 2facher Vergrößerung möglich. Der Pioneer bietet aber als kleinste Konversion die 2fache Vergrößerung. Somit ist idR die Vergößerung übertrieben und man verliert sehr unangenehm nicht nur unten und oben mehr als nötig, sondern auch an den Rändern hin. Damit werden die Gesichter idR zur Hälfte abgeschnitten. Denn bei der Filproduktion sind die Kameras bereits beim Dreh mit Markern gekennzeichnet, welche eine einiger Maßen verträgliche Konversion von 21:9 auf 16:9 zulässt. Drüber hinaus wird es eine Katastrophe. In sofern ist diese Grobrasterung mehr als nur unglücklich.
Ebenso unagenehm wird es für Besitzer von Plasma-Panels. Diese haben grundsätzlich das Problem des Einbrennens. Wenn man jetzt Musik-BlueRays nutzt oder bei normalen CDs eine Trackanzeige auf dem Bildschirm haben möchte, hat sich Pioneer wenig einfallen lassen. Es ist alles schwarz nur mit einem dicken, grell-weißen Pioneer Logo in der Mitte, welches sich nicht verändert. Nach wenigen Minuten hat man damit bereits SChatten auf dem Bildschirm. Da müssten die Hersteller endlich mal nachsteuern und ein vernünftigen Screen erzeugen, der die Problematik verhindert. Das wäre bereits durch einfache Maßnahmen möglich.
3D wird in hervorragender Qualität wiedergegeben.
Fehlerkorrektur:
Habe im Test mal gelesen der BD 450 sei hier nur Mittelmaß. Ich kann allerdings in dieser Disziplin nur die Höchstpunktzahl vergeben. Habe 2 DVDs, welche 3 andere Player absolut nicht mehr abspielen wollten. Der Pioneer hingegen hat es klaglos verarbeitet. Lediglich an einer Stelle hat er gestoppt und ich musse etwas vorspulen. Danach wieder Problemlos, was bei allen anderen gar nicht ging. Also Top-Werte in dieser Kategorie.
Fazit:
Hervorragende bildliche Darstellung. Aber das wirkliche Highlight dieses Player stellt der Klang dar und zwar sowohl im Musik Bereich wie auch im Video Bereich. SACD gibt es als Bonus noch dazu und kann somit erst so richtig zur Geltung gebracht werden. Auch schön leise bei den Abspielgeräuschen ist zumindest mein Model. Auch Fehlerkorrektur überragend. Damit steht den 5 Sternen eigentlich nichts mehr im Weg - oder? Aber nein, im Detail hat Pioneer in einigen Kategorien doch deutlich gepatzt: So nennen wäre diese Ausgeburt an Häßlichkeit welche als Fernbedieung beigelegt wurde. Die kann man eigentlich nur werfen. Dabei sollte man in Richtung Abfalleimer zielen. Die Konversion der Formate von 21:9 auf 16:9 ist leider durch eine deutlich zu grobe Rasterung, die erst aber 2-facher Vergrößerung beginnt, vermasselt worden.
Die Software zur Darstellung auf dem Bildschirm bei Musik DVDs oder BlueRays wirkt antiquiert und Bedarf einer dringenden Überarbeitung. Insbesondere sollte auf die Problematik des Einbrennens von Plasma Panels eingegangen werden. Ebenso fällt mir die teilweise doch schon auffällige Verzögerung der Tonausgabe auf. Der Track spielt schon der Ton ist bisweilen für ca. 2sec verzögert. Bei Film abosolut kein Problem - bei Musik hingegen schon eher.
Nach dem Abzug dieser doch einiger Unzulänglichkeiten bleiben aber immer noch 4 Sterne übrig.
Die für meinen Geschmack fast schon zu gnadenlos detailreiche Darstellung ist wohl eher ein Problem des gesamten Marktes und kein Problem dieses hervorragenden Players. Es sei nur mal angemerkt, dass dieser Technologiesprung für mich ein Schritt in die falsche Richtung darstellt, sofern es sich um Studioproduktionen handelt. Bei Cartoons oder Dokumentationen ist das naturgemäß natürlich auschließlich ein Vorteil.