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Rezensionen verfasst von
M. Gunter Almer "gunteralmer" (Graz)
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The Industrialist (Ltd.Digipak)
The Industrialist (Ltd.Digipak)
Preis: EUR 22,77

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Halbe Band - halbes Album?, 5. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Industrialist (Ltd.Digipak) (Audio CD)
Seid 1995 Demanufacture auf den Markt kam, haben sich Fear Factory mit ihrem zeitlosen Endzeit-Cybermetal in mein Gehirn gelasert und mich zum ewigen Jünger gemacht. Natürlich war es seitdem schwer für die Band an einen derartigen Milestone kreativ heranzukommen, aber Nachfogewerke wie das komplexere Obsolete (1998) und das rauhe, leicht alternative Archetype (2004) sind auf jeden Fall zu Klassikern geworden. Das beste seit Demanufacture war für mich dann das brutale Mechanzie (2010) bei dem Drumgott Gene Hoglan sein stürmisches Atomuhrwerk-Können beisteuerte. Sehr hart und wirklich archetypisch baute sich das Album über den melodischen Vocalparts von Burton auf um mit Final Exit episch-melancholisch auszuklingen.
Danach gabs ordentlich Tour und bald darauf wurde die Arbeit an einem Konzeptalbum bekanntgegeben. Auf dem Weg dahin wurden jedoch einige Kompromisse gemacht - nur Burton und Gitarren-Mastermind Dino Cazares sind daran als Band beteiligt, mit dem Synthesizer Allroundgenie Rhys Fluber (FrontLineAssembly) als drittes inoffizielles Bandmitglied.
Herausgekommen ist dabei ein gestyltes Konzeptalbum das, wie aus vielen Rezensionen erkennbar ist, die allgemeine Meinung spaltet, allem voran weil zur Gänze auf einen Drummer verzichtet wurde, ergo dieser Part vollständig aus "der Maschine" kam. Vorwiegend Einigkeit herrscht lediglich darin dass dieses Album, im Vergleich zu seinen Vorgängern, kein episches Ende wie eben Final Exit, Resurrection (Obsolete) oder A therapy for pain (Demanufacture) vorweisen kann. Lediglich ein langer Synthie-Klangteppich wie Ascension bei Archetype wurde verwendet, der an die eigentlich nur 8 Lieder angeknüpft wurde. Beim Digipack wurden hierzu noch zwei Songs angeknüpft.

Das stärkste an The Industrialist fällt gleich ins Ohr, nämlich der Opener The Industrialist. Dieses 6 Minuten lange Konstrukt, Komponiert wie ein kleines Konzert mit Einleitung-Hauptteil-Schluss ist der eigentliche Kern des Albums, Anzusiedeln irgendwo zwischen Self Bias Resistor und Zero Signal, den meiner Meinung nach besten Songs von Demanufacture. Danach kommt mit Recharcher eine melodischere Version des 1. offiziellen Songs von Mechanize - Powershifter. New Messiah kracht einem dann sehr komplex um die Ohren, braucht somit eventuell ein paar Anläufe, und erinnert am stärksten noch an die Highlights von Archetype. Die nächste kompositorische Glanzleistung ist das Synthesizer-dominante, epische 6-minütige God Eater, der einzige "langsamere" Song des Albums. Danach gehts mit Depraved Mind Murder wieder richtung Demanufacture, dessen melodisch herausstechender Mittelteil in mir Erinnerungen an Pisschrist wachruft. Virus of Faith pendelt dann zwischen Demanufacture und Archetype, nur etwas unauffälliger, während Difference Engine dann zur Abwechslung hardcore-lastig wie Flashpoint (auch Demanufacture) aus den Boxen kracht. Mit Disassemble wird dann nochmal ordentlich Obsolete-like aufs Gas gestiegen und Religion is Flawed... verkündigt dann den Übergang zur 9-minütigen Ambient Abschlussnummer, die eigentlich nicht mehr als Song an sich betrachtet werden sollte. Danach kommt auf dem Digipack noch das Dubstep-lastige Blush Response das gegen Schluss doch noch interessant wird und schliesslich das meiner Meinung nach sehr gelungene, düster-treibende Pitchshifter Cover Landfill.

Fazit:
Dass all-time Produzent Rhys diesmal stärker in den Entstehungsprozess miteinbezogen wurde ist sofort an den dominanteren Sample-Parts zu erkennen, was aber die Arbeit der einzigen beiden Kernmitglieder meiner Meinung nach erst richtig zur Geltung bringt. Hätte man The Industrialist als 7 Song starke EP verkauft (d.h. ohne Virus of Faith und Schluss nach Religion is flawed...) wäre es mit Demanufacture meiner Meinung nach das Beste was FF jemals veröffentlicht haben. Dem normalen Longplayer würde ich so nur 4 Sterne geben, dem Digipack gebe ich 4.5, die ich aufgrund der ausgezeichneten 7 Songs auf 5 aufrunde.


Mnemesis
Mnemesis
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen No tomorrow?, 5. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mnemesis (Audio CD)
Zu Beginn möchte ich sagen das dieses Album bereits von gen239 (wiedermal) großartig rezensiert wurde, wer also mehr "inhaltliches" erfahren möchte, sollte sich diese Rezi nicht entgehen lassen.
Was ich nun persönlich anmerken möchte:
Seit dem Schlüsselalbum Demanufacture (1995) von Fear Factory zähle ich mich zu den Jüngern dieses Musikgenres und habe somit auch das Werden von Mnemic 2003 als der "europäischen Antwort auf Fear Factory" mitverfolgt. Leider konnte ich zu deren ersten Alben (zb im Gegensatz zu den europäischen Vergleichsbands Raunchy oder Sybreed deren Alben mir von Anfang an gefielen) anfangs keinen entsprechend guten Zugang finden. Erst seit dem spürbaren Stilwechsel bei Sons of the System (2010), weg vom komplexen neo-trashigen Geschreddere hin zu melodischeren Ansätzen, begann mir Mnemic erst wirklich zu gefallen. Wie gen239 den Stilwechsel schon passend mit Devin Townsends Projekten zum Vergleich beschrieben hat, erst waren sie Strappin Young Lad lastiger, nun gehts mehr richtung Devin Townsend Band.
Wo ich nun bei Sons of the System vor allem ab der zweiten Hälfte des Albums begeistert war, finde ich Mnemesis von Beginn an gelungen. Dies liegt natürlich an der Auffälligkeit dass dies das bis dato eingängigste Mnemic Album ist, wobei Eingängigkeit meiner Meinung nach zu oft mit schlecht bzw. unkreativ assoziiert wird. Die Lieder haben quasi "norm" Länge um die 4-4.5 Minunten, sind aber durchgehend sehr schön konstruiert und diesmal von Tue Madsen eindeutig besser produziert als dies bei Sons of the System der Fall war. Insgesamt fliessen die 10+1 Lieder auf einem homogen spherischen wall-of-sound Synthesizer Teppich in den die üblichen Mnemic stakkato Riffs fast zart eingewoben scheinen und wunderbar vom klaren Gesang des Sängers abgerundet werden. Anspieltipps sind das eingänglich aber komplexe Valves, das melodisch-groovende I've been you, das episch explodierende Titelstück Mnemesis, die Ausnahmeballade There's no tomorrow die von Devin Townsend selbst sein könnte, und das Stakkato-lastige Ocean of void.
Fazit:
Für meinen persönlichen Zugang zu ihrer Musik hat sich der zuvor stattgefundene Wechsel einiger Bandmitglieder anscheinend ausgezahlt. Deshalb hoffe ich dass es für die momentane Bandkonstellation noch mehrere "Tomorrows" geben wird...


Carved Into Stone
Carved Into Stone
Preis: EUR 11,77

5.0 von 5 Sternen Carved into Metal, 5. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Carved Into Stone (Audio CD)
Prong haben Anfang der 90er mit ihren Meilensteinen Beg to differ (1990) und Cleansing (1994) die Metallandschaft um einiges kreativer gemacht. Seither gelten sie als Inspiration für die ganze New-Metal Szene, wobei ihnen selbst der große Durchbruch verwehrt blieb.
Dieses oft beschriebene Faktum sollte man aber nicht negativ betrachten, denn wahrscheinlich gerade dadurch haben sich Prong, also eigentlich deren Mastermind und einziges Dauermitglied Tommy Viktor, die erfrischende Kreativität erhalten können.
Während das oppulente letze Werk Power of the Damager (2007) vor fetten Grooves und tiefen Gitarrenriffs, gepaart mit stürmischer Drumwork nur so aus allen Nähten platzte, klingt Carved into Stone wie eine juvenile Frischzellenkur. Auf Samples wurde diesmal gänzlich verzichtet, dafür klingen die unglaublich locker gespielten jedoch nicht weniger komplexen Riffs und das diesmal etwas straightere Drumming als wären die Jungs, vor allem Tommy Viktor, nicht Ende 40 sondern Anfang 30 und starten erst so richtig los. Nach oftmaligem Durchhören der CD muss ich zugeben dass dieser 11 Song lange Dauerbrenner keinerlei Schwachstellen aufzuweisen hat. Am druckvollsten sind wohl der fetzige Opener Eternal Heat und das nackenbrechend-groovige Ammunition. Revenge... wäre die Singleauskoppelung welche noch am besten mit Snap your fingers von Cleansing zu vergleichen ist. Einzig etwas mühsam klingt State of Rebellion das aber von der folgenden zweiten starken Hälfte des Albums mehr als kompensiert wird, vor allem durch das punkige List of Grievances (Zoff mit Al Jourgensen??) und die wunderbar epischen Carved into Stone und Path of least Resistance.
Fazit:
Nach über 20 Jahren zeigen Prong, im speziellen Tommy Viktor, der Metalgemeinde noch immer von wem der Groovehammer in Stein gemeisselt wurde.


Relapse
Relapse
Preis: EUR 17,12

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...hätte schlimmer kommen können, 5. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Relapse (Audio CD)
Ministry haben das vereint was für mich als juvenilen HardRock UND Techno-Fan Anfang der Neunziger noch nicht vorstellbar schien, ergo harte Gitarren mit Elektronischer Musik, und somit mein Lieblingsgenre den Industrial Metal erschaffen. Über die Jahre gab es dann grob gesehen 2 Stilwechsel - der 1. mit Filthpig 1996 hin zu mehr gitarrenlastigerem, dreckigerem Metal und schliesslich der 2. nach ausscheiden von Bassist und quasi 2. Hauptmitglied Paul Barker 2003-2004, den Wechsel hin zu mehr Trash-Metal orientiertem Industrial. 2008, mit Ende der Bush Era im weissen Haus wollte man schliesslich Adjeu sagen, wobei Mastermind Al Jourgensen in den folgenden Jahren wieder einmal Drogenbedingt fast den Löffel abgegeben hätte. Nach erfolgreicher Rehabilitation hat man sich dann wieder zusammengerauft und Ministry nun mit "Relapse" neu gestartet.
Das Album kann man stillistisch zwischen den beiden Vorgängeralben House of the Mole (2004) und The last sucker (2007) einordnen, wobei ich die Songs hier der Reihe nach mit Punkten 1-10 bewerte:
1. Ghouldiggers (10/10)
Dieser 8 Minuten Opener startet Ministry-untypisch aber sehr peppig mit direkt von Al gesprochenen Vocals über das böse Musikbussiness und einem durchgehenden Gitarrensolo das sehr Stark Al's vor ein paar Jahren von AC/DC gecovertes Thunderstruck erinnert. Baut sich toll auf, gibt dann ordentlich Gas und ist selbstironisch.
2. Double Tap (10+/10)
Abrechnung mit der Obama/BinLaden Story. Das absolute highlight des Albums und der einzige Track der es verdient "härter als alles vorige" bezeichnet zu werden, mit grandios nackenbrecherischem Finale.
3. Freefall (9/10)
Wieder mal was über das Problem mit der Drogensucht. Gibt noch ordentlich Gas und hat eien tollen Groove.
4. Kleptocracy (4/10)
"Griff in die Toilette" Nr.1. Al's Drogeneskapaden und Rehas wirken sich anscheinend doch auf seine musikalischen Leistungen aus - billig klingender Song mit Refrain der melodisch zum fremdschämen einlädt.
5. Unitede Forces (7/10)
Cover von S.O.D. Ist nicht schlecht gelungen, relativ druckvoll mit stillistisch schön dreckigem Schluss.
6. 99 Percenters (8/10)
Das wohl eingängigste Lied des Albums. An den Text sollte man, wie eigentlich schon bei Freefall und Kleptocracy, nicht besonders viel Anspruch stellen. Dafür eingängige Melodie die zum Mitbangern einlädt.
7. Relapse (9/10)
Das Titelstück soll wohl an vergangene Titelstücke anknüpfen. Extrem monoton und sehr düster ausgefallen, aber gerade das macht hier meiner Meinung nach den Reiz aus - gibt dem Album quasi einen reizfollen stillistischen Knick.
8. Weekend Warrior (8/10)
Wieder inhaltlich weniger interessant dafür sehr druckvoll, mit böser Melodie und tollem Groove.
9. Git up... (3/10)
"Griff in die Toilette" Nr.2 -WTF?!? ...mehr fählt mir hierzu beim bestem Willen nicht ein.
10. Bloodlust (6/10)
Das offizielle Schlusslied erinnert an den Abschluss des letzten Albums "End of days", kann aber nicht wirklich mit dessen Gänsehautpower noch mit denen der vorangegegangenen Alben seit Animosity (2003) mithalten, da es etwas zu sehr nach betrunkenem Gegröhle klingt.
11. Relapse (Remix) (6/10)
Das Remix des Titeltracks ist ähnlich monoton jedoch auf elektronischer Basis konstruiert.

Fazit:
Relapse hat das schlechteste Artwork eines Ministryalbums überhaupt (Kotze kann ich mir am Morgen nach dem Wochenende auch auf dem Gehsteig anschauen), startet sehr gut, baut aber schon nach dem 3.Song ab. Stilistisch zwischen House of the Mole und The last Sucker einzuordnen kann es nicht mit beiden Alben mithalten, ist aber meiner Meinung nach immer noch besser als Dark Side of the Spoon (1999), welches für mich das schlechteste Ministry Album bis dato ist. Hätte Al eine EP draus gemacht und fremdschäm Nummern wie Kleptocracy und Git up... weggelassen, würde ich volle Punktzahl geben, so sinds 3.6 die ich wegen des grandiosen Double Tap auf 4 aufrunde.


Fire Make Thunder
Fire Make Thunder
Preis: EUR 10,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reduced to the Maximum, 12. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fire Make Thunder (Audio CD)
Die genialen progressive-industrial-rock Soundlandschaften der Herren Jim Matheos und Kevin Moore erreichten mein kognitives Spasszentrum zum ersten Mal mit ihrem Zweitlingswerk Free. Danach folgte das etwas düsterere aber nicht minder spannende und anspruchsvolle Album Blood. Selbstverständlich musste ich von beiden Alben die limited Editions mit den Sidetracks haben, und es hat sich auch gelohnt. Dementsprechend gespannt und voll großer Erwartungen fieberte ich auch dem Release von Fire make Thunder entgegen. Diese Spannung begann schon mit Einlegen der CD zu schwinden - was, gerade mal knapp über 40 minuten? - . Beim ersten Durchlauf plätscherte Fire make Thunder dann mehr durch meine Gehirnwindungen als Eindruck zu hinterlassen, und die Spannung sackte weiter ab.
Mit der Zeit nun musste ich aber feststellen dass dies blos eine Täuschung war, denn ich musste immer wieder aufs Neue in das Album hineinhören. Schliesslich entpuppte sich dieses zeitlich knapp konzipierte Werk als Konzeptalbum erster Güte - sofern man ihm genug Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Alleine der untypisch lange Opener Cold Call baut sich stimmungstechnisch zu einer absoluten Wucht auf und das darauffolgende Guards, sowie das etwas melancholischere Wind wonŽt howl sind komplexe Ohrwürmer erster Güte. Selbst von den ruhigeren Stücken Indian Curse und For Nothing bin ich diesmal hellauf begeistert, wo ich bei ähnlichen Liedern der Vorgängeralben noch meine Probleme hatte, und Big Chif II kracht noch mal so richtig schön heftig durch die Boxen.
Insgesamt betrachtet konnte ich bei diesem mittlerweile vierten Album keine Schwachstellen finden - aber vielleicht ja gerade deshalb weil es so kurz ausgefallen ist.
O.S.I. sind und bleiben somit für mich bei der Schöpfung musikalischer Soundlandschaften auf ihre Art und Weise einzigartig und unerreicht, und ich hoffe dementsprechend dass dies noch lange nicht das letze Album gewesen ist.


Die Hölle Muss Warten (Limitierte Deluxe Version mit Bonus-DVD)
Die Hölle Muss Warten (Limitierte Deluxe Version mit Bonus-DVD)

0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schlager-Metal?, 12. April 2012
Ich bin/war Eisbrecherfan der ersten Stunde. Für mich war dies einmal die bayrische Antwort auf Rammstein, gewürzt mit einer Priese bissigem, unter anderem auch selbstkritischem Humor. Leider zeichnete sich aber über die Jahre/Alben welche diese Band durchlebte ein schon einmal ähnlich verlaufener Trend ab. Ich beziehe mich hier auf Oomph! vs. Rammstein, wobei Oompph! von Rammstein als eine der Hauptinspirationsquellen genannt wurden, jedoch nie an den kommerziell durchschlagenden Erfolg ihrer Nachkommenschaft herangekommen waren. Diesem Ärger machte diese einst grossartige, innovative Band u.a. in Form von abfälligen Bemerkungen auch öffentlich Luft und man entwickelte sich musikalisch immer weiter Richtung nichtssagendem Mainstream.
Der (mein) Punkt ist dass ein ähnlicher "Trend" auch medial zwischen Eisbrecher und Unheilig zu beobachten war. Erst (angeblich) dicke Freunde und ab dem Kickstart von Unheilig richtung Mainstreamolymp Geläster. Am stärksten ging dies meiner Meinung nach (wie bei Oomph! seinerzeit) zu Lasten der musikalischen Kreativität. Die ersten beiden Alben, Eisbrecher und Antikörper waren noch eigenständige, vor Energie sprühende Werke. Sünde war auch noch sehr spannend und standfest, Eiszeit klang schliesslich schon etwas abgenutzt - aber auch noch annehmbar. Bei Die Hölle muss warten wurde nun leider endgültig die musikalische Spitzfindigkeit über Bord geworfen und man tuckert gemächlich auf vorwiegend seichten, aber sicher eingängigen Ohrmwürmern dahin.

Einziger Pluspunkt (vor allem wahrscheinlich finanziell für die Band): Eisbrecher dürften hiermit endgültig den Schlager-Metal erfunden haben (ausser ich hab was versäumt...)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2013 12:39 PM MEST


Pighammer
Pighammer
Preis: EUR 17,91

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen STATIC - Der Name ist Programm, 16. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Pighammer (Audio CD)
Nachdem vor über zwölf Jahren durch die Band Static-X die Metal-Schiene Rhytmic Trancecore/Evil Disco das Licht der Welt erblickte, hab ich mich damals sofort in den groovigen Style der von Größen wie Ministry, White Zombie und Prong geprägt war verknallt, als ich sie beim Dynamo Open Air 1999 in Eindhoven zum erstenmal sah. Die Folge davon waren ein extrem schmerzhafter Nacken und der sofortige Kauf von Whisconsin Death Trip, dem Debutalbum der Band. Im laufe der Zeit kam es bei Static-X zu leichten stilistischen Abwandlungen, vor allem aufgrund des oft wechselnden Lineups an Gitarre/Synthesizer und Schlagzeug, weshalb auch die Energie des Debutalbums leider nie mehr ganz erreicht werden konnte. Schließlich, nachdem der letzte Output Cult of Static (2009) von den Fans mit vorwiegend gemischter Begeisterung aufgenommen wurde, entschied man sich die Band auf Eis zu legen.
Nun, zwei Jahre nach C.o.S. legt uns Mastermind Wayne sein Solodebut vor. Da er schon bei Static-X für das Songwriting verantwortlich war, habe ich von Anfang an keine starken Abschweifungen vom damals generierten Stil erwartet, und bin diesbezüglich auch nicht enttäuscht worden. Pighammer ist, wie auch Wayne in einem Interview schon gesagt hat, quasi 100% Evil Disco, also quasi die Essenz seines früheren dominierenden Beitrages zu Static-X. Auffällig ist deshalb in erster Linie die stilistische Annäherung an W.D.T., mit extrem groovigen Rhytmusgitarren, wobei bei Pighammer die Synthesizer noch weiter in den Vordergrund geschraubt und gänzlich auf Sologitarren wie bei den letzten beiden Static-X Alben verzichtet wurde. Das gesamte Werk ist sehr homogen, mit wunderbaren Neckbreakern wie Around the Turn, Assassins of Youth und Static Killer und die letzten beiden Songs, The Creatures und Behind the Sky sind wiederum schön düster-trancelastige Groovemaschinen zum runterkommen.

Zusammengefasst betrachtet klingt das nun alles sehr gut, jedoch gibts für mich persönlich zwei bedeutende Gründe warum sich Pighammer den 5. Stern nicht verdient hat:
1. Dadurch dass Wayne quasi alles alleine generiert hat, fehlt insgesamt betrachtet manchmal doch irgendwie die eine oder andere Idee von "Ausserhalb" um das Album konstant spannend zu halten. Er ist eben doch (noch) kein Universalgenie wie z.B. Trent Reznor (Nine Inch Nails) oder Maynard James Keenan (Tool, Puscifer, A perfect Circle).
2. Wir (Fans) durften seit C.o.S. Waynes unignorierbare Midlife Crisis miterleben, als er dem Pornosternchen Tera Wray das Jawort gegeben hat und sie von da an immer auf Tour als optischen Aufputz dabeihatte. Das wär soweit auch schön und gut (vor allem schön) wäre sie nun nicht ständiger Begleiter, also auch im aktuellen Video (Assasins of Youth) und mit stimmlichen Beiträgen (in erster Linie stöhnen - wer hätte das gedacht) die zwar auch ganz nett sind, sich jedoch nicht unbedingt durch das ganze Album ziehen müssten. Das finde ich halt zumindest.

Falls es also zu einem weiteren Wayne Static Album kommt, hoffe ich persönlich dass sich bis dahin der Östrogen-induzierte Dopaminrausch des besagten Masterminds etwas verzogen hat und "Mann" sich wieder mit anderen "echten" Musikern auf die Arbeit konzentriert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 5, 2012 9:35 PM MEST


Beating Dead Horses
Beating Dead Horses
Preis: EUR 17,34

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sick Burning Beauty, 23. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beating Dead Horses (Audio CD)
Wenn eine Band irgendwie mit dem Genre Industrial zu tun hat, findet man so etwas wie melodische Wärme eher selten in der Musik. Eine der wenigen Größen die diese scheinbare Diskrepanz überwunden hat, und damit auch groß geworden sind, waren die Nine Inch Nails. Eine weitere Band die es seit mittlerweile fast 20 Jahren gibt, hat zwar auch dieses künstlerische Potential, leider aber (oder vielleicht zum Glück??) Pech mit der entsprechenden Anerkennung im Musikbusiness. Seit 1993 verwöhnt Eric Powell und sein "Projekt" 16 Volt nun schon mit der Fusion aus hartem Gitarrenrock und Synthesizern mit feinfühligsten Melodien, ohne jemals die entsprechende Anerkennung dafür zu bekommen. Seit 16 Volt 2007 mit FullBlackHabit wie der berüchtigte Phoenix aus der Asche wieder gen Industrial-Rock Himmel erstiegen sind, ist dies nun das dritte Album (also insgesamt das siebte). Und obwohl nun anscheinend regelmäßig alle zwei Jahre ein Album erscheint, was bei "älteren" Rock-Bands ja nicht mehr so häufig der Fall ist, sprudelt der Brunnen der musikalischen Kreativität noch immer ohne Unterlass.

Während FullBlackHabit noch etwa zur Hälfte elektronisch konzipiert war zeigte sich AmericanPornSongs (2009) von einer viel gitarrenlastigeren Seite, wahrscheinlich auch weil nach FBH ordentlich mit Touren in Amerika begonnen wurde, was die folgenden Studioarbeiten merklich beeinflusste. BeatingDeadHorses ist von der Gitarrendominanz her ähnlich zu APS, nur wurde der Sound diesmal im Vergleich noch dreckiger und roher gewählt, und das nicht nur bei den Gitarren, auch die Synthesizer sind diesmal sehr experimentell in die teilweise sehr schwerfälligen Gitarrenwände eingearbeitet worden. Und trotzem schafft es diese Band noch immer nichts von ihrem musikalischen Feingefühl für schmeichlerische Melodien zu verlieren, was sicher auch der oft fragil wirkenden Stimme Eric Powells zu verdanken ist. Das Album als ganze betrachtet wirkt wie ein verschollener Nachkomme der dreckig-schleppenden Härte von Ministrys Filth Pig (1996) und den treibenden Melodien von Filters The Amalgamut (2002), ohne dabei seine 16 Volt starke Individualität zu verlieren.

Während die ersten drei Songs, davon speziell das Titelstück und das durchgeknallte Fight or Flight noch richtige Ministry vs. NIN Industrial-Rock Gassenhauer sind, zeigen sich die nächsten vier Titel, davon vor allem Burn und Ghost von dieser genialen melodischen Schönheit wie es eben nur 16 Volt und vielleicht noch Filter schaffen. We disintegrate kommt dann stark psychedelisch-groovend daher und dürfte live sicher der Hammer sein. Danach wird es mit Sick Sick Sick noch mal so richtig schön dreckig und Somewhere new, der Trip-Hop lastige etwas ruhigere Abschluss der Scheibe ist auch alles andere als zu verachten.
Wie gesagt, schade dass diese Band, vor allem hier in Europa, so unbekannt geblieben ist. Die Energie von 16 Volt einmal live zu erleben wäre für jeden der sich mit dieser Musik anfreunden oder sogar identifizieren kann, sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.


Anomie
Anomie
Preis: EUR 18,84

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Industrial Rock 8erbahnfahrt, 22. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Anomie (Audio CD)
Was einem Industrial-Tausendsassa Tim Skold hier auftischt ist wahrlich keine leichte Kost. Der Mann der zuerst Anfang der 90er aus der Glam-Rock Truppe Shotgun Messiah zum Abschluß noch einen richtigen Industrial-Feger machte, dann auf experimentellen Solopfaden wandelte, später den Sound von KMFDM und MFDMK mitprägte, und schliesslich als Gitarrist bei Marylin Manson einstieg, liefert hier ein gekonntes Resumé seiner gesammelten musikalischen Erfahrungen ab.
Die einzenlen Tracks sind sehr unterschiedlich, jedoch stimmig zusammengehalten durch die fantastisch fette Produktion. Schon der schwerfällige Metal-lastige Opener Elephant zeigt dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Die Singelauskoppelung Suck ist eher Mainstream-Manson-mäßig gehalten (klar, der Mann will ja auch was verdienen), danach hat ANOMIE aber nicht mehr viel mit Mainstream-Rock zu tun, viel zu durchwachsen und stilistisch vielfältig sind dazu die einzelnen Stücke. Während Angel of Noise einem so richtig Shotgun Messiah mäßig durch die Ohren fetzt, zieht Becoming hinunter in düstere Elektrogefilde aus denen man von dem Ohrwurm-Riff durchzogenem Here Comes the Thunder wieder heraufgezogen wird, nur um wieder mit dem depressiven And then we die in melancholische Gefilde abzutauchen.
ANOMIE ist ein Album so divers, dass eigentlich für jeden modernen Rock Fan etwas dabei sein sollte, ob alles auf einmal gefallen kann bleibt deshalb fraglich.


Sucksess
Sucksess
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Halb ein Mensch. Halb ein Tier., 22. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sucksess (MP3-Download)
...na das grenzt ja fast schon an Kunst was einem hier die Ex-KMFDM Haudegen En Esch und Günter Schulz durch die Gehörgänge pumpen. Vorwiegend elektronisch aber mit schön dereckigem Sound produziert gehts hier sehr groovig zur Sache. Meine persönlichen Highlights sind der sexy Cover-Song Everyone's A Winner, das sinnlich groovende Inshallah (...my soul is crying for love!!!), das fast schon amüsant flippige Dipso (erinnert ein wenig an Der Mussolini von DAF und würde super in jede Aerobic-Einheit passen), das erotisch treibende Wer bist du? (...ich kann dir nicht wiederstehen!), sowie das RAMMSTEIN-stampfende Hot Stuff und der psychotische letzte Track Die Schabe.
Hoffe von dem Duo kommen in Zukunft noch weitere, derart spannende Arrangements!


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