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Gizmo

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José Martí interkulturell gelesen (Interkulturelle Bibliothek 14)
José Martí interkulturell gelesen (Interkulturelle Bibliothek 14)
Preis: EUR 8,24

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katastrophale Umsetzung als E-Book, 25. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch lässt sich als E-Book kaum lesen. Fußnotentexte sind mitten in den Text gerutscht, Seitenzahlen unterbrechen den Text, ein Lesefluss kommt nicht zustande.


Erdbeeren und Piraten: Die Royal Navy und die Ordnung der Welt 1770-1880
Erdbeeren und Piraten: Die Royal Navy und die Ordnung der Welt 1770-1880
von Julia Angster
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 69,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hochinteressante Kulturgeschichte, 16. August 2012
Deutsche Qualifikationsschriften haben den Ruf der Unlesbarkeit - oft mit Recht, doch nicht in diesem Fall. Julia Angster schildert anschaulich das Bemühen der britischen Royal Navy als imperiales Instrument zur Ordnung der Welt zwischen 1770 und 1860 im britischen Sinne. Nach einer ausführlichen Schilderung der Verhältnisse an Board eines Navy-Schiffes sowie dessen Organisation und einer Beschreibung der Organisation und Verwaltung der Institution gliedert Angster ihr Buch in drei große Blöcke, die sich der "Rationalisierung des Raums", der "Ordnung der Natur" und dem Aspekt von "Recht und Ordnung" widmen. Die ersten beiden Teile beschäftigen sich mit der geographischen und der botanischen Erkundung und Beschreibung der Welt durch britische Forschungsmissionen, die von der Royal Navy organisiert wurden. Sie dienten zum einen der Befriedigung wissenschaftlicher Neugierde, aber auch einer Besitzergreifung der Welt durch Benennung. Die Kartographierung der Weltmeere diente beispielsweise nicht nur der Sicherheit der Seefahrt und der Erforschung neuer Küstengebiete, sondern symbolisierte durch die Namensvergabe von Inseln, Buchten oder Gebirgen mit englischen Namen (oft in Anlehnung an Personen der High Society, Gönner der Kapitäne der ausgesandten Schiffe) die englische Vorherrschaft in der Welt. Der dritte Teil behandelt dann stärker die direkten Eingriffe in die menschliche Sozialstruktur überseeischer Gebiete aber auch die Bekämpfung der Piraterie.

Angster gelingt es im Rahmen ihrer Arbeit zu verdeutlichen, dass britischer Imperialismus mehr war als die Interaktion von Großmächten, die Führung von Kriegen gegen imperiale Konkurrenten oder die Gründung von Kolonien. Die Erkundung und Erforschung der Welt war ein weiterer, zentraler Baustein zur Sicherung der imperialen Machtsansprüche. Das ganze ist sprachlich angenehm zu lesen und immer wieder anschaulich formuliert. Zahlreiche konkrete Beispiele geben ein Bild vom Wirken dieser Forscher und Abenteurer im Auftrag ihrer Majestät am Rande des Empires. Lesenswert!


Otto der Große (912-973): Eine Biografie
Otto der Große (912-973): Eine Biografie
von Johannes Laudage
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut lesbare Biographie, 9. August 2012
"Es ist kaum daran zu zweifeln, daß [Otto der Große] zu den faszinierendsten, ungewöhnlichsten und tatkräftigsten Menschen einer versunkenen Welt gehört." Nach der Lektüre dieser Biographie über den Sachsenkaiser kann man das abschließende Urteil Laudages nachvollziehen. Nach einer kurzen kulturellen Blütenphase unter den Karolingern war das Frankenreich am Beginn des 10. Jahrhunderts auf den Stand einer "archaischen Kriegergesellschaft" zurückgefallen. Vor allem unter Otto I. wurden erst gut hundert Jahre später die Grundlagen für das mittelalterliche deutsche Reich neu gelegt. Zwar sind viele Konzepte, die von der früheren Forschung Otto in den Mund gelegt wurden, Überzeichnungen, die einer genauen Prüfung nicht stand hielten. So ging es dem späteren Kaiser keineswegs von Beginn an um die Errichtung eines deutschen Kaiserreichs oder einer Reichskirche. Vielmehr zeigt Laudage sehr anschaulich, dass die im Rückblick so weitschauend wirkenden Lösungen, die Otto auf die Probleme seiner Zeit fand, oftmals tagesaktuelle Improvisationen waren. Nur mühsam gelang es Otto, seine Herrschaft zu festigen und sich als primus inter pares durchzusetzen.

Laudage nimmt also Otto einiges von der noch immer nachwirkenden mystischen Überzeichnung einer nach der nationalen Geburtsstunde suchenden Historiographie. Die Biographie des Kaisers gewinnt dadurch jedoch nur an Interesse, stellt sich doch Otto nicht als der alles überragende Reichsgründer dar, sondern als überdurchschnittlicher, aber nicht unfehlbarer Herrscher. Die Biographie Laudages ist flüssig zu lesen, fremdsprachige Zitate sind meist übersetzt. Hin und wieder wären jedoch ein paar erklärende Ausführungen nötig gewesen, um das Buch für einen Laien völlig problemlos lesbar zu machen. Dennoch können letztlich auch Mittelalterneulinge das Buch ruhigen Gewissens in die Hand nehmen.


Die Kunst geht knapp nicht unter: Anselm Kiefer im Gespräch mit Klaus Dermutz
Die Kunst geht knapp nicht unter: Anselm Kiefer im Gespräch mit Klaus Dermutz
von Klaus Dermutz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblick in die Gedankenwelt Anselm Kiefers, 7. August 2012
In einer ganzen Reihe von Interviews erläutert Anselm Kiefer die Hintergründe seiner Werke. Welche Themen und welche Fragestellungen beschäftigen ihn? Welche Bedeutung kommt den jeweils verwendeten Materialien zu, welche Bedeutung den dargestellten Symbolen. Der Interviewband gibt einen erhellenden Eindruck von den mythischen und religiösen Wurzeln seiner Kunst, die ohnehin sehr ausdrucksstark ist, nach der Lektüre aber um so mehr zu sagen hat. Man muss den metaphysischen Ansatz Kiefers nicht teilen, um den Band mit Gewinn zu lesen. Dabei ist die Lektüre zwar nicht anspruchslos, aber doch angenehm.

Der Band umfasst auch einen kleinen, aber klug ausgewählten Bildteil, der einige im Interview thematisierte Schlüsselwerke Kiefers umfasst.


Heinrich Claß 1868-1953. Die politische Biographie eines Alldeutschen
Heinrich Claß 1868-1953. Die politische Biographie eines Alldeutschen
von Johannes Leicht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 58,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine solide Dissertation, 2. August 2012
Die radikalen Nationalisten des Kaiserreichs gehören schon seit einiger Zeit zu den dringenden Forschungsaufgaben. Mit der Biographie von Heinrich Claß hat Johannes Leicht eine dieser Forschungslücken nun geschlossen. Heinrich Claß war von 1908 bis zur Auflösung des Alldeutschen Verbandes 1939 dessen Vorsitzender. Mangels eines persönlichen Nachlasses konzentriert sich Leicht auf die öffentlichen Positionierungen seines Protagonisten und widmet der Verortung Claß' innerhalb der deutschen Rechten große Aufmerksamkeit. Wurde Claß Wirken bislang meist mit Blick auf die Kaiserzeit betrachtet, widmet Leicht der Rolle Claß in der Weimarer Republik nahezu gleichgewichtige Aufmerksamkeit, wobei er den schleichenden Einflussverfall nachzeichnet. Der elitäre Alldeutsche Verband passte nicht mehr so recht in die Weimarer Politik, in der gerade auf Seiten der Rechten die Fronterfahrung junger Soldaten zu einem wichtigen politischen Motiv wurde. Der zunächst langsam, seit 1930 gewaltig aufstrebende Nationalsozialismus war denn auch eine äußerst junge Bewegung, gegen die der Alldeutsche Verband greis erschien.

Leicht schildert all diese Entwicklungen souverän, allerdings merkt man dem Schreibstil den Charakter einer Qualifikationsschrift doch sehr an. Die ideologische Verläuferschaft zu den Nationalsozialisten wird zudem durch die analytische Verwendung von NS-Begriffen zur Beschreibung der Gedankenwelt Claß' zusätzlich unterstrichen, schwächt aber den Befund. Alles in allem handelt es sich aber um einen wichtigen Baustein zum Verständnis der radikalen Rechten in Deutschland in den Jahren vor dem nationalsozialistischen Aufstiegs.


Gefühlspolitik: Friedrich II. als Herr über die Herzen?
Gefühlspolitik: Friedrich II. als Herr über die Herzen?
von Ute Frevert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein eher dröger Essay, 2. August 2012
Ute Frevert hat mit ihren Forschungen zur Geschichte der Emotionen in den letzten Jahren wichtige Anstöße zu einer Erweiterung des Handwerkszeug des Historikers gegeben. Ihr Analyse der Gefühlspolitik bei Friedrich II., mit der sie auf den Zug der umfangreichen Literatur zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs aufspringt, ist aber leider kein Meisterwerk. Das Büchlein hat den Charakter eines Essays, ist aber ob der zahlreichen programmatischen Aussagen zu überfrachtet und nur hölzern zu lesen. Ihr Anliegen arbeitet sie hingegen routiniert ab, wo bei sie unter Gefühlspolitik lediglich das instrumentelle Einsetzen von Gefühlen versteht, ohne zu hinterfragen, inwieweit der Monarch Gefühle tatsächlich empfand. Manches Urteil ist daher in der Tendenz zu einseitig.

Alles in allem: Für Fachleute lohnt sich sicherlich ein Blick in das Buch. Als leichte Sommerlektüre ist es aber eher nicht geeignet.


Helden für einen Sommer: Die Geschichte der besten Schalker Mannschaft aller Zeiten
Helden für einen Sommer: Die Geschichte der besten Schalker Mannschaft aller Zeiten
von Jürgen Thiem
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selbst als Dortmunder liest man das Buch gerne..., 1. August 2012
... und das nicht nur, weil Schalke am Ende mal wieder nicht Meister geworden ist. Jürgen Thiem, bekennender Schalke-Fan, stellt eine Schalker Mannschaft vor, die Meister hätte werden können, Pokalsieger wurde und doch vor allem wegen des Bundesligaskandals in Erinnerung geblieben ist. Denn die Mannschaft um Aki Lütkebohmert, Stan Libuda, oder Rolf Rüßmann und vielen anderen berühmten Fußballern der 1970er Jahre hatte in der Saison 1970/71 eine Partie gegen Bielefeld gegen ein Bestechungsgeld absichtlich verloren und so den Abstiegskampf der Liga manipuliert. Der Skandal kochte jedoch erst in der folgenden Saison hoch, als Schalke der nach Punkten beste Vizemeister aller Zeiten werden sollte.

Jürgen Thiem schildert die Ereignisse mit großen Sachverstand und viel Empathie. Merklich hadert er mit der Vorstellung, dass Schalke ohne die Störgeräusche vielleicht doch hätte Meister werden können. Obwohl er seinen heimlichen Protagonisten Lütkebohmert recht nachsichtig beurteilt, versucht Thiem insgesamt nicht, den Skandal, der zu längerfristigen Sperren einzelner Spieler führte, zu relativieren.

Das Buch ist flüssig geschrieben, gut nachvollziehbar und für Fußballfans mit Sinn für Geschichte eine angenehme Urlaubslektüre.


Totalniy Futbol: Eine polnisch-ukrainische Fußballreise (edition suhrkamp)
Totalniy Futbol: Eine polnisch-ukrainische Fußballreise (edition suhrkamp)
von Serhij Zhadan
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Lesenswerte Reise durch die Gastgeber der letzten Fußball-EM, 1. August 2012
Das Buch mit acht Geschichten über die Austragungsorte der Fußball-EM 2012 liefert ein anschauliches Bild über die Geschichte und die Gegenwart dieser osteuropäischen Städte. Durch die sehr unterschiedlichen Autoren wird aber auch ein Eindruck über die intellektuelle Landschaft Polens und der Ukraine vermittelt.

Die meisten Geschichten sind recht rund formuliert, auch wenn nicht jede den individuellen Geschmack treffen dürfte. Wer aber die Vielfalt der beiden Länder kennen lernen will, der kommt um diese Form der Vielfalt auch nicht herum. Alles in allem hat die Lektüre Spaß gemacht und zur weiteren Beschäftigung mit den beiden Ländern angeregt. Was erwartet man von einem Buch mehr?


Friedrich der Zweite: Ein Sizilianer auf dem Kaiserthron
Friedrich der Zweite: Ein Sizilianer auf dem Kaiserthron
von Olaf B. Rader
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerte Biographie, 1. August 2012
Mit den Biographien über mittelalterliche Herrscher ist das so ein Problem: Man hat in aller Regel zu wenig Quellen, um der Person wirklich nahe zu kommen. Dies gilt auch für Friedrich II. Dennoch hat man nach der Lektüre von Rader ein lebendiges Bild des Kaisers vor Augen, da Rader es versteht, durch thematisch geordnete Kapitel, die in drei Blöcke unterteilt werden, Friedrich geschickt in den Möglichkeiten und Grenzen seiner Herrschaft zu zeigen. Im ersten Block zeigt Rader Friedrich in seiner Herrschaftspraxis (bspw. als Gesetzgeber oder Bauherr), die eine Vorstellung von den Herrschaftsmöglichkeiten im 13. Jahrhundert liefert. Es folgt ein zweiter, kleinerer Block, in dem drei Leidenschaften (Liebhaber, Dichter, Falkner) vorgestellt werden. Diese sind nie losgelöst von der Funktion des Herrschers zu betrachten und doch werden stärker persönliche Charaktereigenschaften deutlich. Der dritte, nun wieder größere Block zeigt die nicht zu wenigen politischen Konflikte des Kaisers auf.

All dies ist wunderbar anschaulich dargestellt und auch für Laien gut verständlich, ohne dass der Experte vernachlässigt wird. Lateinische Zitate werden dankenswerter Weise in fast allen Fällen auch wörtlich übersetzt. Rader hat zudem ein gutes Gespür, wann er für Neueinsteiger kurze Einführungen einstreuen muss. Zugleich schafft er es immer wieder, Neugierde zu wecken, indem er auf kommendes verweist, ohne die Spannung aufzulösen. Wer den Verlauf der Geschichte nicht kennt, wird also auch in dieser Hinsicht ein spannendes Buch finden.


Leben und Schicksal
Leben und Schicksal
von Wassili Grossman
  Gebundene Ausgabe

93 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erbitterte Abrechnung mit dem Totalitarismus, 5. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Leben und Schicksal (Gebundene Ausgabe)
"Schicksal und Leben" von Grossman gilt mit ganzem Recht als der Roman, der "Krieg und Frieden" von Tolstoi ins 20. Jahrhundert versetzt hat. Grossman schildert den Kampf um die Stadt Stalingrad, die zur entscheidenden Kriegwende im 2. Weltkrieg wurde. Dabei zeichnet er das Leben der sowjetischen Bevölkerung in Stadt und Land und vor allem auch an der Front mit einer Glaubwürdigkeit nach, die seinesgleichen sucht. Unerbittlich spürt er dabei der Tragik der Romanfiguren nach, die gegen das faschistische Deutschland für die Freiheit kämpfen und im stalinistischen Russland eben diese dennoch nie erlangen können. Die Hoffnung, dass durch den Krieg alles anders werden könnte, trog doch letztlich immer.

Doch Grossman zeigt nicht nur die russische Seite - auch die deutsche Gefangenlager und KZs werden geschildert. So gelingt es Grossman, einen Roman gegen totalitäre Systeme zu schreiben, der durchdrungen ist von der Liebe zum Menschen.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Die Vielzahl der Namen verwirrt das ein oder andere Mal - doch das kennt man von russischen Romanen.
Die Beschreibung des Romans wäre jedoch nicht vollständig, wenn man nicht darauf verweisen würde, dass er ungemein schwer zu verdauen ist und durchaus zu den Büchern gehört, die einem in den Schlaf folgen. Dies soll aber auf keinen Fall vom Lesen abschrecken. Denn vor manchen Dingen sollte man nicht die Augen verschließen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2011 2:14 PM CET


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