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Rezensionen verfasst von
"kaiserclaudius"

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Tubular Bells 2003
Tubular Bells 2003
Preis: EUR 25,67

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber kein Pflichtkauf, 1. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Tubular Bells 2003 (Audio CD)
Hat Herr Oldfield jetzt gar keine Ideen mehr, fragte ich mich, als ich zum ersten Mal von der geplanten Neueinspielung hörte. Und benötigt das wahrlich innovative Erstlingswerk wirklich einer Neueinspielung? Bereits die erste Minute von „Introduction" zeigt, dass sich die Klangqualität deutlich gesteigert hat, was aber in Anbetracht des Alters des Originals das Mindeste ist. Ansonsten zeigt sich viel Licht und Schatten: Einige Passagen (wie Introduction) überzeugen, weil sie sich nicht weit vom Original entfernen. Anders sieht es beispielsweise bei „Finale" aus. John Cleese wirkt mit seinen zwanghaft lustigen Ansagen deplaziert, das neue „Reed and Pipe Organ" klingt wie Bibi Blocksbergs Hexenbesen, von der Bass Guitar ist fast gar nichts zu hören, die Tubular Bells sind viel zu brav und dynamiklos und die Ausblendung auf das Gitarrenoutro ist überhastet. Das war im Original doch erheblich schöner. Weitere kleiner Kritikpunkt: Irgendwie klingt das Glockenspiel in „Jazz" und „Latin" zu mechanisch, als wenn ein Synthie am Werk gewesen wäre.
Im zweiten Teil sind die kleinen Neuerungen in „Peace" und Bagpipe Guitars" erwähnenswert, gerade „Bagpipe Guitars" wirkt nun etwas bombastischer, während es allerdings weniger nach „Bagpipe" (Dudelsack) klingt, was einem besser gefällt, ist Geschmackssache. Die absolut positive Überraschung ist der „Caveman Song", die Drums kommen viel energischer und mit mehr Wucht rüber, auch Mikes neues Gebrüll lässt schmunzeln. Auch die „Hornpipe" am Ende ist solide geraten, wenngleich mein persönlicher Favorit nach wie vor die lange Version mit Hausbesichtung ist, die es leider nur auf der „Boxed"-Collection gibt.
Mein persönliches Fazit: Ich bleibe beim Original. Die Neueinspielung ist zwar interessant, aber viele Details gefallen mir im Original einfach besser, welches ich Oldfield-Neulingen als
Einstieg eher empfehlen möchte als die Neufassung. Auf der einen Seite ist T.B. 2003 für Kenner und Fans definitiv interessant, nicht zuletzt, um sich ein eigenes Bild zu machen, auf der anderen besteht für alle, die mit dem Original zufrieden sind, kein zwingender Grund, die Neuauflage zu erwerben. Als Bewertung vergebe ich „nur" 3 Sterne, da T.B. 2003 zwar qualitativ gut ist, jedoch gleichzeitig nur eine Neuinterpretation einer alten Idee darstellt. Das nächste Mal am besten ein komplett neues Album auf diesem Niveau, Herr Oldfield.


The Division Bell
The Division Bell
Wird angeboten von lobigo
Preis: EUR 23,00

45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pink Floyd in den reifen Jahren, 15. April 2003
Rezension bezieht sich auf: The Division Bell (Audio CD)
Beim erstmaligen Durchhören musste ich zunächst einmal beruhigt feststellen: Wie alle Floyd-Alben ist selbiges mit keinem seiner Vorgänger direkt zu vergleichen, abgesehen davon, dass es wie „A momentary lapse of reason" kein unmittelbar erkennbares Konzept hat (bei ausführlichsten Hören und interpretieren wird man den Schwerpunkt „Kommunikation" erkennen können). Stilistisch gesehen ist das Album vielleicht das ruhigste, dass die Floyds je veröffentlicht haben, eher konventionell mit wenig Experimenten aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Viele Songs wirken wie Seitenhiebe auf ältere Stücke. Keyboarder Richard Wright hat erstmal seit langen wieder an einigen Songs mitgeschrieben, wie beispielsweise beim ersten Titel „Cluster One", einem verträumten, an „Shine On..." erinnernden Instrumental. In „What Do You Want From Me" wird im musikalischen Stil von „Have A Cigar" über das Ikonendasein eines Rockstars und die Erwartungshaltung der Fans philosophiert, in „Poles Apart" noch einmal auf die Trennung von den beiden Bandmitgliedern Barret und Waters eingegangen. Marooned baut als zweites Instrumental auf einem recht simpel gestrickten Spiel zwischen Keyboard und Gitarre auf, erzeugt aber wunderbar maritime Urlaubsstimmung. Der Track „A Great Day For Freedom" wirkt wie eine seltsame, mainstreamige Mischung aus Rückblick auf dem Mauerfall (vielleicht auch den Fall der von Waters aufgebauten Mauer) und dezentem Lovesong, ich persönlich kann damit eher wenig anfangen. „Wearing The Inside Out" handelt von Rick Wrights Problemen in den 80ern, wobei er von Soulsängerinnen und Dick Perry am Saxophon treffend unterstützt wird. Aus der VW-Werbung bekannt ist „Take It Back"; leichte aber angenehme Kost, bei der David Gilmours Stimme vollen Einsatz zeigt. „Coming Back To Life" kommt sogar leicht rockig daher und ist einer meiner Höhepunkte des Albums, thematisch geht es hier um Befreiung von Unterdrückung (von Waters?). Erfrischend experimentell kommt „Keep Talking" daher, David Gilmour duelliert sich gesanglich mit Soulsängerinnen und der Stimme von Steven Hawking und entlockt seiner Gitarre „affige" Töne, während Wrigth ein mitreißenden Keyboardsolo abliefert. „Lost for Words" kommt ganz ohne E-Gitarren aus (gaaanz leicht an die Art von „Wish You Were Here" erinnernd) und ist eine eher gemütliche Ballade. Und nun der Hammer: „High Hopes" ist meiner Meinung nach einer der besten Floyd-Songs überhaupt, eine faszinierend wehmütige Melodie mit textlichen und musikalischem Rückblick auf die eigene Vergangenheit (man beachte am Anfang die Glocken aus „Fat Old Sun" und die Fliege aus „Grandchester Meadow"), und spätestens beim abschließenden langen Gitarrensolo stehen einem die Tränen in den Augen.
Wehmütig auch mein Resümee: Trotz aller Unkenrufe ein hervorragenden Album, an den Kompositionen gibt es nichts auszusetzen, die Texte sind passabel (wenn auch nicht ganz auf Waters-Niveau) , die Gitarren-Solis sind einmalig, aber man hat irgendwie das Gefühl zu hören, dass die Band älter wird und vor allen Dingen, dass „The Division Bell" als Abschiedsalbum gedacht war. Anzuraten ist der Kauf allen Fans, die die Alben und Songs im Stil von „Wish you were here" mochten und auch bereit sind, sich floydbezogen auf etwas Neues einzulassen. Fans von „The Wall" und „Final Cut" werden mit dem Album eher unzufrieden sein. Neueinsteigern bezüglich Floyd möchte ich raten, sich zunächst mit den klassischen Alben (wie „Dark Side") zu befassen und sich dann später auch der „ Division Bell" zu widmen.


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