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Rezensionen verfasst von
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach)
(HALL OF FAME REZENSENT)   

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This Was/Stand Up
This Was/Stand Up

5.0 von 5 Sternen So gut klangen Jethro Tull schon in den Sechzigern, 25. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: This Was/Stand Up (Audio CD)
Neben Ian Anderson war 1968 Mick Abrahams eine stark prägende Persönlichkeit. Seine Blues-Gitarre macht "This Was" ebenso wie der (in der Rock Musik damals) ganz neue Querflötensound.
- Abrahams bestreitet die Lead Vocals auf "Cat Squirrel",
- "Some day the sun won't shine", hier teilt er sich mit Anderson den Gesang. Der kauzige Bandleader wird die nächsten Jahrzehnte den Gesangspart nicht mehr an jemand anderen abgeben, obwohl Anderson selbst von seinen Vocals keine großen Stücke hielt.
-- "A song for Jeffry" war die Singleauskopplung. Greisenhaft-verzerrte Vocals, die Mundharmonika und Blues-Gitarre geben ein gutes Riff, die Flöte das altertümliche Into und plötzliche Ende. This were the very first tunes, die damals die Welt von Jethro Tull im Radio vernahm. Etwas seltsam, doch der Sound hatte etwas, was Neugierde auf Mehr erweckte.
-- "Dharma for one" gefällt mir am besten auf "This Was", wegen der mitreißenden Flöte, Auf "Living in the past" ist live davon ein veränderter ellenlanger Track entstanden, beides sind Sternstunden der frühen Jethro Tull.
-- "one for John Gee" war die B-Seite von "Jeffrey".
-- "Serenade for a Cuckoo" von Roland Kirk inspiriert. Diesen jazzigen und experimentellen Aspekt hätte ich gerne von den späteren Tull öfter gehört.
Nicht zu vergessen ist auch der Bass von Glenn Cornick und die vertrackten Drums von Clive Bunker. Beide verliesen die Gruppe vor "Aqualung" und prägten den frühen Sound bis "Benefit" mit. Boni:
-- "Christmas Song" ist etwas später geschrieben, eine akustische Ballade, weniger Blueslastig.
-- "Love Song" mit seinen exotischen Percussion, ländlichem Charme und seltsamen Flöten-Riffs war in einer anderen Version (wie Christmas Song) auch auf "Living in the Past" mit drauf.
Die Gruppe wußte bereits, daß sie ihren Stil verändern würde, deshalb der Titel für das Debüt. Mit dem Cover - verkleidet als alte Männer - begannen sie ihr Methusalem-Image. Das Werk ist für Blues-Liebhaber und Tull-Fans empfehlenswert. Der Durchbruch kam ein Jahr später mit "Stand Up".
"Stand Up" erreichte die Spitzenposition der englischen LP-Hitparade! War auch in Deutschland einflussreich. 1969 schien die erste Generation der neuen Jugendszene / Beatmusik noch jung, frisch und für Neues offen zu sein.
- A New Day Yesterday: Martin Barre eröffnet mit einem harten Gitarrenmotiv die LP, Mundharmonika & der seltsame greisenhaft-verzerrte Gesang Andersons. Der Track erinnert als einziger noch etwas an das stark bluesbetonte Debüt "This Was".
- Jeffrey Goes To Leicester Square: typischer Sound der frühen Jahre; verspielt, folkig, allerlei akustische Percussion und Zupfinstrumente und die Flöte, damals neu in der Beatmusik. .
- Bouree ist am bekanntesten. Die Melodieführung von J.S. Bachs Stück trägt Andersons Flöte. Clive Bunkers Schlagzeug und der Bass von Glenn Cornick bringen feine Soli.
- Back To The Family ist einer der ersten Heavyrock-Stücke der modernen Musikgeschichte, 1 Jahr vor Deep Purple in Rock. Der Text ist eine humorvolle Gegenüberstellung von den Vorteilen bei Eltern und Geschwistern zu wohnen (nobody can ring me in the morning) versus der ersten eigenen Bude. Hier angekommen, merkt der Hörer, daß Jethro Tull mit dem neuen Gitarrenjungen Martin Lancelot Barree einen guten Fang gemacht hatten. Sowohl sein Akustik-, als auch der E-Gitarrestil (an Jeff Beck angelehnt) klingen wie von einem Alten gespielt.
- Look Into The Sun ansprechende akustische Ballade, Gitarren mit dem Flötenmotiv gekonnt verwoben.
- Nothing Is Easy hat überraschende Melodie- und Tempowechsel. Er ist mit "Back ..." der einzige Hardrock-Track, am Schluss eine ausgedehnte Flöten- und Rhytmusorgie. Damals ungewohnt flippige Klänge, mit denen man die Eltern in die Flucht schlagen konnte.
- Fat Man: klingt orientalisch, Clive Bunker war (wie Steve Took von Tyrannosaurus Rex) ein begabter experimentierfreudiger Percussionist der Londoner Szene. Bongos, Balalaika, Mandoline und eine ironische Anspielung auf Mick Anderson?
- We used To Know, schöne Ballade, wehmütiges Wah-Wah Solo von Barree im Fade Out.
- Reasons For Waiting: der ruhigste Song. Flöten, akustische Gitarren, plus (unbenanntem) Orgelspieler. Hier verwendet Jethro Tull das erste Mal Streicher-Einlagen, die zusätzliche Dramatik und Farbe geben.
- For A Thousand Mothers ist ein lauter letzter Track. Hats off to Clive Bunker. - Die 3 Boni sind klasse:
- Living In The Past war eine erfolgreiche Single im 5/8 Takt. Sie wurde ein paar Monate vor "Stand Up" veröffentlicht und oft im Radio gespielt. Der altertümliche Text trug wieder zum Methusalem-Image der Gruppe bei. Wäre ein guter Opener für "Stand Up" gewesen.
- "Sweet Dream" - eine weitere gute 45-er. Für 1968/69 ungewöhnlich hartes Crescrendo, das klassische Bläser- und Violinen-Ensemble spielt ein majestätisches Fade-Out.
- 17 war (ich glaube) eine B-Seite. Bisher unbekannt, die anderen Boni gibt es auch auf der CD "Living in the Past".
"Stand Up" machte die Welt auf Jethro Tull aufmerksam. Die ungewönliche Gruppe schien Charisma zu haben. Und Disziplin: früh schlafen gehen, wenig private Kontakte zu (drogen- und alkoholkonsumierenden) Musikerkollegen, ständiges Proben und Erlernen von neuen akustischen Instrumenten. Trotz ihres wilden langhaarigen Äußeren - Andersons Vater wechselte deshalb jahrelang mit Sohn Ian kein Wort - würdigte auch die seriöse Tagespresse Jethro Tull. Die Gruppe hatte schon damals ein erwachsenes Publikum, das z.T. auch aus Klassik- und Folkloreliebhabern bestand.
- Mein Kaufmotiv waren die zahlreichen eher ruhigen Songs und die Boni. Wem "Stand Up" gefällt bestelle gleich "Benefit" (und evtl. "Living in the Past") mit. Danach, ab "Aqualung", machten Jethro Tull nie mehr Platten in diesem Stil.
Die ersten beiden Produktionen im Doppel. Und noch dazu mit Boni und News zu 1968/69 von Anderson. Da sollte man zugreifen!


Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks]
Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks]
Preis: EUR 6,99

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erster großer Charterfolg von Jethro Tull, 25. Februar 2005
"Stand Up" erreichte die Spitzenposition der englischen LP-Hitparade! War auch in Deutschland einflussreich. 1969 schien die erste Generation der neuen Jugendszene / Beatmusik noch jung, frisch und für Neues offen zu sein.
- A New Day Yesterday: Martin Barre eröffnet mit einem harten Gitarrenmotiv die LP, Mundharmonika & der seltsame greisenhaft-verzerrte Gesang Andersons. Der Track erinnert als einziger noch etwas an das stark bluesbetonte Debüt "This Was".
- Jeffrey Goes To Leicester Square: typischer Sound der frühen Jahre; verspielt, folkig, allerlei akustische Percussion und Zupfinstrumente und die Flöte, damals neu in der Beatmusik. .
- Bouree ist am bekanntesten. Die Melodieführung von J.S. Bachs Stück trägt Andersons Flöte. Clive Bunkers Schlagzeug und der Bass von Glenn Cornick bringen feine Soli.
- Back To The Family ist einer der ersten Heavyrock-Stücke der modernen Musikgeschichte, 1 Jahr vor Deep Purple in Rock. Der Text ist eine humorvolle Gegenüberstellung von den Vorteilen bei Eltern und Geschwistern zu wohnen (nobody can ring me in the morning) versus der ersten eigenen Bude. Hier angekommen, merkt der Hörer, daß Jethro Tull mit dem neuen Gitarrenjungen Martin Lancelot Barree einen guten Fang gemacht hatten. Sowohl sein Akustik-, als auch der E-Gitarrestil (an Jeff Beck angelehnt) klingen wie von einem Alten gespielt.
- Look Into The Sun ansprechende akustische Ballade, Gitarren mit dem Flötenmotiv gekonnt verwoben.
- Nothing Is Easy hat überraschende Melodie- und Tempowechsel. Er ist mit "Back ..." der einzige Hardrock-Track, am Schluss eine ausgedehnte Flöten- und Rhytmusorgie. Damals ungewohnt flippige Klänge, mit denen man die Eltern in die Flucht schlagen konnte.
- Fat Man: klingt orientalisch, Clive Bunker war (wie Steve Took von Tyrannosaurus Rex) ein begabter experimentierfreudiger Percussionist der Londoner Szene. Bongos, Balalaika, Mandoline und eine ironische Anspielung auf Mick Anderson?
- We used To Know, schöne Ballade, wehmütiges Wah-Wah Solo von Barree im Fade Out.
- Reasons For Waiting: der ruhigste Song. Flöten, akustische Gitarren, plus (unbenanntem) Orgelspieler. Hier verwendet Jethro Tull das erste Mal Streicher-Einlagen, die zusätzliche Dramatik und Farbe geben.
- For A Thousand Mothers ist ein lauter letzter Track. Hats off to Clive Bunker. - Die 3 Boni sind klasse:
- Living In The Past war eine erfolgreiche Single im 5/8 Takt. Sie wurde ein paar Monate vor "Stand Up" veröffentlicht und oft im Radio gespielt. Der altertümliche Text trug wieder zum Methusalem-Image der Gruppe bei. Wäre ein guter Opener für "Stand Up" gewesen.
- "Sweet Dream" - eine weitere gute 45-er. Für 1968/69 ungewöhnlich hartes Crescrendo, das klassische Bläser- und Violinen-Ensemble spielt ein majestätisches Fade-Out.
- 17 war (ich glaube) eine B-Seite. Bisher unbekannt, die anderen Boni gibt es auch auf der CD "Living in the Past".
"Stand Up" machte die Welt auf Jethro Tull aufmerksam. Die ungewönliche Gruppe schien Charisma zu haben. Und Disziplin: früh schlafen gehen, wenig private Kontakte zu (drogen- und alkoholkonsumierenden) Musikerkollegen, ständiges Proben und Erlernen von neuen akustischen Instrumenten. Trotz ihres wilden langhaarigen Äußeren - Andersons Vater wechselte deshalb jahrelang mit Sohn Ian kein Wort - würdigte auch die seriöse Tagespresse Jethro Tull. Die Gruppe hatte schon damals ein erwachsenes Publikum, das z.T. auch aus Klassik- und Folkloreliebhabern bestand.
- Mein Kaufmotiv waren die zahlreichen eher ruhigen Songs und die Boni. Wem "Stand Up" gefällt bestelle gleich "Benefit" (und evtl. "Living in the Past") mit. Danach, ab "Aqualung", machten Jethro Tull nie mehr Platten in diesem Stil.


Low
Low
Preis: EUR 7,49

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trauriges Klangbild der geteilten Stadt Berlin 1976, 19. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
David Bowie machte 3 experimentelle - von Kraftwerk beeinflusste Alben:
- "Station to Station" ist davon am zugänglichsten
- "Heroes" am erfolgreichsten, technisch exzellent.
- Und "Low"? Es gibt kaum Musik eines weltbekannten Künstlers, die dermaßen depremierend klingt wie "Low". Die Plattenfirma RCA war beim Anhören dermaßen entsetzt, daß sie das Produkt erst mal aus dem Weihnachtsverkauf 1976 nahm.
Die erste LP-Seite klingt absichtlich fragmentarisch
- "Sound and Vision" war auch eine erfolgreiche Single. Trotz des indolenten Textes, der einen seelenlosen elektrifizierten blauen Raum beschreibt, in welchem der Protagonist gefangen ist.
- "A New Career in a new town" und "Always crashing vermitteln das Gefühl von Klaustrophobie, Paranoia und dem Stimmungstiefpunkt jahrelangen Konsums weißen Pulvers. Präparierte Gitarren als Pendant zum Punk, juveniler Zukunftsängste, Visionen einer entseelten Welt durch übermächtige Technik, Jugendarbeitslosigkeit.
- "Braking Glass": monoton repetitiver Text. Passiv beobachtende Gefühlskälte, die bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und ein psychopathisches Mädchen, beide können niemals zusammentreffen und bleiben einsam, erinnert an Sartres Existenzialismus.
Die zweite LP-Seite ist rein instrumental(Eno)
- Warzawawa ist traurig wie majestätisch. Zu jener Zeit eröffnete Bowie seine Konzerte mit diesem cinematografischen Elektroniktrack. Man glaubt sich in einer grauen Kriegsruinenlandschaft von Warschau zu befinden, bleierne Niedergeschlagenheit wird von Bowie zur Kunst erklärt.
- "Art Decade" , mehrere blubbernde Synthesizer-Ebenen wie Berlins unübersehbarer U-Bahntunnel / Bunker - Unterwelt.
- "Weeping Wall" und "Subterreans" sind eine Spur freundlicher, was nicht viel heißen soll. Kalte technische Klänge versus Xylophon bzw. einem einsamen Saxophon.
Mit "Low" treffen sich David Bowies desolater persönlicher Zustand (Sucht, bevorstehende Ehescheidung, Hinwendung zu menschenfeindlichen faschistoiden Theorien, etc.) mit dem Stimmungstief der Siebziger-Jugendszene. Man kann diese Platte unmöglich lieben, evtl. ein wenig verstehen, wenn man damals Jugendlicher war. Welch fast dämonische Ausweglosigkeit verbunden mit einem scheinbar unentrinnbaren Mechanismus, in dieser lustvoll-selbstmitleidig verweilen zu wollen ... Furchtbar.
Bekanntlich hat David Bowie seinen Tiefpunkt überwunden. 1977 bekam er es nach dem Tode seines Schulfreundes Marc Bolan mit der Angst zu tun. David machte erste Schritte nach oben und entdeckte seine Liebe zum Leben neu. "Heroes" klang schon eine ganze Spur freundlicher als "Low".
Wer sich an Mitsiebziger-Jugenddepression ergötzen will: Kraftwerks "Mensch Maschine" (Schaufensterpuppen), die Debüts von "Television", "Devo" und "Ultravox", "No more Heroes" von den Stranglers, Patti Smith "Horses" und Bowies "Heroes" evtl. mitbestellen.


Hildegard von Bingen. Edelsteintherapie
Hildegard von Bingen. Edelsteintherapie
von Heidelore Kluge
  Gebundene Ausgabe

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welcher Stein mit welcher Farbe/Heilwirkung ist für mich gut, 7. Februar 2005
Smaragd und Beryll schützen vor Nervosität und Streitsucht, der Diamant soll sich krankmachenden spirituellen Kräften in den Weg stellen: "Menschen, die negativen Strömungen ausgesetzt sind sollen oft einen Diamant in den Mund nehmen. Die Kraft dieses Steines ist so groß und stark, daß er die Boshaftigkeit und das Übel, das in ihnen steckt, auslöscht". Ein Zitat von Hildegard von Bingen.
- Dieses Buch jedermann zu empfehlen, denn wer interessiert sich nicht im weiteren Sinn für Edelsteine? Mit Heidelore Klug kann man in einer Stunde ein leichtversätndliches System bezüglich der Heilwirkung der einzelnen Arten kennenlernen.
- Das Buch beschränkt sich nicht nur auf die Auslegungen der Äbtissin vom Rhein. Frau Kluge zieht auf 130 spannenden Seiten einen vergleichenden medizinischen Edelstein-Bogen von Israel / Ägypten / Germanen / Indien / Antike bis zum Mittelalter und den Erkenntnissen der heutigen Physik.
- Das Buch ist einfach und praxisbezogen gegliedert, man liest es in einer Zugfahrt von München nach Nürnberg durch. Die Bedeutung der einzelnen Farben etwa, interessiert auch modebewusste Teenager / Wie entstanden die Steine (Theologie und Wissenschaft kommen zum Teil auf ähnliche Ergebnisse) / A - Z der Steine: Achat bis Zinn / A - Z der Erkrankungen: von Augenleiden über Herzbeschwerden bis Verletzungen, welcher Stein ist für was und in welcher exakten Anwendung nützlich.
- Mystizismus am Rande: Wer den Geschichten des Alten Testaments etwas Glauben schenkt, bekommt eine seltsame wie originelle Theorie: "Die Natur der Edelsteine verlangt alles Nützliche und Ehrbare, aber das Böse und Schlimme der Menschen verschähen sie." Gemäß Hildegard (und u.a der Thora und dem Koran) gibt es dämonische und teuflische Strömungen auf der Erde. Diese negativen und krankmachenden Kräfte sollen sich angeblich in der Nähe von Edelsteinen nicht wohl fühlen. Der Grund soll in der Eifersucht Luzifers liegen, der wehmütig an die Zeiten zurückdenkt, als er vor seiner Revolte noch Anteil an den (angebl. edelsteinreichen) Sphären Gottes / Jehovas hatte. Durch seinen Himmelssturz (Genesis) hat er zu diesen Dingen keinen Zugang mehr und versucht auf Erden den Kontakt mit den Steinen zu vermeiden.
- Solch abenteurliche Theorien gibt es nur auf wenigen Zeilen. "edelsteintherapie" ist wirklich jedermann / frau zu empfehlen. Selbst wenn man nicht an die Heilkräfte glaubt: Interessant zu erfahren, welcher Stein für welchen Menschentyp empfehlenswert sein soll, welches Tierkreiszeichen einem Stein zugeordnet ist. Oder welcher Typus welche Farbe (Kleidung, Schmuck) bevorzugen soll. Eine Ergänzung zu Modeseminaren mit der Einteilung in Frühlings- bis Wintertyp. Ist Silber oder Goldschmuck besser für mich, wähle ich meine Broschen / Ohrringe in kaminrot oder eher rosa?
- Es gibt Parallelen Hildegards zur indischen Medizin und der Ayuveda-Lehre. Doch selbst, wenn alle Heiltheorien falsch wären: Schaden kann die preiswerte Lektüre von Heidelore Kluge nicht. Sollte die gesundheitliche Wirkung ausbleiben hat man zumindest etwas attraktives zu Hause liegen. Und gibt es ein schöneres Violett als das eines Amethyst, der nebenbei auch beruhigend wirken soll wenn man mit ihm die Stirn bestreicht.
- Der Leser, der in diesem Werk positive Treffer vermutet, kann sich anschließend an Hildegard von Bingens Originaltexte "Physika" heranwagen. Da liest man auf 530 Seiten in altertümlich-schierigem Deutsch die Heilwirkung (fast) aller Pflanzen, Bäume, Fische, Tiere, Metalle und Steine. Und lernt eine geheime (bis heute unentschlüsselte) Sprache, Zahlen- und Notenlehre kennen, die für den zweiten Indiana-Jones Film angezapft wurde.


The Producers. Frühling für Hitler
The Producers. Frühling für Hitler
DVD ~ Zero Mostel

17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Broadway? ! Das muss ich meinen Vögeln erzählen ...", 6. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: The Producers. Frühling für Hitler (DVD)
Franz Liebkind erfährt, daß sein Theaterskript "Frühling für Hitler" am Broadway inszeniert werden soll. Er fällt auf die Knie, zieht seinen Stahlhelm auf und wendet sich mit Freudentränen an seine Freunde: die Tauben auf dem Dachboden: "Otto, Berta, Heinz, Hans, Wolfgang. Hört ihr das? Wir kommen ins Broadway und erwecken die guten alten Zeiten zum Leben. Welch Traum meines Lebens!"
- Die Komödie "Frühling für Hitler" / "The Producers" stand im Schatten von Mel Brooks Kassenschlagern wie "Silent Movie"
-Story: Max Bialystok (Zero Mostel) hat als Direktor des New Yorker Broadways sein Theater finanziell heruntergewirtschaftet. Vor dem Konkurs versucht er mit seinem Buchhalter Leo Blum (Gene Wilder) noch einen letzten Trick: Man will mit einem Flop (der einen Tag nach der Uraufführung wieder aus dem Programm genommen werden muß) die Investoren- / Versicherungsgelder einstreichen und sich damit auf die Karibik absetzen. Das Desaster scheint mit Franz Liebkinds Skript "Springtime for Hitler", plus Regisseur Roger Debris (the worst director who ever lived) und dem wirren Hippie "Lsd" als Hitlerdarsteller (Dick Shawn) scheinbar sicher zu sein. Doch es kommt anders ... "Frühling für Hitler" wird ein Publikumserfolg und der Schwindel kommt vor Gericht.
- Der Film ist selbst in Nebenrollen gut bestzt (z.B. Lee Meredith als nicht-englisch sprechende sexy Sekretärin, die Hausmeisterin in Franz Liebkinds Appartment oder Carmen Giya, der Privatsekretär des Regisseurs. Hat gute Dialoge. Lustig finde ich die Szenen:
- der Musical-Ouvertüre (mit dem Kanonendonner im Hintergrund)
- wenn sich der singende Hitler Eva Braun nähert legt er einen Rock and Rolltanz aufs Bühnenparkett, welcher Elvis Presley imitiert.
- als Hitler dann auch noch zu Eva "Hey Baby" sagt ... Da wird Autor Franz Liebkind im Publikum (er empfindet sein Stück falsch interpretiert) langsam böse. Er versucht nun, heimlich den Theatervorhang herunterzulassen, um die weitere Aufführung zu verhindern. Was das Publikum als einstudierten Gag missversteht und mit tosendem Applaus belohnt ...
- Der Autor (Kenneth Mars, der Polizeiinspektor in "Frankenstein Junior") hält einen ernsten Monolog über Churchill. Wobei er sich so in Rage redet, daß er schließlich zu jedem Satz mit der Faust auf den Tisch schlägt ...
- Der Film ist nebenbei auch ein gutes Dokument des Hippiejahres 1967 in New York City. Wie beim "rosaroten Panther" herrscht eine optimistische heitere Stimmung, in der offenbar alles möglich erscheint.
-- Früher wurde "The Producers / Frühling für Hitler" als absoluter Quatsch oder Geschmacklosigkeit abgetan. Doch scheint für für Mel Brooks Kinodebüt in den letzten Jahren ein neuer Frühling gekommen zu sein. So daß es 2005 gar eine Neuverfilmung mit Nicole Kidman geben soll; auch der Musical-Soundtrack erschien auf CD, ferner eine DVD über die Entstehung des Filmes.
- Das Gespräch der ersten 25 DVD-Minuten (zwischen Gene Wilder und dem Direktor) - ist ein bisschen langatmig.
-- Wer den Film noch nicht gesehen hat: mit der Szene beginnen, in der die Broadwaydirektoren "Franz Liebkind" auf seiner Dachterrasse aufsuchen. Ab da wird es spannend und lustig.
- Ein Pluspunkt der DVD sind die vielen Fremdsprachen und Untertitel. Gut gefällt mir das englische Original, manches klingt hier gelungener, z.B. als die Bewerber für die Hauptrolle des Hitler vorsingen müssen, fehlen in der deutschen Fassung die Instrumente. Wem "Frankenstein Junior" oder "Silent Movie" gefiel, schaue auch mal in "Frühling für Hitler" rein.


Die neun Pforten
Die neun Pforten
DVD ~ Johnny Depp

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutgemachter okkulter Dekektiv-Thriller, 30. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die neun Pforten (DVD)
Die spannende Suche beginnt in N.Y. als der Buchhändler Corso (Johnny Depp) den Auftrag bekommt, die in Europa verbliebenen 2 Buchexemplare eines Werkes über den Teufel zu beschaffen. Mit allen drei - leicht unterschiedlichen - Originalbänden von 1520 soll man angeblich die Macht besitzen, von Lucifer seine persönlichen Wünsche erfüllt zu bekommen. Da das Buch einen 6-stelligen Wert hat, ist Johnny Depps Leben in Gefahr und seine Odyssee wird zur Verfolgungsjagd. Warum sollte man sich die DVD anschaffen:
- Die Drehorte sind attraktiv wie in einem James Bond Streifen: Paris, die Provence, New York, Toledo, Portugal.
- Das Spiel von Johnny Depp ist realistisch und voll Understatement. Ihm unterlaufen Fehler, er ist stark kurzsichtig, ihm das Buch geklaut, oder er legt gedankenverloren ein noch verpacktes Fertiggericht in die Mikrowelle. Und ohne die Hilfe der geheimnisvollen Dame mit den grünen Augen hätte er sein Ziel nicht erreicht.
- Emanuelle Seigner spielte bereits eine gute Rolle in "Frantic". Hier ist sie zuerst eine schmuddelige und unscheinbare Studentin. Da rutscht sie plötzlich - à la Lara Croft - das Treppengelände zur Seine herunter und rettet Corso das Leben. Von da spielt sie den Schutzengel mit Kratekünsten. Ganz unerwartet entpuppt sie sich gegen Ende des Filmes zur sinnlichen Frau. Die Szene mit ihrem offenen Haar (und dem Blutzeichen auf Corsos Stirn) oder der unerwartete Akt vor dem brennenden Schloß sind Überraschungseffekte voll symbolischer Erotik.
- Der angeblich nicht an übersinnliches glaubende Roman Polanski präsentiert mit den "Neun Pforten" eine fast traditionell-religiöses Erklärung des Teufels. Die Buchgrundlage schien auch von Goethes "Faust" und den Greueln Gilles des Raiss beeinflusst. Dieser Graf hatte in dem französischen Schloss Tiffauge um 1480 eine Unzahl von Morden begangen, um Lucifer sich zu Diensten zu machen. Welcher ebenfalls nicht erschien.
- Die reichen Konkurrenten Madame Telffer und Boris Balkan sind gute Besetzungen. Lena Olin spielt von reif-verführerisch bis bösartige Fuchtel; Frank Lancella strahlt trotz seines üblen Auftrages eine sympathische Milde aus.
- Der Soundtrack, der Trailer und die Einleitung sind vom Feinsten, so gut wie bei "Tanz der Vampire".
- Obwohl das satanische Buch-Rätsel (mit den 9 tarotartigen Holzstichen) schwer zu entschlüsseln ist, bleibt bis zum Schluss ein spannender roter Faden.
- Der Film ist vielseitig empfehlenswert: Wer sich für okkulte Phänomene des Christentums interessiert, Indiana Jones Filme mag, europäische Produktionen amerikanischen vorzieht, Frantic gefallen hat. Er hat die guten Elemente eines Dramas als durchaus humoristische Dialoge. Nur jugendlichen Horrorfans würde ich ihn nicht kaufen. Wie "Psycho" ist es ein Film für Erwachsene. Gutgemachte und erfolgreiche Okkult-Thriller ohne viel Effekte die kann man seit Jahrzehnten an den Fingern beider Hände abzählen. "Die Prophezeiung" mit Kim Basinger, "The Others" (Nicole Kidman), der Exorzist III. und "Die Neun Pforten". Ich finde, der Film kommt in den Beschreibungen zu schlecht weg. An der DVD kritisiere ich die mangelnden Sprachfunktionen und das Fehlen von Boni.


Letzte Ausfahrt Brooklyn
Letzte Ausfahrt Brooklyn
DVD ~ Stephen Lang
Preis: EUR 6,99

17 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Soundtrack von Mark Knopfer ist gut, aber sonst ..., 30. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Letzte Ausfahrt Brooklyn (DVD)
... ist der Film langweilig. Obwohl offiziell damals vielbesprochen, sehe ich in dem Streifen eher einen Boulevard-Stil, der lediglich mit negativen Schlagzeilen überhaupt Aufmerksamkeit erzeugen kann.
- 1980 hatte Ulrich Edel mit "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" die Stadt West-Berlin mit Crime/Sex/Kinderprostitution ausgeschlachtet. Kinogänger/Journalisten aus der BRD (die meist noch nie Berlin besucht hatten), überschütteten ihn dafür mit Lob für die "realitätsnahe" Sozialstudie aus der geteilten Stadt.
- Diemal war New York City dran. Nachdem Edel viele Bücher gelesen hatte, fand er in Hubert Shelly s "Last Exit to Brooklyn" endlich ähnliche Klischees für einen neuen Film. Doch diesmal gelang ihm kein Riesenerfolg! War der Zuschauer bei "Christiane F." (wegen ihrer 14 Jahre) geradezu gezwungen Mitgefühl zu empfinden, so bietet "Letzte Ausfahrt Brooklyn" niemanden, der als Identifikationsperson im weiteren Sinn herhalten kann.
Allerdings erlaubt der permanent vorhandene Nihilismus der Psyche hierzulande dem Zuschauer(der noch nie in Amerika war) unwidersprochen Sätze wie "so ist eben das wahre Leben" von sich geben zu können. Dieser Personenkreis verhalf dem Film zumindest zu einem Ruf als "unterbewertetes Meisterwerk". Jemand, der aus N.Y.C. stammte sagte mal dazu "Real Life here was not like this". Die Charaktere sind eindimensional, ohne Gefühl und Passion artifiziell konstruiert. z.B. war das offene Präsentieren von Homosexualität und Travestie (Gorgette) in New Yorker Wohnhäusern der 50-er Jahren ein Ding der Unmöglichkeit, schreibt Victor Bockris in seiner Biographie über Lou Reed. Das Spiel von Jennifer Leigh ( die Gelegenheitsprostituierte Trala) gefällt mir, doch nach der Massenszene (nicht in der Buchvorlage) ist es auch dem hartgesottensten Zuschauer - wie ihrem bis dato jugendlichen Verehrer - unmöglich geworden, in ihr die Freundin von nebenan zu sehen ...
- Mit der "Letzten Ausfahrt Brooklyn" führt Ulrich Edel den Zuschauer wieder oberlehrerhaft an einen schwarzen Abgrund, und läßt ihn ohne einen Hoffnungsstern am Firmament allein stehen. Zuschauer, die die Story glauben, werden ziemlich desillusioniert sein. Mich haben Ulrich Edels Filme aus den Achtzigern nicht sehr beeindruckt, da ich sie nicht für repräsentativ für Berlin und New York sehe. -
- Wer sich wirklich für das Leben früherer Jahrzehnte der USA interessiert: Es eher mal mit Ernst Hemingway und John Steinbeck s Bücher/Verfilmungen versuchen als dieser pseudointellektuelle Boulevardfilm. Wer Kameratechnik und Schnitt des Regisseurs gut findet, bestelle lieber Ulrich Edels Beiträge zu "Twin Peak".
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2013 5:15 PM CET


Und die Bibel hat doch recht: Forscher beweisen die Wahrheit der Bibel
Und die Bibel hat doch recht: Forscher beweisen die Wahrheit der Bibel
von Werner Keller
  Gebundene Ausgabe

17 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Startschuß der Bibel-Archäologie, 25. Januar 2005
... ohne das durch Werner Keller 1955 weltweit aktivierte Interesse an Ausgrabungen im Bezug auf die Bibel wären Romane und Filme wie "Indiana Jones" nicht entstanden.
- Schwer zu glauben, daß in den Jahrhunderten/Jahrtausenden vor 1955 es keine systematische Archäologie in Bezug auf das Alte und Neue Testament in irgendeinem Staat der Welt gegeben hat. Der Leser hat es selbst heute mit einer relativ jungen Wissenschaft zu tun. Ein weiterer Pionier - in Deutschland nahezu vergessen - ist Kaiser Wilhelm II. mit seinen vielfältigen Grabungen in Palästina.
- Die zusammengetragenen Kapitel in "Die Bibel hat doch recht" kann der Leser als erste Ergebnisse ansehen, die in der Zukunft durchaus noch modifiziert oder gar widerlegt werden können.
Besonders interessant ist das Kapitel von der Sintflut, der Arche und dem Turiner Grabtuch.
- Das Turiner Grabtuch liest sich wie ein Krimi und macht Lust auf mehr Informationen.
- Der Leser sollte Werner Keller Erkenntnisse nicht so tierische wörtlich nehmen, immerhin war er einer der ersten auf diesem jungen Gebiet. Trotzdem empfehlenswert und spannend.


Adenauer, Der Aufstieg 1876-1952
Adenauer, Der Aufstieg 1876-1952
von Hans P Schwarz
  Gebundene Ausgabe

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr detailliert und interessant - nichts für Anfänger, 24. Januar 2005
Adenauer-Neulinge tun sich besser mit dem Ergänzungswerk des Autors "Anmerkungen zu Adenauer", dessen positive Rezension ich teile.
- Wer die Person Adenauer kennen und schätzen gelernt hat, möchte auch mehr aus seiner ersten Lebenshälfte erfahren. Da kommt man am "Der Aufstieg 1876 - 52" nicht vorbei, empfehlenswert können parallel auch Adenauers eigene Aufzeichnungen sein.
- Es ist dem Menschen "von heute" schwer, einen Zugang zu Adenauer zu bekommen. Was war an diesem Menschen - vor Gründung der BRD - sympathisch?
-- Adenauer erlebte / schätzte noch den Glanz der guten Jahre der Monarchie. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war er nicht dafür zu begeistern. Im Gegensatz zu den damals Jüngeren wie Göring oder Ernst Jünger trauerte Adenauer den Verlust der alten preußischen Werte nach, weil seine Familie diese noch kannte und als erhaltenswert erachtete. Schon damals wurde er und seinesgleichen als spießig, langweilig und rückständig belächelt - Von den Parteien links und rechts der Mitte, von den Kriegsfreiwilligen 1914 und deren Fürsprecher, gegen deren Lautstärke Konrad Adenauer und Ähnlichdenkende wenig ausrichten konnten.
-- In der Weimarer Zeit war der Oberbürgermeister Adenauer eine permanente Zielscheibe: Ein unverdientes Auto / Hotelrechnungen aus angeblichen Staatsgeldern, eine wachsweiche zu wenig kommunistische (KPD-Kritik) bzw. zu wenig national-rassisch (NSDAP-Kritik) ausgerichtete Stadtpolitik ... Von den Nationalsozialisten wurde Adenauer sofort seines Amtes enthoben. Niemals hätte der Mann im Rentenalter 1933 an eine Karriere als Bundeskanzler Jahrzehnte später gedacht. Gegen Ende des Krieges war er kurz im Haft, entging einem weiteren Transport in ein Konzentrationslager durch die Protektion eines Arztes.
-- Adenauer hatte als erster seit Bismarck wieder einen gemächlicheren Rede- und Schreibstil salonfähig gemacht. Seit der Kaiserzeit waren eher laute und aufschneiderische Reden üblich gewesen.
-- Nur schade, daß es so wenig Rezensionen zu seiner Person gibt. Zu jedem Buch über die Weltkriege gibt es eine Vielzahl. Offenbar will die Psyche der Nation selbst nur grobe Sensationen der negativen Art über das eigene Land wissen. Siehe Geschichtsecke im Hugendubel. Diese Biographie ist für Gegner Adenauers nicht geeignet, da die weitgehend positive Beschreibung von Schwarz von diesen als unkritisch verstanden würde.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2011 11:40 PM CET


Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
von Christiane F.
  Taschenbuch

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Christiane schockiert mich, aber mein Herz bleibt kalt, 24. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Taschenbuch)
... Bin ich ein Unmensch? Warum kann für dieses Mädchen - trotz guten Willens - einfach keine Wärme empfinden? - Christiane F. hatte mit 7 Jahren ein ausgeprägtes Machtstreben. Beispiele: "Es machte mir Spaß meiner Schwester ein neues Spielzeug wegzunehmen und kaputt zu machen. Das ganze Spiel war, den anderen fertigzumachen und für sich selbst Vorteile herauszuschinden, Macht zu erobern und Macht zu zeigen."
"In der Schule am besten die größte von allen sein. Dann kannst du Boss spielen. Das funktionierte mit meiner großen Klappe." Ob diese Erkenntnisse stimmen oder ob sie in Christianes Vorstellungswelt (oder ihrer Eltern) lagen, sei einmal dahingestellt. Das Fehlen von permanenten Erfolgserlebnissen trug dazu bei, bereits mit 12 schon meist angetörnt zu sein. Ob ihr Familienleben dafür verantwortlich war, lasse ich mal dahingestellt. Zu jener Zeit wurden schon mehr als ein Drittel aller Ehen geschieden. Welcome to the club, Christine. Mutter oder Schwester waren - gemäß Buch - gar nicht so übel gewesen.
"Ich kam mir dann sehr fremd vor in der neuen Schule. In der Klasse hatten sich schon Freundschaften und Cliquen gebildet. Ich saß erst mal allein." Welch eine überraschende, Erkenntnis nach dem Schulwechsel innerhalb einer Woche noch keine neuen Freunde zu haben, was für ein sinnloses Selbstmitleid. Geben und Gewinnen von Sympathie anderer Menschen, erreichbare Ziele langsam angehen, das war offenbar nicht ihre Stärke. Ihr Bewußtsein sehe ich wie eine Boulevard-Zeitung die auf große und grobe Sensationen reagiert. Weil sie den kleinen Dingen des Teenager-Alltages nichts interessantes abgewinnen kann, sehe ich hier eine Trennlinie zu den allermeisten ihrer Altersgenossen.
- Welche Typen wurden von Christiane akzeptiert? "Stark waren die Jungs, die in der Pause gleich in der Raucherecke verschwanden. Und Bier trinken können mußten sie. Ich weiß noch, wie beeindruckt ich war, als Kessi mir erzählte, der eine Junge habe unheimlich einen in der Krone gehabt." Christiane schenkt Beswunderung, wenn sie eigentlich Ignoranz oder Abscheu empfinden müßte. Andererseits werden gutgemeinte Signale anderer Menschen von Christiane mit kalter Schulter und Verachtung "bestraft". z. B. "Wenn meine Mutter von der Arbeit kam und sich auf den Haushalt stürzte, dachte ich, die Alte hat ja selber Schuld, wenn sie so ein Spießerleben führt." Wie kann ein Mädchen allen Ernstes (im Rückblick) so etwas über ihre alleinerziehende/-finanzierende Mutter schreiben? Oft reagierte Christiane auf Menschen, die versuchten ihr Liebe zu schenken, paradoxerweise mit Haß. Eine sehr traurige Angelegenheit. Später brüstet sie sich, daß sie während ihrer Heroinsucht niemals Zeit für irgend welche Freundschaftsbesuche aufgebracht hätte: "Ein Fixer ist wie ein Geschäftsmann. Der muß jeden Tag dafür sorgen, daß die Kasse stimmt. Der kann eben nicht aus Freundschaft oder Sympathie einfach so ..."
- Ob aus ihrer Generation ein Berliner Porträtist wie Heinrich Zille hervorgegangen ist, wage ich zu bezweifeln. Das grobe Etikettieren der Welt in "links-rechts, liberal-konservativ, cool-spießig" stand dem im Wege. - Beobachter wie Zille gab es wohl schon nach 1918 nicht mehr. Als Berlin den Kaiser ins Exil schickte, wußte es nicht, daß es nie mehr so glückliche Tage wie unter Wilhelm den I. und II. erleben würde.
Meiner Ansicht hatte Christiane F. schon vor ihrer Rauschmittelzeit nicht die Augen einer Liebenden für ihre Umgebung. Und weil sie dies selbst in den Achtzigern (Fernsehinterviews) nicht als Mangel empfindet, aus diesem Grund kann ich ihr schwer so etwas wie Sympathie entgegenbringen.


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