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Rezensionen verfasst von
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach)
(HALL OF FAME REZENSENT)   

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Benefit [REMASTERED]
Benefit [REMASTERED]
Preis: EUR 10,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Benefit war damals hoch in den Charts. Heute unterbewertet, 26. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Benefit [REMASTERED] (Audio CD)
Benefit kam nach "Stand Up" und vor "Aqualung". Obwohl es seinerzeit hoch in die Charts kam steht es heute zu Unrecht etwas im Schatten von anderen LPs.

Benefit wurde in einer ereignisreichen Zeit von Jethro Tull vom November 1969 bis Februar 1970 in den Morgen Studios in London aufgenommen. Die Songs sind z.T. etwas länger und mit experimentellerer Studiotechnik produziert. Obwohl sie meist recht ansprechende Melodien haben, erschließen sich einige erst bei mehrfachem Hören. Gerade hatte Jethro Tull eine sehr erfolgreiche Übersee-Tournee abgeschlossen, die in der New Yorker Carnegie Hall endete. In weniger als zwei Jahren war die Gruppe 1970 zu großen Stars der ersten Musikliga geworden.

Titel:

'With You There To Help me:
Startet seltsam mit rückwärts aufgenommenen Flötentönen. Weiterhin spielt Ian Anderson Piano. Der Text handelt von dem Büro der Plattenfirma Crysalics, wo eine Dame namens Jenny arbeitet. Ian und Jenny hatten sich dort kennengelernt und während den Aufnahmesessions zu Benefit im Februar 1970 geheiratet. An dem Song gefällt mir die (ziemlich ausgeflippt klingende) Flöte und die von den Akustikgitarren getragenen Stimmungswechsel. Der Gesang wurde auf zwei Tonspuren doppelt abgemischt.
'Nothing To Say'
vom Piano getragen. Unaufdringlich umrandet Martin Barres schneidende E-Gitarre das Stück. Ian Andersons Gesang klang besser als auf früheren Platten. Er kannte seine stimmlichen Einschränkungen und stimmte fortan seine Kompositionen darauf ab. Der Text handelt von der Underground-Presse, die ihn häufig interviewen wollte. "What do you have to say, man ?" Er meinte, daß er manchmal am gar nichts zu sagen habe, er sei ja auch ein Musiker und kein Politiker oder Journalist.

'Alive And Well And Living In'
ist auch ein Song über das neue Paar Jenny & Ian. Dieser recht freundliche Track ist vom Gesang ( wieder vom Gesang auf 2 Spuren zu hören), den Gitarren und Evans Klavier getragen.
'Son'
kommt da schon etwas bissiger. Es ist ein Zwiegespräch mit Ian und seinem Vater, welche schon längere Zeit ein gespanntes Verhältnis hatten. Ein Kontrast zu Cat Stevens rührigem "Father and Son". Da Ian 1970 wohl die weltweit längsten Haare (eines bekannten Stars) hatte, wollte sein Vater nur ungern mit ihm gesehen werden. Die Gitarren klingen hier etwas härter als in den Stücken vorher.. Erstmals hört sich Andersons Stimme etwas sarkastisch an, was ja beim Nachfolger "Aqualung" (leider) auf fast allen Tracks der Fall ist.
Mir gefällt Son (als einziger Track hier) nicht so sehr. Der typische Hippie-Generationskonflikt dauerte allerdings nicht ewig. Bald vertrug sich die Familie wieder und Ian kaufte seinen Eltern vom Erlös des "Living in the Past" Albums eine Eigentumswohnung. Sie hatten auch endlich gecheckt, daß ihr Sohn es scheinbar "zu etwas gebracht" hatte.

'For Michael Collins, Jeffrey And Me'
wieder der typische Album-Gruss an Freund Jeffrey. Eine schöne Melodie, getragen vom der (double-tracked) Stimme , Piano und den Akustikgitarren, klingt recht traditionell. Die gelungenen Melodie- und Tempowechsel sind eine Stärke von der ganzen Benefit, auch hier. Der Text ist eine zeitgemäße Collage mit dem Astronauten Michael Collins und Jeffreys Vogel "Bananas". Die erste Mondlandung war um jene Zeit das Gesprächsthema schlechthin. Auch der kritische Ian A. kann seine Faszination während der Fernsehübertragung (sah er in Amerika) nicht verhehlen.
'To Cry You A Song'
gefällt mir am besten. Ein bisschen erinnert es an die Cream und Blind Faith "Had to cry today". Hier ist der 21-jährige Michael Barre der Star. Sein vielschichtiges Riff steht der Gitarrenkunst eines Clapton oder Jeff Beck wenig nach. Ian Anderson hatte die Arbeitsbedingungen für ihn (etwas unzufrieden auf "Stand Up") verbessert. Ian schrieb den Song und bediente selbst Akustikgitarre und Flöte, die anderen durften ihre Beiträge auf diesem Gerüst selbst ausarbeiten. Was ganz im Sinne von Michael Barree war, der ja auf Stand Up jede komponierte Note Andersons verstehen und nachspielen musste.
Das Riff ist wirklich klasse, Andersons zeitlupenartiger Gesang (der auf 2 Stereokanälen wieder abgemischt war) kommt sehr gut zu Barrees Licks.
Auch Glenn Cornicks Bass und Clive Bakers Drums helfen gekonnt, einen der ersten (progressiven) Hard-Rock Song der Geschichte in die Rillen zu pressen. Der Text handelt von einem Flug nach London und wurde missverstanden. Jethro Tull hatten zwar ein wildes zotteliges Image aber mit Alkohol und Drogen hatten sie nie was am Hut.

'A Time For Everything'
Hier ist die Flöte das tragende Element. Ian A. komponierte den Song auf der Mandoline. Handelt vom Honeymoon mit seiner gerade geheirateten Jenny. Die beiden hatten ein Jahr lang die Beziehung geheimgehalten. Niemand aus der Band und der Plattenfirma Crysalics ( wo die 19-jährige beschäftigt war) wusste davon. Überraschung. . Ein weiterer Teil des Songs erzählt von der Natur, in der allerding Ian Anderson nach kurzer Zeit von 14-jährigen Autogrammjägern entdeckt wurde.
'Inside'
war der damals bekannteste Song von Benefit. Er wurde als Single veröffentlicht und im Radio gerne gespielt (# 18). Der kurze folkartige Track hat ein schönes Flötenmotiv und rasches Tempo. Im Gegensatz zum vorherigen Titel klingt die Abmischung von Ians Vocals recht ansprechend. In Interviews äußerte die Gruppe, daß sie sich jetzt ganz auf die LPs konzentrieren würden, da ihre Singles eh auch von den LP-Käufern gekauft würden und nicht von einem zusätzlichen Kreis. Der Text ist recht optimistisch und zeigt die Bereitschaft, auch trotz vieler Verpflichtungen dem Leben kleine Positiva abzugewinnen. Andere Texte des Albums haben da schon mehr "darker undertunes". Einprägsame Melodie.

I'm sitting in the corner feeling glad.
Got no money coming in but I can't be sad.
That was the best cup of coffee I ever had.

'Play In Time'
ist ein harter und schneller ziemlich verrückter Track. Er besticht durch das Riff (Flöte & E-Gitarre synchron) und John Evans fiebriger Orgel. Dürfte zu jener Zeit (neben Communcation Breakdown von Led Zeppelin) einer jener ersten Heavy-Tracks gewesen sein, mit denen man Leute aus dem Zimmer verjagen konnte. Der Text wendet sich an das jenes Publikum, das eher die bluesorientierten Sachen von 1968 hören wollte, was die Gruppe nicht mehr spielen wollte.

'Sossity: You're A Woman'
in einem Interview sagte die Gruppe, dies sei der beste Track neben To Cry you a Song. Sehr ruhig, eine art balladenhafter Komposition zwischen der attraktiven Instrumentierung Simon and Garfunkels und dem textlichen Anspruch eines Bob Dylan. Zwei akustische Gitarren und nicht zuletzt wieder die Flöte. Der Text ist ein weiterer Gedankenkreis um die Gesellschaft. So sehr die Gruppe auch damals schon ihr Methusalem-Image pflegte, man merkt an den Zeilen, daß die Leute noch jung (um die 22) waren, was z.B. auch auf Aqualung (mit seinen fast wörtlich zitierten Thesen Feuerbachs vom 19. Jh) durchscheint. Junge Menschen machen sich hier Gedanken, aber legen sich nicht fest. Diesmal wurde die (konforme) Gesellschaft mit einer Frau verglichen. ? Good God, now wants Ian Anderson us to think ? (War eine Schlagzeile als das Aqualung-Album herauskam). Schöner letzter Track, wegen der Melodie und den Instrumenten, komponiert in einem Hotelzimmer während der erfolgreichen Amerika-Tournee.
Die Boni sind so gut, daß sie fast die reguläre Benefit ausstechen. 2 Singles und 2 unveröffentlichte Songs, allerdings schon von Zusammenstellungen wie Living in the Past bekannt.

"Teacher,"
war eine (besonders in Amerika) erfolgreiche Single. Früher Hard-Rock, getragen von Barrees E-Gitarren-Riff und einem einpräsamen "harten" Flötenmotiv. Es gab eine Version ohne Flöte, diese ist zum Glück jene mit. Die Gruppe schien dem Song wenig Qualität abzugewinnen, a throw-away-song. Ich denke nicht. Der Text bezieht sich auf alte Schultage, wo Lehrer als autoritär angesehen wurden und man gerne mal fehlte.
"The witches Promise"
wurde ebenfalls ein paar Wochen vor Benefit aufgenommen und war auch recht erfolgreich. Ein eher ruhiger Track mit einem vertrackten wie ansprechenden Flötenmotiv. Es gibt auch eine DVD (oder mehrere), wo dieses Lied im Zuge eines Auftrittes für den Beat-Club live gespielt wurde. Ein folkorientierter akustischer Titel und ein feines Einläuten Jethro Tulls der Siebziger Jahre im Januar. Ich bilde mir ein, daß diese Version leichte Unterschiede zu jener auf "Living in the past" hat.

"Singing all day"
ist ein harmloser tagtraumartiger Titel, leicht jazzig erinnert er an die Zeit von This Was. Nicht der Überhammer , aber wegdrücken braucht man ihn nicht.
"Just trying to be"
dagegen ist wieder rein akustisch mit Gitarre und Glockenspiel. Der kurze Track wurde offenbar nur mit 2 Musikern aufgenommen. Hübsche Melodie.

Fazit: Eine der besten Tull-Platten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2014 10:43 PM CET


Die letzte Versuchung Christi
Die letzte Versuchung Christi
DVD ~ Willem Dafoe
Wird angeboten von LuvFilmLuvMusic
Preis: EUR 3,80

5 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schauspielerisch gut - inhaltlich wenig bewegend, 11. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
- der Film von Scorsese ist handwerklich sehr gut gemacht, besonders was die Wüstenaufnahmen und die Massen-Szenen in Jerusalem betrifft. Auch der Hauptdarsteller gab eine gute Performance ab, ferner David Bowie als Pilatus.

Persönlich finde ich es fraglich, Weltreligionen und historische Personen durch Romanvorlagen in beliebige neue Inhalte umzuwandeln. Hätte Scorsese etwas ähnlich fiktives über das Leben von Mohammed verfilmt, würde er wahrscheinlich sich heute nicht mehr unter den Lebenden befinden.

Es spricht für eine gewisse Stärke und ein Selbstbewusstsein (bezüglich Jesus Christus als Person), daß solcherlei Interpretationen schon lange in christlich geprägten Ländern Gang und Gebe sind, nicht mehr unter Strafe stehen. Meist nicht mal mehr Aufmerksamkeit erregen. Im Gegensatz zum Islam und dem Judentum, da sind abfällige Bemerkungen im deutschen Strafgesetzbuch geregelt. Was bedeutet mehr Größe? Sich kritisieren zu lassen, freie Diskussionen zuzulassen (was juckt es eine Eiche ...) ? Oder empfindlich (wie andere Personen und Religionen) auf jede kleine Äußerung zu reagieren ?

Wenn es die Absicht des Films, war, Glaubensinhalte durch sinnliche Inhalte zum Wanken zum Bringen so schießt diese sog. "Provokation" meiner Ansicht von vorneherein ins Leere und Unrelevante. Das wirkt nicht provokativ auf mich.

Christus ist gemäß Gelaubens-Dogmen (und Prophezeihungen im AT) Gottes Sohn (und für Mosleme ein Prophet). Doch ein fleischgewordener Sohn Gottes, der als Mensch lebte und einem Beruf nachging etc. Es steht nirgendwo in der Bibel, daß Christus keine intimen Freundschaften haben durfte während seiner 3 Jahrzehnte. Das kann sein, es kann auch nicht sein. Das Neue Testament streift dieses Thema nicht, da es wohl als irrelevant angesehen wurde. Ähnlich verschweigt auch das Neue Testament, ob Christus lieber Weiß- oder Rotwein trank, oder als Taxi lieber ein Dromedar oder ein Kamel bevorzugte *g*.

Die relevante Funktion Christus für die Menschheit ist allerdings sein bewusster Tod. Durch die Exekution wurde Christus quasi zu einem positiven Katalysator für das ewige Leben der Menschen, die diese Idee annehmen. Nicht beweisbar (wenn auch gemäß Blaise Pascale eine gewisse Wahrscheinlichkeit wegen der historischen Ereignissen seit 2000 Jahren durchaus dafür sprechen könnte).

Ich scheitere leider an dem Versuch, das Motiv von Scorsese zu ergründen: Unbedingt eine Story verfilmen zu wollen, wo Christus (als einziger Kreuz-Exekutierter der gesamten römischen Geschichte) seine Hinrichtung überlebt hatte. Und gerade während dieser wohl ziemlich schmerzhaften Angelegenheit auch noch auf sinnliche Gedanken gekommen sein sollte?
Wenn man vom Alten Testament / Neuen Testament ausginge: Unwahrscheinlich wäre es auch, daß Gott als stärkste spirituelle Kraft solche "Eingebungen" versus Christus zugelassen haben sollte, einer anderen spirituellen Kraft gerade in diesem wichtigen Moment solchen Einsäusel-Schabernack erlaubt haben sollte. In der Wüste, wo Christus noch lebte und bei Kräften war, ok, da wurden freie Diskussionen mit Satan und anderen Engeln keinesfalls abgewürgt, aber am Kreuz? Christus mag evtl. der einen oder anderen Versuchung (dummes Wort eigentlich, wo es doch nichts negatives war) erlegen gewesen sein, aber daß er seine Mission ganz am Schluss durch seine eigene Entscheidung noch selbst verhunzt ist kaum nachvollziehbar.

Ausgerechnet während der letzten Minuten vor dem Ableben? Gäbe keinen Sinn finde ich, weder menschlich noch theologisch. Weder für Christen noch für Atheisten. Was hätte Scorsese davon, wenn Christus überlebt hätte, was hätten Atheisten für einen Vorteil davon ? Dann gäbe es halt theoretisch keine Erlösung / kein ewiges Leben, an das viele sowieso von Haus aus nicht glauben. Na toll, ich bin wirklich überwältigt von diesem potentiellen erfundenen Romanszenario von dem kein Mensch irgend einen Vorteil hätte.

Gar so neu ist die Idee von Scorsese nicht, das Buch "Der heilige Gral" von Baignent / Leigh hat exakt die gleiche These schon in den Achtzigern als Bestseller veröffentlicht. Übrigens hat Dan Brown ebenfalls kräftig von "Die letzte Versuchung" für seinen Sex-sells Bestseller "Sakrilieg" abgekupfert, wobei es nichts Neues gab, nicht mal die kreative Phantasie von Schriftstellern / Regisseuren traut es sich von den "Dogmen" von Baignent / Leigh abzuweichen (?). Das wirkt wiederum schon fast dogmatisch.
Bei Dan Brown ist mir dessen Motiv bewusst, Christus überleben zu lassen. Er ist Anhänger, bzw. Sympathisant der ägyptischen Gottheiten Osiris und Ra (spielen u.a. auch bei Freimaurern dogmatisch eine Rolle für höhere Einweihungsstufen), sowie Baphomet (ein ganz ganz lieber, viel netter und bedeutungsvoller als Christus, welcher nur durch die Kirchenpropaganda "böse" gemacht wurde, versteht sich). Und jene Gottheiten können aus Eifersuchtsgründen Jehova und Christus als übergeordnete Macht "auf den Tod" nicht ausstehen, ich habe von Anhängern jener Gottheiten noch niemals ein einzig positives Wort über Christus gehört. So eine zwanghafte Antipathie kommt verdächtig vor, das Motiv "Eifersucht auf stärkere Mächte wie Christus) von Gottheiten, die unbedingt der Chef sein wollen kommt mir als Motiv reichlich profan und billig vor.

Den Film sollte man durchaus mal sehen, aber heute spricht kaum jemand noch von ihm, die Propaganda war damals nur recht kurzfristig erfolgreich. Das sind lediglich ein paar unverbindliche Gedanken von mir zu dem Film, die wahrscheinlich eher auf "nicht hilfreich" klicken lassen, aber man lasse mir (wie Scorsese) meine freie Meinungsäüßerung halt mal.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2011 11:52 PM CET


Profumo
Profumo
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 29,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine der besten Platten von Gianna Nannini - leider etwas kurz, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Profumo (Audio CD)
Bei der Original LP / CD "Profumo" ist der Sachverhalt ähnlich wie bei "Latin Lover". Sehr kurze Spielzeit (weniger als 35 Min.), doch es sind fast ausschliesslich gute Titel drauf.

Auf ihren wenigen Samplern sind zwar "Bello e Impossibile", "Profumo" und "Avventuriera" zu finden, die übrigen Songs leider nicht.

Come Una Schiava, Gelosia, Seduzione, Quale Amore, Quante Mani und Terra Straniera sind keinesfalls Lückenfüller oder zweite Wahl. Wegen dieser 6 Songs kommt man als Fan der Sängerin um einen Kauf dieses "album uffiziale" von 1986 - produziert von Conny Plank - nicht vorbei.


Der Untergang (Einzel-DVD)
Der Untergang (Einzel-DVD)
DVD ~ Bruno Ganz
Preis: EUR 5,99

4 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hat seine Stärken und Schwächen, 12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang (Einzel-DVD) (DVD)
Mir GEFIEL am "Untergang":
-- wo gezeigt wurde, daß Herrn Hitler eigentlich gar nichts und niemand etwas bedeutete. Dies hätte dem Deutschen Volk schon 1934 (mit der Liquidierung seiner SA-Anhänger) auffallen muessen. Im Bunker gab Hitler dann Sätze wie "ich weine Deutschland keine Träne nach" von sich. "Ein schwaches Volk hat es verdient, abzudanken" usw.

-- Kein Satz der Selbstkritik wegen seiner amateurhaften Heeresführung und dem sinnlosen Feldzug gegen Russland. Der ja letztendlich dazu geführt hatte, daß Hitler höchstpersönliche "die Russen" selbst nach Berlin geholt hatte.

-- Wie anders Hitler als andere Menschen war, sieht man an seinem Unwillen, kurz vor seinem Tod nicht etwa etwas Seelenfrieden bekommen zu wollen, ein paar Worte bezüglich der Gefallenen etc. Keineswegs.
-- Das sog. Testament, daß er Traudl Junge diktiert ist so einfältig, daß es fast peinlich wirkt: Wieder einmal stehen die Juden (mit denen es in den Zwanziger Jahren keinerlei innerpolitisches Problem gab, im Gegensatz zum rechten und linken Terror der Weimarer Republik, der wirklich ein Problem war) im Mittelpunkt Hitlers, die angeblich an allem schuld waren ....

-- Gerade die Banalität, mit der Hitler dargestellt wird (auch sein Führungsstab), zeigt etwas typisches des Nationalsozialismus auf. Die bösen und sinnlosen Taten wurden verschleiert, der Ottonormalverbraucher glaubte sich auf den ersten Blick in einem "sauberen positiven" Staat zu leben. Der Nationalsozialismus ist (ähnlich Satan und Dämonen) am erfolgreichsten, wenn man ihn gar nicht wahrnimmt und er sich in falsche Gewänder verkleidet. Das ging auf die Propaganda von Goebbels zurück und spricht eigentlich für die deutsche Bevölkerung, die dem Nationalsozialismus ohne falsche Masken und Scheuklappen wohl kaum bewusst grünes Licht gegeben hätten. Diese Propagands wirkte offenbar bis zur letzten Stunde des Dritten Reiches.
-- Rezensenten schreiben, daß Albert Speer zu positiv dargestellt wurde. Er ist allerdings einer der ganz wenigen Leute an der Seite Hitlers, die später in ihren Biografien versuchten, objektiv Licht in das Dunkel zu bringen, ihre eigene Rolle nicht beschönigten und auch so etwas wie Schuld empfanden. Daß Speer den Mut hatte, Hitler seine Befehlsverweigerungen am Ende noch "zu beichten" (damit rettete er viele deutsche Städte und Industrieanlagen, deutsche wohlgemerkt) spricht ebenfalls für ihn. Allerdings wird er dadurch noch nicht zu einem Oskar Schindler, da er als Rüstungsminister einiges auf dem Kerbholz hatte, was er selbst später zugab.

-- Mir gefiel das naive Spiel von Traudl Junge, die ganz mit Scheuklappen die Szenerie betrachtete. Und irgendwie im Führer noch was positives sehen wollte, obwohl das "nordische Reich Germania" zu jenem Zeitpunkt auf ein paar Kilometer in Berlin zusammengeschrumpft war. Da steht sie sicherlich als typische junge Frau der damaligen Zeit dar. Die Schauspielerin Alexandra Lara ist auch außerordentlich attraktiv, viel mehr als es die wirkliche Traudl Junge war.

-- "Wer das allgemeine Leben nicht achtet, der achtet auch sein eigenes nicht": Das wurde deutlich, als Goebbels mit seiner Ehefrau zuerst ihre Kinder und dann sich selbst umbrachten. Für Ehefrau und Kinder hätte es sicherlich eine Flucht / Rettung geben können mit falschen Pässen.

Was mir NICHT GEFIEL:

-- Der Titel "Untergang". Daß der Nihilist Hitler untergehen musste, war schon zu Beginn des 2. Weltkrieges abzusehen. Er hatte keine positive Philosophie, die er den besetzten Ländern oder Deutschland geben konnte. Er hatte nicht einmal Interesse an den vielen "wie nebenbei" eroberten europäischen Ländern. Was ihn stark von Cäsar und Napoloeon unterschied, die durchaus Lebensprinzipien und Menschenfreundlichkeit besaßen. Das römische Reich war so lange erfolgreich, da es auch den besetzten Gebieten etwas geben konnte / wollte (an Architektur, Straßenwesen und moderner Stadtplanung) ... Doch wer - wie Hitler den Lebenszweck hat, so viele Juden wie möglich umzubringen und ausgerechnet Russland um seiner selbst willen erobern zu wollen (weil der Gefreite Hitler "seinen" 1. verlorenen Weltkrieg noch mal wiederholen wollte) ... mit sowas kann man langfristig sich weder beim eigenen, noch bei den besetzten Völkern halten.

--Eigentlich war doch der "Untergang" Hitlers eine Befreiung der Bevölkerung Deutschlands, die das doch hoffentlich später so sahen?

-- Die Rolle der Bevölkerung in Italien sehe ich bei dem Untergangs-Spektakel ihres Faschismus als positiver an als das Verhalten der Deutschen gegenüber Hitler am Ende. Die Partisanen und die königliche Regierung machten Mussolini selbst den Prozess und erkannten, daß jener das Land in den Abgrund geführt hatte. Warum war die deutsche Bevölkerung damals dazu nicht fähig? Die italienische Untergangs-Alternative "Mussolini, die letzten Tage" ist ebenfalls empfehlenswert.
-- Selbst wenn es tatsächlich so war: Die Leute im Berliner Bunker, sowie die Berliner allgemein werden entweder als nobel, nichtwissend und alltäglich dargestellt. Ob dies so war, möchte ich stark bezweiflen. Vor allem das ewige "ich wusste von nichts" ist meiner Ansicht nach eine Erfindung, die die späteren Generationen seltsamerweise glaubten. Die Führungs-Riege um Hitler hatte eine durchaus wissende und zynische Mentalität bezüglich, welche Ausmaße der Holocaust hatte, und daß der Weltkrieg verloren war. Sie glaubte niemals an Hitlers Unsinn von der "nordischen Rasse" der Mitte Europas, etc. Sah an Hitler eine Chance der eigenen Berreicherung und des Vorteils an, was solange anhielt, wie der Nationalsozialismus nicht geschlagen war. Das bringt der Film weniger rüber.

-- Heinrich Himmler ist auch zu positiv dargestellt. Obwohl man an seinem Beispiel sieht, daß er offenbar gar nicht der fanatische Antisemit war und die Destruktions-Arbeit von Auschwitz offenbar "dem Führer zuliebe" gemacht hatte, um Vorteile für seine Karriere zu bekommen. Als er merkt, daß der Krieg verloren ist (und der Führer untergeht) wendet er sich sofort ab und macht Verhandlungen mit den Alliierten. Was wieder zeigt: die Holocaust-Führungsriege hatte persönlich gar nichts gegen ihre willkürlichen Opfer, sie führte diese Befehle dennoch aus. Es hätten irgendwelche Opfer (von Hitlers zufälliger Wahl) sein können, sie hätte jeden Befehl ausgeführt, selbst gegen die eigene Bekanntschaft und Familie. Die prinzipienlose und orientierungslose Mentalität seit den zwanziger Jahren gebar solche Menschen wie Heinrich Himmler und Bormann.

... Fazit: Mir zeigte der Film den moralischen Verfall der deutschen Bevölkerung damals auf. Die offenbar jeden Unsinn Glauben schenkte , mangels wirklicher Ideale, welche sie schon vor 1914 selbst über Bord geworfen hatte. Und deren irrationale Wahrnehmung ihresgleichen sucht, so eine Bevölkerung wünscht sich jeder Diktator. Die "Banalität des Bösen" ist mit der Darstellung Hitlers gelungen. Wahrscheinlich ist das "Böse" auch klein, häßlich, banal und wenig attraktiv. Und eher das Positive ist groß, lange erfolgreich und glorienhaft.


Act One
Act One
Wird angeboten von musea
Preis: EUR 17,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Keyboard-Gitarren Improvisationen à la Deep Purple, 19. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Act One (Audio CD)
Erst kürzlich entdeckte ich dieses Werk. Es dürfte all jenen gefallen, die Deep Purple, Emerson Lake & Palmer, Ekseption, Atomic Rooster, klassiche Musik und ein dominantes Keyboard gerne hör(t)en. Leider war dieser originelle Sound nur wenige Jahre in (ca. 1969-73).

Selbst die längeren Improvisationen auf Act one klingen spannend und nicht ermüdend. Die faszinierenden Duelle eines treibenden Schlagzeug versus Orgel / und der Gitarre (die an den frühen Stil von Ritchie Blackmore erinnert) ... klasse. Der Aufnahmesound ist recht gut und wuchtig, ich vermisse solche Studio-Technik heute.

Das Gute an Beggars Opera - Act One ist die realtive Unbekanntheit dieser Platte und die nostalgische Neuentdeckung. Noch besser als "Waters of Change", das etwas ruhiger klingt und (wegen Time Machine) als ihr bekanntestes Werk gilt. Auch den schottischen Einfluss hört man aus der Musik heraus. Ein Muss für Hammond-Keyboard Fans und Progressiv- /Heavy-Rock Liebhaber der ganz frühen Siebziger.


Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe
Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der doktrinäre illustrierte "Dan Brown Code", 6. Juli 2007
Sehr gut beschrieben, diese Illustrierte Ausgabe, allerdings vom Standpunkt der Akzeptanz des Werkes. Doch man kann über Herrn Brown geteilter Meinung sein.
Ich halte Sakrileg für einen mittelmäßig spannenden Roman und für das überbewerteste Buch der letzten Jahre. Die meistelesenste Zeitung ist Bild (evtl. nicht die beste) und diesen Mechanismus gibt es offenbar auch bei Buch-Bestsellern. Was mich so verwundert ist die Manipulation, auf die die Leser reinfallen. Mit erhobenen Zeigefinger macht Dan Brown hier optisch (wie im Film) dogmatische Propaganda:
Die meisten abgebildeten Symbole kommen aus der allmächtigen und schwerreichen Freimaurerei, der Brown offenbar nahesteht, angehört (Topsecret) und/oder für die er Werbung macht, unwahre Werbung: Negativa aus dieser Ecke bekommen einen neuen positiven Charakter, was man an der Symbol-Verdrehung erkennt: Baphomet, Pentagramm und Hakenkreuz haben angeblich eine gute Ur-Bedeutung, etc. Die Fülle an realen Vorwürfen, welche die Freimaurer seit dem 18. Jh. begleitet, werden 1:1 auf die christl. Religion projiziert, welcher die Freimaurerei fernesteht:

a) Macht und Geld besitzt das Freimaurertum gerne > bei Opus Dei und Kirche ist das plötzlich unmoralisch

b) Freimaurer leisten bekanntlich mehrere Eide ab, indem sie bei Verrat einem Todesurteil der Loge intern zustimmen > diese Funktion (inkl. des vereidigten Killers) bekommt Opus Dei zugeschoben.

c) Strenge Geheimhaltung der eigenen Logen-Gottheiten und Rituale (ägyptische plus ähnliche der Kabbalah) > Geheimniskrämerei soll bei Sakrileg angeblich ein Grundcharakter des Christentum sein. Welches seit Angeginn eher mit offenen Karten predigt und missioniert. Und seine Gottheiten - im Gegensatz zu den Freimaurern - nicht öffentlich verschweigt.

d) Im Allgemeinbewusstsein hat Christus sowohl eine positive spirituelle Funktion wie auch positiv lebens-reale Funktion für die Menschen. D.h auch in anderen Kulturen hat Christus keinesfalls den Ruf einer negativen Unperson. > Die abgebildeten Symbole und Gottheiten Browns sind für den positiven Dienst der Menschheit bisher nicht bekannt geworden. Auch nicht in der vorchristlichen Zeit

Fazit >> nun erfindet Brown für beide Seiten ein literarisches Szenario, wo die Bedeutung der konkurrierenden religiösen Seiten (Christentum versus heidnischer Gottheiten) ins Gegenteil umgedeutet wird:

1.) Einerseits versucht Brown Christus die Macht abzusprechen, da er in Wirklichkeit ein normaler Bürger war. Christus hat als einziger Gekreuzigter der röm. Geschichte angeblich die Exekution überlebt, heiratete und wurde der Guy next door.

2.) Auf der anderen Seite wertet Brown in einer erfundenen Traum-Schau (vorgeschichtliche Zeit, noch ohne Geschichtsdokumente) seine paganen Gottheiten imaginär positiv auf. Sogar Baphomet, der doch mit Penis nicht aus Browns femininer matriarchialischer Götterwelt stammen kann *g*).

Beide Argumentationen hinken derart, daß weltweit die die Historiker mitleidig über Brown lächeln. Doch die beabsichtigte Propagandawirkung hat das Buch erreicht, da die Millionenkäuferschaft der Konfessionellen weder ein Allgemeinwissen über die eigene Religion hat, noch die Loyalität oder Bereitschaft für die christliche Trinität ihrer Religion einmal positv Partei zu ergreifen. In dieses Vakuum drang vor 50 Jahren der Arierglaube ein, und in dieses Vakuum dringt heute Dan Brown ein. Wenn ich eine religiöse Instanz "up in the sky" wäre: Also solche indifferenten und farblosen Anhänger und sog. Gläubige wollte ich nicht mal geschenkt haben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2010 1:24 AM MEST


The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
DVD ~ Tom Hanks
Preis: EUR 5,99

11 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unerwünschte Manipulation mit Freimaurer-Symbolen und Philosophien, 5. Juli 2007
Audrey Tautou und Ian McKellen spielten recht gut, ich fand diese Schauspieler irgendwie fast zu schade um bei diesem mittelklassigen Sensationsmystik-Film verheizt zu werden. Am besten gefiel mir die Sequenz im Louvre, anschließend ließ bei mir die Aufmerksamkeit nach: zu viele Schauplätze, zu verworrene Story. Ich hätte unter normalen Umständen diesen Film ausgeliehen und bald vergessen ...

Wäre da nicht diese unerklärliche Hype um angebliche "historische Wahrheiten": "Da Vinci Code" ist auf den ersten Blick ein mittelmäßig Spannender Film, der nie mit Psycho oder Herr der Ringe in einer Reihe stehen wird. Auf den zweiten Blick ein Etikettenschwindel und Manipulation. Man erwartet, daß in "Da Vinci Code" ein christliches Geheimnis behandelt wird. Mal ganz abgesehen wie weit jenes sich auch von der bekannten Kirchengeschichte entfernt. Seltsamerweise wird während des gesamten Filmes kein einzig christliches Symbol verwendet. Dan Brown mag ein erklärter Gegner des Christentum sein, aber hier hätte er schon aus Exaktheitsgründen etwas objektiver vorgehen muessen, schon aus Gründen, daß die meisten Zuschauer aus den christlichen Konfessionen kommen .......

Bereits auf der Menüführung der DVD erblickt man bekannte Symbole welche im Heidentum, Freimaurer, z.T. sogar antichristlichen Kreisen verwendet werden:
a) Freimaurer verehren den Sonnengott Ra / Horus, dieses "Ankh"-Symbol ist das erste was erscheint. Es bedeutet Reinkarnation, in antichristlichen Kreisen ist es auch ein Negativ-Statement für Christus Tod (den Brown vorgibt anzuzweifeln).
b)Dann erscheint das Dreieck-Auge des Dollarscheins, was ebenfalls (zufällig) ein Machtsymbol der Freimaurer sowie antichristlichen Vereinigungen ist, d.h. Finanzmacht. In diversen Zirkeln wird meines Wissens dieses Symbol für Bannsprüche verwendet. Die Witch-Bedeutung Erde, Wind und Feuer ist die harmlosere ...
c) Als Langdon sorgfältig ausgewählte Symbole in "ihrer wahren Ur-Bedeutung" vorstellt, da ist das gleiche Schema erkennbar. Allseits bekannte Symbole wurden ausgewählt, die allesamt unter negativer Bedeutung bekannt sind, kein einziges stammt aus dem Christentum: Hakenkreuz, Pentagramm, Baphomet, Dreizack, Henkelkreuz u.a. werden vom Langton als zu positiven Zeichen erklärt. Obwohl sich die Bedeutung nur bis zu einer gewissen Zeit zurückverfolgen lässt. Woher Langdon dieses Wissen haben soll, verschweigt er genauso wie seine These daß früher alle Gottheiten gut und weiblich waren in der vorchristlichen Zeit. Vom Gladiatorenkämpfen, Menschenopfern und Sklaverei zu jenen Zeiten hat offenbar Dan Brown noch nichts gelesen. Tom Hanks nimmt man eigentlich alles ab.
d) Das Baphomet-Symbol ist auf der Satanischen Bibel, auf Crowleys Bücher usw. bekannt geworden. Sogar dem relativ jungen Baphomet-Symbol versucht Langdon eine positive Ur-Wirkung anzudichten.
e) Die These mit dem V auf Da-Vinicis Abendmahl ist so daneben, daß das nicht mehr ernsthaft glauben kann, ohne unfreiwillig ins humoristische abzugleiten. V soll den Winkel der Freimaurer repräsentieren (18. Jh !), gezeichnet im 16. Jh. von Leonardo. Ausgerechnet der religiös uninteressierte Da Vinci wird da aus der Mottenkiste gezogen. Bad style, sowas dem Maler anzudichten.
f) nun umgekehrt: im Internet kann man recherchieren, daß es sich beim Peace-Symbol in früherer Zeit um ein negatives Symbol handelte, erst seit den Sixties und dem Victory Zeichen bekam es einen positiven Touch. Es fällt auf, daß der Regisseur es zeigen wollte, aber er läßt Langdon nichts dazu in seiner Vorlesung sagen, d.h. der Zuschauer wird dieses Kreissymbol selbstverständlich weiterhin betrachten. Und etliche weitere Beispiele wo die Bedeutungen bewusst falsch uminterpretiert wurden ....

Man verstehe mich bitte nicht falsch. Jeder Regisseur darf jedes Symbol zeigen in einem Film. Aber wenn er sich anmasst, dem Symbol eine erfundene "Urbedeutung" anzudichten, so ist das nicht nur historisch falsch ! Die Bedeutung eines Symbols ist meiner Ansicht nach mit der Zeit verbunden, in der man lebt, bekannt und recherchierbar ist. Es ist ein Manipulationsversuch negative beladene Symbole der Freimaurer unter erfundenen Umdeutungen salonfähig zu machen. Und andererseits am Christentum kaum ein gutes Haar zu lassen, ebenfalls mit erfundener Fiktion. Ich empfand beides als aufdringlich-missionierend.

Der Film animiert nicht zu dem, was man thematisch erwarten würde. D.h. mit religiöser-christlicher Recherche (Gnosis, Apokryphen, Geschichtsbücher, Terra X) als nächstem Film weiter zu informieren. Nein, im Schlepptau von "Da Vinci Code" erlebten marketing-gezielt Publibikationen über die Templer und Freimaurer eine steilen Verkaufsanstieg. Obwohl in diesen vom Christentum gar nicht mehr die Rede ist, nicht mal mehr mit Maria Magdelena, oder Christus in einem Ufo. Diese Werke werden in Geschäften unmittelbar neben "Sakrileg" ausgelegt. Scientology-Methoden lassen grüssen.

Ich empfinde "Da Vinci Code" als eine Art Sekten-Manipulation. Da der typische Konsument des Films kein erklärtes Interesse an den Thesen (Dialoge) und Symbolen der Freimaurer haben dürfte. Und diese während des gesamten Films auf den Zuschauer einprasseln. In der Werbebranche würde das "illegale Schleichwerbung" heißen.
Ebenfalls unfair ist allgemein die romanhaft beliebige Verzerrung von Weltreligionen, sei es Christentum, sei es Judentum oder Islam. Wenn es historische Beweise gäbe, meinetwegen in einer Art TerraX-Film (mit dem man nicht soviel Geld macht). Aber vor Roman-Erfindungen beliebigen Inhalts sollten Weltreligionen (wie Privatpersonen) geschützt sein, schon wenn es nicht mal einen kleinen Anhaltspunkt für die unlogischen Thesen gibt. Auch ein dem Christentum fernstehender Autor sollte sich daran halten und sich überlegen, wo die Freiheit des Ausdrucks enden sollte und wo die Ehre von Personen und Institutionen beginnt. So wie es hier geschah ist das ein Zeichen mangelnden Respekts für andere Menschen und Kulturen sowie schlechtem Stil. Und Medien-/Bücher, die sich gegen Kirchen richten, gibt es seit 100 Jahren in rauhen Mengen, da trägt Dan Brown inflationär Bier nach München.

Fazit: Regisseur und Autor hatten bei "Da Vinci Code" auf dem linken Auge Dollarnoten, dem rechten Euros gehabt. Und im Hinterkopf irrationale Aggression auf das Christentum gepaart mit dem Missionierungs-Drang der paganen Lehre der Freimaurer gehabt. Kein seriöses Motiv um einen Film zu drehen.


Sunrise: A Song of Two Humans [UK Import]
Sunrise: A Song of Two Humans [UK Import]
DVD ~ George O'Brien

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker der späten Stummfilm-Ära, 29. Dezember 2006
"Sunrise" (Amanecer, Sonnenaufgang) war das erste Werk von Friedrich Murnau nach seiner Übersiedlung nach Hollywood. Nach seinen grossen Erfolgen die er in Deutschland gedreht hatte (Der letzte Mann, Faust), wurde er bei Paramount als ein neuer origineller Regisseur aus Deutschland gehandelt.

Um es vorweg zu nehmen: Sunrise wurde ein Achtungserfolg in den amerikanischen Grosstädten wie San Fr. oder New York, anderswo eher ignoriert. D.h. der Film nach dem Roman von Sudermann war zwar schön, meisterhaft gedreht, allerdings für den typischen Amerikaner zu Europäisch und zu wenig amerikanisch. Der später nach USA emigrierte deutsche Regisseur Fritz Lang hatte diesen Spagatsprung in eine neue Kultur auch kommerziell geschafft ...

Und der Film aus heutiger Sicht: Ich mag ihn, er ist nur auf den ersten Blick eine schlichte Liebesgeschichte. Doch welche Emotionen sind dort stumm (oder mit Musik) ausgedrückt: Liebe, Familie, eine Nebenbuhlerin aus der Stadt (das Dorf steht offfenbar bei Murnau als "natürlich und gut"), Mordversuch, Zurückhaltung, Furcht, Reue, Verzeihen, Neubeginn, Vergnügen und Amüsement in der Stadt, erneute Bedrohung, Naturkatastrophe, Happy End.

Der zeitliche Rahmen der Handlung ist auf einen kleinen Tag begrenzt: Die Nebenbuhlerin des Ehemannes schlägt einen Mord seiner Ehefrau vor, es soll auf dem Boot wie ein Unfall aussehen. Der Ehemann gibt vor, seine Frau (sie haben einen Bauernhof) in die Stadt fahren zu wollen, um sich mit ihr etwas zu amüsieren. Dazu müssen sie den See per Boot überqueren. Schon ihr Hund merkt, daß irgendwas nicht stimmt und schwimmt dem Ehepaar nach, springt ins Boot. Als in der Mitte des Sees die Frau die Mordabsichten ihres Mannes bemerkt, kann sie ihn zurückhalten. Er besinnt sich und erwacht wie aus einem selbstgeschaffenen Albtraum. Es dauert einige Zeit, bis die beiden wieder zueinander finden ... Meisterhaft gemacht ist die Flucht der Frau im Wald, dann das Aufspringen auf die (Wald-)Trambahn die in die Grosstadt führt. Im weiteren Verlauf finden die beiden wieder vollends zueinander, Murnau zeigt mit gekonnter Kamera und Liebe zum Detail die Vergnügungen der Metropole im Blickwinkel von jemanden, der offenbar dies das erste Mal erlebt ... (Restaurant, Kirmes, Geschäfte, Strassen ...) worin die beiden wie ein frischverliebtes Liebespaar sich tummeln ... Ganz in den Augen von dörflichen Bewohnern um 1927 gesehen, die selten in die Stadt kommen. Gute Szenen: die vielen Hell-Dunkel Effekte, der Moment wo er sie ins Wasser stossen möchte, sich aber noch besinnt; lustig die Jagd nach dem Ferkel auf der Kirmes (wers fängt bekam den ersten Preis), oder die Eifersucht wiederum des Mannes in dem Friseur-Salon, die Rückfahrt mit dem Boot, wo sie in einen Sturm kommen ...

Paramount investierte viel Geld in den Film, die Stadt und sogar einige Waldkulissen wurden künstlich errichtet ...

Fazit: ein schöner Liebesfilm, sinister, aber mit gutem Ausgang. Geeignet für ein Liebespaar, das nach einem Streit (muss ja kein Mordversuch gewesen sein) wieder zu sich finden will ... Experimentell gedreht, aber ein wohliger Gegensatz zu manch weinerlichen "alles ist Leid und Hunger" Filmen der Zwanziger wie "Die Freudlose Gasse"... Liebe und Eifersucht in dieser Form darzustellen war auch etwas, wozu thematisch viele "progressive" Filmemacher "der Neuzeit" nicht in der Lage gewesen sind, da z.B. Fassbinder und andere Regisseure Beziehungen stets nur im immergleichen Kontext von Geld, System und Macht präsentiert hatten. Aber nicht so Murnau, obwohl dieser selbst auch nicht verheiratet war oder Kinder hatte !


Road to Ruin
Road to Ruin
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel gute Kompositionen auf einer Scheibe der Ramones, 26. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Road to Ruin (Audio CD)
Wer über die ersten 3 LPs der Ramones begeistert war ... der wurde 1978 mit Road to Ruin nicht enttäuscht. Der etwas zynische Titel ist die Erkenntnis jenen Jahres, daß die britischen Sex Pistols (die meiner Ansicht nach musikalisch den Ramones weit nachstanden) die grosse Popularität(damals) bekamen und die Ramones nur einen guten Rang in der zweiten Liga. Ich denke, daß heute die Ramones die beliebtest und langgespielteste Band aus der Punk-Ära ist. Obwohl ihre kurzen fetzigen Songs oft an den Pop und Rock and Roll der Fünfziger und Sechziger erinnern (und z.T. auch gute Laune verbreiten), so ist von ihren Studiowerken "Road to Ruin" ihr punkigstes und irgendwie bissigstes von den Texten und der Covergestaltung. So viel gute Titel, mir gefällt besonders Bad Brain, She is the one, I want to be sedated, der erste Song, I don't want you, I am against it und von den Boni Yea Yea. Persönlich empfehle ich als Auslese ihre ersten 5 LPs (The Ramones, Leave Home, Rocket to Russia It's Alive und Road to Ruin. Besonders Rocket to Russia und Road to Ruin, da hier der Sound etwas reifer und studiotechnisch verfeinert wurde.


The Magician's Birthday
The Magician's Birthday
Preis: EUR 12,98

30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Werk - ihr letztes als Musiker der ersten Liga, 11. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: The Magician's Birthday (Audio CD)
1972 gehörte Uriah Heep zu den bekanntesten Gruppen, sie wurden von der Tagespresse im Feuillton als ernsthafte Musiker besprochen. Das Folge-Album nach ihrem Meisterwerk "Demons and Wizards wurde sehnsüchtig erwartet, Montanus und Kaufhof brachten zur Promotion endlich dutzende blau-rote Plattencover an den Wänden ihrer Musikabteilung an ...
Der Zeitmangel, viele Konzerte, wenig gebuchte Studiowochen liesen "Magicians Birthday" etwas schwächer als den Vorgänger erscheinen. Aber nur etwas, da man "Demons and Wizards" nun schwer überbieten konnte. Im großen und ganzen war es gelungen und keinesfalls eine Enttäuschung. Ursprünglich war eine Dopel-LP geplant, die zweite Platte sollte eine einzig lange Collage sein, die die Geschichte mit dem Kampf von den beiden Dämonen erzählt. Schade, evtl. hätte die Band dadurch ein noch anspruchsvolleres Image bekommen, wie Jethro Tull mit dem ihrem extrem erfolgreichen 50-Minuten Epos "Thick as a Brick", dem einzigen Werk der kurzen sog. "Progressiv-Ära", daß die No. 1 der LP Charts erreichte ...
- Die Band bestach nach wie vor mit ruhigen Songs, die hier mit Gary Thains fetten melodiösen Basslinien gut daherkamen. Echoes in Dark (David Byrons geschmeidiger Gesang), Blind Eye, Rain (Klavierbegleitung), Tales und Sunrise. Eine Menge Balladen aus Ken Hensleys Feder.
- Auf der Geburgtstagsfeier gab es leider keine Single im Format von The Wizard oder Lady in Black. Die Kompositionen waren gut, noch nicht ausgereift. Spider Woman ist ein besserer Album Track, mit einem typisch schnellen Gitarrenohrwurmriff von Mick Box. Doch als Single nicht die beste Wahl. Vielleicht wäre eine ausgereiftere Version "Rain" ein Hit geworden. Uriah Heep war vielen Radiohörern eher ein Begriff für ruhige und etwas traurige Lieder durch "Lady in Black" geworden.
- Neu der Gebrauch von Moog / Synthesizer (sparsam auf Blind Eye und Echoes). Mit "Sweet Lorraine" klingt das erste Mal ein Heep Song effekthascherig und kitschig, was eine düstere Vorahnung auf kommende Alben wie "Sweet Freedom" wirft.
- Das Titelstück sollte ursprünglich länger sein. Hat seine guten Momente, z.B. David Byrons Gesang am Schluß, das Gitarrenriff, Box Solo im Mittelteil. Als traditionell lange Collage am Ende einer Uriah Heep LP fiel der Geburtstagstrack um einiges hinter Salisbury, July Morning und Paradise/Spell zurück. Auch das Cover hat mit Blau und Rot eher unharmonische Farben, ebenfalls die Fotographien von Konzerten in der Innen-Klappseite des Covers waren weniger gelungen als die unaufdringlichen und dunklen Studioporträts der Musiker in der "Demons and Wizards" Klapphülle, die mit dunkelblau und silber eine hervorragende Farbgebung hatte.
- Die Boni sind nicht schlecht, besonders "Silver White Man" ist ein Byron/Box-Heavytrack (klasse Riff), erschienen auch auf David Byrons Debüt mit Rough Diamond "Take no Prisoners"."Proud Words on a dusty Shelf" war das Aushängeschild auf Ken Hensleys erstem Solowerk 1973. Der Song hätte damals gut auf die LP gepaßt, doch Songwriter sagten "Hände weg von meiner Komposition". Das andere Bonusmaterial besteht aus Alternativ-Versionen bereits bekannter Songs (kein großer Unterschied) und Material von Gary Thain, leider in schlechter Aufnahmequalität.
- "The Magicians Birthday" war ihr letztes bedeutendes Album mit David Byron in der musikalischen ersten Liga. Das Booklet bringt ein Paar News zu 1972, doch nicht übermäßig. Mein persönliches Kaufmotiv waren die 5 Balladen und "Silver White Man".
Seltsam ist, daß einige Bandmitglieder sich um diese Zeit durchgesetzt hatten, ihr Corporate Identity und die Konzerte immer mehr in den Hard-Rockbereich zu setzen, der damals noch von Deep Purple dominiert war. Andererseits besteht die Stärke dieses Albums wieder mal in den zahlreichen ruhigeren Songs.
Exkurs: Wenn sich Ken Hensley damals nach dem Erfolg des progressiven und klassisch angehauchten "Salisbury" mit seinem Konzept durchgesetzt hätte. Die Band weiter in diese experimentelle Richtung (ähnlich Genesis oder Fairport Convention) weitergehen zu lassen ...
Vielleicht wäre das aus heutiger Vogelperspektive die bessere Entscheidung gewesen. Die Jungs konnten damals auch nicht ahnen, daß der kreative Zenith des Heavy-Rock bereits nach zwei Jahren überschritten war, und keine innovativen Meisterwerke wie "Deep Purple in Rock" mehr erscheinen würden. Auch der Publikumsgeschmack änderte sich um 1973 langsam, neue (eher gitarrenorientierte) Heavy-Bands wie BTO oder Suzy Quatro waren nur noch bis spätestens 1975 in den Single und LP-Charts. Anschließend wandte sich ein Teil der Jugend der tanzbareren Musik mit Streicher- und Bläserorientierten Discoproduktionen zu. Und zum Teil erreichten (als Kontrast zur Realität ) sehr komplexe, artifizelle Werke von Yes, Pink Floyd, Mike Oldfield oder Genesis hohe Auflagen. Und der Heavy-Metal fing Mitte der Siebziger an, um seiner selbst willen immer extremere Musik zu machen. Er entwickelte sich uniform mit Judas Priest, Ufo, Ac Dc oder Iron Maiden zu einer Sparte und klang vergleichsweise nüchtern und spannungsarm, tätowierte Sänger begrüßten ihre Fans ab dato mit "hey Motherfuckers" auf Konzerten ...
... Für Uriah Heep interessierte sich keine dieser drei Gruppen mehr besonders.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2009 8:24 PM CET


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