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Rezensionen verfasst von
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach)
(HALL OF FAME REZENSENT)   

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Carolyne Mas-Stay True
Carolyne Mas-Stay True
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 49,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Incl. 18 Minuten Live "Sittin' in the Dark", 15. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Carolyne Mas-Stay True (Audio CD)
Carolyne wie? Die Sängerin/Bandleaderin hatte in Deutschland einen gefeierten Auftritt in einer langen "Rockpalast"-Nacht, Essen Anfang der Achtziger.
- Vielleicht habt ihr das schon mal gehört: Höhepunkt ihrer Konzerte war "Sitting in the dark", ein ganz langsam beginnender Track, der mehrfach als Höhepunkt kurz lauter wird. Dazwischen ist ausreichend Gelegenheit für Saxophon-, E-Piano- und Bass-Soli. Sitting in the Dark war (wie Gamma Ray von Birth Control und einer LP-Seite von Rare Earth) hierzulande ein beliebter und schweißtreibender Endlos-Titel in Diskotheken. In einer ebenfalls tollen 12-Minuten Version ist er auch auf Carolyne Mas erfolgreichsten Album "Mas Hysteria" drauf.
- Der Rest auf Stay True ist eine Mischung aus Studio und Live-Aufnahmen.


Billy Breathes
Billy Breathes
Wird angeboten von gimmixtwo Kontakt Widerrufsbelehrung AGB
Preis: EUR 17,72

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vor 2 Stunden zufällig kennengelernt - höre das dritte Mal, 9. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Billy Breathes (Audio CD)
schon. Selten eine LP / CD von unbekannter Band (wer oder was ist Phish?) aufgeschnappt, die mir spontan derart gut gefiel.
Daß Phish besonders beliebt für ihre Live-Konzerte ist und in Amerika mit dem melodischeren Werk der Grateful Dead verglichen wird - höre ich gerade vom Besitzer der CD.
- Persönlich bilde mir ein, etwas von CSN&Y (der Gruppengesang), New Riders of the Purple Sage (das akustische Zupfen, z.B. auf dem Titelsong, das Banjo auf "Waste"), lyrisch-singende Gitarrensoli wie Jerry Garcia oder die Allman Brothers. Das Piano an Grace Slicks Spiel der "Baron von Toolberg / Blow against the Empire"-Periode der unmittelbaren Jahre nach Woodstock. Besonders gut gefallen mir "Free" (welche Power!) , "Character Zero" (der vertrackte Harmoniewechsel ist ein Ohrwurm); - zwei Gänge runtergeschaltet und eher akustisch - "Billy Breathes", "Waste" und "Bliss".
- Einige Tracks gefallen einfach durch sparsame E-Rhytmusgitarren-Figuren und akustischen Einlagen.
- Phish hat eigenen Stil und ich freue mich, sie gerade zufällig entdeckt zu haben. Falls es diese Gruppe noch gibt würde ich mich freuen, wenn sie mal nach Deutschland kommen und diese lockere Country-Westcoast (whatever) Musik live spielen.


Firefly
Firefly
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 29,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein schlechter Neustart mit John Lawton, 27. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Firefly (Audio CD)
Die LP "High and Mighty" wurde von der Presse und den Anhängern als schwach angesehen. Auch wenn das letzte Werk in alter Besetzung mit "Weep in Silence" und "Footprints in the Snow" zwei hervorragende melancholische Titel enthielt, die vor kurzem das erste Mal (auf "Ballads") zu Ehren kamen. Viele Fans dachten, Uriah Heep ohne David B. wäre wie Jethro Tull ohne Ian Anderson.
- John Lawton war ebenfalls ein recht stimmgewaltiger Sänger, der bei den Les Humphries Singers bekannt wurde. Der Titel
- "Firefly" selbst ist vielleicht der beste Track (meiner Kenntnis), den die Gruppe nach David Byron veröffentlichte. Ein mystischer Text, sensibler Gesang. Ein großteils ruhiger Song, der langsam immer heavier wird, mit tollem kurzen Orgel und Gitarrensolo im Mittelteil.
- "Hanging Tree" ist auch recht gut, besonders der Bass.
- Kompliment wieder an das Fantasy-Cover des Künstlers Roger Dean.
- Drei Sterne nur, weil der Rest des Albums ein wenig langweilig ist und das Keyboard - einst die Trademark - kaum zu hören ist.
Aber ein guter Neustart, der mit "Innocent Victim" um einiges an Qualität und Power zulegen wird.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 27, 2009 5:00 PM MEST


Shades Of Deep Purple (Remastered)
Shades Of Deep Purple (Remastered)
Preis: EUR 10,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Origineller Einstand, 4. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Shades Of Deep Purple (Remastered) (Audio CD)
- anders als "In Rock", mit vielen Fremdkompositionen - und gut.Das Album klingt mit seinen Beatles, Cream- und Hendrix-Adaptionen einerseits typisch nach Sechziger-Jahre. Andererseits lieferte es der Musikwelt ein neues Klangerlebnis: neu war die dominante Orgel, die schon beim ersten Track "And the Adress" schimmernd wie Lava aus den Boxen strömt. So weit waren Ray Manzarek und die Doors nicht gegangen. Die langen Intros von "Hey Joe", "We can work it out" und "I'm so glad" sind aus klassischen Werken Rachmaninov und Grieg entlehnt und zeigen, daß Jon Lord damals den längsten Schatten auf "Shades" warf.
Neu war die - selbst bei Balladen - wuchtige Soundabmischung von Simpers Bass und Ian Paice Schlagzeug. Auf "Love Helps Me" trommelt er so wild, wie wenn er aus einem Raum ausbrechen möchte.
- Reizvoll war der Gegensatz von Rod Evans romantischer Pop-Schlager Stimme via Blackmores experimenteller(selbstgebastelte Fuzz-Boxes in I'm so glad) und aggressiver E-Gitarre via der schweren und klassisch angehauchten Orgel. Ein gelungenes Debüt, daß sich jeder Deep Purple Fan anschaffen sollte, besonders gut:
- And The Address, alleine wegen des psychedelischen Beginns. Auch ohne Gesang bereits das typische Klangerlebnis in tiefem Purpur.
- Hush: war ein Chart-Erfolg in den Vereinigten Staaten.
- I'm So Glad. Tolles Gitarrensolo im Mittelteil
- Help: Paul McCartney gratulierte der Gruppe zu der experimentellen Version. Das Original ist (wie bei Joe Cockers "With a little help") in dem romantisch-orgellastigen Klangsee kaum mehr auszumachen.
- Love Help Me: Ein wenig beachteter schneller Pop-Track, temperamentvoll mit Ian Paice in voller Aktion.
- Hey Joe muß um diese Zeit beliebt gewesen sein. Am besten machte es Hendrix - finde ich. Deep Purples fast wagner-mäßige Bearbeitung ist kaum weniger reizvoll. Klasse ist Lords Einleitung und Blackmores Solo am Ende.
- Das Bonusmaterial hat mit "Shadows" einen bisher unbekannten Beat-Song zu bieten, ansonsten Alternativversionen des frühen Materials. Das Booklet bietet eine Menge Neues aus 1968, z.B. geht es auf die Gründung ausführlich ein.


The Ballads
The Ballads
Preis: EUR 34,25

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne Zusammenstellung, 18. September 2003
Rezension bezieht sich auf: The Ballads (Audio CD)
"Ballads" ist wahrscheinlich von einem intimen Kenner der Gruppe zusammengestellt worden. Uriah Heep hatte ihre besten Zeit von 1970 - 72/73. Uriah Heep waren keine Hard-Rock-Band!! Sie konnnten - wenn die Dramatik es erforderte - auch lautere Töne anschlagen. Ein Beispiel ist "The Wizard", ein akustischer Track aus einem fernen buntschillernden Tolkien-Land, der gegen Ende immer mehr an Dramatik zulegt, heavier wird. Mir gefielen schon damals die ruhigen, manchmal etwas traurig klingenden Kompositionen am besten, die oft mehr als die Hälfte ihrer LPs ausmachten. Diese Zusammenstellung läßt mein Herz ein wenig bluten, Kindheitserinnerungen kommen mit der sensitiven Musik wieder. Respekt an diese liebevolle und abwägende Kompilation.
- Persönlich hätte ich eine Doppel CD zusammengestellt. Bei dieser Zusammenstellung stimmt alles, auch das psychedelische Cover.


Germany: Jekyll & Hyde: 1939 - Deutschland von innen betrachtet
Germany: Jekyll & Hyde: 1939 - Deutschland von innen betrachtet
von Sebastian Haffner
  Taschenbuch

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Haffner sucht das gute Deutschland 1939 - und findet es, 9. September 2003
Gerade hatte der zweite Weltkrieg begonnen. Im Vorjahr hatte Sebastian Haffner Deutschland verlassen (u.a. weil sein Verhältnis zu seiner Verlobten gegen die neuen Ehegesetze verstieß), lebte fortan in England. Keine Herzensentscheidung, deutsche Emigranten wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen. Und Haffner mochte Deutschland, es würde den Raum hier sprengen, jenes wiederzugeben, daß er in diesem Buch über die guten Seiten der deutschen Psyche schreibt. Daß diese liebenswürdigen Eigenschaften wieder gedeihen sollten, deshalb rät er den Deutschen und der Welt (1940 erschien das ungefragt verfaßte Mansuskript in einem kleinen Verlag) Hitler mit Gewalt zu beseitigen und ihm den Prozess zu machen. Vom Appeasement Englands und der Tendenz, daß selbst 1939 die meisten Staaten Hitler nicht verärgern wollten, schien keine Genesung auszugehen. Die einzelnen Kapitel zeigen einen besorgten, vielschichtigen wie leichtverständlichen Einblick in die deutsche Volksseele, der bis heute seinesgleichen sucht. Kritisch, aber mit den Augen eines Liebenden, der die netten Deutschen - damals verstummt und kleinlaut- zwischen Rhein, Alpen und Ostsee wieder hochleben lassen will.
- Die loyalen Deutschen: Machten - gemäß ihm - etwa 40 % der deutschen Bevölkerung aus. Keine enthusiastischen Befürworter des Hitlerregines. Eigentlich anständige Leute, die im Dritten Reich etwas positives sehen wollen/müssen und sich dabei täglich ein X für ein U vormachen. Ihre Moral ist nicht niedriger wie die anderer Nationen, ihr Realitätssinn vielleicht der verkümmertste im Guinness-Buch der Rekorde. Für sie hat Göbbels spezielle Propaganda-Arbeit zu entwerfen, die diesen Menschen vorgaukelt, sie lebten in einer heilen Welt "bei uns wird niemandem ein Haar gekrümmt", sagte Hitler z.B. gerne in seinen Reden. Der Anteil der Loyalen schwankt von Stadt zu Stadt, z.B. ist er in Nürnberg besonders hoch. Sie schauen bei den Verbrechen weg, sie mögen keine Gewalt, für sie gibt es keinen Rassismus, keinen Reichstagsbrand. Leiden, aber sie tun es als Opfer für das "Deutsche Reich", das es schon seit 1871 gibt. Sie haben Hitler niemals besonders gemocht, sie ertragen ihn, würden ihn aber auch nicht bekämpfen, da der Mann viel für ihr Reich tat.
- - Die illoyalen Deutschen: Ihren Teil beziffert Haffner auf ca. 35-40 %. So viele? Eine Überraschung für das Ausland, man muß dem Autor Vertrauen schenken. In den sog. Illoyalen leben die liebenswerten Eigenschaften Deutschlands der letzten Jahrhunderte weiter. Sie arbeiten, gehen zur Schule, machen ihren Haushalt - und teilen niemanden ihre Ansichten mit. Die Stadt Würzburg z.B. hatte - laut H. - einen besonders hohen Bevölkerungsanteil an Illoyalen. Sie fallen öffentlich nicht auf, weil sie ihre Meinung zurückhalten, die Befürworter des Regimes fielen auf weil sie so laut waren. Die illoyalen Deutschen wollen Hitler so schnell wie möglich loswerden. Trotz der gewachsenen quantitativen "Größe" des Reiches fühlen sie sich dort nicht zu Hause und wünschen eine andere Regierung. Sie sind stark im großbürgerlichen wie kleinbürgerlichen Schichten zu treffen, im Adel, kirchlichen Kreisen oder bei einigen Generälen im Heer. Nach ihm die wahren Konservativen und die deutschesten Deutschen. Sie verstehen wenig von Politik und Organisation, haben keine Ahnung wie eine neue Regierung aussehen soll.
- Die Nazis: Die undeutschesten Leute machen 10 – 20 % aus. Ein "Nazi" ist nach H. ein Mensch, der die täglichen Terrormaßnahmen nicht nur wissentlich billigt, sondern sich aktiv daran beteiligt/beteiligen will. Diese Gruppe erkennt sich gegenseitig an ihrer Skrupellosigkeit. Die sie jahrelang an dem zufälligen Objekt der zivilen Juden erprobten, ohne jemals vorher eine besondere Antipathie gegen jene gehabt zu haben. Es hätten genausogut alle Menschen sein können, die im November geboren wurden oder alle Balten, die besonders viele Sommersprossen haben. Ein Motiv für das Handeln der Nazis ist der persönliche Vorteil und der Kick, den ein gefühl-, tradtions- und ideologieloser Menschentypus benötigt, da er in den kleinen Freuden eines normalen Berufs-, oder Liebeslebens Langeweile sieht und dessen Sinne schon vor 1933 im Abstumpfen waren.Im Gegensatz zu den Loyalen (die in einer konservativen Traumwelt leben) glauben die Nazis an Nichts, sie gleichen einem Morphinisten, der täglich seine Dosis erhöhen muß. Für sie hat Goebbels eine andere Propaganda, diese ist direkt, unverblümt und zynisch.
- Die Naziführer: Ähnlich den Nazis soll man sie an ihren kalten Augen und ihrer eher uninteressanten Art erkennen (Anm.: mit Ausnahme von Herrmann Göring, der seine Beliebtheit - selbst bei seinen zufälligen Opfern - eher der Pflege und Zurschaustellung von traditionellen Eigenschaften verdankte). Naziführer sind ebenfalls skrupellos, berreichern sich auf Kosten Deutschlands und der Welt. Sie schwingen (als Kopie Hitlers) gerne die Reitpeitsche, ohne je auf einem Pferd gesessen zu haben. Noch niemals hat ein Land Herrschende gehabt, die die anvertraute Nation so wenig geachtet, gekannt oder geliebt hätten. Für ihr persönliches Wohlergehen und ihren Expansionsdrang sind sie sogar bereit, Deutschland (Mensch, Natur, Städte und Fabriken) zu opfern. Deutschland ist für sie ein Rennpferd, daß - komme was wolle - auf Sieg getrimmt wird, egal, wie es nach dem Rennen überlebt. Haffner meint 1939, daß die Gauleiter nicht einmal Hitler die Treue halten werden. Vor dem Moment, wenn der Zug in den Abhang stürzt, werden sie abspringen. Später werden sie niemals etwas mit Hitler zu tun gehabt haben wollten, werden ihre Dienste einem anderen skrupellosen System zur Verfügung stellen wollen.
- Hitler: In „Anmerkungen zu Hitler“ kommt Adolf H. etwas "besser" weg. In Bezug auf seine Leistungen nach Regierungsübernahme. Bei "Jekyll und Hyde" merkt man die besondere Antipathie in dem Jahr als der Autor wegen ihm ins Exil gehen mußte. Haffner zeichnet das Milieu Wiens und Münchens 1919 auf. In dem (angeblich?) der Gelegenheitsarbeiter mit dem Berufsverbrecher verkehrt. Daß die persönliche Misere Hitlers jener Tage mit der Misere Deutschlands (in sich seinen ungezogensten Tagen als schlechter Verlierer und an Vefolgungswahn leidend) zeitgleich zusammentraf. Das war ein folgenschwerer Schlag, von dem sich das Land nicht mehr erholte. Haffner prophezeit 1939 das Ende Hitlers als Suizid, da er (1924 und 32) bereits zwei mal kurz davor stand. Einmal hielt ihn Hanfstängel, einmal Goebbels zurück.
- Die weiteren Kapitel: Emigranten, Opposition, Ausblick ... nicht weniger spannend.
Den besonderen Reiz von "Jekyll und Hyde" macht der Blick von 1939 (nicht 2000) auf die unmittelbaren Jahre davor aus. So hätte selbst er es später nicht mehr verfassen können. Haffner schreibt Dinge, die er in späteren Büchern anders darlegt , wenn nicht gar wiederlegt, z.B. zu Preußen.
Interessant ist seine These, daß die Historie für Deutschland schöner verlaufen wäre:
Wenn die einzelnen Provinzen und Länder (Sachsen-Weimar, Brandenburg, Hessen, Bayern, ...) sich niemals zu einem Reich 1871 zusammengeschlossen hätten, sondern heute noch so geblieben wären wie damals! So klein, beliebt, originell, sympathisch. Und dennoch kulturell und architektonisch groß.


Demons and Wizards-New Edition
Demons and Wizards-New Edition
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Uriah Heeps Meisterwerk mit tollen Bonustracks, 31. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Demons and Wizards-New Edition (Audio CD)
1970-72 hatte die Gruppe große Erfolge in Nordeuropa und ihre kreativste Phase. In Deutschland war ihr Einfluß damals derart, daß z.B. die Schüler meiner Klasse ihr Taschengeld monatelang für eine der ersten LPs (je 22,- DM) sparten. Die Meinungen über ihr bestes Werk fielen auf Salisbury (1970, klassisch angehaucht, experimentell)und
- "Demons and Wizards", das sie zu großen Stars der damaligen Beat-Szene machte. Wirklich magisch, eines der besten Werke des Jahrzehtes, optisch mit Roger Deans Cover und stereophon in eine mytische Fantasywelt entführt. Kein Heep-Werk sonst hatte so viele ansprechende Songs/Collagen in einem Guß. Die meisten Tracks klingen recht ernst (z.B. Circle of Hands), pathetisch (Rainbow Demon, Easy Living), melancholisch und traurig (Paradise, The Wizard). Die treffendste Bezeichnung für die Musik dieser Band jener Tage, die ich bis heute gelesen hatte (ich glaube zu "Salisbury"): Anmutige, stolze wie traurige Klänge, die Musik eines gebrochenen Herzens. Hier lag meiner Ansicht die Stärke der Band und weniger im Heavy-Metal Bereich, dem sie fälschlicherweise manchmal zugeordnet werden. Ihr Sound war damals stark vom Keyboard der Nice und Collosseum beeinflußt.
- The Wizard: beginnt mit einer akustischen Gitarre und steigert sich langsam zu einem harten Track. Das "String-Orchester" ist übrigens das Geräusch eines pfeifenden Wasserkessels, das mit der 16-spurigen Aufnahmemaschine verfremdet wurde. Der superbe Song erschien als Single, mit "Why" auf der B-Seite. Mein Lieblings-Stück der Gruppe mit "Lady in Black".
- Easy-Living: Rasend schneller und beliebter Livesong plus und erfolgreichster Hit neben der schwarzen Dame. Damals schüttelten die Teenager ihre extrem langen Haare zu dem orgellastigen Fetzer in den Jugendzentren aus
- Circle of Hands verbindet einen Alptraum Ken-Hensleys mit den Eindrücken einer erlebten Seance. Hier bestechen nicht zuletzt auch die kräftigen fetten Basslinien des Neulings Gary Thain, dessen Name bei heutigen jungen Bassisten noch bekannt ist.
- Der kräftigere Bass ist vielleicht der größte Unterschied zu den ersten drei LPs. Man höre z.B. das majestätisch-bombastische "Rainbow Demon" (eigentlich ein softer Track), das auch als Single (hier als Bonus) geplant war. Der Text handelt vom Leben des buntschillernden Dämons, der auf der Innencover Seite abgebildet war.
- "Paradise / The Spell" ist die traditionell lange Collage der am Ende der zweiten Plattenseite (wie July Morning und Salisbury). Ein soft-melodiös pianolastiges Werk mit einem wehmütigen Gitarrensolo im Mittelteil.
- Drei Titel gefielen mir weniger: Traveller in time (etwas effekthascherig), Poets Justice (nicht übel aber zu übertrieben dramatisch und choralig)und "All my life" (etwas seicht und albern, paßt gar nicht zu Heeps Frühwerk, in der Ironie und demonstrative Fröhlichkeit Fremdwörter waren). Deshalb ein Stern weniger, den ich wieder dazugeben muß ...
... auf Grund der tollen Boni. Daß "Proud Words on a Dusty Shelf" nicht in die LP integriert wurde kapiere ich nicht. Hätte noch ausgefeilter eine gute Single abgegeben. Das sich ständig wiederholende elegante Riff von Mick Box gefällt mir noch besser als das ähnliche der Single "Spider Woman". Klasse, für mich die Überraschung dieser 2003-CD.
- "Why" kommt noch aus der "Look at Yourself"-Zeit. Damals (wie "July Morning)ein beliebter langer Publikumserfolg. Mick Box Gitarrensolo sind superb.
- Home again wird von Hensley, "Green Eye" von Box dominiert. Im Frühstadium, etwas ungeschliffen.
- Die CD ist (auch produktionstechnisch) ein Meisterwerk und wegen der Zusatztracks, der Informationen des Booklets und der neuen Abmischung Robert Corichs im Februar 2003 auch jenen zu empfehlen, die bisher nur das Original besitzen. Auch junge Hörer, die zu Hause CDs von Dead Can Dance, Mike Oldfield oder Lacrimosa haben, den modernen Corporate-Identity-Heavy-Metal langweilig und immergleich finden - könnten der Gruppe mal eine Hörchance geben.


Bayou Country
Bayou Country
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 16,81

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwüler harter ehrlicher Country-Beat des Mississippi, 14. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Bayou Country (Audio CD)
Das impressionistische Foto, der Titel machen neugierig: Sonnenstrahlen die durch Urwälder flimmern, quakende Frösche am Mississippi-Ufer, harte körperliche Arbeit bei lethargisch-schweren Bewegungen, schwül-feuchtes Klima, die Farbe Grün in ihren schönsten Schattierungen.
- Der Sound klingt ausgereifter als auf dem Debüt, die Songtexte haben an Format zugelegt. Ein Erkennungszeichen wurden nicht zuletzt die wuchtigen wie sparsamen Bass / Drum-Einlagen von Stu und Cosmo. Die LP hatte mit "Born on the Bayou" und "Keep on Chooglin" den Konzert-Opener und -Ender jener Jahre. "Proud Mary" ist ihr größter Hit gewesen. Was etwas stört sind gleich zwei lange Songs auf " Bayou Contry ". Einer hätte genügt.
- "Born on the bayou": John Fogerty besingt Kindheitserinnerungen in den Südstaaten-Sümpfen mit einer durchdringenden Reibeisenstimme, Lead- und Rhytmusgitarre liefern ein tolles flirrendes Riff. Obwohl kein Hit (B-Seite von "Proud Mary") einer der beliebtesten CCR-tunes. Schon damals mußte man den Plattenspieler leiser stellen, so wuchtig kommt einem das entgegen ... Man spürt die Passion der Gruppe zu den Natur-Themen, kein Management hat ihnen das vorgeschrieben ...
- Auch "Bootleg" gehört zu CCRs Top 10-Songs. Tom Fogherty spielt akustische Gitarre, sein Bruder John die schwere elektrische Gitarre, das sparsame Solo im Mittelteil ist superb.
- "Proud Mary". Toms Spiel an der Rhytmusgitarre gehört zu seinen besten Beiträgen. John hat das Lied in einer optimistischen Stunde nach Beendigung der Armeezeit geschrieben.
Der Schaufelraddampfer auf dem breiten grünen Fluß läuft seit 35 Jahren mit Erfolg, selbst auf kleinen Dorffesten in Niederbayern und Norwegen.
- "Penthouse Pauper", ein feiner bluesiger CCR-Track, dem nicht zuletzt wieder der Rhytmus von Stu und Cosmo seinen Reiz gibt. Reifer Text des damals jungen John Fogherty.
- "Good Golly" ist das Cover von Little Richard. Wer's mag.
- Auch die langen Tracks "Keep on Chooglin" (der bessere; ausgelebter Swamp Rock pur, beliebter Jam mit tollem Riff und Harmonika-Einlagen) und "Graveyard Train" (na ja, ein langer Blues mit interessanter Story) sind Geschmackssache, keineswegs schlecht.
- Mit diesem Album kam die Gruppe 1968 zu Weltruhm und schuf sich für die Anfangsjahre ihr Image: Aufrichtigkeit, männliche Ehre, Lebensfreude trotz Besinnlichkeit, Psychologie und Teenager-Neurosen sind unbekannt und Gespräche darüber absolut tabu, harte Arbeit in Lousianas Wäldern, Bauernhöfen und Feldern, weitab der Städte.
Ihre Heimatstadt SF - zu der John ein distanziertes Verhältnis hatte - merkte, daß diese Musik nichts mit dem neuen San Francisco-Sound der Jefferson Airplain, Quicksilver und Grateful Dead gemein hatte.


The Dark Side Of The Moon - Remastered
The Dark Side Of The Moon - Remastered
Preis: EUR 20,98

24 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überbewertet - und wie, 10. August 2003
DSOTM ist eines der overratet-sten Alben des zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht gerade grottenschlecht, den immensen Verkaufserfolg (700 Wochen in den LP-Top Hundred) kann ich mir nicht damals wie heute nicht erklären, mir gefällt fast jede andere LP der Engländer besser.
- Die ersten beiden Minuten der - vor Erscheinen - ausgekoppelten Single „Time" (im Radio Anfang 1973) liesen auf etwas wie „One of these days" oder „Echoes" - aus ihrem episch-schönen „Meddle" Vorgänger - hoffen. Der sich anschließende Hauptpart klang für Pink Floyd damals erschreckend nüchtern und war eine Enttäuschung für mich.
- Was auch für „Money" mit seinem freudlosen uninspirierten Saxophonsolo und wischi/waschi-Soundeffekten galt.
- Uhh, der Chor: Er nervt schon bei „Time", doch die Kombination von Keyboards und Soul-Background-Sängerinnen auf „Great Gig in the Sky" ist eine Zumutung. Eine mittelmäßige langweilige Stimmung ohne Höhepunkte wird durch Soundexperimente aufgepept , die weiblichen Stimmen versuchen eine Spannung zu erzeugen, die es in dem Song nicht gibt. Sarkasmus?
- „Us and Them" ist nicht übel, ohne Keyboard und Saxophonsoli wäre es besser. Pink Floyd hat meiner Ansicht nichts mit „Smooth"-Jazz Klängen gemein.
- „Breathe" ist der Titel der mir am besten gefällt, da er an die guten Zeiten 1968-71, erinnert. Und für was die Gruppe damals bekannt war, ihre lyrischen mystisch-charmanten Experimente, Anleihen an klassische Musik, die Antike.
- „Brain Damage" und „Eclipse" beenden das Album mit einem Gefühl der Langeweile, Künstlichkeit und Niedergeschlagenheit. So, jetzt renne ich 1973/2003 in den nächsten Plattenladen und will das geile Ding sofort besitzen? Wohl kaum.
- War „Meddle" noch vor kurzer Zeit das Material für ihren träumerischen „Pompeij"-Film, der die Phantasie in so schöne antike wie geheimnisvolle Welten entschwinden lies ...
- „The Dark Side of the Moon" wurde von einem Kritiker damals als Hintergrundmusik eines modernen Flughafen beschrieben. Illusionslose Klänge , die bereits die Schatten der „Alan Parsons Project" Welle vorausahnte. Kompositionen anderer - auch späterer - Floyd-Platten waren deutlich besser: Warum nun also dieser immense Verkaufserfolg ?? Rational nicht erklärbar.
- Versuch: Es wurde die Platte nicht selten als depressiv, eintönig und freudlos beschrieben. Andere sagen, TDSOTM sei gerade deshalb ein Anti-Depressivum, etwas was die Jugend in einer deutlich nüchterner gewordenen Welt offenbar mit am Leben hielt. Die Aquarius-Sechziger mit ihrer langen ständigen Party waren endgültig ausgeträumt: Ölkrise, die „Zeichen der Zeit" erkennen. Den Teufel (der langweiliger und nüchterner gewordenen Welt) mit dem Beelzebub (TDSOFM in seiner Mittelmäßigkeit und Langeweile) auszutreiben. Vielleicht deshalb der gigantische Erfolg, als Therapiemittel für das Kämpfen/Überleben in einer unerwünschten Zeit?
Ich gebe mein Geld lieber für die Hey-Day Zeiten Pink-Floyds aus, und das sind die Platten von 1967 bis 71, plus einer späten Ausnahme „Wish you were here". Wenn man einen etwas langweiligen Beruf hat (wie ich), kann man seine Freizeit eher mit dem Video „Pink Floyd in Pompei" oder der CD „More" veredeln, als sich auch noch am Feierabend von TDSOTM oder „Animals" runterziehen zu lassen.
- Klang: Der Sound war am besten auf der Quadrophonie-LP und der japanischen CD von vor ein paar Jahren. Warum keine Bonus-Tracks?
Übrigens hatte die experimentierfreudigere deutsche "Tangerine Dream" 1972 - ein Jahr vorher - die Idee der dunklen Mondseite sowohl als Collagezyklus wie auf dem Coverfoto ihrer DoLP "Zeit" schon gehabt. Haben Pink Floyd sich inspirieren lassen, evtl. sogar geklaut?
Kommentar Kommentare (15) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2012 4:58 PM MEST


Sweet Smell Of Success - Best Of The Epic Years
Sweet Smell Of Success - Best Of The Epic Years
Wird angeboten von Direct Entertainment UK
Preis: EUR 18,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ansprechender Mix aus der Punk- und späteren Phase, 3. August 2003
"Stranglers" tauchten in den ersten Tagen des Punk auf. Mit der hypnotisch-monotonen Single "No more Heroes", ihrem Debut "Rattus Norwegus", den unheimlichen LP-Covern und Plakaten schufen sie sich eine traumatische Aura. Konzertbesucher berichteten damals von einer gespenstisch ausgeklügelten Freudlosigkeit.
- Eine bleierne, nicht beeinflußbare Zukunft, die nur hoffnungslos sein kann, davon handelten die Debüts von Television, Ultravox und den Stranglers - begeisterte Kritiken von der Musikpresse. Selbst etablierte Musiker wie David Bowie sahen diese Stimmung als zeittypisch an und veröffentlichte im gleichen Jahr das Klang-Experiment "Low". Oder Kraftwerks "Trans Europa Express" enthielt (z.B. "Schaufensterpuppen") ähnliche Elemente der Monotonie, Indolenz und Technik.
- Das Keyboard Dave Greenfields, der wuchtigen Bass, die Studiotechnik von Produzent Alan Winslanley. Der Sound unterschied sich deutlich von anderen Punkgruppen.
- Einflüsse von den Doors hört man auf "Walk on By"!, "Strange Little Girl", "Skin Deep" oder den Soli von "Golden Brown"-
- "No more heroes" (und einiges mehr von der gleichnamigen LP und "Rattus Norwegus") erinnert in der amphetamin-dumpfen Geschwindigkeit an Velvet Underground. Die schillernden Lyriken von Jugend-Tristesse und exotischen Metaphern dazu.
- Die "Stranglers" konnte man ob ihrer Goethe-haften erwachsenen Ernsthaftigkeit, ihrer fleißigen und akribischen Arbeitsweise nicht einfach als pubertäre unreife Rüpel ignorieren: sie hatten als Künstler und Musiker schon einige Jahre Erfahrung, im Gegensatz zu den zumeist jugendlichen Punkern wie "Sex-Pistols", die ihre erste Popularität durch provokative Aktionen in der Boulevard-Presse bekamen und erst in zweiter Linie auch Musik machten.
- Mit "Feline" machte die vielseitige Gruppe eine Stilwende. Der Sound wurde ausgefeilter, artifizieller und ruhiger. Ihre monolithischen, monotonen und gruseligen Elemente behielten sie, die seltsam-sinistren LP-Hüllen ebenfalls. Etwas oberflächlich: eine Art dunkler "Roxy Music" Sound, typisch für die Neonlicht-Achtziger, trotzdem originell und typisch "Stranglers". Mir fiel auf, daß auf neuerlichen Parties die melodischen Songs ab 1982 recht gut ankamen. Ganz junge Hörer fragten, wer denn da spiele.
- "Always the Sun" kennt wahrscheinlich jeder aus dem Radio. Die Maxi-Single und die LP "Dreamtime!" gehören zum Feinsten was die Musik in der zweiten Hälfte der Achtziger auf den Markt gebracht hat. Und (was damals nicht alltäglich war) in langer Studio-Zeit. Cornwells Vocals erinnern teilweise stark an den nasalen Sprechgesang Lou Reeds.
- Auch wenn es bekanntere Gruppen gab: "No more heroes" lieferte ein Punk-Evergreen. Mit "Always the Sun" gingen sie ein Jahrzehnt später nochmal in die Musikgeschichte ein.


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