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silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach)
(HALL OF FAME REZENSENT)   

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Magician's Birthday-Deluxe Edi
Magician's Birthday-Deluxe Edi
Wird angeboten von KELINDO³
Preis: EUR 17,72

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Album mit ein paar Abstrichen, 18. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Magician's Birthday-Deluxe Edi (Audio CD)
1972 gehörte Uriah Heep (nach ihrem Meisterwerk "Demons and Wizards") zu den bekanntesten Gruppen, wurden von der Tagespresse als ernsthafte Musiker besprochen. Das Album sehnsüchtig erwartet, Montanus und Kaufhof brachten zur Promotion dutzende blau-rote Cover an den Wänden ihrer Musikabteilung an. Der Zeitmangel, viele Konzerte, wenig gebuchte Studiowochen liesen "Magicians Birthday" etwas schwächer als den Vorgänger erscheinen. Etwas.
- Die Band bestach nach wie vor mit ruhigen Songs, die hier mit Gary Thains fetten melodiösen Basslinien gut daherkamen. Echoes in Dark (David Byrons ausdrucksvoller Gesang ist bis heute unterbewertet), Blind Eye, Rain (Klavierbegleitung), Tales und Sunrise. Eine Menge Balladen aus Ken Hensleys Feder.
- Auf der Geburgtstagsfeier gab es leider keine Single im Format von The Wizard oder Lady in Black. Die Kompositionen waren gut, noch nicht ausgereift. Spider Woman ist ein besserer Album Track, mit einem typisch schnellen Gitarrenohrwurmriff von Mick Box. Doch als Single nicht die beste Wahl. Vielleicht wäre eine ausgereiftere Version von "Proud Words" oder Rain ein Hit geworden.
- Neu der Gebrauch von Moog / Synthesizer (sparsam auf Blind Eye, Echoes). Mit "Sweet Lorraine" klingt das erste Mal ein Heep Song effekthascherig und kitschig, was eine düstere Vorahnung auf kommende Alben wie "Sweet Freedom" wirft.
- Das Titelstück sollte ursprünglich über eine Plattenseite gehen. Hat seine guten Momente, z.B. David Byrons Gesang am Schluß, das Gitarrenriff, Box Solo im Mittelteil. Als traditionell lange Collage am Ende einer Uriah Heep LP stand der Geburtstagstrack um einiges hinter Salisbury, July Morning und Paradise/Spell. Ursprünglich war eine Doppel-LP mit einer langen Suite und weiteren Kompositionen geplant. Schade. Auch das Cover hat mit Blau und Rot eher dissonante Farben, auch die Fotographien waren (neben dem Design in Blau/Silber) auf Demons and Wizards gelungener.
- Die Boni sind nicht schlecht, besonders "Silver White Man" ist ein Byron/Box-Heavytrack (klasse Riff), erschienen auch auf David Byrons Debüt mit Rough Diamond "Take no Prisoners"."Proud Words on a dusty Shelf" war das Aushängeschild auf Ken Hensleys erstem Solowerk 1973. Der Song hätte damals gut auf die LP gepaßt, doch Songwriter sagtew "Hände weg von meiner Komposition". Das andere Bonusmaterial besteht aus Alternativ-Versionen bereits bekannter Songs (kein großer Unterschied) und Material von Gary Thain, leider in schlechter Aufnahmequalität.
- "The Magicians Birthday" war ihr letztes bedeutendes Album mit David Byron in der musikalischen ersten Liga. Das Booklet bringt ein Paar News zu 1972, doch nicht übermäßig. Mein persönliches Kaufmotiv waren die 5 Balladen und "Silver White Man".


Windows of Heaven
Windows of Heaven
Preis: EUR 18,97

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alte Crew + neue Sängerin - Höhenflug ins neue Millenium, 18. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Windows of Heaven (Audio CD)
Nach manchen Starship-Alben der Achtziger und Neunziger erwartete ich nichts aufregendes. Bereits das Probehören war eine Überraschung:
- Oberflächlich gesagt sind auf "Windows of Heaven" die besten Elemente von Jefferson Airplain und den Starship vereint, ein wenig mehr Airplain als Starship. Die CD ist selbst mit Jefferson Starships besserem Werk wie "Red Octopus" kaum zu vergleichen.
- Neuen Schwung bringt die ausdrucksstarke junge Sängerin Diana Mangano, neben der Ur-Crew - Paul Kantner, Marty Balin, Jack Casady - plus Gitarrist Mark Aguilar und Tubes Drummer Prairie Prince. Der Job scheint ihr Spaß zu machen, mit Eifer bringt sie das Flugobjekt wieder mit auf Höhenkurs. Gute Tracks:
- The Light: Lockere Gitarren, die versierte Rhytmus-Truppe mündet in den hymnischen Duett-Gesang: Was Paul Kantner einst in Sternstunden (Sunfighter, China) mit seiner Ex-Ehefrau Grace Slick zustande brachte gelingt hier mit Diana M. auf ansprechende Weise.
- Let me fly, etwas härter: wird auch von dem Gesang der beiden getragen. Ein Höhenflug weiblich / männlichem Call-Response Gesangs à la Meat Loaf / Partnerin. Auf einigen Pressungen soll Grace Slick als Gast am Mikrofon gewesen sein.
- Shadowlands: Kantner/Mangano, die vocale Chemie stimmt auch hier: Akustische Gitarren und ein Piano münden in einen liebevollen Text über eine junge Frau, die sich anfangs in einer Kleinstadt einsam fühlt.
- Goddess, Way of Love, Latacon: Auch Marty Balin ist auf Windows of Heaven mit Songs gut vertreten. Das Liebeslied Goddess mit seiner Solostimme erinnert an "Today" und "Miracles". Bei den beiden anderen Tracks wird er von der neuen Sängerin begleitet.
- Millenium: 1999 ein Lobgesang an das Neuen Jahrtausend, recht optimistisch mit Science-Fiction Anleihen. Der Sarkasmus/Weltschmerz auf mancher alter Flugroute (Crown of Creation, Diana, Law Man, Silver Spoon, Lather) scheint wie weggeblasen.
- Out of the Rain: Diana M. solo, Ballade mit Orgel-Begleitung.
Der Rest ist nicht ganz so stark, wegen der Güte der besseren Tracks dennoch 5 Sterne.
- Wem "Windows of Heaven" gefällt sollte mal in die ähnlichen Kantner/Slick Soloalben reinhören: "Sunfighter", "Baron von Toolberg" und "Blow against the empire". Ich fand diese zugänglicher als die Platten von Jefferson Airplain. Vor mehr als 25 Jahren schrieben Musikzeitschriften, daß der alte Geist um den Jefferson Airplain Clan für immer verschwunden sei, nie mehr wird es wie früher sein, etc. ... Das Raumschiff beweist kraftvoll mit einigen neuen Elementen und modernem Computer-Design auf "Windows of Heaven" das Gegenteil.


Der Exorzist III
Der Exorzist III
DVD ~ George C. Scott
Wird angeboten von Abakues
Preis: EUR 9,73

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Gruselfilme der Neunziger, 17. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Exorzist III (DVD)
Hat die guten Elemente des ersten Teils: Ruhige lange Kamerafahrten, eine familiäre persönliche Atmosphäre. Mit dem alten behäbigen Kommisar Kinderman in der Hauptrolle spielt Exorzist III hauptsächlich im kirchlichen Milieu und innerhalb der geschlossenen Abteilung einer Nervenklinik. Verzichtet auf die schlechten Elemente von 1973, d.h. die albernen wie unnötigen Ekelszenen.
Neu hinzu kam die Geschichte eines Serienmörders. Dessen abgründig böse Psyche wird in langen Monologen expressiv und detailliert von Brad Dourif dargestellt. Sein ausdrucksstarkes provokatives Spiel steht im Gegenzug zur sanften in sich ruhenden Performance von George C. Scott.
- Story: Vor vielen Jahren wurde der Gemini-Killer hingerichtet. In derselben kleinen Stadt der Gegenwart werden wieder Morde begangen, die an dessen Handschrift erinnern.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Tod (Treppensturz) von Pater Damien Karras, der Verurteilung des Mörders vor 15 Jahren - mit einem seltsamen Patienten der Psychiatrie und neuen Tötungen, die das abendliche Ausgehen in der Stadt lebensgefährlich machen? Schockierende Szenen:
- die stumme Kamerafahrt in der nächtlichen Kirche, lange passiert nichts ... plötzlich hat eine Heiligenfigur einen anderen Gesichtsausdruck und ein langes Messer in der Hand.
- der einsame nächtliche Spaziergang einer Krankenschwester in den Gängen der Klinik. Wir ihr dies das Leben kosten?
- das Flackern des Lichtes spät abends erinnert an "Gaslicht". Die konventionelle Produktion an Kriminalfilme der Fünfziger Jahre.
Wem "Das Schweigen der Lämmer", "Psycho", "M", "das Testament des Doktor Mabuse", "der Rote Drache" und das Kino "Noir" der Nachkriegszeit gefällt. Oder sich für geheimnisvolle Randgebiete des Katholizismus intessiert, die nicht im Religionsunterricht behandelt wurden. "Legion" ist übrigens ein bekanntes Gleichnis aus dem Neuen Testament. Kein Witz: es gibt mehrere Dutzend Sachbücher zum Thema Exorzismus bei amazon ...
Der Zuschauer muß den ersten (etwas effekthascherigen) Part gar nicht gesehen (oder geschätzt) haben um sich mit diesem seriöseren Schocker einen spannenden Abend zu machen. Neben "Interview mit einem Vampir" für mich der interessanteste Gruselfilm der Neunziger Jahre.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2012 4:08 AM MEST


Coney Island Baby
Coney Island Baby
Wird angeboten von XXLMusicworld
Preis: EUR 10,50

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sein zugänglichstes Werk in den Siebzigern ..., 15. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Coney Island Baby (Audio CD)
Nach dem medienträchtigen Desaster der DoLP "Metal Machine Music" hatte man den offenbar nicht mehr zurechnungsfähigen Lou Reed schon abgeschrieben. Die Überraschung war groß als mit Coney Island ein paar Monate später ein lockeres und melodiöses Album daherkam. Dem man auch die privaten (weiter ansteigender Amphetaminkonsum) und beruflichen (Gerichts-Streits mit Management und Plattenfirma) Querelen 1975 nicht anmerkt.
Textlich recht persönlich, Einblick in die schwindsüchtige Aura, mit der sich der Star damals noch umgab.
- Das ruhige Coney Island ist der bekannteste Track. "The Glory of love might come through" war diesmal nicht ironisch gemeint. Gewidmet Rachel, dem seltsam-schweigsamen Transvesiten, der mit Lou seit einiger Zeit zusammen lebte. Einige Polaroid-Fotos von ihr/ihm sind auf "The Best of L.R." auf dem Cover.
- She's my best friend stammt noch aus Velvet Underground Tagen. Bekam hier in einer längeren Fassung ebenfalls einen dezenten Travestie-Anstrich. Chor und Text (she/he`s certainly not your average girl, gemeint ist Rachel) würden zu Romy Haags Bar in Berlin passen.
- Charley`s girls und Crazy Feeling sind kurze rockige Tracks. Die swingende Rhytmus-Gitarre ist klasse, wahrscheinlich nicht von Reed selbst. Die New Yorker Nacht: Suche nach Ablenkung ... Die Ausbeute ist ein Würfelspiel, welches Geschlecht ob privat oder käuflich wird sich noch entscheiden. In der Notwendigkeit, dieses Spiel der Suche immer wieder zu unternehmen (auch wenn die Ausbeute oft recht gering ist) unterscheidet sich Lou Reed von der No-Future Haltung des späteren Punk, der sich oft auf ihn berufen wird.
- Kicks ist mit Heroin und Street Hassle sein boshaftester Track. Reed schlüpft lyrisch als Erzähler in die Rolle einer Nachtschatten-Existenz, die ihre Adrenalin-Schübe durch Morde bekommt. Auch die Gitarrenlinie à la "Gloria" verleiht dem Thema ein weiteres Stück Glanz.
- die restlichen drei sind nicht schlecht, aber etwas blass im Vergleich.
- Als Lou Reed noch als weltweiter Oberdekadent galt, dessen Ableben in nächster Zukunft mehr als wahrscheinlich war, aus dieser Zeit braucht man 3 CDs:
Mit "Transformer", "Coney Island Baby" und "Sally Can't dance" im Regal bekommt selbst der normalste Familienvater einen dekadenten homoerotischen Anstrich. Falls dieser sich auch noch "Metal Machine Music" zulegt, läuft er Gefahr von seiner Umgebung als gänzlich übergeschnappt eingestuft zu werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 14, 2013 8:58 PM CET


Andy Warhol Superstar. ( Biographie).
Andy Warhol Superstar. ( Biographie).
von Isabelle Dufresne
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A Walk on the Wild Side in den Sechzigern New Yorks, 29. Dezember 2003
Sie war eine bekannte Erscheinung der New Yorker Kunst-Schickeria. Anfangs gehörte sie zum Salvador Dali-Klan. 1965 kam sie in die gerade eingerichtete erste Warhol-Factory mit Silbernem Interieur. Der just mit Suppendosen-Stilleben zu avandgardistischem Ruhm gelangte Künstler umgab sich gerne mit einer attraktiven jungen Anhängerschar beiderlei Geschlechts. Insider erinnern sich an sie evtl. noch durch einige Auftritte in Andy Warhols monolithischen s/w-Filmen und von alten Zeitungsberichten. Ultra Violet (eigentlich Isabelle Dufresne) nutzte gerne die Pressetermine, um an der Seite von Andy mit aufs Bild zu kommen, im Gegenzug arbeitete sie für ihn bei der Organisation seiner umfangreichen Kunstaktivitäten.
- Natürlich verfaßte die attraktive Französin (wer sollte es ihr verdenken) das Buch auch, um sich selbst posthum noch ein wenig mehr ins Rampenlicht zu bringen,. Was dem Werk 1990 auch einige Kritik einbrachte.
- Die meisten Seiten widmen sich jedoch den wilden New Yorker Jahre 1965-70, der Person Andy Warhols und seiner Factory im Brennpunkt. Interessante Details zu berühmten, verrückten, amphetaminsüchtigen, ehrgeizigen, begabten und schillernden Underground-Stars. Von denen einige (z.B. Lou Reed oder Joe Dallesandro) zu nachhaltigem Ruhm gelangten, andere waren nur kurze Zeit berühmt. Ultra erzählt (z.T. recht privat) von Bob Dylan, Andy, Edie Sedwick, Velvet Underground, Valerie Solanas, Joe Dallesandro, Salvador Dali, Viva, Jim Morrison, Nico, Paul Morrisey, Gerard Malanga und anderen, die z.T. jung verstarben. Dazu eine Menge Fotografien von Billy Name. Gekonnt in s/w, was uns heute diese Jahre wie eine längst verblichene Epoche erscheinen läßt. Nicht greifbar wie die dekadenten Berliner Zwanziger Jahren oder die Jugendstil-Zeit um die Jahrhundertwende in Paris.
- Dieses in Pop Art eingehüllte Werk ist durchaus kurzweilig verfaßt. Zu empfehlen, wenn man die New Yorker Szene der Sechziger Jahre kennenlernen möchte, ein wenig mehr an Kunst statt Pop interessiert ist und nicht viel Zeit zum Lesen hat. Das Buch hatte ich in wenigen Stunden durchgeschmökert, eine subjektive Ergänzung zu unfangreicheren und korrekteren Warhol-Biographien, z.B. der von Viktor Bockris.
- Wem ihr Buch gefällt: „I shot Andy Warhol" ist ein spannendes Video über den Mordversuch von Valerie Solanas 1968.
- Wer sich mehr zu der Studio 54-Zeit der Achtziger Jahre hingezogen fühlt vielleicht die DVD mit David Bowie als Warhol kaufen, im Mittelpunkt die schicksalhafte Story eines jungen schwarzen Graffity-Künstlers, der durch Andy ebenfalls zu Ruhm gelangte.


Best of
Best of
Preis: EUR 8,98

63 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die großen Erfolge 1971 und 72 plus weniger bekannte ..., 12. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Best of (Audio CD)
... Tracks aus ihren ersten beiden Langspielplatten. Keine schlechte Idee, sich als Schnappschuß auf diese kurze Zeitspanne von etwas mehr als einem Jahr zu beschränken. Ältere Hörer können sich ganz den Erinnerungen hingeben, besonders dem langen warmen Sommer (man konnte 71 bis Oktober zum Schwimmen gehen), der mit "Chirpy Chirpy ..." und "Co Co" von Sweet in die Nostalgie-Geschichte einging.
- Schule und Kindheit kommt auch bei "Tweedle Dee Tweedle Dum", "Love Sweet Love" und "The Talk of all the USA", "Yellow River" wieder. Was auch für die gut produzierten 45-er B-Seiten "To Remind Me" "Rainin Painin" dieser Smash-Hits gilt.
- Das Jahr ging mit dem Charterfolg einer spanisch angehauchten Ballade "Soley Soley" würdig zu Ende. Die attraktive Schottin (die manchmal gerne ein Glas Sekt zuviel trank) spannte hier stimmlich einen breiten Bogen von traurig bis temperamentvoll, wieder mit einem mitreißenden Refrain. Sally Carr war - textilsparsam wie auf dem CD-Cover - auf vielen Bravo / Stafette / Pop und Popfoto-Seiten und Postern abgebildet.
- Im Zeitlupentempo (durch wöchentlichen Tonbandmitschnitt der "Schlager der Woche") verging damals die Zeit bis zur Jahreswende.
- 1972 hatte etwas andere Hits: "Samson And Delilah" und "Sacramento" waren rhytmusorientierte, gut tanzbare Erfolge, wieder mit einem kräftigen südamerikanischen Touch bei der Rhytmusgitarre und den Percussions.
- Toll, daß einige gute LP-Titel von "Middle of the Road" und "Acceleration" zu hören sind: "Queen Bee", "On this Land", "Give it time", "Try a little understanding" und "Louise". Schade, daß diese LPs noch nicht auf CD wiederveröffentlicht wurden, wer sie mal als Original auf dem Flohmarkt findet kann sich von der Song-Qualität überzeugen. Wenn "Take the Heat of Me" oder "Love for Sale" wieder aufgelegt wurden, warum nicht die Originale von Middle of The Road. Ohne Übertreibung waren die Single-Erfolge in Europa (nicht zuletzt in Deutschland) in den ersten Jahren der Siebziger so groß als die von Boney M. der ausgehenden Jahre.
- Teenies von heute empfehle ich diese Band kennenzulernen, evtl. mal im Sommer diese CD zur Beach-Party mitnehmen und die Reaktionen der Freunde/Freundinnen testen.
- Eine CD-Fortsetzung wären ihre Schlager 1973 bis 76, z.b. "Bottums up", die hier nicht reingepaßt hätten. Der Unterschied von "Soley Soley" zu "Kailakee Kailako" ist ähnlich groß und spannend wie der von "Waterloo" zu "Dancing Queen". In beiden Fällen lohnt sich eine Entdeckungs-Spritztour mit der Zeitmaschine, in die auch Personen einsteigen dürfen, die damals noch in Abrahams Wurstkessel ...


Best of Bto
Best of Bto
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 6,45

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Harter melodienreicher Sound aus Kanada ..., 12. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Best of Bto (Audio CD)
... diese Best-Of erschien Mitte der Siebziger Jahre, als BTO sich auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befanden. Heute kann man die kurze (1973-75) und kometenhafte Karriere der harten Jungs aus Ontario 'schwer nachvollziehen. Selbst Elvis Presley war begeistert von ihnen. Die Zusammenstellung ist gelungen, wegen
- den Charterfolgen "Roll on ...", "You ain`t seen ..." und "Taking care of business", damals beliebte Wachmacher im Frühstücks-Radio vor der Arbeit.
- daß der tolle Car-Speed Track "Four Wheel Drive" dabei ist. Bitte nicht am Steuer auf der Autobahn spielen.
- ein schwergewichtiger Song, der ebenfalls nicht auf Single erschien war "Take it like a Man" mit Little Richard am Piano. Ein Blue-Collar-Statement für hart arbeitende Männer.
- So nebenbei beweisen BTO, daß sie keinesfalls nur Holzfäller sind (siehe auch Bachmans Werk mit Guess Who): "Blue Collar" und "Looking out for Number One" sind relaxte lange Jazz-Stücke mit interessanten Dialogen zwischen Rhytmus- und Leadgitarre, der erste Titel lebt auch von Turners ansprechender 6-minütiger Basslinie und war 1973 ein kleiner progressiver Hit bei Fernfahrern.
- Stark, daß "Gimme your money" vom Debüt mit von der Partie ist. Nach "Give it time" und "Stayed awake" der schwerste Vorschlaghammer der Kanadier überhaupt.
- Interessant ist das Schlagzeug von Rob Bachman, daß in seiner Betonung der tieferen Bass-Drums etwas an John Bonham erinnert. BTO war eine originelle Band. Wer den Einheits-Heavy-Metal Sound schon seit Jahren (oder Jahrzehnten) langweilig findet gebe den Holzfällern mal 'ne Chance.


Easy Rider
Easy Rider
DVD ~ Dennis Hopper
Preis: EUR 5,99

7 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Dokument der Hippie-Szene, 22. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Easy Rider (DVD)
Kaum zu glauben, daß der Streifen so nebenbei entstand, fast ohne Geld. Das fehlende Drehbuch, der Mangel an Handlung sind die Schwächen des Streifens. Die DVD liefert eine Menge Infos über die Entstehung, Dennis Hopper als Regisseur hatte nicht mit einem Erfolg von "Easy Rider" gerechnet.
- Die Hauptcharaktere haben z.T. durchaus nette Züge: Peter Fondas ruhiges und tolerantes Spiel. Von dem Trio ist er die stärkste Persönlichkeit, mit einem losen Organisationsstil à la Jerry Garcia (leider minus dessen kreativem Output und Beliebtheit - auch bei vielen Normalbürgern)
- Dennis Hopper, ein typischer Hippie mit entsprechendem Jargon, (Hey man ...), der auf einer Reise irgendwohin ist ...
- Die originellste Performance zeigt meiner Ansicht Jack Nicholson. Ein Rechtsanwalt, der im Moment der normalen Gesellschaft den Rücken kehren will, etwas anderes sucht. Ebenfalls ohne Vorstellung, was das sein soll, vielleicht auch auf der Flucht vor sich selbst.
- Der Film ist durchaus auch eine Selbstkritik an der ziemlich naiven und orientierungslosen "Philosophie" der Hippies (am Schluß sagt das Peter Fonda selbst), die ihren Höhepunkt in Kalifornien bereits 1966/67 hatte.
- Was ich persönlich vermisse ist eine spannende Geschichte. z.B. ein entführtes Mädchen wird gesucht und am Ende befreit, auf der Suche/Hilfe stößt man dabei zufällig auf diese seltsame eremitische Gegenkultur . Was Easy Rider auch abgeht ist Humor und Optimismus. Während "The Pusher" (?) lancieren die Hauptdarsteller einen Deal mit großen Mengen weißen Pulvers.
- Mit diesen Geldern ausgestattet geht die Reise der unvorhersehbaren Zufälle los: Sie treffen Leute auf einer alternativen Farm, rauchen Pot, haben zufälligen und unverbindlichen Sex mit Prostituierten, nehmen LSD, sie fahren weiter, treffen weitere Zufallsbekanntschaften, rauchen wieder Pot, etc.
Der Film war ein interessantes Zeitdokument der Beatnick-Kultur. Schon damals im Nachruf: On the Road von Jack Kerouac erschien viele Jahre vor Easy Rider. Beatnicks wie später Hippies zeigten sympatischerweise Krieg und Karrierementalität die kalte Schulter. Sahen aber noch keine Alternative und fuhren ziellos mit Rotweinflaschen und Joints im Land umher. Trotz der tollen Harleys ist der Film wegen seiner Werbung für Rauschmittel und Realitätsflucht ein Statement des Nihilismus.
- Mit den Hauptdarstellern kann man sich nicht so recht identifizieren; mit dem Rest der untoleranten US-Gesellschaft hier, (die Morde ohne Motiv in gleich zwei Fällen sind etwas unrealistisch) den Rednecks, schon gar nicht.
- Der Film vertiefte den Graben der Gesellschaftgruppen . Ein Gefühl von Märtyrertum ohne Grund, Resignation griff um sich. Was nicht zuletzt ein Grund sein könnte, daß dem Streifen hierzulande großer Erfolg und Medienaufmerksamkeit beschieden war. Das Jahr 1968/69 mit seiner radkalen Politisierung (Wheathermen, Abby Hofmann, verschärfete Rassenkonflikte, immer verrücktere Gruppen der Underground-Kultur wie Charles Mansons Family machte Trampen in Kalifornien zur Lebensgefahr, die pauschalen Vorurteile gegen alle Langhaarigen, Vietnam, der Tod etlicher Popstars im Jahr darauf, ...)
- Wegen der langen Motorradfahrten, der schönen Landschaft und der Musikauswahl (u.a."Wasn`t born to follow" und der sakrale Track von Electric Prunes!) durchaus auch heute zu empfehlen. Man sollte ihn nicht überintellektualisieren: Labilen Jugendlichen oder Menschen mit starken Vorurteilen und Hang zum Selbstmitleid würde ich ihn nicht schenken.
- Wem Easy Rider gefällt, auch nicht schlecht:
Zabrisky Point und Alices Restaurant sind ebenso gute (etwas munterere) Statements der damaligen Jugendkultur; ein Road-Movie des permanenten Reisens in den Staaten ist "Alice in den Städten" des jungen Wim Wenders.


Sunfighter
Sunfighter
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 19,95

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Platte mit Grace Slick, 16. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Sunfighter (Audio CD)
Ein ansprechendes Werk aus der langsam ausgehenden Ära der Hippie-Bewegung. Kantner/Slick waren Künstler/Musiker der ersten Liga, weltbekannt auch durch ihren Woodstock-Auftritt. Die Jahre in San Francisco seit 1967 waren ziemlich aufreibend und gefährlich gewesen. Auch wegen der Geburt von ihrer Tochter und zur Sammlung zogen die beiden sich auf eine einsame Siedlung am kalifornischen Meer zurück. Und nahmen Musik auf, die beiden persönlich gefiel. Sunfighter ist mit viel Westcoast-Prominenz und ohne Termindruck aufgenommen worden: Ein Gospel-Chor, David Crosby, Jerry Garcia, ... Mir gefällt das Album ob seiner (im Vergleich zu Jefferson Airplain) einfacheren Melodieführung, dem Folkeinfluß, dem typischen Gruppengesang, den dramatisch-hymnischen (Grace Slick) Einfluß und den futuristisch/psychedelischen Elementen (Kantner).Gut:
- Diana (über eine abgetauchte Kämpferin der Weathermen, ähnlich Patricia Hearst). Ein Text aus einer lang vergangenen Epoche.
- Sunfighter: der Hymnus an die Sonne klingt mit seinem vielstimmigen Choral wie ein leicht experimentelles Stück der Les Humphries Singers.
- Look At The Wood und When I Was A Boy I Watched The Wolves: Das Gesangsduett schien um 1971 ein gut aufeinander abgestimmtes Ehepaar zu sein. Eine der besten Gitarreleistungen, die Jerry Garcia als Gastmusiker abgab.
- China (die Vocals) und Holding Together (das Piano)
Die Texte handeln z.T. vom Meer, das auch in seinem Rauschen manchmal zu hören ist.


Mas Hysteria
Mas Hysteria
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 21,99

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Carolyne Mas erfolgreichste und beste Platte, 15. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Mas Hysteria (Audio CD)
und ein dynamisches Live-Werk. Selbst wer Carolyne Mas vor dem Konzert noch nicht kannte ... die Bandleaderin hatte ihr Publikum erobert. Der Sound klingt ehrlich, analog und nicht nachbearbeitet. Manchmal applaudieren die begeisterten Zuhörer - eigentlich Jazz-Tradition - inmitten des Liedes. Eine ähnliche Performance hatte sie im deutschen Fernsehen im Essener "Rockpalast" gezeigt, wo sie ähnlich Patti Smith gefeiert wurde.
- Sitting in the Dark ist ihr bekanntestes Stück und war ein beliebter langer Track in Diskotheken und auf Parties. So schweißtreibend und voll Gefühl und Spannung, ein Kauf lohnt alleine wegen Sitting in the Dark.
- Weibliche Rockmusiker haben es mit dem großen Erfolg ungleich schwieriger. Entweder müssen sie sich zum Sexsymbol hochstilisieren (für meist männliche Hörer) oder als romantische Folksängerinnen (Enya z.B) für ein feminines New-Age Publikum spielen. Dazwischen gibt es nicht viele Nischen. Ungerecht, wenn man bedenkt, daß ein Mark Knopfler (sicher kein Sex-Symbol) einfach mit T-Shirt und Second-Hand Klamotten auf die Bühne kommen kann und in 8-stelliger Millionenhöhe Dire-Straits Platten verkauft(e). Weil sein Gitarrensound so gut war. Wenn ein weiblicher Instrumentalist gut klingt - wie auf Mas Hysteria - genügt dies nicht zum Millionenerfolg. Schade, wieviel gute weibliche Musik der Welt durch solche Ungerechtigkeiten vorenthalten wurde/wird ...


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