Profil für JuSi liest > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von JuSi liest
Top-Rezensenten Rang: 74.368
Hilfreiche Bewertungen: 290

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
JuSi liest

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5
pixel
Die Täuschung - TV Hören und Sehen
Die Täuschung - TV Hören und Sehen
von Charlotte Link
  Audio CD

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Autofahrerunterhaltung, 25. Januar 2008
Da ich bis jetzt relativ selten Hörbücher gekauft habe, habe ich nicht viele Vergleichsmöglichkeiten bezüglich der Qualität.
Allerdings kann ich definitiv sagen, dass dieses Hörbuch mir einige unterhaltsame Stunden im Auto beschert hat und ich hinterher regelrecht enttäuscht war, dass die 6 CDs so schnell durchgehört waren.
Franziska Bronnen liest "Die Täuschung" insgesamt recht charmant vor, klingt dabei aber manchmal ein wenig nach Geschichten erzählender Großmutter. Das wird besonders in dramatischen Situationen deutlich, in denen Charaktere schreien oder brüllen und über die die Sprecherin ohne wesentliche Stimmänderung hinweg geht.
Der Geschichte an sich ließ sich insgesamt sehr gut folgen. Lediglich am Anfang werden die Charaktere so schnell hintereinander eingeführt, dass ich Bedenken hatte, ob ich alle Namen würde behalten können. Da der "Cast" aber überschaubar ist, klären sich die Beziehungen schnell auf.
Ein wenig enttäuscht war ich darüber, dass am Anfang der 4. CD bereits der Mörder genannt wurde, aber zum Glück gelingt es der Autorin, ihrer Geschichte trotzdem noch einmal Fahrt zu verleihen.
Etwas unglücklich fand ich es dennoch besonders am Ende, wenn eine weniger bedeutende Szene zweimal aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wurde. Das hätte nicht sein müssen. Und das Mordmotiv des Mörders ist extrem plakativ dargestellt und wirkt folglich nicht gerade überzeugend.
Trotzdem habe ich mich alles in allem wie gesagt sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Hörbuch jedem empfehlen, dem der Sinn nach etwas leichter Audio-Lektüre steht.

Die Hüter der Rose: Historischer Roman: Waringham Trilogie 2
Die Hüter der Rose: Historischer Roman: Waringham Trilogie 2
von Rebecca Gablé
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 20. Januar 2008
Es ist schwierig rationale Begründungen dafür zu finden, warum Rebecca Gablés Bücher einen so unerbittlich in ihren Bann ziehen. Eigentlich schreibt die Autorin in Grundzügen immer dieselbe Geschichte, sie wird immer über 1000 Seiten ausgewalzt, die Zutaten Liebe, Sex, Tod und Gewalt bilden ein immer wiederkehrendes Moment, und eigentlich ist der Plot komplett vorhersehbar. Trotzdem gebe ich 5 Sterne und finde immer wieder zu den Gablé-Schmökern zurück. Vielleicht liegt es an dem hohen Wiedererkennungswert der Figuren und Schauplätze, vielleicht an der Leichtigkeit, mit der die gelernte Mediävistin historische Fakten einfließen lässt, vielleicht kann Frau Gablé aber auch einfach nur wunderbar erzählen. Es gibt jedenfalls keine, die schönere Mittelalter-Schmöker schreibt, egal ob man nun zum "Hüter der Rose", zum "Lächeln der Fortuna" oder sonst einem Roman von ihr greift.

Café Heimat: Die Geschichte meiner Familie
Café Heimat: Die Geschichte meiner Familie
von Louise Jacobs
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mogelpackung - aber lesenswert!, 20. Januar 2008
Natürlich erwartete ich unter dem Titel "Café Heimat" von Louise Jacobs, dass die junge Autorin in ihrem Buch die Familiengeschichte der Kaffeefamilie Jacobs aufarbeitet und wurde in dieser Hinsicht ein wenig enttäuscht. Nach einem starken Start, der mit viel Liebe für Details die zarten Anfänge der Kaffeedynastie schildert, wendet sich das Hauptaugenmerk allmählich immer mehr auf die jüdische Familie Jessurun, von der die Autorin mütterlicherseits abstammt.
Zunächst vermutete ich, dass sich die Geschicke der beiden Familien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbinden würden, doch auch dies war nicht der Fall. Statt dessen laufen beide Familiengeschichten seltsam losgelöst voneinander nebeneinander her, und es fällt dem Leser zum Teil schwer herauszufinden, was der eine Handlungsstrang mit dem anderen zu tun hat.
Dennoch habe ich "Café Heimat" sehr gern gelesen, denn beide Familiengeschichten sind nicht nur gut recherchiert, sondern anschaulich und interessant erzählt. Allerdings bleibt an manchen Stellen unklar, inwieweit die beschriebenen Ereignisse auf tatsächlichen Erinnerungen von Beteiligten beruhen oder inwieweit die Autorin "dichterische Freiheit" walten lässt, so dass ich mir zum Teil gewünscht hätte, dass klarer zwischen Fakt und Fiktion unterschieden wird.

Großmama packt aus: Roman
Großmama packt aus: Roman
von Irene Dische
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großmamas Dickkopf setzt sich durch, 1. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Großmama packt aus: Roman (Taschenbuch)
Man kann Irene Dische zu ihrer Großmama nur gratulieren, sollte sie tatsächlich so gewesen sein wie hier geschildert.
Den großmütterlichen Tonfall nimmt man der Autorin jedenfalls sofort ab, wobei gleich zu Anfang zu bemerken ist, dass Großmama Rother nicht die nette Plätzchen backende Omi von nebenan ist. Statt dessen blickt sie auf ein ereignisreiches Leben zurück, das den größten Teil des 20. Jahrhunderts umspannt. Und darin ist wirklich alles enthalten: Vom großbürgerlichen Leben als Arztgattin über Repressalien und Verfolgung der jüdischen Familie ihres Mannes bis hin zur Auswanderung nach Amerika samt Aufbau eines neuen Lebens. Kein Zweifel, um so ein Leben unbeschadet zu überstehen, braucht man einen stahlharten Dickkopf, unumstößliche Ansichten und zuweilen eine Kodderschnauze. Und genau diese Kombination an Charaktereigenschaften macht auch den Charme des Buches aus. Großmama redet frei von der Leber weg, lässt offen ihre großbürgerliche Selbstgefälligkeit zutage treten und bekennt ganz nonchalant Rassistin zu sein (was sie allerdings nicht davon abhält sich im Krankenhaus mit einer schwarzen Bettnachbarin anzufreunden), sowie ständig mit ihrer jüdischen Verwandtschaft zu hadern, da bei ihr nur anständige Katholiken etwas gelten. Zugleich werden diese alles andere als politisch korrekten Ansichten allerdings immer wieder dadurch ironisch gebrochen, dass Großmama oft ganz anders handelt als redet, so dass sie im Zweifelsfall eben doch wie jede gute Großmutter ihre Familie mit Klauen und Zähnen verteidigt, während sie ihnen im nächsten Moment schon wieder passende Seitenhiebe mitgibt.
In 90 Prozent der Fälle ist diese Diskrepanz zwischen Reden und Handeln äußerst amüsant und man ist als Leser gern bereit Großmama ihre Unzulänglichkeiten zu verzeihen, so lange sie so erfrischend erzählt, doch in einigen Fällen führt ihr Tonfall auch dazu, dass sie einem nicht gerade sympathisch ist. Die 20. Tirade gegen ihren ungeliebten Schwiegersohn Dische ist z.B. irgendwann nicht mehr sehr witzig und auch in ihrer Beziehung zu ihrer Tochter Renate und den Enkeln Irene und Carlchen wird erst am Ende des Buches so richtig deutlich, dass sie alles in allem doch ein großes Herz hat, während man sich zwischdrin das ein oder andere Mal fragt, warum sie überhaupt noch Kontakt zu ihrer Familie hält (und umgekehrt), wenn sie doch an allem und jedem so viel auszusetzen hat. Ein bisschen (selbstironische) Selbstkritik hätte dem Roman an einigen Stellen gut getan.
So richtig böse kann man Großmama aber insgesamt doch nie sein, so dass "Großmama packt aus" definitiv ein Lesevergnügen ist.

Die Mittagsfrau: Roman
Die Mittagsfrau: Roman
von Julia Franck
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spröde und dennoch ergreifend, 1. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Mittagsfrau: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als ich auf "Die Mittagsfrau" aufmerksam wurde, dachte ich zunächst, dass der Roman vom Schicksal des von seiner Mutter verlassenen Jungen handelt und erwartete eine Geschichte aus dem Nachkriegsdeutschland der Fünfziger Jahre. So war ich zunächst einigermaßen überrascht, dass statt dessen das Leben der Mutter Helene geschildert wurde. Im Nachhinein erwies sich die Konzentration auf dieses Frauenschicksal allerdings als der große Pluspunkt des Buches, denn die männlichen Charaktere bleiben zugegebenermaßen eher blass und holzschnittartig. Dennoch hat mich der Roman gefesselt.
Zunächst nahm mich die besondere Sprache gefangen, mit der Franck wunderbar sowohl den Ton der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trifft als auch den Charakter Helenes einfängt. Man fühlt sich tatsächlich zurückversetzt in eine Zeit gewählter etwas spröder Formulierungen, die Emotionen mehr erahnen lassen als detailliert beschreiben.
Und so unbegreiflich das Verlassen des eigenen Sohnes, das den Roman als Fixpunkt zusammenhält, auch ist, nähert man sich über die Distanziertheit der Sprache der Hauptperson dennoch schrittweise an und glaubt ein Einzelschicksal vor sich zu haben, das dennoch stellvertretend für ein typisches Frauenschicksal dieser Generation steht.
Besonders positiv fand ich hierbei, dass Francks Roman nie in eine belehrende Geschichtsstunde ausartet, sondern die Entwicklung einer Persönlichkeit zwischen Kleinstadtzwängen, großer Freiheit im Berlin der Zwanziger Jahre und anschließendem Rückfall in einengende Frauenbilder nur am Rand mit historischen Details unterfüttert wird, während dem Leser über weite Strecken Andeutungen genügen, um den Veränderungen der Zeit gedanklich zu folgen.
Wären da nicht die kaum vertieften Nebencharaktere und zweitweilige Abstürze in gängige Klischées (im Berlin der Zwanziger Jahre dürfen natürlich die verruchte Lebedame und der arme Künstler nicht fehlen, während der Nazi-Ehemann ein absolutes Charakterschwein ist), würde ich 5 Sterne geben.

Isaacs Sturm
Isaacs Sturm
von Erik Larson
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Toller Text, wenig Ausstattung, 12. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Isaacs Sturm (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung über "Isaacs Sturm" ist ein wenig zwiegespalten. Einerseits versteht Larson es meisterhaft die wissenschaftliche Mentalität zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihrer unglaublichen Hybris und ihrem Machbarkeits- bzw. Kontrollwahn wiederauferstehen zu lassen, doch andererseits kommen dabei zum Teil die handelnden Charaktere zu kurz. Man bekommt zwar einen Einblick in die groben biographischen Daten und beruflichen Wege der Hauptpersonen, aber dennoch bleiben sie einem zum Teil seltsam fremd, da Larson sich nur und ausschließlich auf überlieferte Fakten konzentriert und jede darüber hinaus gehende Spekulation ablehnt bzw. als solche kennzeichnet. Die menschliche Katastrophe hinter den Ereignissen wird so höchstens angeschnitten.
Für ein Sachbuch ist diese Vorgehensweise zwar durchaus lobenswert, doch dann hätte der Verlag sich darüber hinaus an andere wissenschaftliche Konventionen halten sollen. Mir ist z.B. erst in der Mitte des Buches überhaupt aufgefallen, dass es einen extensiven Anhang mit Endnoten gibt, auf die allerdings im Text ärgerlicherweise nirgends hingewiesen wird.
Darüber hinaus verlieren besonders die Beschreibungen der sich zuspitzenden Wetterlage und der Auswirkungen des Sturms viel von ihrer Kraft, da sowohl Skizzen und Schaubilder als auch Fotos weitgehend fehlen, obwohl diese zuhauf im Internet zu finden sind. In dieser Hinsicht ist Larson's "Der Teufel von Chicago" deutlich besser gelungen.
Mein letzter kleinerer Kritikpunkt bezieht sich auf Larson's Themenauswahl. So interessant die Zeit des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts auch ist, scheint Larson sich im Endeffekt immer mit denselben Phänomenen, sprich: Machbarkeitswahn und Hybris, zu beschäftigen. Im ersten Buch wirkt das noch originell und aufschlussreich, aber bereits nach dem zweiten habe ich das Gefühl, dass Larson mir nun keine wirklich neuen Erkenntnisse mehr vermitteln kann - egal welches Thema er beim nächsten Mal behandelt.

Der Teufel von Chicago
Der Teufel von Chicago
von Erik Larson
  Broschiert

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender kann ein Sachbuch kaum sein!, 6. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel von Chicago (Broschiert)
Das einzige Manko von "Der Teufel von Chicago" ist seine Vermarktung in Deutschland. Tatsächlich denkt man bei Titel, Cover, Illustration und Zusammenfassung unwillkürlich, dass man einen Roman in der Hand hält, so dass ich verstehen kann, dass jeder Leser, der diesem Irrtum erliegt, enttäuscht ist. Wer aber weiß, dass er bei Larson's Werk zu einem Sachbuch greift, wird nicht enttäuscht sein. Sowohl die Planung und Durchführung der Weltausstellung von 1893 mit all ihren Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen wie auch Holmes' barbarisches Treiben als Serienmörder sind spannend und kenntnisreich, mit einer Liebe fürs Detail und das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts geschildert.
Diese Spannung i. S. Serienmörder-Plot wird besonders dadurch erzeugt, dass Larson auf reißerische Beschreibungen komplett verzichtet und statt dessen beinahe minutiös und sachlich die Geschehnisse wiedergibt.
Der Zusammenhang mit der Geschichte der Weltausstellung ist augenfällig. Chicago befindet sich Anfang der 1890er in einem derartigen Aufstiegstaumel und zieht solche Massen von Menschen an, dass es gar nicht auffällt, dass immer wieder welche spurlos verschwinden. Diese Tatsache wird lange Zeit nicht einmal hinterfragt. Und so sind die Weltausstellung und der Serienmörder Holmes beide auf ihre Art Ausdruck des aufstrebenden modernen Zeitalters, in dem sprichwörtlich gilt: "Nichts ist unmöglich."

Der Wanderchirurg
Der Wanderchirurg
von Wolf Serno
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen langweilig und vorhersehbar, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Wanderchirurg (Taschenbuch)
Ich habe mir "Der Wanderchirurg" gekauft, weil mir Sernos "Hexenkammer" recht gut gefallen hat und ich auch hier einen nicht unbedingt anspruchsvollen aber doch unterhaltsamen Mittelalterroman erwartete. Leider ist das Buch alles andere als unterhaltsam und zudem auch nicht besonders ansprechend geschrieben. Bereits der Prolog verrät das Geheimnis, dem der Mönch Vitus die nächsten 800 Seiten auf die Spur zu kommen versucht, so dass höchstens sein Weg zum Ziel noch interessant für den Leser wäre.
Leider endet dieser Weg nach wenigen Seiten im Kerker und findet aus diesem auch laaaaaaange Zeit nicht mehr hinaus, so dass man sich vom Titel um das Wandererlebnis weitgehend betrogen fühlt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Protagonist Vitus einem mit seiner fortwährenden Naivität, Freundlichkeit und Höflichkeit ziemlich schnell auf die Nerven geht, so dass ich mir zwischenzeitlich ernsthaft sein möglichst schnelles Ende durch die Inquisition gewünscht habe.
Selbst humoristische Versuche sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Griff ins Klo. Geld kann natürlich in einem Kerker höchstens in diversen Körperöffnungen sicher versteckt werden, was einen Charakter zu der wahnsinnig witzigen Äußerung "Pecunia non olet" hinreißt. Als kleiner Schmunzler am Rande könnte das vielleicht noch durchgehen, wenn der Autor sich nicht 5 Seiten später dazu berufen fühlen würde dem Leser vorsichtshalber zu erklären "dass diese Worte >Geld stinkt nicht< bedeuten". Da diese Alltagsredewendung selbst zu mir als Nicht-Lateinkennerin durchgedrungen war, habe ich mich spätestens an dieser Stelle gefragt, für wie geistig minderbemittelt der Autor seine Leser halten muss, wenn er ihnen selbst kleinste Witze und Andeutungen meint erkären zu müssen.

Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
von Anonyma
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringlich und vorausschauend, 29. Juli 2007
Ich kann sehr gut verstehen, dass dieses Buch zeitweilig für eine Fälschung gehalten wurde. Die Tagebuchschreiberin betrachtet die Geschehnisse am Ende des 2. Weltkrieges mit so viel Weitblick und einer dermaßen präzisen Beobachtungsgabe für das Wesentliche, dass man leicht denken könnte, jemand habe hier im historischen Rückblick ein Thema wieder aufgegriffen. Umso eindringlicher wirkt die Lektüre im Bewusstsein ihrer Authentizität. Es beeindruckt aus heutiger Sicht sehr mit welch kühlem Kopf die Autorin in den Kriegswirren der letzten Tage gehandelt hat und wie es ihr trotz Leid und Gewalt an allen Ecken und Enden gelingt auch den Feinden noch Menschliches abzugewinnen. Absolute Gänsehaut-Literatur.

Roman eines Schicksallosen
Roman eines Schicksallosen
von Imre Kertész
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das sprachlos macht, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Kertesz ist es tatsächlich gelungen der NS-Zeit Jahrzehnte nach ihrem Ende noch eine neue Sichtweise hinzuzufügen. Sein großer Verdienst besteht darin, auch den Nachgeborenen anschaulich vor Augen zu führen, was das Terrorregime der Nazis für den Einzelnen bedeutete, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene unschuldig in den Sog des Bösen gerieten und im wahrsten Sinne des Wortes nicht wussten wie ihnen geschah.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre an Schulen werden.

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5