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Rezensionen verfasst von
Matthias "Serienjunkie" (Berlin, Deutschland)

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Die Nacht der Raben
Die Nacht der Raben
von Ann Cleeves
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimi und Charakterstudie in Insel-Isolation, 19. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht der Raben (Taschenbuch)
Winter auf den Shetland-Inseln: Die 16-jährige Catherine Ross wird kurz nach Neujahr auf einem Feld im Schnee erdrosselt aufgefunden, umbringt von Raben.

Als Schuldigen sehen die Insulaner sofort den alten Einsiedler Magnus Tait, dem vor mehreren Jahren schon einmal zugeschrieben wurde, etwas mit dem mysteriösen Verschwinden der kleinen Catriona Bruce zu tun gehabt zu haben, dem jedoch nie etwas nachgewiesen werden konnte.
Catherine Ross war mit ihrer besten Freundin Sally Henry in der Silvester-Nacht - nach einer großen Party - bei Magnus Tait vorbeigeschneit, um dem alten Mann ein frohes neues Jahr zu wünschen. Am Folgetag wurde Magnus von Fran Hunter, die auch die Leiche von Catherine fand, dabei beobachtet, wie er mit Catherine gemeinsam aus dem Bus stieg und Richtung Hillhead ging, wo Magnus wohnt und das direkt neben dem Feld liegt, auf dem Catherine später ermordet aufgefunden wurde.
Ist Magnus wirklich der Täter? Hat der Mord damit zu tun, dass die zugezogene Catherine für ein Schulprojekt einen Film über die Shetlander drehen wollte? Hat sie etwas gefilmt, was sie nicht hätte filmen sollen? Hat sie ein Geheimnis aufgedeckt? Ist es Zufall, dass beide Mädchenvornamen mit "C" anfingen?

Diesen Fragen geht Detective Inspector Jimmy Perez nach, der - sein Nachname deutet es schon an -, genau wie Catherine unter Integrationsproblem und Einsamkeit auf Shetland litt.
Das Thema Einsamkeit zieht sich sowieso wie ein roter Faden durch das Buch: Die alleinerziehende Fran Hunter, die ihrer Tochter Cassie zu liebe nach Shetland zog, damit diese näher bei ihrem Vater lebt. Mr. Ross, Catherinse Vater, der seiner vor Kurzem an Krebs verstorbenen Frau nachtrauert und dadurch völlig aus dem Blick verliert, was Catherine eigentlich so neben der Schule treibt... bis er sie schließlich auch verloren hat.
Sally Henry, Catherines beste Freundin, die als Tochter der Grundschullehrerin immer eine Außenseiterin war, weil sie von Gleichaltrigen gemobbt wurde. Magnus Tait, der nach dem Tod seiner Schwester und seiner Mutter ein Einsiedlerleben führt und von den anderen Insulanern quasi nur noch geduldet wird.
Ganz besonders gefallen - neben Jimmy Perez - haben mir dabei die Kapitel, die sich um Catherines Freundin Sally Henry drehen, mit der man sich als Leser sehr gut identifizieren kann.
Auch Fran Hunter hat mir sehr gut gefallen.

Und so lebt dieser Krimi weniger von seinem Plot, der dennoch spannend bis zur letzten Seite ist und dann mit einer grandiosen Auflösung endet, die genauso überraschend wie plausibel ist, sondern von seinen Figuren. Ann Cleeves, die für Die Nacht der Raben 2006 mit dem Duncan Lawrie Dagger Award, einem der hochdotiertesten Preise der Kriminalliteratur, ausgezeichnet wurde, lässt uns in jedem Kapitel an den Gedanken und Gefühlen einer Figur teilhaben, sodass man manche Handlungen nochmal parallel aus anderer Sichtweise erlebt. Sie haucht den Figuren leben ein, eine große Backstory, ohne dabei zu sehr ins Nebensächliche abzudriften.
Genau das hat mir daran gefallen, man taucht so richtig tief ein in das Beziehungsgeflecht auf Shetland, einer Gemeinschaft, wo quasi jeder jeden kennt, aber unter der Oberfläche jeder ein dunkles Geheimnis mit sich trägt.
Hinzu kommt natürlich das tolle Ambiente, die düster-kalte Atmosphäre einer winterlichen Insel-Isolation.
Das Finale findet übrigens statt beim Up Helly Aa, einem Wikinger-Fest auf Shetland, das jeden letzten Dienstag im Januar stattfindet und zeigt, dass die Shetlands kulturell nicht nur durch Schottland, sondern vor allem auch durch die Zeit geprägt wurde, als die Inselgruppe ein Teil Skandinaviens war.

Die Nacht der Raben ist der erste Roman von Ann Cleeves Shetland-Quartett. Jeder Krimi soll eine Jahreszeit auf den Shetland-Inseln abdecken. Ob jeder davon - den sehr einfühlsam und menschlich ermittelnden - Jimmy Perez als Protagonist und Ermittler beinhalten wird, ist wohl noch nicht bekannt. Fakt ist aber, dass Ann Cleeves gesagt hat, dass sie noch mehr über Jimmy Perez schreiben möchte. Gleichzeitig begrenzt sie Reihe bewusst auf vier Bücher, jeder mit einer Jahreszeit, weil es ihr zu unplausibel und konstruiert erscheinen würde, wenn man daraus eine Endlosserie machen würde wollen, da die Shetlands nun mal ein begrenztes und isoliertes Gebiet sind.
Der zweite Shetland-Krimi, der bei uns Der längste Tag heissen wird, erscheint im Juni 2008, also ein gutes halbes Jahr nach Erscheinen des ersten Shetland-Krimis in Deutschland.

Ich bin darauf schon sehr gespannt, freue mich auf ein Wiedersehen mit Jimmy Perez und eventuell auch einigen anderen wiederkehrenden Charakteren.

Ich kann Die Nacht der Raben wirklich nur jedem empfehlen, der gerne Krimis liest, die nicht vor Action strotzen, sondern durch die vielschichten und nahe bringenden Figuren motiviert werden sowie eine kalte, düstere Insel-Atmosphäre haben.

Two and a Half Men: Mein cooler Onkel Charlie - Die komplette dritte Staffel [4 DVDs]
Two and a Half Men: Mein cooler Onkel Charlie - Die komplette dritte Staffel [4 DVDs]
DVD ~ Charlie Sheen
Preis: EUR 11,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassige Sitcom, beste Staffel!, 28. Oktober 2007
Auch wenn Charlie Sheen quasi nur sich selbst spielt, ist TWO AND A HALF MEN nach einigen Anfangsschwierigkeiten in der dritten und bislang besten Staffel zu einer der besten Sitcoms der letzten Jahre geworden, ganz in der Tradition von KING OF QUEENS, WILL & GRACE oder FRIENDS.
Nur dass TWO AND A HALF MEN nur ganz selten mal Gastauftritte bekannter Stars nutzt, um Quotenhöhenflüge zu erreichen, sondern einfach durch die originellen Plotideen und irre komischen Gags lebt. Dennoch tritt in einer Episode Charlie Sheens Vater Martin Sheen als Lover von Charlies Mutter auf.
Manchmal genügt schon Jon Cryers Mimik, um einen Lachanfall auszulösen.
Dabei ist TWO AND A HALF MEN für US-Verhältnisse relativ gewagt und freizügig was sexuelle Anspielungen und Gags angeht, trotzdem aber nie unter der Gürtellinie, sondern immer mit Intellekt, Charme und Witz.
Bemerkenswert ist für eine Sitcom auch, die ja normalerweise keine richtigen Weiterentwicklungen oder durchgehende Storylines haben, dass man mit der heissen Emmanuelle Vaugier als Charlies erste feste Freundin und sogar potentielle Ehefrau einen größeren Handlungsbogen eingebaut hat.
Klare Kaufempfehlung!

The Closer - Die komplette erste Staffel (4 DVDs)
The Closer - Die komplette erste Staffel (4 DVDs)
DVD ~ Kyra Sedgwick
Preis: EUR 11,99

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit ihren knallharten Verhörmethoden bekommt sie jeden Mörder zum Reden - nur bei Süssigkeiten wird sie schwach!, 4. März 2007
Die Rede ist von Deputy Chief Brenda Leigh Johnson, gespielt von Kevin Bacons Ehefrau Kyra Sedgwick in der erstklassigen Krimi-Serie The Closer.

Seit dem 8. November 2006 bereichert The Closer den Krimi-Mittwoch bei VOX - mit Quoten, die zwar nicht so hoch sind wie zu CSI-Zeiten, aber immer noch deutlich über dem VOX-Schnitt und damit ein voller Erfolg.

Die Serie beginnt damit, dass Brenda, die beim CIA zur Verhörspezialistin ausgebildet wurde, von Atlanta nach LA zieht, wo sie die Leitung der neu gegründeten Sondereinheit Priority Homicide übernimmt, was vor allem den männlichen Mitgliedern des Teams - manche hatten wohl auf eine Beförderung/den Posten der Leitung gehofft - überhaupt nicht zusagt.

Brenda hat als Teamleiterin kein Fingerspitzengefühl und eckt überall an, weil sie so knallhart wirkt - sie ist eben ein "Closer", eine Polizistin, die jeden Fall zum Abschluss bringt.

Doch hinter der Fassade befindet sich eine gefühlvolle, im Privatleben/in Beziehungsfragen mehr als unsichere Frau, die eine Schwäche für Süsskrams und Fastfood hat.

Die Serie besticht nicht nur durch spannende und dramatische Krimi-Plots, die oft wirklich harter Tobak sind, sondern vor allem durch die ausgefeilten Figuren und dem damit verbundenen Humor, der zum Beispiel durch Brendas süsse Verplantheit entsteht (sie verlegt ständig ihre Brille, verfährt sich laufend in ihrem neuen Wohnort und gibt sich unmodisch und prüde im aufgestylten Los Angeles).

Dabei ist die Serie aber nie so albern wie z.B. NCIS oder Monk, wo der Schwerpunkt auf Comedy liegt - nein, trotz Fokus auf den Charakteren liegt das Hauptaugenmerk doch im kriminalistischen Bereich.

Die ausgewogene Mischung ist einfach das, was die Serie so vielschichtig und interessant wirken lässt.

Seit letzter Woche ist die Serie auch hierzulande in einer schmucken Box auf DVD erhältlich.

Ich habe eben erneut in den O-Ton reingehört und muss sagen, dass ich die deutsche Synchronfassung mit Ghadah Al-Akel in der Hauptrolle wirklich bevorzuge. Kyras kratzig-alte Stimme gepaart mit Südstaaten-Genuschel lässt mir einfach die Haare zu Berge stehen.

Schauspielerisch steht die Synchro der Originalfassung auch in nichts nach, denn die Wandlungsfähigkeit, für die Kyra Sedgwick dieses Jahr mit dem Golden Globe als beste Darstellerin in einer Drama-Serie ausgezeichnet wurde, wird hervorragend ins Deutsche transportiert.

Wer altmodisch gestrickte Krimi-Serien mag, fernab vom pseudocoolen, sterilen CSI-Look, der sollte unbedingt mal einen Blick auf "The Closer" werfen.

Alias - Die Agentin - Die komplette dritte Staffel (6 DVDs)
Alias - Die Agentin - Die komplette dritte Staffel (6 DVDs)
DVD ~ Jennifer Garner
Preis: EUR 13,99

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das verflixte dritte Jahr, 8. Februar 2006
Die meisten Serien kränkeln und schwächeln oft in ihrer 3. Staffel.
Kein Wunder: In einer dritten Staffel haben die Serien-Autoren es besonders schwierig, das zu behalten, was die Fans bisher an der Serie mochten, andere Sachen geschickt über Bord zu werfen (was oft auch Hauptcharaktere betrifft) und neue Handlungsstränge und Personen einzuführen, um nicht nur die alten Fans zu halten, sondern auch neue hinzuzugewinnen, damit die Quoten möglichst konstant bleiben. Eine dritte Staffel, stellt bei einer Serie also meistens einen großen Wandel dar.

Und auch ALIAS ist da keine Ausnahme: Gleich drei ehemalige Hauptdarsteller wurden über Bord geworfen und treten nur noch vereinzelt als Gaststars auf. Außerdem hat sich das ursprüngliche Hauptkonzept der Serie, das Doppelagenten-Dasein von Sydney Bristow, schon am Ende der 2. Staffel mit der Zerschlagung von SD6 verflüchtigt. Daraus resultierte, dass die ehemalige Nemesis, Sloane, quasi zum Verbündeten mutiert, und auch eine neue feindliche Organisation geschaffen werden musste, bei ALIAS in Form des Convents und des Trusts (ein geheimnisvoller Orden von Rambaldi-Anhängern).
Gleichzeitig wurde ein ehemaliger Nebencharakter zum Hauptcharakter - und es wurde auch ein komplett neuer weiblicher Hauptcharakter neben Syd eingeführt.

Der Start von Staffel 3 erinnert damit also etwas an den Start der Serie selbst am Anfang von Staffel 1: Relativ mau.
Nach dem unglaublichen Cliffhanger, der uns am Ende von Staffel 2 die Kinnlade runterklappen und mit vielen Fragen zurück ließ, gestaltet sich der Einstieg halt schwierig, weil viele Enden logisch zusammengeknüpft und aufgeklärt werden müssen.
Darum sind die ersten drei bis vier Folgen der 3. Staffel IMHO das bisher Schlechteste, was die Serie bislang erzählerisch abgeliefert hat.

Doch danach geht es Schlag auf Schlag und uns werden wieder viele spannende, actionreiche, mysteriöse, dramatische Episoden serviert.

Die erste Hälfte der Staffel befasst sich mit der Frage, wo Syd in den letzten 2 Jahren, an die sie sich nicht mehr erinnern kann, gewesen ist. Die zweite Hälfte zeigt dann, dass - natürlich - alles etwas mit dem Rambaldi-Mystery-Plot zu tun hatte, zwar nur indirekt, aber dennoch, weswegen Rambaldi ab dann wieder mehr in den Fokus rückt und sogar die Haupthandlung bestimmt.
Parallel laufen natürlich, wie gehabt, die normalen Agenten-Plots, aber auch die haben es in sich: Ein Maulwurf des Convents treibt in der CIA sein Unwesen, den es also zu enttarnen gilt.

Staffel 3 hat die Kurve also meiner Meinung nach wieder gekriegt und gezeigt, warum die Serie so gut ist.
Die Storys und die schauspielerischen Leistungen sind so gut wie eh und je, auch wenn es manchmal ein paar kleine Durchhänger gibt, aber wenn wir mal ehrlich sind, haben das eigentlich alle Serien zwischendurch mal - vor allem im verflixten dritten Jahr.

Fans der Serie ist S3 jedenfalls sehr zu empfehlen, zumal Pro7 sie wohl eh nie mehr zeigen wird - so hat man sie wenigstens zu einem relativ günstigen Preis, sieht die Folgen ziemlich am Stück und werbefrei noch dazu (+ ein paar Extras).

Potentiellen Neueinsteigern seien natürlich erstmal Staffel 1 + 2 angeraten.



Alias - Die Agentin - Die komplette erste Staffel (6 DVDs)
Alias - Die Agentin - Die komplette erste Staffel (6 DVDs)
DVD ~ Jennifer Garner
Preis: EUR 13,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen selbstironische Agenten-Persiflage + Mystery, 7. Februar 2006
ALIAS ist meiner Meinung nach eine der besten US-Serien seit dem Jahr 2000.
Zum Hauptplot etc. ist eigentlich hier schon alles gesagt worden, daher konzentriere ich mich in meiner Rezension etwas mehr um das "Drumherum":

Auch wenn J.J. Abrams und seine Crew hier vor allem in den ersten Folgen noch nicht ganz so gekonnt das Erzählpotential nutzen, wie sie das später bei LOST schon von Beginn an gemacht haben, legt die Serie danach zunehmends und sehr stark zu.
Es gibt viele Action-Szenen, die allerdings mehr wie eine Persiflage auf das Agenten-Genre, vor allem auf JAMES BOND, wirken, weil sie oft stark überzogen sind und nicht zu vergessen mit Marshall einen hauseigenen Q samt vieler technischer Gadgets mitbringen, was immer sehr unterhaltend und spannend anzusehen ist.

Doch wie bei J.J. Abrams' späteren Baby LOST wäre das an und für sich genommen nicht sonderlich kreativ und auf Dauer ein bisschen fad.
Was ALIAS - genau wie LOST - so faszinierend und spannend macht, sind zum einen die Dramen zwischen den sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, zum anderen der Mystery-Plot, der sich nach einigen Folgen aufbaut und immer mehr entfaltet - ja, sogar noch bis in die aktuellen Staffeln hin nie ganz vernachlässigt wurde und im Serien-Finale, das in den USA im Spätfrühjahr/Sommer gezeigt wird, höchstwahrscheinlich ebenfalls eine große Rolle spielen wird.

Dieser Mystery-Plot dreht sich um einen (fiktiven) mittelalterlichen Propheten und Erfinder namens Rambaldi, der eine Mischung aus Nostradamus und Leonardo DaVinci darstellt.
Die Prämisse: Die Geheimdienste der Welt sowie einige private, meist kriminelle, Organisationen jagen historischen Artefakten von Rambaldi nach, die überall auf der Welt verstreut sind.
Diese Artefakte ergeben einzeln meist nicht viel Sinn, doch zusammengesetzt sollen sie etwas großes Ganzes ergeben - von den Geheimdiensten wird angenommen, dass es vielleicht eine mächtige Waffe, große Energiequelle, oder sowas, sei.
Worauf wollte Rambaldi hinaus, was hat er gesehen, was hat er geschaffen und hinterlassen? Irgendeine Art von Zeitmaschine, ein Mittel zur Unsterblichkeit, Klone... ?
Das werden wir endgültig wohl erst am Ende der Serie, also im Finale von Staffel 5, erfahren. Doch wie auch bei LOST sagt J.J. Abrams nicht umsonst, was der Sinn seiner Serien ist: Der Weg ist das Ziel.

Und so erleben wir in den Staffeln 1 bis 3 (S4 + 5 sind in Deutschland noch nicht erschienen) zahlreiche spannende, actionreiche, mysteriöse, dramatische, lustige und auch traurige Geschichten rund um Sydney Bristows Leben in der nach Macht, Geld und Rambaldi-Schätzen gierenden Geheimdienst-Welt.

Wer eine Portion Mystery und selbstironische Gags nicht mag, sollte lieber beim bodenständigeren 24 bleiben, allen anderen sei die Serie wärmstens ans Herz gelegt.

Auch wenn Pro7 sie wohl nie mehr fortführen wird, ist die Zukunft dennoch gesichert: Staffel 4 ist schon komplett synchronisiert und erscheint in ein paar Monaten auf DVD, die letzte Staffel, Staffel 5, soll bald synchronisiert werden.

Also, lasst euch auf diese geniale Serie ein, aber Vorsicht: Die Handlungsstränge sind teilweise noch komplexer als bei 24 (wo ja meist innerhalb einer Staffel alles abgeschlossen ist) und die Cliffhanger oft noch WESENTLICH härter, sodass das Suchtpotential sehr hoch ist.



Das Fenster zum Hof
Das Fenster zum Hof
DVD ~ James Stewart
Preis: EUR 9,99

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine der besten Hitchcock-Filme!, 20. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Fenster zum Hof (DVD)
Es soll ja Leute geben, die diesen erstklassigen Film, oder generell Hitchcock-Filme, noch nie gesehen haben.
Nun denn, "Das Fenster zum Hof" ist und bleibt wohl mein Lieblingsfilm von Hitch. Die Handlung ist so simpel wie genial: Der Foto-Journalist L.B. "Jeff" Jeffries (James Stewart) ist wegen eines gebrochenen Beines an einen Rollstuhl gefesselt. Da Hochsommer ist, verbringt er den ganzen Tag über die Zeit am großen Erkerfenster seines Appartments, um frische Luft zu bekommen. Dieses Fenster ist mit Blick auf den Innenhof eines großen New Yorker Appartment-Hauses. Aus Langeweile fängt er an, das Treiben der Leute, die er in den gegenüberliegenden Fenstern oder im Innenhof sieht, zu beobachten.
Schließlich beobachtet er ein Ehepaar, das sich dauernd streitet, dessen Frau krank und bettlegerig zu sein scheint. Eines Tages ist die Ehefrau auf einmal quasi über Nacht verschwunden und Jeffries wittert einen Mord, was sich durch beobachtete Indizien zu verhärten scheint.

Der Film hat einen tollen Spannungsaufbau, einen ruhigen Erzählrhytmus und gleichzeitig eine unglaublich starke Atmosphäre. Es ist wirklich, als schaue man selbst durch das Fenster in den Hof. Hitchcock hat dabei natürlich ganz bewusst darauf gesetzt, den kleinen Voyeur, der in jedem von uns steckt, zu wecken, was ihm auch sehr gut gelungen ist.

Der Hof ist ein wahrer Mikro-Kosmos, der laut Hitchcock (siehe das Buch: "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?") die Liebe thematisiert. Da ist das junge Ehepaar, die ständig miteinander schlafen, das ältere Ehepaar, dessen Frau ihre ganze Liebe dem kleinen Hundchen widmet, oder die junge, attraktive Tänzerin, die sich mehrere attraktive Liebhaber zu halten scheint, aber doch nur auf ihren kleinen, unattraktiven Freund wartet, der beim Militär eingezogen ist. Da ist der Pianist, der durch ein eigenkomponiertes Liebeslied, das durch den ganzen Hof schallt, die Aufmerksamkeit einer einsamen Frau weckt, die ebenfalls im Innenhof wohnt. Und da sind L.B. Jeffries (James Stewart) und Lisa Carol Fremont (hinreißend: Grace Kelly): Lisa glaubt in Jeff den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, doch er sträubt sich noch ein wenig, sie zu heiraten, da er der aktive Foto-Journalist ist, der in aller Herren Länder reist, um Reportagen zu machen und dabei oft sein Leben aufs Spiel setzt, und da sie die junge Frau aus reichem Hause ist, die jeden Tag ein neues Kleid tragen muss.
Es schwimmt also auch leichte, unterschwellige Gesellschaftskritik in REAR WINDOW (so der Originaltitel) mit.
Zu erwähnen sei noch Raymund "Perry Mason" Burr als angeblicher Frauen-Mörder Lars Thorwald, der - genau wie Stewart - ein sehr intensives Schauspiel abliefert.

In "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" erzählt Hitch, dass er bei DAS FENSTER ZUM HOF auch von zwei realen Kriminalfällen inspiriert wurde, vor allem, als es darum geht, dass als Beweis die (komplette) Leiche gefunden werden muss, denn ohne Leiche kein wirklicher Mord-Beweis, sondern nur Indizien.
Interessant ist auch, dass für DAS FENSTER ZUM HOF die zu damaligen Zeiten größte Studiobühne gebaut werden musste, da es sich als schwierig herausstellte, die richtigen Lichtverhältnisse hinzubekommen, wenn man draußen in einem echten New Yorker Innenhof gedreht hätte.

Wer, "Das Fenster zum Hof" jedenfalls noch nicht kennt, hat einen der besten Hitchcock-Filme und auch ganz generell einen der besten Filme überhaupt verpasst. Man kann es eigentlich nicht wirklich als reinrassigen Krimi bezeichnen, er ist viel mehr als das, eben auch Gesellschaftsdrama und Psychogramm, was einen auch erkennen lässt, dass die Buch-Vorlage vom genialen, aber unterschätzten Cornell Woolrich geschrieben wurde.

Auch noch wichtig: Die Original-Kinosynchro von 1954 gilt seit Jahrzehnten als verschollen, weswegen in den 80ern eine Neu-Synchro - zum Glück immer noch mit dem grandiosen Siegmar Schneider auf Jimmy Stewart - angefertigt wurde, die ihrer wirklich würdig ist. Trotz der neue(re)n Synchro kommt "klassische" Atmosphäre auf, alle Synchronsprecher, allen voran natürlich Siegmar Schneider, Monica Bielenstein und Joachim Nottke - spielen ihre Rollen perfekt.

Dieser Film gehört jedenfalls in jede gute DVD-Sammlung!



Das Fenster zum Hof: Und vier weitere Kriminalstories
Das Fenster zum Hof: Und vier weitere Kriminalstories
von Cornell Woolrich
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mehr als nur Vorlage für eine Verfilmung!, 20. August 2005
Der Inhalt ist praktisch mit dem Film identisch und unterscheidet sich eigentlich fast nur in zwei Punkten:

a) im Film hat er eine Krankenpflegerin, hier ist es ein Pfleger
b) im Buch existiert die Rolle von Grace Kelly nicht. Aber der schüchterne Hitch, dem es ja bekanntlich die kühlen Blondinen angetan hatten, wollte natürlich "seine" Grace Kelly im Film haben.

Die Kurzgeschichte von Woolrich ist trotz einiger kleiner Unterschiede zum Film sehr spannend geschrieben. Eine der besten Krimi-Kurzgeschichten überhaupt.

Zu betonen sei noch, dass nicht nur die Titelgeschichte, sondern auch die vier weiteren Kurzgeschichten überaus packend sind. Sehr zu empfehlen sind vor allen Dingen "Post Mortem" und "Drei Uhr nachmittags". DREI UHR NACHMITTAGS erzählt die Geschichte eines Mannes, der seine ihn betrügende Ehefrau mittels eines Sprengsatzes umbringen, es aber wie einen Gasleck-Unfall aussehen lassen will. POST MORTEM erzählt von einer Frau, die erfährt, dass ihr unter ominösen Umständen verstorbener Ex-Mann bei einer Lotterie mitgemacht und gewonnen hat. Doch zur Einlösung des Gewinns benötigt sie die Quittung. Doch da sie nichts von dem Gewinnspiel wusste, hat sie auch keinen blassen Schimmer, wo der Schein sein könnte. Die Suche nach der Quittung bringt allerdings ganz andere Sachen zum Vorschein...
POST MORTEM ist leider, aus heutiger Sicht, etwas klischeehaft geschrieben, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.

Cornell Woolrichs Geschichten sind rabenschwarz, nicht umsonst sind seine Geschichten neben Raymond Chandler und Co. bei der Noir-Kriminalliteratur eingeordnet. Das heisst aber nicht, dass sie durchweg kein Happy-End haben - im Gegenteil. Nur sollte man aufpassen: Bei Woolrich kommt immer alles anders, als man es erwartet. Es gibt oft ein paar etwas unvorhersehbare Wendungen.

Wer jedoch klassische Whodunits im Stil von Agatha Christie erwartet, sei gewarnt: Woolrich ist keine waschechte Kriminalliteratur. Viel mehr benutzt er die Krimi-Plots als Aufhänger und Rahmenhandlung für Gesellschaftskritik und Psychoanalysen. Das allerdings so locker und unterhaltend geschrieben, dass manch Lesefauler keine ellenlangen wissenschaftlichen Abhandlungen befürchten muss.
Es ist immer noch seichte Unterhaltung - nicht umsonst wurden mehrere seiner Kurzgeschichten in massentauglichen Kinofilmen verarbeitet (u.a. von dem bereits erwähnten Hitchcock). Aber er dringt dabei eben manchmal auch etwas tiefer in die menschliche Psyche, bzw. deren dunkler, düsterer Teil, ein.

Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung an alle Krimi-Freunde.
Die Kurzgeschichten sind auch alle jeweils wirklich nicht so lang, sodass man sie eben auch mal perfekt "zwischendurch" rezipieren kann.



Die Sopranos - Die komplette zweite Staffel (4 DVDs)
Die Sopranos - Die komplette zweite Staffel (4 DVDs)
DVD ~ James Gandolfini

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Serie mit erstklassiger Synchronisation!, 25. März 2005
Was den Inhalt, Stil und Qualität der Serie angeht, sind wir uns wohl alle einig, dass das mit das Beste ist, was je als TV-Serie produziert wurde. Was allerdings die Synchro angeht, kann ich mich meinem Vorredner nicht anschließen: Die Serie besticht durch eine erstklassige deutsche Synchronisation, wie man sie leider nur selten im Fernsehen zu hören bekommt. Die Synchronsprecher, allen voran natürlich Eberhard Haar (James Gandolfini), Cornelia Meinhardt (Lorraine Bracco) und Katja Brügger (Edie Falco), spielen ihre Rollen ebenso großartig wie die Original-Darsteller und wurden alle sehr passend zu den Rollen ausgewählt. Auch das deutsche Dialogbuch ist gut geschrieben, denn es überträgt den eigenwilligen Sprachstil der Serie einfach authentisch. Buch und Regie hatte Jürgen Neu, synchronisiert wurde bei der Studio Hamburg Synchron GmbH.
Dass diese Serie im deutschen TV praktisch an der breiten Masse vorbeiging (wie z.B. auch NYPD BLUE oder LAW AND ORDER), liegt wohl leider an dem schlechten Sendeplatz (Nachts am Wochenende, manchmal geänderte Anfangszeiten, Ausfälle etc.) und dem geringen Trailer-Marketing des ZDF, sodass die Serie dort leider ganz abgesetzt wurde. Vielleicht wird sie ja nun auf DVD beliebter, sodass die Staffeln 3-5 (die 2004 synchronisiert wurden und bei Premiere im Sommer ausgestrahlt wurden) auch zügig auf DVD erscheinen. Für die Staffeln 1 und 2, die beide gleichzeitig am 15. April erscheinen (es herrscht ja Nachhohlbedarf für die deutschen Fans), gibt es von mir jedenfalls eine klare Kaufempfehlung, denn die deutsche Synchronisation ist dem O-Ton ebenbürtig!

Späte Jungs (Manchild)  - Die komplette erste Staffel
Späte Jungs (Manchild) - Die komplette erste Staffel
DVD ~ Nigel Havers

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen das "very" britische "Sex and the City" für Männer!, 15. Oktober 2003
Diese Serie ist wirklich "very british" und besitzt diesen typisch britischen Humor, wie man ihn zum Beispiel auch aus "Mr. Bean" kennt. Es ist sozusagen das britische Pendant zu "Sex and the City", nur nicht ganz so prüde und eher für Männer (vor allem für die in der Midlife-Crisis) orientiert, der erzählende Protagonist wird von Nigel Havers dargestellt. Die DVD-Box bietet - neben der Unabhängigkeit zur deutschen Ausstrahlung, die zu Unrecht im ARD-Nachtprogramm versteckt ist - natürlich den Wechsel zum Original-Ton, dennoch ist auch die deutsche Synchronisation ausgezeichnet. Der Humor wird durch die deutschen Synchronschauspieler Reent Reins, Lutz Schnell, Thomas-Nero Wolff und Marco Kröger perfekt durch ein Dialogbuch von Dr. Michael Nowka (Synchronsprecher von Rick Moranis) ins Deutsche transportiert, sodass praktisch keine Pointe des Originals auf der Strecke bleibt. Nur schade, dass, obwohl es beide Synchronisationen aus Hamburg sind, für Nigel Havers nicht sein "Polizeiarzt Dangerfield" (RTL) - Synchronsprecher Holger Mahlich besetzt wurde. Der Preis ist für die Box wirklich sehr günstig (vor allem im Vergleich zu anderen DVD-Staffelboxen), schade nur, dass es scheinbar überhaupt keine Extras zu geben scheint, daher nur 4 statt der vollen 5 Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2008 11:38 PM CET


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