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six strings and more
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Eric Bibb in 50 Songs
Eric Bibb in 50 Songs
Preis: EUR 21,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 3 Stunden Eric Bibb mit sehr guter Songauswahl, 6. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eric Bibb in 50 Songs (Audio CD)
Im mittlerweile sehr umfangreichen Albumkatalog von Eric Bibb finden wir die letzte Zusammenfassung / Compilation aus Jahre 2005 mit dem Album Retrospective". Selbiges bietet eine Zusammenfassung der Jahre 1998-2005.

Nach knapp einer Dekade und mindestens 10 Folgealben greift Bibb in seiner aktuellen best of" ganze 50 Titel auf, welche in den Jahren 2003 bis heute aufgenommen wurden. Mittlerweile hat der viel jünger wirkende Mann die 60 hinter sich gelassen, das ausgiebige Touren und die jährlich neue Alben auf kontinuierlich hohem Niveau sind weiterhin sehr erfreuliche Konstanten.

Es würde den Rahmen dieser Kurzbesprechung sprengen, wenn wir die Titel oder Alben, von denen diese stammen en Detail besprechen. Hörer, die Bibb bereits auf Konzerten gesehen haben finden die Evergreens aus seinem Bühnenprogramm (Saucer & Cup, Connected, Shingle by Shingle, Needed Time)

Die breite Titelwahl bedient sowohl die Roots Fraktion" ( Booker's Guitar, Deeper the in well) als auch den gelungenen Ausflug in Richtung Weltmusik" ( Brothers in Bamako). Die Zusammenstellung eignet sich meiner Meinung nach hervorragend als Einstieg für Hörer, die Eric Bibb noch nicht kennen.

Das Terrain dieses Ausnahmemusikers ist die Bühne, somit gefällt mir der Umstand besonders, dass auch einige Stücke von der hervorragenden Scheibe Live at the FIP" Eingang finden.

Voller Kauftipp bzw. Empfehlung. Über 3 Stunden sehr gute Musik für rd 20, man kann durchaus von einem sehr guten Preis / Leistungsverhältnis sprechen.


II - Remastered Deluxe Edition
II - Remastered Deluxe Edition
Preis: EUR 14,99

47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jimmy Pages Neuanstrich lässt das Werk scheinen, 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: II - Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Jimmy Page, selbsternannter Konservator des Werkes der britischen Band unterzog die ersten drei Alben von Led Zeppelin einer gründlichen Neuabmischung, dem Pressetext folgend finden je Album auch unveröffentliche Varianten und Alternativaufnahmen Eingang und um das Paket vernünftig zu vermarkten geizt man nicht mit dem Zusatz "Deluxe".

Page ist seit dem Tod von John Bonham und der damit verbundenen Zwangsauflösung der Urformation umtriebig, neben bekannten Soloprojekten erfolgte vor einigen Jahren eine sehr medienwirksame (einmalige) Reunion. Noch zögern Sänger und Bassist noch einmal mit Page und Bonhams Sohn gemeinsam die Bühne zu entern, aber vielleicht ist dies nur eine Frage der Zeit.

Um die Anhängerschaft seit Jahren bei (Kauf)laune zu halten liefert Page in regelmäßigen Abständen immer wieder Archivschätze ("How the west was won") und Remasters.

Was Page bisher zu Tage gefördert hat überzeugte zumindestens mich zu 100%. Es waren nicht die berühmten Dachbodenfunde in unterirdischer Aufnahme- und Wiedergabequalität sondern Produkte intensiver Recherche mit zielgerichtetem Einsatz moderner aber nicht übertriebener Klangbearbeitung.

Eine Rezension des Werkes Led Zeppelin "II" spare ich mir an der Stelle. Interessenten, die diese Repertoirelücke in der Musiksammlung haben und das Album nicht kennen verweise ich auf die zahlreichen Besprechungen und Abhandlungen.

Was bietet 2014 das Album und welche Neuigkeiten rechtfertigen den Preis von knapp 17.00? Überzeugt das Werk auch den Fan, der bereits die Urversion" besitzt und den einen oder anderen Titel aus den eingangs erwähnten überarbeiteten Kompilations ( best of.../ remasters etc.)?

* Wir bekommen eine Doppel CD präsentiert. Das Urwerk in unveränderte Titelabfolge.
* Ein kleines Booklet mit Fotoaufnahmen der Musiker aus dieser Zeit
* Die zweite CD greift Roh(ab)mischungen auf, teilweise ohne Gesang als Backingtrack und ein Outtake mit dem Titel la la"

Um für mich neue Remastersversionen zu überprüfen höre ich die Wiedergabe gerne auf verschiedenen Systemen an, dies oftmals mehrfach. Dies führt in meiner Wahrnehmung schlüssig zum Fazit ob der neue Wein in alten Schläuchen lediglich in Punkto Loundness" frisiert wurde oder ob der Produzent sich wirklich Mühe gemacht hat, die verschiedenen Audiospuren der Instrumente und des Gesanges SINNVOLL zu bearbeiten.

Led Zeppelin "II" weisst einige Stücke auf, welche in der Komposition hohe Dynamikunterschiede präsentieren, auch begründet durch den Einsatz von Akustikgitarre und Orgel, die sich dann abrupt mit verzerrter E-Gitarren und brachialem Schlagzeug abwechseln. Somit waren "Thank you", der akustische Part von "Ramble on" und "What is and what never should be" für das erste Abhören fest gesetzt.

Auch von Interesse sind für mich der Übertitel "Whole lotta love", der bei der bisherigen Version immer einen Ritt auf der der Dynamikklinge darstellt und das leider etwas dumpfe "Bring it on home"

(Kurz)Fazit sofern es möglich ist, es "kurz" zu halten: Jimmy Page hat alles richtig gemacht. Alle Instrumente sind klarer in Lautsprecher wie Kopfhörer zu identifizieren als meine bisherigen Versionen. Durch eine Idee mehr Höhen in der neuen Mischung wirken die Aufnahmen frischer". Mehr Dynamik, Loudness oder Pegelanhebung erhören wir nur marginal. Dieses Fazit hat für alle Titel bis auf bring in on home" Gültigkeit. Hier (er)höre ich keinen nennenswerten Unterschied. Fairerweise sollten wir erwähnen, dass Page den Klang optimieren kann, aber die (Audio)Physik einer nicht ganz optimalen Aufnahme nicht überlisten kann. Diese kleine Randnotiz trübt jedoch nicht den Gesamteindruck, sondern soll auch unterstreichen, daß wir bei einer Besprechung nicht das komplette Werk über den Klee loben sollen.

Die zweite CD dient als Ergänzung und Vertiefung für Fans und Anhänger von Led Zeppelin. Da im Vorfeld keine wirklich neue Titel vollmundig ankündigt wurden soll bitte jeder Interessent für sich überprüfen, ob diese Ergänzung für ihn sinnvoll ist. Ich persönlich erachte die "Erforschung" von Teilabschnitten bis zur finalen Fertigstellung eines Liedes bzw. Albums als bei weilen spannend, da diese Schritte Aufschlüsse über Aufnahmeverfahren und auch handwerkliches Können der Musiker liefern.

Meine bisherige CD Led Zeppelin "II" werde ich meinem jungen Nachbarn schenken, der gerade erst 20 geworden ist, somit hat jetzt er die Urgene des Rocks zu Hand. Page hat mich sehr mit diesem neuen Paket erfreut.

Auf die Aussagen von Liebhaber und Anhänger von Vinyl Versionen (darunter zähle ich auch) über diese neu abgemischten Werke (I,II,III) freue ich mich sehr, denn erfreulicherweise sollen die Vinylversionen zeitgleich und in gleichem Umfang erscheinen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2014 6:06 PM MEST


The Blues Came Callin' (Special Edition)
The Blues Came Callin' (Special Edition)
Preis: EUR 15,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioses Album und bitte kein Nachruf..., 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist Walter Trouts 22 Studioalbum in seiner langen Karriere. Es entstand nach Angaben in den linernotes im Herbst letzten Jahres bis zum Januar 2014. Besonders in den letzten Monaten geben die Meldungen über seinen Gesundheitszustand großen Anlass zur Sorge. Unter anderem wurde dank virtueller Unterstützung der Anhängerschaft genügend finanzielle Mittel Dank des Donation" Prinzips zusammengetragen um die hohen Kosten von Trouts medizinischer Behandlung sicherzustellen. Wollen wir diesem Virtuosen daher Gesundheit und volle Genesung wünschen!

Das neue Album "The blues came calling" folgt keine zwei Jahre aus das famose letzte Studioalbum "Blues for the Modern Daze".

Auf den 12 Titeln brennt Trout erneut ein sehr facettenreiches Feuerwerk des Bluesrock ab. Unterstützung bekommt er von Mentor John Mayall, der eine Komposition beisteuert und auch bei anderen Titeln Trout an den Tasten unterstützt.

Wir sollten vor dem Hintergrund der schwerwiegenden Krankheit Trouts Texte ein wenig intensiver besprechen. Diese sind geprägt von der Angst vor der Zukunft, Dankbarkeit und der Zuneigung und Liebe seiner engsten Vertrauten, allen vorweg seine Frau ( nobody moves me like you do"), diese Komposition geht an Intensität unter die Haut. Wenn er allgemeingültig von sich gibt daß "The World Is Going Crazy (And So Am I)" etwas in der Welt nicht stimmt, und beim ihm letztendlich auch nicht, so nimmt man ihm diese Doppeldeutigkeit ab. Tiefe Einblicke in sein Seelenleben gewährt er uns in `The `Bottom Of The River'

Trouts Arbeit auf den sechs Saiten geben uns (erfreulicherweise) wenig Aufschluss auf seinen Gesundheitszustand. Willie" kommt als harter direkter Boogie daher, voller Kraft und Energie und bei The Bottom of the River" wechselt er elektrische mit akustischer Gitarre ab. Die CD wird durch ein sehr schönes Booklet ergänzt, mit vielen Fotos, sehr detaillierten Hinweisen in den linernotes über die Kompositionen und verwendete Instrumente / Technik.

Mit The Blues came calling" feiert Trout sein immerhin 25-jähriges Jubiläum als Solokünstler. Viele Jahre VOR seiner Solokarriere musiziert er eindrucksvoll in Formationen rund um John Mayall. Auch wenn Pressetexte seitens der Plattenfirmen gerne von persönlichen" Alben sprechen, in diesem Fall hat dieser Zusatz ohne Einrede Bestand.

Die Alben der letzten Jahre haben mir ausnahmelos sehr gut gefallen und auch in der Kritik finden wir durchweg positive Besprechungen. Die neue Scheibe reiht sich vorne, ganz vorne ein. Trotz widriger persönlicher Umstände hat Trout mit dem neuen Album bewiesen, dass er konstant Alben auf höchstem Niveau abliefert. Well done Walter, all the best!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 31, 2014 11:39 AM MEST


Childhood Home
Childhood Home
Preis: EUR 17,99

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutter-Sohn Kammermusik, die entschleunigt., 5. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Childhood Home (Audio CD)
Dank Ellen Harper hat ihr Sohn Ben die Musikwelt bisher mit 11 Studioalben beglückt, teilweise entzückt und das aktuelle neue Album „childhood home“ ist eine der wirklich seltenen Zusammenkünfte von Mutter-Sohn im Musikgeschäft.

Multiinstrumentalist Ben Harper hat schon einige Stile in seinem bisherigen Katalog bedient und nach der hoch dekorierten Zusammenarbeit letztes Jahr mit dem Bluesharper Charly Musslewhite war ich sehr gespannt, was uns Ben Harper nun vorlegt.

Ich hätte niemals gedacht, daß nun eine derartige Konstallation auf Tonträger erscheint. Zugleich hatte ich eine positive Vorahnung, daß ich nach dem Hören die Scheibe gleich noch einmal auflegen möchte.

„Childhood Home“ ist eine sehr sparsam instrumentierte Platte. Ellen Harper bedient Rhythmusgitarre wie Vocals, Sohn Ben die Weissenborn / Slide Gitarre und ebenfalls Gesang, hinzu gesellen sich ein Bass und etwas Perkussionarbeit.

Mein erster Höreindruck geht in Richtung „Kammermusik im mittleren Westen der USA“. Stilistisch bekommen wir eine gute balanciert Mischung aus (New) Folk, Country und Americana zu hören.

Die Texte der 10 Lieder greifen teils intime und private Themen der Familie, des Aufwachsens, der Liebe, der Freundschaft und der Freunde auf. Dies ohne Klischees, durchweg in schlichten und zugleich sehr eingängigen Akkord- und Melodiefolgen eingearbeitet. Die Gesangsarbeit teilen sich die beiden, mit einem leicht höheren Anteil von Ellen Harper am Gesamtwerk. Nach dem zweiten Abhöhren erinnert mich das Werk auch an die Zusammenarbeit von Mark Knopfler mit Emmylou Harris vor einigen Jahren (Album „all that roadrunning“). Stimmlich hat Ellen Harper zu Emmylou Harris mehr als eine Gemeinsamkeit, an der Weissenborn / Slide Gitarre ist Ben Harper wie auch Mark Knopfler ein sehr guter Instrumentalist.

Wir finden auf dem Album durchweg getragene Titel, keine Uptempo Nummer und gepaart mit den bereits erwähnten Melodiefolgen lautet das Fazit nach dem letzten Lied: Entschleunigung statt Langeweile. Fans und Anhänger von Ben Harpers Gitarrenarbeit ist an der Stelle jedoch mitzuteilen, daß dieser sehr sparsam sein Können in diesem Werk einsetzt und den Song stets über den Solisten stellt.


Supernova
Supernova
Preis: EUR 11,33

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ray LaMontagne auf dem Weg an die Westküste mit 60s+70s Sound, eine gelungene Reise, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Supernova (Audio CD)
Raymond LaMontagne hat sich für sein neues Opus „Supernova“ viel Zeit gelassen. Erschienen die ersten drei Alben in stetigen Zeitabständen von 2 Jahren sind nun ganze 4 Jahre ins Land gegangen. Mit einigen Touren (leider vorwiegend in den USA) und sporadisches Mitwirken bei Gastauftritten wurde die Anhängerschaft bei Laune gehalten.

Die drei bisherigen Werke haben durchweg bei der Kritik hoch gepunktet und besonders nach dem Debutalbum stiegen die Verkaufszahlen respektive Chartplatzierungen. Der Druck war daher immens, wie zieht sich Ray mit dem neuen Album aus der Affäre und meistert die hohe Erwartungshaltung?

Ein erster Höreindruck: LaMontagne bewegt sich mit seinem neuen Werk an die Westküste der USA und greift viele Einflüsse der späten 60er Jahre auf. Mehr als eine Akkordfolge könnte auch auf Aufnahmen von den Byrds, Scott Mc Kenzie, Mama's and the Papas und Buffalo Springfield zu finden sein. ( Titel „Ojai“).

Der zweite Höreindruck: Produzent Dan Auerbach, Mastermind von The Black Keys hat sicherlich auch seine Händchen bei dem einen oder anderen psychodelischen Einwurf ( „Lavender“) im Spiel gehabt. Darüber hinaus bewerte ich Ihn als Fürsprecher und Motivator, daß LaMontagne nun innerhalb eines Liedes seinen Gesangsstil schon mal unverhofft und überraschend wechselt. Auch hört man den einen oder anderen schmutzigen Gitarrenriff, bisher so nicht wirklich in LaMontagnes (Musik)Farbpalette vorhanden.

Ich ziehe den Hut vor dem Musiker LaMontagne. Es gehört Mut dazu, vertrautes Terrain zu verlassen und sich neuen Einflüssen zu öffnen und diese umzusetzen. Ja, Ray hat bisher mit seinen Platten den verdienten wirtschaftlichen Erfolg, aber „Supernova“ zeigt (erneut): Hier wird erst einmal an die Musik gedacht und im Nachgang an die wirtschaftliche Verwertung.

Es ist aber Können, diese neue Einflüsse derart gekonnt mit dem bestehenden Stil zu paaren, um nach 10 Jahren Musikkarriere sich von Kritik wie Fans die berühmte musikalische Weiterentwicklung testieren zu lassen. Gutes wie Bewährtes behält LaMontagne, die nasalen und kratzigen Vocals sind immer noch oft präsent, textlich mimt er nach wie vor den tendenziell melancholichen Romantiker. Die neuen Stilelemente werden Fans nicht verschmähen oder vergraulen, mancher Folkie hörte auch vor 45 Jahren genauer dem West Coast Sound zu und destillierte daraus mehr als ansprechende Klänge.

Abschließend noch ein paar Sätze über die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Dan Auerbach. Dieser veranwortet sicherlich die eine oder andere „Schippe Dreck“ und neue Instrumente innerhalb der Songs. Die Befürchtungen, daß das Album in Richtung Black Keys abdriftet und vielleicht eine Idee zuviel „Lo-Fi“ uns auftischt kann ich nicht bestätigen. Last but not least: Das Album bedarf des mehrmaligen Abhörens und dann erkennt man,welche gute Arbeit das Duo hier uns aufgetischt hat.


Weightless
Weightless
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Preis: EUR 9,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geglückte Kurskorrektur beim kanadischen Schwergewicht. Americana pur!, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weightless (Audio CD)
Nach über einem Jahr Pause liefert der kanadische Musiker sein aktuelles Studiowerk ab. Bisher bestritt der schwergewichtige Sänger / Gitarrist seinen sehr speziellen Stil als Solist und hier und da mit wenigen Mitmusikern. Langeweile ist bei den bisherigen Alben nie aufgekommen. Andersen verfügt über eine sehr einprägsame und sofort zu identifizierende Stimme und seine gekonnte Arbeit an der Akustikgitarre ist ebenfalls zu nennen. Er ist kein filigraner Fingerpicker, die Lieder strotzen vor Kraft und Wucht.

Ein erster Blick auf die liner notes liefert dem Hörer ein Indiz, daß Andersen mit dem neuen Werk eine Stilkorrektur vornimmt und bedeutend mehr Mitmusiker im Rahmen der Produktion ins Studio holt. Ein erstes Abhören offenbart einen deutlichen Schritt weg von der bisherigen Blueslastigkeit und liefert verstärkte Einflüsse aus Country und Americana. Bluespurist war Andersen nie, aber der Unterschied ist für Fans bzw. Kenner der bisherigen Platten sofort hörbar.

Bei den 12 Titel, alles Eigenkompositionen des Musikers, tritt die eingangs erwähnte Gitarrenarbeit zu Gunsten der Banddienlichkeit genau richtig tariert in den Hintergrund. Satzgesang, eine Bläsersektion, Pedal-steel Gitarre und Piano erweitern die Kapelle und transformieren Andersen Lieder sehr nahe an das Werk von Gruppen, die sich dem „Americana“ verschrieben haben, allen voran „the band“. Hier und da wirkt dieses Genre durch die Vielzahl neuer Gruppen in den letzten Jahren etwas inflationär, aber Andersen bewahrt uns dank seiner EINMALIGEN Stimme vor Frusterlebnissen. Diese hat in Kraft und Ausdruck und besonders in der Variabililät im Vergleich zu den bisherigen Alben noch einmal zugelegt.

Matt Andersen hat sich als Musiker enorm weiterentwickelt, meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Fans sollten von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Titel sich vorab anzuhören und diese Veränderung des Musikers mit ihren Hörgewohnheiten überprüfen. Höchstnote für das Schwergewicht aus Kanada.


Not a Minute Too Late
Not a Minute Too Late
Preis: EUR 20,17

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bei Eric Bibb's Tochter stimmt die Musik, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Not a Minute Too Late (Audio CD)
Von einer in Eigenregie produzierten Mini-EP einmal abgesehen stellt das Werk „not a minute too late“ das Debutalbum von Yana Bibb dar, welches das bekannte Speziallabel Dixiefrog vertreibt. Die Künstlerin hat als Tochter bzw. Enkelin von Eric Bibb / Leon Bibb die Bürde sehr erfolgreicher (Familien)musiker zu schultern.

Rund die Hälfte der 10 Titel sind Eigenkompositionen von Yana Bibb, Vater Eric liefert bei einigen Werken Mitarbeit an Gitarre und Songwriting und tritt als Produzent in Erscheinung. Keine Unterstützung erfolgt in Sachen Gesangsbeteiligung.

Die Kompositionen werden sparsam in der klassischen Jazz-Besetzung Piano, Bass, Schlagzeug vorgetragen, diese ergänzen die teilweise fragile und zerbrechliche Stimme der Musikerin sehr gut. In der Gesamtbetrachtung steht Yana Bibb dem (Vocal) Jazz bedeutend näher als Ihr Vater und die Harmoniefolgen sind im Jazz schlicht und einfach etwas komplexer als in den Genres Blues und Soul.

Dieser Sachverhalt führt auch dazu, daß sich der Reiz des Albums sich erst nach dem zweiten, besser dritten Abhören offenbart. Sehr gelungen indessen ist die Parallele in der Vita zu Ihrem Vater, die Musikerin verlebte ihre Jugend in Skandinavien und auch diese Einflüsse sind auf der Scheibe hörbar. Spontan denke ich beim Hören an Einflüsse einer Kristin Asbjörnsen oder Caecilie Norby.

Die linenotes liefern dem Hörer die relevanten Informationen, einige sehr stimmungsvolle Portraitaufnahmen der Musikerin ebenfalls. Ein rundum gelungenes Debut der jungen Sängerin.


8 Classic Albums
8 Classic Albums
Preis: EUR 18,61

3.0 von 5 Sternen Umfangreiche aber nicht repräsentative Zusammenstellung, Songliste sollte im Vorfeld geprüft werden, 31. März 2014
Rezension bezieht sich auf: 8 Classic Albums (Audio CD)
Käufer bzw. Interessenten dieser Kompilation sollten genau die Titel bzw. Alben studieren, welche die Box der „8 classic albums“ parat hält.

Die Box bietet uns zwar einen tiefen Eindruck in die frühe Schaffensphase des Musikers und erfreut somit Fans, die aus dieser Zeit wirklich (fast) alles haben wollen, ich möchte an dieser Stelle aber kurz heraustellen, daß die zusammengetragenen Alben fast alle aus der ACE Records Zeit stammen. Aus dieser Diskografiephase erachte ich die Alben „Singin'the blues“ und „The blues“ als wichtig und es hat einen Grund, dass sich B.B. Kings Liverepertoire aus großen Teilen aus diesen beiden Alben zusammensetzt.

Es fehlen bei dieser Kompilation meiner Meinung nach die wichtigen Live Alben ( Live at the Regal / St. Quentin / Live in Japan) sowie das Album „Completely Well“, welches ihm für seine Version von „the thrill is gone“ auch 1970 verdienterweise den Grammy eingebracht hat.

Es gibt aus der „8 classic albums“ Serie Zusammenstellungen, die wesentlich treffsicherer das Werk des jeweiligen Künstlers abbilden als das hier der Fall ist. Für Musikfreunde, die sich einen allgemeinen Überblick über diesen wichtigen Musiker des Blues machen wollen eignet sich diese Box NICHT, für Fans und Anhänger einer kompletten bzw. umfangreichen Diskografie der Frühphase jedoch schon.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 5:35 PM MEST


In My Soul (Ltd.Edition)
In My Soul (Ltd.Edition)
Preis: EUR 14,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soulman Robert, 28. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In My Soul (Ltd.Edition) (Audio CD)
Robert Cray, mittlerweile über 60 Jahre alt, präsentiert mit dem Album „in my soul“ sein nächstes Studiowerk. Mittlerweile hat er ohne die diversen Koolaborationen mal eingerechnet über 20 Alben eingespielt, einige Grammy Nominierungen wie Gewinne eingefahren und die Aufnahme 2011 in die Blues Hall of Fame sind weitere Meilensteine seiner erfolgreichen wie konstanten Karriere. Soviel zur Essenz des existierenden Pressetextes. Sind Vorschusslorbeeren berechtigt?

Cray war auf den meisten seiner bisherigen Alben dem Soul stets aufgeschlossen, nach dem ersten Abhören positioniert das neue Album ihn diesmal doch deutlich näher am Soul als am Blues und der Albumtitel darf durchaus wörtlich genommen werden. Crays Vorbilder finden wir auf Alben der Stax und Chess Records und mit Isaac Hayes, Booker T und natürlich Otis Redding sollen nur die wichtigsten genannt werden.

Die Coverversionen erklärter Soul Vorbilder gelingen beeindruckend. Hammond Orgel, versierter und zugleich sparsamer Bläsereinsatz und eine Stimme, die sich perfekt in diese Umgebung einpasst. Ja, es groovt nachhaltig und hier hat Cray besonders beim Produzenten Steven Jordan die richtige Wahl getroffen. Dieser hat sich in den letzten Dekaden primär als sehr versierter (Jazz) Drummer einen Namen gemacht, fungierte aber ebenso sehr beschlagen und erfolgreich als Co-Produzent für John Mayer und andere Hochkaräter. Der Hörer kann besonders bei den Titeln „Nobody’s fault but mine’“ ( Otis Redding), Your Good Thing Is About To End ( Lou Rawls / Isaac Hayes!) hören, wie gelungen Cray Soul interpretiert.

Manche Hörer werden sich nach Weiterentwicklung oder Innovation fragen oder gar vorsichtig einen Plagiatsvorwurf äußern wollen. Diesen ersten und naheliegenden Reflexgedanken können wir umgehend relativieren, denn die Gitarrenarbeit von Cray darf an der Stelle nicht vergessen werden! Crays Klang, seine Phrasierung sind Trademark und sofort erkennbar. Glassklarer und glockiger Klang veredeln sowohl die exemplarisch genannten Coverversionen als auch die eigenen Stücke. Natürlich greifen diese eigenen Kompositionen den Tenor des Albums auf und “Hip Tight Onions”, ein Instrumental, ist klar als Hommage an die „grünen Zwiebeln“ von Booker T and the MGs zu verstehen.

Den Retroansatz finden wir auf dem puristischen und einfachen Cover wieder (Zusatz dort “can also be played on mono equipment”…), die liner notes liefern die wichtigsten Hintergrundinformationen über das Album und Produktionsdetails.
Robert Cray präsentiert uns ein ausnehmend gelungenes Werk.

Das Album hat keinen einzigen schwachen Titel oder Durchhänger. Obwohl die Namensgebung seiner Band explizit ihn herausstellt agiert Cray songdienlich, ermöglicht viel Raum für seine fähigen Mitmusiker und läßt tendenziell mehr Balast weg als er Pomp zuviel aufträgt.

Well done, Robert.


Cream of the crop
Cream of the crop
Preis: EUR 15,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen `Cream of the crop'=Erste Sahne..., 7. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cream of the crop (Audio CD)
'Cream of the crop'...heißt die aktuelle Scheibe des Saxofonisten und Sängers Tommy Schneller. Es hat rund 3 Jahre gedauert, bis er einen Nachfolger auf das 2011 erschienene 'Smiling for a reason' präsentiert, das damalige Album hat sehr gute Kritiken bekommen.

Die erste Gemeinsamkeit, und sicher weit mehr als eine Randnotiz, mit dem Vorgänger: Erneut übernimmt Henrik Freischlader die Produktion, er hat in den letzten Jahren durchweg wirklich sehr gelungene Werke als Produzent abgeliefert ( Layla Zoe'etc.), von seiner eigenen Formation, der Freischlader Band einmal ganz abgesehen.

Die nächste Konstante: Der Musiker und seine Mitband bleiben ihrem Stil, einer Melange aus Soul, Funk, Blues und R'n'B, treu. Auch der eine oder andere Ausflug Richtung getragener Ballade ist äußert gelungen. Auf ingesamt 11 Titeln liefert uns Schneller sowohl am Instrument wie auch am Gesang viel Kurzweil!

Daran haben die Mitmusiker rund um Schneller einen gehörigen Anteil. Zu nennen ist erst einmal an den Saiten Henrik Freischlader (wer sonst könnte man fast schon meinen…), Gregory Barrett dürfte Freunden der Kultbläsertruppe Supercharge (dort Pianist) auch etwas sagen. Stilistisch sehe ich zu Albie Donnelly's musizierende Groovekommune durchaus Parallelen: Fette Bläsersätze, Retrosound und (Hammond) Orgel. Die rund 50 Minuten Spieldauer verfliegen viel zu schnell. So üppig gesäht sind derart ausgeglichene „singende Blasinstrumentespieler“ in der Szene wahrlich nicht. Mir fallen spontan Curtis Stigers und Nils Landgren ein. Beim erstgenannten gefällt mir seine Gesangsarbeit bedeutend besser als sein Saxofonspiel, bei Landgren kann ich dem Gesang wiederum nicht so viel abgewinnen. Schneller kann beides und das ausgewogen!

Nach einem Blick über die linernotes freue ich mich auch, daß keinerlei Fremdkompositionen interpretiert werden sondern Songwriting innerhalb der Gruppe erfolgte und eigenes Liedmaterial präsentiert wird.

Fazit: Ja, wirklich „erste Sahne“ ( engl. 'Cream of the crop') was Schneller abliefert. Da das ureigene Revier dieses Musikers die Bühne ist wird das neue Album gleich umgehend mit einer ausgedehnten Tour promotet, hier bekommt man Freischladers Band als Headliner gleich noch on top hinzu.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2014 9:01 PM CET


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