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avvocato (Österreich)

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Fortress
Fortress
Preis: EUR 6,66

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bisherige Krönung; Rockhöhepunkt 2013!, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Fortress (Audio CD)
Grandios. Soweit das vorweggenommene Fazit.

Aber der Reihe nach:
Alter Bridge sind, das dürfte allgemein anerkannt sein, eine Gemeinschaft von hervorragenden Musikern. Gerade Mark Tremonti und Myles Kennedy stechen hervor: ersterer ist als Gründer und Gitarrist der Rockformation "Creed" zu Bekanntheit gelangt und hat erst kürzlich ein Soloalbum eingespielt, das ihn als absoluten Ausnahmegitarristen auszeichnet; Letzterer war doch tatsächlich als Ersatz für Robert Plant von "Led Zeppelin" im Gespräch(!), hat sich jedoch genug Meriten als Sänger und Gitarrist von "Mayfield Four" und zuletzt als Hauptkollaborateur von Slash bei dessen letztem Meisterwerk "Apokalyptic Love" verdient.

Die ersten drei Alben von Alter Bridge waren durchwegs sehr gut bis hervorragend: konnte das erste ("One Day Remains") noch eher als Grunge oder Progressive Rock bezeichnet werden, so wurde spätestens mit dem Nachfolger "Blackbird" die Rockwelt auf den Kopf gestellt: wie die durchgehenden Höchstbewertungen zeigen, liegt hier eines der besten Rockalben der letzten Jahre vor. Auch der Nachfolger "AB III" hielt Niveau, auch wenn er nicht die absolut entrückte Ausnahmestellung des Vorgängers erreichen sollte.

Die geneigte Musikwelt hatte vorliegendem Album entgegen gezittert: sollte das Niveau der Vorgänger jemals wieder erreicht werden können? Würden sich Alter Bridge - nach nach dem weltweiten Erfolgssturm von Kennedy mit Slash und den Sideprojekten der anderen Mitglieder - überhaupt wieder zusammen finden, um das Wagnis "Nachfolgealbum" gemeinsam anzugehen?

Die Antwort: Ja. In jedem Sinne.
Die Herren haben es doch tatsächlich geschafft, an die Vorgängerwerke anzuschließen. Ja, noch viel mehr: Sie bereichern nicht nur das eigene, sondern insgesamt das Rock- Universum um ein Meisterwerk, das wieder einmal als Album des Jahres, wenn nicht der letzten Jahre gelten darf:
* von der technischen Meisterschaft her natürlich nicht negativ verändert, eher im Gegenteil: Drums und Bass sind noch wesentlich tighter, "härter" als jemals zuvor; besonders herausragend etwa die Sololäufe in "Cry Of Achilles", "Fortress" und "Addicted To Pain". Tremonti hat seinem Können nun neben dem Blues auch das unsagbare Feeling hinzugefügt (und spielt in einer eigenen Liga, siehe seine Soloarbeit in "Bleed it dry"). Über allem thront Kennedy: die Stimme, besser denn je - trotz der jahrelangen Auslastung abwechselnder Studioaufnahmen und Stadiontours, und daher gegen alle Erwartung -, spielerisch tänzelnd zwischen sensibelster Kopfstimme a la Jeff Buckley ("Calm The Fire" - lupenreines Mayfield Four-Feeling!, "Lover"!!) und düsterem, desillusioniertem Vorwärts-Stapfen im Stile eines Chris Cornell ("Fortress" in den Versen, "All Ends Well"), was einige Songs auszeichnet -, präsenter als je zuvor und voller Power. Gut getan hat ihm sicher die Zusammenarbeit mit Slash: druckvoller klingt nun seine Stimme - anders wäre ja etwa "Halo" gar nicht möglich gewesen -, ausdauernder (man denke an "One Last Thrill" des Slashers), organisch-voller. Beispiel: "Addicted to Pain" - diese Power hatte Kennedy vor 2, 3 Jahren noch nicht!
* etwas, das sich bereits in "Blackbird" angekündigt hatte und im Nachfolger konsequent fortgeführt, erreicht nun sein Reifestadium: Tremonti und Kennedy ergänzen sich mit fast schlafwandlerischer Sicherheit, geradezu notgedrungen, perfekt an der Leadgitarre. Geneigter Leser, bitte führe dir "Cry of Achilles" und "Fortress", zu Gemüte: Ersterer Song besticht durch unglaublich kreativ-sprühende Soli von Tremonti, angefochten nur von einem absolut alles in den Schatten stellenden, höchstens an David Gilmour gemahnenden, seelenvollen, hypersensiblen Part von Kennedy. Mit Worten kaum zu fassen, bitte anhören! Letzterer enthält überhaupt Passagen im Mittelteil, die zum Größten der Gitarrenmusik gehören, die mir bekannt ist. Die Band prügelt sich durch eine regelrechte "Iron Maiden"-Apokalypse, in die sich Tremonti nur widerborstig einordnet (und gitarristisch dagegen rebelliert), während - als Kontrapunkt - Kennedy den abgeklärten, in sich selbst ruhenden Blueser gibt, der Aufregung nicht nötig hat - und der PRS Töne entlockt, die man noch nie hören durfte (für die Profis: etwa einen schrägen "Double-Stop", den nicht einmal Slash hinbekommen dürfte). Besonders stark auch von diesem: der erste Solopart von "Farther Than The Sun": ein ewiges Bending, rasend schnell angeschlagen - und das ist nur der erste Ton!
* Eine deutliche positive Weiterentwicklung konstatiere ich, was die Kompositionen selbst betrifft. Ich möchte nun nicht jeden Song beschreiben, da dieser für sich eine Perle ist (und wohl von jedem Hörer anders aufgenommen werden wird); einige stechen jedoch hervor:
so sicher "Fortess", der letzte Song des Albums, der in seiner Struktur an "Blackbird" erinnert und auch sicher das Niveau des genannten Ausnahmetitels erreicht. Wie immer, siegt auch hier die Hoffnung zuletzt.
"Peace Is Broken" ist ein kaltschäuziges, bösartiges Miststück Musik, dessen Mainriff doch tatsächlich an die "Gesangslinien" eines Snoop Dogg (ernsthaft!) denken lässt. "The Uninvited" beginnt wie "No Quarter" der Godfahthers von Led Zeppelin und steigert sich eine unglaubliche Chorusmelodie.
"Calm The Fire": ein episches Meisterwerk! Dieses lässt gleich eingangs an große Momente der Msuikgeschichte denken, klingt doch das akustische, auf Hall getrimmte Gitarrenintro scharf nach Led Zeppelin (in der "III"-Ära). Myles Kennedy beschwört alte selige Mayfield-Four-Zeiten, ehe sich die Band zu einem Sixx:AM-Epos emporschwingt; einzelne Gesangspassagen in den Versen wiederum lassen an Axl Rose zu Bestzeiten ("UYI") denken. Tremonti schließlich zitiert schließlich sogar AC/DC: der Gitarrenlick von "Thunderstruck" des entfesselten Angus Young wird hier ganz beiläufig, selbstredend dargeboten, so voller unmenschlicher Überfülle ist dieser Titel!
Über allem aber steht, unanfechtbar wie ein Marmormonolith bearbeitet von Michelangelo, der Einstieg in das neue Universum: "Cry of Achilles". Der beste Bandsong seit "Slip in the Void", möglicherweise der beste jemals. Tremonti hält diesen für seine persönliche Nummer zwei nach "Blackbird". Völlig zu Recht. Beginnt die Sache mit einer dynamischen Flamencogitarre im Stile von Slash, schraubt sich die Chose zu einer harten Barriere gegen die kaltherzige, stürmische Welt da draußen empor, wird wieder ruhiger, signalisiert ihr Einverständnis mit der unergründlichen Existenz, nur um schließlich in einem verzweifelten Chorus zu kulminierten. Getragen von geradezu aberwitzigen Beats duellieren sich die Gitarren, so dass man auf die endgültige Auflösung in Ekstase hofft. Diese wird jedoch nicht gewährt; zwar versöhnlich, allerdings doch endgültig wird man am Ende auf den Boden der Realität zurückgeholt.
Man sieht, ich stehe noch völlig unter dem Eindruck dieses Titels. Dieser spukt mir seit Tagen im Kopf herum. Ich werde wohl zum Ergebnis kommen müssen, dass hier für mich einer der mein Leben bestimmenden Songs vorliegt.
* und, nicht zu vergessen: die Lyrics! "Lover", sanfter Song - mörderischer Text; "Calm The Fire" - ein Plädoyer gegen rassistischen Stumpfsinn; "Cry Of Achilles" - die Grandezza in der Agonie; "Bleed It Dry" - die (ab)sterbende Welt, während die Menschheit zusieht (und das Tempo anzieht), und und und... Reif, Mannen, reif - Danke!

Fazit: großartiges Album. Härter als alles bisher von "Alter Bridge" Gewohnte, aber auch erwachsener, organischer, rebellischer, besser in jeder Hinsicht.

Höchstpunkte. Anhören!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 3, 2013 10:55 AM MEST


Unplugged
Unplugged
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse statt Masse!, 4. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Unplugged (MP3-Download)
John Corabi. Unbekannt wie sonst kaum einer. Was hat der gute Mann nicht schon alles mit- und überlebt: Moetley Crue, die ihn - der neue Höhepunkte nach einem lustlosen, kurzatmigen Vince Neil bescheren sollte, ein genrebestimmendes (und ebenso völlig unbekanntes!) Meisterwerk mit diesen einspielen und nach zähen Verkäufen von diesen über Nacht an die Luft gesetzt werden sollte -, Union (mit dem langjährigen Kiss-Gitarristen Bruce Kulick - und dem nunmehrigen Slash-Conspirator Brent Fitz an den Drums), The Scream, ein- und wieder ausgestiegen bei den Brides Of Destruction (Nikki Sixx!, Tracii Guns!! und - fast, ja!, die Traumgruppe mit Slash!!! wärs fast geworden), unzählige Covers eingesungen...
Kurz: zweifellos einer der besten Rocksänger ever. Mein persönliches Musikidol seit den 90igern, hat mich sein unglaubliches Organ ab dem selbstbetitelten "Moetley"-Album von 1994 begleitet. Während meine parallelen Helden Slash und Chris Cornell ja eine beachtliche Karriere hingelegt haben, war das dem Crabmeister nicht vergönnt:kaum eine/r kennt ihn.

Das Schade zu nennen, wär zuwenig. Es ist eine SCHANDE!

Crabby verfügt über ein Gesangsorgan, das einzigartig ist in der rockigen Musikgeschichte. Wer wäre als Vergleich zu nennen, nun... Robert Plant. Zu Frühzeiten, wohlgemerkt, als er noch brüllte. Das wars dann schon. Chris Cornell vielleicht - ähnlich wie dieser verfügt er über ein unbezwingbares, unvergleichliches (allerdings viel maskulineres) Timbre in den tieferen Lagen. Unlike diesem jedoch hat er noch immer - der Mann ist über 50! - jene panzerbrechende Power, die, wenn er drückt, alle anderen Frontmen wegbläst. Brian Johnson, James Hetfield, auch Myles Kennedy: duckt euch. Axl Rose wird sich winden vor Neid: Corabi klingt besser als jener (vor 25 Jahren).
Vergleiche, die ich bewusst ziehe. Und ich übertreibe nicht. Hör Dir, geneigter Leser, das Cover von AC/DCs "Shake A Leg" (gibts etwa via Youtube) an - du wirst verstehn, was ich meine.

Das Musikbusiness ist nicht immer gerecht. Aber: Übrig bleibt der, der dran bleibt. Das gilt auch für Crabby:
Gerne nimmt er den Fehdehandschuh entgegen, er, der immer als zweite Wahl, "Geheimtipp" gehandelte, und schleudert ihn zurück ins Gesicht des Unwürdigen. Er paaret sich mit guten bis sehr guten Studiomusikern und spielet ein locker-flockiges Akustikalbum ein, das, gespickt mit den Highlights seiner Kompositionskarriere, spielend überzeugt.

Der Mann ist nicht nur ein einzigartiger Sänger und begnadeter Gitarrist, er kann auch komponieren!
"Love", der desillusionierte Klassiger "Man In The Moon", der Crue-Hit "Hooligan's Holiday" (in völlig neuem, fast jazzigen Gewand!), neue, wunderschöne Tunes wie "Open Your Eyes" und "Crash"... Vielschichtig. Beeindruckend. Standards!

Die akustischen Kleider - ja, die Songs sind unverstärkt und roh eingespielt! - entkleiden die Titel nicht von ihrem Charme, sondern fügen wesentliches hinzu: Aura. Die Aura der Abgeklärtheit, ohne jedoch Leidenschaft vermissen zu lassen. Die gibts im Übermass!

Genug gesagt. Ein überzeugendes Werk, das es verdient, ein Riesenerfolg zu werden.
Der bodenständig-bescheidene Künstler, der nie zu hoffen aufgegeben hat, hätte es sich wahrlich verdient. Und die Welt sich zumindest das Wissen um ein grandioses Album, das voller Intensität steckt.

Kurz: ein Meisterwerk.
Besser als der Rest. Überzeugt Euch selbst!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2013 3:24 PM CET


Mötley Crüe
Mötley Crüe
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschendes Highlight der 90iger!, 2. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mötley Crüe (Audio CD)
Vorweg: Der Rezensent ist/war keineswegs ein Fan dieser Combo. Vince Neil & the rest waren mir immer zu "glamorous", sprich: peinlich gewesen.

Das gilt allerdings NICHT für dieses Album:
Durch Zufall seinerzeit - kurz nach dem Release - entdeckt, folgte die Begeisterung auf dem Fuße: Hier wird Musik gemacht, die heftig rockt!

Denn:
* Pretty perfect musicians: Tommy Lee, der Groove in Person. Alleine der Anfang von "Power to the Music" unterstreicht nachdrücklich, was ich meine; Nikki Sixx, à point; Mick Mars, obwohl dem Vernehmen nach durch rheumaähnliche Zustände gehandicapt, spielt die Leads schön; über allem aber thront, neu inthronisiert und voller Motivation, anstelle Spandexking Vince Neil nunmehr John Corabi. Neben der Rhytmusgitarre (hui, der Junge lässt Bretter los!) ein Organ, das Fürchten lehrt: Durchdringend, brachial, stellenweise brutal, dennoch sensibel, ist seine Stimme für mich eine der drei Besten, die im härteren Fach existieren. Nicht zu vergleichen mit dem Direktkonkurrenten und Vorgänger bzw. Nachfolger. Urschrei folgt auf Falsett. Druck mit vollster Überzeugung, "Power to the Music", wie wahr.
* Kompositionen: Allererste Güte. Nicht "eingängig" (ich möchte eher sagen: schnulzig), wie von der Truppe bekannt, nein, hohes Level. Sind etwa "Uncle Jack", "Welcome to the Numb" und "Hammered" paradigmatische Hartrockkracher, gemahnt "Poison Apples" etwa an unsterbliche "Use Your Illusion"-Zeiten der befreundeten Guns N' Roses, stellt wiederum "Driftaway" eine wunderschön-unprätentiöse Ballade dar. Qualität: weit überdurchschnittlich. Besondere Anspieltips: "Til Death Do Us Part", eine Hardrockoper epischen Ausmaßes, "Misunderstood", ebenso, und, vornehmlich, das grandiose "Smoke the Sky". Unglaublich, dieser Titel: Hart, verletzend, punkig, metallisch, einnehmend. Anhören!
* Neben den musikalischen Qualitäten punktet die damalige Crue auch textlich, Corabi/Sixx sei Dank. Nicht dümmlich, sondern ehrlich. Eine erfrischende Seltenheit im Rocksektor.
* Nicht zuletzt: Die Combo spielt, als wäre sie schon jahrzehntelang aufeinander eingespielt. Dank auch der Produktion in diesem Sinne.

Alles in allem: Spitzenplatte.
Leider wird man diese Truppe wohl nicht mehr zu sehen bekommen, Corabi ist, soweit ersichtlich, wohl gänzlich wieder in der Versenkung verschwunden.

Ein Schicksal, das weder Platte noch Gruppe verdient haben. Manchen alten Fan wird man mit diesem harten Werk wohl verprellt haben; für den anspruchsvollen Rockhörer, der frühe Led Zeppelin, Black Sabbath und (frühe) Guns N' Roses schätzt, entwickelt sich diese CD jedoch mit Sicherheit zum nicht missen wollenden Kleinod.

Eine der besten Rockplatten der Neunziger.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2013 1:54 PM CET


All I Was
All I Was
Preis: EUR 18,78

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zunächst von mir 2 von 5, aber: 4 sind fair, 25. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All I Was (Audio CD)
Mark Tremonti ist bekanntermassen Gitarrist und Songwriter bei Creed und Alter Bridge. Erstere: Heroen der 90iger, Hymnen über Religion und das Leben. Letztere: begnadete Supergroup, die sich existenziellen Themen auf bislang in diesem Genre unbekanntem Niveau widmet.
Tremonti ist nun das Sideprojekt des Genannten.

Vorab: Hoch waren die Erwartungen, war das Werk doch an Alter Bridge (Tremonti würde AB wohl selbst als seine eigentliche Heimat bezeichnen) zu messen.
Nun, diesem Vergleich hält man nicht stand. Bei weitem nicht. So meine erste Einschätzung.

Denn:
* Die Songs perlen nicht so flüssig, wie man es von AB gewohnt sein würde. Ja, es stimmt schon: Tremonti ist DER Hauptsongwriter bei AB. Nur: Das grandiose "Blackbird", unstrittig eines der besten Alben aller Zeiten, ist eine lupenreine Kollaboration mit Myles Kennedy, dem begabten Sänger und Co-Gitarristen. Im Falle AB hört man dies etwa schön an den Chorusses: "Buried Alive", "Brand New Start", "All Hope Is Gone" etwa wären ohne Kennedy nicht denkbar.
Im Gegensatz dazu klingen die Songs auf dieser Scheibe teilweise eher nach (schwachen) Bonustracks von AB wie etwa "Save Me" - betrachtet man den jeweiligen Chorus. Hier gibt es Ausnahmen, etwa das durchwegs überzeugende "Decay"; insgesamt jedoch sieht alles etwas nach AB 2. Wahl aus (das könnte natürlich auch der Grundrichtung der Scheide geschuldet sein, kommt diese doch deutlich härter daher. Glaub ich aber nicht. Auch etwa "Isolation" ist hammerhart - und groovt um Längen besser).
Ein Wort noch dazu: den zwingenden Beitrag von Kennedy kann man etwa auch an "Slash's Conspirators" anno 2012 festmachen: Slash, Maestro der Riffs und sensiblen Leads, vertraut hier Kennedy die Melodien an, sodass Kleinode nicht von dieser Welt wie "No More Heroes", "We Will Roam" und "Bad Rain" entstehen können.
* Natürlich sind die Gitarrenparts von Tremonti Wahnsinn. Perlen vor die Säue - kurze, abgehackte, Single-noted Riffs. Auch und vor allem: ein hervorragender Drummer!
Das hebt aber insgesamt die Scheibe doch nicht AB-Niveau.
* Die Stimme von Tremonti ist gewöhnungsbedürftig - und Geschmackssache. Einen Myles Kennedy oder Scott Stapp wird - und darf! - man ohnedies nicht erwarten. Jedenfalls: trotz klarer Ausreisser nach oben - "Wish You Well" gemahnt an Metallica (wie insgesamt sein Organ in den besten Momenten an James Hetfield), "Brains" an Alice In Chains - eher mau. Zakk Wylde, der Gitarrengott mit seiner Black Label Society, schlägt als betrunkener Elch in Punkto Präsenz und Wiedererkennungswert Tremonti um Längen.
* Highlights: Titeltrack, Singleauskopplung "You Waste Your Time", besagtes "Brains", "Decay"!. Der Rest: etwas schwächer.

Insgesamt: nicht ganz AB-Niveau.
Wenn mans als "reine" Solo-Gitarristen-Expression sieht (like Bruce Kulicks "bk3"), dann: Ja!; sollte man allerdings als Vergleichsmassstab Creed und vor allem Alter Bridge heranziehen, wirds eng.

Fazit: AB als Massstab machts schwierig. Creed weniger. Alles natürlich subjektiv, aber ich würd sagen: guter Versuch, 4 von 5.
Daher: Pflicht für Tremonti-Fans, AB-Jünger: Vorsicht, härter, zynischer; Rockfans: Give It A Try!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2012 6:37 PM MEST


Apocalyptic Love [Explicit]
Apocalyptic Love [Explicit]
Preis: EUR 8,99

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wiedergeburt des Rock!, 20. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Apocalyptic Love [Explicit] (MP3-Download)
Slash. Gitarrengott. Ikone. Mann mit dem Top Hat, der die unglaublichsten sehnsüchtigen Melodien hervorbringt. Seiner - Trademark - Les Paul, die unweit der Knie baumelt, entringt, nein: entstreichelt. Überlebender des "Sex, Drugs & Rock N'Roll"-Strudels aus Exzessen und Todessehnsucht.
Myles Kennedy. Unstrittig einer der besten Rocksänger. Nachfolger eines Robert Plant. Mit Chris Cornell, John Corabi und Chester Bennington aktuell Bester seiner Fachs.

Zwei Götter - vereint, die Welt zu beglücken.
Der Output: unglaublich!

Um ehrlich zu sein: bereits seit Monaten hatte ich, Slash-Fan der ersten Stunde und Alter Bridge verfallen nach "Blackbird", mich dieser Scheibe entgegen gesehnt. Zu Recht: für mich ist "AL" die beste Rockplatte seit Jahren. Besagtes "Blackbird" ist die hohe Schwelle, die erreicht wird; Soundgardens "Down On The Upside" ist ein weiterer Massstab, den es anzulegen gilt. Diese beiden Marksteine des Rock, teilweise schon 15 Jahre alt, geben die Richtung vor.
Und mit beiden Meisterwerken kann AL mithalten, ja sie teilweise toppen.

Zunächst:
* Natürlich, das Können. Slash und Myles sind absolute Könner. Magier. Um nichts schlechter jedoch die Backing-Group: Brent Fitz (Drums) und Todd Kerns (Bass) grooven wie eine Eins und legen ein fast schon jazziges Fundament für das Gitarrengewitter der Mitverschwörer Slash und Kennedy. Und ja: letzterer ist ein begnadeter Gitarrist: Hör Dir, geneigter Rockhörer, doch etwa die tollen Soli zu "All Hope Is Gone" und "Isolation" von "AB III" an; diese stammen von Myles. Beispiel: "You're A Lie". Hier knarzen die Les Pauls, das es eine Freude ist (besonders bemerkenswert: die kurzen Stops während des Solos von Slash)!
Slash hat sein Können noch deutlich verbessert. Noch souliger als je zuvor (Vibrato!) - unvergleichlich.
* Die Chemie: Dass es eine derartige gibt, zeigen schon die Kompositionen (dazu gleich mehr). WELCHE aber, muss man hören: Die Gruppe klingt, als wäre sie seit Jahrzehnten miteinander unterwegs (was bereits zeitlich ausgeschlossen ist, kennen sich doch Slash und Kennedy erst seit 2 Jahren - "Starlight" war der erste Kontakt). Denn: nicht nur ungeheure Spiellaune kennzeichnet die Kollaboration der Conspiratrors, sondern vor allem
* unglaublich tighte Kompositionen. Hier zeigen gerade Slash und Kennedy ihr Bestes: Von ersterem stammen offenbar die geradezu teilweise kranken Riffs ("You're A Lie", "Hard N'Fast"), von letzterem wunderschön schräge Ohrwürmer in Form von Breaks und Chorusses ("Crazy Life", "Bad Rain", "Carolina"). Und: teilweise ist doch recht klar die Handschrift des Hauptverantwortlichen zu hören - "Hard N'Fast" etwa ist deutlich Slash ("Been There Lately" aus Snakepit-Zeiten plus Speed), ebenso "Standing In The Sun" (das als Mischung aus "Locomotive" von UYI II der GN'R und "Paradise City" derselben daherkommt), während etwa "Far And Away" alte Mayfield Four-Zeiten von Myles Kennedy heraufbeschwört. Auch das einzigartige "Not For Me" ist ganz Kennedy - auf AB-Niveau, wenn nicht, so denke ich, sogar besser.
* Highlights für mich: "Anastasia". Rockoper. Chorus: fast ABBA. Johann Sebastian Bach meets Yngwie Malmsteen meets Sleaze und Soundgarden. Toller Song, über 6 Minuten reine Spielfreude! "One Last Thrill" before I die. Ja! Unglaubliche Passagen finden sich in "No More Heroes" (Chorus, nicht von dieser Welt!). Und, für mich das Beste vom Besten: "Not For Me". Einzigartig, ein Fels in der Brandung. Der für mich beste Song seit "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin. Story: Nein, das ist kein Leben für mich. Drogen, Ausbeutung, Exzess. Heavy Lyrics, vorgetragen von einem zerbrechlichen Kennedy (grandiose Sangesleitung!), sensibelste Gitarrenarbeit mit Jahrhundertsolo - und letztlich überzeugend positiver Message.
* Auch wenn natürlich Anleihen bei grossen Hits der beiden Protgonisten nicht fehlen (so ist neben den genannten auch einiges zu hören, das an "Sweet Child Of Mine", "Mean Bone", "Metalingus", "Burn It Down" und "Rise Today" gemahnt), sind die Kompositionen wie aus einem Guss. Ich lege mich fest: besseres hat man von Slash noch nicht gehört!
* Deutlich besser als dessen selbstbetiteltes Debüt vor 2 Jahren finde ich AL. Weniger poppig, dafür straighter, tighter, klarer. Kein Vergleich etwa mit "Starlight" (da sind die neuen Songs wesentlich direkter und weniger gefällig); dem Gesamteindruck nach würd ichs eher mit "Back From Cali" und dem grossartigen "By The Sword" vergleichen. Und ja: besser als alles, was Slash alles mit Velvet Revolver, Snakepit und GN'R gemacht hat!
Für Myles Kennedy gilt das ebenso: Das Niveau von ABs "Blackbird" wird für mich erreicht; Mayfield Four, "One Day Remains" und selbst "AB III" werden getoppt.
* Da live eingespielt: tolle Atmosphäre, tolle Aufnahmequalität. Danke der Produktion.

Fazit: für mich das beste Rockalbum seit Jahren.
Die Geburt einer neuen Supergroup. Die Welt wartet auf mehr. Danke!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 24, 2012 4:18 PM MEST


Apocalyptic Love (Deluxe Edition inkl. 2 Bonustracks)
Apocalyptic Love (Deluxe Edition inkl. 2 Bonustracks)
Preis: EUR 18,99

30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wiedergeburt des Rock!, 20. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Slash. Gitarrengott. Ikone. Mann mit dem Top Hat, der die unglaublichsten sehnsüchtigen Melodien hervorbringt. Seiner - Trademark - Les Paul, die unweit der Knie baumelt, entringt, nein: entstreichelt. Überlebender des "Sex, Drugs & Rock N'Roll"-Strudels aus Exzessen und Todessehnsucht.
Myles Kennedy. Unstrittig einer der besten Rocksänger. Nachfolger eines Robert Plant. Mit Chris Cornell, John Corabi und Chester Bennington aktuell Bester seiner Fachs.

Zwei Götter - vereint, die Welt zu beglücken.
Der Output: unglaublich!

Um ehrlich zu sein: bereits seit Monaten hatte ich, Slash-Fan der ersten Stunde und Alter Bridge verfallen nach "Blackbird", mich dieser Scheibe entgegen gesehnt. Zu Recht: für mich ist "AL" die beste Rockplatte seit Jahren. Besagtes "Blackbird" ist die hohe Schwelle, die erreicht wird; Soundgardens "Down On The Upside" ist ein weiterer Massstab, den es anzulegen gilt. Diese beiden Marksteine des Rock, teilweise schon 15 Jahre alt, geben die Richtung vor.
Und mit beiden Meisterwerken kann AL mithalten, ja sie teilweise toppen.

Zunächst:
* Natürlich, das Können. Slash und Myles sind absolute Könner. Magier. Um nichts schlechter jedoch die Backing-Group: Brent Fitz (Drums) und Todd Kerns (Bass) grooven wie eine Eins und legen ein fast schon jazziges Fundament für das Gitarrengewitter der Mitverschwörer Slash und Kennedy. Und ja: letzterer ist ein begnadeter Gitarrist: Hör Dir, geneigter Rockhörer, doch etwa die tollen Soli zu "All Hope Is Gone" und "Isolation" von "AB III" an; diese stammen von Myles. Beispiel: "You're A Lie". Hier knarzen die Les Pauls, das es eine Freude ist (besonders bemerkenswert: die kurzen Stops während des Solos von Slash)!
Slash hat sein Können noch deutlich verbessert. Noch souliger als je zuvor (Vibrato!) - unvergleichlich.
* Die Chemie: Dass es eine derartige gibt, zeigen schon die Kompositionen (dazu gleich mehr). WELCHE aber, muss man hören: Die Gruppe klingt, als wäre sie seit Jahrzehnten miteinander unterwegs (was bereits zeitlich ausgeschlossen ist, kennen sich doch Slash und Kennedy erst seit 2 Jahren - "Starlight" war der erste Kontakt). Denn: nicht nur ungeheure Spiellaune kennzeichnet die Kollaboration der Conspiratrors, sondern vor allem
* unglaublich tighte Kompositionen. Hier zeigen gerade Slash und Kennedy ihr Bestes: Von ersterem stammen offenbar die geradezu teilweise kranken Riffs ("You're A Lie", "Hard N'Fast"), von letzterem wunderschön schräge Ohrwürmer in Form von Breaks und Chorusses ("Crazy Life", "Bad Rain", "Carolina"). Und: teilweise ist doch recht klar die Handschrift des Hauptverantwortlichen zu hören - "Hard N'Fast" etwa ist deutlich Slash ("Been There Lately" aus Snakepit-Zeiten plus Speed), ebenso "Standing In The Sun" (das als Mischung aus "Locomotive" von UYI II der GN'R und "Paradise City" derselben daherkommt), während etwa "Far And Away" alte Mayfield Four-Zeiten von Myles Kennedy heraufbeschwört. Auch das einzigartige "Not For Me" ist ganz Kennedy - auf AB-Niveau, wenn nicht, so denke ich, sogar besser.
* Highlights für mich: "Anastasia". Rockoper. Chorus: fast ABBA. Johann Sebastian Bach meets Yngwie Malmsteen meets Sleaze und Soundgarden. Toller Song, über 6 Minuten reine Spielfreude! "One Last Thrill" before I die. Ja! Unglaubliche Passagen finden sich in "No More Heroes" (Chorus, nicht von dieser Welt!). Und, für mich das Beste vom Besten: "Not For Me". Einzigartig, ein Fels in der Brandung. Der für mich beste Song seit "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin. Story: Nein, das ist kein Leben für mich. Drogen, Ausbeutung, Exzess. Heavy Lyrics, vorgetragen von einem zerbrechlichen Kennedy (grandiose Sangesleitung!), sensibelste Gitarrenarbeit mit Jahrhundertsolo - und letztlich überzeugend positiver Message.
* Auch wenn natürlich Anleihen bei grossen Hits der beiden Protgonisten nicht fehlen (so ist neben den genannten auch einiges zu hören, das an "Sweet Child Of Mine", "Mean Bone", "Metalingus", "Burn It Down" und "Rise Today" gemahnt), sind die Kompositionen wie aus einem Guss. Ich lege mich fest: besseres hat man von Slash noch nicht gehört!
* Deutlich besser als dessen selbstbetiteltes Debüt vor 2 Jahren finde ich AL. Weniger poppig, dafür straighter, tighter, klarer. Kein Vergleich etwa mit "Starlight" (da sind die neuen Songs wesentlich direkter und weniger gefällig); dem Gesamteindruck nach würd ichs eher mit "Back From Cali" und dem grossartigen "By The Sword" vergleichen. Und ja: besser als alles, was Slash alles mit Velvet Revolver, Snakepit und GN'R gemacht hat!
Für Myles Kennedy gilt das ebenso: Das Niveau von ABs "Blackbird" wird für mich erreicht; Mayfield Four, "One Day Remains" und selbst "AB III" werden getoppt.
* Da live eingespielt: tolle Atmosphäre, tolle Aufnahmequalität. Danke der Produktion.

Fazit: für mich das beste Rockalbum seit Jahren.
Die Geburt einer neuen Supergroup. Die Welt wartet auf mehr. Danke!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2012 10:50 AM MEST


Shining
Shining
DVD ~ Jack Nicholson
Preis: EUR 4,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nervenzerrüttende Orgie des Grauens, 25. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Shining (DVD)
Jack Torrance ist Schriftsteller. Erfolgreich? Wohl kaum. Ihm kommt aber das Angebot ganz recht, in der Abgeschiedenheit der Rocky Mountains, und zwar einem High-Class-Sporthotel, die Wintermonate verbringen zu dürfen. Ist doch toll: Familie (Frau und halbwüchsiger Sohn) können mitgenommen werden, nur wenig dramatische Wartungsdienste wie etwa Beheizung sind wahrzunehmen; beste Voraussetzungen demnach, um mit Vitesse an einem bahnbrechenden Manuskript arbeiten zu können. Wären da nicht Dämonen des Wahnsinns, die in den Untiefen des Objekts (oder seiner selbst?) hausen würden...

Vorweg: einfachste Mittel.
Keine großartigen Kulissen - sieht man von der grandiosen Natur der Rockies ab, auch das Hotel ist klassischer Jugendstil -, keine billigen "Schockeffekte", wenig Blut und wenig (vordergründiger) Horror.
Nein, subtiler:
* Der Film lebt vor allem durch die großartigen Darstellerleistungen. Gerade: Jack! Nicholson, durch ihn und ihn "atmet" der Film, unvergleichlich. Alleine mit dem Gesichtsausdruck vermag er den dräuenden Wahnsinn anzukündigen - ohne Vergleich!Schauspieler, die das vermögen, gibt es wenige (Marlon Brando, Colin Farrell allenfalls noch); Gesamtleistungen über den ganzen Film hinweg betrachtet, derartige Genremaßstäbe noch weniger (hier fällt mir nur Heath Ledger sel. in "The Dark Knight" ein). Nicholson vibriert, brüllt, atmet, l e b t den Psychotiker. Genug der Worte, die diese Jahrhundertleistung ohnedies nur unzureichend beschreiben können - alleine nur dieser einzigartigen Leistung wegen muss man diesen Film gesehen haben!
Shelley Duvall gelingt das Kunststück, als leidende, verständnislose und (begreiflich) schwerst überforderte Ehefrau neben Nicholson nicht völlig unterzugehen: leidenschaftlich gibt sie die zunehmend blassere, in der Courage jedoch wachsende, blauschimmernd-zittrige Mutter des einzigen Sohnes. Dieser wiederum, verkörpert vom grandiosen Danny Lloyd, zeigt die ganze Palette psychischer Verstörung. Auch ihm reichen Blicke aus, um Bände zu sprechen.
* Storytelling ist bekanntlich die große Stärke des Regie-Genius Kubrick, gerade wenn psychische Motivationen der Protagonoisten im Vordergrund stehen. Hier lässt er die Chose sachte, wenn nicht romantisch anheben, ehe das Grauen naht und sich in Form einer indifferenten Verstimmung des Hauptdarstellers zeigt und den Heranwachsenden Visionen plagen, ehe wiederum der große Wahn, der alles verschlingen sollte, einsetzt.
Durch kleine Gesten werden große Motive abgehandelt: hier ein Kinderlachen, dort ein Schall (und übrigens: die Musik - furcherregend stimmig!), hier ein Zoom, dort eine Erinnerung; ständig steigt das Grauen, immer verkrampfter krallt man sich in den Sitz...

Wenn ich den Eindruck dieses Medisterwerks kurz charakterisieren sollte, dann würd ich sagen: EINE OPER DES GRAUENS!

Unglaubliche Spannung, blankes Entsetzen, gepaart mit schauspielerischen Höchstleistungen - einer der besten Filme aller Zeiten; im "Horror" bzw. Suspense-Fach ohne Konkurrenz.


Empört Euch!
Empört Euch!
von Stéphane Hessel
  Broschiert
Preis: EUR 3,99

17 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weckruf eines ewigen Dissidenten, 22. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Empört Euch! (Broschiert)
Die Biografie liest sich beeindruckend: Miterarbeiter der Deklaration der Menschenrechte, Kämpfer der "Resistance" wider Nazis und Kollaborateure, KZ-Überlebender, nicht zuletzt Berufsdiplomat.
Gerade die Universelle Erklärung der Menschenrechte vor Augen, sieht sich Stéphane Hessel genötigt. Genötigt zum titelgebenden Ausruf: "Indignez-Vous!"

Mit diesem Büchlein - anders kann sie nicht bezeichnet werden, diese Streitschrift von gerade einmal 25 (!) Seiten - empört sich der Autor tatsächlich: wofür haben wir, Generation der Resistance und KZ-Überlebende, denn gekämpft, wenn wir uns nun in einer Welt teilentmündigter Waschlappen wiederfinden, die sich von Junkfood ernähren, die Bildung über Talkshows beziehen und Alltagsrassismen und Verelendung breiter Massen hinnehmen, als gäbe es keine Alternative - so der (zugestandener Maßen pointierte) Sukkus seiner These.

Wie recht er hat, möge jede/r selbst beurteilen.
Meine Ansicht: recht hat er. Recht mit Sachverhaltsfestellung, recht mit Conclusio. Die beste aller Welten sieht anders aus.

Daher: aufwecken kann dieses Büchlein. Es fordert Sinnfragen, es erzwingt eine Stellungnahme des Adressaten - und leistet somit auf knapp 30 schnell gelesenen (und präzise formulierten) Seiten mehr, als manche Abhandlung auf hunderten.

Pflicht für Mündige, für alle anderen erst recht.


Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land: Roman
Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land: Roman
von Gianrico Carofiglio
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen typisch der Autor: fesselnde Kriminaldramatik mit Anspruch!, 29. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Den Autor kannte man bislang ja eher als Schöpfer des eigensinnigen Avvocato Guerreri: schwer tragend an Schatten der Vergangenheit, übersteht dieser in bislang 3 Stücken allerhand schwierige Verteidigungsaufgaben - und meistert nebenbei das Leben.
Auch "eine Nacht in Bari" konnte überzeugen: auch hier wird die Leserschar primär weniger in die Story hineingesogen, als vielmehr in die von Carofiglio geschaffenen psychologischen Strukturen. Wie kaum ein anderer vermag es der Autor, spielend in sein Reich voller Werte und Wertungen, Alltäglichem und Ungewöhnlichem, Richtig und Falsch einzuführen. Meisterhaft. Keine Krimis, nein: psychologische Kammerspiele. Der "Plot" dient nur der Einführung.

Auch hier: Bari. Giorgio, Spross aus anständigem Hause, studiert Recht. Recht erfolgreich - bis Francesco in sein Leben treten sollte, der sich nimmt, was er will, und nicht lange fragt. Der bringt ihm Kartenspielertricks bei - und eröffnet ihm die Aussicht auf ein unbekanntes, aufregendes, nichts desto weniger illegales neues Leben...

Der Autor bleibt sich treu. Niveau und Stringenz kannte man, die Erwartungen waren demgemäss hoch. Und: man wird nicht enttäuscht.
Carofiglio breitet des Helden Nöte aus, lässt sich Zeit, ohne jedoch es an Spannung fehlen zu lassen. Hat man die nötige Zeit von 1, 2 Stunden, ist das Werk auch schon in einem Zug verschlungen. Spannung kombiniert mit Anspruch macht es möglich.

Daher: noch Fragen? Höchstpunkte.


The Expendables
The Expendables
DVD ~ Sylvester Stallone
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Let the Bude rock..., 29. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: The Expendables (DVD)
Sylvester Stallone. Dolph Lundgren. Bruce Willis. Jet Li. Arnold Schwarzenegger. Alle bekannt - und berüchtigt: kaum einer wird mit diesen Namen wohl anspruchsvolles Kino verbinden (obwohl es natürlich Ausnahmen gibt: Willis hat etwa mit "Sin City" gezeigt, was er schauspielerisch kann, Stallone im unterschätzten "Cop Land" aufgezeigt).
Gemeinsam mit dem aktuellen Helden straighter Actionfilme Jason Statham schickt man sich hier an, das Genre der Actionblockbuster der Achtziger Jahre neu zu beleben.

Die Herrschaften sind Söldner. Moralische Skrupel gibts wenige, wenn die Kasse stimmt. Gleich zu Beginn etwa wird eine Schiffsbesatzung aus den Händen böser Piraten vor der somalischen Küste befreit. Der neue Auftrag: Eliminierung eines mittel-/südamerikanischen Diktators.
Für alles gibt es Spezialisten: Stallone ist der "Kopf", Lundgren die durchgeknallte drogengepowerte Kampfmaschine ohne Gewissen, Li - natürlich - der flexible Nahkampfhero, Statham weiss bestens mit Messern umzugehen - und, nicht zu vergessen: Mickey Rourke als ehemaliger Mastermind, ausgebrannt und leer im Kopf, dafür gepeinigt von Bildern, die nicht verschwinden wollen. Dieser verdingt sich als Kumpel, meisterhafter Tattookünstler und ausgelagerte Instanz in Gewissensfragen für die Killertruppe.

Die Sache, hinkt sie oder gefällts? Letzteres.
* Action, wohin das Auge schaut. Vergleiche zu (diesbezüglichen) Benchmarks aus den Achtigern drängen sich auf: bei weitem nicht so sinnentleert wie etwa "Rambo 2", geschweige denn ärgerlich wie "Tango&Cash"; weniger bombastisch als "Rambo 3", nur eine Spur realitätsnäher in der Action als "True Lies", ohne jedoch die kühle-kaltschnäuzige Klasse der "Stirb Langsam"-Reihe zu erreichen. Routiniert kann man sie nennen, die Regieleistung des "Schöpfers" Stallone.
* Freunde zerberstender Häupter, abgetrennter Extremitäten und sich den Weg ins Freie bahnender Eingeweide werden sich auf die Schenkel klopfen. Nichts für zartere Gemüter: wie in "John Rambo" wird hier mit starken Kalibern geschossen, werden mächtige Klingen eingesetzt, finden harsche Sprengmittel ihren Einsatz. Die Folgen: drastisch mitzuerleben. FSK 18 - berechtigt.
* Die Story ist natürlich nicht weiter bemerkenswert, hat aber wohl auch niemand wirklich erwartet. Richtiggehend dümmlich ist sie jedenfalls nicht.
* Die Dialoge ebenso: Humor ja, gerne auch "schwarz"; wie eben in den Achtzigern üblich, zum Glück meilenweit etwa von den bodenlos simplen Dialogen in "GoldenEye" entfernt.
* Musik, Ausstattung, Locations: ja!

Fazit: ein grelles, knallbuntes Popcornmovie für Nie-Erwachsene. Wer sich an Genreklassikern wie der "Rambo"-Reihe, Schwarzeneggers OEvre und - hier mit Abstrichen - "Lethal Wepon" erfreuen kann, dem sei Filmspass garantiert.
Garantiert politisch unkorrekt, weitgehend sinnfrei und immer "coole Sprüche auf den Lippen" - the Eighties are back!


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