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Rezensionen verfasst von
Johannes Marian

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The Mediterranean World in Late Antiquity: AD 395-600 (Routledge History of the Ancient World)
The Mediterranean World in Late Antiquity: AD 395-600 (Routledge History of the Ancient World)
von Averil Cameron
  Taschenbuch
Preis: EUR 31,19

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Einführung in eine Epoche und ihre Problematik, 17. Dezember 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit den 1970er Jahren ist in der althistorischen Forschung die traditionelle Sichtweise der Spätantike als einer Zeit des allgemeinen kulturellen Verfalls, des ökonomischen Niedergangs und des "Zwangsstaates" zunehmend in Frage gestellt worden. Viele lange Zeit als selbstverständlich hingenommenen Angaben werden seither neu diskutiert, und man bemüht sich, die Jahrhunderte zwischen Kaiser Diokletian um 300 und der arabischen Expansion ab etwa 630 nun stärker aus sich selbst heraus zu verstehen, als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter - statt sie lediglich als trauriges Nachspiel des "klassischen" Altertums und als eine Zeit der allgemeinen Dekadenz aufzufassen. Diese Diskussion ist bis heute nicht beendet, was auch daran liegen mag, daß diejenigen Forscher, die für eine neue Sicht der Spätantike plädieren, zwar manche alte Erklärung demontieren, selbst aber oft noch keine Alternative bieten können.
Averil Cameron, Professorin in Oxford und eine der weltweit angesehensten Fachleute für die Spätantike, gehört wie etwa Peter Brown, Michael Whitby oder Jens-Uwe Krause zu den Anhängern einer Neubewertung dieser Zeit. In diesem ursprünglich 1993 erschienenen Taschenbuch stellt sie das 5. und 6. Jahrhundert eher thematisch als chronologisch gegliedert vor (so befaßt sie sich in einem Kapitel etwa mit der Frage der Entwicklung der spätantiken Stadt, in einem anderen mit Justinians Versuch einer Rückeroberung des weströmischen Reiches um 540), wobei sie in vielen Punkten die (auch heute noch) aktuellen Forschungsprobleme darstellt und vor allem deutlich macht, daß man sich von einfachen, allgemeingültigen Erklärungen und Deutungen verabschieden muß. Daß die Komplexität der Spätantike als einer Zeit der Widersprüche und Gegensätze dem Leser bewußt gemacht wird, ist dabei die große Stärke des Buches, das in klarem und verständlichem Englisch geschrieben und gewiß eher für Studenten der (Alten) Geschichte oder andere Leser mit etwas Vorwissen von Nutzen ist als für komplette Laien.
Empfohlen werden kann ferner übrigens auch die sehr schöne Quellensammlung "Readings in Late Antiquity" von Michael Maas, in der zahlreiche übersetzte spätantike Quellen ganz oder auszugsweise versammelt und thematisch sortiert worden sind. Wer daneben mit einem sehr knappen ereignisgeschichtlichen Überblick über die Zeit bis zum Tod Justinians informiert werden möchte, kann ferner "Das Ende der Antike" von Hartwin Brandt zu Rate ziehen, das inhaltlich aber eher konservativ ist.


Lexikon der römischen Welt
Lexikon der römischen Welt
von Jean-Claude Fredouille
  Gebundene Ausgabe

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht wirklich überzeugend, 3. Dezember 2003
Dieses winzige Nachschlagewerk verdient ob des geringen Umfangs eigentlich kaum die Bezeichnung "Lexikon". Der Verfasser möchte die antike römische Geschichte bis zum Ende des Kaisertums im Westen abdecken, und dafür reicht dieses Büchlein nun bei weitem nicht aus - zumal es ja verhältnismäßig teuer ist. Die Auswahl der Schlagworte ist nicht frei von Willkür, und die Zuverlässigkeit der einzelnen Artikel schwankt beträchtlich: Manches ist solide, einiges aber veraltet, vieles zu stark vereinfacht, was sicher dem geringen Umfang des Buches geschuldet ist.
Es stellt sich also die Frage, an welches Publikum sich der Autor wenden möchte. Dem Fachmann oder dem Studenten, der sich für ein einbändiges Nachschlagewerk interessiert, sei eher das "Metzler Lexikon Antike" empfohlen, das alles in allem sehr viel kompletter ist und in dem oft auch weiterführende Literatur zu den Stichworten angegeben wird - anders als hier. Eher scheint sich das "Lexikon der römischen Welt" an interessierte Laien zu richten, die sich spaßeshalber mit Rom befassen und dabei rasch und knapp über Einzelheiten informiert werden wollen.


Theoderich der Grosse
Theoderich der Grosse
von Frank Ausbüttel
  Gebundene Ausgabe

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Darstellung, 17. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Theoderich der Grosse (Gebundene Ausgabe)
Theoderich der Große, der wahrscheinlich das historische Vorbild für den Dietrich von Bern der Nibelungensage darstellt, ist wie der Frankenkönig Chlodwig oder der oströmische Kaiser Justinian eine Gestalt auf der Mitte zwischen Antike und Mittelalter. Unter seiner Führung erobern die Ostgoten Italien, aber Theoderich, der sich zumindest nominell weiter dem Kaiser in Konstantinopel unterstellt, herrscht weniger wie ein Eroberer als wie ein König der Germanen UND Römer, wobei seine Regierung in vielerlei Hinsicht an das weströmische Kaisertum anknüpft. Unter Theoderich erlebt die spätantike Kultur eine Blüte, die mit Namen wie Boethius und Cassiodor verbunden ist. Etwa 30 Jahre lang stellt das gotische Italien unter ihm eine Vormacht unter den Germanenreichen auf dem Boden des früheren weströmischen Reiches dar, aber nach seinem Tod 526 zerfällt die Macht der Ostgoten rasch, und Anfang der 550er Jahre wird Italien nach langem Krieg noch einmal der direkten römischen Herrschaft unterworfen.
Frank Ausbüttel hat all dies - den Aufstieg Theoderichs zum Führer der Goten, die politische Lage in Italien im späten 5.Jahrhundert, Theoderichs Weg zur Herrschaft über Italien, den Konflikt mit Odoaker, die Prinzipien der Innen- und Außenpolitik sowie das schließliche Ende des Ostgotenreiches - ohne große Schnörkel wissenschaftlich fundiert und zugleich lesbar geschildert. Er bemüht sich sichtlich darum, den Leser nicht die Orientierung verlieren zu lassen, auch wenn dies mitunter zu einigen etwas unglücklichen Vereinfachungen führt. Sein Buch gibt einen guten Überblick über einen wichtigen Abschnitt der spätantiken Geschichte.


Songbook Vol.1
Songbook Vol.1
Preis: EUR 16,99

34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alter Mann am Klavier - brillant, 10. Oktober 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Songbook Vol.1 (Audio CD)
Obwohl wohl fast jeder Songs von Randy Newman kennt, so wissen doch die wenigsten, daß sie von ihm sind - bei "You can leave your hat on" zum Beispiel denkt wohl fast jeder an die Hauruck-Version von Joe Cocker und nicht an Newman, von dem das Stück ursprünglich stammt.
Newman, Jahrgang 1943, ist ohne Frage einer der wichtigsten amerikanischen Singer/Songwriter des Jahrhunderts, und es ist schade, daß er sich nun schon seit Jahren zunehmend rar macht. Sein letztes reguläres Album mit gewohnt bissigen, ironischen oder melancholischen Songs, erschien 1999. Ansonsten kümmert sich Newman seit längerem vor allem um Soundtracks.
Und nun diese CD. Es findet sich kein einziger neuer Song, sondern Newman sitzt alleine am Klavier und singt seine alten Lieder. Das klingt nicht spektakulär. Aber gerade in einer derartigen Reduziertheit zeigt sich natürlich, wie gut ein Song wirklich ist, und Stücke wie die düstere Kindermörder-Skizze "In Germany before the war" oder die brillante Abrechnung mit amerikanischer Weltpolitik "Political Science" ("No one likes us, I don't know why. We may not be perfect, but heaven knows we try. All around even our old friends put us down. Let's drop the Big One and see what happens.") haben über die Jahre nichts von ihrer Klasse verloren. Wirklich sehr empfehlenswert - aber eher für Fans. Wer Newman nicht kennt, braucht wohl Muße und Geduld, um sich mit der ungewöhnlichen, näselnden Stimme und der kargen Instrumentierung anzufreunden.


Kaiser sterben nicht im Bett. Die etwas andere Geschichte der römischen Kaiserszeit.
Kaiser sterben nicht im Bett. Die etwas andere Geschichte der römischen Kaiserszeit.
von Fik Meijer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber unhistorisch, 6. Oktober 2003
Dieses Buch ist schwer zu beurteilen. Zum einen hat sich der Autor offensichtlich gründlich mit seinem Thema beschäftigt und viele antike Quellen studiert. Er geht chronologisch vor, schildert in aller Kürze (in der Regel auf ein bis zwei Seiten) Werk, Leben und vor allem Tod der Kaiser, wobei er auch widersprüchliche Angaben der Quellen berichtet. Zwischendurch gibt es sehr (!) knappe Beschreibungen des jeweiligen Abschnitts der römischen Kaiserzeit ("Die Soldatenkaiser", "Die antoninischen Kaiser"). Im Vorwort werden die wichtigsten antiken Quellen (sehr) knapp vorgestellt. Das alles ist sehr unterhaltsam geschrieben und eignet sich durchaus als Bettlektüre, da man das Buch einfach irgendwo mittendrin aufschlagen kann.
Es gibt aber leider auch viel Negatives zu sagen: Erstens fällt die schlechte und nachlässige Übersetzung aus dem Niederländischen ins Auge. Zweitens, und das wiegt schwerer, ist der Forschungsstand in vielen Punkten veraltet - obwohl Meijer in seiner kurzen Bibliographie am Ende des Buches durchaus auch neuere Literatur angibt, könnte "Kaiser sterben nicht im Bett" teilweise auch vor 30 oder 40 Jahren geschrieben worden sein. Und drittens muß sich der Autor sagen lassen, daß er insgesamt viel zu unkritisch gewesen ist, was die Angaben seiner antiken Quellen angeht. Offensichtlich war er so fixiert darauf, möglichst viele Details zum Tod der Herrscher zu finden, daß er sich die Frage, wie glaubwürdig die spektakulären Berichte denn eigentlich sind, viel zu selten gestellt hat. Er distanziert sich manchmal von seinen Quellen, aber zu selten. So suggeriert er eher, daß die übrigen Angaben allesamt zuverlässig seien. Das Allermeiste dürfte aber eher den Klatsch der Zeitgenossen bzw. späterer Generationen wiedergeben, außerdem sind einige Autoren wie Lactanz aufgrund ihrer offensichtlich tendenziösen Darstellung ohnehin kaum zu gebrauchen.
Wenn Meijer öfter deutlich gemacht hätte, daß er zwar referiert, was die antiken Autoren (oft in großem zeitlichen Abstand zum Geschehen) berichten, daß diese meist farbenfrohen und spektakulären Berichte aber nicht mit der "Wahrheit" verwechselt werden dürfen, sondern eher etwas über die Sicht der jeweiligen Quelle auf den betreffenden Kaiser sowie über die Eigenarten antiker Geschichtsschreibung aussagen, wäre sein Buch viel eher zu empfehlen. Der Autor äußert sich zwar dann und wann über die Quellenproblematik - aber viel zu selten, es wirkt eher wie ein methodologisches Feigenblatt. So, wie das Buch jetzt vorliegt, kann es leider nicht guten Gewissens weiterempfohlen werden, da es trotz des interessanten Ansatzes zu viele Fehler und Ungenauigkeiten enthält.


Byzanz. Das zweite Rom
Byzanz. Das zweite Rom
von Ralph-Johannes Lilie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 48,00

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glänzend geschriebener Überblick, 7. März 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Byzanz. Das zweite Rom (Gebundene Ausgabe)
Der bekannte deutsche Byzantinist R.-J.Lilie legt hier seine lange erwartete Darstellung der byzantinischen Geschichte vor. Mit ihrem Erscheinen wird das alte Handbuch von G.Ostrogorsky wohl endgültig überflüssig (nun gut: fast), auch wenn sich Lilie offensichtlich nicht in erster Linie an ein Fachpublikum richtet. Vielmehr bemüht er sich augenscheinlich und mit Erfolg um gute Lesbarkeit, um einem möglichst großen Kreis einen detailreichen Einblick in die Materie zu bieten; wesentliche Kernthesen werden überdies stets mehrfach angeführt und dargestellt, um ein Überlesen zu vermeiden. Dadurch wird gerade der interessierte Laie rasch gefesselt. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Darstellung der politischen Geschichte von den spätantiken Anfängen (4.-6. Jhd.) des Reiches bis zum Fall Konstantinopels 1453; daneben schiebt der Autor immer wieder Kapitel ein, die die grundsätzlichen Entwicklungen und Strukturen der einzelnen Epochen noch einmal zusammenfassen und vertiefen. Lilie räumt mit vielen liebgewonnenen Vorurteilen und Irrtümern auf und bezieht manche unkonventionelle Position - die Einschätzung der spätantiken Kaiser Phokas und Herakleios etwa wird manchen überraschen. Lilie steht überdies seinem Foschungsgegenstand mit einer auffälligen Distanz gegenüber und behandelt gerade die byzantinischen Quellen mit vorbildlicher Vorsicht. Bei aller Meinungsfreude informiert er daneben doch immer auch über Gegenpositionen in der Forschung. Byzanz, dieses Reich auf der Grenze zwischen Antike und Mittelalter und zwischen Ost und West, wird in diesem umfangreichen und leider sehr teuren Buch in einer Weise behandelt, die dem Gegenstand alles in allem angemessen ist und in seltener Weise Information und Lesevergnügen verbindet, auch wenn man etwa zur Bibliographie manches anmerken könnte. Denjenigen Lesern mit einem schmaleren Geldbeutel seien das bei Beck erschienene kleine Büchlein desselben Autors oder das ebenfalls recht neue und zuverlässige, aber weniger umfangreiche Buch von John Haldon empfohlen.
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Die Germanen
Die Germanen
von Herwig Wolfram
  Taschenbuch

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knappe Einführung in ein komplexes Thema, 25. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Germanen (Taschenbuch)
Herwig Wolfram, ausgewiesener Experte für die Germanen und insbesondere die Goten, bietet dem interessierten Laien (auch wenn etwas Vorwissen nicht schaden kann, da die Materie nun einmal nicht die leichteste ist) wie dem Althistoriker, der die Germanen ja zumeist nur als Nachbarn und Gegner der Römer kennt, hier einen insgesamt gut lesbaren und kompakten Überblick über das Thema. Sowohl über Geschichte, Herkunft und Kultur "der Germanen" allgemein (soweit man Aussagen treffen kann) wie auch über die wichtigsten einzelnen Stämme und Stammesverbände findet der Leser hier auf engstem Raum die wesentlichen Informationen. Dabei räumt der Autor auch mit einigen älteren Vorurteilen auf, wie etwa der Annahme, die Urheimat der Gemanen sei notwendig in Skandinavien zu suchen. Insgesamt stellt dieses Büchlein wie auch einige andere aus dieser Reihe (Demandt über die Kelten, Schlögl über die Ägypter, Wiesehöfer über die Perser, Prayon über die Etrusker etc.) eine sehr sinnvolle Möglichkeit dar, sich über die Alte Geschichte jenseits von Griechenland und Rom zu informieren und damit den eigenen Horizont zu erweitern.


Die Etrusker: Geschichte - Religion - Kunst
Die Etrusker: Geschichte - Religion - Kunst
von Friedhelm Prayon
  Taschenbuch

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Insgesamt gut, 25. Januar 2003
In der Schule wie im Geschichtsstudium erscheinen die Etrusker (wenn überhaupt, dann) meist nur am Rande, sei es als Gegner der Griechen, sei es als das Volk, das die römische Frühzeit entscheidend mitgeprägt hat. Prayon hat hier wirklich eine gute und seriöse Einführung in die Materie geschrieben und verschweigt auch nicht die problematische Quellenlage. Insgesamt ist das Buch gut lesbar und stellt eine sinnvolle Ergänzung dar für jeden, der sich mit der antiken Mittelmeerwelt beschäftigt - irritiert hat mich allerdings, daß Prayon, der hinsichtlich vieler antiker Nachrichten über die Etrusker/Tyrrhener zu Recht skeptisch ist, bei einigen Problemen der römischen Frühzeit etwas unvorsichtig zu sein scheint: Die Reihe der römischen Könige, der Zeitpunkt der Gründung der Republik - die althistorische Forschung hat das meiste davon schon lange als Legende erkannt. Aber insgesamt kann dieses Büchlein wie gesagt empfohlen werden.
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Die Römer in Germanien
Die Römer in Germanien
von Reinhard Wolters
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knapper, geschickt gegliederter Überblick, 22. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Römer in Germanien (Taschenbuch)
Dieses kleine Buch von Reinhard Wolters wird alles in allem seinem Anspruch gerecht, in knapper, aber nie unzulässig verkürzender Weise ein Thema darzustellen, das ebensogut "Die Römer UND Germanien" hätte heißen können. Denn nicht nur der römischen Präsenz in den beiden germanischen Provinzen am Rhein (und auf heute deutschem Boden überhaupt) und ihren Spuren widmet der Autor seine Aufmerksamkeit, sondern auch den Beziehungen zwischen dem Imperium und den Germanen vom Kimbernzug bis zum Fall der Rheingrenze im 5.Jhd. insgesamt - wie sahen etwa die Römer ihre nördlichen Nachbarn? Wolters gibt daneben einen Überblick über die zahlreichen Kämpfe (von denen die Varusschlacht, deren Zusammenhang mit den Funden bei Kalkriese Wolters übrigens bezweifelt, gewiß der berühmteste ist) sowie über das Alltagsleben in den germanischen Provinzen und endet mit einer Übersicht über die Forschungsgeschichte seit dem Mittelalter. Für Althistoriker und Archäologen ist dieses Buch in jedem Fall eine sinnvolle Anschaffung, auch wegen der kurzen, aber gut kommentierten Bibliographie; interessierte Laien werden sich vielleicht dann und wann etwas verlassen fühlen, da Wolters doch einiges an Vorwissen voraussetzt.


Good Old Boys
Good Old Boys

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Halbes Konzeptalbum, 22. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Good Old Boys (Audio CD)
Eigentlich hätte Newman wohl ein richtiges großes Konzeptalbum machen wollen, aber letztlich entstand "nur" dieses Songwriter-Kleinod, das sich vornehmlich auf die eine oder andere Weise mit den Rednecks ("We don't know our ass from a hole in the ground") befaßt. Die Texte sind wie üblich brillant und voller Subtilität - daß die naive Hymne "Every man a king" gar nicht von Newman stammt, fällt kaum auf. Der amerikanische Traum wird zugleich zelebriert und ironisch bis sarkastisch hinterfragt. Musikalisch ist Newman gewöhnungsbedürftig; viele finden seine näselnde Stimme unangenehm. Ich nicht. Die Songs sind im Schnitt nicht ganz so gut wie auf "Sail Away" oder "Little Criminals", dennoch ist kein echter Aussetzer dabei. Höhepunkte sind "Louisiana 1927", "Marie", "Rednecks" und "Rollin'". Newman macht eine eher altertümlich anmutende, vom Blues beeinflußte Musik; in allen Stücken spielt das Klavier eine prominente Rolle. Hinzu kommen die professionellen Orchesterarrangements - vieles ist so schön, daß man die bissigen Texte zunächst gar nicht bemerkt. Kurzum, ein typisches Newman-Album - der Mann ist in eingeweihten Kreisen nicht umsonst eine lebende Legende.


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