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Rezensionen verfasst von
Reinhard Karst
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Die Enden der Welt
Die Enden der Welt
von Roger Willemsen
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Passt nicht ins Hochformat, 18. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Enden der Welt (Taschenbuch)
Gestern habe ich das Buch zu Ende gelesen. Ich habe es von vorne bis hinten durchgelesen und mich nicht dabei gelangweilt! Jetzt wollte ich bei Amazon sehen, wie andere Leser das Buch fanden. Die überwiegende Mehrheit ist enttäuscht von diesem Buch. Überraschung! Ich bin begeistert. Willemsen kann Orte, Menschen, Zeiten, Legenden, Farben, Früchte, Gerüche, Formen beschreiben. Nein, er braucht dazu nicht viele Seiten. Er kann auf einer Buchseite eine Straßenszene in Nepal ablichten und man hat das Gefühl, dass die Beschreibung vollständig ist, dass das Chaos Südasiens eine Entsprechung gefunden hat.
Er verwendet oft interessante Bilder und Wendungen. Er ist dabei an den Menschen dran. Manche seiner Begegnungen sind mir fast leibhaftig: Der Junge in Westafrika, die Russin im Kamtschatka, Marga auf der letzten Reise zum nördlichen Ende der Welt.
Ich lese sehr gern Reiseberichte und ich habe auch schon viele gelesen. Daher bin ich über meine Mitrezensenten verwundert: Was erwarten sie von einer Reiseerzählung? Für mich gehört "Die Enden der Welt" zu den schönsten Erzählungen, die ich gelesen habe, auch wenn - wie Marga sagt - die Enden der Welt nicht gut in ins Hochformat der Kleinbildkamera passen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2013 1:21 PM MEST


BLUFF!: Die Fälschung der Welt
BLUFF!: Die Fälschung der Welt
von Dr. Manfred Lütz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

39 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sehr schlicht, 5. November 2012
Ich bin in einer Bücherei über den Titel gestolpert und war neugierig, wer die Welt verfälscht, welche Mächte dahinter stehen und wie man die wahre Welt erleben kann.
Zunächst war ich erstaunt, dass Herr Lütz sehr lange den Film die "Truman Show" beschreibt. Die Botschaft ist in diesem Film sehr deutlich, und ich frage mich wie blöd Herr Lütz seine Leser hält, dass er ihnen wieder und wieder den Film erklären muss. Einige Seiten wettert der Autor vehement gegegn Richard Dawkins und dessen Buch "Gotteswahn". Hätte ich das Buch nicht gelesen, müssste ich den Worten von Lütz Glauben schenken: Dawkins sei ein mieser Wissenschaftler, Feigling (er weigert sich mit Lütz auf ein Podium zu steigen), Verdreher von schlichten Tatsachen und ein fanatischer Religionshasser. Damit wird Lütz selbst zum Bluff. Schließlich kramt er die katholische Kirche als Vertreter der wahren Welt hervor. Da blieb mir schon ein bisschen die Spucke weg. Ich war froh, dass ich für dieses Machwerk keinen Cent hingelegt habe.


Die Erfahrung der Welt
Die Erfahrung der Welt
von Roger Perret
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg nach Osten, 11. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Erfahrung der Welt (Broschiert)
"Die Erfahrung der Welt" ist das schönste Reisebuch, das je geschrieben wurde. Bouvier und sein Freund lassen sich mit der Erfahrung des Ostens viel Zeit. Sie verbringen den Winter in Täbris. Es gibt dort nicht viel zu tun und die Zeit übernimmt den Atem dieses Buches - als würde man langsam auf den Grund eines Ozeans sinken. Asien - riesig, rau, unbekannt. Asien die Quelle der Religionen, der Träume, der vielen Menschen. In dieses Meer sendet Bouvier sein Echolot. Es sind die Worte, die er aussendet um die Fremdheit erfahrbar zu machen, die Vertrautheit fremd zu machen, das Eigene zu hinterfragen und das Fremde so nah als möglich an sich heranzulassen.
Dabei tasten seine Worte an die Landschaft heran, die die Menschen in diesen Weiten prägen. Bouvier ist nie überheblich und nie versucht sich den asiatischen Göttern vollkommen hinzugeben, da er weiß, dass diese Götter nicht für uns gemacht sind. Sie ruhen in einer anderen Sphäre.
Bouvier Reiseerzählung endet am Khyberpass - ein neues Tor tut sich dahinter auf. Für uns schließt sich die letzte Seite. Aber man war dort - an den gewaltigen Gebirgssperren des Hindukusch, den anatolischen Steppen, der iranischen Wüste, man war bei der Hirten, Städtern, Nomaden.

Mehr kann eine Reiseerzählung nicht leisten.


Der Jakubijân-Bau: Roman aus Ägypten
Der Jakubijân-Bau: Roman aus Ägypten
von Alaa al-Aswani
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Menschen unter Mubarak, 19. Juni 2012
Was liegt näher, als auf einer Ägyptenreise ein Buch aus Ägypten zu lesen. Das Haus, das der "Jakubijan-Bau" genannt wird steht in Kairo. Es wurde schon zu einer Zeit gebaut, als noch viele Europäer in der Stadt gelebt haben. Nach und nach haben die Europäer, die Juden und Aramäer die Stadt verlassen und andere Menschen sind in die Stadt gezogen. Menschen vom Lande, die ihre eigenen Wünsche, Hoffnungen und Verhaltensweisen mit in die Stadt bringen. Von diesen Menschen erzält Al-Aswani. Er rückt den Menschen dabei so nahe, dass man versteht, warum sie lügen, wen sie hassen und wie sie versuchen ihre Chancen für ein besseres Leben zu ergreifen.
Die Bedingungen unter denen dies geschieht werden deutlich aufgezeigt: Eine starre Bürokratie, eine soziale Hierachie, die z.B. den Sohn eines Türstehers keinerlei Möglichkeit gibt in eine Beamtlaufbahn aufzusteigen, sexuelle Frustration und Tabuiisierung von Sexualität, und gleichzeitig die widerwärtige Heuchelei der frommen Männer, die sich alles nehmen, was sie brauchen dabei in der Öffentlichkeit als Saubermänner und echte Vertreter des Islams dastehen.
So liebenswürdig die Männer in Ägypten auch sind - mit Frauen hatte ich keinelei Kontakt - das Buch macht deutlich wie die Gewalt von Diktatur und Islam alle Poren dieser Gesellschaft durchdringt und wie Menschen darunter leiden. Was kann ein Roman mehr leisten? Das Buch ist spannend und was wichtiger ist: die Menschen und ihre Schicksale wirken glaubwürdig.


Der Fez: Eine Reise durch die Türkei auf der Suche nach einem Hut
Der Fez: Eine Reise durch die Türkei auf der Suche nach einem Hut
von Jeremy Seal
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Eine Kopfbedeckung, 24. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jeremy Seal ist auf der Suche nach der türkischen Kopfbedeckung. Der Fez galt für den gläubigen Muslimen als nahezu unverzichtbar. Seal folgt den Spuren dieses in der Türkei nur noch auf Toristenmärkten angebotenen Huts. Wie kam es zum Verschwinden? Warum ist der Fez heute in der Türkei verboten? Gibt es vielleicht noch Türken, die in den hintersten Winkeln des Landes den Fez tragen?
Es ist ein spannende, heitere, nachdenklich stimmende und äußerst informative Reise durch Kleinasien. Seal ist ein guter Landeskenner. Wer etwas über die neuere Geschichte der Türkei erfahren will, sollte dieses Buch lesen. Für mich gehört es zu den besten Reisebeschreibungen überhaupt.

Selten lese ich ein Buch ein zweites Mal. Aber für meinen Türkei Urlaub gab es einfach keine passendere Lektüre. Beim nochmaligen Lesen hatte ich fast noch mehr Vergnügen, an den vielen Anekdoten, Beobachtungen und Geschichtslektionen. Für mich gibt es kein besseres Buch, um etwas über die Gegenwart und Vergangenheit der Türkei zu erfahren. 1925 ließ Atatürk den Fez verbieten. Wie kam es, dass dieser Hut, der als DIE türkische Kopfbedeckung schlechthin galt, restlos aus dem Bewusstsein der männlichen Bevölkerung verschwunden ist?

Seal begibt sich auf die Reise durch die Türkei. Seine Beobachtungen und Dialoge werden immer wieder durch Rückblicke auf die Entstehungszeit der türkischen Republik vertieft. Der Fez galt Atatürk als rückständig, der moderne Türke sollte eine europäische Kopfbedeckung tragen. Dabei war der Fez erst hundert Jahre zuvor als Ersatz für den Turban eingeführt worden. Er hatte sich landesweit durchgesetzt, auch weil er - ohne Krempe - den Muselmanen nicht bei der Ausübung des Gebets hinderte.
Da es um einen Hut geht, also ein modisches Assessoire, muss nicht alles furchtbar ernst abgehandelt werden. Seal trifft dabei genau den richtigen Ton: Witzig, ironisch, selbstironisch und durchaus literarisch.

Eigene Anmerkung:
Auch heute wirft die Frage wie der Kopf zu bedecken ist große Emotionen auf. Allerdings nur bei den Frauen. Für Männer scheint es in dieser Hinsicht kein Gebot mehr zu geben. Atatürks Anstrengungen waren also von Erfolg gekrönt. Leider nur für eine Hälfte der Bevölkerung. Eine Hälfte soll in Asien verbleiben (Frauen), die andere darf zu Europa gehören.


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