Profil für Amber > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Amber
Top-Rezensenten Rang: 4.773
Hilfreiche Bewertungen: 447

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Amber (Celle)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
pixel
Der Hobbit: Smaugs Einöde Extended Edition [5 DVDs]
Der Hobbit: Smaugs Einöde Extended Edition [5 DVDs]
DVD ~ Sir Ian McKellen
Preis: EUR 19,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Extended Edition - Must Have mit Wehrmutstropfen, 27. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich liebe die Hobbit-Filme und habe sie bestimmt schon ungezählte Male angesehen. Seit "Herr der Ringe"-Zeiten sind die Special Editions absolute Hightlights für mich, denen ich immer schon sehnsüchtig entgegenfiebere. Dennoch war ich diesmal von dem Bonusmaterial ein ganz klein wenig enttäuscht. Warum? Eigentlich gibt es nichts zu meckern. Sowohl das Design der Box als auch der Inhalt unterscheiden sich von der Qualität her nicht den den Vorgängern. Dass man überhaupt so etwas geboten bekommt, von der verlängerten Filmfassung, die ich leider noch nicht angesehen habe, natürlich ganz zu schweigen, sollte eigentlich genug Grund sein, sich gar nicht erst zu beschweren.

Dennoch, es gibt eine Sache, die mir diesmal einfach zu viel wurde. Klar, ein gründlicher Blick hinter die Kulissen ist persönlich, aber in diesem Fall etwas zu persönlich. Klar, alle stehen unter einer riesigen Anspannung, da muss man schon mal Dampf ablassen, und ähnlich geht es wahrscheinlich auf allen großen Sets zu, wo viele Leute unter enormem Stress stehen. Möchte ich deswegen zusehen, wie ein Fäkalwitz nach dem nächsten gerissen wird? Nein, definitiv nicht. So etwas interessiert mich absolut nicht, und es hat mir echt das Vergnügen verdorben. Unappetitlich, was da teilweise vor laufender Kamera abgeht. Auch die häufigen sexuellen Anspielungen stören, obwohl ich sonst bestimmt nicht prüde bin. Aber was hat das mit der Schaffung von Mittelerde zu tun? Wenn ich versauten Slapstick sehen möchte, entscheide ich mich für eine andere Unterhaltungskost.

Bisher liebte ich an den Making Ofs immer, dass man kreativen Menschen bei ihrer faszinierenden Arbeit zusehen kann, dass es (scheinbar) um Teamgeist geht und man die Darsteller hinter den Rollen kennen lernt. Das tut man natürlich auch hier, aber schmuddelige Einlagen und plumpe Kalauer sind dabei bestenfalls überflüssig.

Auch dass Peter Jackson einen solchen Hang zur Schikane und Diskriminierung schwächerer Mitarbeiter zeigt, ist langsam nicht mehr lustig. Von der alten Harmonie keine Spur mehr; man merkt, dass die Leute anfangen, sich gegenseitig auf die Klötze zu gehen und es vor allem unter den Nebendarstellern Unstimmigkeiten und ein großes Statusgefälle gibt, das auf diese Weise nicht zur allgemeinen Belustigung vermarktet gehört. Mobbing am Arbeitsplatz lässt grüßen, was weder nachahmenswert noch komisch ist.

Weiterer Tiefpunkt: Es werden ohne Vorwarnung abartige Ausschnitte aus den Splatterfilmen gezeigt, die er früher gedreht hat und die heute durch ihre grotesken Billigeffekte zwar unfreiwillig komisch wirken, aber durch ihre perversen Gewaltfantasien dennoch schocken. Ich habe schließlich aufgehört, mir das Bonusmaterial anzusehen, weil mir der Abend genug verdorben war. Und so etwas hat FSK12 erhalten?!

Nein, diesmal bleibt ein schaler Nachgeschmack zurück. Beneiden tue ich die Leute, die an den Produktionen mitwirken, bestimmt nicht mehr. Ein wenig von dem Zauber, den der Film für mich bisher verströmt hat, ist dahin, und ich habe auch vorerst nicht mehr recht Lust, mir "Die Schlacht der fünf Heere" im Kino anzusehen. Erst mal brauche ich ein wenig Abstand, um die Welt HINTER Mittelerde wieder vergessen zu können.

Fünf Sterne somit für den meisterhaften Film, drei Sterne nur für das Bonusmaterial, das zwar keine Wünsche offen lässt, aber leider mittlerweile Züge bedenkliche von krankhafter Selbstdarstellung gewisser Personen zeigt und mit zuviel Abfall gestreckt wurde.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 11, 2014 12:19 PM CET


Die Insel der Orchideen: Roman
Die Insel der Orchideen: Roman
von Tessa White
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Viel Rauch und kein Feuer!, 5. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Insel der Orchideen: Roman (Taschenbuch)
Das Buch bietet viele gute Ansätze, aber sie wurden allesamt verschenkt.

Für mich litt das Lesevergnügen vor allem an den riesigen, oft extrem abrupten Zeitsprüngen, die einen mitten aus Szenen herausreißen, die ansonsten spannend oder berührend sein könnten. Mit jedem der kurzen Kapitel hüpft man weitere Monate nach vorne, zwischen den verschiedenen Teilen des Romans wiederum liegen Jahren, und alle paar Seiten wird zudem die Perspektive gewechselt. So kann man sich nie fallen lassen, mit keiner einzigen Person warm werden. Die Schicksale konnten mich aus genau diesem Grund einfach nicht erreichen.

Dabei ist durchaus Potential vorhanden, was die Charaktere betrifft. Aber auch hier dominiert das Problem, dass einfach keine Kontinuität eintreten will. Die einzelnen Personen wirken stereotyp und sind auf einige wenige Kerneigenschaften festgelegt, wobei sie innerhalb von Jahrzehnten keinerlei persönliche Entwicklung durchmachen. Jeder geht stur und rücksichtslos und voller kindischen Trotzes seinen Weg. Alle, egal ob männlich oder weiblich, Haupt- oder Nebenrolle, sind auf ihre Weise egoistisch, selbstmitleidig und gleichgültig gegenüber den Wünschen und Kümmernissen der jeweils anderen. Es handelt sich um eine Ansammlung einzelner Individuen, von denen mir keins auch nur vage ans Herz wachsen konnte. Man könnte sagen, dass jeder auf seine Weise verdient hat, was ihm passiert, weil niemand auch nur ansatzweise bemüht ist, sein Herz auch für Dinge zu öffnen, die nicht dem eigenen Wohl zugute kommen. Aber das ist natürlich alles Schicksal, als wäre niemand für das verantwortlich, was er tut. So eine Grundaussage kann meiner Meinung nach keinen guten Roman schaffen, sondern taugt bestensfalls zu seichter Unterhaltungsmassenware.

Stellenweise dachte ich immer wieder: Jetzt geht's los, jetzt kommt mal was. Fehlanzeige, alles wird fallen gelassen, kaum dass es aufgehoben wurde. Dialoge? Nicht nennenswert! Innere Konflikte? Nö, jeder hat ja ohnehin recht. Spannung? Es werden nicht einmal Szenen zu Ende gebracht. Bei einem so dicken Buch wäre das wirklich nicht nötig gewesen, so zu kleckern, aber der Zeitrahmen musste eben mit aller Gewalt abgenudelt werden.

Die Autorin versucht tapfer, möglichst viel Hintergrundwissen und seelisches Drama in die Seiten zu stopfen und bedient sich mit Singapur zudem einer Kulisse, die sich von den üblichen Hintergründen Australien oder Neuseeland abhebt - und scheitert dennoch. Der Roman bleibt leblos und dümpelt so sehr in Oberflächlichkeiten vor sich hin, dass er mich weder berührte noch fesselte, sondern lediglich deprimierte und frustrierte, weil er es einfach nicht schaffte, eine Spannungskurve aufzubauen und Zugang zu den Charakteren zu ermöglichen. Der Stil ist ordentlich, aber alles in allem zu bemüht.

Schade, hatte mir mehr davon erhofft. Hätte vielleicht für drei Sterne gereicht, wenn ich wenigstens hätte wissen wollen, wie es ausgeht, doch ich habe es nach der Hälfte aufgegeben. Ein Buch, das abgesehen von enttäuschten Erwartungen und unwillkürlichen Verbesserungsvorschlägen keinen Nachhall hinterlässt und das sich ohne einen einzigen Höhepunkt in das bunte Einerlei anderer Kolonialzeitromane einreiht, die derzeit in Mengen auf den Markt geworfen werden.

Es tut mir leid um die vielen guten Ideen, das durchaus vorhandene Talent und all die die Recherchen, die Tessa White investiert hat. Ich bin mir sicher, dass ihr Roman sich gut verkauft, weil viele Leserinnen meine Kritikpunkte nicht stören werden. Aber hier fehlen der Herzensfunke und die Leidenschaft, und wenn das schon fehlt, könnte auch eine tragische Story wenigstens ein kleines bisschen Wortwitz vertragen ...


Die Schicksalsgabe: Roman
Die Schicksalsgabe: Roman
von Barbara Wood
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das soll Barbara Wood sein?, 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Schicksalsgabe: Roman (Taschenbuch)
Erschreckend! Die Story ist lückenhaft und oberflächlich, der Stil einfach grauenhaft. Könnte eine tolle Idee sein, wurde auch gut recherchiert, aber verliert sich in langatmiger spiritueller Sinnsuche, anstatt seinen Fokus auf die Bereisung der berühmten Seidenstraße zu legen. Sprunghaft wechseln die einzelnen Teile das Setting, man könnte meinen, Reisen wäre damals so einfach gewesen wie heute. Die Liebesgeschichte ist seicht und kitschig, die Charaktere sind stereotyp und vom Reißbrett heruntergeholt.

Einzelne, wirklich gelungene Passagen und das stellenweise durchaus interessante Hintergrundwissen retten den dritten Stern, aber abgesehen davon wurde der Roman mit unverdienten Vorschusslorbeeren überschüttet, nur, weil er von Barbara Wood stammt. Eine unbekannte Schriftstellerin wäre ein so schlechtes Manuskript vermutlich nicht einmal losgeworden.


Insel der tausend Sterne: Roman
Insel der tausend Sterne: Roman
von Leah Bach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Perle von Roman!, 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Insel der tausend Sterne: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist viel besser als die Inhaltsangabe vermuten lässt, wegen der ich es zunächst nicht gekauft hatte. Selbige gibt die Story total verfälscht wieder, lässt zu Unrecht die Vermutung aufkommen, es handele sich um einen Kitschroman.

Dem ist aber nicht so; es handelt sich um die durchaus glaubwürdige Reise einer Frau zu ihren familiären Wurzeln und ihren verborgenen charakterlichen Stärken. Land und Leute werden lebensecht und fesselnd wiedergegeben; ein richtig schöner Abenteuerroman, aber einer, der ohne an den Haaren herbeigezogene Action auskommt und sich stattdessen auf die innere Entwicklung der "Heldin" konzentriert. Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten spielen dabei keinerlei Rolle, und trotzdem wird es nie langatmig oder übertrieben philophisch, sondern behält ein gutes Tempo bei.

Mitfiebern und Mitträumen sind garantiert; Paula ist jemand, mit dem man sich sehr gut identifizieren kann, denn sie hat ihre Probleme, denen sie sich voller Mut stellen muss. Die Liebesgeschichte ist sehr realistisch, wenn auch nicht sehr romantisch, was ich aber für eine erfreuliche Abwechslung halte. Schmachtfetzen gibt es genug.

Stil, Charaktere, historischer Hintergrund, Storyline, alles auf hohem Niveau, perfekte Balance zwischen Spannung und Tiefsinn; besser kann man es kaum noch machen. "Insel der tausend Sterne" ist der beste Kolonialzeit-Roman, den ich seit Jahren gelesen habe, kann sich qualitativ durchaus mit M.M. Kayes berühmtem "Insel im Sturm" messen.

Mehr gibt es wirklich nicht zu sagen. Daumen hoch!


Die Tochter der Sündenheilerin: Historischer Roman (Sündenheilerin-Reihe, Band 3)
Die Tochter der Sündenheilerin: Historischer Roman (Sündenheilerin-Reihe, Band 3)
von Melanie Metzenthin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz, was es sein könnte!, 26. August 2014
Hiermit liegt also der dritte Teil der "Sündenheilerin"-Reihe vor. Ich muss sagen, dass ich die ersten beiden Teile besser fand.

Es gibt einfach zu viele Personen, und die Charaktere werden daher nur grob umrissen; man erfährt zudem oft noch nicht einmal ansatzweise, wie sie überhaupt aussehen. Die Kinder von diesem und jenem, es kommt einem vor wie ein riesiges Familientreffen, wobei einem allerdings das Wiedersehen mit so einigen lieb Gewonnen aus den Prequels verwehrt bleibt. Auch den bekannten Gesichter wird nicht genügend Raum gewidmet, auf etwaige Veränderungen jeglicher Art wird nicht eingegangen, so dass sehr viel der Phantasie überlassen bleibt. Was ist in den letzten zwanzig Jahren überhaupt geschehen? Mit jedem Kapitel wird zu anderen Kernfiguren gesprungen, und ich finde, man hätte den vielen Figuren nur gerecht werden können, wenn der Roman mindestens zweihundert Seiten länger gewesen wäre. Der Spannung hätte es bestimmt keinen Abbruch getan, und man hätte besser mitempfinden können.

Großes Lob möchte ich dafür aussprechen, dass die Autorin ihre psychologischen Kenntnisse eingearbeitet hat. Da ich selbst Ahnung vom Fach habe, fehlt mir dieser Aspekt in anderen Büchern oft. Die Helden tragen Lasten mit sich herum, alte Wunden, die ihr Wesen bestimmen, einige haben gar mit angeborenen Leiden zu kämpfen. Wie sie damit umzugehen versuchen, kommt durchaus glaubwürdig herüber, auch das Handeln der "Schurken" wird nachvollziehbar. Doch auch hier muss ich sagen: Warum so wenig davon? Warum sind viele Personen dennoch so extrem oberflächlich geraten? Da hätte man bestimmt mehr rausholen können!

Historisch gibt es an dem Roman nichts auszusetzen, Metzenthin hat ihr Wissen sorgfältig und glatt eingewoben. Was der Geschichte dennoch einen Dämpfer versetzt, ist die Tatsache, dass die Birkenfelder allerorts als "Silberzungen" bekannt sind. Leider kann man diesen Ruf nicht bestätigen, wenn man das Buch liest. Für laufende Kalauer, plumpe Frauenanmache und grobe Beleidigungen reicht es, für mehr aber leider auch nicht. Die Männer sind nicht mehr als übergroße Lümmels, mit denen man im Grunde nichts zu tun haben möchte, und auch Lena fällt mittlerweile eher durch eine gewisse Bigotterie auf als durch echte Anteilnahme am Nächsten. Verständlich, dass das Umfeld irgendwann die Nase voll hat von so viel Arroganz, und trotz ihrer Schandtaten habe ich stellenweise mehr mit den Regensteinern mitempfunden.

Obwohl die Autorin die Story bestens strukturiert und fesselnd aufgebaut hat, wirkt sie an sich doch ziemlich konstruiert, sowohl die Fehde als auch die Liebesgeschichten, selbst Stephans Vergangenheit. Hier fehlt es eindeutig an einer zündenden Idee, so wie das in "Die Sündenheilerin" und "Die Reise der Sündenheilerin" gegeben war. Eine recht gelungene Fortsetzung, ja, aber mehr auch nicht. Ich würde einen weiteren Band lesen, aber ich finde nicht, dass dieser Roman wirklich für sich alleine stehen kann. Auch das Ende ist nicht sonderlich einfallsreich, und es fehlt ein wirklicher Höhepunkt. Kein Vergleich zum letzten Band, den ich vor Spannung kaum aus der Hand legen konnte und der oft genug auch erschütternd und traurig war!

Kommt trotz massenhaft vorhandener Ansätze nicht über das Niveau eines romantischen Abenteuerromans heraus, was ich schade finde. Aber vielleicht wollte die Autorin ja auch gar nicht mehr. Innerhalb dieses Genres ist das Werk jedenfalls sehr empfehlenswert. Und den vierten Stern Abzug gibt es wirklich lediglich dafür, dass das Buch zu knapp gehalten wurde und ich diesmal mit den Personen nicht richtig warm werden konnte, was am Ende jeder Leser anders empfinden wird. Viele werden es wohl auch gerade schätzen, dass man es schnell und leicht herunterlesen kann; daher ist der Umfang ebenfalls Geschmacksache.

Noch einmal: dickes Lob für den psychologischen Aspekt! Aber er braucht mehr Hintergründe und detailreichere Charaktere! Ich wäre gerne tiefer in das Leben der Figuren eingetaucht, auch in das der Gegenseite. Und falls es einen nächsten Band geben sollte: Bitte erzählen Sie uns mehr davon, was inzwischen aus Philips Familie und seinen Freunden in Ägypten geworden ist!


Die Spur des grünen Leguans: Roman
Die Spur des grünen Leguans: Roman
von Anna Paredes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schön geredetes Scheitern am Leben, 1. August 2014
In "Das Land zwischen den Meeren" hat die Hauptfigur Dorothea sich mit einigen falschen, übereilten, kopflosen Entscheidungen ungewollt die erste Hälfte ihres Leben ruiniert, zumindest, was den persönlichen Bereich betrifft. In die "Spur des grünen Leguans" bekommt sie eine zweite Chance, endlich ihr Glück in der Liebe zu finden, ergreift sie aber nicht, sondern zerstört sich auch noch den Rest ihres Daseins - diesmal völlig freiwillig. Schuld ist natürlich auch hier nicht ihr eigenes Versagen, sondern wieder einmal das böse Schicksal...

Das ganze Buch handelt von nichts anderem als von weiblicher Entsagung, auf eine melodramatische, wehleidige, theatralische Weise, die einen regelrecht wütend werden lässt. Wenn Stärke und Intelligenz als Basis zur Selbstkasteiung verstanden werden, dann sprechen wir hier von einer Vorbildfunktion, die endlich aus den Köpfen der Frauen gelöscht werden muss. Außerdem sollte man dazu sagen, dass Dorothea nicht nur sich selbst unnötig quält, sondern auch ihren Liebsten, was sie obendrein sehr egoistisch und kaltherzig erscheinen lässt. Nicht einmal ihre fast besessen geliebte Tochter dürfte von einer chronisch unzufriedenen Mutter profitieren, was Dorotheas Aufopferung zusätzlich überflüssig und unfreiwillig lächerlich erscheinen lässt.

Kann ich nicht weiterempfehlen. Schade um die farbenprächtige, ansprechende Kulisse und Paredes' Erzähltalent. Aber mit so einer neurotischen, undankbaren Pseudoheldin mit zwanghaftem Hang zur Ausrottung ihrer Lebensfreude können sich wohl nicht viele Leserinnen identifizieren.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 22, 2014 6:53 PM MEST


Für den geheimnisvollen Fisch: 20. Februar bis 20. März
Für den geheimnisvollen Fisch: 20. Februar bis 20. März
Preis: EUR 4,95

2.0 von 5 Sternen Attrappe!, 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Cover ist ja noch hübsch anzusehen, aber den Inhalt braucht kein Mensch. Das Format ist winzig, die Schrift riesig, und nach nur einer Minute hat man den ganzen Text durchgelesen. So eine lieblose, lückenhafte Aufzählung oberflächlicher Eigenschaften kann jeder Gymnasialschüler nach einer Viertelstunde Recherche im Internet schreiben. Nichts als grobe Allgemeinheiten, die man auch auf eine Teetasse hätte drucken können. Wer selbst ein Fisch ist, für den ist das Buch ein Witz, wer einen Fisch besser verstehen möchte (sofern man denn an Astrologie glaubt), dem nützt dieses Buch erst recht nichts. Wegen der unkreativen Gestaltung und dem völligen Mangel an Unterhaltungswert noch nicht einmal als hübsches Geschenkchen geeignet.

Tipp: Lieber zu den Büchern von Erich Bauer greifen. Der hat Ahnung von Psychologie und Astrologie und spricht mit viel Humor, Verstand und Einfühlungsvermögen sämtliche Themen des täglichen Lebens an. Gibt's leider nur noch gebraucht...


Star Trek: Into Darkness
Star Trek: Into Darkness
DVD ~ Chris Pine
Preis: EUR 7,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum besser, wenn's auch schlechter geht?, 4. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Into Darkness (DVD)
Ein Jahr lang habe ich damit gewartet, mir den neuen ST-Film anzusehen; zu groß waren einfach meine Vorurteile, weil ich so wahnsinnig enttäuscht darüber war, dass es am Ende trotz zahlreicher Dementi doch eine Art Remake geworden ist.

Nun bin ich bewusst unvoreingenommen an die Sache herangegangen und muss sagen, dass meine Gefühle gemischt sind. Zwar ist "Into Darkness" nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Die Darsteller haben sich entwickelt, und vor allem Spock, Bones und Scotty konnten mich positiv überraschen, weil sie den alten liebenswerten Charakteren aus TOS viel näher kommen als im elften Film. Insofern kann man zufrieden sein. Auch Carol Marcus ist nicht schlecht getroffen; zwar verkörpert sie das leidige Klischee des überzuckerten Blondchens, und dass sie vor Magersucht-Schwäche kaum sprechen kann, macht sie nicht gerade zu einem glaubwürdigen Mitglied von Starfleet, aber ungefähr so dürfte man sich Kirks bevorzugten Typus ja auch vorstellen. Nostalgie lässt grüßen.

Das Drehbuch hätte gar nicht schlecht sein können, wenn man Khan herausgelassen hätte. Der Charakter ist für die Handlung völlig überflüssig, man hätte auch jeden anderen Schurken einsetzen können, nur, dass dann der fade Nachgeschmack des Abklatsches hätte vermieden werden können. Problem: Man wollte Khan, man wollte Cumberbatch, also machte man als Cumberbatch Khan - bad, bad choice. Khan entstammte der indischen Kriegerkaste, war ein gewalttätiger Demagoge und jähzorniger Tyrann, Cumberbatch ist ein bleicher, schmaler Brite, introvertiert und weinerlich. Mehr daneben geht gar nicht. Wenn schon Reboot, dann bitte richtig. Die Szenen, in denen die Enterprise Kronos aufsucht, um ihn zur Strecke zu bringen, gehören zu den schlechtesten des gesamten Filmes. Absoluter Tiefpunkt: Während eines kritischen Einsatz wird Beziehungskiste diskutiert wie auf einem Schulausflug. Starke Idole sehen anders aus, und ich frage mich, wo da eigentlich bei Kirk die angeborene Autorität sitzen soll. Man merkt förmlich, wie die Drehbuchautoren krampfhaft nach einer Idee gesucht haben - wie kann man nur so unkreativ sein, wenn einem eine solche Fülle an Möglichkeiten offen steht!

Gegen Ende wird es dann noch einmal besser, die Effekte sind dramatisch und spektakulär, auch wenn Kirks Verbrüderung mit Khan völlig an den Haaren herbeigezogen wirkt und auch der erneute Weltraumsprung eher für Gähnen sorgt - hatten wir doch schon im ersten Film mit der neuen Crew. Und immer, wenn's gerade richtig kritisch wird, fällt einem ein, dass man ja Beamen kann oder mal eben aus dem klingonischen Raum heraus mit dem Kommunikator eine Bar auf der Erde anfunken, um einen Kumpel um Hilfe zu bitten. Wie gut, dass es Handys gibt!

Die ganzen Logiklöcher und Ungereimtheiten möchte ich hier jetzt nicht einzeln aufzählen, aber sie schmälern die Qualität des Filmes massiv. Vor allem stört, dass alle anderen als völlig kampfgeistfrei und unfähig in Sachen Krisenbewältigung dargestellt werden, damit Kirk, der hier selbst nicht sonderlich helle und handlungsfreudig herüberkommt, glänzen kann. Die Fähigkeiten und Talente, die ihm zugesprochen werden, sind etwas, was jeden Offizier ausmachen muss, der in eine Elitetruppe wie Starfleet aufgenommen wird. Sie sind nach diesem Maßstab nichts besonderes, aber damit es so aussieht, als wäre Kirk ein Überflieger, werden sogar die alten Hasen der Admiralität als völlig überfordert mit einer terroristischen Bedrohung dargestellt. Naja, auch das soll wohl nostalgisch sein, bei TOS bestand die Führungsspitze ja auch nur als Idioten und Weicheiern. Das hätte man sich hier wirklich sparen können, es ist weder glaubwürdig noch zeitgemäß.

Schade um die tolle Rolle des Admiral Pike. Er hat hier zwar noch drei herausragende Szenen, aber selbst diese werden dem Potential des Charakters nicht gerecht. Meiner Meinung nach war es ein großer Fehler, ihn sterben zu lassen. Er hätte die Brücke der Enterprise besser ausgefüllt als Kirk, dieser hätte sich als heißsporniger erster Offizier noch ein, zwei Filme lang besser gemacht. Eine Führungsrolle und den knallharten Taktiker nimmt man Chris Pine ohnehin nicht ab. Pike war mein absoluter Lieblingscharakter, und ich verstehe nicht, warum man sich dafür entschieden hat, ihn herauszunehmen. An den Mittelerde-Filmen sieht man doch, dass Helden nicht aussehen müssen wie frisch vom College, um von den Zuschauern bewundert zu werden - im Gegenteil, gerade deren Reife und deren Kanten werden geliebt.

Es wäre genug Platz für beide Rollen gewesen; die Filme wären dadurch um einiges an Dynamik und Realitätsnähe bereichert worden. Als Actionheld macht sich Kirk gut, und ansonsten hätte man lieber seine Rolle als Womanizer ausbauen sollen, anstatt ihn zu früh in DEN Stuhl zu setzen. Ich war irritiert davon, dass man diesen Teil seiner Person überhaupt nicht aufgegriffen hat. Keine heißen Küsse, keine kitschigen Liebschaften. Wird der neue Kirk ein Kostverächter (abgesehen von den zwei Ladies mit Quastenschwänzen, die man drei Sekunden lang sieht)? Da man sich nun schon entschieden hat, den nostalgischen Weg samt Klischees und Pathos zu gehen, hätte dieser Teil auch nicht fehlen dürfen. Aber da die Handlung in zwei Tage gequetscht wurde, blieb letztlich auch kein Raum für derartige Entwicklungen. Epik? Fehlanzeige! Die Spannungskurve ist jedoch ebenfalls extrem flach, so dass ich bereits beim ersten Ansehen stellenweise fast eingeschlafen wäre vor Langeweile. Alles in allem wirkt der Film, als hätte man drei TV-Episoden zusammengeschnitten; er entwickelt einfach keinen Bombast und keine Stimmung.

Drei Sterne gibt's für den liebenswerten, spitzfindigen Humor (fast wie in alten Zeiten), den coolen, schicken Look des Schiffes und der Uniformen (zum Glück nicht wie in alten Zeiten) und die guten schauspielerischen Leistungen in sowohl dramatischen als auch witzigen Szenen. Der Rest besteht leider nur aus Effektgewitter und einer vorhersehbaren, sprunghaften, löchrigen, völlig einfallslosen Handlung.

Da hätte man mehr draus machen können. Im Grunde stand man wohl vor der Frage: Massentauglichkeit oder Gehalt? Dass man auch beides haben kann, will man bei ST einfach nicht begreifen.

Über die Ausstattung der DVD möchte ich gar nicht erst reden. Es gibt fast kein Bonusmaterial; kein Vergleich zu den Special Editions der alten Filme, an denen man sich mal ein Beispiel hätte nehmen sollen. So was Umfangreiches auf den Markt zu bringen wie Peter Jackson, da sind sich die ST-Macher wohl zu fein zu. Bloß nicht raus aus der überfüllten Ecke des Popcorn-Kinos ...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2014 2:12 AM MEST


Windstochter: Historischer Roman
Windstochter: Historischer Roman
von Jutta Oltmanns
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Platte Schnulze, 29. April 2014
"Windstochter war eine unglaubliche Enttäuschung für mich. Weder die Inhaltsangabe noch das Cover ließen darauf schließen, dass es sich um einen seichten Schmachtroman handelt.

ACHTUNG, ES FOLGEN SPOILER!!!

Die Charaktere sind aus der Schablone gepresste Klischees:

Sie, eine rassige Schönheit, in Armut aufgewachsen bei einem bösen Onkel, in Wahrheit jedoch eine verlorene Adelstochter. Reitet besser als alle männlichen Bereiter des Gestüts, ohne je eine Ausbildung erhalten zu haben, und trainiert nachts heimlich Hengste zu unschlagbaren Cracks - Kleinmädchenträume lassen grüßen. Ach ja, und sie ist eine Pferdeflüsterin, die jeden Hengst (natürlich ganz unfreiwillig auch die menschlichen) bezirzt. Auch Jasper, ihrem hübschen Helden, rutscht bei ihrem Anblick sofort das Hirn in die Hose. Er ist der Sohn einer feurigen Zigeunerin, der beste Reiter der Hofreitschule, Womanizer und oberflächlicher Chauvie, der sich auf billige Weise an die wilde Unschuld vom Lande heranmacht. Die Nebencharaktere haben überhaupt keine würdige Daseinsberechtigung. Sind wir hier eigentlich bei Johanna Lindsey?

Nun ja, ein bisschen Mühe hat sich die Autorin gegeben, einen gewissen Rahmen zu schaffen. Die Atmosphäre der Pferdeszene ist lebendig und stimmig eingefangen, passt aber eigentlich besser in die heutige Zeit. Die historischen Hintergrundinformationen sind im Grunde interessant, und Frau Oltmanns hat nach eigenen Worten versucht, die damalige Zeit authentisch wiederzugeben. Letztlich ist es beim Versuch geblieben. Mode und frauenfeindliche Haltung (vor allem die der männlichen Hauptperson) spiegeln den Zeitgeist wieder; das war's dann allerdings auch schon. Eine Unglaubwürdigkeit jagt die nächste - das reist zum Beispiel mal eben eine Frau über den großen Teich, um zwei Stündchen lang mit der Hauptperson zu reden, um danach sofort wieder die Heimfahrt anzutreten. Als Autorin sollte man eigentlich wissen, dass eine Schiffsreise damals viel zu lang und gefährlich war, um sie für eine einzige Unterhaltung auf sich zu nehmen ...

Die Reiseroute mit dem Tross Hengste, die für jede Menge Unterhaltung hätte sorgen können, ist dabei schließlich völlig nebensächlich. Städte und Landschaften ziehen als belanglose Namen an der Handlung vorbei. Wichtig sind nur die Weiher, an denen man sich gegenseitig beim Nacktbaden überraschen kann, die lauschigen Wiesen, in denen Süßholz geraspelt wird, die dunklen Scheunen und Waldstücke, in denen das Dummchen Franka laufend vorm Schwarzen Mann bewahrt werden muss. Und wenn literweise Kitsch nicht mehr ausreichen, die Story zu tragen, dann rettet Franka eben mal wieder einem Gaul das Leben. Mag für einen Jugendroman noch eben reichen, aber hier wurde eindeutig mehr versprochen als gehalten wurde. Ich habe mich durch die Seiten gekämpft in der Hoffnung, dass es noch besser wird, aber im Gegenteil wurde es immer schlimmer. Nach der Hälfte des Romans habe ich schließlich aufgegeben. Für so einen Quatsch ist mir die Zeit zu schade.

Eine dermaßen belanglose, flache 08/15 - Romanze als historischen Roman zu verkaufen ist einfach nur frech. Hätte vielleicht noch funktionieren können, wenn die Figuren Tiefe besessen hätten und die Erotik über Teenagerniveau herausgegangen wäre. Aber so nicht. Den zweiten Stern gibt's nur dafür, dass das Reiterdasein recht gut wiedergegeben wird und der Stil nicht allzu schlecht ist. Eine ganze Textpassage wurde jedoch Wort für Wort aus derselben Quelle abgepinnt wie ein Monolog aus dem Film "Der Pferdeflüsterer" - peinlich, peinlich.

Das war's für mich mit Jutta Oltmanns. Für diesen Reinfall hätte ich wirklich gerne mein Geld wieder. Nur zu empfehlen für Frauen mit ganz viel romantischer Fantasie und geringen Qualitätsansprüchen. Wer federleichtes Liebesgesäusel für verzuckerte Abende sucht, dem mag's gefallen, aber dieses Zielpublikum wurde bei der Vermarktung nun einmal nicht angesprochen.


Der Fluch des Sündenbuchs: Historischer Roman
Der Fluch des Sündenbuchs: Historischer Roman
von Beate Maly
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Besser als der 1. Teil!, 24. April 2014
Nachdem ich "Das Sündenbuch" zu Ende gelesen hatte, das mir erst gegen Ende hin wirklich zu gefallen anfing, habe ich nun die Fortsetzung verschlungen. Sie ist spannender, die Charaktere werden zugänglicher, der historische Hintergrund wirkt lebhafter, und, was mir am besten gefallen hat, die Autorin hat es nicht an Humor fehlen lassen. Ihre Figuren werden nun mit einem Augenzwinkern bei ihren Schwächen gepackt, was der Handlung mehr Spritz verleiht als bisher. Ein kurzweiliger, schneller, amüsanter Abenteuerroman vor bunter Kulisse mit einem kräftigen Schuss Romantik, der nun ein befriedigendes Ende gefunden hat, aber trotzdem auch eine weitere Fortsetzung vertragen könnte. Ich wäre dabei!

Trotzdem wäre es schön, wenn man in Zukunft etwas am Stil feilen würde. Solche groben Patzer dürften den Lektoren eigentlich nicht entgehen!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10