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Rezensionen verfasst von
GHFecht "ghfecht"

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Story of Fabian Socialism (Mercury Books)
Story of Fabian Socialism (Mercury Books)
von Margaret Cole
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Günther Fecht, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist alt, aber wertvoll!
Der Zustand des Artikels ist vor dem Hintergrund, dass es ein antiquarisches Buch ist, sehr zufriedenstellend. Auch der Versand aus merry old England hat sehr gut funktioniert.
Inhaltlich ist dieses Buch für alle Anhänger der "Fabian Society" ein absolutes Juwel, da es zur politischen Historie der Fabians, einer sozialkritischen Bewegung um Größen, wie dem Philosophen Bertrand Russel, dem Gewerkschafter Keir Hardie und den ersten Labour-Premierminister Ramsay MacDonald, keine bessere Autorin als Margaret Cole gibt, die diese Bewegung stark beeinflusst hat.


Die Unbestechlichen: Season 1 - Teil 1 und 2 [8 DVDs]
Die Unbestechlichen: Season 1 - Teil 1 und 2 [8 DVDs]
DVD ~ Robert Stack
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen FBI gegen Mafiosi, 16. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Serie ist faszinierend, denn sie gibt einen spannenden Überblick über die bewegte Zeit der großen Depression der Dreißiger Jahre. Ganoven ohne Ende, die real waren, wie Al Capone, Lucky Luciano, Ma Barker u.a., im Kampf gegen das FBI. Ein Stück Zeitgeschichte. Sehr kurzweilig, informativ und spannend.


Oliver Stone's Untold History of the United States [3 DVDs]
Oliver Stone's Untold History of the United States [3 DVDs]
DVD ~ Alex Marquez
Preis: EUR 26,99

4.0 von 5 Sternen USA einmal ohne Glanz, 20. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Historisch interessant, wenngleich den Sachkundigen nicht ganz neu. Ferner darf man nicht Filme in Spielfilmmanier à la Oliver Stone erwarten.
Für historisch nicht so bewanderte Zeitgenossen aber sehr interessant und unterhaltsam. Zu empfehlen


Sanft garen: mit der 80- und 95-Grad-Methode für Geflügel und große Braten
Sanft garen: mit der 80- und 95-Grad-Methode für Geflügel und große Braten
von Dr. Oetker
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Eine neue Art des Genusses, 31. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich wollte es kaum glauben, als uns eine gute Freundin einen Rinderbraten präsentierte, der 7 Stunden bei 80 Grad im Backofen geschmort hatte. Das Fleisch war mega-zart und sehr schmackhaft, die wichtigen Vitamine und Nährstoffe bleiben erhalten. Dieses Büchlein von Dr. Oetker enthält viele schöne Rezepte und für Einsteiger die wichtigsten Grundregeln, um sich schnell mit dem sanften Garen anzufreunden. Unbedingt ausprobieren!


WOLF-Garten Elektro-Rasenmäher Ambition 34 E
WOLF-Garten Elektro-Rasenmäher Ambition 34 E

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach zusammengebaut, zuverlässig und preisgünstig, 31. Juli 2012
Dieser Wolf Elektro-Rasenmäher ist sein Geld wert. Er lässt sich leicht zusammenbauen und funktioniert zuverlässig. Mit verschiedenen Grashöhen kommt er aufgrund der leichten Höhenverstellbarkeit gut zurecht. Die Rasenfläche sollte aber nicht viel größer als 500 qm sein, denn ab dieser Größe sind Benziner sicherlich effektiver, nicht nur aufgrund des gemeinhin stärkeren Motors.


Das Antlitz des Krieges: Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916 2. Auflage (Campus Bibliothek)
Das Antlitz des Krieges: Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916 2. Auflage (Campus Bibliothek)
von John Keegan
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Einmaleins der Kriege, 20. Juli 2012
Kriege sind schrecklich, Schlachten sind blutig. Hieran kann es keine Zweifel geben. Dennoch zogen Schlachten Dichter und Schaulustige immer wieder in ihren Bann und in der Berichterstattung stehen kriegerische Auseinandersetzungen ganz oben auf der Tagesordnung; und das Kino greift solche Ereignisse immer wieder gerne auf.
John Keegan, ein britischer Militärstratege der Royal Militäry Academy Sandhurst, versucht in seinem
Buch The Face of Battle", die Vorgänge hinter der Schlacht den Lesern verständlich zu machen.
32 Jahre später erscheint unter dem irreführenden deutschen Titel Das Antlitz des Krieges" die zweite
Auflage seines Buches. Er nimmt drei Schlachten unter die Lupe: Azincourt 1415, Waterloo 1815 und die Schlacht an der Somme 1916, die alle drei bis heute für die britische Geschichtsschreibung von herausragender Bedeutung
sind. Hat man als Philologe nun erwartet, dass Keegan gegen die Sinnlosigkeit des Blutvergießens schreibt, sieht man sich getäuscht. John Keegan analysiert in erster Linie die Strategie und den Verlauf dieser Schlachten. Erst danach geht es ihm darum, wie sich der einzelne Soldat, der Offizier, einzelne Gruppen und Verbände in der tödlichen Konfrontation mit dem Feind gefühlt haben mögen und verhalten haben. Auch wenn er nichts beschönigt, so ist dieses Buch keine Antikriegslektüre. Ganz im Gegenteil, Keegan untersucht die Faktoren, seien es nun waffentechnische oder psychologische, die eine Schlacht als solche bestimmen.
An dieser Stelle wollte ich das Buch eigentlich zurSeite legen. Denn wenn ich etwas über die Schlacht Heinrichs V. bei Azincourt erfahren möchte, kann ich auch den gleichnamigen Film mit Kenneth Branagh schauen, oder wenn ich mich mit der Schlacht von Waterloo beschäftigen möchte, wäre die fast 70-seitige Schilderung zu Beginn des 2. Bandes der Elenden" von Victor Hugo weitaus spannender.
Doch weit gefehlt, das Faszinierende ist, wie Keegan als britischer Lehrmeister "gewissermaßen die Anatomie"
einer Schlacht erklärt. Warum tun sich Soldaten so etwas an? Warum berauschen sich gebildete Offiziere an Schlachten? Was geschah mit Verwundeten?
Wann und wie wird ein Gegenangriff geführt?
Eine Fülle kleinster Details setzen sich so zu einem sehr realistischen Bild zusammen, das den Leser ein Gemälde einer Schlacht im Museum mit einem ganz anderen Verständnis betrachten lässt. Während Victor Hugo im oben genannten Werk die Schlacht von Waterloo mit glühendem Pathos neu aufleben lässt und die französische Niederlage nicht wahrhaben möchte, analysiert Keegan - aus britischer Sicht - die Vorgänge auf dem Schlachtfeld betont sachlich, immer vor dem Hintergrund, Erkenntnisse für die heutige Ausbildung von Kadetten der Militärakademie daraus abzuleiten. Soldaten, die durch die Bildung eines Karrees mit den Offizieren in der Mitte am Fortlaufen gehindert werden; Kavallerie, die hinter den Karrees die eigene Infanterie am Zurückweichen hindert. Kavallerie, die Infanterie attackiert, Artillerie gegen Infanterie, und Infanterie gegen Infanterie und das über eine Breite von 5 Kilometern. Dauerte die mittelalterliche Schlacht von Azincourt einige Stunden, so waren es in Waterloo fast 3 Tage und an der Somme mehr als 3 Monate. Der einzelne Soldat bekam von der Schlacht, so merkwürdig es klingt, am wenigsten mit. Er erlebte sie als auf ihn beschränkte, sichtbare Konfrontation mit dem Gegner oder immer mehr als plötzlichen Einschlag nach stundenlangem untätigem Warten, jedoch nie als Gesamteindruck.
Befand sich der Heerführer im Mittelalter noch in unmittelbarer Nähe seiner Truppen, so zog er sich immer weiter auf Anhöhen zurück, um den Überblick zu bewahren, bis er schließlich im ersten Weltkrieg ganz vom Schlachtfeld, das sich im Fall der Somme-Schlacht über fast 100 Kilometer erstreckte, verschwand und vom Hotel aus ihren Verlauf verfolgte.
Hatte die Planung in Azincourt noch eine geringe Bedeutung und oblag allein dem Heerführer, so verfügten die Feldherrn in Waterloo bereits über regelrechte Stäbe, die den Kommandeur mit Informationen versorgten. Der Somme-Schlacht schließlich gingen wochenlange exakte Planungen voraus, die dann vom leitenden General nicht mehr mit der Flexibilität wie bei Henry oder auch noch bei Wellington verändert werden konnten. Hier vermittelt das Buch für mich neue Erkenntnisse in das Denken der Militärs, das in der einen oder anderen Form sicherlich auch heute noch aktuell ist. Skurrile Züge erhält es, wenn Keegan die psychische Belastbarkeit von Soldaten am Beispiel des ersten Weltkrieges in Tagen und Prozenten ausrechnet. Hier staunt der Philologe.
Keegan ging bei der Erstauflage seines Buches davon aus, das die Stellungskämpfe des ersten Weltkriegs
- wie die Karree-Formationen des napoleonischen Zeitalters - der Geschichte angehörten. Er wurde durch den Irak-Iran-Krieg (1. Golfkrieg 1980-1988) eines besseren belehrt, denn sowohl die Kriegsbegeisterung auf beiden Seiten, als auch die Stellungskämpfe bis hin zum Giftgaseinsatz erinnerten trotz weiter entwickelter Kriegstechnologie an den ersten Weltkrieg.
Auch wenn dieses Buch zum Teil sehr interessante Aspekte zum Verständnis von Schlachten - und nicht von Kriegen, wie es der deutsche Titel suggeriert - bietet, so ist es nur sehr bedingt empfehlenswert. Die Aufmachung des Buches ist äußerst phantasielos, die drei Karten sind schlecht und tragen daher nur wenig zum Verständnis des Geschehens bei. Ermüdend sind die fast endlosen Aufzählungen britischer Regimenter mit Verlustangaben aus den Schlachten bei Waterloo und der Somme. Summa summarum wirft dieses Buch ein klares Licht auf die Denkweise des Verfassers und die heutiger Militärstrategen insgesamt, die beängstigenderweise Schlachten und Kriege mit ganz anderen Augen sehen (müssen?).


Geschäfte mit dem Teufel: Die Tragödie des Judenretters Rezsö Kasztner. Bericht eines Überlebenden
Geschäfte mit dem Teufel: Die Tragödie des Judenretters Rezsö Kasztner. Bericht eines Überlebenden
von Ladislaus Löb
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschäfte mit dem Teufel, 20. Juli 2012
Im Rahmen seiner Lesereise zum o.g. Buch besuchte Ladilaus Löb, emeritierter Professor für deutsche Sprache und Literatur in Brighton, auf Einladung des Fritz-Bauer-Instituts am 16. September 2010 die Universität Frankfurt. Der mittlerweile 77-jährige Löb, der fließend Englisch, Deutsch und Ungarisch spricht, erzählt - ohne irgendwelche schriftlichen Notizen - von seiner Rettung, die für ihn untrennbar zusammenhängt mit der mutigen Tat des jüdischen Anwalts Rezsö Kasztner.
Rezsö Kasztner war ein Anwalt aus Klausenburg, der nach dem am 19. März 1944 erfolgten Einmarsch der deutschen Truppen in Ungarn, 1700 ungarische Juden vor der Deportation nach Auschwitz bewahrte, indem er - man mag es kaum glauben - direkte Verhandlungen mit Eichmann und Becher aufnahm, um Juden gegen kriegsnotwendige Güter freizutauschen. Himmler soll - so berichtet es auch Löb - Eichmann angewiesen haben, über geeignete Kanäle den Westallierten das Angebot zu machen, 1 Millionen Juden für 10.000 LKWs, die dann ausschließlich im Osten eingesetzt würden, auswandern zu lassen. Die Westallierten lehnten sofort ab. Kasztner verhandelte dann trotzdem mit Eichmann, um wenigstens so viele Menschen wie möglich zu retten.
Am 7. Dezember 1944 rollte ein Zug mit 1670 ungarischen Juden über die deutsche Grenze in die Schweiz, die - so Löb - angesichts der sich abzeichnenden Niederlage des Deutschen Reichs, ihre rigide Abweisungspolitik (ca. 30.000 Juden wurden zuvor ab- bzw. ausgewiesen) veränderte.
Ladislaus Löb kam als 11-jähriger Junge in die Schweiz, absolvierte einen Sprachtest (in Schwitzerdütsch), wurde Schweizer Bürger, besuchte das Gymnasium und ging 1963 nach England. Rezsö Kasztner, der dies mit seinem Verhandlungsgeschick ermöglicht hatte, indem er dem SS-Obersturmbannführer Becher dafür zwei Millionen Dollar übergab, ging nach Israel, löste wegen seines Geschäfts mit den Nazis eine moralische Debatte aus und wurde dort bald wegen Kollaboration vor Gericht gestellt und für schuldig befunden. Kurze Zeit später, 1957, wurde er von drei jüdischen Extremisten auf offener Straße erschossen.
Bis heute entzünden sich an Kasztner, der inzwischen rehabilitiert wurde, hitzige Debatten. Löb, dem es in seinem Werk um die endgültige Rehabilitation eines mutigen Mannes geht, dem er sein Leben verdankt, hat bis heute keinen israelischen Verlag gefunden, der sein Werk auf Hebräisch herausbringen will.
Löb beschreibt auf nachfühlbare Weise seine Jugendjahre in Klausenburg, den aufkommenden Antisemitismus in Ungarn und die - wie er es nennt - noch vergleichsweise erträglichen Schikanen durch die ungarischen Behörden. Dann die Flucht mit seinem Vater aus dem Ghetto in Klausenburg, die Aufnahme ins "Kasztner-Asyl" in Budapest, die Fahrt über Linz nach Bergen-Belsen sowie die fünf entbehrungsreichen Monate als Sondergefangene (ohne gelben Stern) im KZ Bergen-Belsen.
Dieses Buch ist ein wichtiges Stück "Oral-History"; die Verknüpfung seiner eigenen Rettung, die er nie als erzählenswert erachtete, mit der Tragödie Kasztners macht dieses Buch so spannend, lesenswert und aktuell.
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Die Jahre der Vernichtung. Band 2: Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945
Die Jahre der Vernichtung. Band 2: Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945
von Saul Friedländer
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chronologie des alltäglichen Entsetzens, 20. Juli 2012
Als Junge in einem französischen Internat versteckt, überlebte und erlebte Saul Friedländer die schreckliche und immer noch unfassbare Zeit des Judenmords in Europa mit. Im Vorwort des vorliegenden zweiten Bands bekundet Friedländer seinen Wunsch, über die Zeit des NS-Gewaltregimes eine gründliche historische Abhandlung zu verfassen: Während er im Band 1 Die Jahre der Verfolgung 1933-1939" chronologisch die Phasen der stetig zunehmenden Bedrohung und Diskriminierung beschreibt, befasst er sich im zweiten Band mit der anfangs konfus rganisierten Tötung bis zum Aufbau der systematischen, industriellen Vernichtung des jüdischen Volkes.
Friedländer unterteilt den zweiten Band in drei große Kapitel: Terror (Herbst 1939 - Sommer 1941); Massenmord (Sommer 1941 - Sommer 1942) und Shoa (Sommer 1942 - Frühjahr 1945). In chronologischer Folge verknüpft er die sogenannte Oral History" mit den allseits bekannten historischen Daten.
Gleich einer großen Matrix werden die Tagebuchaufzeichnungen Ermordeter, Überlebender, Soldaten, Zivilisten, bekannter Persönlichkeiten und von NSVerbrechern zusammengetragen und in den Lauf der Geschichte eingeordnet. Dabei versteht es Friedländer, den Blick von einem Ort des Verbrechens zum anderen wandern zu lassen, was für die Leserinnen und Leser nicht verwirrend ist, sondern das ganze Ausmaß und Gefl echt des mörderischen Systems erkennbar werden lässt. Friedländer tritt dabei häufig als Autor zurück und lässt mittels Zitaten, nicht nur der Opfer, sondern auch der Täter, deren Namen den meisten bekannt sein werden, wie Himmler, Heydrich, Goebbels, Frank, Hitler, Eichmann u. v. a., Geschichte greifbar werden. Besonders eindringlich wird so die oben bereits erwähnte Frage der Vernichtung nachgezeichnet: Während am Anfang die Massendeportation nach Madagaskar diskutiert und bald zugunsten von Ghettoisierung und Massenerschießungen geändert wird, kommt die systematische Vernichtung, die Entscheidung zur sogenannte Endlösung" - nach Friedländer - wahrscheinlich erst im Spätherbst 1941 auf die Tagesordnung.
Das Klima wurde allerdings durch die organisierte Hetzpropaganda und die straflose mörderische Freizügigkeit"
in Form von willkürlichen Erschießungen und Pogromen ganz entscheidend mit bereitet. Wenn man von Ländern wie den Niederlanden und Dänemark absieht, so gab es in allen europäischen Ländern zahllose willige Helfer, die gezielt von SS-Schergen aufgehetzt wurden und teilweise in vorauseilendem Gehorsam über ihre jüdischen Mitbürger herfielen, wie es besonders in Lettland, Litauen, Ukraine, Kroatien und Rumänien der Fall war. Aber auch wenn die massenhafte Vernichtung im Osten erfolgte, entlässt Friedländer die westlichen Staaten unter NS-Verwaltung nicht aus ihrer Verantwortung, wenn beispielsweise die Vichy-Regierung ein Gesetz zur Enteignung jüdischen Besitzes erlässt, bevor es überhaupt von den Nazis befohlen wurde. Viele Menschen, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und Bildung, sahen ihren persönlichen Vorteil darin, wenn ein Konkurrent aus dem Wege geräumt
werden konnte und dienten sich deshalb der herrschenden Diktatur auf joviale Weise an.
In vielen Gebieten Osteuropas begannen einheimische Banden bereits mit dem Morden, bevor die berüchtigten Einsatzgruppen die Koordinierung des Mordens abgeschlossen hatten. Einsprüche und Protest gegen die Diskriminierung und Ermordung der Juden regte sich nicht, wenn man einmal vom Streik niederländischer Arbeiter in Amsterdam und Umgebung im Jahre 1941 absieht. Schonungslos dokumentiert Friedländer auch die Taten von einigen wenigen Juden in den Ghettos, die durch Schmuggel und Profitmacherei reich wurden und inmitten des Elends eine neue Klasse" bildeten und mit Polen und Deutschen verkehrten, bei denen es sich häufig um ihre Geschäftspartner handelte."
Die Polen, selbst von den Deutschen diskriminiert und misshandelt, taten sich keineswegs mit den verfolgten polnischen Juden zusammen, sondern denunzierten diese bei den zuständigen Behörden.
Angesichts des tief verwurzelten Antisemitismus, der im Osten Europas sicherlich noch ausgeprägter war als im Westen, nimmt Friedländer besonders die Kirchen genauer unter die Lupe. Zu Recht, wenn man berücksichtigt, dass weder die protestantische noch die katholische Kirche zu irgendeinem Zeitpunkt gegen die Behandlung der jüdischen Mitbürger Protest einlegte. Ganz im Gegenteil äußerten führende Repräsentanten beider Kirchen ein gewisses Verständnis für die antijüdische Politik. Bischof von Galen aus Münster fand 1941 mutige Worte gegen das Euthanasie-Programm der Nazis, erwähnte - so Friedländer - jedoch selbst in privater Korrespondenz mit keinem Wort etwas über das Schicksal der Juden. Papst Pius XII. hüllte sich - unbedrängt von den Nazis - in hartnäckiges Schweigen, was nicht nur aus heutiger Sicht unverzeihlich ist.
Lässt sich aus all dem nun folgern, dass auch Friedländer die Mentalität der Menschen Europas als entscheidende Triebfeder dieses dunkelsten Kapitels der Geschichte sieht? Legen nicht die Veröffentlichungen Goldhagens über die "willigen Helfer", Christopher Brownings über die "Entfesselung der Endlösung" und die erst kürzlich erschienene, viel beachtete Arbeit Götz Alys über Hitlers "Gefälligkeitsdiktatur" diesen Gedanken nahe? Wenn Friedländer auch nicht abstreiten würde, dass an diesen und anderen Thesen etwas dran ist, so sieht er die entscheidende Triebkraft des Bösen im ideologischen Fanatismus Adolf Hitlers und seiner Mordgesellen Goebbels und Himmler, die mit Wort und Tat das grausame Werk in Szene setzten, welches Hitler mit zunehmender Dauer des Krieges immer vehementer und bis zuletzt offen propagierte: "Der Jude wird ausgerottet" (Niedersächsische Tageszeitung vom 15. Februar 1942).
Zutreffend ist demzufolge auch, dass nicht nur jeder Zeitung lesende Deutsche über die Ermordung der Juden Bescheid wissen konnte.
Saul Friedländer beendet mit diesem zweiten Band sein Lebenswerk, eine Chronik der Vernichtung - eingebettet in den Ablauf der historischen Ereignisse und unter Einbezug vieler Tagebücher und Briefe - zu verfassen, in der einzelne Menschen, die zu Opfern wurden, und solche, die Täter waren oder mitwissend schwiegen, in die nüchterne wissenschaftliche Betrachtung integriert werden und damit auf die Leserinnen und Leser, die diese Zeit häufig aktiv gar nicht miterlebt haben und zum Holocaust bereits alles zu wissen meinen, einen tiefen, mit neuen Erkenntnissen versehenden Eindruck der Erschütterung und Fassungslosigkeit hinterlässt.


Tanz unter Sternen
Tanz unter Sternen
von Titus Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Verbotene Liebe" auf der Titanic, 19. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Tanz unter Sternen (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman, bei dem nicht klar ist, was es sein soll: ein Kriminal-, ein Spionage-, ein Liebes- oder gar ein historischer Roman, ist so knöcheltief flach, dass die Titanic, auf der die Handlung im Wesentlichen spielt, nie hätte sinken können.
Fünf Berliner und ein britischer Geheimagent sind die Hauptakteure. Der Pfarrer Matheus Singvogel begibt sich mit seiner Frau Cäcilie, Tochter des Bankiers Ludwig Delbrück, und seinem siebenjährigen Sohn Samuel, der keine Freunde findet, auf die Titanic, um einer Einladung nach Amerika zu folgen. Singvogel, traumatisiert durch einen Schiffbruch im Mittelmeer, hofft so, die kriselnde Ehe mit Cäcilie kitten zu können. Was er nicht weiß, ist, dass Lyman Tundale, ein skrupelloser Geheimagent, diese Fahrt auf dem Luxusdampfer eingefädelt hat, um am Vorabend des ersten Weltkrieges über Cäcilie, der er die glitzernde Welt der 1. Klasse präsentiert, an die finanzpolitischen Geheimpläne der kaiserlichen Regierung in Berlin heranzukommen. Während sich Cäcilie, Passagierin 2. Klasse, in der 1. Klasse vergnügt, bandelt Matheus mit der erfolglosen Bartänzerin Nele, Passagierin 3. Klasse, an, die er zuvor beim Diebstahl erwischt und angezeigt hat. Der nun noch mehr vernachlässigte kleine Samuel findet in Adam, einem professionellen Dieb, einen Freund, der ihn jedoch nur als nützlichen Komplizen auf seinen Diebestouren durch die erste Klasse einspannt.
Während die Titanic weiter ihrem Schicksal entgegendampft, streiten und lieben sich die Beteiligten, wie man es aus den bekannten Vorabendserien kennt. Kurz bevor der Eisberg ins Spiel kommt, haben sich Matheus und Cäcilie wieder versöhnt. Zu spät, die Titanic kollidiert und beginnt zu sinken. Die Rettungsaktion ist dramatisch und sehr gut beschrieben.
Fazit: Spannend wird der expositorisch sehr durchschaubare Roman erst mit der Beschreibung des Untergangs der Titanic. Die Einbettung der historischen Zusammenhänge in die Handlung gelingt nicht; Müller fasst als Erzähler die Ereignisse um den ersten Weltkrieg (S.356-359), die im Wesentlichen bekannt sind, wie im Kinderbuch aufsatzartig zusammen und unterbricht damit nicht zum ersten Mal seinen eigenen Erzählfluss. Schließlich wirkt es geradezu abstrus, diese Geschichte des fiktiven Ehepaars Singvogel zum Auslöser des ersten Weltkrieges hochzustilisieren; da hilft es auch nicht, eine bekannte Persönlichkeit, den Bankier Ludwig Delbrück, mit einzubauen. Damit schließt sich der Kreis und wir wären wieder bei der Frage aus dem Eingangssatz, worum es sich bei diesem Roman eigentlich handelt und auf welchem Dampfer sich der Autor befindet.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2012 9:11 AM MEST


Die Juden - Geschichte eines Volkes
Die Juden - Geschichte eines Volkes
von Ulrich Harbecke
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Buntheit der Welt, 19. Juli 2012
Es gibt eine unüberschaubare Flut an wissenschaftlichen Büchern über die mannigfaltigen Aspekte jüdischen
Lebens, ihrer Geschichte und Kultur; und es gibt Reiseführer über Israel. Ulrich Harbecke ist eine sehr gelungene Synthese aus beidem gelungen. Als Begleitbuch zur mehrteiligen Dokumention Die Juden" auf ARTE, in der dem Zuschauer die faszinierende und über 3000 Jahre alte Geschichte und Kultur des jüdischen Volkes auf der Suche nach dem gelobten Land vorgestellt wurde, fasst es die wesentlichen Aspekte der Sendereihe unter griffigen Kapiteln zusammen.
Ulrich Harbecke, Jahrgang 1943 und bis 2005 Redakteur beim WDR, hatte nicht nur Lehraufträge inne, sondern tat sich auch als Schriftsteller mit zahlreichen Veröffentlichungen hervor. Nicht zuletzt deshalbpräsentiert er ein spannend geschriebenes Reisebuch, das aus einer Vielzahl von Einträgen und Geschichten - einem Puzzle vergleichbar - besteht und sich so nach und nach zu einem glänzenden Mosaik vor dem geistigen Auge des Lesers entfaltet. Er geht dabei durchaus chronologisch vor, indem er einzelne Einträge, wie Hostienschändung", sephardisches und aschkenasisches Judentum", Chassiden" Assimilierung", Rassenhass", Schtetl", Amsterdam", Theodor Herzl" und Holocaust", sinnvoll unter Kapitel wie Halbmond und Kreuz", Tod und Taufe" u. a. subsumiert.
Neben den dunklen tragischen Seiten der jüdischen Geschichte zeigt er aber auch die unbekannteren Aspekte des jüdischen Humors und der Selbstironie. Gerade die Fähigkeit, auch über sich selbst und seine Religion lachen zu können, hebt die Präsidentin des Zentralsrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, in ihrem Vorwort Wer sind die Juden?" hervor, indem sie Rabbi Israel von Rischin mit den Worten zitiert: Wir können kein Feuer machen, wir können keine Gebete sprechen, wir kennen auch den Ort nicht mehr, aber wir können die Geschichte davon erzählen." Diese Gabe des Geschichten-Erzählens, Ereignisse in Anekdoten und in Gedichten und Liedern festzuhalten, hat bekanntlich nicht allein die deutsche Literatur sehr bereichert.
Es ist ein schönes Buch mit hohem Anspruch, das sehr sorgfältig lektoriert worden ist und in keiner Reisetasche fehlen sollte, wenn man Israel besucht. Darüber hinaus gibt es auf viele Fragen profunde Antworten, wenngleich ein Stichwort- und Personenverzeichnis im Anhang fehlt. Das wird allerdings durch den reich bestückten Anhang mehr als ausgeglichen, in dem sich die Kraftlinien der Geschichte", Die dreizehn Glaubensartikel", die jüdischen Feiertage und kommenden Festtage, eine ausführliche Zeittafel" und zuguterletzt neben Danksagung und Literaturhinweisen Jüdische Witze" finden, die mannach der Lektüre des Buches sehr viel besser versteht und von denen hier nun einer zum Besten gegeben werden soll:
In der Donaumonarchie wurden den Juden zwangsweise neue Namen verpasst, für die Beamten eine Gelegenheit, sie lächerlich zu machen. Kommt also ein Ehemann vom Amt nach Hause. Die Gattin ist neugierig: Und? Wie heißen wir nun?" Schweißloch." Bist du meschugge? Konntest du dir nichts Anständigeres aussuchen?" Was heißt ,aussuchen`bei dieser Räuberbande. - Allein das ,w` hat mich zwanzig Gulden extra gekostet."


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