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Rezensionen verfasst von
D. Maraun "maraun5"
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Englische Geschichte
Englische Geschichte
von Hans-Christoph Schröder
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Irrefuehrender Titel, 22. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Englische Geschichte (Taschenbuch)
"Im Zentrum der Darstellung steht die Sozial- und Verfassungsgeschichte" - so sagt es die Amazon Kurzbeschreibung. Und um das Zentrum herum findet sich leider nicht mehr viel. Habe mir das Buch gekauft, um mir einen Ueberblick ueber Englands Geschichte zu verschaffen. Der Blick auf die Verfasssungsgeschichte ist allerdings so konzentriert, dass man ohne grosse Vorkenntnisse der Englischen Geschichte (und damit meine ich mehr als Angelsachsen, William the Conquerer, Magna Charta oder Oliver Chromwell) eigentlich ein zweites Buch zur Hand haben muesste, um letztendlich das nachzuschlagen, was man eigentlich aus diesem Buch erfahren wollte. Fuer jemanden, der sich wirklich fuer die Verfassungsgeschichte interessiert. und die ist in England sicher auch spannend, vielleicht ein geeignetes Buch; wer einen Ueberblick ueber wichtige politische Ereignisse sucht, sollte lieber mal beim Reclam Verlag schauen.


Mein Name ist Luz: Roman
Mein Name ist Luz: Roman
von Elsa Osorio
  Gebundene Ausgabe

12 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bewegendes Thema, schlechtes Buch, 4. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Mein Name ist Luz: Roman (Gebundene Ausgabe)
Habe dieses Buch gelesen, weil meine Amnesty Gruppe eine Lesung zum Thema Militaerdiktatur in Argentinien geplant hatte. Nachdem meine Rueckmeldung nicht wirklich positiv ausfiel, hat sich eine Kollegin des Buches angenommen. Schliesslich wurde abgestimmt, dieses Buch mangels literarischer Qualitaet nicht zu nutzen.
Das Buch wurde in einer Zeit des Umbruchs in Argentinien geschrieben. Die Militaerdiktatur lag schon fast 20 Jahre zurueck, in der Gesellschaft wurde, gerade unter Jugendlichen, der Wunsch nach Aufklaerung groesser, und Gerichte entschieden zunehmend fuer die Angehoerigen der Opfer, gegen das Militaer. Hier koennte man unterstellen, dass der Premio Nacional de Literatura dem Buch "Mein Name ist Luz" vor allem aus politischen Gruenden verliehen wurde. Es traf den Nerv der Zeit.
Die Geschichte selber ist derartig absurd konstruiert, dass die ganzen notwendigen Zufaelle, die es schliesslich ermoeglichen, dass die zwangsadoptierte Tochter ihren leiblichen Vater trifft, ein wenig unfreiwillig komisch wirken. Die Vergleiche mit einer Seifenoper sind nicht ungerechtfertigt, zumal im Buch moeglichst viele anschauliche Geschichten und Ereignisse eingewoben werden, ganz als ginge es darum eine Liste abzuarbeiten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 5, 2011 10:42 PM CET


Menschenrechte
Menschenrechte
von Karl Peter Fritzsche
  Broschiert
Preis: EUR 15,90

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu oberflaechlich und nicht mehr aktuell, 4. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Menschenrechte (Broschiert)
Das sinnvollste am Buch ist die Sammlung der wichtigsten nationalen
und internationalen Dokumente zu Menschenrechten.

Fuer einen kritischen Ueberblick ueber das Thema taugt es allerdings
nur bedingt. Selbst fuer eine Einfuehrung fand ich es etwas zu
oberflaechlich, speziell die Abschnitte zur Geschichte der
Menschenrechte und zur Kritik an Konzepten der Menschenrechte. Da
werden dann nur kurz Gegenargumente aufgelistet, diskutiert aber
nichts. Wer also wissen moechte, welche Antiken Autoren sich Gedanken
zum Naturrecht gemacht haben und ob man Menschenrechte ueberhaupt als
Naturrechte begruenden sollte, oder wer sich genauer dafuer
interessiert, warum z.B. ein Staat wie China Probleme mit
Menschenrechten hat oder das Folterverbot absolut gelten sollte, kommt
nicht umhin andere Buecher zu konsultieren.

Auch wichtig: Das Buch ist in einem wesentlichen Punkt veraltet, die
Menschenrechtskommission der UN gibt es nicht mehr, sie wurde durch
den Rat ersetzt.

Schliesslich der Hauptkritikpunkt: Der zustaendige Lektor muss das
Buch wohl gerade waehrend eines spannenden Fussballspiels durchgesehen
haben. Es gibt zahlreiche Tippfehler, Klammern werden willkuerlich mal
mit, mal ohne Leerzeichen gesetzt, Kommata wurden eher spendabel
verteilt und sogar Grammatikfehler haben sich eingeschlichen.

Wer gerne englisch liest, dem sei "Human Rights - A very short
introduction" von Oxford UP als erstklassige Alternative empfohlen.


Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru und Chile
Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru und Chile
von Andreas Altmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erst das Buch - dann unbedingt die Rezensionen! :-), 6. April 2008
Denn die sind mindestens genauso unterhaltsam wie das Buch. Offensichtlich scheinen hier einige beleidigt zu sein, weil Altmann den heiligen aller Esoterikpilgerer verspottet hat. Ich glaube, jetzt muss ich mir den Jakobsweg doch mal zu Gemuete fuehren. Naja, und genauso schlimm: Altmann hat seine Beobachtungen aufgeschrieben. Mal nuechtern lakonisch, mal ueberschaeumend, aber nein, nie respektlos. Offensichtlich hat man es als Autor schwer, der weder fuer das Schicksal jedes Andenbauerns allein die Politiker und die Globalisierung verantwortlich macht, noch im Gegenteil von oben herab ueber die dummen und faulen Eingeborenen laestert. Ich habe dieses Buch eher zufaellig gekauft (und zum Glueck die Beschreibung des Autoren nicht vorher gelesen, wer will schon von einem Dressman lesen?) und war sehr angenehm ueberrascht. Habe viele der Orte selbst besucht, mir haeufig die gleichen Fragen gestellt und mich ueber die gleichen Dinge gewundert oder empoert. Klar besucht Altmann auch Orte, die fast jeder Tourist besucht, und klar, wer sie besucht hat, wird dann nicht viel neues Faktenwissen lernen. Aber ist das so schlimm? Das ist glaube ich der Reiz dieses Buches: Die vielen alltaeglichen Szenen, dann aber immer wieder das grueblerische und manchmal provokante. Zum Beispiel die Quacksalber, die immer wieder auf die Busse springen und den Passagieren jeden Mist andrehen, eingepackt in Versprechungen von Heilkraeften, Libido und Aloe Vera. Anfangs ist man empoert, will eingreifen und aufklaeren, doch man haelt sich zurueck. Und lernt, dass man diesen Leuten glauben will, dass diese Geschichten sich jeden Tag hundertfach abspielen und jeder Ecuadorianer solchen Schwindlern wahrscheinlich 37x auf den Leim gegangen ist. Und Altman empfindet Sympathie mit den gerissenen. Provokant, aber so falsch? Oder die Ausfuehrungen ueber die Beschallung und Belaestigung durch billige Gewaltfilme. Die Beschreibung der Lethargie. Wie gesagt: Altmann wird nie respektlos (wie z.B. ein Roger Willemsen in seiner Deutschlandreise), aber er bildet sich auch nicht ein, er muesse nun in den Poncho schluepfen (wie der uebrigens sympathisch geschilderte Tourist). Was das Buch so angenehm von anderen Reisetagebuechern unterscheidet, ist diese Mischung aus Beobachtung und Gespraech, Gedanken und Anekdoten. Fuer den, der die Laender kennt, eine schoene Lektuere um Erinnerungen aufzufrischen, fuer jemanden der erst reisen will, eine schoene Einfuehrung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 7, 2010 9:00 AM MEST


Atlas der Globalisierung spezial: Klima
Atlas der Globalisierung spezial: Klima
von Le Monde diplomatique
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solala, 6. April 2008
Dieser Atlas muss wohl ein wenig unter Zeitdruck zusammengeschrieben worden sein, vielleicht wollte man ja im Mainstream der Klimawandeldiskussion surfen und den guenstigen Wind nicht verpassen. Jedenfalls ist das Heft erstens seltsam beliebig zusammengewuerfelt und zweitens voller Fehler. Zunaechst einmal sind viele Artikel zum Thema Klima vorhanden, aber dazwischen viele andere, die nur mit Umweltschutz allgemein zu tun haben und einige, die nun ueberhaupt nicht passen. Was soll zum Beispiel ein Beitrag ueber Nanotechnologie und deren moeglichen ethischen Folgen in diesem Atlas? Klingt ein bisschen nach: Klima, Waldsterben, Biogemuese, ist doch alles irgendwie dasselbe. Dann die Fehler: Wenn man die Grafiken etwas genauer studiert, faellt einem auf, dass viele entweder nicht zum Text passen, unpraezise sind oder mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. So produziert Freiburg laut Grafik genau 10x so viel Strom aus Wasserkraft wie es im Text zu lesen ist und Deutschland hat offensichtlich schon alle AKWs abgeschaltet, da der Beitrag dieser Energieform in der Grafik gleich Null ist. Und ist es verwunderlich, dass es in Indien deutlich mehr Diarrhoe-Tote gibt als sagen wir in Costa Rica? Vielleicht waere eine pro tausend Einwohner Angabe da sinniger gewesen. Na, und zuletzt dieser typische, leicht kumpelhafte Ton, der in jedem 5. Satz noch einen Kommentar einfuegt ("Das kann niemand wirklich wollen"), damit auch der letzte versteht, dass Biosprit nicht die Loesung aller Probleme sein kann.
Nun, trotzdem 3 Sterne, weil in dem kleinen Heft trotz der Maengel auch eine ganze Menge Information ueber Umweltthemen steckt. Man sollte beim Lesen aber die Augen auf und den Kopf wachhalten.


Gebrauchsanweisung für England
Gebrauchsanweisung für England
von Heinz Ohff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse - aber selbst England aendert sich, 6. Februar 2008
Ein grossartiges Buch, mit so viel Witz und Weisheit, Erfahrung und Liebe zum Land geschrieben. Natuerlich soll dieses Buch kein Reisefuehrer sein, sondern ein Portrait seiner Menschen. Und obwohl ich seit ueber einem Jahr in England lebe und ein recht gutes Bild von seinen manchmal etwas schraegen Bewohnern habe, greife ich doch ab und an wieder auf diese Gebrauchsanweisung zurueck, um mir ein paar Anekdoten in Erinnerung zu rufen, oder die noetige Distanz zurueckzugewinnen, wenn ich mich mal wieder ueber eine der absurden Schrullen aufgeregt habe. Aber dieses Buch ist schon 7 Jahre alt und konnte nun leider nicht mehr aktualisiert werden. Und es hat sich so einiges geaendert. So manches klingt schon an, wie zum Beispiel die Rueckentwicklung des Eisenbahnwesens auf Drittweltniveau, aber andere Dinge sind vielleicht zu jung: Es mag auch heute noch stimmen, dass ruecksichtslose Autofahrer nicht als schneidig gelten; nur seid sich hier fast jeder einen BMW, Audi oder Volvo leisten kann, scheint das niemanden mehr zu interessieren. Und angesichts der Millionen von Ueberwachungskameras wirkt der Satz des britischen Polizeibeamten, an den Deutschen, der nach der Meldebehoerde sucht, wie aus einer anderen Welt: Wir sind da, um unsere Buerger zu beschuetzen, nicht um sie zu kontrollieren. Aber sonst: Grosse klasse und eines George Mikes ("How to be an Alien") ebenbuertig.


Lexikon der Öko-Irrtümer: Fakten statt Umweltmythen
Lexikon der Öko-Irrtümer: Fakten statt Umweltmythen
von Dirk Maxeiner
  Taschenbuch

66 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Inhalt passt leider nicht zum Titel, 27. September 2006
Schoene Erwartungen hat der Titel geweckt. Ein Buch, das aufklaert, Vorurteile entkraeftet und ein sensibles Thema von ideologischem Ballast befreit. Ein nobles Anliegen, da tatsaechlich in Politik und den Medien - auch den serioesen - viel Unsinn ueber Eiszeiten und Hurricanes, das Kyotoprotokoll oder den Treibhauseffekt geschrieben und gesagt wird. Nur leider ist das Buch selbst Teil einer Ideologie, die sich als Skepsis verkauft aber doch Verbortheit bedeutet: Wenn man das Buch als promovierter Physiker liest, der jahrelang zum Thema statistische Analyse von Klimazeitreihen gearbeitet hat (und dabei auch kritisch "global warming" unter die Lupe genommen hat), dann bekommt man den Eindruck, die Autoren haetten eine vorgefertigte Meinung unter dem Deckmantel der Kritik bestaetigen wollen und dazu krampfhaft nach windigen Zitaten und Erklaerungen gesucht. Nur 3 Beispiele, es finden sich viele weitere:

1. Die Autoren zeigen Klimazeitreihen von Berlin-Dahlem und dem Hohenpeissenberg als Beleg fuer zwei Punkte: Zum einen haette es dort im 18.Jhd waermere Temperaturen als heute gegeben, zum anderen wuerden aber immer nur Daten ab etwa 1860 gezeigt um - die Autoren schreiben dies nicht, legen es aber nahe - dies zu verschleiern. Die Datenreihen sind natuerlich richtig. Aber: Erstens sagt kein Klimawissenschaftler,

dass es ueberall waermer wuerde, sondern nur im Mittel. Und zweitens gibt es mittlerweile genuegend Rekonstruktionen aus Baumringen, Eisbohrkernen und anderen Quellen, die zeigen, dass die letzten Jahrzehnte im Mittel die waermsten der letzten 1000 Jahre waren. Eine stark kritisierte Baumringreihe (die Hockeystickreihe von Michael Mann et al.) wurde mittlerweile von einem Team amerikanischer Statistiker der National Academy of Science ueberprueft und bestaetigt.

2. Die Autoren verstehen simple Physikalische Prinzipien nicht, die jeder Abiturient gelernt haben sollte. Z.B. das der Superposition verschiedener Einfluesse. Waehrend einiger Jahrzehnte gab es starke Vulkanische Aktivitaet, die dem menschgemachten Temperaturtrend entgegengewirkt und ihn sogar uebertroffen hat. Waehrend dieser Jahre gab es also trotz menschlichem Treibhauseffekt eine schwache Abkuehlung. Der Kommentar der Autoren: "So wunderbar kann Wissenschaft sein: Es wird waermer, obwohl es eigentlich kaelter geworden ist." Diese Polemik versucht nicht zu verstehen, sondern macht sich auf sehr durchsichtig-duemmliche Art ueber serioese Forschung lustig.

3. Die Autoren stellen wissenschaftliche Fachartikel aus renommierten internationalen Zeitungen wie Nature oder Science gleichberechtigt neben Beitraegen, die nie begutachtet wurden, z.B. in Zeitungen. Selbst wenn das System der Begutachtung nicht perfekt ist, so sichert es doch einen gewissen Mindeststandard. Wenn man nicht gerade in Nature oder Science publizieren will, so findet sich immer irgendeine Zeitschrift, die auch kritische Artikel von Querdenkern veroeffentlicht. Die wenigen Wissenschaftler, die sich nicht an dieses System halten, versuchen sich gewissermassen um diesen Standard herumzumogeln. Ein Beispiel aus dem Buch: Ein Herr Hug schreibt in der Zeitschrift Chemkon, die maximale Treibhauswirkung von CO2 laege bei 280 parts per million. Jeder Physik- oder Chemiestudent, der das Beersche Absorptionsgesetz kennt, weiss, dass dies Bloedsinn ist: Verdoppelt man die Konzentration eines Stoffes, absorbiert er auch genau doppelt so viel. Aber der Beitrag von Hug wurde doch in einer Fachzeitschrift veroeffentlicht? Tja, die "Fachzeitschrift" Chemkom entpuppt sich schnell als "das Forum für Unterricht und Didaktik [und] wendet sich vornehmlich an Chemielehrerinnen und Chemielehrer". Da stellt sich wirklich die Frage: Haben die Autoren das nicht gesehen, oder geht es vielleicht doch nicht einfach um die Wahrheit?

Mein Fazit: Den Autoren geht es darum, den Leser mit falsch interpretierten Datenreihen, durchsichtiger Polemik und dubiosen Quellen den Leser bewusst falsch zu informieren. Leider geschieht dies auf einem Niveau, auf dem ein recht grosses Mass an Fachwissen vorhanden sein muss, um alle Fallen entlarven zu koennen. Im Kapitel ueber den Klimawandel konnte ich als Fachmann keine einzige haltbare These finden, ich befuerchte, das gilt fuer den Rest des Buches genauso. Ich empfehle dem Verlag dringend, das Buch zurueckzuziehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 29, 2013 6:20 PM MEST


Landschaftsfotografie
Landschaftsfotografie
von Reinhard Eisele
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gebraucht sehr gut..., 27. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Landschaftsfotografie (Gebundene Ausgabe)
Am liebsten haette ich 3.5 Punkte vergeben, so also in dubio pro reo...

Das Buch fuehrt knapp, aber mit den richtigen Schwerpunkten und ohne grobe Fehler, in die Landschaftsfotografie ein. Licht, Bildaufbau, Belichtung und Schaerfentiefe sowie Kameratechnik und Zubehoer werden gut vorgestellt. Die Lektuere hat mich ganz konkret dazu animiert, mir ein kleines aber stabiles Stativ fuer die Reise zu kaufen, ein Drahtausloeser wird folgen. Einziger Schwachpunkt: Der Abschnitt zum Goldenen Schnitt. Es ist eben gerade nicht so, dass der goldene Schnitt die Bildflaeche in 9 (etwa) gleichgrosse Felder zerlegt und somit 4 Punkte definiert, die auf den Diagonalen liegen, sondern 4 Punkte, die viel naeher am Zentrum liegen. Deshalb ist auch das Beispielfoto (Hochformat, Himmel im obersten Drittel) nicht wie behauptet im goldenen Schnitt fotografiert und wirkt deshalb auch sehr gespannt (was beabsichtigt und auch gut ist, aber eben nicht der goldene Schnitt).

Fazit: Fuer 20 Euro waere mir das Buch doch zu teuer, dazu ist die Aufmachung etwas zu lieblos und die Darstellung doch etwas zu knapp. Aber gebraucht als Einfuehrung ist es sehr gut.


DuMont Reise-Taschenbuch Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern
DuMont Reise-Taschenbuch Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern
von Petra Dubilski
  Taschenbuch

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechtester Reisefuehrer ueberhaupt..., 6. Juli 2006
Es mag stimmen, dass dieser Reisefuehrer nuetzliche praktische Informationen enthaelt - als Nachschlagewerk, um die Touristeninformation in Greifswald oder einen Campingpplatz auf Ruegen zu finden, ist er also sicher geeignet. Zu mehr leider nicht.

Habe das Buch in Eile gekauft und nicht wie sonst verglichen - es war der einzige Ostseefuehrer, den ich in der Bahnhofsbuchhandlung finden konnte - hier hat es sich sofort geraecht, nicht besser vorbereitet gewesen zu sein:

Der Text ist grauenvoll geschrieben, die stilistische Qualitaet drittklassig. Da wimmelt es von langen verschachtelten Saetzen, die bekanntlich nur ein Thomas Mann beherrscht, von Wortwiederholungen (in einem Absatz von 10 Zeilen kam der Begriff "Relikt" 3x vor!) und von seltsamen Satzverknuepfungen. Es ist wirklich anstrengend, dieses Buch zu lesen! Man muss einen Satz staendig neu anfangen, ein Fluss will sich nie ergeben.

Desweiteren nerven die ewigen Stereotypen. Muss denn unbedingt jedes Nachtleben vibrierend sein? Spaetestens, wenn die Autorin einmal in Madrid war, wird sie soetwas ueber Rostock nicht mehr schreiben - ohne etwas gegen das sicher lebhafte oder lustige oder wie auch immer geartete Nachtleben in Rostock sagen zu wollen.

Schliesslich die inhaltlichen Maengel: Da werden Insidertipps versprochen, um mit den Einheimischen ins Gespraech zu kommen (eigentlich schon laecherlich genug; man stelle sich die Situation vor: "Sagen Sie mal, Herr Schaffner, gehoeren Sie nun zu denen, die der Molly oder die Molly sagen?"), aber bis auf wenige lustige Anekdoten wird doch nur auf Altbekanntes verwiesen. Ueber das wunderschoene Usedomer Hinterland wird gerade ein Satz verloren.

Irritierend auch, Caspar David Friedrich unkommentiert die Ideen der Jenseitssehnsucht und Vergaenglichkeit zuzuschreiben, den zentralen Motiven des Barock und nicht unbedingt der Romantik - entweder setzt die Autorin hier viel biographisches Wissen ueber Friedrich voraus - in der Tat hatte er seit dem Tod seines Bruders eine von Todessehnsucht gepraegte Lebensanschauung - oder sie verwechselt schlicht die Epochen.

Alles in allem der vielleicht schlechteste Reisefuehrer, den ich kenne. Ich empfehle jedem, ein anderes Buch zu kaufen, in dem man sicher praktische Informationen findet. Und wenn man Glueck hat, bekommt man sogar noch schoenen Text mit Inhalt dazu.


Schmutzige Havanna Trilogie: Roman
Schmutzige Havanna Trilogie: Roman
von Pedro Juan Gutiérrez
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja, weder noch..., 11. April 2006
Habe Bukowski leider (?) nicht gelesen, aber ein grosses literarisches Werk ist das Buch sicher nicht. Episoden werden erzaehlt, mehr oder weniger zusammenhangslos, ein beliebiger Ausschnitt ohne definierten Anfang, ohne definiertes Ende. Gutierrez haette beliebige Kapitel auslassen koennen oder neue hinzufuegen.
Aber nur Sex und nicht das Kuba hinter dem TOurismus? Nun, da hat sich wohl jemand sehr selektiv gequaelt... Als Beschreibung der Situation Kubas waehrend der Krise der 90er ist dieses Buch grossartig. Beschreibt den Zerfall, den Mangel, die Gleichgueltigkeit, die Korruption, das sich Austricksen. Den Schmuggel, die Gelegenheitsarbeiten, die Prostitution, mit der sich die Kubaner ueber Wasser halten. Einige Anekdoten ueber die weltfremden und esoterischen Trommler, denen man die Dollars aus den Taschen zieht, sind einfach herrlich. Klar, es geht um Sex. Der mag an manchen Stellen sehr direkt, sehr brutal, sehr dreckig sein und er Erzaehler ist sicher ein wenig "besessen". Aber sollte man dieses Thema ausklammern, wenn es repraesentativ ist? Weichzeichnen wo es nicht weich ist?
Drei Sterne nur wegen der Beliebigkeit des Plots.


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