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Rezensionen verfasst von
Irina Haas "sulira"
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Attack on Titan [Soundtrack]
Attack on Titan [Soundtrack]
Preis: EUR 35,91

5.0 von 5 Sternen Packender Soundtrack, allerdings unvollständig und günstiger zu haben, 9. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Attack on Titan [Soundtrack] (Audio CD)
Insgesamt kann ich diesen Soundtrack nur empfehlen, ob man nun die Serie oder den Manga bereits kennt oder nicht. Chöre, pompöse Instumentalisierungen und packende Texte dürften Fans von epischen, dramatischen Weltuntergangszenarien und Actionspielen begeistern. Einige der nicht instrumentalen Stücke haben deutsche Texte, die bewegen, aber leider ohne vorliegenden Text nur sehr schwer zu verstehen sind, da die japanischen Sängerinnen sie falsch betonen. Die Wirkung ist aber trotzdem eine ganz eigene.
Natürlich empfehle ich trotzdem, Anime oder Manga zu kennen oder kennen zu lernen, damit man die Stimmung und die Texte auch ganz versteht.

Ein Tipp jedoch besonderes an die Fans:
Dieser Soundtrack ist eigentlich überteuert, denn ich habe ihn als Teil einer Komplettbox mit der kompletten ersten Staffel Attack on Titan (Japanisch mit englischen Untertiteln) für knapp 45 Euro bekommen. Darin sind neben diesen 16 Songs noch eine 2. Soundtrack-CD mit den beiden Intro-Songs, dem ersten Abspannlied und weiteren Instrumentalstücken sowie wie gesagt Folge 1-25 des Animes enthalten. Leider scheint diese Box auf amazon noch nicht verfügbar zu sein. In der Box ist leider dafür kein Booklet mit Texten, das Cover ist anders gehalten und die DVDs/CDs stecken in einfachen Stoffhüllen in der Plastikbox, und die Tonqualität mancher Lieder auf der 2. Soundtrack-Cd ist nicht so dolle, ausgerechnet beim ersten Introsong klingt sie teilweise so schwankend, als käme sie von einem Tonband.

Meine Empfehlung für Fans der Serie ist kaufen - eventuell ist aber die Form der DVD-Box interessanter, wenn man den Anime noch nicht hat und man mit englischen Untertiteln zufrieden ist, statt auf eine deutsche Ausgabe zu warten. Wäre noch interessant zu wissen, ob für die deutsche Anime-Box auch die Beinhaltung der Soundtrack-Cds geplant ist...

Auch Fans von epischen Computerspiel-Soundtracks empfehle ich den Soundtrack.


Von Den Elben
Von Den Elben
Preis: EUR 12,49

11 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mittelalter-Romantik für Jedermann (?), 31. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von Den Elben (Audio CD)
Mittelalter-Romantik für Jedermann (?)

Die in der Mittelalter- und Pagan Folk-Szene bereits etablierte deutsche Gruppe „Faun“ wagt sich mit dieser CD an ein breiteres Publikum als zuvor. Um den dadurch verschiedenen Blickwinkeln auf dieses Machwerk Rechnung zu tragen, teile ich diese Bewertung in 2 Teile:
Zunächst einen für alle Faun-Anfänger, dann den für Faun-Kenner.

Für Faun-Anfänger:

Wer deutsche Musik liebt und einem Hauch Mittelalter-Flair und -Romantik gegenüber nicht abgeneigt ist, das Genre an sich aber noch nicht kennt oder auch zu abgedroschen findet, dem empfehle ich den Kauf dieser CD wärmstens!
Diese CD eignet sich wunderbar für Schlager- und Volksmusik-Fans, die einmal mittelalterliche Klänge hören wollen ohne zu tief in das Genre einzutreten. Ebenfalls eignet es sich auch für Fans deutschen Pops, der kreativ ist und ungewöhnliche Instrumente und Stimmen einsetzt. Faun bieten einen gelungenen Brückenschlag zwischen diesen Bereichen, der kein bisschen auf abgedroschene Klischees und Schubladen setzt. Folk ist nicht umsonst streng genommen Volksmusik anderer Kulturen, und Faun wirken immer ein wenig wie aus einer anderen, romantischen Welt, so dass auch der Volksmusikanteil nicht abschrecken sollte, wer diese Sparte eher weniger mag und nur an deutsche Schunkelstimmungslieder denkt. Nein: Faun setzen auf das Spiel mit traditionellen Weisen, die Verknüpfung von Neuem mit Traditionellem. Interessant dürfte für die nicht Englisch sprechenden Hörer auch das Lied „Thymian und Rosmarin“ sein – der Text ist angelehnt an "Scarborough Fair" und kann so auch einmal zugänglich gemacht werden. Die Melodie ist aber eine andere.
Auf dem durchweg deutschen Album finden sich deutsche Versionen ausländischer Titel: "Wilde Ros"e ist eine freie Nachdichtung nach dem Thema und der Melodie der Irish-Folk-Ballade Siuil a Run (bekannt unter anderem durch Celtic Woman und Reeltime), die sonst Englisch mit gälischem Chorus gesungen wird; „Schrei es in die Winde“ die deutsche Variante des Titels „Omnos“ der mit Faun befreundeten Mittelalterkombo Eluveitie. Außerdem haben Faun eine (neuhoch-)deutsche Fassung Ihres bereits in Althochdeutsch veröffentlichen Stücks Von den Elben auf das Album gepackt, die diesem auch den Titel gibt. Als einziges Instrumentalstück findet sich mit „Andro II“ eine leicht vokalisierte, etwas modernisierte Fassung von "Andro", einer faun-eigenen, bereits in anderer Version erschienenen Mischung aus verschiedenen traditionellen „Kettentanz“-Melodien der Bretagne.
Wen dies schon neugierig macht, dem sei gesagt, dass die anderen Stücke des Albums eingängige, wundervoll arrangierte Stücke sind, die durch die glockenklare Stimme der Frontsängerin, die Bardenstimme des Sängers und die Mischung von modernen und traditionellen bis mittelalterlichen Instrumenten (teils Eigen- und Sonderanfertigungen!) bestechen. Balladen wechseln sich mit flotten Stücken ab, die Romantik und Freiheitsdrang vermitteln, ohne zu sehr ins Mittelalterklischee abzudriften und daher recht alltagstauglich sind. Einen tieferen Blick in die Mittelalterszene liefern noch das an Minnelieder angelehnte „Minne-Duett“ (mit dem Sänger der Dark Folk-Rock-Kombo Subway to Sally) und „Tanz mit mir“ (mit Santiano), das leider recht beliebig, aber doch anschaulich ein typisches „Tavernenlied“ gibt, wie man es auf den beliebten Mittelaltermärkten häufig hören kann. Also auch hier ein netter Einstieg, ohne dass man gleich eine ganze CD für Hartgesottene kaufen muss.

Für Faun-Kenner:

Unter Faun-Kennern wird dieses Werk leider einige Feinde finden. Auch wenn Faun schon zuvor sehr viel Vielfalt in ihrer Musik zeigten und jedes Album etwas anders war, ist dieses Album doch noch einmal sehr "anders". Es gibt kein Lied, das nicht auf (Hoch-)Deutsch ist, nur ein Instrumental (und das ist „nur“ eine leicht modernisierte Fassung des Faun-Klassikers Andro) und kaum traditionelles Liedgut (außer der hochdeutschen Fassung des alten Stücks "Von den Elben", einer deutschen Fassung des Irish Folk-Songs „Siuil a Run“ in bewährter Melodie al "Wilde Rose" und der Textanlehnung von „Thymian und Rosmarin“ an „Scarborough Fair“). Die meisten Lieder könnten fast ebenso gut Schlager sein, die sich mittelalterlicher Instrumente (jedoch weniger als auf den anderen CDs) und romantischer Motive bedienen und so aus der Menge hervortreten. Untypisch für Faun gibt es auch mit „Tanz mit mir“ ein typisches Trink- und Tavernenlied, zusammen mit Santiano (und glücklicherweise nicht mit Olis Stimme für den männlichen Part, denn die wäre hier deutlich deplatziert). Einige Texte sind fast schon zu seicht und simpel, wenn man Fauns ansonsten komplexe Klänge kennt. Gerade „Wilde Rose“ ist für meinen Geschmack viel zu simpel und klischeehaft: Die klagende Frau, deren Liebster im Krieg ist und fällt und dessen Zustand die Liebste an der Rose erkennt, ist alles, was in dieser deutschen Fassung von dem metaphernreichen „Siuil a Run“ geblieben ist, in dem die Zurückgelassene wiederum aufzählt, wie sie ihr ganzes bisheriges Leben opfern würde, könnte sie dem Liebsten in der Ferne nur beistehen. Dieses Stück und das ebenfalls sehr beliebige, für mich zu schmachtend vorgetragene "Warte auf mich" sind für mich die schwächsten Stücke der CD.
Für mich ist die CD aber keinesfalls schlecht. Nicht mal schlechter als die Vorgänger, nur anders. Abzüge muss ich geben, weil dabei mancher Fan der anderen CDs auf der Strecke bleiben wird, der gleich abwertend „Kommerz!“ ruft, wenn etwas einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden soll. Denn trotz diesem Vorhaben und der Tatsache, dass Faun hier auch meiner Meinung nach das waldelfenhafte, „erdige“ Element zu Gunsten gefälligerer Melodien und Arrangements vernachlässigt, enthält diese CD (und all ihre Stücke) noch jede Menge Faun und Mittelalter. Das spiegelt sich in dem starken, typischen Einsatz traditioneller Instrumente und Weisen (jedoch eben kombiniert mit modernerem) ebenso wieder wie in Texten, die von Naturschönheit, Freiheit, tragischer Liebe, Minne und mittelalterlichen (und Fantasy-) Themen erzählen. So vermittelt "Mit dem Wind" die Schwere des Winters im Mittelalter und was der Frühling damals bedeutete, "Von den Elben" und „Thymian und Rosmarin“ die Sehnsucht nach und Schwärmerei der Menschen für Zauberwesen, die den Menschen gleichsam betören und ihm fremd und gefährlich sind, und „Schrei es in die Winde“ (einer deutschen Version von „Omnes“ der befreundeten Gruppe Eluveitie) dem Leid einer vertriebenen, als Hexe abgestempelten Frau. Die Stimmen von Oli, Fiona und Katja entführen einen in ein Zauberreich, das diesmal nur etwas fester noch einen Anker im Jetzt und Hier belässt.
Daher rate ich auch Faun-Kennern, sich auf dieses Werk einzulassen. Den Punkt Abzug gibt es trotzdem für das Werk, das ein bisschen zu weit an den Wurzeln der Band zerrt und weniger Kreativität zeigt oder wagt als die Vorgänger. Wer sich zu viel an Schlager gemahnt fühlt, der sollte einmal kritisch die Sicht wechseln und sich fragen: Würde er jetzt Faun nicht kennen und diese CD unter „Schlager“ finden, wäre sie dann nicht auffallend gut und gewagt?

PS: Das Booklet der CD enthält Informationen zur Entstehung der Stücke und der Atmosphäre, die Faun ihnen beimessen. Daher mag sich der Kauf der CD statt dem Herunterladen des Albums lohnen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2013 3:19 PM CET


Däumelinchen (ANIME)
Däumelinchen (ANIME)
DVD ~ Ikuko Oyabu
Preis: EUR 11,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lasche VHS-Kopie eines schönen Klassikers, 28. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Däumelinchen (ANIME) (DVD)
Kurzfassung:
+ Ein schöner Trickfilm mit liebenswerten Figuren, zauberhafter Musik und guter Botschaft
+ Originale deutsche Synchro
- leider einfach von VHS kopiert
- Bildrand weit abgeschnitten, dass sogar Figuren und Köpfe fehlen
- Tonausfälle (mindestens ein Satz fehlt komplett, Störgeräusch)
- kein eingebundenes deutsches Intro und kein eingebundener deutscher Abspann wie auf VHS, sondern nur als Extra vorhanden

--
Da ich Jahrgang 1978 bin, kenne ich diesen Film seit und aus meiner Kindheit, und er zählt nach wie vor zu meinen Lieblings-Trickfilmen außerhalb des Hauses Disney. Dass er japanisch ist, merkt man natürlich mal wieder vor allem an den großen Augen, aber ich finde es auch heute nicht störend, es erinnert nicht an die heutigen Massen-Animeproduktionen aus dem Kinder-Nachmittagsfernsehen, bei denen die Menschen irgendwie alle gleich aussehen und die Tiere grob gezeichnete, halb-vermenschlichte Figuren sind. Stattdessen sind die Tiere hier zwar auch mit Kleidern vermenschlicht, aber detailreich gezeichnet und passend zu der Märchenvorlage von H.C. Andersen. Ich liebe den Film, seine naive Botschaft (wer zu allen gut ist, der wird belohnt) und viele witzige Zitate, die für mich schon Kultstatus haben. ("Und was ist, wenn ich morgen nicht will?!" und die ständige Unzufriedenheit der Krötenfrau mit ihrem Mann).
Daher fiel mir ein Stein vom Herzen, denn: Die deutsche Synchronisation ist noch ganz die alte. Als Nostalgiker bin ich sogar froh darüber, dass man die Lieder und einige Ruflaute der Figuren auch "brav" japanisch gelassen hat, wie es schon bei der alten VHS der Fall war. Wer den Film nicht von früher kennt, dürfte das eher als Manko sehen.

Die Synchronisation und die Tatsache, dass der Film nun auf DVD erschienen ist, sind aber leider die einzigen Pluspunkte dieser Ausgabe.
Denn:
Ich bin selbst noch im Besitz einer (Videotheken)-VHS dieses Films und habe daher deutlichst gemerkt, dass man den Bildrand hier wüst zurechtgeschnitten hat, um ein moderneres Format zu erhalten. Da fehlen stellenweise ganze Figuren im Bild, anderen wird der Kopf abgeschnitten! Ich habe das Format mehrfach geändert, aber es gibt einfach keinen Kompromiss hier, der taugt. Das Bild bleibt stark verstümmelt, egal, wie wenig Rand man wählt.
Das VHS-Zeichen taucht mehrfach während des Films am Rand auf - man leugnet also nicht mal, einfach eine unaufbereitete VHS als Grundlage genommen zu haben.
Der Ton und das Bild wurden kein bisschen restauriert - bildlich und akustisch hat man also keine Vorzüge gegenüber einer VHS.
Teilweise fehlt sogar mal der Ton - mindestens einen Satz lang kommt stattdessen ein Knacken, dann Stille.
Wenn ich mir die Arbeit mache, meine VHS zu digitalisieren, wird das Ergebnis wahrscheinlich besser ausfallen als diese DVD hier.
Dafür so einen Sammlerpreis von (deutlich!) mehr als 10 Euro zu verlangen ist schlichtweg unverschämte Geldmacherei. Ich hoffe, es wird noch eine restaurierte Fassung geben, ohne dass wir dafür auf die alte Synchro verzichten müssen.
Als Extra gibt es den Zusatzfilm "Elf hungrige Katzen - und ein Albatross". Ich weiß, dass manche Sammler auch diesen Film sehr mögen, und kann daher sagen, dass dieser Film ein Pluspunkt bei der Kaufentscheidung ist, wenn man ihn auch gerne haben will. Ich kenne den Film noch aus dem alten Ferienprogramm, aber er ist nach wie vor nicht so mein Fall. Die Bildqualität kam mir hier jedoch etwas besser vor. Allerdings auch hier wieder das VHS-Zeichen am Bildrand ;-).
--

Fazit:
Dieser Film bzw. diese Filme verdienen eine bessere Edition. Diese hier ist das viele Geld nicht wert und sollte wenn nur als Schnäppchen gekauft werden, wenn man mindestens einen der Kult-Trickfilme im DVD-Regal haben will.


Walking on a Twine
Walking on a Twine
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Laune, tolle Stimme, beste Arrangements, 25. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Walking on a Twine (Audio CD)
Mobilèe zählen für mich zu den Newcomern 2011/2012. Seit ich sie als Vorband bei Roxette erleben durfte, habe ich ihr Studioalbum sehnsüchtig erwartet. Wenn es eine Band schon schafft, dass man nicht die ganze Zeit beim Konzert nur denkt: Hört auf, wann kommt endlich die Hauptband? sondern mitmacht und Spaß hat, als wäre der Act fast gleichrangig, dann steckt man die Erwartungen hoch.
Und: Die CD hat mich nicht enttäuscht! Fast durchgehend versprüht das Album gute Laune, ohne auf einfache Texte und simple Arrangements zu setzen. Mobilée ist raffiniert bei den Instrumenten, schafft Atmosphäre. Die Stimme der Frontsängerin ist ein Traum, ohne aufdringlich in eine Richtung zu gehen. Es wird einfach nur Leichtigkeit versprüht, ohne das der sonst so gern genutzte Weichspüler zum Einsatz kommt, und so ist die CD Pop-Musik mit ein paar Folk- und Rockelementen vom Feinsten. Wem die gute Laune zu viel wird, der kann zu einem der wenigen nachdenklichen, langsamen Tracks springen. Die haben es vor allem textmäßig in sich.
Fazit: Herrliche Gute-Laune-Popmusik mit ein paar nachdenklichen Tönen, die so leicht ist, dass man kaum glauben kann, dass die Band recht neu im Geschäft ist.


Chaos auf Deponia - [PC/Mac]
Chaos auf Deponia - [PC/Mac]
Preis: EUR 24,99

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen übertroffen - toller zweiter Teil der Adventure-Trilogie, 25. Oktober 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chaos auf Deponia - [PC/Mac] (Computerspiel)
Dieses Spiel hat mir von Anfang bis Ende richtig Spaß gemacht! Fand ich schon den Vorgänger (Deponia) toll, hat dieses Spiel meine Erwartungen noch übertroffen. Der im ersten Teil großteils noch etwas zähe Humor ist hier peppiger, teilweise aber auch zynischer. Die Hintergrundbilder sind detailreicher und bergen manchen Gag am Rande. Die Aufgaben sind klarer, es gibt mehr Hinweise auf Lösungen in Dialogen.

Humor und Protagonist, FSK-Empfehlung
Rufus als Protagonist dies Spiels ist nach wie vor ein Anti-Held. Krankhaft egoistisch und von sich selbst und seinen Fähigkeiten (?) eingenommen, sorgt er mit Handlungen schnell für Chaos und eckt bei so manchem Spielcharakter an, um was er sich aber selbst herummanövriert. Dank dieser Charakterzüge des "Helden" ist es im Spiel erwünscht und sogar notwendig, des Öfteren moralisch nicht korrekt zu agieren und gerne mal Sachen so miteinander zu kombinieren, dass dabei bloß etwas zu Bruch geht oder jemand auf die Palme gebracht wird. Harte Kost also für Moralapostel - wobei es bis auf eine menschliche und zwei tierische Ausnahmen weniger makaber zu geht als in Harveys Neue Augen. Makaber liegt mir in sonst eher lustigen und im Trickstil gehaltenen Adventures eigentlich nicht, aber ich habe es in dem Spiel gut mit Humor nehmen können, was Rufus da mehr oder weniger beabsichtigt anrichtet. Das heißt aber auch: FSK-Empfehlung beachten! Das bezieht sich auch auf einige Sprüche, die gerissen werden, sowie einige Gewaltszenen - sie sind comicartig, dadurch aber auch verharmlost. Trickfiguren können halt einiges einstecken ;-)

Hauptproblem/-Spielziel
Rufus'(teils auch aus egoistischen Gründen) Angebetete Goal hat auch in diesem Teil wieder einen durch die Datasette in ihrem Kopf verursachten "Hirn"-Schaden. Wiederholung, möchte man rufen - allerdings ist der Schaden diesmal ganz anderer Natur und gibt Anlass zu drei Hauptproblemen, die es Schritt für Schritt zu lösen gilt: Diesmal ist sie nicht den Großteil des Spiels bewusstlos, sondern ihre Persönlichkeit wurde drei geteilt. So muss Rufus gleich 3 verschiedene Charaktere überzeugen, dass zu tun, was er für richtig hält. Durch eine Fernbedienung kann zwischen den 3 Goal-Charakteren hin- und hergeschaltet werden, was auch öfter mal zum Lösen einer Aufgabe nötig ist.

Spielewelt/Rätselstruktur
Die Welt, auf der Rufus umherstreift, ist diesmal größer angelegt als im Vorgänger; auch wenn der Aufbau des Spiels insgesamt wieder ähnlich ist: Lange Zeit und viele Rätsel bis zum ersten Hauptziel auf einer Welt, danach geht es sehr sprunghaft mit mehreren, aber weniger detailreichen "Welten" zum Finale. Die Rätsel sowohl auf dem Schwimmenden Schwarzmarkt, in dem gut die erste Hälfte des Spiels spielt, als auch in den kleinen Szenen in der zweiten Hälfte sind diesmal nicht linear aufgebaut; das heißt, man kann an verschiedenen Stellen weiter rätseln, um den Hauptziel (Goals Behandlung beim Doc) näher zu kommen. Der Vorteil: Man hängt seltener wirklich fest, es gibt immer was zum Ausprobieren und man lernt die Umgebung gut kennen. Der Nachteil: Vieles Herumlaufen (die Szenen wurden aber zum Glück gekürzt), und man vergisst gerne mal den ein oder anderen Hinweis, wenn man ihn nicht systematisch verfolgt. Nicht alle Dialoge lassen sich beliebig oft wiederholen. Daher rate ich allen mit schwächerem Gedächtnis für schräge Zusammenhänge oder weniger Zeit, das Spiel ziemlich schnell durchzuspielen, den guten alten Notizblock zur Hand zu nehmen. Es lohnt sich aber! Eine Sache, die mich persönlich etwas an Adventures stört, kommt auch hier wieder zur Geltung: Manchmal muss man einen Ort, den man schon abgehakt hatte, noch mal aufsuchen, weil sich durch eine Aktion andernorts hier etwas geändert hat (beispielsweise die An- oder Abwesenheit von Personen). Das heißt: Wenn man hängt, sollte man alle "Szenerien" nochmal abklappern.

Minispiele
Auch wieder mit von der Partie sind die für Daedalic typischen Minispiele. Manche haben mir diesmal richtig Spaß gemacht, andere habe ich einfach nicht kapiert. Das will ich aber nicht als Manko werten, denn die Minispiele sind keine Pflicht und man kann sie einfach überspringen, um gleich zur Lösung zu gelangen.

Soundtrack und Neencharaktere
Die beste Veränderung zum ersten Teil sind aber die Nebencharaktere: Sie sind diesmal schrulliger, tiefgehender und witziger in ihrer Interaktion mit Rufus. Auch die Szenen sind schöner animiert, und der Soundtrack hat es richtig in sich, vom peppigen Scratch bis zum gut arrangierten Blödelsong. Dank Rufus grinste ich oft schon in Vorfreude auf das, was gleich passieren würde - und musste auch mehrfach laut lachen, wenn sich das Chaos entfaltete oder ein dummer Spruch alles abwürgte. Fazit: Es macht richtig Spaß, sich auf die Welt von Deponia einzulassen! So charismatisch war für mich seit Simon 2 kein Spiel mehr!

Noch etwas zur Aufmachung:
- Für alte Adventure-Hasen ist dies ein gutes altes Point&Click-Adventure. Daedalic wartet aber auch hier wieder mit einem besseren Inventar (kann auch auf das klassische umgestellt werden), einem dynamischen Cursor (die in der Situation nützlichsten Funktionen, z.B. Ansehen und Ansprechen, können mit rechter und linker Maustaste betätigt werden) und der Hot-Spot-Taste auf (zeigt alle Gegenstände in einem Fenster an, mit denen der Spieler interagieren kann.

Fazit:
Ich kann nur zum Kauf raten, wenn man auf schrägen Humor, schrullige Charaktere und auch mal etwas verrückte Rätsel steht. Reine Logik-Fans und 3-D-Fanatiker sollten aber vielleicht eher die Finger davon lassen. Ihr verpasst aber was!


Herrin des Schwarms: Das Schwarze Auge Roman Nr. 142
Herrin des Schwarms: Das Schwarze Auge Roman Nr. 142
von Judith C. Vogt
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweiter Teil, der dem ersten in nichts nachsteht, 6. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich wieder zwei Romane der Reihe, die man nicht aus der Hand legen möchte!

Ein Vorabhinweis:
"Herrin des Schwarms" beendet die Handlung aus "Herr der Legionen" und sollte unbedingt erst im Anschluss an diesen gelesen werden.
'Herr der Legionen' und 'Herrin des Schwarms' sind laut eigener Aussage der Autorin im Vorwort eigentlich ein Roman, der vor allem aus Platzgründen in zwei Teile aufgeteilt wurde. So sollte man ihn auch lesen. Deshalb und weil zwischen den beiden Teilen für mich kein quialitativer Unterschied besteht, will ich die Kritik für beide Romane zusammenfassen.

Vorab zum Inhalt des Romans:
Der mittlerweile 138. Und 142. Roman der Reihe, die in dem Universum des deutschen Rollenspiels 'Das Schwarze Auge' angelegt ist, widmet sich einmal mehr einer Epoche der fiktiven Geschichte dieser Welt, die zu Beginn der Spielzeit und zur aktuellen Zeit im Spiel bereits zur fernen Vergangenheit gehört(e). Sozusagen ein 'historischer Roman' einer fiktiven Welt.

Die Grundfrage:
Sollte man sich an diesen weiteren Roman der oft enttäuschenden Reihe wagen? Die Antwort war für mich schnell ein deutliches 'Ja!' und bleibt es auch nach dem Ende des zweiten Teils.

Anfangs hat es mich etwas abgeschreckt, dass der Roman uns wieder in die 'Frühgeschichte' der sonst etwa zur Renaissance spielenden Rollenspielwelt entführt, und das noch so weit zurück, dass Zeit und Kultur etwa mit dem Antiken Rom vergleichbar wäre. Sind doch viele Romane dieser Reihe bedauerlich schlecht an den eigentlich vorgegeben Epochen der irdischen Geschichte orientiert, weil die Autoren offenbar außerhalb der Rollenspielwelt wenig Ahnung von Renaissance und Mittelalter hatten, erwartete ich eine ebenso seichte Anlehnung an das Antike Rom. Doch schon der Klappentext war viel versprechend: Die Autorin ist selbst Reenactor, die sich mit dieser Epoche beschäftigt.

Und das merkt man absolut positiv in diesem Roman!

Zum Vergleich mit der Reihe für damit vertraute Skeptiker:
- Der Sprachstil ist hervorragend, nicht nur im Vergleich zu anderen Autoren der Reihe. Hier könnte man genauso gut einen der besseren Fantasy-Romane lesen ohne den teils negativen Touch, den die Reihe mittlerweile bei den meisten Lesern haben dürfte. Charaktere sind überzeugend gestaltet, Orte glaubhaft beschrieben, und Handlungsstränge über lange Sicht aufgebaut und verflochten.
- Dramaturgie: Auch der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf mehreren Bögen auf und erreicht immer wieder einzelne Höhepunkte, so dass sich die Handlung bis zum Finale auch nicht seicht dahinzieht. Spannung ist von Anfang bis Ende garantiert ' immer wieder gibt es kleine und große Ereignisse, auf die hingearbeitet wird und die wesentliche Veränderungen mit sich bringen.
- DSA-Individualität und Integration in das Rollenspiel-Universum: Da es sich um die Zeit vor dem eigentlich 'spielbaren' Aventurien handelt, ist die Götter- und Gedankenwelt natürlich nicht von vorne herein gleich für jeden Kenner heimisch, doch die Kulte sind überzeugend beschrieben ' ob es sich um die frühen Varianten der noch verbreiteten Kulte um Kor, Praios, Rondra, Boron, Mada etc. handelt, den mittlerweile weniger verbreiteten Kult der Mokosha und den geradezu ausgemerzten Kult des Legionärsgottes Shinxir handelt. Trotz des an Rom angelehnten Gemischs vieler kleiner Götterkulte und Vermischens mancher Aspekte der Gottheiten ist das Ganze durch und durch aventurisch. Dazu kommen Schauplätze, die typisch aventurisch sind und in einer frühen Version aufleben: Gratia Lapis alias Gratenfels, Gareth, das spätere Tobrien, das Liebliche Feld/Horasreich und natürlich die dortige alte Hochstadt Bosparan vor ihrem Fall. Der Roman führt zurück in die Zeit der Horas-Kaiser und ihren Versuch, ganz Aventurien (wieder) zu unterwerfen.

Das ganze wird primär mit Fokus auf drei Frauen erzählt: Die Legionärin Eiria, die mit ihrer Legion nach Gareth und dann nach Bosparan reist; die Sklavin Puella, die erst einem Magier untersteht und dann eine große Wandlung durchmacht; und die intrigante Patrizierin und Mater Familia Sahina, die ihr alhanisches Erbe in Bosparan verbergen muss und gleichzeitig ihre Kultur zu retten versucht. Umgeben sind diese Hauptfiguren von einigen ebenso scharf gezeichneten Nebencharakteren, die man kaum als solche beschreiben kann, da sie sehr große Rollen haben ' ein freigelassener Sklave der Sahiner, eine Shinxir-Priesterin, ein strebsamer Legionärsmagier und eine weitere Patrizierin mit tragender Rolle sind hier mindestens zu nennen.

Die Mischung aus Antikem Rom und Bosparan ist so gelungen, dass dies ein Roman ist, mit dem man tatsächlich mal wieder richtig 'abtauchen' kann in andere Welten. Die Lebenswelt in und um Bosparan ist mit so vielen an das Alte Rom angelehnten Details geschmückt, dass sie absolut plastisch wirkt und den aventurischen Elementen den nötigen glaubhaften 'Touch' verleiht.
Spannend ist es auch, wie der Leser Pläne der Charaktere und Ereignisse im Buch mit erahnen kann und wie in der Spielzeit 'aktuelle' Völker, Kulte und Reiche mit den in dem Roman beschriebenen Gegebenheiten in Verbindung bringen kann. Es eröffnet sicher manchem Spieler eine neue Sicht und gibt Anlass zu interessanten Spekulationen' mir allemal!

Zwei Wehrmutstropfen habe ich jedoch:
Zum einen ist der Roman trotz der gut durchdachten Handlung nicht frei von kleinen Ungereimtheiten, die wohl der Handlung unterworfen wurden. Da diese aber im Vergleich zu anderen Büchern, Filmen etc. gering und schnell vergessen sind, sind sie für mich keinen Punkteabzug wert.

Zum zweiten endet der Roman durch seine Konzentration auf die drei zentralen Frauenfiguren und eine bestimmte, wenn auch längere Epoche in ihrem Leben an einer Stelle, an der ich gerne noch weiter gelesen hätte und wirkt dadurch etwas abrupt beendet. Nur knapp wird das weitere Schicksal einiger Charaktere zusammengefasst, das weiterer angedeutet oder offengelassen, eines davon wirkt für mich auch etwas abstrus. Da dies zwar schade ist, aber eine andere Herangehensweise den Umfang selbst dieses schon auf zwei Teile aufgeteilten Romans gesprengt hätte, will ich hierfür aber keinen Punkt abziehen.
Wer weiß, vielleicht wird daran ja sowieso nochmal angeknüpft ' in einem weiteren Roman oder in Abenteuern.

Fazit: Absolut lesenswert ' unbedingt beide Romane und in der richtigen Reihenfolge lesen!

PS: Zu meinem Lesehorizont:
Ich lese sehr viel aus verschiedenen Bereichen, darunter Fantasy sehr erfolgreicher Autoren, historische Romane verschiedener Epochen und vor allem aus dem Antiken Rom (Colleen McCullough, Steven Saylor, John Maddox Roberts, Lindsey Davis...), Englische und Deutsche Literatur und Sachbücher/Magazine über das Alte Rom, das Mittelalter und Sprach- und Translationswissenschaft. Die 5 Punkte stammen also nicht nur aus dem Rollenspielgenre, sondern bedeuten, dass dieses Buch gegen alle meine anderen Lieblinge verschiedener Genres anstinken kann ;-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 6, 2012 4:03 PM MEST


Herr der Legionen (Das Schwarze Auge)
Herr der Legionen (Das Schwarze Auge)
von Judith C. Vogt
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder zwei Romane der Reihe, die man nicht aus der Hand legen möchte, 6. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Vorabhinweis: "Herr der Legionen" ist der erste von zwei zusammenhängenden Romanen. "Herrin des Schwarms" bringt die Handlung zum Abschluss.
'Herr der Legionen' und 'Herrin des Schwarms' sind laut eigener Aussage der Autorin im Vorwort eigentlich ein Roman, der vor allem aus Platzgründen in zwei Teile aufgeteilt wurde. So sollte man ihn auch lesen. Deshalb und weil zwischen den beiden Teilen für mich kein quialitativer Unterschied besteht, will ich die Kritik für beide Romane zusammenfassen.

Vorab zum Inhalt des Romans:
Der mittlerweile 138. Und 142. Roman der Reihe, die in dem Universum des deutschen Rollenspiels 'Das Schwarze Auge' angelegt ist, widmet sich einmal mehr einer Epoche der fiktiven Geschichte dieser Welt, die zu Beginn der Spielzeit und zur aktuellen Zeit im Spiel bereits zur fernen Vergangenheit gehört(e). Sozusagen ein 'historischer Roman' einer fiktiven Welt.

Die Grundfrage:
Sollte man sich an diesen weiteren Roman der oft enttäuschenden Reihe wagen? Die Antwort war für mich schnell ein deutliches 'Ja!' und bleibt es auch nach dem Ende des zweiten Teils.

Anfangs hat es mich etwas abgeschreckt, dass der Roman uns wieder in die 'Frühgeschichte' der sonst etwa zur Renaissance spielenden Rollenspielwelt entführt, und das noch so weit zurück, dass Zeit und Kultur etwa mit dem Antiken Rom vergleichbar wäre. Sind doch viele Romane dieser Reihe bedauerlich schlecht an den eigentlich vorgegeben Epochen der irdischen Geschichte orientiert, weil die Autoren offenbar außerhalb der Rollenspielwelt wenig Ahnung von Renaissance und Mittelalter hatten, erwartete ich eine ebenso seichte Anlehnung an das Antike Rom. Doch schon der Klappentext war viel versprechend: Die Autorin ist selbst Reenactor, die sich mit dieser Epoche beschäftigt.

Und das merkt man absolut positiv in diesem Roman!

Zum Vergleich mit der Reihe für damit vertraute Skeptiker:
- Der Sprachstil ist hervorragend, nicht nur im Vergleich zu anderen Autoren der Reihe. Hier könnte man genauso gut einen der besseren Fantasy-Romane lesen ohne den teils negativen Touch, den die Reihe mittlerweile bei den meisten Lesern haben dürfte. Charaktere sind überzeugend gestaltet, Orte glaubhaft beschrieben, und Handlungsstränge über lange Sicht aufgebaut und verflochten.
- Dramaturgie: Auch der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf mehreren Bögen auf und erreicht immer wieder einzelne Höhepunkte, so dass sich die Handlung bis zum Finale auch nicht seicht dahinzieht. Spannung ist von Anfang bis Ende garantiert ' immer wieder gibt es kleine und große Ereignisse, auf die hingearbeitet wird und die wesentliche Veränderungen mit sich bringen.
- DSA-Individualität und Integration in das Rollenspiel-Universum: Da es sich um die Zeit vor dem eigentlich 'spielbaren' Aventurien handelt, ist die Götter- und Gedankenwelt natürlich nicht von vorne herein gleich für jeden Kenner heimisch, doch die Kulte sind überzeugend beschrieben ' ob es sich um die frühen Varianten der noch verbreiteten Kulte um Kor, Praios, Rondra, Boron, Mada etc. handelt, den mittlerweile weniger verbreiteten Kult der Mokosha und den geradezu ausgemerzten Kult des Legionärsgottes Shinxir handelt. Trotz des an Rom angelehnten Gemischs vieler kleiner Götterkulte und Vermischens mancher Aspekte der Gottheiten ist das Ganze durch und durch aventurisch. Dazu kommen Schauplätze, die typisch aventurisch sind und in einer frühen Version aufleben: Gratia Lapis alias Gratenfels, Gareth, das spätere Tobrien, das Liebliche Feld/Horasreich und natürlich die dortige alte Hochstadt Bosparan vor ihrem Fall. Der Roman führt zurück in die Zeit der Horas-Kaiser und ihren Versuch, ganz Aventurien (wieder) zu unterwerfen.

Das ganze wird primär mit Fokus auf drei Frauen erzählt: Die Legionärin Eiria, die mit ihrer Legion nach Gareth und dann nach Bosparan reist; die Sklavin Puella, die erst einem Magier untersteht und dann eine große Wandlung durchmacht; und die intrigante Patrizierin und Mater Familia Sahina, die ihr alhanisches Erbe in Bosparan verbergen muss und gleichzeitig ihre Kultur zu retten versucht. Umgeben sind diese Hauptfiguren von einigen ebenso scharf gezeichneten Nebencharakteren, die man kaum als solche beschreiben kann, da sie sehr große Rollen haben ' ein freigelassener Sklave der Sahiner, eine Shinxir-Priesterin, ein strebsamer Legionärsmagier und eine weitere Patrizierin mit tragender Rolle sind hier mindestens zu nennen.

Die Mischung aus Antikem Rom und Bosparan ist so gelungen, dass dies ein Roman ist, mit dem man tatsächlich mal wieder richtig 'abtauchen' kann in andere Welten. Die Lebenswelt in und um Bosparan ist mit so vielen an das Alte Rom angelehnten Details geschmückt, dass sie absolut plastisch wirkt und den aventurischen Elementen den nötigen glaubhaften 'Touch' verleiht.
Spannend ist es auch, wie der Leser Pläne der Charaktere und Ereignisse im Buch mit erahnen kann und wie in der Spielzeit 'aktuelle' Völker, Kulte und Reiche mit den in dem Roman beschriebenen Gegebenheiten in Verbindung bringen kann. Es eröffnet sicher manchem Spieler eine neue Sicht und gibt Anlass zu interessanten Spekulationen' mir allemal!

Zwei Wehrmutstropfen habe ich jedoch:
Zum einen ist der Roman trotz der gut durchdachten Handlung nicht frei von kleinen Ungereimtheiten, die wohl der Handlung unterworfen wurden. Da diese aber im Vergleich zu anderen Büchern, Filmen etc. gering und schnell vergessen sind, sind sie für mich keinen Punkteabzug wert.

Zum zweiten endet der Roman durch seine Konzentration auf die drei zentralen Frauenfiguren und eine bestimmte, wenn auch längere Epoche in ihrem Leben an einer Stelle, an der ich gerne noch weiter gelesen hätte und wirkt dadurch etwas abrupt beendet. Nur knapp wird das weitere Schicksal einiger Charaktere zusammengefasst, das weiterer angedeutet oder offengelassen, eines davon wirkt für mich auch etwas abstrus. Da dies zwar schade ist, aber eine andere Herangehensweise den Umfang selbst dieses schon auf zwei Teile aufgeteilten Romans gesprengt hätte, will ich hierfür aber keinen Punkt abziehen.
Wer weiß, vielleicht wird daran ja sowieso nochmal angeknüpft ' in einem weiteren Roman oder in Abenteuern.

Fazit: Absolut lesenswert ' unbedingt beide Romane und in der richtigen Reihenfolge lesen!


My Star
My Star
Preis: EUR 9,89

4.0 von 5 Sternen Emotionale Klangreise á la Tori Amos und Leona Lewis, 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: My Star (MP3-Download)
Ich bin auf diese Sängerin über facebook aufmerksam geworden, da ich Tori Amos (American Doll Posse Under the Pink) unter meinen Lieblingskünstlern aufgelistet habe. Neugierig hörte ich in das Album rein - und war fast vom ersten Ton an hingerissen. Marina V ist eine Sängerin mit russischem Hintergrund, die ihre CDs bis vor kurzem noch ausschließlich über ihre Webseite in den USA vertrieben hat. Nun wagt sie den Schritt über andere internationale Verkaufswege und ich kann allen Freunden emotionaler, instrumental wunderschön begleiteter und unverfälschter Frauenstimmen nur empfehlen, die Musik von Marina V kennen zu lernen. Wie Tori Amos verknüpft die Künstlerin dunkle und hohe Töne und malt mit ihrer Stimme so Bilder, wie es sonst nur gute Erzähler zu erzeugen vermögen. Dass die Stücke sehr persönlich sind und auf Erfahrungen beruhen, erkennt man schnell an der Ausdrucksstärke. Besonders nahe legen möchte ich allen die Titel Killing My Dream (ein perfekter Chorus) und als Kontrast das flotte "Unbalanced", das sich von den anderen, eher ruhigen und entspannenden Titeln (Paradebeispiel Don't Cry) der CD abhebt. Eine CD, die zum träumen und mitempfinden einlädt und bei der es sich lohnt, auch mal auf die Texte zu achten. Arrangementtechnisch ist noch My Star herauszuheben, während der erste Titel, "You Make Me Beautiful meiner Meinung nach der eingängigste und poppigste der Titel ist und das breitere Publikum ansprechen dürfte. Meine Empfehlung: Wer ruhige, gefühlvolle und zu hohen Tönen fähige Stimmen mag, sollte Marina V unbedingt kennen lernen!


PopGasm
PopGasm
Preis: EUR 8,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zuviel Teenie-Pop, 17. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: PopGasm (Audio CD)
Auch ich habe die 2. CD sehnsüchtig erwartet, nachdem ich die Limited Edition von "On The Way To Wonderland" wirklich nach wie vor rauf und runter höre und die Mischung aus rockigen Songs und Balladen, melancholisch-, manisch-depressiven, romantischen und selbstbewussten Themen wirklich sehr gelungen fand.
Leider mutet etwa die Hälfte der Titel dieses zweiten Albums meiner Meinung nach wie eine Rückentwicklung an - nämlich zur Teenieband, die ich nicht so ganz ernst nehmen kann. In umgekehrter Reihenfolge hätte man die CDs viel logischer empfunden, nämlich als Entwicklung von einer Teenie-Band zu einer erwachsen gewordenen Rockband. Aber so herum? Titel wie "Bye Bye", "6-0", "My Girl Is Mine" und "Birds And Bees" muten für meinen Geschmack musikalisch wie auch von den Texten eher wie Titel einer Super-RTL-Werbung für das nächste High School Musical an. Wobei "Birds And Bees" neben dem sehr gewöhnungsbedürftigen Sprechgesang noch einen schönen rockigen Refrain hat.
Die CD hat aber durchaus auch ihre Highlights, die mit dem ersten Album mithalten können: "The Whole Story", "Not Again", "Monk Bay" und "Sail Away With Me" seien da besonders hervorgehoben.
Die 3 Punkte gibt es für die ziemlich genaue 50/50-Aufteilung zwischen besagten Teenietiteln und den Rocksongs-und Balladen á la CD 1.


Children of the Red King #3: Charlie Bone and the Invisible Boy
Children of the Red King #3: Charlie Bone and the Invisible Boy
von Jenny Nimmo
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dritter Band des "Children of the Red King"-Quintetts, 8. Februar 2006
Eine Warnung vorab: Der Titel "Charlie Bone and the Invisible Boy" ist schlicht und ergreifend die amerikanische Ausgabe von "The Blue Boa". Es handelt sich bei beiden Bücher um den dritten Teil eines geplanten Quintetts, bislang bestehend aus:
1) Midnight for Charlie Bone
2) The Time Twister
3) The Bloa Boa bzw. Charlie Bone and the Invisible Boy
4) The Castle of Mirrors
Man sollte die Bücher aufgrund der fortschreitenden Handlung und der Einführung und Verabschiedung mancher Personen in der richtigen Reihenfolge lesen.
Die Handlung des Quintetts hat definitiv viele Parallelen zu Harry Potter. Das Manko ist: Wen das stört, sollte die Finger davon lassen. Ich selbst empfinde dies nur selten als nervig, meistens eher als amüsant und finde Nimmos Bücher stehen trotzdem für sich selbst, weil sie eine Menge eigene originelle Ideen haben.
Die Bücher richten sich eher an ein jüngeres Publikum, von daher ist das Englisch leicht verständlich. Außerdem sind sie zwar mindestens so düster wie Harry Potter, aber kindgerechter (zumindest bis jetzt), so dass ein Kauf dieser Reihe für Eltern zu empfehlen sind, die ihren kleinen Kindern vielleicht vor allem die späteren Harry-Potter-Bände noch nicht zutrauen und hiermit die Wartezeit verkürzen können. Aber viele werden ganz sicher auch hier neue Lieblingscharaktere finden, und die Mischung aus Parallen und Eigenem ist Nimmo meiner Meinung nach absolut gelungen.


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