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Beiträge von Frank Reibold
Top-Rezensenten Rang: 806
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Rezensionen verfasst von Frank Reibold (Gehrden)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Das nordische Nibelungenlied, 10. Dezember 2010
Dieses Buch ist im Wesentlichen eine Neudichtung der Nibelungensage in Form von "Liedern" bzw. Gedichten. Die Einführung durch den Herausgeber diskutiert den Zusammenhang zwischen den germanischen bzw. nordischen Göttersagen ("Edda") und der damaligen höfischen Dichtung. Dazu wird eine sehr informative Vorlesung Tolkiens zur "Älteren Edda" abgedruckt. Die nordischen Fassungen der Nibelungensage beschäftigen sich mit dem von den Göttern abstammenden Königsgeschlecht der Völsungen und mit der burgundischen Prinzessin Gudrun; leider sind die einzelnen Stücke in sich widersprüchlich und weichen auch von einander ab. Ein großes Stück ging sogar verloren. Tolkien setzte sich deshalb die Aufgabe, beide Lieder neu zu dichten. Der Hauptteil des Buches besteht aus dem "Neuen Völsungen-Lied" und dem "Neuen Gudrunslied", welche beide mit reichlichen Anmerkungen versehen sind. Diese beschäftigen sich einerseits mit der Quellenlage und andererseits mit den Bezügen zu Tolkiens Werken. So erfährt man z. B., dass "gand-" auf Deutsch "Zauber-" bedeutet. Eine in diesem Sinne wichtige Strophe, welche auch die Art des Liedes demonstriert, ist beispielsweise: There wrought Regin by the red embers rune-written iron, rare, enchanted; of gold things gleaming, of grey silver, there Fafnir lay by the fire dreaming. Dort schmiedete Regin über rötlicher Glut mit Runen geritztes berückendes Eisen. Glänzend von Goldwerk, von grauem Silber lag dort Fafnir am Feuer und träumte. Man findet in den beiden Liedern viele Motive, die man in Tolkiens Werken bewundern kann: 1. Das Silmarillion: Götter (nordisch Odin =Tolkiens Manwe; Loki = Morgoth), Flüche, verbotene Liebe, der Helm des Schreckens, Drachen (der Herausgeber verweist auch auf Turin Turambar), Weissagung, Elbenheim, Wohnsitz der Götter auf dem Berg 2. Der Hobbit: schmiedende Zwerge in Höhlen, Schätze, Drachen 3. Der Herr der Ringe: der Eine Ring, Sigurd ist wie Aragorn ein Prinz ohne Land mit einem neu zu schmiedenden zerbrochenen Schwert, Schlangenzunge Der Anhang zeigt u. a. den (möglichen) historischen Kern der Sagen. Tolkien ging davon aus, dass verschiedene Berichte / Legenden / Sagen zusammen gefasst wurden. So weiß die alt-englische Dichtung nichts von Sigurd und schreibt dessen Taten seinem Vater Sigmund zu. Im deutschen Nibelungenlied ist Hagen im Gegensatz zum nordischen Högni böse; Sigurd heißt hier Siegfried. Es ist auch nicht ganz klar, wer denn eigentlich die Nibelungen sind (Schatzhüter? Zwerge? Die Burgunderkönige? Eine Landschaft?). Auch Brynhild / Brunhilde ist sehr rätselhaft. Gegen Attila werden die Burgunder wohl nicht gekämpft haben; eine Niederlage gegen die hunnischen Kämpfer des römischen Heermeisters Aetius ist dagegen verbürgt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Darstellung entspricht zwar nicht dem deutschen Nibelungenlied, aber dafür ist sie näher an der nordischen Fassung dieser Sagen und besser formuliert. Zu den Beziehungen zwischen Nibelungen und Völsungen noch ein Tipp: Besucht doch mal das großartige Nibelungen-Museum in Worms!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
gut, aber nicht für Anfänger, 26. November 2010
Dieses Buch bietet einen Überblick über die Grammatik der englischen Sprache. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Amerikanischen; britisches Englisch wird nur am Rande erwähnt. Zu Beginn werden die grammatikalischen Bestandteile von Sätzen (Subjekt, Verb, direktes / indirektes Objekt) eingeführt. Später werden schwierigere Themen wie adverbiale Bestimmungen, Konjunktiv und Plusquamperfekt behandelt. Zum Schluss geht es um das Schreiben schöner Sätze; dazu werden die Regeln für Nebensätze, Kommata und Subjunktiv erklärt. Zur Einführung in ein Thema gibt es immer einen Satz, welcher dann auseinander genommen wird. Dabei kann es sich um ein gutes oder um ein schlechtes Beispiel handeln. Bei den oben angeführten Grundbestandteilen von Sätzen gibt es Verfahren, um diese aufzuspüren (inklusive Grafiken). An die jeweilige Regel schließen sich weitere Beispiele an (falscher Satz, richtiger Satz und Begründung). Zum Schluss gibt es Aufgaben mit Lösung. Für wichtige Themen gibt es Kästen (z. B. historic / historical, sit / set). Man erhält zwar einführende Hinweise für einen guten Schreibstil, Zitate und wissenschaftliches Arbeiten; grundsätzlich wird man zu diesen Themen jedoch auf die Fachliteratur verwiesen. Das Buch richtet sich nicht an Anfänger. Es soll helfen, die Kenntnisse der englischen Sprache zu verbessern. Deshalb findet man auch oft Hinweise auf spezielle Fragen in den Aufnahmetests für amerikanische Hochschulen (SAT bzw. ACT). Die neue 2. Auflage geht auch auf das Internet ein (E-Mail oder SMS). Das Wichtigste ist, dass man sich klar ausdrücken und den Stil nach dem Gesprächspartner ausrichten soll (z. B. in einer Bewerbung formales Englisch verwenden). Mir hat das Buch gut gefallen. Die Unklarheiten, die ich mit der englischen Sprache noch hatte (vor allem Groß- und Kleinschreibung von Überschriften) sind weit gehend beseitigt. Die diskutierten Regeln sind nicht wirklich schwieriger als Schulenglisch und die grammatikalischen Fachausdrücke kann (bzw. soll) man überlesen. Man muss bei dem Buch eben nur beachten, dass es sich nicht an Anfänger richtet, sondern der Vervollkommnung und Testvorbereitung dient.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
gut, aber nicht für Anfänger, 26. November 2010
Dieses Buch bietet einen Überblick über die Grammatik der englischen Sprache. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Amerikanischen; britisches Englisch wird nur am Rande erwähnt. Zu Beginn werden die grammatikalischen Bestandteile von Sätzen (Subjekt, Verb, direktes / indirektes Objekt) eingeführt. Später werden schwierigere Themen wie adverbiale Bestimmungen, Konjunktiv und Plusquamperfekt behandelt. Zum Schluss geht es um das Schreiben schöner Sätze; dazu werden die Regeln für Nebensätze, Kommata und Subjunktiv erklärt. Zur Einführung in ein Thema gibt es immer einen Satz, welcher dann auseinander genommen wird. Dabei kann es sich um ein gutes oder um ein schlechtes Beispiel handeln. Bei den oben angeführten Grundbestandteilen von Sätzen gibt es Verfahren, um diese aufzuspüren (inklusive Grafiken). An die jeweilige Regel schließen sich weitere Beispiele an (falscher Satz, richtiger Satz und Begründung). Zum Schluss gibt es Aufgaben mit Lösung. Für wichtige Themen gibt es Kästen (z. B. historic / historical, sit / set). Man erhält zwar einführende Hinweise für einen guten Schreibstil, Zitate und wissenschaftliches Arbeiten; grundsätzlich wird man zu diesen Themen jedoch auf die Fachliteratur verwiesen. Das Buch richtet sich nicht an Anfänger. Es soll helfen, die Kenntnisse der englischen Sprache zu verbessern. Deshalb findet man auch oft Hinweise auf spezielle Fragen in den Aufnahmetests für amerikanische Hochschulen (SAT bzw. ACT). Die neue 2. Auflage geht auch auf das Internet ein (E-Mail oder SMS). Das Wichtigste ist, dass man sich klar ausdrücken und den Stil nach dem Gesprächspartner ausrichten soll (z. B. in einer Bewerbung formales Englisch verwenden). Mir hat das Buch gut gefallen. Die Unklarheiten, die ich mit der englischen Sprache noch hatte (vor allem Groß- und Kleinschreibung von Überschriften) sind weit gehend beseitigt. Die diskutierten Regeln sind nicht wirklich schwieriger als Schulenglisch und die grammatikalischen Fachausdrücke kann (bzw. soll) man überlesen. Man muss bei dem Buch eben nur beachten, dass es sich nicht an Anfänger richtet, sondern der Vervollkommnung und Testvorbereitung dient. (Hinweis: Ich habe die amerikanische Originalausgabe "English Grammar For Dummies" gelesen. Die deutsche Ausgabe übersetzt englische Fachausdrücke nicht durchgängig, was aber nicht schlimm ist.)
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4.0 von 5 Sternen
Marktwirtschaftlich orientierte Geschichte der Volkswirtschaftslehre, 15. November 2010
Dieses Buch bietet eine Geschichte der Volkswirtschaftslehre aus dem Blickwinkel der freien Marktwirtschaft. Der schottische Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith begründete ein System der "natürlichen Freiheit", bei dem die egoistischen Absichten der einzelnen Menschen durch eine "unsichtbare Hand" auf das Gemeinwohl gelenkt werden. Dazu braucht man niedrige Steuern, gutes Geld und eine Regierung, welche sich hauptsächlich um die Sicherheit ihrer Bürger (Verteidigung und Justiz) kümmert. Staatliche Infrastrukturprojekte sind erlaubt, wenn sie privat nicht durchgeführt werden können. (Ein Anhang geht auf die französischen und spanischen Vorgänger von Smith ein.) Die weitere Entwicklung der Volkswirtschaftslehre wird nun daran gemessen, ob sie freier oder weniger frei ist als bei Smith. Franzosen wie Say ("Produktion erzeugt Nachfrage") und Bastiat (Berücksichtigung unbeabsichtigter Konsequenzen) entwickelten Smiths Ideen im marktwirtschaftlichen Sinne weiter. In Großbritannien konzentrierte man sich leider auf die fehlerhaften Teile von Smith. Ricardo entwarf zwar eine Freihandelslehre, leitete aber aus Smiths Arbeitswertlehre die Notwendigkeit des Klassenkampfs ab. Mill fügte Benthams Nutzentheorie (Utilitarismus) hinzu und bereitete so den Sozialismus vor. Auf diesen Fundamenten konnte Marx seinen "wissenschaftlichen" Sozialismus errichten. Der Kapitalismus neigt demnach zu Krisen und der Sozialismus wird unvermeidlich siegen. Marx' Theorie wird mit ihren guten und schlechten Seiten anschaulich dargestellt und kommentiert. Während des Schreibens der versprochenen zwei Folgebände zu Marx' "Kapital" erfolgte die "marginalistische Revolution", welche von Jevons (Großbritannien), Walras (Frankreich) und Menger (Österreich) ausging. Statt nach der benötigten Arbeit richtet sich der Wert eines Gutes nach Angebot und Nachfrage. Wichtig ist dabei jedoch nur der Nutzen der letzten bzw. zusätzlichen Einheit. Deshalb ist Wasser normaler Weise billig, weil es schon sehr viel davon gibt; in der Wüste ist das natürlich anders. (Adam Smith hatte das schon gewusst, aber in seinem Hauptwerk anscheinend wieder vergessen.) Damit war Marx' Arbeitswerttheorie widerlegt und Engels musste später seine Werke zu Ende schreiben. Marshall (Großbritannien) übernahm die neue Wertlehre nur für die Nachfrage; das Angebot sei durch die Kosten der Produktion bestimmt. Dies führte über die Amerikaner (z. B. Knight) dazu, dass man unter dem Begriff Kapital etwas Produktives ansah, dass langfristig Einkommen erzeugt. Fisher (USA) entwickelte die Makroökonomie weiter. Demnach ist Geld in der langen Frist neutral, eine Erhöhung der Geldmenge führt nur zu Inflation. Die Geldpolitik muss deshalb das Preisniveau stabilisieren (dazu erfand er Preisindizes). Die Nachfolger von Menger ("österreichische Schule") gingen hingegen davon aus, dass Kapital aus unterschiedlichen Gütern besteht, die in verschiedenen Stadien des Herstellungsprozesses benutzt werden. So braucht man zur Herstellung von Brot z. B. Boden, Weizen, Mühle, Ofen, Ladentheke usw. Natürlich entsprechen Mühle und Ofen nicht dem amerikanischen Konzept des Kapitals, weil sie verschieden sind. Aus der Zinstheorie von Wicksell (Schweden), Mengers Theorie der Entstehung des Geldes auf dem Markt sowie der österreichischen Theorie des Kapitals (Böhm-Bawerk) konnte Mises endlich eine vereinheitlichte Theorie der Volkswirtschaftslehre erstellen. Demnach ist Geld ein Gut wie jedes andere; es gibt keine Trennung zwischen Mikro- und Makroökonomie. Man kann Preisindizes weder errechnen noch durch Geldpolitik stabilisieren. Geldpolitik erzeugt Konjunkturzyklen. Inflation verbreitet sich in Wellen und Geld ist niemals neutral. Says Gesetz gilt. Mises' Schüler Hayek verbreitete die österreichische Lehre in Großbritannien. Während der Weltwirtschaftskrise konnte sich jedoch die "Meuterei" von Keynes überall durchsetzen. Danach entstehen Rezessionen durch zu geringe Nachfrage (Say irrte sich) und der Staat muss helfen (Zinssenkung, Inflation, Konjunkturprogramme). Die keynesianische Lehre verbreitete sich vor allem durch das weltberühmte Lehrbuch von Samuelson. Man fand heraus, dass Inflation anscheinend gegen Arbeitslosigkeit hilft. Keynesainismus nützt besonders dem Staat, weil dieser damit einen Vorwand für Staatsausgaben und Eingriffe in die Wirtschaft bekommt. Friedman etablierte den Monetarismus (Geld steuert die Volkswirtschaft) und bewies die Mitschuld der amerikanischen Zentralbank an der Weltwirtschaftskrise. Inflation hilft langfristig nicht gegen Arbeitslosigkeit, sondern erzeugt Stagflation. Am besten ist eine feste Regel für die Geldpolitik (z. B. die Geldmenge wächst jedes Jahr um drei Prozent). Durch eine neue Kombination von Theorie und Statistik konnte sich die Volkswirtschaftslehre neue Aufgabenfelder erobern, z. B. den Einfluss von Strafen auf die Anzahl von Verbrechen (Becker). Lucas wies nach, dass die Politik unter Umständen unwirksam ist. Laffer zeigte, dass Steuersenkungen manchmal zu Mehreinnahmen führen können. Lord Bauer stellte am Beispiel Hong Kongs dar, dass Entwicklungshilfe unnötig ist; sie schadet vielmehr. Higgs machte Unsicherheit durch politische "Rettungsmaßnahmen" der Regierungen Hoover und Roosevelt für Schwere und Länge der Weltwirtschaftskrise verantwortlich. Der Untergang der Sowjetunion zeigte allen, dass die österreichische Schule mit der Beurteilung des Sozialismus Recht hatte: Ohne marktwirtschaftliche Preise und Privateigentum kann man eine Volkswirtschaft nicht koordinieren. Im Moment ist deshalb eine Renaissance der marktwirtschaftlichen Richtungen der Volkswirtschaftslehre zu verzeichnen. Deshalb betont Mankiw in seinen Lehrbüchern die Stabilität der Marktwirtschaft und behandelt Keynes als Mittel gegen seltene Ausnahmesituationen. Die von der Politik ausgelöste Finanzkrise (20008-2010) hat ironischerweise Keynesianern und Marxisten Auftrieb verliehen. *** Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die einzelnen Wirtschaftswissenschaftler werden mit Fotos, Biografien und Zitaten aus ihren Werken vorgestellt. Falls sinnvoll, werden die Theorien durch Grafiken veranschaulicht. Der Autor selbst steht der österreichischen Schule und Laffer nahe. Das Buch ist fast immer korrekt und sehr humorvoll.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
bunt und differenziert, 29. Oktober 2010
Dieses Buch bietet eine zum Teil persönlich gefärbte Einführung zum Thema "Türkei". Dabei geht es insbesondere um die Themen Geschichte, Kultur, Politik, Menschenrechte, Minderheiten, Religion, Umwelt, Tourismus und Bildung. Zur Frage des Beitritts der Türkei zur EU erfährt man u. a. Folgendes - das Projekt der türkischen Seidenstraße (politische Kooperation der Türkei mit den turksprachigen ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion in Zentralasien) stagniert auf Grund von Verständigungsschwierigkeiten (unterschiedliche türkische Dialekte) - es gibt Probleme mit Nachbarländern, z. B. Zypern - die Türkei kann eine Brücke zwischen Europa und Asien sein; sie hat gute Beziehungen zu Israel - der Geschichtsunterricht ist staatsideologisch verzerrt - Minderheiten (z. B. Kurden) werden türkisiert, d. h. Namen werden in türkische umgewandelt; zudem werden ihre Kulturen und Religionen unterdrückt (z. B. Christen und Aleviten); Kurden werden "assimiliert" (S. 176) - es gibt Probleme mit traditionellen Einstellungen (die Scharia widerspricht der Trennung von Staat und Kirche) - seit Staatsgründung besteht ein Konflikt zwischen Demokratie, Islam, Militär und Kommunisten; deshalb kam es oft zu Militärputschen - die Wirtschaft floriert - es gibt Defizite bei den Menschenrechten (z. B. §301 TStGB "Verunglimpfung des Türkentums") - Reformen waren früher nur oberflächlich und wurden "von oben" befohlen; deshalb wurden sie nur von den westlich ausgerichteten städtischen Eliten gelebt - Reformen werden heute (wie von der EU gefordert) in Gesetze gegossen, aber nicht unbedingt umgesetzt bzw. überwacht Ein Beitritt der Türkei zur EU würde Stabilität in die Region bringen und der Wirtschaft nützen. Wir müssen mit der Türkei in einen Dialog eintreten und Reformen und Demokratisierung fördern. Das oft beschworene Risiko einer verstärkten Einwanderung nach Europa besteht nicht; außerdem bestehen keine finanziellen Probleme. Man kann die Freizügigkeit der Türken und den Zugriff auf die EU-Finanzen (vorüber gehend) einschränken. *** Mir hat das Buch gut gefallen. Bilder, Karten und persönliche Erfahrungen lockern den Text auf. Es werden sowohl positive als auch negative Aspekte diskutiert und die Darstellung erscheint ausgewogen. Hinsichtlich des EU-Beitritts bin ich anderer Meinung als der Autor: Eine Mitgliedschaft in der EU ist nicht notwendig. Da das Buch von 2008 ist, kann es die aktuelle Lage (neue Verfassung, Probleme mit Israel, Annäherung an Iran) nicht mehr berücksichtigen. Diese spricht aber mit den oben angeführten Fakten aus dem Buch dazu, dass eine Mitgliedschaft aus wirtschaftlichen Gründen unnötig und aus politischen Gründen riskant ist. Wenn Demokratie und Menschenrechte gut sind, warum braucht die Türkei dazu Anreize? Sie sollte aus eigenem Interesse Reformen durchführen und endlich auch in die Tat umsetzen. Warum dürfen sich die Türken in Deutschland nicht assimilieren, wenn es doch zu Hause von den Kurden erwartet wird? Was sich der Autor unter einer vollen EU-Mitgliedschaft ohne Freizügigkeit und ohne Zugriff auf die finanziellen Mittel der EU vorstellt, ist mir unklar. Das hört sich doch fast nach der "privilegierten Partnerschaft" an?! Insgesamt ist das Buch ein sehr guter Diskussionsbeitrag und kann uneingeschränkt empfohlen werden.
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65 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Wider die Geld-Spinner, 1. Oktober 2010
Dieses Buch diskutiert laut Untertitel "die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression". Zunächst wird erläutert, was Geld ist (nämlich ein allgemein anerkanntes Tauschmittel) und wie es entstand (spontan auf dem Markt). Als der Staat das Geld für sich entdeckte, ging es bergab. Für eine Geschichte des staatlichen Missbrauchs des Geldes wird auf das sehr empfehlenswerte Buch Creveld: "Aufstieg und Untergang des Staates" verwiesen. Im weiteren Verlauf werden die Themen Schulden, Konjunktur, Geldpolitik, Rettungsmaßnahmen sowie Inflation und Deflation diskutiert. Dazu werden durchweg die Methoden der so genannten "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre eingesetzt. Die staatliche Geldpolitik der Zentralbanken erzeugt die Konjunkturzyklen und führt zu Inflation (selten Deflation). Die Geschichte zeigt, dass Rezessionen ohne Eingriff des Staates sehr schnell abklingen. Auch die Weltwirtschaftskrise wurde erst durch die amerikanische Regierung eine Depression (durch einseitige Bevorzugung der Gewerkschaften, hohe Steuern und Konjunkturprogramme sowie die undurchsichtigen Vorschriften des "New Deal", welche Unsicherheit erzeugten und somit Investitionen verhinderten). Staatliche Geldpolitik nützt nur dem Staat (Finanzierung von Wahlgeschenken) und wichtigen Interessengruppen ("derzeit kommt der Großbetrug im Gewand der menschengemachten Klimakatastrophe daher"). Sie stört die relativen Preise, entwertet das Geld, erzeugt Krisen und Arbeitslosigkeit sowie führt zur Verarmung der Mittelschicht durch Vergrößerung der Schere zwischen Arm und Reich. Leider rufen heute wieder viele Wirtschaftswissenschaftler nach Konjunkturprogrammen, obwohl deren destruktive Wirkung längst bewiesen ist. Deshalb beschäftigt sich das Buch auch mit der Beziehung zwischen Politik und Wirtschaftswissenschaften und diskutiert die Unterschiede zwischen Keynesianern (Keynes , Krugman), Monetaristen (Friedman) und "Austrians" (Mises, Hayek). Die Nicht-Austrians wollen auf dem Gebiet des Geldes die Gesetze der Volkswirtschaftslehre ignorieren, weil sie die Zusammenhänge zwischen dem Handeln der Menschen (Mikroökonomie) und den gesamtwirtschaftlichen Erscheinungen wie z. B. Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum (Makroökonomie) nicht begreifen; sie werden deshalb als "Geld-Spinner" (North) bezeichnet. Man kann die Argumentation des Buches dahin gehend zusammen fassen, dass die Welt vom monetären Sozialismus beherrscht wird. Dessen "morsche Pfeiler" sind billiges Geld und Zinsen. Angesichts des vorgeblichen Marktversagens werden Rufe nach mehr Staat laut. Am Ende der Bestrebungen der 68er wird eine Weltregierung mit Weltzentralbank stehen. Glücklicher Weise gibt es auch einige freiheitliche Stimmen, die Mut machen, z. B. von Bonner, Schiff, Hülsmann, Bagus, und Salin. In den USA gehört mit Ron Paul sogar ein Politiker zu den Aufrechten. Eine Lösung des Problem ist nach Hayek nur in einer "Entnationalisierung des Geldes" zu finden. Das Geldmonopol des Staates muss beseitigt werden. Dann werden die Leute wahrscheinlich wieder Edelmetalle (Gold und Silber) verwenden und Banknoten nur Zertifikate für hinterlegte Münzen sein. *** Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Auf Fragen der Regulierung (z. B. Fannie und Freddie) wird nur kurz eingegangen, weil der "Geldsozialismus" das Hauptproblem ist. Das Buch ist zwar streng wissenschaftlich, aber die Sprache ist oft polemisch. So liest man z. B: "Das Ausmaß einer Depression entspricht den staatlichen Anstrengungen, sie zu verhindern." (Bonner) / "Jedes Volk hat die Ökonomen, die es verdient." (Taghizadegan) / "Zusätzlich grassiert der polit-ökonomische Keynes-Virus als eine Art Aids des Kapitalismus" (Baader) / "Und die diesem System entsprechende Nationalökonomie ist keine Wissenschaft mehr, sondern ein Voodoo-Quacksalbertum von beschämender Ignoranz." (Baader). Zu den wichtigsten Themen wird am Ende des Buches auf folgende Literatur verwiesen: * Geld und Geldpolitik -> Baader: "Geld, Gold und Gottspieler" / Hülsmann: "Ethik der Geldproduktion" * Weltwirtschaftskrise -> Murphy: "The Politically Incorrect Guide to the Great Depression and the New Deal" / Rothbard: "America's Great Depression" * Finanzkrise -> Woods: "Meltdown" / Hochreiter: "Krankes Geld - kranke Welt" Ansonsten werden die "Austrians" empfohlen, z. B. Hayek, Mises, Rothbard und Sennholz.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Der Euro ist _nur_ politisch sinnvoll, 1. Oktober 2010
Dieses Buch ist laut Untertitel ein "Bericht über das Geld, das die Deutschen nicht wollten". Das Buch benutzt die Krise des Euro und die Schuldenproblematik von Griechenland als Aufhänger. Zunächst wird erklärt, was die Europäische Zentralbank ist und wie das Bankensystem arbeitet. Die EZB stellt den Banken Reserven zur Verfügung, womit sie die maximal mögliche Geldmenge begrenzt. Aus Reserven und Einlagen (sowie zu ca. 90 Prozent aus NICHTS) erzeugen die Banken Kredite. Die EZB soll die Preisstabilität sicher stellen. Leider ist diese schwer zu messen und manipulierbar. Man kann davon ausgehen, dass die echte Inflation deutlich höher ist als offiziell angegeben wird. Jedenfalls ist es letztendlich die EZB, welche durch eine Ausweitung der Geldmenge die Inflation erzeugt. Daran schließt sich eine Geschichte des Euro an. Man erfährt, wie die Franzosen für den Euro kämpften, um die Deutsche Bundesbank zu entmachten. Der Euro ist ein politisches Projekt; die EU ist eben kein optimaler Währungsraum. Der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro wird am Devisenmarkt bestimmt. Eigentlich sollten Währungen mit geringerer Inflation gegenüber anderen aufwerten (als Indikatoren kann man die Zahlungsbilanz und die Zinsen benutzen). Jedoch gibt es auch langfristige Wellen, welche diesen Mechanismus überlagern. Es dauert deshalb teilweise einige Jahre, bis die Wechselkurse den fundamentalen wirtschaftlichen Daten entsprechen. Im Moment steht der Dollar etwas besser da als vor der Finanzkrise, weil die europäischen Banken viele amerikanische Papiere besitzen und die Zinsen in Dollar zahlen müssen. Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit der Schuldenkrise. Dazu werden die politischen Entscheidungen und die Maßnahmen der EZB (z. B. das unsinnige Aufkaufen von griechischen Schulden) diskutiert und abgewägt, ob der Euro uns eher nützt oder vielleicht doch nicht. Zumindest ist der Euro für die Mitgliedstaaten ein Korsett, weil er den besten Weg aus einer Schuldenkrise verbaut (eine Abwertung der Währung). In Zukunft könnte uns Inflation erwarten. Vielleicht muss Griechenland aus der Eurozone austreten oder diese spaltet sich in separate Zonen mit harter (Deutschland, Österreich, Niederlande) sowie weicher (Mittelmeerländer) Währung. Als letzter Ausweg bleibt uns die Rückkehr zur D-Mark. Zur Vorbereitung auf die Zukunft werden Vor- und Nachteile verschiedener Anlageformen diskutiert (Bargeld, Anleihen, Immobilien, Aktien, Devisen, Gold). Dazu wird auf Bandulet: "Das geheime Wissen der Goldanleger" verwiesen. Die Anhänge enthalten Diagramme und Tabellen zu den Themen Gold, Dollar, Dow Jones, Schweizer Franken, Leistungsbilanzsalden sowie BIP / Schulden / Defizite / Inflation der Euroländer. Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Als Einführung in die Geschichte des Euro war es sehr interessant (für eine ausführliche Darstellung wird im Buch auf Marsh: "Der Euro" verwiesen).
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4.0 von 5 Sternen
gut zum Einstieg, 29. September 2010
Dieses Wörterbuch zur Volkswirtschaftslehre enthält etwa 1.500 Einträge. Die Einträge und Definitionen erscheinen auf den ersten Blick etwas kurz, sie sind jedoch als erste Einführung ausreichend. Falls notwendig, wird auf Theorien, Modelle, Wirtschaftswissenschaftler oder Beispiele verwiesen. Man kann das Buch auch benutzen, um englischsprachige Fachausdrücke zu lernen. Mir hat das Buch gut gefallen; man kann es gut für einen ersten Überblick benutzen. Die Verweise zeigen dann, wo man nach weiteren Erläuterungen suchen kann. Zum Verständnis der Modelle sind ggf. einige Vorkenntnisse hilfreich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
informativ, 22. September 2010
Dieses Buch der World Nuclear University bietet eine Einführung in das Thema Kernkraft. Einige der behandelten Themen sind: - Erzeugung von Kernbrennstäben - Entsorgung von Atommüll - Unfälle bei der Energiegewinnung (nicht nur Atomkraft) - Gesundheit - Sicherheit - Abrüstung - Elektrizität: Angebot und Nachfrage - Erneuerbare Energien - Geschichte Im Anhang findet man wichtige Dokumente (Verordnungen bzw. Verträge). Mir hat das Buch gut gefallen. Man sieht vor allem, dass andere Länder in Sachen Atommüll viel weiter sind als wir (siehe dazu auch den Artikel "The Non-Problem of Nuclear Waste" von Beckmann). Die Angaben zu Tschernobyl geben eher wenige Opfer an; sie basieren aber auf einer offiziellen Studie (welche kontrovers diskutiert wird). Insgesamt erhält man eine gute Einführung zum Thema Atomenergie; das Buch enthält Tabellen, Diagramme und Fotos.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Fakten statt Ideologien, 22. September 2010
Dieses Buch bietet einen unschätzbaren Beitrag zur Energie- und Klimadebatte. Statt Ideologischer Maximen erfährt man hier viele Details, was wie viel Energie benötigt bzw. liefert. So sieht man, wo man am besten Energie einsparen kann und welche Energieträger im Hinblick auf CO2-Einsparung am besten sind. Am Ende des Buches findet man mehrere Vorschläge, wie man die Energieversorgung Großbritanniens sichern könnte (mit und ohne Atomkraft). Mir hat das Buch gut gefallen; es ist übersichtlich, detailliert und illustriert. Als erster Überblick reicht auch die Zusammenfassung, die man im Internet finden kann.
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