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Rezensionen verfasst von
M. Maurer "MM" (Bayern)
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Unreal 2 - The Awakening
Unreal 2 - The Awakening
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 9,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kann zu keinem Zeitpunkt aus dem Schatten des Vorgängers hervortreten, 30. Juli 2007
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Unreal 2 - The Awakening (Computerspiel)
Vorweg, Unreal 2 hat mit dem Original nichts gemein. Infolge dessen sehr enttäuscht, habe ich das Spiel
nach einigen Monaten Pause dann doch durchgespielt, und festgestellt, dass es Schlechteres gibt. Es schadet
jedoch definitiv nicht, etwaige Erfahrungen mit Unreal1 auszublenden wenn man sich dieser "Fortsetzung"
widmet.
Technisch ist auch dieses Spiel von hoher Qualität. Die U2-Engine ist wie ihr Vorgänger hervorragend, die
Spielgrafik ist eindrucksvoll, wunderbare Texturen und Effekte, natürlich wirkende Bewegungsabläufe. Das
Leveldesign ist darüber hinaus sehr detailliert, auch kleinste Kleinigkeiten sind oft als Körper vorhanden,
nicht nur als Textur. Die Leveldesigner scheinen Mühen nicht gescheut zu haben. Dem Spieler werden durchaus
fantasievoll gestaltete (jedoch weder revolutionäre, noch immer ganz klischeefreie), stimmungs- und
eindrucksvolle Sci-Fi-Szenarien geboten, die ohne Zweifel das Auge erfreuen, und auch Abwechslung bieten:
Wüsten, Eismonde, eigenartige lebendige Planetenoberflächen, Maschinenwelten...
Auf visueller Ebene also technisch und gestalterisch gelungen. Nicht, dass sämtliche Level stets Riesenspaß
machen, aber sie sind stimmig. Dazu gibt es qualitativ hochwertigen Sound (jedoch auf meinem System
manchmal in der Wiedergabe fehlerbehaftet, aber das kann alle möglichen Ursachen haben...)
Es gibt 13 Waffentypen, auch diese haben nichts mit denen aus dem ersten Teil gemein und sie interessierten
mich auch null. Okay, am Ende des Spiels hat man ein ungewöhnliches Gerät zur Verfügung, das durchaus
unterhaltsam ist (die mächtigste Wumme im Spiel...Egoshooter sind ja letztlich immer gleich
strukturiert...). Hier kann ich auch gleich anmerken, dass eigentlich das meiste in diesem Spiel belanglos
ist - die Knarren sowieso, aber auch die Charaktere, die müde Story usw. Wirklich hängenbleiben tut hier
wenig. Aber halb so wild...
Genau, die Charaktere: Es attackieren einen kleine spinnen- oder insektenartige Viecher, größere und
"schlauere" Aliens, Menschen, Maschinenwesen u.a... alles ok, wirklich nicht schlecht gemacht, aber am
Ende doch platt.
Zum Thema Charaktere sei auch erwähnt, dass man, wieder anders als im Vorgänger, reichlich mit Figuren
interagiert, mit Vorgesetzten, Crewmitgliedern, Soldaten, Wissenschaftlern u.a. Das totale Fehlen dieses
oft als Qualitätsmerkmal angesehenen Aspekts fand ich toll und sehr passend in U1, wo alle Menschen, auf
die man traf story-bedingt tot waren und der Spieler allein auf sich gestellt auf einem fremden Planeten.
Der Vollständigkeit halber an dieser Stelle auch kurz zur Rahmenhandlung - Standard total, aber meist recht
unterhaltsam umgesetzt. Es folgen logischerweise ein, zwei Spoiler, viel kann man hier nicht "spoilen",
aber trotzdem...
Der Spieler jagt zusammen mit seiner 3-köpfigen Mannschaft und gelegentlich auftretenden Soldaten im
Auftrag der "Terranischen Kolonialbehörde" irgendwelchen uralten Artefakten hinterher, die zusammengebaut
eine unglaublich kraftvolle Waffe ergäben (stell' sich das einer vor...), weshalb die Teile neben den
Menschen noch bei einer Reihe weiterer Spezies hoch im Kurs liegen. Der Spielercharakter, ein entlassener
Marine, will diese Waffe natürlich edlerweise vernichten, damit sie nicht in falsche Hände geraten kann,
muss sich aber vorher mit seinem, wie sich gegen Ende herausstellt, korrupten (nicht doch...) Vorgesetzten,
herumschlagen...
Schön finde ich allerdings das Ende, wo einer angenehm zurückhaltend umgesetzten Endsequenz ein packender
und dynamischer letzter Level vorausgeht, der viele klassische SF-Motive gekonnt in Szene setzt.
Wirklich herausragende Eigenschaften hat dieses Spiel meiner Ansicht nach nicht, aber es ist auch nicht
übel. Man sollte nicht an U1 denken, dann bleibt auch kein komischer Beigeschmack ob der massiven
Unterschiede. Von der großartigen Atmosphäre ist praktisch nichts geblieben. Man findet viele schöne weite
Freiluftlevel, wie schon in Teil 1, aber zu keiner Zeit erzeugen sie diesen Sog und dieses Gefühl, auch
wenn die Grafik besser ist, und sie an sich schon stimmungsvoll sind. Generell ist das Spielgefühl ein
vollkommen anderes, alles ist weniger intensiv und blasser.
So auch die Musik. Bot Teil 1 viele großartige, sehr atmosphärische und ruhige Tracks im Ambient-Stil,
die perfekt mit dem Level zu einem "Raumerlebnis auf dem Bildschirm" verschmolzen, wurde hier versucht, den
Soundtrack dramatischer und actionreicher zu gestalten, so wie eigentlich das ganze Spiel. Man kennt das
Schema; selten wird dadurch etwas besser, meist nur balangloser, konventioneller. Aber die Klangqualität
ist besser (die U1-Musik wurde auf einem Tracker umgesetzt, was ich immer schade fand. Man tat den
Kompositionen damit keinen Gefallen, aber es war dennoch teilweise grandios).
Ich persönlich spiele hin und wieder gerne mal ein Computerspiel, selbst Ego-Shooter, die mir im
Allgemeinen wurscht sind (mit wenigen Ausnahmen wie eben Unreal 1), weil sie solch wunderbar unanstrengende
Unterhaltung bieten. Denjenigen, denen es genauso geht, kann ich Unreal 2 für ein paar Stunden
unterhaltsame, sowie weitestgehend recht harmlose, Action bei diesen Preisen ohne Bedenken empfehlen. Ich
sage harmlos, da es sich nicht um eine Kriegssimulation (für noch dazu 50 Euro +) oder sinnlos überblutiges
Geballer handelt. Was die meisten routinierteren Zocker von U2 halten dürften, kann ich schwer sagen. Es
ist so ein Spiel, das man mal durchspielt, das unterhält, das einen aber nie wirklich in seinen Bann ziehen
kann. Zumindest ging es mir so, allerdings haben das bisher nur sehr wenige First-Person-Spiele getan. Am
Ende ist Unreal 2 nur ein weiterer Ego-Shooter, während Teil 1 eines der wenigen besonderen Exemplare
dieser Gattung war (es hatte auch seine Fehler, einige durchaus...)
Also: Dieses Spiel kann man sich anschaffen, bei diesen Preisen keine Geldverschwendung für solide
Unterhaltung. Es bietet Futter für Augen und Ohren, ab und zu sogar etwas Humor und Ironie.
Nur das noch: die englische Sprachausgabe ist mal wieder besser.


Billard Total - Pool & Snooker
Billard Total - Pool & Snooker

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Realistische Simulation? Hmm..., 16. Juli 2006
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Kurz nachdem ich dieses Spiel zum ersten mal angespielt hatte,habe ich bereits eine kurze Rezension dazu geschrieben und das Produkt anschließend links liegen gelassen.Nun habe ich es vor geraumer Zeit nochmals versucht,und sogleich das Verlangen verspürt,es in einem detaillierteren Text sorgfältiger zu demontieren (was mir ja irgendwo auch ein bisschen leid tut,aber meine Güte,man kann und sollte nun mal Käse nicht zu Gold reden.)

Man kann nur ungläubig auf den Bildschirm starren.Was das Snooker angeht,so ist die einzige Ähnlichkeit die diese "Simulation" (hm...) mit
dem in der Realität von den Profis praktizierten Billardspiel besitzt, das Lochen von Bällen um zu punkten.Aber wie! Die Computergegner hauen Bälle in
die Taschen, die KEIN EINZIGER Snookerspieler auch nur versuchen würde (weil sie nämlich selbst als Trickshot ans praktisch Unmögliche grenzen).
Aber die einfachsten Bälle werden anschließend von "schlechteren" Computergegnern meilenweit daneben gesetzt.
Und Stellungsspiel? Versuchen,das Break auf kleinem Raum um die Schwarze herum aufzubauen? Was bitte soll das denn sein? Was dort auf dem virtuellen Tisch
fabriziert wird,unterbietet von der Breakplanung her jedes Kneipenniveau.Aber das ist ja auch egal,denn die Computergegner schießen die Bälle sowieso
aus jeder nur erdenklichen Position in die Taschen (wenn laut programmierter prozentualer Trefferrate des Computergegners mal wieder ein Treffer fällig ist,dann ist das halt so.Die aktuelle Situation auf dem Tisch ist dann völlig ohne Belang).Auf einen Split der Roten (z.B. nach Lochen von Schwarz) um das Break fortzusetzen wird man vergeblich warten,eher locht der Gegner einen der angesprochenen "Wunderbälle" oder steigt mit der "Dumm-draufhau-Methode" aus.
Und zufälliger Weise verschießt der Gegner immer genau dann,wenn er dort,wo der Spielball liegen bleibt keine vernünftige Stellung auf die
nächsten Bälle hätte,sodass man sich fragen muss: Auf welche Rote/Farbe hätte der Typ denn da gestellt,wenn der Ball eben gefallen wäre??
Und dann steht man als Spieler da ohne eine Chance ins Break zu kommen,produziert sogar noch einen genialen Snooker,und was passiert? Der Gegner locht die nächste Rote einfach ganz bequem quer über den 3,66-Meter-Tisch per Vorbänder.Faszinierend!
Kommen wir nun zu einem Aspekt des Snookersports,der ebenso interessant ist wie das Lochspiel: Safety-Duelle und das taktische Spiel.Da gibt es nicht viel zu sagen.Dieser Aspekt existiert nämlich nicht in diesem Spiel.Klar,der Gegner locht ja alles theoretisch mögliche ,aber auch in für eine Safety oder einen Snooker prädestinierten Situationen wird nur dumm draufgehauen.Ein Beispiel: Mein Gegner spielte etwas,was man beim Snooker allgemein als "shot to nothing" bezeichnet.Nach meinem Eröffnungsstoß (der nebenbei bemerkt bei den Gegnern nahezu immer exakt gleich verläuft) liegt der Spielball an der Fußbande bei den kleinen Farben.Der Gegner locht eine aus dem Dreieck gelaufene Rote lang,die Weiße läuft zurück und bleibt etwa 10 cm vor dem gelben Ball liegen.JEDER mit Vernunft agierende Spieler würde nun den Spielball ganz sanft auf Gelb spielen und so einen absolut klassischen Snooker legen.Mein Gegner aber schubst die Gelbe nur wie ein Dummkopf in Richtung der Roten.
Beim Poolbillard ist selbstverständlich alles genauso,äh,"merkwürdig".Man bekommt beim 9-Ball Kombinationen auf die 9 zu sehen,die selbst für einen Top-Profi allerhöchstens als Trickshot nach jahrelangem Training zumutbar wären (und auch nur deshalb,da ein Pool-Tisch verglichen mit einem Snooker-Tisch recht "lochfreundliche" Taschen besitzt und zudem deutlich kleiner ist).Bei einem Turnier,bei dem es um etwas geht,würde sie NIEMAND versuchen,der fähig ist,
Chancen und Risiken abzuwägen (wenn er denn überhaupt die Möglichkeit einer solchen Kombination erkennt).Verrückte Stöße wie ein 4-fach(!)-Vorbänder quer über den Tisch sind hier nichts Ungewöhnliches.Das für Menschen mit Verstand womöglich irritierendste ist die Tatsache,dass die Computergegner oft auch
derartige Stöße durchführen,wenn sie gar nicht nötig wären! Z.B. beim 8-Ball: Da liegt ein schöner,kurzer Ball auf die Ecktasche,aber mein Kontrahent,der laut der kurzen Gegnerbeschreinbung,die vor dem Match immer angezeigt wird,ein "vorsichtiger" Spieler ist,spielt ein Double auf die Mitteltasche.Warum tut er das? Aus Gründen des Stellungsspiels? Sie erinnern sich: dieser Aspekt des Billards existiert hier nicht. Nein,der Spielball liegt auch nach diesem Kamikaze-Spielzug mitten im Nirgendwo.Egal.Muss er halt noch einen Vorbänder hinzaubern,der Gegner.Die Entwicklerfirma "A.I. Factory" (Gratulation zu DIESEM Namen!) hat ganze Arbeit geleistet.Ich möchte die Entwickler keinesfalls persönlich attackieren,aber dieses Spiel ist Murks (abgesehen von der Ballphysik,die tatsächlich nicht schlecht ist,aber das kann man dann beim besten Willen auch nicht mehr genießen).
Schade,denn das schön einfache Spielprinzip ohne großes (unnötiges) Drumherum hätte mir schon zugesagt (nur Billardvariante und Gegner wählen und schon kann gespielt werden.Hat man genug Siege verbucht,können auch Turniere bestritten werden.Ein simples,schnelles Spiel für zwischendurch.Nützt einem so aber nichts.)
(PS: Graphisch ist das Spiel so schlecht nicht.Das,worauf es ankommt,nämlich Tisch,Kugeln und Queue,sieht eigentlich nicht übel aus,auch wenn ich noch nie einen 12-Fuss-Snookertisch mit nur 6 statt 8 Beinen gesehen habe und die Dimensionen bzw. das Verhältnis Breite-Länge beim Snookertisch nicht ganz korrekt sind.Auf die brillanteste Graphik lege ich persönlich auch kaum Wert.Das Spiel fällt aus anderen - den oben genannten - Gründen durch)


Unreal (deutsch)
Unreal (deutsch)

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kein "Ballerspiel", sondern anspruchsvolles 3d-Abenteuer, 13. Juli 2006
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Unreal (deutsch) (Computerspiel)
Es handelt sich bei Unreal um ein tolles altes Spiel von vor der Jahrtausendwende. Zu dieser Zeit
entstanden einige der nicht allzu vielen Spiele, die ich persönlich als wirklich gut bis hervorragend
bezeichnen würde, wie Homeworld, Fallout 1+2, Thief, ja, natürlich auch Half-Life, und noch einige andere.
Nicht, dass danach nur noch Müll produziert worden wäre, das passierte auch damals schon (ob in ähnlichen
Prozentsätzen?...), aber insbesondere das ohnehin belastete Genre FPS wurde weiter zielgenau in Sphären
totaler Austauschbarkeit, Wiederholung und Belanglosigkeit manövriert (vom bei diversen Exemplaren nicht zu
ignorierenden Gewalt-Faktor ganz zu schweigen), trotz immer hollywood-mäßigerer Anmutung und
Produktionskosten...
Unreal ist einer der wenigen wirklich guten und besonderen - für mich persönlich der beste mir bekannte -
Ego-Shooter, was daran liegt, dass es kein "Ballerspiel" ist, das nur durch opulente Grafik, exquisite
Animationen/Physik, Kino-Sound und massig Action punktet und im schlimmsten Fall noch eine Kriegssimulation
ist.
Dieses Spiel, trotz seines mittlerweile beachtlichen Alters, erfreut und beeindruckt mich nach wie vor mit
seiner Atmosphäre und seinem besonderen Erscheinungsbild mit hohem Wiedererkennungswert. Ich habe noch
nichts Vergleichbares gefunden. Wunderbare große Aussenlevel, deren Wolkendecken auch heute noch super
aussehen und sehr zur Atmosphäre beitragen, teilweise großartige Musik im Ambient-Stil, und weitere
Aspekte, alle in reibungslosem Zusammenspiel, erzeugen einen enormen Sog. Schon auf rein technischer Ebene
war die Unreal-Engine damals höchst fortschrittlich, aber anders als bei vielen anderen First-Person-
Shootern (anderen Gattungen ist diese Problematik natürlich auch nicht fern...) hört die Qualität bei
Unreal nicht auf dieser Ebene auf. Die Level-Designer nutzten die Fähigkeiten der Engine auf zuweilen
eindrucksvolle Weise aus, um organische, auch in ihrer Wirkung imposante Landschaftszüge, ebenso wie
verwinkelte Raumschiffdecks, Ruinen, Tempelanlagen, fliegende Städte und vieles mehr zu kreieren. Die
Verschränkung mit den SFX-Klanglandschaften und vor Allem der Musik machten einige dieser Designs so gut
und intensiv, dass man diese stimmungsvollen virtuellen Räume oft auf sich wirken lässt, ohne wirklich etwas
zu tun, zumindest ging es mir immer so. Viele der Level, insb. eben die besagten weiten, offenen ("offen"
natürlich relativ...) hatten infolge dessen eine mir höchst sympathische Qualität: wenig ballern, viel
laufen, viel suchen und viel erkunden. Die Atmosphäre und das Spieldesign transportieren die Fremdartigkeit
der Welt, in der sich der Spieler(-Charakter) wiederfindet, grandios - das Verlassen des Raumschiffes zu
Beginn beispielsweise ist ein genialer Moment...
Auch gelesen werden kann und muss bei Unreal so einiges. Die Translator-Texte von Tempel-Inschriften,
Tagebuch-Einträgen, Log-Büchern etc. sind sehr gut geschrieben (auch auf Deutsch gut, aber unbedingt die
englische Fassung verwenden! Längen besser. Einfach beim Installieren als Sprache Englisch wählen) und
offenbaren recht geschickt eingeflochtene Ebenen der Storyline, welche wirklich nicht uninteressant ist und
auch vielschichtiger als man zunächst vermuten mag. Diese Texte geben der Spielwelt, in der sich die Kultur
von Eingeborenen eines Planeten, auf dem der Spieler strandet, vermischt mit der Hochtechnologie von
Alien-Invasoren, noch mehr Leben und Eigendynamik und führen die Handlung Stück für Stück weiter. An einer
späteren Stelle des Spiels erfährt man z.B. in einer unauffälligen Textpassage, dass die Eingeborenen den
Spieler, der ja fortwährend die bösen Aliens plattmacht, um selbst zu überleben, für einen "Messias" aus
ihren Prophezeiungen halten. Es finden sich einige solch nette Ideen. Nicht, dass die Handlung nun ein
hochkomplexes Meisterwerk wäre, aber das muss sie ja auch nicht, vor Allem, da das Spiel andere, größere
Stärken zu bieten hat. Die Rahmenhandlung ist interessant, funktioniert bestens und ist in sich schlüssig,
sie entwickelt sich und ist im Großen wie im Kleinen gekonnt präsentiert.
Aber, ja, auch die "Action" kommt nicht zu kurz, handelt es sich doch um einen Ego-Shooter, der jedoch
trotz seiner überdurchschnittlichen Klasse nicht vor einigen der üblichen Krankheiten dieses Genres gefeit
ist: viele belanglose Monster (praktisch allesamt blass und lediglich zähes Kanonenfutter, trotz teilweise
trickreichem Verhaltens), die mich nur vom Baden in der tollen Atmosphäre abhalten ;), einige Level oder
Level-Teile sind - wie so oft - unlogisch und/oder übertrieben unübersichtlich, sprich sie weisen z.T. eine
verwirrende Verschachtelung oder Kompliziertheit auf, die keinem Zweck dienen würde, würde dieser Ort
wirklich existieren; das betrifft im Besonderen die "technologischen" Level. Hier schneidet der im selben
Jahr erschienene "Konkurrent" Half-Life, wiederum behaftet mit seinen eigenen Makeln, etwas besser ab.
Auch auffallend sind für viele PC/Video-Spiele typische kleinere Stirnrunzel-Faktoren wie Munition und
sonstige Gegenstände an absurden Orten, etwa Abwasserkanälen, Spitzen von Brückenpylonen, oder in auf dem
Grund eines Teiches stehenden Fässern... aber egal, bei Unreal stört das nicht wirklich, da dieser Shooter
anderswo punktet wie kein anderer mir bekannter. Das Spiel hat seine Fehler, seine minderwertigen Stellen,
vielleicht wird das Ego-Shooter-Genre niemals richtig "erwachsen" werden, kann es möglicherweise auch
nicht, doch der erfreuliche relative Anspruch und die atmosphärische und "ästhetische" Tiefe und ja,
bisweilen Intelligenz, die diese 1998-er Produktion über doch beträchtliche Strecken an den Tag legt,
machen Unreal zu einem von mir sehr geschätzten Spiel, das im Gedächtnis bleibt und auch weiterhin
uneingeschränkt empfehlenswert ist - einem Spiel zum Eintauchen, einem der ganz wenigen Ego-Shooter, die
das überhaupt zu einem gewissen Grad erlauben.


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