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Rezensionen verfasst von
Raulomat

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Don Quijote von der Mancha
Don Quijote von der Mancha
von Susanne Lange
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 68,00

6 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues aus Spanien, 14. Oktober 2008
Dieser neue Roman erfreut sich in Spanien bereits großer Beliebtheit und verdient es, auch in Deutschland viele Freunde zu finden. Dem vorzüglichen Autor ist mit dem Titelhelden eine Figur von solch trefflicher Komik aus der Feder gesprungen, dass man an ihr sich noch in über 100 Jahren zu delektieren wissen wird. Der Übersetzerin gilt unser tausendfältiger Dank, den Quixote nun auch in hiesigen Landen heimisch zu machen - ihre getreuliche Übertragung ist von einer sprachlichen Genauigkeit, die ihresgleichen sucht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2009 8:46 AM CET


Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow + Puhdys DVD
Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow + Puhdys DVD
DVD ~ Fritz Marquardt
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 6,32

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starker DEFA-Film, 1. Mai 2008
Diese DVD sollte man nicht - wie es ein anderer Rezensent getan hat - wegen der Bonus-DVD mit dem Puhdys-Gestückel kaufen, sondern des Hauptfilmes wegen, bei dem es sich um eine der spannendsten Produktionen der DEFA handelt. Seine Dringlichkeit erhält dieser eigenwillige und gänzlich unideologische Film durch den knorrigen Hauptdarsteller Fritz Marquardt, der kein ausgebildeter Schauspieler war, sondern der vielleicht einzige wirklich proletarische Theaterregisseur, den die DDR hervorgebracht hat. Eine unbeugsame Type, von einer Wahrhaftigkeit, wie sie heute vielleicht nur noch ein Sepp Bierbichler mitbringt. Und eben diese Wahrhaftigkeit fernab aller Routine prägt auch Marquardts Darstellung des Platow. Ein großes Dokument der oftmals unterschätzten DDR-Kultur!


Mittelmäßiges Heimweh: Roman
Mittelmäßiges Heimweh: Roman
von Wilhelm Genazino
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles andere als mittelmäßig, 8. Februar 2007
Was für ein Held! Der Ich-Erzähler dieses neuen Genazino-Romans ist eine der seltsamsten Figuren der jüngeren Literatur - und das nicht nur deshalb, weil ihm zu Beginn des Buches in einer Kneipe plötzlich ein Ohr abfällt. Nein: Was diesen Erzähler auszeichnet, ist die protokollarische Intelligenz, mit der er sein "mittelmäßiges" Leben festhält. In zumeist einfachen parataktischen Sätzen notiert er mit bösartiger Präzision alles, was an ihm vorüberzieht: Sowohl die Ereignisse und Personen des täglichen Lebens, die mitleidlos seziert werden, als auch Reflexions- und Erinnerungssplitter, die das Erzähler-Ich betreffen. Die mitunter absurde Sachlichkeit und Schärfe des Beobachteten macht oft genug komischen Effekt. Zugleich jedoch hat Genazinos Hauptfigur eine geradezu tragische Komponente: Denn trotz aller Intelligenz vermag der Erzähler seinem Lebensentwurf keine Wende zu verleihen, die ihn aus der verhassten Mittelmäßigkeit und seiner nahezu neurotischen Emotionalität herausführen könnte.

Genazino hat mit diesem Durchschnittstypen einen großen Einsamen gesschaffen, dem die Einsicht in die eigenen Bedingtheiten nicht zur Befreiung dient, sondern zur Falle wird. Wer für die so verzweifelte wie lakonische Komik des Buches nach Vorbildern sucht, kann übrigens fündig werden: Einen ähnlich intelligenten Gefangenen seiner selbst hat Franz Kafka in seiner unvollendeten Erzählung "Der Bau" imgainiert. Auch kein mittelmäßiger Autor ...


Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail
Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail
DVD ~ Catherine Naglestad
Preis: EUR 27,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine wichtige Inszenierung, aber ..., 21. November 2006
Die hier dokumentierte Inszenierung der "Entführung" von Hans Neuenfels gehört sicherlich zu den wichtigsten Mozart-Deutungen der 90er-Jahre. Die Doppelbesetzung der Hauptfiguren mit je einem Sänger und einem Schauspieler führt zu einem interessanten und auf komplexe Weise selbstreferentiellen Vexierspiel über die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten von Oper und Schauspiel, die sich im Singspiel ja ohnehin begegnen. Daß die sängerische Qualität nicht gerade maßstabsetzend ist (vor allem der Belmonte kämpft doch manchmal arg mit der Intonation), mag bei einer szenisch so gelungenen Umsetzung zur Nebensache werden.

Nicht nebensächlich aber ist, daß die Fernsehregie ans Unerträgliche grenzt. Durch permanente Nahaufnahmen fehlen dem Zuschauer allzu oft die wesentlichen Informationen über Bühne und Figurenkonstellation. Billig tobt sich hier eine Filmästhetik aus, die mit der Inszenierung fast nichts mehr zu tun hat. Symptomatisch für diese sinnlosen Close-Ups ist übrigens bereits das mehr als dämliche Cover der DVD.

Gerne hätte ich 5 Sterne gegeben, jetzt sind's halt nur 3!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2010 3:59 PM CET


Mulatten in gelben Sesseln: Die Tagebücher 1945-1952
Mulatten in gelben Sesseln: Die Tagebücher 1945-1952
von Harald Schmidt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Meister des geschriebenen Worts, 24. Februar 2006
Harald Schmidt ist ein Meister des gesprochenen Worts; wie kaum ein anderer vermag er selbst schwache Pointen mimisch und gestisch zu veredeln. Im Fernsehformat ist sein Sarkasmus unübertrefflich.
Die Schriftsprache stellt andere Ansprüche, und hier bleibt Schmidt weit, weit hinter anderen Satirikern und Glossisten des täglichen (politischen, medialen) Daseins zurück. Aus seinen Focus-Kolumnen (die hier ohne Hinweis auf Erscheinungsdatum und in nicht immer plausibler Gruppierung kommentarlos wiedergekäut werden) glimmt einem ab und an eine gelungene Formulierung freundlich entgegen, der erkenntnisfunkelnde Witz jedoch eines Max Goldt etwa stellt sich nicht ein, da Schmidt keinerlei Haltung einnimmt - schmerz- und einsichtslos lächelt und langweilt man sich durch die Lektüre.
In den sogenannten "Tagebüchern", die das Buch eröffnen, erprobt Schmidt den höheren Nonsens. Im Helge-Schneider-Tonfall kalauert er sich durch Geschichte und Hochkultur, wirbelt Beckett und Polanski durcheinander, bringt eine (nicht kenntlich gemachte) Parodie auf den Roman "Saturday" von Ian McEwan und vermengt absichtsvoll Bildungsbürgergut zu einer unsinnigen Melange. Leider ist Schmidt dabei mitnichten originell, alles bleibt sprachliche Attitüde, und irgendwie erinnert das Ganze unangenehm an Abiturientenzeitzung und Pennälerscherz. Danach liest man die Focus-Kolumnen fast schon wieder gerne!


Im Dickicht der Fäuste: Vom Boxen
Im Dickicht der Fäuste: Vom Boxen
von Wolf Wondratschek
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,50

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr schön, aber ..., 2. Februar 2006
Dieser Band versammelt alles, was Wolf Wondratschek je zum Thema Boxen geschrieben hat, und das Tolle daran ist, dass in jedem einzelnen Text die Leidenschaft Wondratscheks für diesen Sport spürbar wird. Wer ein Herz für das Boxen hat, wird das Buch schnell und mit Vergnügen lesen. Nur: Liest man das hier Zusammengetragene hintereinander weg, fallen einem auch die stereotypen Formulierungen auf, die Wondratschek immer wieder gebraucht und die manchmal einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Irgendwann ist man es leid zu hören, dass er in der wohlanständigen Gesellschaft mit seiner Boxbegeisterung verständnislose Blicke erntet. Dass seit Ali nicht mehr viel passiert ist. Dass die heutigen Boxer zu wenig hungrig sind. Etc. Trotzdem, im Grunde hat er ja recht, und dann lesen wir's halt fünfmal, das ist allemal besser, als das Buch nicht zu lesen. Allein schon die Passagen über Norbert Grupe, den legendären "Prinzen von Homburg", sind ein absolutes Muss.


Million Dollar Baby: Stories
Million Dollar Baby: Stories
von F. X. Toole
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Furcht und Mitleid, 4. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Million Dollar Baby: Stories (Taschenbuch)
Dieser Band ist allein deshalb schon von Interesse, da die Titelerzählung die Vorlage zu dem oscarprämierten Film "Million Dollar Baby" von Clint Eastwood lieferte. Die Stories dieses Buches sind jedoch durchweg lesenswert, einige sind fulminant.
Mag sein, daß manche Charaktere etwas holzgeschnitzt daherkommen: der rauhbeinige, aber gütige irische Trainer; der gute, fleißige Junge aus den Slums etc. Aber was soll's, denn wirklich ans Herz greift, mit welcher Unerbittlichkeit Toole die Geschichten ablaufen läßt. Toole läßt seine Boxer (und vor allem seine Boxerin) oft genug den bitteren Kelch der Niederlage tiefer austrinken, als es dem Leser lieb ist, dem nur selten Happy-Ends beschert werden. Die Stories schicken den Leser auf emotional aufwühlende Reisen voller Furcht und Mitleid - und wie in der antiken Tragödie geht man aus der Lektüre kathartisch geläutert hervor.
Neben der "Million Dollar Baby"-Geschichte (sie ist noch bewegender als im Film), bei der ich - und ich bin recht hartgesotten - tasächliche Tränen vergossen habe, ist die letzte Geschichte "Seilwunden" die beste. Unbedingt lesen!


Champions
Champions
von F. X. Toole
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Furcht und Mitleid, 27. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Champions (Gebundene Ausgabe)
Dieser Band ist allein deshalb schon von Interesse, da eine der Erzählungen die Vorlage zu dem oscar-nominierten Film "Million Dollar Baby" von Clint Eastwood lieferte. Die Stories dieses Buches sind jedoch durchweg lesenswert, einige sind fulminant.
Mag sein, daß manche Charaktere etwas holzgeschnitzt daherkommen: der rauhbeinige, aber gütige irische Trainer; der gute, fleißige Junge aus den Slums etc. Aber was soll's, denn wirklich ans Herz greift, mit welcher Unerbittlichkeit Toole die Geschichten ablaufen läßt. Toole läßt seine Boxer (und vor allem seine Boxerin) oft genug den bitteren Kelch der Niederlage tiefer austrinken, als es dem Leser lieb ist, dem nur selten Happy-Ends beschert werden. Die Stories schicken den Leser auf emotional aufwühlende Reisen voller Furcht und Mitleid - und wie in der antiken Tragödie geht man aus der Lektüre kathartisch geläutert hervor.
Neben der "Million Dollar Baby"-Geschichte, bei der ich - und ich bin recht hartgesotten - tasächliche Tränen vergossen habe, ist die letzte Geschichte "Seilwunden" die beste. Unbedingt lesen!


Nachtzug nach Lissabon: Roman
Nachtzug nach Lissabon: Roman
von Pascal Mercier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Einladung zur Selbstbefragung, 17. November 2004
Das Seltsame an diesem Buch ist, daß es im realistischen Gewand daherkommt, an der Realismus-Latte gemessen jedoch kaum befriedigen kann. Bieris (Pascal Mercier ist das Pseudonym für den Philosophie-Professor Peter Bieri) Idee, einen Berner Griechisch- und Lateinlehrer sein Leben von einer Sekunde aufgeben und einem ihm völlig unbekannten portugiesischen Schriftsteller nachspüren zu lassen, ist zwar ein sehr reizvolles Gedankenexperiment, doch die Geschichte selbst wirkt sehr konstruiert: Der Lehrer findet nicht nur alle für seine Recherche relevanten Personen problemlos, deren Erinnerungen ergänzen sich auch allzu perfekt und lassen sich mit den Passagen aus dem Buch des Portugiesen, die in Merciers/Bieris Roman eine eigene Ebene bilden, allzu bequem zu einem runden Bild des Schriftstellers zusammensetzen. Die Sprache der Dialoge ist sehr idealisiert, die Figuren besitzen keinen eigenen cahrakteristischen Tonfall, scheinen ab und an fast hölzern. Zudem wirken die häufig beschriebenen Träume des Protagonisten wie aus dem Psycho-Baukasten zusammengezimmert - hier ein Eindruck des Tages, hier ein anderer, und da noch ein bißchen absurde Traumlogik.
Trotzdem ist "Nachtzug nach Lissabon" ein sehr gutes Buch. Denn die wahrscheinlich absichtsvoll künstliche Andordnung der Geschichte ist nur das Vehikel für tatsächlich lebensbestimmende Fragen, die in Merciers/Bieris Roman auf einem umgemein hohen Niveau abgehandelt werden: Fragen wie: Was ist Identität? Wie und auf welches Ziel hin bestimme ich meine persönliche Biographie, meinen Lebensentwurf? Wie ist das Verhältnis von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung? Wie erreiche ich so etwas wie lebendige, selbstgewisse Gegenwart (eine Frage, die auch in den anderen Romanen Merciers/Bieris im Vordergrund steht)? Der Leser wird unaufhaltsam in den Strom dieser Fragen hineingezogen. Nicht der schlechteste Grund, dieses Buch zu lesen, dürfte es sein, seine eigenen Lebensentscheidungen und -voreinstellungen mit Hilfe der Reflexionen von Mercier/Bieri radikal in Frage zu stellen.


Die Top Seven der mathematischen Vermutungen
Die Top Seven der mathematischen Vermutungen
von Pierre Basieux
  Taschenbuch

63 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unpräzise, redundant, selbstreferentiell, 12. November 2004
Pierre Basieux hat die gute Idee gehabt, die sieben mathematischen Vermutungen, für deren Beweis der Millionär Landon T. Clay je eine Million Dollar aussetzte, einem breiteren Publikum nahezubringen. Für diese Idee gibt es den zweiten Stern. Leider blieb es bei der guten Idee ...
In der Einleitung verkündet Basieux großsprecherisch, er könne dem Leser einige Formeln nicht ersparen, damit dieser den mathematischen "Stallgeruch erahnen" könne. Dann aber sollten die wenigen Formeln auch korrekt sein! Auf den Seiten 30-32 sind sie das nicht: Es fehlen Klammern und einmal die rechte Seite einer Gleichung. Das weckt nicht gerade Vertrauen.
Sprachlich ist das Buch eine Zumutung. Salopp-überheblicher Jargon, gepaart mit Stilblüten, überspielt die mangelnde Aufbereitung der zentralen Vermutungen. Die so zentral übrigens für Basieux nicht sind: Er gibt ihnen insgesamt nur wenig Raum, um statt dessen - häufig sehr unmotiviert - über Dinge zu dozieren, die entweder den meisten Lesern bekannt sein dürften oder bei denen sich der Autor zufälligerweise auskennt (etwa Roulette). Letzteres gibt ihm Gelegenheit, in jeder zweiten Fußnote (keine Übertreibung!) auf seine weiteren Bücher zu verweisen - die ich jedenfalls nicht lesen werde, denn es gibt bestimmt bessere.
Zu überflüssigen Wiederholungen, die dem mangelhaften Aufbau des Buches geschuldet sind, treten noch die gravierenden Fälle hinzu, in denen längere Zeit mit Begriffen hantiert wird, die dann erst ein paar Seiten später "so ganz nebenbei" eingeführt werden.
Das mit knapp 180 Seiten ohnehin eher schmale Bändchen ist überdies nur mittels teils völlig sinnloser Schautafeln (ein Fall für "Die schlechtesten Grafiken der Welt") auf diesen Umfang gekommen. Ein Höhepunkt ist eine Seite, in der die Google-Trefferanzahl (!) für verschiedene ungelöste mathematische Probleme aufgeführt wird: Jetzt hab' ich aber was gelernt!
Das Büchlein wird von einem Essay abgeschlossen, in dem Basieux mit konfusem Gelaber einige grundlegende Fragen der Wissenschaftstheorie zu erledigen glaubt, vermutlich ohne die zeitgenössischen philosophischen Ansätze auch nur zur Kenntnis genommen zu haben.


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