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5.0 von 5 Sternen
Return to Paradise, 23. Juli 2006
"Return to Paradise" lautet der englische Originaltitel und ist mit einer gehörigen Portion Ironie zu genießen. So erwartet Sheriff (grandios: Vince Vaughn) und Tony (David Conrad) nicht etwa wieder das Urlaubsparadies Malaysia, wie sie es kennengelernt hatten, sondern es drohen drei lange Jahre Haft in einem malaysischen Gefängnis. Zu dritt, mit dem Urlaubsfreund Lewis (Joaquin Phoenix), verlebten sie dort vor dem Eintritt ins Berufsleben eine einzige Party, inklusive Drogenerlebnissen. An dieser Stelle möchte ich noch einmal den Unterschied zwischen dem engl. Originaltitel und dem deutschem erwähnen: Da es sich eben lediglich um im Urlaub kennengelernte Freunde handelt und nicht, wie der deutsche Titel vermuten lässt, um Freunde fürs Leben, passt der ironische OT um einiges besser. Dieser zeugt in seiner Ironie von den zwei Seiten der Medaille, die Malaysia für die drei Männer hat.
Als dann Sheriff und Tony nach einer tollen Zeit wieder zurück in die Heimat fliegen, um dem ganz normalen Alltag zu begegnen und ihre berufliche Karriere zu starten, entschließt sich Lewis weiter in Malaysia zu bleiben.
Allerdings wird er einen Tag nach der Abreise von Sheriff und Tony mit den gemeinsamen Drogen aufgegriffen und wird mit der Aussicht auf die Todesstrafe ins Gefängnis gesteckt. Die engagierte Anwältin Beth erfährt von Lewis' Schicksal und versucht dessen Leben zu retten. Sie macht die zwei Freunde von Lewis in New York ausfindig und hat bis zum endgültigen Urteilsspruch, der Lewis den Tod bringt, acht Tage Zeit, um die beiden mitten im Leben stehenden Männern zu überzeugen, sich in Malaysia dem gemeinsamen Drogenbesitzes schuldig zu bekennen. Denn so lautet der Deal: Lewis kommt mit dem Leben davon, wenn Sheriff und Tony ein Schuldbekenntnis leisten und somit selbst drei Jahre Gefängnisstrafe akzeptieren.
Die Frage lautet natürlich nun, ob die beiden für ihre Urlaubsbekanntschaft drei Jahre ihres Lebens opfern, ihre Zukunftspläne auf Eis legen und die Gefahr in Kauf nehmen, nach den drei Jahren womöglich wieder von vorne anfangen zu müssen (nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch was die sozialen Kontakte, bzw. Beziehungen angeht), um das Leben von ihrem "Freund auf Zeit", Lewis, zu retten.
Zwangsläufig stellt man sich hierbei natürlich die Frage, wie man selbst in so einer Situation handeln würde. Und der Film schafft es nicht nur, dass man sich mit dieser Frage während des Schauens beschäftigt, sondern dieses Thema lässt einen auch nach dem Abspann nachdenklich zurück.
Negativ stößt dabei lediglich auf, dass der Film eine übertriebene Schwarz-Weiß Malerei betreibt. So wird die malaysische Justiz als das unnachgiebige Böse dargestellt und der leidende Amerikaner im Gefängnis schon beinahe als der unschuldige Gute. Insgesamt stört das aber kaum und die tadellosen schauspielerischen Leistungen, die den Zuschauer die Entwicklungen der Protagonisten nachvollziehen lassen, und natürlich das ansprechende Thema selbst, das, wie auch schon in den anderen Rezensionen erwähnt, einen nachdenklich stimmt, veranlassen mich zur Höchstwertung von 5 Punkten.