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Beiträge von Helga Kurz
Top-Rezensenten Rang: 445
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Rezensionen verfasst von
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   

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SILVINI Herren Radtrikot TEAM, black, M, 3113-MD257-08003
SILVINI Herren Radtrikot TEAM, black, M, 3113-MD257-08003
Preis: EUR 44,95

5.0 von 5 Sternen Ambitioniert, 12. Juni 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Diese noch nicht so sehr bekannte Sportswear-Marke (Rad-/Skisektor) ist unverkennbar ein Kind italienischen Designs, wird jedoch in Tschechien gefertigt. Das Unternehmen möchte hohe Qualität zu vertretbaren Preisen an Freizeitsportler wie Profis verkaufen. Mit diesem Trikot ist es auf einem guten Weg dahin. Man kann deutlich mehr für Funktionskleidung ausgeben, aber auch weniger. Farbkombination und Schnitt sind schick, ohne übertrieben auffällig zu sein. Es ist, im besten Sinne, ein attraktiv maskulines Shirt. Die Verarbeitung (flache, strapazierfähige Nähte) ist sehr ordentlich, das gilt auch für den nach mehrmaligem Waschen immer noch leichtgängigen und nicht verzogenen durchgängigen Reißverschluss, der erlaubt, dass das Trikot auch als Jacke getragen werden kann. Allerdings sollte man sich dann gut überlegen, was man darunter trägt, denn das Material ist für das Tragen auf der Haut bei schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten gedacht. Diese Herausforderung meistert es sehr gut. Es ist ein sehr leichtes Teil, atmungsaktiv, trocknet schnell und unangenehme Gerüche bilden sich auch nicht. Der Tragekomfort ist hoch, nichts kneift, in diesem Trikot fühlt man sich wohl. Der verlängerte Rücken hat ein eingearbeitetes Silikonband, das guten Sitz garantiert. Die dreiteilige Tasche bietet ausreichend Platz für alles, was man beim Sport am Körper tragen will oder muss.

Am Trikot ist also nichts auszusetzen, am Marketing allerdings schon. Das Shirt wird mit sage und schreibe einem Fächer aus sieben farblich korrespondierenden Etiketten geliefert, einige davon sogar aus Kunststoff. In einem ist ein Materialmuster eingefügt, was zu keinem weiteren Erkenntnisgewinn führt, schließlich hat man das Produkt ja in den Händen. Auch sonst bietet diese Etikettenfülle nichts Aufschlussreiches, folgt aber den seit Jahren andauernden bedauerlichen Trend bei vielen Herstellern, mit möglichst umfangreichen Marken- und Werbefirlefanz am Produkt selbst eine besonders hohe Wertigkeit zu suggerieren. Kontraproduktiv in diesem Zusammenhang ist hier einmal mehr die Übersetzung ins Deutsche: „SILVINI presentiert italienisches Design mit Nachdruck auf technische Ausführung, Funktionsfähigkeit und Sicherheit. Jeder Stil wird mit Rücksicht auf den Verwengungszweck speziell abgewickelt.“ Diese sinnfreien und fehlerhaften Sätze sind auf ein Plastikteil mit Haltbarkeit bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag gedruckt. Da möchte man den Verantwortlichen doch zurufen: Gebt ein paar Euro mehr aus und besorgt euch fürs Marketing einen Muttersprachler, einen Profi, der seine Sprache in jeder Hinsicht beherrscht oder lasst es sein. Die letzte Option sagt mir als potenziellen Käufer aus verschiedenen Gründen mehr zu. In diesem Fall ist es gut für die Marke, dass die meisten Leute das Zeug ohnehin abschneiden und wegwerfen, ohne einen Blick darauf geworfen zu haben.


Tefal So Intensive D50332 Schmorpfanne, 24 cm, antihaftversiegelt, schwarz/metallic
Tefal So Intensive D50332 Schmorpfanne, 24 cm, antihaftversiegelt, schwarz/metallic
Wird angeboten von dobeno
Preis: EUR 42,11

5.0 von 5 Sternen Ein respektables Leichtgewicht, 11. Juni 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Man verbindet eher schwere Pfannen mit positiven Eigenschaften. Diese hier ist sehr leicht und erledigt ihren Job dank der sehr guten Haftversiegelung und genauso guten Brateigenschaften tadellos. Durch meine Hände sind schon sehr viele, sehr unterschiedliche Pfannen gegangen. Diese hier gehört zu der nicht allzu großen Gruppe jener, mit denen ich rundum zufrieden bin. Das Ergebnis in dieser hohen Pfanne, in der man vielseitige Gerichte für bis zu drei bis vier Personen zubereiten kann, hat mich jedes Mal überzeugt, besonders der Röstgrad von Fleisch wird optimal erreicht. Der Griff ist sinnvoll gestaltet, die Reinigung problemlos. Trotz ihrer Leichtigkeit sind Pfanne und Deckel sorgfältig verarbeitet, ein „Hightech“-Produkt eben von einem Unternehmen, das in Sachen Beschichtung langjährige Erfahrung hat, die sich hier auszahlt.

Seit sich die Küche zu einem beliebten Statussymbol entwickelt hat, treibt auch der „Zubehör“-Markt immer merkwürdigere Blüten. Es ist hanebüchen, was alles zu Fantasiepreisen auf dem Markt ist, das im Grunde kein Mensch zur Zubereitung von gutem Essen braucht. Viel Zeug verstopft mit der Zeit dann den kostbaren Stauraum, setzt Staub an und fällt der Vergessenheit anheim. Diese Pfanne ist nützlich, allerdings zähle ich den Thermo-Spot zum Schnickschnack. Aber da er keinen zusätzlichen Raum benötigt und auch sonst nicht stört und zudem das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung ist – man kann absurd viel Geld auch für Pfannen ausgeben, die nicht viel taugen und/oder zickig in der Handhabung sind – gibt das keine Abzüge. Wer nur eine einzige Pfanne in seiner Küche haben will, ist mit dieser auf alle Fälle gut versorgt. Für Induktion ist sie nicht geeignet.


Telefunken BS1007W Bluetooth-Lautsprecher (Spritzwassergeschützt, Aux-In, Freisprecheinrichtung, USB-Ladefunktion, LED-Taschenlampe)
Telefunken BS1007W Bluetooth-Lautsprecher (Spritzwassergeschützt, Aux-In, Freisprecheinrichtung, USB-Ladefunktion, LED-Taschenlampe)
Wird angeboten von Tele-Total
Preis: EUR 49,99

4.0 von 5 Sternen Schon wieder nichts für Soundpuristen der Oberklasse, 28. Mai 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieses kleine Gerät kostet rund 50 Euro und, um es vorweg zu sagen, das ist in Ordnung. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten und ein hinkender Vergleich mit erheblich teureren Smartphones, die teilweise auch das können, was dieses Teil anbietet, ist nicht angebracht. Es ist eben eine Art Spielzeug im witzigen Design, kann man haben, muss man aber nicht. Die Bedienung ist einfach und erfordert keine besonderen Kenntnisse.

Spritzwassergeschützt bedeutet, dass ein Gerät mal ein paar Tropfen abbekommen darf, schon auch mal oberflächlich nass werden darf, bei anhaltender Nässe aber ins Trockene muss. Für Outdoor-Hardcore-Einsatz nicht geeignet, für normalen Außeneinsatz aber schon. Das ist bei diesem Gerät, wie bei den meisten technischen Dingen nicht anders. Ein Netzteil wird nicht mitgeliefert, die Aufladung erfolgt über die USB-Schnittstelle am PC. Ein Netzkabel wird mitgeliefert. Das erfolgt in einem üblichen Rahmen, von ungewöhnlich langen Ladezeiten kann nicht die Rede sein. Einmal geladen und in Verbindung mit den Smartphone, hat man dann eine kleine Allzweckwaffe: Musik, Licht, Smartphoneladestation und Freisprecheinrichtung. Das alles auf ordentlichem Niveau, natürlich könnte die Taschenlampe (3 LED) heller leuchten, der Sound besser sein (die Lautstärke und Reichweite ist erstaunlich, Bluetooth-Verbindung klappt einwandfrei und nein, es ist keine Qual für die Ohren, so Musik zu hören) die Bedienung noch komfortabler und raffinierter sein, das rustikale Design (noch) schicker, der Akku noch länger halten, usw. usf. Aber wie bereits oben angemerkt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung. Wenn das Gerät nicht schon nach relativ kurzem Einsatz kaputtgeht, was bei technischen Artikeln leider oft der Fall ist, bleibe ich bei meiner guten Bewertung.


Was ich euch nicht erzählte: Roman
Was ich euch nicht erzählte: Roman
von Celeste Ng
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Dreibeinlauf ist hier kein Kinderspiel, 16. Mai 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Eine Kleinstadt im Mittleren Westen der 1970er Jahre, eine amerikanische Mittelschichtsfamilie mit drei Kindern, die Mutter Hausfrau, der Vater Universitätsprofessor. Ich kann beim besten Willen keine Auskunft darüber geben, wie viele Bücher, die in vergleichbaren Milieus angesiedelt wurden, ich im Lauf meines Lebens bereits gelesen habe. Es müssen Dutzende gewesen sein. Trotz hoher Messlatte hat es diese beklemmende Geschichte geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen, da sie nicht nur spannend, sondern auch absolut glaubwürdig erzählt wird. Die Personen in ihr sind lebendig und der Kern universal. Es geht um Verletzungen und Prägungen aus Herkunftsfamilien, um die Übertragung von eigenen Wünschen und Vorstellungen auf das Leben der eigenen Kinder, um schwierige Geschwisterkonstellationen, ums Erwachsenwerden, eben um das Minenfeld Familie mit allem Ungesagten, das schwerer wiegt und wahrer ist als alles Gesagte. Und trotz Vergangenheit und Handlung in einem anderen Land ist diese Geschichte gerade auch für deutsche Befindlichkeit hochaktuell, da es um die Schwierigkeiten der Integration von Einwanderern selbst in der zweiten und dritten Generation geht, in ein Land, wo die Pfründe schon vor langer Zeit verteilt und mit Argwohn verteidigt werden und Multikuli als das entlarvt, was es für viele Menschen eben nicht ist, nämlich aus vielschichtigen Gründen uneingeschränkt möglich.

Lydia, gerade einmal 16 Jahre alt, ist tot. Das Buch erzählt es uns mit einem Paukenschlag bereits im ersten Satz. Selbstmord, Mord, Unfall? In Rückblenden aus der Sicht der Familienmitglieder, vor allem von Lydia selbst, wird uns Einblick in das Leben der Lees gegeben. Womit alles angefangen hat? Mit den Eltern der Eltern, im Falle der Mutter Marilyn war es nur die Mutter. Der Vater hat seine Familie schon früh verlassen und das Mädchen soll das bekommen, was ihre Mutter, eine Hauswirtschaftslehrerin, für sich selbst erhofft hatte, einen respektablen Ehemann mit Harvardabschluss und ein Leben als Hausfrau. Marilyns größter Wunsch ist jedoch, Ärztin zu werden. Was sie bekommt, ist ein Ehemann mit Harvardabschluss, ein Hausfrauenleben und drei Kinder. Nur einmal versucht sie auszubrechen, lässt ihren überforderten Mann mit zwei kleinen Kindern alleine und kehrt resigniert und schwanger zurück. Für ihre Kinder ein einschneidendes Erlebnis, das dazu führt, dass Lydia, das Lieblingskind, sich schwört, alles zu tun, um die Mutter niemals zu enttäuschen, wenn sie nur bleibt. Pech für sie, dass sie nicht das Zeug zur Ärztin hat, zu der ihre Mutter sie machen will, Pech für ihren begabten Bruder Nath, der wenig beachtet wird und noch mehr Pech für die ungeplante Jüngste, Hannah, mit ihrer hohen sozialen Kompetenz, mit der sie in dieser Familie ins Leere läuft. Pech für alle, dass sie nicht erst durch den Tod eines Kindes und Geschwisters zum Außenseiter der Gesellschaft werden, weil man das Unglück anderer nicht unmittelbar vor Augen haben will, sondern weil James, der Vater, das Kind chinesischer, ungebildeter Eltern ist, die sich ein arbeitsreiches und bescheidenes Leben in den Vereinigten Staaten durch illegale Einwanderung erkämpft haben. Angekommen sind sie nie und auch James, mental schwach und beladen mit Minderwertigkeitskomplexen, der sich seine Eliteausbildung um den Preis sozialer Ausgrenzung erkämpft hat, lebt in dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Amerikanische Geschichte hat er studiert und ausgerechnet er gibt ein Seminar über Cowboys vor rotwangigen, stämmigen Amerikanern, das auch Marilyn besucht. Als sie sich ineinander verlieben, heiratet er nicht nur ein hübsches blauäugiges Mädchen, sondern Amerika, seinen Sehnsuchtsort schlechthin. Er will verzweifelt wie alle anderen sein und vergisst darüber, zu ergründen, wer er tatsächlich ist. Da er sich seiner Herkunft, die vielschichtiger ist, als man auf dem ersten Blick sehen kann, schämt, wurzelt er nur flach und hat keinen festen Stand im eigenen Leben: 'Er war auf amerikanischen Boden geboren, hatte noch nie einen Fuß in ein anderes Land gesetzt und sich dennoch nie zugehörig gefühlt.' Seine blauäugige Älteste macht ihn schwindelig vor Glück. Aber da, wo er Arbeit gefunden hat, im ländlichen Amerika, weit außerhalb der Städte, sind seine Kinder wiederum die einzigen, die unübersehbar asiatischer Abstammung sind und Außenseiter bleiben. Dass dies nicht nur an ihrem Äußeren liegt, sondern auch an ihrem Charakter, der in einem fragilen Umfeld, in dem über das Wesentliche nie gesprochen wird, geformt wurde, kann er nicht erkennen. Und Marilyn? Die ist eingesponnen in ihrer Verbitterung und einem mittlerweile krankhaften Ehrgeiz, den sie voll und ganz auf die Schultern Lydias abgeladen hat.

Was aber ist mit Lydia, ernsthaft, angepasst, strebsam, geschehen? Wer war sie tatsächlich, was dachte sie, von was träumte sie und was hat es mit diesem verwahrlosten Nachbarsjungen auf sich, der sie zuletzt gesehen haben soll und den ihr Bruder, von dem sie sich verraten fühlte, für ihren Mörder hält? Der Leser wird es erfahren und einiges mehr, obwohl in dieser Geschichte stets dem Warum Vorrang vor dem Was eingeräumt wird.

Celeste Ng, die selbst asiatische Wurzeln hat, in Harvard studierte und eine Weile in Ohio lebte, legt mit diesem Debüt, das sie ihrer Familie widmete, eine kluge, vielschichtige und spannende Geschichte über eine Familie vor, die mit ihrer gesellschaftlichen Position hadert und schweigend in sich selbst gefangen ist. Bevor der Leser auf den letzten Seiten Gewissheit darüber erlangt, warum Lydia nicht mehr lebt, lässt sie so hoffnungsvoll wie schüchtern eine Art Happyend für die Überlebenden der Familie Lee anklingen. Auf mich wirkt das vor allem wie Wunschdenken. Ein totes Familienmitglied ist schon für stabilere Familien als die von Lydia eine schwere, grausame Hypothek, noch dazu eine, die man zeitlebens nicht abzahlen wird, aber alles in allem überwiegt das Gefühl, eine schonungslos gute Geschichte gelesen zu haben. 'Was ich euch nicht erzählte' ist ein Buch, das mehr gehalten hat, als ich mir von ihm versprochen hatte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2016 10:24 AM MEST


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SALEWA WS ULTRA TRAIN, Damen Outdoor Fitnessschuhe, Mehrfarbig (Colony Blue/Absinthe), 40 EU (6.5 Damen UK)
Preis: EUR 150,00

5.0 von 5 Sternen Die treiben es nun auch bunt., 25. April 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Salewa war mir bisher eher als Bergwanderausstatter bekannt, der hochwertigere, gediegene Anoraks, Rucksäcke, Wanderstiefel usw. vertreibt. Dass er schicke, in auffallenden und wie ich meine gelungenen Farbkombinationen auftretende Fitnessschuhe (konzipiert fürs Laufen am Berg, aber auch flachlandtauglich) im Programm hat, war mir noch nicht aufgefallen. Um vorab ein Fazit zu ziehen: Dieser Schuh, der eher im Hochpreislevel angesiedelt ist, ist topp, gut verarbeitet und sein Geld wert. Zwar ist er durchgängig aus Synthetik, aber er ist, die Sohle betreffend, eine bemerkenswerte Allianz mit Michelin eingegangen. Da fallen mir vor allem Autoreifen ein. In diesem Fall war es ein gelungener Coup, sich die Erkenntnisse eines auf anderen Gebieten ebenfalls erfahrungsreichen Unternehmens einzukaufen. Es läuft sich ausgesprochen gut auf diesen Sohlen, die überdies leicht zu reinigen sind. Das Profil ist von Mountainbike-Reifen inspiriert, das macht sich positiv am „Grip“ bemerkbar. Das Klima im Schuh ist angenehm, kein Schwitzen, auch nicht, was getestet wurde, wenn man barfuss im Schuh steckt. Blasen gab es auch keine, die Polsterung an den Fersen, ist durchdacht. Selbst das Einlaufen war nicht mit Beschwerden verbunden. Sitzt, stützt, hat Luft (man tut gut daran, den Schuh einen Tick größer zu nehmen) passt einwandfrei. Die Luftdurchlässigkeit hat allerdings ein zu erwartendes Manko, die Schuhe sind nicht wasserdicht, aber das wird auch nicht versprochen. Sie sind relativ schmal (nicht klein!) geschnitten, für breite Füße dürfte es auch mit gelockerter Schnürung (stabiles Nylonband, nur Zug, keine Schnürung) etwas eng werden. Guten Gewissens kann ich sagen, dass dieser Schuh den Fuß gut führt, das Schwitzen nicht fördert, an den richtigen Stellen stützt und die etwas harte Sohle sich angenehm abrollen lässt. Was immer auch zur Ermüdung führen mag, steile Wege, lange Strecken, hohes Tempo, schlechte Kondition, dieser Schuh gibt sein Bestes, seinen Träger nach Kräften zu unterstützen. Darüber hinaus ist er so wenig klobig, so schick und leicht, dass man ihn, auch wenn man keine eingefleischte Sportschuhträgerin ist, ohne weiteres auch einmal bei nichtsportlichen Aktivitäten tragen kann. Noch ein wichtiger Aspekt: Der Schuh hatte auch im noch ungetragenen Zustand keinen unangenehmen Geruch an sich – und später auch nicht.


Remington AS8110 Keratin Therapy Volume und Protect rotierende Warmluftbürste
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Preis: EUR 45,59

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ersetzt das Hanteltraining, 23. April 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Diese Bürste ist zu groß, zu schwer und schlecht zu bedienen. Das artet in echte Arbeit aus! Die Bedienungselemente sind so angebracht, dass man zwei Hände zu einer sinnvollen Bedienung benötigt. Warum man eine automatische Auf- und Abrollfunktion zum Wickeln der Haare benötigt, erschließt sich mir nicht. Die zweite Wärmestufe entwickelt eine bedenkliche Hitze, dafür wird die Kaltstufe, auch bei längerer Anwendung, nicht kühl genug. Zwar ist das Ergebnis bei Langhaar – für kürzere oder kurze Haare ist sie zu überdimensioniert – nicht schlecht, aber der Aufwand, der dafür, besonders bei fülligerer Mähne, betrieben werden muss, ist enorm. Verarbeitung und Preis sind in Ordnung, wenn man sich an den genannten Punkten nicht stört. Das Wechseln der Aufsatzbürsten ist einfach. Wenn man die leistungsstarke Bürste bei einer anderen Person anwendet, mag das Handling besser sein, aber zum Stylen am eigenen Kopf gibt es komfortablerer, leichtere und wendigere Bürsten, die vor allem platzsparender aufbewahrt werden können. Ich vermute stark, dass diese Bürste von Leuten konzipiert wurde, die technische Spielereien mögen, aber noch nie im Leben eine Stylingbürste benutzt haben.


Westlich des Sunset
Westlich des Sunset
von Stewart O'Nan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits des Ruhms, 7. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Westlich des Sunset (Gebundene Ausgabe)
Kurz vor Weihnachten, im Jahr 1940, starb F. Scott Fitzgerald an einem Herzinfarkt. Sein letzter Roman, der auf Deutsch unter dem Titel „Der letzte Taikun“ erschien, blieb unvollendet. Mit nur 44 Jahren war sein von Exzessen gezeichneter Körper verschlissen. Alkohol war seine Geisel, in Hollywood kamen noch literweise Cola, Schlafmangel und Weltverdruss hinzu. Das Schreiben, in das er sich immer wieder rettete, konnte den Verfall des eins gefeierten, glamourösen Schriftstellers der Roaring Twenties nicht aufhalten. Seine Welt lag in Trümmern. „Der große Gatsby“, auf dem vor allem sein Nachruhm gründet, hatte sich nicht gut verkauft, war ein Flop gewesen. Wie ein bürgerliches Leben funktionieren könnte, hatte er, der Aufsteiger aus bürgerlichen Verhältnissen des Mittleren Westens, nie begriffen. Das Geld war Wasser in seinen Händen und er benötigte viel davon. Seine psychisch gestörte Frau Zelda, ein zwar exaltiertes, aber im Grunde kraftloses Südstaatengewächs alter Eltern mit Stammbaum und Dünkel, fristete 1937, als er sich glanzlos als Schreiberling für Hollywood verdingte, bereits ihr Leben im Sanatorium. Seine halbwüchsige Tochter Scottie war auf einer teuren Privatschule. Für beide kam er auf, beiden konnte er nicht mehr gerecht werden. Als Ehemann nicht und als Vater auch nicht.

Es sind diese letzten rund drei Jahre, in der sich Fitzgerald wie viele andere auch, für Hollywoods Traumfabrik aus Geldmangel als Drehbuchschreiber verdingte, die Steward O’Nan, dieser vielseitige Seelensezierer, in seinem neuen Roman unter die Lupe nimmt. In seiner so ruhigen wie sparsamen, aber immer akribischen Weise nähert er sich einem verehrten Kollegen, dessen Kontrast in der Art wie er lebte zu dem seinen kaum größer sein könnte. Verhalten, fast schon durchweg distanziert, ist sein Blick, den er nicht nur auf den gescheiterten Mann, sondern auch auf das Hollywood der 1930er Jahre wirft. Illusionslose Geschichten über die Traumfabrik gibt es zuhauf, aber bei O’Nan wird sie endgültig zur kalten Kulisse, ein Ort, in der überwiegend alte, gierige Männer mit Stars und Schriftstellern wie mit angeschlagener und immer wieder aufpolierter Ware handeln, den Profit stets im Auge, auch wenn ab und zu nackte Frauen aus ihren Schränken purzeln und weibliche Stars, wie O’Nan beiläufig die scharfzüngige Dorothy Parker erwähnen lässt, mit allen, außer Rin Tin Tin, geschlafen haben und dabei mitschwingen lässt, dass auch dies nicht ganz auszuschließen ist. Aber das ist nur Ablenkung und belangloses Beiwerk. Es geht immer um den nächsten Film inklusive Heuchelei, Selbstzensur, vordergründige Moral und welchen Ertrag er bringen wird. O’Nan: „… dass die kleinste Mehrheit sich auf die breiteste Wirkung einigte, um das größte Publikum zufriedenzustellen.“ (Was vielleicht der Grund ist, warum bis zum heutigen Tag so viele seichte Filme ins Kino kommen: Massenkonfektion, da nur die Masse Geld bringt und nur die finanziell ertragreichsten Streifen mehrfach aufgebrüht werden, bis auch noch der letzte Dollar herausgequetscht und die Substanz endgültig brüchig und farblos geworden ist.)

Obwohl sich eine Menge Stars in diesem Buch wie beiläufig tummeln, bleibt der Grundton trist, melancholisch und hoffnungslos, eine Welt, gesehen durch die Augen eines Mannes, der ganz unten angekommen ist und sich so verzweifelt wie illusionslos zu berappeln versucht, einer der immer noch über seine Verhältnisse lebt, wenn sich auch nur eine winzige Chance dazu bietet, auch in emotionalen Dingen. Denn natürlich gibt es da eine frische, schöne und einigermaßen erfolgreiche Frau, Emporkömmling wie er, die ihn trotz besseren Wissens, was gut für sie wäre, immer wieder unter ihre Röcke kriechen lässt. Er wird ihr genauso wenig gerecht wie seiner Ehefrau und spürt, dass es eine Chance zum Neuanfang in dieser fragilen Beziehung zu Sheilah Graham, einer Klatschkolumnistin, nicht mehr geben wird. Aber nicht die Frauen, weder die verflossene und ewige noch die neue, junge, höchstwillkommene, sind das starke Zentrum des Romans, sondern die intensiven Passagen über das kreative Schreiben um des Überleben willens. Der widerwärtigen Mühe, nichts anderes ist die Arbeit in der trivialen Schreibfabrik, durch Versagen endgültig entronnen, schreibt Fitzgerald buchstäblich im Wettlauf mit seinem sich zu Ende neigenden Leben. Sein schwaches Herz ist, wie das seiner Lichtgestalt Stahr, der Feind, der jederzeit zuschlagen kann und das auch schon getan hat, wenn auch vorläufig noch nicht final. Im sehr fernen Hintergrundrauschen tobt der 2. Weltkrieg, dem schon so viele Menschen zum Opfer gefallen sind und während dessen Verlaufs noch viel mehr verrecken werden. Aus dem Blickwinkel dieser Unglücklichen wäre selbst Fitzgeralds Lebenssituation ein Stück vom Paradies, aber so funktioniert das Leben nicht. Man steckt immer nur im eigenen und was anderen zustößt, kann man letztendlich nicht ermessen und gut ertragen.

Unter den noch frischen Eindrücken dieses Buches liest sich Fitzgeralds „letzter Taikun“ mit anderen Augen. Das rücksichtslose Verschleißen von durchaus talentierten Schreibern durch die Studiobosse wird in beiden Werken zentral thematisiert. In willkürlichen, die Konkurrenz befeuernden Teams wurde an oft nur allzu matten Drehbüchern gearbeitet, Dialoge aufpoliert und Handlungen aufgepeppt, meist für die Tonne. Dann kam das nächste Team zum Einsatz. Nennungen im Abspann tatsächlich realisierter Filme waren jedoch erforderlich, um prekäre, wenn auch relativ gut bezahlte Jobs zu behalten. Und Fitzgerald brauchte das Geld dringend. So kam es dazu, dass er sich als einer von vielen auch an das Drehbuch von zu „Vom Winde verweht“ setzen ließ. Vergeblich. Erst als alle Studiotüren endgültig vor ihm verschlossen blieben, hatte er Zeit, sich seinem eigenen Überlebensroman zu widmen, aber die war schon fast für ihn abgelaufen. Freunde gab es kaum noch. Parker und Bogart hatten ihre eigenen Probleme, hingen ebenfalls ständig an der Flasche, und Hemingway hatte sich schon lange vor seinem großen Erfolg zurückgezogen, da er Zelda nicht ausstehen konnte und ihr die Hauptschuld am Niedergang der einstigen Lichtgestalt der damaligen Literaturszene gab. Die Fitzgeralds waren ein klassisches Beispiel dafür, dass manche Menschen sich besser nicht begegnen und wenn doch, sich keinesfalls zusammentun sollten. Taten sie aber, lebten auf der Überholspur, badeten im Scheinwerferlicht, wollten stets von allem zu viel und am Ende taugte ihr Leben nur noch für einen Plot in einer tieftraurigen Geschichte. O’Nan hat diese nur gestreift, ihm ging es vor allem um den letzten Akt im Leben von F. Scott Fitzgerald und er hat sich ihm fürsorglich, aber auch verhalten genähert. Nicht alle werden mit seinem Schreibstil, der zuweilen dem seines Protagonisten ähnelt, zufrieden sein. Da schwingt viel Unausgesprochenes, Angedeutetes mit, auch eine Art von unbedingter Verlorenheit, die ebenfalls Fitzgeralds Werk charakterisiert. In einem amerikanischen Leben, so Fitzgerald, gibt es nur einen einzigen Akt. Da hat er sich geirrt. Im Leben eines jeden Menschen, wenn er nur lange genug lebt, gibt es mehrere. Und durch alle muss er durch, bis zum zuweilen bitteren Ende.

Helga Kurz

7. April 2016


Eine fast perfekte Familie: Roman
Eine fast perfekte Familie: Roman
von Meg Mitchell Moore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

4.0 von 5 Sternen Golden Gate, fast eine perfekte Fata Morgana., 13. März 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ein amerikanischer Traum und der Preis der Turboleistungsgesellschaft.

Hätte ich dieses Buch nicht kostenlos zum Rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen, hätte ich vermutlich nie danach gegriffen. Titel und Cover suggerieren eher eine lischenmüllererske, bonbonbunte Familiengeschichte, wie man sie im Bücherwellnessbereich zuhauf findet. Spuren davon sind in dieser Geschichte auch zu finden, aber überwiegend ist sie, sofern man das als Außenstehender beurteilen kann, eine ziemlich schonungslose Analyse über das Abstrampeln einer vielleicht typischen „gehobenen“ nordamerikanischen Mittelschichtsfamilie der Gegenwart.

Die Howthornes, Vater, Mutter, drei Töchter, müssen ganz ordentlich ranklotzen, um sich den Traum vom Leben im komfortablen Haus mit Blick auf die Golden Gate Bridge in der funkelnden Metropole am kalifornischen Pazifik leisten zu können. Das Leben dort ist irrsinnig teuer und es wird immer monströser. Viele gut ausgebildete Hightechleute sind der Schönheit San Franciscos bereits erlegen, alles was einst pittoresk war, ist gefragt und für Normalverdiener nicht mehr zu bezahlen. Warum sollte man nicht da leben, wo das Land nicht nur am schönsten, sondern auch am fortschrittlichsten, am hipsten ist? Arbeiten kann man von überall aus und das Einkommen ist weit überdurchschnittlich. San Francisco liegt ganz klar im Bereich dessen, was man sich leisten kann und will, wenn auch die Mieten bereits über New Yorker Niveau liegen. Für Manager ist auch das Millionenanwesen drin, das noch vor ein paar Jahren eben kein Millionenanwesen war, mit anderen Worten: Die Gentrifizierung der kompletten Stadt ist im vollen Gange. Wer wüsste das besser als Nora Howthorne, die als erfolgreiche Immobilienmaklerin einen stets taxierenden Blick auf die Millionenobjekte hat, die sie zum Teil aus den üblichen Gründen (Spekulation, Scheidung, Pech im Beruf und/oder mit den Finanzen, aber auch das Glück eines weiteren, noch größeren Schritts auf der Karriereleiter hier oder anderswo) bereits mehrfach und mit irren Preissprüngen vermittelt hat. Nur selten gönnt sie sich einen Blick über die Bucht, der nicht von Maklerüberlegungen geprägt ist. Viel Zeit hat sie ohnehin nicht. Der Beruf frisst sie auf, etliche mütterliche Pflichten muss sie so teuer wie unbefriedigend delegieren, vor ehrenamtlichen Tätigkeiten kann und darf sie sich nicht immer drücken, da bleibt keine Zeit für persönliche Interessen und Bedürfnisse. Die Jüngste ist schon sieben Jahre alt und kann immer noch nicht lesen, die Mittlere ist ein lebhafter Freigeist und lebt für irische Gruppentänze, während die begabte und disziplinierte siebzehnjährige Angela, getrieben vom ehrgeizigem Vater mit lukrativem Beraterjob, kurz vor dem Schulabschluss und dem Frühbewerbungsverfahren für die Eliteuniversität Harvard steht. Dabei ist ihr ihre Jugend fast vollständig abhanden gekommen. Immer spürt sie eine schiebende Hand im Rücken, die Stimme im Kopf, die sie nach vorne peitscht. Immer ist ihr Rang als Klassenbeste in Gefahr: Angela, sind die Klassenrankings schon raus? Angela, hast du die Hausaufgaben gemacht? Hast du gelernt? Genügend gelernt? Hast du für den nächsten Crosslauf genügend trainiert? Engagiert du dich überdurchschnittlich fürs soziale Ehrenamt? Sind deine Schulämter prestigeträchtig genug? Angela, was kannst du noch machen, damit es deinen Lebenslauf noch strahlender erscheinen lässt? Angela, das kannst du besser formulieren! Angela, hast du dies oder jenes gelesen? Könntest du nicht doch noch einen weiteren Kurs einschieben? Angela, Angela, Angela. Wann waren die Schulfreundinnen zu Konkurrentinnen geworden, deren Atem sie nicht nur beim Wettrennen im Nacken spürt? Und was verbirgt ihr Vater vor ihr, selbst Harvardabsolvent (ein Vorteil mehr: Ehemaligentochter) und beruflich erfolgreich, der ihr diese und ausschließlich diese Universität von klein auf in den Kopf gesetzt hat?

Erzählt wird die turbulente Geschichte aus dem Leben einer leistungsbereiten, durchaus sympathischen Familie aus den wechselnden Blickwinkeln der einzelnen Familienmitglieder. Das liest sich so temporeich, wie diese Familie lebt, die zunehmend auf erhebliche Schwierigkeiten an nahezu allen Fronten hinsteuert. Teils sind ihre Schwierigkeiten selbstverschuldet, teils sind ihre Wurzeln in der Vergangenheit zu finden und teilweise werden sie von außen herangetragen. Die Erwachsenen haben schließlich zu entscheiden, ob sie dieses Turboleben weiter treiben wollen oder ob es besser ist, die Reißleine zu ziehen. Die älteste Tochter, die im Mittelpunkt des Buches steht, ist da schon so weit, dass sie ihre Entscheidungen künftig selbst treffen wird.

Mag sein, dass das Buch einerseits vielleicht ein doch zu freundliches, zu harmonisches Ende hat. Andererseits gibt es das Glück aber doch hin und wieder und es muss ja irgendjemand treffen. Den Howthornes ist es durchaus zu gönnen. Davon abgesehen, ist es der Autorin gelungen, aktuelle Gesellschaftskritik in eine überwiegend glaubwürdige Geschichte zu packen, deren Fortgang nicht vom moralinsauren erhobenen Zeigefinger getrieben wird. Die Balance zwischen Unterhaltung und Anliegen hat sie gemeistert. Meg Mitchell Moore hat ein Milieu, das ihr gut bekannt sein dürfte, glaubwürdig beschrieben. Besonders über das Maklerwesen, das im Buch viel Raum einnimmt, bekommt man einen immer auch augenzwinkernd verabreichten Einblick in eine weitere amerikanische Hochleistungsdisziplin: Dienstleistung nach Kundenbedürfnissen auszurichten. Ein „Frauenroman“? Vermutlich ja, dieses Mal empfehlend gemeint.

Helga Kurz
13. März 2016


Das Kleid meiner Mutter: Roman
Das Kleid meiner Mutter: Roman
von Anna Katharina Hahn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Poetisches Welttheater? Die drängensten Probleme der Gegenwart? Eher nur geträumt., 12. März 2016
Dass die Autorin eine genaue Beobachterin brüchiger Lebensentwürfe ist, hat sie mit ihren beiden vorausgegangenen Büchern 'Kürzere Tage' und 'Am schwarzen Berg', die beide im Bürgertum Stuttgarts angesiedelt sind, bewiesen. Mit ihrem neuen Roman verlässt sie, von einigen Schlenkern abgesehen, diese ihr wohlbekannte Stadt und nimmt uns, zwar zunächst noch realistisch, jedoch mit den Augen einer Fremden, mit ins Madrid des Jahres 2012. Dort lässt sie uns in das Elend der arbeitslosen Jungakademiker eintauchen, die immer noch in den Kinderzimmern ihrer Elternhäuser ein resigniert wütendes Dasein fristen und ihren Frust auf der geschichtlich bedeutungsschweren Puerta del Sol ausleben, wo sie einen grundlegenden Wandel in Politik und Gesellschaft fordern. Mehr als das, was aus den deutschen Medien hinlänglich darüber bekannt wurde, gibt die Lektüre bei aller Bemühtheit dazu nicht her. Tatsächliche Innenansichten spanischer Befindlichkeiten stellen sich nicht ein. Aber darum geht es der Autorin offenbar auch gar nicht, denn schon bald mutet sie uns einen Parforceritt durch Träume und Albträume zu, in der tote Eltern zu Puppen schrumpfen, böse Märchen erzählt werden, Orangenschnitze eine höhere Bedeutung erlangen und ein merkwürdiger Schriftsteller nebst Höllenhund durch die verwickelte Handlung dräut. Vorantreiben muss dies alles eine junge Spanierin, Ana Maria Martinez Madrugada, genannt Anita, die nur dann nicht papieren bleibt, wenn sie in die Kleider und das Wesen ihrer so schönen wie toten Mutter schlüpft und so dem Leben ihrer Eltern nachspürt. Wie schon viele andere Bücherwesen vor ihr muss sie sich der Tatsache stellen, dass Eltern nicht nur Eltern sind, sondern Männer und Frauen mit Vergangenheit und zuweilen auch Geheimnissen, die sich oft um die Sache zwischen Frauen und Männern ranken. Während ihre Eltern im ehelichen Schlafzimmer im Zeitraffer schrumpfen und schon bald nur noch in Puppenkleider passen, taucht Anita mit Hilfe von vergilbten Papieren und Briefen, aber auch ganz auf der Höhe der Zeit über das Smartphone ihrer Mutter in deren Privatsphäre ein. Sie und der Leser werden mit einem sehr lebendigen schwäbischen Verleger, einer fanatischen Übersetzerin und dem allseits verachteten Literaturbetrieb, aber auch mit der Liebe zur Literatur und zum Schreiben konfrontiert. (Die Bedeutung des Schriftstellers als tatsächlich existierende Person, nicht zuletzt der zeitgeistigen Vermarktung geschuldet, überschätzt auch diese Autorin. Der reale und tatsächliche Leser interessiert sich vor allem für das Buch, das zwar ohne dem Autor nicht existieren würde, will aber nur in den seltensten Fällen den geistigen Urheber mit im Bücherregal stehen haben. Auch wünscht er sich, dass Bücher ohne darüber hinausgehende Erklärungen 'funktionieren'. Ausnahmen bestätigen die Regel.) Eine dunkle Geschichte über die dunkelste Zeit Deutschlands fehlt ebenfalls nicht. Es kann gut sein, dass diese Verknüpfung von Ehebruch, Verrat, Verletzungen, Enttäuschungen, spanischen Globalisierungsopfern, Nazizeit, Orangen über Orangen nebst vielen Einsprengseln gutbürgerlicher Bildungsweisheiten selbst die wohlwollensten Leser von Hahns Büchern, zu denen ich mich zähle, irritieren, enttäuschen, ermüden, was auch immer. Mich hat dieses Buch auch streckenweise gelangweilt, weil die Handlung trotz vieler Hakenschlagerei und Hang zum Surrealismus dennoch in Teilen vorausschaubar ist. Auch das Ende enttäuscht.

Diese Geschichte ist mir zu gekünstelt, zu überfrachtet und am Ende verliert sie sich endgültig im Vagen. Geändert hat sich an den Verhältnissen nichts. Ob die junge Frau am tatsächlich Erlebten oder auch nur Geträumten gewachsen ist und künftig besser mit ihrem Leben zurechtkommt, bleibt dahingestellt. Da sie für mich nie lebendig geworden ist, lässt mich das auch kalt. Dieses Buch macht auf mich den Eindruck, als wäre es den einem leichten Sonnenstich geschuldeten Traumwelten einer fantasievollen Frau, die sich zu lange auf dem heißen Asphalt der Straßen einer fremden Stadt bewegt hat, entstiegen.

Helga Kurz
12. März 2016
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2016 11:44 AM MEST


Schiesser Damen Unterhemd Long Life Shirt 0/0 Arm, Gr. 40, Schwarz (blauschwarz 001)
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Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Top!, 7. März 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Als Unterhemd viel zu schick! Ein tolles Top in edler Optik, gute Passform, die auch nach mehrmaligem Waschen (Long Life!) bleibt, schöne Spitze, angenehm zu tragen, nichts kratzt, nichts zwickt, ein ebenfalls oft kratzendes Etikett im Nacken gibt es auch nicht. Marke und Größe ist eingedruckt Das Wäscheetikett ist ebenfalls weich, was ja leider nicht immer der Fall ist. Bis 40 Grad waschbar und sogar trocknergeeignet, was aber nicht nötig ist, das Top trocknet sehr schnell. Bügeln kann man sich schenken. Die Nähte sind nicht flach, aber ebenfalls weich. Hat alle Vorzüge von Baumwolle, sieht aber nicht danach aus. Das Rippenmuster erinnert nur ganz von Ferne an das, was man früher als gerippte Unterwäsche bezeichnet hat, eher ein Zitat an vergangene Zeiten. Der Ausschnitt hält die Balance zwischen sexy und korrekt perfekt. „Hightech“ von Schiesser, ein Unternehmen, das über eine 140jährige Erfahrung mit Kleidungsstücken hat, die direkt auf der Haut getragen werden. So stelle ich mir ein „Unterhemd“ vor. Preis-Leistungs-Verhältnis für diese Qualität in Ordnung.


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