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Rezensionen verfasst von
Lexi "Wo Bücher verbrannt werden, werden früher oder später auch Menschen verbrannt"

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Sein Artist
Sein Artist

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gekonnter Drahtseilakt, 20. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Sein Artist (Kindle Edition)
Lehrer und (ehemaliger) Schüler, ein gewaltiger Altersunterschied und Intersexualität, ein Hauch Mystery dazu - eine Mischung, die erfahrungsgemäß fast immer grandios schiefgeht.
Es braucht viel Fingerspitzengefühl, hieraus eine Geschichte zu formen, die nicht reißerisch oder effektheischend wirkt. Diesen Drahtseilakt meistert Alexandra Dichtler auf einzigartige Weise. In kurzen, szenenhaften Kapiteln erzählt sie die Geschichte von Leonid und Julius gefühlvoll, ohne die Tragik aufzubauschen, denn die kommt von ganz alleine. Dabei vergisst sie auch den Humor nicht und flicht eine Ahnung des Mysteriösen sorgsam mit ein.
Keine seichte Geschichte für jedermann, kein dicker Schmöker für lange Abende - aber auch nichts für zwischendurch, um es hinterher wegzuwischen. Komprimiert auf so wenig Text bleibt nur das Wesentliche - für Illusionen und falsche Hoffnungen ist kein Platz.

Für das Kunststück, aus der schwierigen Thematik eine gute Geschichte zu machen, gibt es fünf Sterne.


HALF BAD - Das Dunkle in mir: Band 1
HALF BAD - Das Dunkle in mir: Band 1
von Sally Green
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach gut, 23. April 2014
Nathans Mutter war eine Weiße Hexe - sein Vater Marcus ist der meistgehasste Schwarze Hexer Großbritanniens. Ein Massenmörder, grausam, böse - und Nathan wird deshalb sein Leben lang beobachtet, diskriminiert und mit größtem Misstrauen behandelt. Weil er zur Hälfte ein Schwarzer Hexer ist. Der Rat der Weißen Hexen hat ein Ziel: Er will Nathan als Köder einsetzen, um Marcus zur Strecke zu bringen.
Nathan möchte seinen Vater aber nicht töten - er will niemanden töten und mit den skrupellosen Machenschaften des Rates nichts zu tun haben.
Er muss fliehen, um dem Einfluss des Rates zu entkommen - aber wohin soll er gehen? Soll er sich den Schwarzen Hexen anschließen und somit alle Vorurteile bestätigen, die sein Leben seit jeher überschatten?
Aber sind die Weißen Hexen wirklich so viel besser als die Schwarzen?

Ich habe das Buch gekauft, weil das Cover mir sehr zusagte und die Handlung interessant klang. Ich ging in der Erwartung heran, dass es entweder sehr gut sein müsste, oder sehr schlecht.
Die Idee ist nichts Neues, und Sally Green erfindet in ihrem Buch auch das Rad nicht neu.
Aber sie setzt die Idee gut um. Half Bad ist spannend, obwohl übe weite Strecken nicht viel passiert. Nathan ist ein zutiefst sympathischer Protagonist, mit dem ich vollkommen mitfühlen konnte. Was er bereits als Kind durchmachen muss, machte mich wütend.
Allein für seine Abstammung als "Halbcode" (halb schwarz, halb weiß) wird ihm ein Stempel aufgedrückt und streckenweise wird er geradezu gezwungen, diesem Stigma gerecht zu werden, wenn er überleben will.
Es machte durchweg Spaß, das Buch zu lesen. Gelegentlich gab es etwas zu lachen oder zu schmunzeln, manchmal trieb es mir sogar Tränen in die Augen.
Einziger Wermutstropfen ist Annalise, die Weiße Hexe, in die Nathan sich verliebt. Auf diese Beziehung hätte ich gut und gerne verzichten können.
Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf den zweiten Band der Trilogie und vergebe positive vier Sterne mit der Aussicht, in Band 2 und 3 mit der Bewertung noch hochzugehen.


Pariah's Child
Pariah's Child
Preis: EUR 16,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht umsonst die Band meines Lebens, 30. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pariah's Child (Audio CD)
Sonata Arctica haben sich, nachdem ich die Band vor Jahren deshalb näher anhörte, weil mir (als vollkommen metal-unerfahrenem Teenager) der Bandname gefiel, zu meiner entschiedenen Lieblingsband gemausert.

Da mein Musikgeschmack extrem weit gefächert ist, gefällt mir gerade das, was viele SA-Fans bemängeln, ausgesprochen gut: Der Abwechslungsreichtum, der Wandel des Stils ... Ich lernte die Band mit "Unia" kennen und liebe "The Days of Grays" abgöttisch, genauso wie "Ecliptica".

Mit "Pariah's Child" hat die Band es wieder einmal geschafft, mich vollkommen in den Bann zu ziehen.

Vom eingängigen Einstieg "The Wolves Die Young" bis zum grandiosen Finale "Larger Than Life" überzeugt jeder Song und bleibt im Gedächtnis.

Mehr als einmal musste ich beim Hören lächeln und dachte "Da hatte Tony aber seinen Spaß", und weil man sowohl ihm als auch der Band den Spaß anhört, den sie hatten, habe ich absolut nichts an diesem Album auszusetzen.


Himmelsfern
Himmelsfern
von Jennifer Benkau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gutes Buch - und trotzdem ..., 22. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Himmelsfern (Gebundene Ausgabe)
Auf den Inhalt gehe ich nicht mehr näher ein, dieser lässt sich überall gut nachlesen.

Ein Buch dieses Genres hat es mittlerweile schwer.

Junges Mädchen verliebt sich in ein übernatürliches Wesen, das aus irgendeinem mehr oder weniger nachvollziehbaren Grund gefährlich für sie ist.

Das ist nichts Neues und seit Twilight sowieso nicht mehr.

Nichtsdestotrotz gibt es in der riesigen Auswahl Bücher, die Ausnahmen darstellen, die trotz der durchgekauten Idee noch originell sind.

Ist dies bei Himmelsfern der Fall?

Jein.

Es ist definitiv ein gutes Buch - wer das Genre mag, ist hier gut bedient und wer sich da noch nicht sicher ist, für den ist es ein guter Einstieg.

Aber das absolut Besondere fehlt. Es sticht nicht überdeutlich zwischen anderen Werken heraus.

Ich hatte Spaß am Lesen, aber der Funke sprang nicht wirklich über. Ich habe eigentlich keinen Lieblingscharakter, konnte bei Charaktertoden nicht wirklich weinen und habe es nach der letzten Seite ins Regal gestellt, ohne dass es mich noch weiter beschäftigt hätte.

Woran das liegt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

Was mich von Anfang an ein wenig störte war die Frage, warum es denn immer etwas "Besonderes" an der Protagonistin geben muss. Das fängt schon beim Namen an - Noa ist ein Name, den ich für ein Mädchen noch nie gehört habe - und steigert sich noch in Noas Hobby, dem Poitanz, das so besonders ist, dass ich vorher noch nie davon gehört hatte.

Immerhin verhält sich Noa ansonsten sehr glaubwürdig wie ein Teenager und ist im Großen und Ganzen keine unsympathische Protagonistin.

In mancher Hinsicht konnte ich die Handlungen der Figuren - besonders der Gegenseite - nicht nachvollziehen. Sie schienen mir bar jeder Vernunft, jeder logischer Grundlage. Hetzjagden am helllichten Tag, wilde Schießereien in der Öffentlichkeit - und das aus Gründen, die mir bis zum Schluss fadenscheinig bis lächerlich vorkamen.

Einen großen Pluspunkt bekommt die Beziehung von Noa und Marlon. Diese ist sehr glaubwürdig dargestellt, mit dem richtigen Maß an Aufregung über die erste Beziehung, sie ist irrational und sie ist nicht einfach. Nicht ohne Zweifel.

Mein Fazit daher:
Ein lesenswertes Buch, das mir in vorwiegend positiver Erinnerung geblieben ist, obwohl es mich nicht vollkommen mitreißen konnte.
Daher 3,5 (auf 4 hochgerundete) Sterne.


Er ist wieder da: Der Roman
Er ist wieder da: Der Roman
von Timur Vermes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,33

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigende Vorstellung, 19. Januar 2013
August 2011: Ohne zu wissen, wie und warum wacht Hitler auf einem leeren Grundstück in Berlin auf. Während er sich noch fragt, was er hier tut, wo denn Eva oder Goebbels seien, und warum die Straßen so sauber und friedlich aussähen, muss er feststellen, dass er sich im Jahre 2011 befindet.
Nach dem ersten Schock findet er sich schnell mit seiner neuen Situation ab und beschließt, dass er vom Schicksal ins Jahr 2011 geholt wurde, um sein Reich zurückzuerobern, weil es mit Deutschland in den vergangenen sechzig Jahren gründlich bergab ging.

Während der Lektüre fragte ich mich mehrfach, ob man so ein Buch schreiben dürfe oder solle und ob man es als Leser mögen dürfe. Ich sage: Ja!
Dieses Buch ist erschreckend in seiner Logik und Glaubwürdigkeit. Ich rede nicht von der Vorstellung, dass ein Mann, der seit sechzig Jahren tot ist, auf wundersame Weise wieder zum Leben erwacht, sondern von der Frage, wie viel Einfluss ein Mann wie Hitler heutzutage noch erlangen könnte.
Erschreckend viel, wie man im Verlauf des Buches feststellen muss. Natürlich erkennt im Buch niemand, dass es sich um Hitler höchstpersönlich handelt, und so nimmt ihn zunächst niemand ernst. Schnell jedoch wird er von einer Produktionsfirma entdeckt und macht im Fernsehen Karriere als Kömodiant. Die flammenden Reden, die er hält, werden teils mit Empörung, vermehrt aber mit wachsender Begeisterung aufgenommen …
Was mich an diesem Buch am meisten erschreckte, war nicht die knallharte Gesellschaftskritik – dass das RTL-Nachmittagsprogramm reine Volksverdummung ist, muss einem niemand erst sagen. Stellenweise ist es sehr amüsant, Hitlers Einschätzung des heutigen TV-Programms oder der heutigen Politik zu lesen. Wirklich beängstigend ist die Leichtigkeit, mit der Hitler die Herzen Deutschlands eroberte, wie schnell er seine Ansichten öffentlich verkünden konnte, ohne, dass irgendjemand begriff, was da gerade eigentlich passiert: Dass der vermeintliche Comedian auf der Bühne das, was er sagt, bitterernst meint.
Dabei kam ich jedoch nie in Versuchung, der Hauptfigur Hitler irgendwelche Sympathien entgegenzubringen, denn auch wenn ich herzlich über den „Buffalo-Bill-Anwalt im TV“ und Ähnliches lachen musste, verging mir das an anderer Stelle wieder schnell, wenn Hitler von der „widernatürlichen Existenz Polens“ redete, vom „Endsieg“ oder den Juden, den „Parasiten im Körper anderer Völker“. Dadurch wird man regelmäßig daran erinnert, mit wem man es in diesem Buch zu tun hat und dass dieser Mensch keine Sympathien verdient hat, sondern ein Massenmörder mit einer absolut kranken Ideologie.
Man darf nie vergessen, dass dieses Buch aus der Sicht Hitlers geschrieben ist, der von dem, was er sagte und tat restlos überzeugt war. Dabei zeigt er sich dennoch als Mensch, und das ist etwas sehr Wichtiges: Adolf Hitler war, trotz oder gerade wegen seiner Taten, immer noch ein Mensch. Er war kein Monster, seine Verbrechen nicht unmenschlich, ganz im Gegenteil: Zu solchen Gräueltaten sind überhaupt nur Menschen fähig, und Hitler das Menschsein abzusprechen und ihn zu einem „Monster“ zu machen, würde ihn zu etwas von der Menschheit Losgelöstem machen, zu jemandem, gegen den man nichts unternehmen konnte, aber gerade das war nicht der Fall. Hitler die Alleinschuld für die NS-Zeit zuzuschieben, ist wie ein Leugnen der Tatsache, dass er einen enorm großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. In diesem Buch wird das nur allzu deutlich: Ohne weitreichende Unterstützung durch die Menschen hätte Hitler nichts erreicht. Um sechs Millionen Menschen zu ermorden, braucht ein einzelner Hilfe, andere Menschen, die bereit sind, ihm zu folgen und die Morde zu begehen … und um im Jahr 2011 deutschlandweit Fernsehkarriere zu machen, braucht Hitler Einschaltquoten und Menschen, die das, was er zu sagen hat, hören wollen, und die findet er zur Genüge …
Dabei wird deutlich, dass Adolf Hitler kein Wahnsinniger war, sondern im Gegenteil sehr intelligent und berechnend, dass er ganz genau wusste, was er sagen und tun musste, um an Einfluss zu kommen. Im Buch gibt es mehrfach Passagen, in denen Hitler auf unglaublich subtile Weise die Menschen manipuliert, bis sie ihm zustimmen und gar nicht merken, was er ihnen da eigentlich gerade als Wahrheit verkauft hat.
Gerade aus diesem Grund verlangt es auch vom Leser einen gewissen Bildungsgrad, um angesichts der perversen Logik Hitlers nicht zu denken „Er hat ja irgendwie recht …“. Man muss immer aufpassen, nicht unbewusst mit dem Kopf zu nicken, weil Hitler dadurch, dass er selbst an der Richtigkeit seiner Weltanschauung so vollständig überzeugt ist, sie nur allzu überzeugend wiedergeben kann.
Man muss bei der Lektüre dieses Buches immer mitdenken, sich konzentrieren und kritisch bleiben.

Ich vergebe vier Sterne. Einen Stern Abzug gibt es für die ein oder andere etwas ermüdende Stelle, wenn Hitler seitenlang abschweift und über seine Ideologie und politische Arbeit redet. Vieles davon war für mich nichts Neues und wurde, besonders gegen Ende, doch etwas anstrengend, vor allem, wenn man sich kopfschüttelnd fragt, wie man auf eine derart kranke Sichtweise auf die Dinge kommen kann.


Die linke Hand Gottes.
Die linke Hand Gottes.
von Paul Hoffman
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Idee gut, Umsetzung schwach, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die linke Hand Gottes. (Broschiert)
Thomas Cale, genannt Cale, ist einer der unglücklichen Novizen des Erlöserordens, der aus grausamen Mönchen besteht und fristet in der Ordensburg Shotover ein unwürdiges Dasein. Nachdem er Zeuge eines grausamen Verbrechens wurde, flüchtet er mit seinen Freunden Vague Henri und Kleist aus der Burg, um sein Glück weitab von Sünde und Züchtigung zu versuchen.
Dabei gerät er jedoch aufgrund seines Tatents, sich Feinde zu machen, in Ereignisse, die viel größer sind als er selbst und in denen er sehr bald eine wichtige Rolle einnimmt ...
Und der Erlöserorden lässt keinen entkommen. Sie werden Cale jagen, bis sie ihn gefunden haben.

Ich bin was das Buch betrifft sehr zwiespältig. Einerseits gefällt mir die düstere Grundstimmung, die ohne jede Romantik oder rosa Firlefanz auskommt, aber andererseits ist das Buch auch nur düster, alles ist grausam, Cale hat ein ach so hartes Leben und ist dadurch zu einem grausamen, kaltschnäuzigen Schlächter geworden.
Gefühlte tausendmal wird betont, dass Cale seiner Umgebung Angst einflößt, dass die Erlösermönche so extrem grausam sind, dass man mit Cale wiederum so viel Mitleid haben müsste, wo er doch nichts für sein Schicksal kann ...
Dabei dauert es 2/3 des Buches, bis man mal eine Ahnung bekommt, was den nun das Ziel der Handlung ist, aber über weite Teile passiert einfach nichts.
Unter den Charakteren gibt es keinen wirklichen Sympathieträger, die meisten wirken recht flach und manche Wendungen sind einfach nur unglaubwürdig.

Alles in Allem kein wirklich schlechtes Buch, aber mich konnte es zu keiner Zeit richtig mitreißen. Ob ich die Fortsetzung "Die letzten gerechten" ebenfalls lesen werde, weiß ich noch nicht.


Kriegsklingen: Roman
Kriegsklingen: Roman
von Joe Abercrombie
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Makabere Unterhaltung, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Logen Neunfinger ist im ganzen Norden berühmt, dabei will er eigentlich nur noch seine Ruhe haben. Durch verschiedene Umstände begegnet er dem Magier Bayaz, und weil er nichts Besseres zu tun hat, schließt er sich diesem an.
Der nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft verkrüppelte Inquisitor Glokta kämpft indes in Adua, der Hauptstadt der Union, gegen die Intrigen der Tuchhändlergilde an.
Der Union droht ein Krieg gegen die Nordmänner unter der Führung des skrupellosen Bethod, der fast alle Nordstämme unter seinem Banner vereint und die, welche ihm nicht folgen wollten, vernichtet hat.
Die Südländerin Ferro ist auf der Flucht vor und gleichzeitig auf einem Rachefeldzug gegen die Gurkhisen, als ihr der geheimnisvolle Yulwei begenet und sie überredet, mit ihm nach Adua zu gehen.
Dort hat der junge Hauptmann Luthar eigentlich nur eine Sorge: Er soll das Fechtturnier gewinnen, hat aber eigentlich gar keine Lust zu trainieren ...

Das Buch bietet alles, was ich mir schon lange gewünscht habe: Gut platziertes, nie erzwungen wirkendes Gemetzel, einen Schuss Magie, jede Menge Zynismus, Spannung, richtig tolle Charaktere und so gar keine Romantik.
Es hebt sich sehr deutlich von vielen anderen Fantasyromanen ab, in denen der strahlende Held in den Kampf zieht und am Ende noch strahlender dasteht.
Es gibt eigentlich gar keine Helden, kein Gut und Böse, nur Menschen, die unter unterschiedlichsten Umständen aufgewachsen sind und gelebt haben und entsprechend denken und handeln.
Ich bin sehr früh dem Schreibstil verfallen, der sehr sarkastisch und teilweise wirklich makaber ist.
Man darf nicht allzu zart besaitet sein, denn wie gesagt, rosa Fluff findet man hier keinen.
Im ersten Band passiert erst einmal nicht allzu viel, weil die vielen Hauptpersonen eingeführt werden müssen, man muss die Welt erst einmal kennenlernen und begreifen. Am Schluss laufen einige Fäden zusammen und man bekommt eine Idee, was die größeren Zusammenhänge sind.
Ich habe die Lektüre genossen, besonders wegen der Charaktere, die so unterschiedlich, aber auf ihre Art alle liebenswürdig sind - und sei es der Nordmann, der ohne zu zögern tötet, wenn es sein muss (wobei "Es muss sein" Auslegungssache ist). Jeder hat seine Fehler und Macken, eigentlich hat jeder auch gehörig einen an der Waffel, aber gerade das macht die Sache interessant und spritzig.

Das Buch ist der erste Band der Klingentrilogie, gefolgt von Feuerklingen und Königsklingen. Außerdem gibt es noch die unabhängigen Einzelbände Racheklingen und Heldenklingen, die in derselben Welt spielen, aber nicht direkt mit der Trilogie zu tun haben.
Die deutschen Titel der Trilogie sind [Achtung, Ironie] mal wieder eine Meisterleistung des Verlags, sie haben praktisch nichts mit der Handlung zu tun, ebenso wie die Cover, die aber immerhin an sich nicht schlecht aussehen.


Prinz der Dunkelheit
Prinz der Dunkelheit
von Mark Lawrence
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düster und brutal, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Jorg, 14 Jahre, führt eine Bande gewissenloser Mörder an, mit der er durchs Land zieht und alles niederbrennt, was ihm im Wege steht. Doch er hat große Pläne: Er will seinen Platz als Thronfolger zurück, und dafür geht er nicht nur sprichwörtlich über Leichen ...

Dieses Buch ist moralisch eigentlich nicht tragbar. Die Hauptfigur plündert, mordet und vergewaltigt, und dennoch ist man ihr nach spätestens 100 Seiten hoffnungslos verfallen.
Jorg wandelt ständig an der Grenze zwischen "gerade noch erträglich" und "jenseits von Gut und Böse". Aber man kann nicht anders, als ihn zu lieben.
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Es spielt in einer Welt, die auf faszinierende Weise in der unseren verankert ist, was man aber erst viel später begreift. Der Fantasyaspekt ist relativ gering, der Anteil an blutigem Gemetzel dafür umso höher. Leser mit schwachen Nerven werden nicht viel Freude an diesem Buch haben.
Was mich besonders faszinierte, war die wunderschöne Sprache, die oftmals in krassem Kontrast zu den beschriebenen Szenarien steht.
Zwischen aller Grausamkeit wirft Jorg immer wieder seine eigenen philosophischen Gedanken ein, denn er ist als Königssohn hoch gebildet.
Er versucht nicht, seine Verbrechen zu beschönigen oder zu rechtfertigen. Er ist sich bewusst, was er tut und steht hinter seinen Entscheidungen.
Dabei ist er aber keineswegs gefühllos. Auch er hat hinter all der Kaltblütigkeit seine Ängste und Sorgen.

Ich glaube, dieses Buch kann man nur hassen oder lieben. Dazwischen gibt es nichts.


Sturmjäger von Aradon: Feenlicht (Die Aradon-Saga, Band 1)
Sturmjäger von Aradon: Feenlicht (Die Aradon-Saga, Band 1)
von Jenny-Mai Nuyen
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Wunderschön und beklemmend, 4. Januar 2013
Seit Jahrhunderten wird das Element Lirium, das den Menschen ermöglicht, Magie einzusetzen, von den Sturmjägern gesammelt. Nun sind die Ressourcen erschöpft.
Die halbblinde Sturmjängerin Hel gehört zur Mannschaft des Schwebeschiffs Schwalbe. Sie hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann Lirium wahrnehmen wie Licht. Eines Tages sieht sie dabei ein seltsames Aufblitzen am Horizont. Kurze Zeit später wird die Schwalbe angegriffen und stürzt mitten in der Wüste ab. Hel wird als einzige Überlebende von einem geheimnisvollen Jungen gerettet, der sie in die Stadt Har'punanptra begleitet, wo sie sich anderen Sturmjägern anschließen kann, und dann spurlos verschwindet. Hel erfährt, dass viele Schwebeschiffe angegriffen wurden. Sie ist die einzige Überlebende und soll der Magierschaft helfen, dem Täter auf die Spur zu kommen.
Unter Verdacht steht das Volk der Isen, die angeblich eine Rebellion planen. Doch in der Bevölkerung geht das Gerücht um, dass es sich bei dem Täter in Wahrheit um einen Dämon aus dem Alten Reich handelt.
Während im ganzen Land Unruhen zwischen Menschen und Isen ausbrechen und der Dämon eine Spur der Verwüstung hinterlässt, lässt Hel die Frage nicht los, wer ihr mysteriöser Retter mit den unheimlichen Kräften war. Und warum war er zum Zeitpunkt des Absturzes der Schwalbe zufällig zur Stelle, um Hel zu retten?
Dann kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung ...

Sehr früh begann ich, das Buch zu mögen. Jenny-Mai Nuyen hat eine faszinierende Welt geschaffen, voller Gefahren und Wunder.
Hel ist eine Hauptfigur, die man schnell ins Herz schließen kann, weil sie abgesehen von ihrer Gabe vollkommen normal und glaubwürdig ist. Auch die anderen Charaktere sind sympathisch, interessant oder faszinierend. Selbst die Söldner, die insgesamt vielleicht zehn Sätze sagen, blieben mir im Gedächtnis.
Die Handlung selbst enthält viele Parallelen zu unserer Gesellschaft. So ist das Problem des schwindenden Liriums unserem Ölproblem sehr ähnlich und der schwelende Konflikt zwischen Menschen und Isen, der schließlich ausbricht und zu vollkommen willkürlicher Gewalt führt, in unserer Geschichte und Gegenwart nur allzu bekannt. So werden zum Beispiel Isen aus Gasthöfen geworfen, es wird verboten, mit ihnen Handel zu treiben, bis die angebliche Rebellion tatsächlich ausbricht. Auf beiden Seiten gibt es Täter und Opfer, kein Gut und Böse, nur sinnlose Gewalt.
Auch war es mir völlig unmöglich, Hels Retter zu hassen, egal, was man über ihn erfuhr, denn die Dämonen sind nicht böse, sondern einfach nur eine weitere Partei mit eigenen Hintergründen und Motiven.

Das Buch lebt nicht von vielen actionreichen Szenen, sondern von einer unterschwelligen Tragik, die immer wieder zu erahnen ist. Es gibt auch immer wieder fröhliche oder lustige Momente.
Ich habe es als sehr beklemmend empfunden, auch, weil ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe und weiß, dass sie keine Skrupel hat, liebgewonnene (Haupt-)Charaktere sterben zu lassen und dass es ein perfektes Happy End bei ihr nicht gibt.
Das Ende ist recht offen (aber kein schlimmer Cliffhanger) und die Gesamtsituation lässt sehr viel Spielraum für Dramatik, weil ein Happy End schon jetzt nicht mehr möglich erscheint. Ich hatte an mehreren Stellen Tränen in den Augen, auch wegen einer sehr unguten Vorahnung, die sich in mir breitgemacht hat, seit ich das Buch beendet habe.

Nuyens Schreibstil ist großartig, sie schafft es wie nur wenige deutsche Autoren, die deutsche Sprache zart und wunderschön klingen zu lassen.


Jenseits der Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 3] (Schatten-Trilogie (Night Angel), Band 3)
Jenseits der Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 3] (Schatten-Trilogie (Night Angel), Band 3)
von Brent Weeks
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen War der Autor auf Drogen?, 1. Januar 2013
Diese Frage habe ich mir bei der Lektüre dieses Buches mehrfach gestellt.

Der Anfang des Buches schließt noch an die grandiosen ersten beiden Bände der Trilogie an, die mich vor allem durch ihre düstere bis hoffnungslose Stimmung und die vielschichtigen Charaktere begeisterten.
Die erste Hälfte des dritten Bandes hält das noch durch, aber dann kommt es zum großen Wendepunkt, der mich teils ungläubig den Kopf schüttelnd, teils lachend auf die Seiten starren ließ.
Brent Weeks ist es gelungen, alles, was die ersten zweieinhalb Bände ausmacht gründlich ad absurdum zu führen.
Ich habe nichts gegen eine überraschende Wende in der Handlung, im Gegenteil, und ich störe mich auch nicht grundsätzlich an einem Deus ex Machina - aber was hier passiert, ist jenseits von Gut und Böse. Die zweite Hälfte, bzw besonders die letzten hundert Seiten von "Jenseits der Schatten" stehen in so krassem Kontrast zum Rest der Trilogie, dass man viele der Hauptfiguren nur noch anhand des Namens erkennt.
Die Stimmung im Buch ändert sich so drastisch, dass es sich teilweise wie seine eigene Parodie liest. Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme werden aus dem Ärmel geschüttelt, und diese sind derart unglaubwürdig bis abstrus, dass ich mich wirklich fragte, ob der Autor beim Schreiben bunte Pillen geschluckt hatte.
Die Auflösung und das Ende wirken erzwungen hingebogen, lieblos und haben mich zutiefst enttäuscht, da ich die restliche Trilogie wirklich grandios fand.

Zwei Sterne gibt es nur, weil der Anfang des Buches noch großartig war und weil das Ende nebst aller Enttäuschung und Lächerlichkeit einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert enthält, zumindest, wenn man genug Sinn für Humor hat.

Wer die ersten beiden Bände noch nicht gelesen hat, dem rate ich von der Trilogie grundsätzlich ab, es gibt noch mehr Fantasy mit vielschichtigen Charakteren und düsterer Stimmung, die am Ende nicht derart enttäuscht; wer die ersten Bände bereits gelesen hat, sollte besser auch die Finger von diesem letzten Band lassen, wenn man nicht will, dass sämtliche Erwartungen enttäuscht werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2013 1:55 PM CET


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