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Kein Name "romulus18" (Freiburg)

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Saeco HD8323/01 Siebträger Nachtschwarz
Saeco HD8323/01 Siebträger Nachtschwarz
Wird angeboten von loriberto78
Preis: EUR 118,00

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Kaffee für wenig Geld, 28. Januar 2011
Wir haben die Saeco seit vorgestern in Gebrauch. Heute haben wir leider unnötigerweise den Händler erneut aufgesucht, um die Maschine umzutauschen, da sie zeitweise ausgelaufen ist. Unnötigerweise deshalb, weil die neue Maschine den gleichen Fehler aufweist. Abgesehen davon, dass sie gelegentlich für kleine Überschwemmungen sorgt, gibt es jedoch auch positives zu berichten. So schmeckt der Espresso, den die Maschine zubereitet, sehr gut und darüber hinaus lässt sich relativ anständiger Milchschaum herstellen.
Das Inbetriebnehmen der Maschine ist leider etwas langwierig, da die einzelnen Arbeitsschritte, die in der Anleitung stehen, deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die Beschreibung vermuten lässt.
Auch nutzen wir den Siebträger für 2 Espressi, um einen in der gewünschten Stärke zu erhalten, was ein wenig umständlich ist, wenn man mehr als einen zubereiten möchte.
Insgesamt, vor allem, wenn man den Preis im Verhältnis zur Leistung betrachtet, ist die Maschine durchaus empfehlenswert. Mit relativ geringem Kostenaufwand - die luxuriöseren Maschinen sind deutlich teurer - lassen sich Kaffeekreationen wie im Café herstellen, nur mit etwas mehr Aufwand und weniger Komfort.


Violence in Republican Rome
Violence in Republican Rome
von Andrew Lintott
  Taschenbuch
Preis: EUR 59,92

4.0 von 5 Sternen Umfassende Darstellung des Themas Gewalt im republikanischen Rom, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Violence in Republican Rome (Taschenbuch)
In seinem Buch '"Violence in Republican Rome"' versucht Lintott die Gründe und tieferen Ursachen für die Gewalttätigkeit, die insbesondere die letzte Phase der Republik kennzeichnete, herauszuarbeiten. Als erstes weist er in diesem Zusammenhang auf archaische Formen der Volksjustiz wie lapidatio (Steinigung), occentatio (Singen von Spottgesängen), flagitatio (Forderung) und quiritatio (Hilferuf) hin. Diese Handlungsweisen tauchten, obwohl sich inzwischen ein Rechtssystem entwickelt hatte, auch bis in die späte Republik hinein immer wieder auf und wurden teilweise auch von Politikern wie Publius Clodius instrumentalisiert (man nehme zum Beispiel die bei Plutarch beschriebene occentatio gegen Pompeius). Des Weiteren weist Lintott darauf hin, dass auch in das Recht Prinzipien der Selbsthilfe eingeflossen seien, in gewissen Situationen die Anwendung von Gewalt nicht nur toleriert, sondern geradezu erwünscht war. Im Weiterleben dieser Formen von Gewalt in Volksjustiz und Recht sieht Lintott eine der Wurzeln der exzessiven Anwendung von Gewalt in der späten römischen Republik. Im zweiten Teil stellt der Autor Techniken der Gewaltanwendung vor und beschreibt die verschiedenen Personengruppen auf die ein ehrgeiziger und skrupelloser Politiker zurückgreifen konnte wenn er vorhatte seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen. In Frage kamen dafür Klienten wie auch durch die eigene Politik erworbene Anhänger (so z.B. bei den Gracchen), Sklaven und später auch angeheuerte Gladiatoren. Interessant ist auch die Art und Weise in der Clodius sich die collegia zur Aufstellung seiner '"Banden"' zu Nutzen machte. In Teil drei beschäftigt sich Lintott mit der Frage mit welchen Mitteln von Seiten der res publica gegen die zunehmende Gewalt vorgegangen werden konnte. In diesem Zusammenhang untersucht der Autor die Rolle der Aedilen und der triumviri capitales und inwiefern diese Polizeiaufgaben übernehmen konnten. Wenig erstaunlich kommt Lintott hier zu dem Ergebnis, dass dies nur in sehr begrenztem Maße bzw. in Ausnahmesituationen der Fall sein konnte. Hierin sieht er ein entscheidendes strukturelles Defizit, das es der res publica unmöglich machte effektiv für Ordnung zu sorgen. Anschließend betrachtet Lintott die wichtigsten republikanischen Gesetze gegen die Anwendung von Gewalt, die lex lutatia, die lex plautia und die extra für die Unruhen von 52 verabschiedete lex pompeia. Anhand eines Gesetzes aus der Kaiserzeit versucht Lintott hier die Bestimmungen der republikanischen Gesetze zu rekonstruieren und die Datierung der ersten beiden Gesetze einigermaßen sicher festzulegen. Erstaunlich ist die Festellung die Lintott später macht, nämlich dass man schon verabschiedete Gesetze zwar auf Grund einer Reihe von Technikalitäten annullieren konnte, jedoch nicht wegen Gewaltanwendung bei der Verabschiedung eines Gesetzes (dies mag umso mehr erstaunen, da Gewalt eben vor allem zur Durchsetzung von Gesetzesanträgen verwendet wurde!). Dadurch, dass es hier eben keine Möglichkeit zur Annullierung gegeben hat, wurde die Anwendung von Gewalt für politische Zwecke nicht gerade entmutigt. Eine mögliche Erklärung für diese Merkwürdigkeit könnte sein, dass ein gewisses Maß an Gewaltanwendung in Volksversammlungen so üblich war, dass die Gefahr bestanden hätte, wenn eine dementsprechende Regelung getroffen worden wäre, dass praktisch jedes Gesetz potentiell hätte angefochten werden können, auch die Gesetze der boni. Im Kapitel über das senatus consultum ultimum macht Lintott ebenfalls einige interessante Bemerkungen, so grenzt er es zum Beispiel von einigen ähnlichen Senatsbeschlüssen, wie dem tumultus oder der hostis Erklärung ab. Da die hostis Erklärung nämlich nicht unbedingt mit dem SCU einhergeht, stellt sich für das letzteres die (schon in der damaligen Zeit) kontrovers diskutierte Frage, wie weit die Konsuln bei dem SCU eigentlich gehen durften. Im vierten und letzten Teil seines Buches beschreibt Lintott die Entwicklung der Gewalt in der späten römischen Republik von den Gracchen bis zum Bürgerkrieg, den er als den folgerichtigen Endpunkt jener sich stetig in die Höhe schraubenden Gewaltspirale ansieht.

Lintotts Werk ist schon deshalb höchst lesenswert, da es eine der wenigen wirklich umfassenden Studien zum Thema Gewalt im republikanischen Rom darstellt. Meistens wird es entweder kurz in Überblicksdarstellungen behandelt oder aber einzelne Aspekte des Themas näher unter die Lupe genommen, etwa Clodius und das "Bandenunwesen", das meistens mit blutigen Mitteln ausgeführte SCU oder aber die Gracchen und ihr blutiges Ende. Im Einzelnen macht Lintott auch sehr bemerkenswerte Feststellungen, etwa was die archaischen Formen von Gewaltanwendung oder auch die Gesetzgebung gegen Gewalt angeht. Einige Punkte sind jedoch auch nicht ganz unproblematisch, wie zum Beispiel dass Lintott das Fehlen von Polizei als einen Grund für das hohe Maß an Gewalttätigkeit in der späten Republik angibt. Gegen diese Annahme stehen vor allem zwei Erwägungen (siehe Nippel: Aufruhr und '"Polizei'" in der römischen Republik), die erste grundsätzlicher Natur. Lintott macht seine Behauptung unreflektiert von einem modernen Standpunkt aus, der sich die Nichtexistenz von Polizei überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Doch ist hier nicht etwa Rom, das eben keine Polizei im institutionellen Sinne kennt, die Ausnahme, sondern die Moderne, denn erst frühestens seit dem 18., eher erst seit dem 19. Jahrhundert, begann sich langsam so etwas wie ein Polizeiapparat in unserem Sinne zu entwickeln. Sachlich mag es zwar richtig sein, dass es mit einer Polizei in Rom nicht ein solches Ausmaß an Gewalt gegeben hätte, doch danach zu fragen ist- um einen Vergleich herbeizuziehen- in etwa so, wie darüber zu reflektieren warum Caesar nicht mit dem Auto nach Gallien gefahren ist. Die zweite Erwägung- eng damit verbunden- ist, dass Rom es vor 133 im Großen und Ganzen verstanden hat in einem zumindest für den Erhalt und das Funktionieren der staatlichen Ordnung notwendigen Maße für eine relative Ruhe zu sorgen. Auch Herausforderungen wie die catilinarische Verschwörung, die ja im Jahre 63 stattfand, konnten mit den Vorhandenen Mitteln bewältigt werden, da man solche Situationen durchaus flexibel handhaben und die notwendigen Maßnahmen ad hoc treffen konnte. Statt einer Polizei gab es funktionelle Äquivalente und die Ordnung funktionierte nicht nur, sondern sie konnte- bis zu den 50ger Jahren- auch größeren Herausforderungen durchaus gerecht werden (Es ist natürlich immer die Frage was für ein Maß man an "Ruhe und Ordnung" anlegt; im Vergleich mit modernen Zuständen mag es in Rom immer anarchisch zugegangen sein). Die Gründe für die Zunahme von Gewalt sind also nicht hier zu finden. Trotz diesem und einiger anderer Einwände, die man erheben könnte, ist Lintotts Buch dennoch mit Gewinn zu lesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 21, 2014 8:10 AM MEST


Last Seen in Massilia
Last Seen in Massilia
von Steven Saylor
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Still on a high level, 8. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Last Seen in Massilia (Taschenbuch)
After Gordianus received an anonymous message of his son Meto's death, he and his son-in-law Davus travel to Massilia- where Meto was last seen- to find out what happened to him. The snag is that Massilia is besieged by Caesar's troops and neither can anybody get into the city nor can anybody leave it. However, Gordianus and Davus achieve the impossible and as soon as they have entered the city they are in the utmost danger because they are thought to be Caesar's spies. At the last moment Hieronymous, the scapegoat of the city who is supposed to take on all its sins, saves them and accommodates them in his house. After Gordianus is assured of Meto's death by the Roman exile Milo, he grieves for days until he witnesses from the roof terrace of Hieronymous' house the fight of a man and a young woman on the notorious scapegoat rock. After a few moments the woman falls down. Was it murder? Has the man pushed her or has he rather tried to prevent her from jumping? The next day a desperate father whose daughter has disappeared arrives at Hieronymous' house and asks Gordianus to solve the mystery of her disappearance. Gordianus being glad to get some distraction from his son's death accepts the task but soon he realizes that it is one thing to investigate in Rome, a city in which he has spend all his life, and in Massilia where his only friend is the despised scapegoat Hieronymous.
"Last seen is Massilia" might not be as brilliant as most of Saylor's previous works, but is still well worth reading. The author builds up tension from the first page and maintains it until the very last. The descriptions of the besieged city, the techniques of its beleaguerers and the atmosphere of exasperation and panic are convincingly depicted and- as in most of his books- the plot is full of unexpected twists and turns. The way Gordianus and Davus make it into the besieged city might be slightly dubious and- as Saylor admits in his author's notes- the description of the administration as well as some details of the city itself are based on speculation due to the lack of sources, but these are the only points of criticism. This book is not only a must- read for Saylor fans but for everyone that relishes whodunits set in the ancient world.


Rubicon (Roma Sub Rosa)
Rubicon (Roma Sub Rosa)
von Steven Saylor
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,94

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Another page turner by Steven Saylor, 16. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Rubicon (Roma Sub Rosa) (Taschenbuch)
Caesar and his army have crossed the Rubicon and the dark clouds of the approaching Civil War are hanging oppressively over the city of Rome. Oppositional Senators are planning their flight, a great part of the citizenry is deeply anxious about their uncertain future while others are awaiting Ceasar's coming eagerly. In this tensed situation, Gordianus makes a terrible discovery: Numerius Pompeius, a relative of Pompey the Great, lies strangeled in the garden of Gordianus' house on the Palatine. Gordianus had discussed business matters with him, and had left Numerius alone for a few minutes, only. How could this hideous crime happen? The garden is not accessible from outside. Is someone of his servants or even his family involved in the murder? Gordianus cannot imagine that. When searching the body, he finds some mysterious documents which somehow seem to be conected with the murder in Numerius' shoes. Before having the opportunity to read them completely, Pompey the Great arrives at Gordianus' house with a troop of soldiers and he is indignant when hearing of the homicide. Although he does not suspect Gordianus of the crime, the Great takes Gordianus' son-in-law Davus with him to Brundisium. He tells Gordianus that he would release Davus only if he brings him the murderer of Numerius.
The central historical theme of this volume is the siege of Brundisium where Pompey had barricaded himself. Saylor's great historical accuracy is again evident in the vivid details he gives us of the situation briefly before the Civil War and of its beginning. The mystery plot is not only well constructed, but this time also raises interesting moral questions which add substance to the book and credibility as well as depth to the character of Gordianus. On the whole, Rubicon is still- if not quite as good as the previous novels- well worth reading. Nobody who is interested in Roman history will be disappointed after having read this book. Unfortunatly, there is no German translation of this novel until today.


Tod eines Gladiators: Ein Fall für Publius Aurelius
Tod eines Gladiators: Ein Fall für Publius Aurelius
von Danila Comastri Montanari
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu viele offensichtliche Schwächen, 9. März 2006
Der Gladiator Chelidonis, Held der Arena, hat seinen auf dem Boden liegenden Gegner Quadratus schon entwaffnet, setzt gerade zum letzten Stoß an... und bricht wie vom Blitz getroffen ohne die Einwirkung eines Gegners tot zusammen. Diese Szene erleben Kaiser Claudius und der Senator Publius Aurelius im Amphitheater des Statilius Taurus auf dem Marsfeld. Kein Zweifel- Chelidonis muss ermordet worden sein, aber wie? Gewöhnlich sollte ein Mord vor mehreren tausend Zuschauern nicht besonders schwer aufzuklären sein, aber diesmal verhält es sich anders. Da der Gladiator beim Volk sehr beliebt gewesen ist, beauftragt Kaiser Claudius Publius Aurelius, der sich mit dem Lösen von Kriminalfällen schon einen Namen gemacht hat. Schon bald gibt es erste Spuren, was Aurelius jedoch nicht besonders weiter bringt, da alle Zeugen, die ihm weiterhelfen könnten, einer nach dem anderen Chelidonis ins Totenreich nachfolgen. Zudem findet Aurelius heraus, dass ziemlich einflussreiche Kreise in das Mordkomplott verwickelt sind und das viel mehr dahinter steckt als auf den ersten Blick sichtbar ist...
Danila Montanaris Buch ist teilweise ganz unterhaltsam und wenn es zu Unterredungen zwischen Aurelius und seinem Sekretär Castor kommt, bisweilen auch recht humorvoll. Dennoch gibt es Schwächen, die einfach zu sehr ins Auge fallen, oftmals auch verursacht durch die Schlampigkeit der Autorin (oder der Übersetzerin?). Wenn zum Beispiel von Aurelius Sekretär Castor oder seinem Verwalter Paris die Rede ist, werden diese manchmal als Sklaven, manchmal auch als Freigelassene bezeichnet. Genauso werden die Begriffe "Senator" und "Patrizier" scheinbar synonym verwendet. Oftmals greift Danila Montanari ohne Notwendigkeit auf lateinische Begriffe zurück und in anderen Fällen benutzt sie moderne Begriffe, wenn die lateinischen angebracht gewesen wären um Missverständnissen vorzubeugen (so ist auf Seite 65 von einem "Degen" die Rede). Auch die Krimihandlung kann dieses Mal nicht wirklich überzeugen. Es bleibt oftmals im Dunkeln wie der Ermittler zu seinen Schlüssen kommt. Da ich schon einen anderen Band aus der Reihe gelesen habe, weiß ich, dass Danila Montanari es auch besser kann. Dieses Buch würde ich jedoch nicht unbedingt weiterempfehlen.


Wie ein Lamm unter Löwen: Historischer Roman
Wie ein Lamm unter Löwen: Historischer Roman
von Tilman Röhrig
  Taschenbuch

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer Historienroman, 7. Februar 2006
Ein Wunder ist geschehen und Heinrich VI., deutscher König und römischer Kaiser, kann es kaum glauben: Seine vierzigjährige Gemahlin Konstanze von Hauteville hat ihm zu guter letzt doch noch den erhofften Sohn und Thronfolger geboren. Am Weihnachtstag des Jahres 1194 bringt sie Konstantin Roger zur Welt, der später als Friedrich II. in die Geschichte eingehen und zum Mythos werden sollte. Der Roman erzählt die Geschichte des großen Herrschers von seiner Kindheit an, über die abenteuerliche Reise nach Konstanz und den Kampf mit dem Welfen Otto IV um die Macht, die Absetzung und Verurteilung seines eigenen Sohnes Heinrich VII. bis zu seinem Tode im Jahre 1250. Das "Staunen der Welt" (stupor mundi- so wurde Friedrich genannt) hörte allerdings auch nach seinem zu frühen Dahinscheiden nicht auf im Reiche ein wichtiger Faktor zu sein: Immer wieder tauchten Scharlatane auf und gaben sich als Friedrich der Staufer aus. Ein solcher Fall ereignete sich im Jahre 1284. Ein Mann namens Tile Kollup schaffte es zuerst die Bürger von Neuss und später noch die Einwohner mehrerer anderer Reichsstädte davon zu überzeugen, dass er tatsächlich der zurückgekehrte Stauferkaiser sei und sorgte damit für einige Unruhe im Reich.
Tilman Röhrigs Roman ist was die historischen Fakten angeht weitestgehend sehr korrekt. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten schafft es der Autor den Leser in seinen Bann zu ziehen und ihm ein recht kurzweiliges Lesevergnügen zu bereiten. Die Figur Friedrichs bleibt allerdings den ganzen Roman über relativ schemenhaft und es wird dem Leser nicht gestattet ihn ein wenig näher kennen zu lernen. Aus diesem Grund wird der Kaiser auch nie zur Identifikationsfigur (diese Rolle übernehmen seine Kammerdiener Lupold und Tile). Vielleicht ist dies aber auch ganz gut so, weil der Mythos Friedrichs sonst gewissermaßen banalisiert worden wäre. Das letzte Kapitel, welches die Geschichte des falschen Kaisers im Jahre 1284 erzählt, hätte- wenn es geschickter konstruiert worden wäre- eine ganz unterhaltsame Spekulation über die Herkunft des erfolgreichen Hochstaplers Kollup werden können. So jedoch wirkt es ein wenig wie ein Fremdkörper und mindert den positiven Gesamteindruck des Buches ein wenig. Alles in allem ist der Roman eine kurzweilige, teilweise auch ganz lehrreiche Geschichtsstunde, aber kein Meisterwerk. Ich würde das Buch niemandem empfehlen, der sich schon ausgiebig mit Friedrich II. beschäftigt hat. Wer jedoch noch nicht viel über diesen Kaiser weiß, der wird sich nach dem Lesen von Röhrigs Roman zur weitergehenden Lektüre angeregt fühlen.


Römischer Lorbeer
Römischer Lorbeer
von Steven Saylor
  Broschiert

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Saylors Romane werden immer besser, 4. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Römischer Lorbeer (Broschiert)
Der alexandrinische Philosoph Dio sucht Gordianus mit einem ungewöhnlichen Auftrag auf: Er soll ihm helfen am Leben zu bleiben. Gordianus kann den Auftrag nicht annehmen und schon am nächsten morgen wird Dio bestialisch ermordet im Hause seines Gastfreundes Coponius aufgefunden. Gordianus wird nun von Clodia beauftragt den Mord zu untersuchen und Beweise gegen den jungen Aristokraten Marcus Caelius zu sammeln, der pikanterweise bis vor kurzem Clodias Liebhaber gewesen war. Ist wirklich er der Mörder oder versucht sich Clodia lediglich an ihrem Verflossenen zu rächen? Gordianus muss ein Netz von Lügen und Scheinwahrheiten durchdringen, bis er am Ende die schreckliche Wahrheit entdeckt.
Mit "Römischer Lorbeer" ist Saylor ein gewohnt spannender und solider Historienkrimi gelungen, der sich wieder einmal an einer Verteidigungsrede Ciceros orientiert. In diesem Buch ist noch mehr als in den vorherigen Bänden das hohe Maß an Authentizität und Detailtreue der Darstellung hervorzuheben. Diesmal ist im Gegensatz zum Vorgänger auch die Kriminalhandlung wieder stärker ausgeprägt und einmal mehr schafft es Saylor seinen Leser geschickt an der Nase herumzuführen.


Das Rätsel des Catilina. Ein Krimi aus dem alten Rom.
Das Rätsel des Catilina. Ein Krimi aus dem alten Rom.
von Steven Saylor
  Taschenbuch

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der bislang beste Band der Serie, 12. Dezember 2005
Der römische Privatermittler Gordianus hat der ewigen Stadt den Rücken gekehrt und sich zusammen mit seiner Familie auf eine Farm in Etrurien zurückgezogen, wo er die Abgeschiedenheit und Ruhe des Landlebens genießen möchte. Eines Tages bekommt er Besuch von Marcus Caelius, einem Freund und Mitstreiter des Konsuls Cicero, der ihn wissen lässt, dass es nun an der Zeit sei diesem einen alten Gefallen (beneficium) zu vergelten. Gordianus soll den berüchtigten Senator Catilina, der verdächtigt wird einen gewaltsamen Umsturz gegen die republikanische Ordnung zu planen, falls er bei den diesjährigen Konsulatswahlen nicht gewinnen sollte, bei sich aufnehmen und bespitzeln. Zunächst sträubt sich Gordianus dagegen diesen Mann in sein Haus zu lassen, schließlich soll Catilina seinen eigenen Sohn und seinen Schwiegersohn ermordet, eine vestalische Jungfrau geschändet und noch weitere Verbrechen auf dem Kerbholz haben. Nachdem Gordianus in einem seiner Ställe jedoch eine kopflose Leiche entdeckt- eine wohl eindeutige Drohung, bloß von wem?- ändert er schließlich seine Meinung und willigt ein. Als Catilina eintrifft, erlebt Gordianus ihn als einen sehr angenehmen, freundlichen und charismatischen Zeitgenossen, der überhaupt nicht mit dem Bild übereinstimmt, welches Cicero von ihm zeichnet. Catilina versichert Gordianus schließlich auch glaubhaft, dass alle Vorwürfe gegen ihn Verleumdungen seines Todfeindes Cicero seien, um ihn, einen Freund des Volkes, vom Konsulat fernzuhalten. Schon bald fragt sich der Privatermittler, wer denn hier ein falsches Spiel treibt. Ist es sein alter Bekannter Cicero oder doch dessen berüchtigter Gegenspieler Catilina?
Mit "Das Rätsel des Catilina" ist Saylor ein herausragender historischer Roman gelungen. Einmal mehr versucht der Autor hinter die rhetorischen Tricks und Kniffe Ciceros zu schauen und berechtigte Zweifel an dessen Ausführungen in den catilinarischen Reden hervorzurufen. Allerdings muss man hervorheben, dass es für Saylors revisionistische Darstellung, auch wenn sie generell glaubhaft erscheint, keinerlei Beweise im eigentlichen Sinne gibt. Des Weiteren ist festzuhalten, dass Saylor mit seiner (zu) positiven Sicht Catilinas wohl etwas über sein Ziel herausgeschossen sein mag. Interessant und lehrreich sind die Ausführungen über das Leben auf einem römischen Landgut und auch der Versuch Saylors dem Leser den Wahlvorgang näherzubringen ist lobenswert. Allerdings scheinen die Wähler statt zwei nur eine Stimme zu haben, was nicht korrekt wäre, da ein römischer Wähler stets so viele Stimmen zu vergeben hatte, wie es Amtsinhaber in einem bestimmen Rang des cursus honorum gab (also zwei Stimmen bei der Wahl der Konsuln, acht bei der Wahl der Praetoren usw.). Insgesamt muss man sagen, dass der Roman unheimlich spannend und diesmal an einigen Stellen auch recht humorvoll ist, wobei besonders der geniale Einfall mit der Schlachtansprache Catilinas am Ende des Buches hervorgehoben werden muss. Für Fans historischer Romane ist dieser Band ein absolutes Muss. Krimifans auf der anderen Seite sollten vorgewarnt sein, dass sie nur dann auf ihre Kosten kommen, wenn sie sich auch für den historischen Hintergrund interessieren.


Die Pforten des Hades
Die Pforten des Hades
von Steven Saylor
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Deutlich schwächer als der erste Teil, 4. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Pforten des Hades (Broschiert)
Diesmal wird Gordianus nach Baiae beordert, um dort den Mord an Lucius Licinius, einem Verwandten des Marcus Licinius Crassus und Verwalter seiner Güter, aufzuklären. Sein Auftraggeber ist Gelina, die Witwe des Verstorbenen, aber auch Crassus selbst hat ein lebhaftes Interesse an diesem Fall. Der Grund dafür ist, dass es sich bei den Verdächtigen um zwei Sklaven seines Haushaltes handelt, die verdächtigerweise seit der Nacht des Verbrechens spurlos verschwunden sind. Dies wäre für ihn recht peinlich, da er gerade im Begriff steht den Senat um das Kommando gegen die marodierenden Horden des Spartacus zu bitten. Sollte sich herausstellen, dass er nicht einmal seine eigenen Sklaven unter Kontrolle hat, wäre dies alles andere als ein gutes Omen für den Senat. Daher hat Crassus beschlossen nach den Munera alle Sklaven des Haushaltes nach altrömischer Sitte hinzurichten um sich als einen harten Verfechter römischer Gerechtigkeit zu präsentieren. Gelina möchte, dass Gordianus die Unschuld der beiden Sklaven beweißt und somit das Leben der anderen Haushaltssklaven rettet. Da bis zu den Munera nur noch wenige Tage Zeit sind, muss Gordianus sich beeilen den wahren Mörder zu finden, doch dieser ist von der Ankunft des Schnüfflers überhaupt nicht begeistert und schon bald gibt es den ersten Anschlag auf Gordianus Leben...
Diesem zweiten Roman der Roma Sub Rosa Reihe mangelt es teilweise leider ein wenig an Spannung. Besonders der Beginn, bis Gordianus endlich einmal am Tatort angekommen ist zieht sich und zwar insbesondere deshalb, weil Saylor diesmal kein so raffinierter Einstieg wie im ersten Buch gelungen ist. Die Abhandlung über die Galeerensklaven erweißt sich als äußerst zäh und ist darüber hinaus auch ein wenig seltsam, weil in der Antike gewöhnlich keine Sklaven als Ruderer auf Kriegsschiffen eingesetzt wurden. Auch das Ende des Romans ist diesmal nicht überzeugend, da hier ein Sklave durch seine Aussage eine hohe Persönlichkeit zu Fall bringt. Trotz dieser Schwächen ist der Gesamteindruck des Romans noch immer positiv und ich bin schon dabei den nächsten Band der Serie zu lesen...


Das Lächeln des Cicero. Ein Kriminalroman aus dem alten Rom
Das Lächeln des Cicero. Ein Kriminalroman aus dem alten Rom
von Steven Saylor
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gekonnte Mischung aus historischen Fakten und Fiktion, 24. November 2005
Der römische Privatschnüffler Gordianus wird von dem aufstrebenden jungen Anwalt Marcus Tullius Cicero beauftragt ihn bei der Verteidigung von Sextus Roscius, der seinen Vater ermordet haben soll, zu unterstützen und die Hintergründe der Tat zusammenzutragen. Obwohl es sich herausstellt, dass Sextus Roscius (pater) und sein Sohn Sextus Roscius (filius) nicht gerade das beste Verhältnis zueinander hatten und der Sohn gute Gründe gehabt hätte das Leben seines Vaters zu beenden, gibt es substantielle Widersprüche, die sowohl Gordianus als auch Cicero von dessen Unschuld überzeugen. Seltsamerweise jedoch ist der Angeklagte weder seinem Anwalt Cicero noch Gordianus gegenüber besonders kooperativ, obwohl die Strafe, die ihn bei einer Verurteilung für Vatermord ereilen würde, nicht bloß den Tod, sondern auch grausamste Folter bedeuten würde. Gordianus reist schließlich nach Ameria, dem Heimatort des Geschlechts der Roscii um weitergehende Ermittlungen durchzuführen. Dort angekommen stößt er auf die Spuren einer ungeheuerlichen Verschwörung...
Dieser erste Teil der Roma sub Rosa Serie, der auf einem tatsächlichen, relativ gut dokumentierten antiken Kriminalfall basiert (wobei sich Saylor natürlich jede Menge Freiheiten nimmt), ist äußerst gelungen. Saylor schafft es von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und die Kombinationsgabe seines Helden erinnert stark an die des Ermittlers William von Baskerville in Umberto Ecos legendären Roman "Der Name der Rose". Saylors Buch ist sowohl für Leute, die sich schon eingängig mit der römischen Republik beschäftigt haben, wie auch für Laien sehr zu empfehlen und bestens lesbar. Störende Anachronismen halten sich einigermaßen in Grenzen, auch wenn hin und wieder einmal zweifelhafte Passagen auftauchen, wie zum Beispiel die Behauptung, dass der Anwalt Hortensius Bedienstete ausschicke, die für ihn nach neuen Fällen Ausschau halten sollten. Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um eine ironische Anspielung auf amerikanische Verhältnisse, für die römische Antike ist solch eine Annahme jedoch geradezu absurd.


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