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Beiträge von Stefan Broder
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Rezensionen verfasst von
Stefan Broder "Es gibt einen Grund, warum wir hier sind..."

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Wandelgermanen: Hartmut und ich stehen im Wald
Wandelgermanen: Hartmut und ich stehen im Wald
von Oliver Uschmann
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skurille Figuren in abgefahrener Welt, 24. Oktober 2007
Der Autor dieses Buches hat seine Fans auf seiner Webseite dazu aufgerufen, den Begriff "hartmutesk" auf ihren Seiten zu benutzen, damit er noch dieses Jahr 1111 mal im Netz steht. 1111 ist eine Schnapszahl und wie besoffen fühlt man sich auch, wenn man mit den Figuren durch dieses Buch irrt. "Hartmutesk" ist ein Wort, mit dem er wohl zeigen will, dass alle üblichen Worte für seine Welten nicht ausreichen. Dass er was ganz eigenes erschaffen hat. Stimmt das? Und wie das stimmt!

Zunächst war ich skeptisch, als ich das Buch mit den Worten geschenkt bekam: Du stehst doch auf Douglas Adams und so bekloppte Welten. Denn das Buch wirkt nicht so, eher wie ein typischer, flotter Männer-/Frauen-, Land-/Stadt-, Heimwerker-/Studenten-Roman. Dann aber entfaltet sich in der Provinz tatsächlich eine Welt, die keine Galaxis braucht, um ähnlich abgefahren wie Douglas Adams oder Konsorten zu sein. Die Figuren sind ähnlich skurill und einzigartig, besonders plastisch ist mir Siegmund vor Augen, der riesige Spätgermane mit Insekten im Karl-Marx-Bart, der barfuß durch das Unterholz stapft und nur die Wege nimmt, die der Wald selbst ihm anbietet. Eine Mischung aus Reinhold Messner, dem Yeti und Jean Pütz. Oder Tito, der kleine untersetzte Kämpfer der "Waldfront", der mit gutmütigem Blick seine Arme schwingen lässt und noch den stärksten Gegener umhaut. Oder Steinbeis, der allmächtige Beamte, der nur heißes Wasser ohne Tee trinkt und an eine Mischung aus dem Steinbeißer-Monster der "Unendlichen Geschichte" und meinem alten Schulhausmeister erinnert.

Uschmann schüttelt solche Figuren aus dem Ärmel, als wäre es nichts. Für Menschen, die gerade auf den abgefahrenen Humor stehen, sind diese übertriebenen Nebenfiguren sogar noch spaßiger als die menschlich nähergehenden Hauptfiguren, die zwei Paare und ihre Haustiere. Manchmal verstrickt sich das Buch in ein paar Längen, aber die Welt, die hier als psychedelisches Märchen mitten unter uns erschaffen wird, ist unglaublich liebevoll und einmalig verrückt. Und da ich Autoren, die sich um wirklich eigene Welten bemühen, sehr schätze, gibt es die volle Wertung!


Azrael
Azrael
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starke Geschichte, platter Stil, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Azrael (Taschenbuch)
Ich muss zugeben: 12 Bücher von Hohlbein habe ich gelesen, vor allem als Teenager. Die ersten drei mit Begeisterung, die nächsten immer noch gespannt, aber mit einem unguten Gefühl, dann ging es bergab. Hohlbein schreibt viel, unfassbar viel und daher schreibt er wie ein Fabrikarbeiter. Seine Sprache ist, nett gesagt, zweckmäßig. Böse gesagt ist sie nur einen Hauch über Groschenromanen angesiedelt. Menschen haben bei ihm meistens Nachnamen und wenn sie sich erschrecken, "gefriert ihr Blut" oder sie "stehen fassungslos vor dem Gesehehenen." Wer viel Hohlbein liest, findet immer dieselben Beschreibungen, als benutze er fast Bausteine.

Sein Können sind die Plots. Die sind häufig unglaublich stark und fesselnd. Auch hier. "Azrael" verbindet drastischen, brutalen Horror mit einer psychologisch interessanten Vater-Sohn-Geschichte, besonders junge Männer identifizieren sich schnell mit dem kleinen Sielmann. Das fasziniert. Atmosphäre entsteht, man ist gefesselt. Nur: die Sprache macht es kaputt und die Tatsache, dass der Mann immer alles auspackt, das ganze Besteck. Subtil ist was anderes.

"Azrael" ist ein früheres Werk und eines seiner besten, noch nicht so abgenutzt, ziemlich radikal. Ich glaube, es wird eines der Bücher sein, von dem man dann aber dennoch ausnahmsweise mal sagen können wird: Der Film war besser! Denn Hohlbein ist nicht Literatur, Hohlbein ist "nur" Kopfkino.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 5, 2008 8:55 PM MEST


Discworld 2
Discworld 2
Wird angeboten von Rare-Games

5.0 von 5 Sternen Eine Welt mit eigenen Regeln, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Discworld 2 (Videospiel)
Terry Pratchett ist, ähnlich wie Douglas Adams, einer der wichtigsten Schriftsteller und Welten-Erfinder unserer Zeit. Mit der "Scheibenwelt" hat er einen Kosmos erfunden, der mittlerweile über 30 Romane und zahlreiche Spiele umfasst, es gibt sogar Sachbücher zu Geschichte und Philosophie dieser Welt, von anderen, aber auch von ihm selbst verfasst. Er hat Ehrendoktorwürden und nutzt die absurd, comic-hafte Welt von Ankh-Morpork dazu, symbolisch und satirisch über unsere Welt heute zu schreiben.

Zurzeit streikt die Bahn, in "Discworld II" streikt der Tod. Zauberer Rincewind muss ihn überzeugen, seine Arbeit wieder aufzunehmen, Untote schwirren herum, es ist grandios. Wo soll man anfangen in dieser kleinen, aber mit Details vollgestopften Welt? Bei den Pennern neben der Bar, deren Gestank so stark ist, dass er als eigenes lebendes Wesen über dem Oberpenner schwebt und schimpft? Bei dem kleinen Laden, der immer, wenn man die Karte betritt, woanders erscheint?

Das Spiel ist ein klassisches Adventure, man löst Rätsel, redet mit Charakteren, kombiniert Hinweise. Genial und zeitlos wird es durch eine liebevolle und ganz eigene Grafik, die es in dieser Handschrift kein zweites Mal gibt und dadurch, dass die Rätsel dem kruden Humor Pratchetts folgen. Sie zwingen uns, um zehn Ecken zu denken und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie machen das Spiel Hardcore-schwer, doch es bleibt zugleich immer fair. Eines der besten Games, die je für die alte Playstation erschienen sind.


Final Fantasy VII - Platinum
Final Fantasy VII - Platinum
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 95,39

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlose Weiten... und Freiheiten!, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Final Fantasy VII - Platinum (Videospiel)
Der siebte Teil der klassischen Rollenspielreihe war eines der ersten Spiele, das dem Spieler die Freiheit schenkte, sich in der gigantisch großen Welt des Spieles einfach nur so aufzuhalten, ohne die eigentliche Story weiterzuverfolgen. Das ist bis heute, wo wir es aus vielen Spielen gewohnt sind, immer noch faszinierend, denn die Welt von "Final Fantasy VII" ist liebevoll, detailreich und ein wenig entrückt, einfach unvergesslich.

Man züchtet Chocobo-Laufvögel, um mit ihnen Rennen zu gewinnen. Man fährt wieder und wieder Snowboard, weil das Snowboard-Rennen, das hier "mal eben so" als Spiel im Spiel integriert ist, vom Spielgefühl her besser ist als die meisten reinen Snowboardspiele, für die man teures Geld bezahlt. Man versucht, ein scheinbar unbesiegbares Seemonster mit 1 Millionen Lebenspunkten zu besiegen. Man muss das nicht schaffen, aber man lässt nicht locker, ehe man einen Weg gefunden hat.

Es gibt Situationen, da ging und gehe ich noch Jahre nach dem Erscheinen dieses Spieles an meinem Spieleregal vorbei, mein Blick fällt auf "FF VII" und ich lege es wieder ein, um noch mal in diese Welt zu gehen. Oder das Seemonster zu schaffen. Die eigentliche Story (abgefahren, tiefsinnig, philosophisch) habe ich geknackt, selbst das dauert unendlich lange und wird nie langweilig; einige Handlungsstränge bleiben unmöglich, je nachdem, wie man sich entschieden hat.

Kurzum: ein wegweisendes Meisterwerk, bis heute.


Per Anhalter durch die Galaxis
Per Anhalter durch die Galaxis
von Douglas Adams
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unerreichter Klassiker, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Per Anhalter durch die Galaxis (Taschenbuch)
Ich weiß, der Schriftsteller Douglas Adams gilt als typische Literatur für Nerds. Für Menschen, die 10 Stunden am Tag vor dem Computer hängen, Rollenspiele spielen, programmieren und sich ebenso über Tempobremsen bei Windows wie über theoretische Physik Gedanken machen. Und Philosophie. Menschen, die ernsthaft erwägen, es könnte die Matrix geben.

Ich gebe zu, ich bin einer dieser Menschen. Und "Per Anhalter durch die Galaxis" ist mein Lieblingsbuch. Warum? Weil wir "Nerds" einen Vorteil haben. Wir machen uns Gedanken, wir haben Geduld, wir tauchen tief und lange ein in ganze Welten und ihre eigenen Gesetze. So eine Welt hat Douglas Adams erfunden. Eine skurrile Welt mit eigenen Gesetzen.

Das tolle daran: Man kann das Buch (und alle seine Nachfolger, auch wenn sie niemals ganz an Teil 1 heranreichen, außer vielleicht Teil 2 ob seines genialen Grundgedankens) einfach so als Unterhaltung lesen, man kann aber auch immer wieder reingehen und jedes Mal neue Details finden. Es ist unheimlich vielschichtig. Diese Kombination macht es so unfassbar großartig. So ein Mann hätte mal große Literaturpreise verdient. Sagt: Ein Nerd...


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