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Rezensionen verfasst von
Franz-Robert Neubauer (Eutin)
(REAL NAME)   

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Marke Eigenbau: Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion
Marke Eigenbau: Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion
von Holm Friebe
  Broschiert

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist die Opposition schon regierungsfähig?, 9. Oktober 2008
Back to the roots!, könnte man meinen, war doch noch bis vor kurzem alles 'Marke Eigenbau'. Diese Marke hat, wie es scheint, sogar erst den Menschen zum Menschen gemacht. Womöglich steckt das Leben selbst in diesem Prinzip?
Hinter Friebes und Ramges Titel "Marke Eigenbau" verbirgt sich allerdings durchaus kein altmodisches Zeugs - keine selbstgehäkelten Topflappen oder selbstgebastelten Strohsternchen -, sondern nichts weniger als "ein Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion". Der Trend ist eindeutig rückläufig, weg von der Fliesband- und Stangenware, hin zur Manufaktur - dabei aber ohne Wut im Bauch, vielmehr mit Spaß an der Sache.
Das Buch entwirft ein Bild der Wirtschaft, das auch dem heutigen Lebensstil gerecht wird: originell, individuell und effektiv. Produzent und Konsument lernen sich wieder kennen, oder treten gleich in Personalunion: als "Prosumenten". So eröffnen sich neue Märkte, bspw. für personalisierte Müslis, 'Custom Made'-Fahrräder oder 'Open Source'-Projekte.
Neu sind die Wiederbelebungsversuche der 'Marke Eigenbau' eigentlich nicht, besser wäre es wohl zu sagen, dass sie nun endlich aus der Opposition herausgewachsen ist und sich emanzipiert hat. Kurzum, Links ist 'in', und alles wo ein "i" davor gesetzt wird auch... in diesem Sinne ist es absolut lohnenswert, sich mal mit dem Thema 'Marke iGenbau' auseinander zu setzen!


Die Klimaprioritäten: Was wir jetzt zur Rettung der Umwelt tun müssen
Die Klimaprioritäten: Was wir jetzt zur Rettung der Umwelt tun müssen
von Michael Streck
  Broschiert
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klimawandel = Lebenswandel, 9. Oktober 2008
Das Leben ist schon verrückt...! Das weiß auch Michael Streck, in dieser Hinsicht will er sich und seinen Lesern gar nichts vormachen. Deshalb widmete er sein Buch "Die Klimaprioritäten" gleich "a la vida loca". Man kann sich nur darüber wundern, was wir Menschen wider besseres Wissen so alles anstellen, ja dass wir sogar mit Vielem, was wir tun und lassen, nur uns selbst schaden. Und wir hören einfach nicht auf damit! Verrückt, nicht wahr?
Ja, aber was sollen wir denn tun?! Ein Teil des Irrsinns scheint selbst Teil unserer Natur zu sein! Oder etwa nicht? Vielleicht.
Vielleicht gibt es Probleme, die wir nie ganz loswerden; aber wir können immerhin unsere Prioritäten so verschieben, dass manche Probleme am Ende viel kleiner sind. Das ist es, was Streck uns zeigen möchte. Der Klimawandel ist und bleibt ein Problem unserer Zeit, definitiv. Damit müssen wir uns nun arrangieren.
Beine hoch und zurücklehnen?! Mitnichten! Es gibt viele Schrauben, an denen wir drehen können, und zwar ohne auf den gewohnten Komfort verzichten zu müssen! Manches müssen wir auch neu überdenken, auf einiges sollten wir verzichten, aber vor allem: Es wäre ein Gewinn, wenn wir die Klimabredrouille, in die wir aufgrund eines verschwenderischen, ausbeuterischen Lebensstils geraten sind, als Chance begriffen! Wir haben die Chance, Neues zu lernen, uns zu verändern, aber auch neue Geschäfte zu machen, bessere Profite (nicht nur monetär) zu erwirtschaften, und und und. Keine Angst vor der Zukunft! Es gilt viel zu erreichen, packen wir's an!


Teenage: Die Erfindung der Jugend (1875-1945)
Teenage: Die Erfindung der Jugend (1875-1945)
von Jon Savage
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,12

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atomarer Fallout bringt ewige Jugend, 8. Oktober 2008
John Savage's Buch beginnt 1875, nämlich mit Tagebüchern von Jugendlichen aus jener Zeit, etwa von Mary Bashkirtseff (eine verhätschelte Tochter reicher Russen) aus Frankreich oder von Jesse Pomeroy (ein bestialischer Kindermörder) aus den USA. Bashkirtseff verkörpert den guten Teenager, Pomeroy einen bösen. "Das ist eine Aufteilung, die bis heute funktioniert:", sagt Savage in einem Interview in der WOZ, "Teenager als Traum oder als Albtraum".
"Teenage" geht chronologisch vor - von 1875 bis 1945 - und entfaltet vor allem anhand zeitgeschichtlicher Zeugnisse eine Typologie des jugendlichen Selbstverständnisses. Savage zeigt auf, dass bereits Goethe mit seinem 'Werther' und Rousseau mit seiner 'Emelie' vorwegnehmen, was etwa ein Jahrhundert später bis in die Tiefen der Gesellschaft durchsickerte, nämlich das Bewusstsein um die Jugend - gewissermaßen ein dritter menschlicher "Aggregatzustand" neben der Kindheit und dem Erwachsenenalter.
Das Buch ist wegen seiner knappen Kapitel, seiner historischen Fotos und der "flotten Schreibe", die Savage pflegt, ausgesprochen kurzweilig zu lesen. Aber es bietet noch weit mehr als das, gelingt es dem Autor doch, ein neues Schlaglicht auf unsere Kulturgeschichte zu werfen. Mit enormen Sachkenntnissen und großem Hintergrundwissen führt Savage meisterhaft vor Augen, wie wir heutzutage gewissermaßen alle zu Teenagern wurden.
Wer wissen möchte, welche Gegenreaktionen die Industrialisierung evozierte, wie die Demokratie den Konsum bedingt und warum der Konsum eine Antwort auf den Faschismus ist, und wer verstehen möchte, worin der Zusammenhang zwischen Atombombe und Kurt Cobain besteht, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen. Ich habe es im Zuge meines Studiums gelesen und dabei viel gelernt. Aber "Teenage" würde sich gewiss auch ebenso gut als Feierabendlektüre eignen!


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