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jury
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   

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So verlieben Sie sich richtig
So verlieben Sie sich richtig
von Nina Deissler
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn nicht so, wie dann?, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: So verlieben Sie sich richtig (Broschiert)
"Flirt-Beraterin" Nina Deißler hat sich als "Flirt-Autorin" mit mehreren Titeln etabliert. In ihrem neuen Buch (2013) "So verlieben Sie sich richtig" behandelt sie deutlich verbindlicher das breitere Thema, "wie man seinen Traumpartner sucht und findet".

Die beiden ersten, großen Kapitel klären zunächst einmal die naheliegenden Fragen, was man sich eigentlich von seinem Partner erhofft und was man dafür zu bieten hat. Danach geht es zur Sache: Wo und wie findet man seinen "Traumpartner"? Im letzten Hauptteil schließlich erfahren die Leser und Leserinnen, was man bei den ersten Verabredungen richtig und falsch machen kann. Ein umfangreiches, 4-seitiges Literaturverzeichnis macht Appetit auf vertiefende Lektüre.

Wie Nina Deißler bereits in der Einführung verspricht, ist das Büchlein auf der Höhe der Zeit. Alles wirkt modern und unverstaubt, die behandelten Szenerien beinhalten beispielsweise auch Fragen, die beim Online- und Speeddating aufkommen könnten. Ebenso frisch erscheint das Layout des Büchleins, lediglich die rein dekorativen Fotos wirken etwas angestrengt. Speziell bei Kunstlicht sind die auf ein farbiges Feld gedruckten Tabellen schlecht lesbar. Hier sollte man den Kontrast erhöhen, und vielleicht finden sich ja für die nächste Auflage ein paar "anmachendere" Fotos.

Das 173 Seiten starke Büchlein bleibt keineswegs bei Tipps und Umgangsformen stehen: Schließlich entscheidet sich schon bei der Einstellung zum künftigen Partner und bei der Selbsteinschätzung, wie gut die Chancen stehen. Weil das eben so wichtig ist, geht die Autorin in diesen Punkten auch zur Sache: Im Stil eines Persönlichkeits-Trainings werden die künftigen Ex-Singles für die Erfordernisse des Lebens zu zweit fitgemacht. Zahlreiche Fragebögen und Übungen führen durch einen sehr konkreten Kurs, bei dessen erfolgreichem Abschluss tatsächlich wesentlich günstigere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Partnersuche geschaffen sein sollten.

Wer häufiger Beraterbücher liest, weiß, wie langweilig das werden kann; im vorliegenden Fall allerdings hat man mal eine der erfreulichen Ausnahmen vor sich: einmal ist das Thema natürlich spannend, dann aber findet die Autorin auch den richtigen Mittelweg zwischen einer nüchternen Sprache und einer lockeren Darstellung.

Egal, ob Dating-Profi oder zaghafter Anfänger: Nina Deißler kann nach ehrlicher Überzeugung des Rezensenten mit diesem Buch die Chancen, das "Glück fürs Leben" - oder zumindest für einen erfreulichen Teil des Lebens - zu finden, deutlich verbessern. Nun liegt es an Ihnen, was Sie daraus machen!

print-jury 5* A1205 © 1.4.2014 ABR 51.332 Rezensionsexemplar


Körpersprache einfach nutzen: Eine Schauspielerin verrät die besten Tricks für Alltag, Flirt und Job
Körpersprache einfach nutzen: Eine Schauspielerin verrät die besten Tricks für Alltag, Flirt und Job
von Yvonne de Bark
  Broschiert
Preis: EUR 29,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sensibilisieren: Ja! - Manipulieren: Nein!, 18. März 2014
Körpersprache, also die Verständigung über Mimik und Gestik, bestimmt die Kommunikation zwischen Menschen in oft unterschätztem Umfang. Die Bedeutung der non-verbalen Kommunikation wird deutlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Fluglinien ihren Business-Kunden die Existenz verdanken. Kunden, die Zeit und Aufwand ihrer Geschäftsreisen aus einem einzigen Grund investieren: sie möchten ihrem Verhandlungspartner gegenübersitzen. Das Gespräch alleine könnte man auch per Telefon schnell und günstig führen - aber ein "Gefühl" für den Anderen kann man eben nur erhalten, wenn man ihn hört und vor allem sieht.

So wundert es nicht: 569 Titel findet Amazon, wenn man den Begriff "Körpersprache" eingibt. Ein Mangel an entsprechenden Ratgebern ist also nicht zu erkennen. Dennoch finde ich das vorliegende Buch "Körpersprache einfach nutzen" bemerkenswert, weil es aus der Masse durch eine Besonderheit herausragt: es stammt nämlich von der "gelernten" Schauspielerin Yvonne de Bark (42).

Diese besonderen Fertigkeiten nutzt die Autorin im Sinne der Sache: Auf der beiliegenden DVD findet man ein Video, in welchem Yvonne de Bark die wichtigsten 15 ihrer Körpersprache-Themen, unterteilt nach "Deutung" und "Einsatz", bespricht und vor allem demonstriert. Wenn man davon absieht, dass eine kleine Pause zwischen den Themen dem Zuschauer die Abgrenzung erleichtern würde - eine oder zwei Sekunden wären da vermutlich ausreichend -, sind diese Videos vorzüglich gelungen. Man würde sich wünschen, dass dieser Teil noch etwas erweitert würde. Wer sich zunächst einmal ein- oder mehrmals das Video anschaut, wird sehr viel aufgeschlossener an die Lektüre des Buchs gehen.

Im Buch selbst spiegelt sich die Aufteilung der CD, lediglich eine zusätzliche, allgemeine Einführung leitet den Leser zum Thema. Das Buch führt natürlich in Breite und Tiefe weiter als die DVD, auch angrenzende Bereiche wie Rhetorik, (nicht nur) mentale Vorbereitung und Outfit werden berührt. Auch hier kann die Autorin, die ja bestens mit dem berühmten Lampenfieber und Castings vertraut ist, gerade für Vorhaben wie Bewerbungen oder Referate etwas mehr beitragen als nur die Erfahrungen einer Seminarleiterin. Am Ende findet man Referenzen zu weiterführenden Videos und Büchern, eine Tracklist der DVD und ein knappes Register.

Yvonne de Bark bemüht sich um einen lockeren Schreibstil in der für Frauen typischen Art mit Späßchen nicht nur aus dem Business-Bereich, sondern auch zu Partner- und Kinderthemen. Auch wenn man das vielleicht ebenso wie der Rezensent nicht so überzeugend finden mag, gestaltet sich die doch recht umfangreiche Lektüre dadurch sicher unterhaltsamer als eine bierernste Fachsprache das erlauben würde.

Inhaltlich fand ich das Meiste überzeugend. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man als weder ganz junger noch sehr schlanker Mann einfach deswegen häufig mit gespreizten Beinen dasitzt, weil das Zusammenführen der Schenkel einigen Kraftaufwand erfordert und nach kurzer Zeit ziemlich anstrengt; da entlockt die wohlfeile und pauschale Erklärung, man wolle seine Geschlechtsteile präsentieren, zu einem schon etwas genervten Stöhnen. Wer - ob Mann oder Frau - bei anderen ständig nur auf der Suche nach Geschlechtsteilen ist, wird im Übrigen auch von den engen Jeans-Leggins der Autorin nicht übermäßig daran gehindert.

Auch sollte man noch mehr und noch deutlicher, als es Yvonne de Bark schon tut, auf die Gefahren und die Unanständigkeit eines bewusst manipulativen Einsatzes von Körpersprache hinweisen: Man verspielt unter Umständen die Chance, in einer klaren, unmissverständlichen und glaubhaften Identität aufzutreten. Mir wäre zum Beispiel Frau de Bark eher unsympathisch, weil sie irgendwie nicht stimmig "rüberkommt" - das dürfte auch nicht zuletzt ihrem bemerkenswert sorglosen Umgang mit Manipulation und Lüge zu verdanken sein. Die mit Stolz erwähnten Spielchen mit anderen Menschen, sei es nun mit dem Salzstreuer, beim Flirt oder im Fahrstuhl, zeigen auch, dass man gerade bei psychologischen Beratern manchmal mit reiferen Autoren besser bedient ist.

Insgesamt ist eine solche Kombination aus Buch und DVD aber durchaus zu empfehlen - insbesondere solchen Interessenten, die sich erstmals mit Körpersprache näher befassen wollen. Das solide Taschenbuch vom Humboldt-Verlag ist nicht ganz billig - man darf bei der Preisbeurteilung aber nicht die Produktionskosten eines DVD-Films übersehen, der in diesem besonderen Fall - anders als häufig! - durchaus sinnvoll, bereichernd und somit werterhöhend zu beurteilen ist.

print-jury 4* A1204 © 18.3.2014 ABR 96.001 Rezensionsexemplar


Tal des Raben
Tal des Raben
von Claudia Schwarz
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Raben Schwarz, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Tal des Raben (Broschiert)
Ende 2013 erschien mit „Tal des Raben“ der zweite Band des historischen Romans um Sionnach und Raven von der Nordhorner Autorin Claudia Schwarz. Die Geschichte spielt in den schottischen Highlands des späten 17. Jahrhunderts vor dem Hintergrund einer historisch belegten Auseinandersetzung zweier Clans, die mit der militärischen Ausmerzung eines Clans endet.

Bei Romanen vor historischem Hintergrund mangelt es nicht an berühmten Beispielen. Das - nicht zuletzt durch die Verfilmung - bekannteste Werk dieses Genres dürfte wohl Umberto Ecos "Der Name der Rose" darstellen. Hervorheben möchte ich die in jeder Sicht gelungenen Indianer-Bücher der Thüringer Autorin Antje Babendererde, die natürlich in einer neueren Zeit spielen. Man könnte noch viele nennen, nicht verschweigen möchte ich – auch als Lesetipp - Frank Schätzings „Tod und Teufel“.

Die Handlung von „Tal des Raben“ ist rasch skizziert: Das junge Paar wird nach einer viel zu kurzen, friedlichen, gemeinsamen Zeit in den Strudel der Ereignisse gerissen und getrennt. Sionnach kommt ausgerechnet bei einem Edlen des feindlichen Clans unter. Dort gebiert sie auch Ravens Tochter Edana. Aber nach der glücklichen Wiedervereinigung mit Raven steht das Misstrauen über die Vaterschaftsfrage zwischen den Eheleuten. Außerdem spitzt sich der Konflikt der Clans zu…

Durch viele Details aus dem täglichen Leben der Hochlandbewohner dieser Zeit versucht Claudia Schwarz, der Erzählung eine gewisse Authentizität zu verleihen. Ein paar eingestreute gälische Begriffe verstärken diesen Eindruck. Dass eine Mutter von drei Kindern eine realistische Schilderung einer Geburt vornimmt, soll nicht in Frage gestellt werden.

Vielleicht auch, weil ich den ersten Band nicht kannte, wirkt die Vielzahl der umfangreichen und komplexen Namen der Clan-Mitglieder zunächst einmal verwirrend. Das verlangt vom Leser eine ähnliche Konzentration wie bei dem in dieser Kategorie unschlagbaren Boris Pasternak. Vielleicht, weil die Ausrichtung der Erzählung wohl mehr auf junge Frauen zielt, hat mich, einen vielbelesenen Senior, das Buch aber auch von den Abläufen her leider nicht erreichen können.

Eine Ursache mag in der etwas holprigen, wenig geschmeidigen und gelegentlich angestrengt wirkenden Erzählweise liegen, bei der man manchmal fast die charakteristisch karge, norddeutsche Diktion zu „hören“ glaubt. Die geschichtlichen Betrachtungen bleiben für meinen Geschmack gemessen an dem Anspruch „historischer Roman“ zu sehr im Oberflächlichen, die Figuren bescheiden sich mit schlichtem Denken und recht platten Weltmodellen.

Zwischen den eingangs erwähnten Titeln und dem „Tal des Raben“ liegen – leider nicht nur geographisch und zeitlich – Welten. Dennoch kann man sich einen bestimmten Typ junger Leserinnen vorstellen, der an Bücher dieser Art aufgeschlossener als der Rezensent herangeht und Freude an der Lektüre findet.

print-jury 3* A1203 © 15.3.2014 ABR 969.273 Rezensionsexemplar

Anmerkung: So viele Rechtschreibefehler, wie die Autorin offensichtlich befürchtet, habe ich nun auch wieder nicht gefunden. Den doppelten Satz am Ende der Seite 399 könnte der Verlag bei künftigen Auflagen vielleicht dennoch entfernen – die nörgelnden Lesern spöttisch versprochene Zusendung eines signierten Exemplars kann in meinem Fall gerne unterbleiben.


Raukland Trilogie Band 2 - Rauklands Blut
Raukland Trilogie Band 2 - Rauklands Blut
von Jordis Lank
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitten drin, 6. März 2014
Ronan kehrt im Besitz der Insel Lannoch nach Raukland zurück. Doch seine Erwartung, dass Azel von Raukland Ronans älteren Bruder Broghan bestraft, erfüllt sich nicht. Im Gegenteil: Der König stellt sich völlig offen in der Frage, wem von den Beiden er einst Raukland übergeben würde.

So dramatisch gestaltet sich bereits der Beginn von „Rauklands Blut“, des zweiten Bandes der Raukland-Trilogie von Jordis Lank.

Aber wie es sich für einen spannenden Roman um Liebe und Ehre gehört, stehen die wirklich schweren Prüfungen dem noch etwas hitzigen Thronfolger Rauklands noch bevor. Wie es scheint, wird er sich zwischen einer Frieden-stiftenden Vermählung mit der Tochter von Bellinor, dem Regenten von Angent, und seiner großen Liebe Eila, die ihm von Lannoch gefolgt war, entscheiden müssen: Wird er seinem Herzen folgen oder seine Pflicht gegenüber Raukland erfüllen?

Mehr wird hier selbstredend nicht verraten – nur so viel: Wenig kommt so, wie es scheint. Die begabte Erzählerin Jordis Lank versteht es großartig, die Wirren des Schicksals, die das Leben gerade bedeutenden Menschen wie ihrem Helden Ronan nicht erspart, in spannende Entwicklungslinien zu fassen, die sich immer wieder neu sortieren und den Leser in ihrem Bann halten.

Dabei fügen sich auch komplexe Entwicklungen logisch sauber ineinander. Lediglich bei den Motivationen des feindlichen Ritters Rauk hakt es ein klein wenig – aber das fällt eigentlich kaum störend auf. Für findige Leser, die gerne mitdenken und vielleicht auch schon ein wenig "vorausahnen" möchten, hält die Erzählerin kleine Hinweise bereit.

Dabei liest sich das alles durchaus unterhaltsamer als die Heldensagen der Jugend. Die bildhafte, oft ausgesprochen schöne Sprache der Autorin zaubert lebendige Szenerien vor dem inneren Auge des Lesers. Dabei reduziert sie sich keineswegs nach journalistischer Lehre auf knappste Sätze. Dennoch entwickeln ihre Texte Rhythmus und Stimmigkeit, sind bis ins Detail sorgfältig ausgearbeitet. So gerät die Lektüre zum reinen Vergnügen.

Gefühle und Konflikte der Akteure werden verständlich. Dramatische Momente großer Spannung wechseln sich ab mit fein gezeichneten inneren Konflikten. Hierin liegt große Kunstfertigkeit - allzu leicht versanden „Action“-Erzählungen in beliebigem Herunterbeten der Geschehnisse. Hier hingegen spürt man, dass es der jungen Schriftstellerin daran lag, und dass es ihr gelungen ist, ihre Personen leben zu lassen und sie lieben zu können.

Ganz zart, eher bereichernd als aufdringlich, spürt man im Hintergrund auch den moralischen Bogen, der in einer guten Erzählung ebenso wenig fehlen darf wie dramatische und gefühlvolle Elemente. Man lernt die Macht des Verstandes über die unbeherrschte Gewalt kennen. Die Kraft der Aufrichtigkeit über die Intrige. Die Überlegenheit selbstloser Liebe über die Berechnung. So bildet die Raukland-Geschichte auch eine Lektüre, die ich Heranwachsenden gerne in die Hand geben würde, zumal die Umsetzung von Erotik feinfühlig, von Gewalt zurückhaltend erfolgt.

Dennoch bleibt dem Leser am Ende eine große Enttäuschung nicht erspart: wie so oft im wahren Leben geht gerade, wenn es schön wird, das Licht aus. Aber dem Ende von Band 2 folgt bekanntlich der Beginn des dritten und letzten Bandes…

print-jury 5* A1202 © 6.3.2014 ABR 127.591 Rezensionsexemplar


Als Deutschland Großmacht war: Ein Bericht über das Kaiserreich, seine Feinde und die Entfesselung des Ersten Weltkrieges
Als Deutschland Großmacht war: Ein Bericht über das Kaiserreich, seine Feinde und die Entfesselung des Ersten Weltkrieges
von Bruno Bandulet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugende Alternative zur Sieger-Propaganda, 3. März 2014
Zwei Weltkriege haben die politische und wirtschaftliche Landschaft geradezu umgewälzt. So ist vielen Menschen heute nur noch schwer vorstellbar, vielleicht nicht einmal bewusst, dass Deutschland vor den Kriegen zu den führenden Mächten der Welt zählte, ja, sich sogar durch überlegene Wirtschaftskraft dazu anschickte, England abzulösen und die Hegemonialmacht in Europa zu werden. Die USA konnten zu dieser Zeit mit den starken europäischen Nationen, zu denen England, Frankreich, Deutschland und Russland zählten, noch nicht konkurrieren.

Allerdings kann man ein Jahrhundert nach Kriegsbeginn feststellen, dass in strategischer Perfidie und perfekt durchgeführter Propaganda die USA schon damals ihren europäischen Vorfahren weit entwachsen waren. Erst in der Neuzeit wird ja einem nennenswerten Teil der Welt bewusst, dass es den USA in ihren endlosen Kriegsserien in Wirklichkeit natürlich nicht darum geht, irgendjemanden zu befreien oder Demokratie zu verbreiten, sondern darum, die ganze Welt zu beherrschen.

Mit dieser Konstellation befasst sich Bruno Bandulet in seinem 2014 erschienenen Buch „Als Deutschland noch Großmacht war“ und dokumentiert minutiös die heute bekannten Fakten, Entwicklungen, Diplomatie und Verträge, mit denen – im Gegensatz zur weit verbreiteten „Sieger-Geschichte“ - die späteren Alliierten Deutschland in den ersten Weltkrieg lavierten, um seine Vormachtstellung zu brechen.

Brisant und maßgeblich scheint dabei die Rolle der USA, die erst durch Geheimverträge, Kredite und Waffenlieferungen England überhaupt erst in den Stand setzte, sich in dieses Abenteuer zu stürzen, um dann zu einem Zeitpunkt, in dem alle Kriegsparteien nach endlosen Stellungskriegen kraftlos am Boden lagen, selbst einzugreifen. Ein Vorwand – die berühmte Lusitania – war schnell arrangiert, der Zeitpunkt aus Sicht der USA genial: Mit vergleichsweise lächerlichem Aufwand konnten sie ganz Europa einnehmen, damit in einem Handstreich fünf bis dahin mächtigere Nationen überholen und sich faktisch eine weltweite Vorrangstellung sichern.

Die übliche Strategie der USA sieht bekanntlich so aus, dass man störende Mächte durch Anfachung von "Befreiungsbewegungen" zu destabilisieren versucht, bevor man selbst in einen Krieg eintritt oder - noch besser - Verbündete dazu drängt. Wir erleben das ja gerade wieder aktuell in der Ukraine. Heute leisten häufig Al Qaida - Einheiten oder andere von der CIA lancierte Geheimverbände diese Drecksarbeit, vor dem zweiten Weltkrieg waren auch US-Unternehmen die treibenden Kräfte, um die Nazis von einer unbedeutenden Schlägertruppe zu einer Siegerpartei aufzupäppeln. So fragt man sich natürlich analog, welche Rolle die USA möglicherweise bei den Provokationen der Serben, die letztlich später den Krieg motiviert haben, gespielt haben mögen. Leider konnte oder wollte Bruno Brandulet zu dieser Fragestellung noch nichts beitragen.

Mit dem „Diktat von Versailles“, mit dem die Alliierten die Basis für den zweiten Weltkrieg schufen, endet das Buch.

Dr. Bandulet kann auf eine bemerkenswerte Karriere als Politiker, dann vor allem aber als Journalist, Herausgeber und Autor, zurückblicken. Mit dem vorliegenden Buch ist ihm nicht weniger als ein Meisterwerk gelungen. Natürlich kann man als Nicht-Historiker kein abschließendes Urteil über die zugrunde liegenden historischen Forschungen fällen, aber die Klarheit und logische Kraft der Darlegungen überzeugen absolut.

Der angenehm unauffällige, sehr gut lesbare Schreibstil des Autors gestaltet die Lektüre zu einem Vergnügen. Selbst komplexe Zusammenhänge werden gut strukturiert und bestens nachvollziehbar dargelegt. Man hat fast das Gefühl, einen Roman zu lesen.

Mit Chronik, Endnoten, Literaturverzeichnis und Personenregister stehen am Ende des Buches ausführliche Verzeichnisse zur Referenzierung und als Wegweiser zu weiterführenden Studien zur Verfügung.

Ich persönlich wünschte, unseren Pädagogen wäre es zu meiner Schulzeit gelungen, Geschichte ähnlich lebendig, glaubwürdig und spannend darzulegen.

print-jury 5* A1201 © 3.3.2014 ABR 1.029 Rezensionsexemplar


Live at Rome Olympic Stadium
Live at Rome Olympic Stadium
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geht es überhaupt noch besser?, 28. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live at Rome Olympic Stadium (Audio CD)
Meine 1.200ste Rezension sollte schon einem besonderen Produkt gewidmet sein.

"Muse Live at Rome Olympic Stadium" erfüllt diesen Anspruch in besonderem Maße. In plastikfreier Verpackung erhält man zum einen den Konzert-Zusammenschnitt auf Blu-ray, zum anderen die 13 wichtigsten Songs daraus auf CD. Die ist bei uns gleich mal ins Auto gewandert, seitdem kommt wieder echte "Freude am Fahren" auf.

Muse hat den Konzertfilm in 4K produziert, der gerade in den Abspielgeräten anlaufenden Super-Auflösung. Das war, wie es sich bei Muse gehört, die erste Konzert-Produktion der Geschichte in der neuen Technik. Passend dazu wurde der Film Ende 2013 in den wenigen Kinos, die bereits über digitale 4K-Technik verfügen, gezeigt.

Das mit fast 70.000 Menschen prall gefüllte Olympiastadium feiert eine Party ohnegleichen. Ich habe noch nie eine solche Stimmung erlebt. Nicht nur in Bühnennähe, sondern bis auf die letzten Plätze wurde mitgesungen, mitgetanzt und mitgejubelt.

Dieser gut gelaunte Hexenkessel hat ohne Zweifel dazu beigetragen, dass die drei Ausnahme-Musiker zu einer grandiosen Höchstleistung aufgelaufen sind.

Bild und Ton des Films setzen Maßstäbe. Das konnte man bei dem betriebenen Extrem-Aufwand auch erhoffen: In diesem Fall wurden die Hoffnungen sicher erfüllt.

Außer dem Konzert selbst enthält die Blu-ray als "Extras" noch weitere Konzert-Ausschnitte sowie einen Kurzfilm über den Bühnenaufbau. Ansonsten findet man ein kleines Heft mit Konzert-Fotos. Die Song-Texte muss man sich leider aus dem Internet zusammensuchen. Ausführliche Angaben zum Produktions-Team gibt es im Abspann des Films.

Mein Vorschlag an alle Anhänger guter Rockmusik: Geht in Eure Stadt und holt Euch dieses Album in Eurem Lieblings-Shop. "Muse Live at Rome" reiht sich nahtlos in die ganz großen Produktionen der Musikgeschichte ein, greift sie auf, sammelt sie und: toppt sie in jeder denkbaren Beziehung! - jedenfalls meiner bescheidenen Ansicht nach.

film-jury 5* F1200 © 26.2.2014


Himmelsstürmerinnen: 10 inspirierende Frauen in den Medien
Himmelsstürmerinnen: 10 inspirierende Frauen in den Medien
von Anne Siegel
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bitte den Himmel etwas höher hängen!, 24. Februar 2014
"Himmelsstürmerinnen" wurde geschrieben, "um Frauen zu inspirieren" - auch, wie die Verlegerin betont, um neue Wege heraus aus der anachronistischen Fixierung auf Neid und Wettbewerb zu zeigen. Im vorliegenden Band geht es um Medien-Frauen, geplant sind weitere Bücher über Frauen in Justiz und Medizin.

Die Journalistin Anne Siegel portraitiert zu diesem Zweck 10 Frauen:

- die Stuntfrau und Schauspielerin Tanja de Wendt
- die Gynäkologin Monika Hauser, die ein Hilfwerk für vergewaltigte Frauen errichtet hat
- die Zeitschriften-Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf
- Meike Winnemuth, Journalistin, die eine halbe Million gewann und die Welt bereiste
- die Regisseurin Désirée von Trotha, die das halbe Leben bei Sahara-Nomaden verbringt
- Carolin Genreith, der wir den Dokumentarfilm Die mit dem Bauch tanzen" verdanken
- "Emma" Alice Schwarzer, militante und wirtschaftlich höchst erfolgreiche Feministin
- Elisa Klapheck, die erst fünfte Rabbinerin weltweit
- die "Piraten"-Politikerin Anke Domscheit-Berg
- die Entertainerin Maren Kroymann

Im Eifer des Gefechts verliert man leicht den klaren Blick. Anne Siegel gelingt es in vielen Beiträgen, ihre kämpferische Einstellung nicht störend in den Text fließen zu lassen. Das ist gut so - denn genau in überzogener Polarisierung liegt eine wesentliche Quelle von Unzufriedenheit, gerade bei Frauen, denen eingeflüstert wurde, dass es an ihrem Geschlecht läge, wenn nicht alles wie von selbst läuft.

Der Rezensent ist weißhäutig, intelligent, deutschstämmig, heterosexuell, alt und männlich. Langjährige Erfahrung damit, keine gesellschaftliche Lobby hinter sich zu wissen, liegt also vor. Oft ist es aber auch einfach ein gutes Gefühl, bei Erfolgen sicher sein zu können, dass man diese ganz gewiss nicht einer Quote oder einer mehr oder weniger verfehlten "Politischen Korrektheit" verdankt.

Allerdings wird man auch so langsam allergisch gegen die Grabenkämpfe von Lobbyisten aller Art, die für "ihre" Clientel gewöhnlich bei weitem mehr "rauszuholen" versuchen, als ihr nach Adam Riese zustehen sollte.

Maß und Ziel sind zunehmend angesagt. Gesellschaftlich hätte eine sachlichere und seriösere Kämpferin für Gleichberechtigung womöglich mehr bewirkt als eine häufig überziehende, sogar hetzerische und oft bis zur Peinlichkeit polemische Alice Schwarzer. Ob es eine gute Wahl war, ausgerechnet Frau Schwarzer zur Zeit ihres großen Steuer-Skandals den größten Raum in diesem Buch zu widmen, wage ich zu bezweifeln. Aber vermutlich war die Autorin gerade dadurch motiviert, das angeschlagene Image ihrer langjährigen Freundin aufpolieren zu können.

Andere Viten lesen sich hingegen durchaus spannend. Mich hat die Idee einer mentalen Körperlichkeit bei Tanja de Wendt fasziniert. Ich war beeindruckt von dem gewaltigen Apparat, den Monika Hauser zur Unterstützung vergewaltigter Frauen aufbauen konnte. Die Risikobereitschaft der "emotion"-Verlegerin Mol-Wolf, sich in diesen für Print-Medien nicht gerade leichten Zeiten kopfüber in ein solches Projekt zu stürzen, lässt mich immer noch fassungslos staunen.

Meine persönliche Sympathie gilt allerdings Meike Winnemuth, die nach ihrem Jauch-Gewinn mit einer originellen Weltreise so viel Persönlichkeit bewiesen hat und heute die Konsequenz aufbringt, auf der "optionsreduzierenden" Insel Spiekeroog zu leben. Zudem gebe ich neidvoll zu: Diese Frau versteht es wirklich, unterhaltsam und klug zu schreiben.

Unter dem Strich bin ich zuversichtlich, dass die meisten Leser unter den 10 Lebensskizzen einige finden werden, die ihnen Freude bereiten. Dennoch hätte man meiner Ansicht nach besser daran getan, auf Polarisierung zu verzichten. "Inspiration" und Kampf gegen die Hälfte der Menschheit passen nicht zusammen. Wirklich große Leistungen kommen immer aus dem Interesse an der Sache und nie aus verkrampften Siegeswillen. Warum also nicht über der Sache stehen und sich nicht auf Frauen beschränken?

Ein zweiter Vorschlag wäre, zumindest einige Artikel auch MenschInnen - man verzeihe mir die kleine Stichelei - zu widmen, bei deren Karriere der Begriff "Himmelsstürmer" nicht zu diskutieren wäre. Es gibt doch auch in der besseren Hälfte der Bevölkerung einige, die nur den Arm ausstrecken brauchen, um Gott zu fühlen...

Ich denke da nicht mal an die angeblich mächtigste Frau der Welt - sondern an die tatsächlich mächtigste Frau Deutschlands, deren atemberaubender Lebensweg von einer Telefonistin zum gefürchteten Medienmogul geführt hat.

Ich denke an die großartige Sängerin, lange Zeit in Köln zuhause, die sich aus einer Prügelehe befreit hat und in unbändigem Lebenswillen zu grandiosem Welterfolg und - wenn es stimmt, was man liest - persönlichem Glück gefunden hat; völlig ohne Hilfe irgendwelcher AktivistInnen.

Ich denke nicht zuletzt auch an die große Choreografin, die es vollbracht hat, aus einer finsteren Ruhrpott-Provinzbühne DIE Hochburg moderner Tanzkultur zu zaubern.

Etwas mehr Offenheit und eine größere Bandbreite - das ist es, was ich mir gewünscht hätte.

Gefallen hat mir das umfangreiche Personen-Register am Ende des Buchs. Als Meilenstein unter Büchern dieser Art muss man aber wohl eher die "Begegnungen" von Gero von Böhm loben. Da könnten wohl nicht nur weibliche Autoren noch menschlich, stilistisch und journalistisch ein wenig dazulernen. Beiden Büchern gemein ist leider jedoch das unverständliche Defizit, auf Abbildungen der interviewten Damen und Herren zu verzichten.

Ansonsten liefern - soweit ich das als Mann beurteilen kann - die "Himmelsstürmerinnen" vermutlich schon speziell feministischen Frauen die "Inspiration", die sie sich von diesem Buch erhoffen. Auf diese Zielgruppe bezieht sich auch die abschließende Gesamtwertung. Die eingangs erwähnte, von Konfrontation wegführende Ausrichtung könnte wohl eher von Autoren umgesetzt werden, die selbst über der Geschlechterfrage stehen.

print-jury 4* A1199 © 24.2.2014 ABR 138.124 Rezensionsexemplar
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2014 8:40 PM CET


Eisige Rache: Ein Baccus-Borg-Krimi
Eisige Rache: Ein Baccus-Borg-Krimi
von Elke Schwab
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

3.0 von 5 Sternen „Immerhin habe ich das kleine Latrinum“, 21. Februar 2014
Theo und Lukas, Ermittler-Helden im 2013 erschienenen „Eiskalte Rache“, haben das Prinzip der Raster-Fahndung verinnerlicht: „Wenn jeder, den wir im Laufe unserer Ermittlungen schon verdächtigt haben, sich umgebracht hätte, wäre das Saarland schon ausgestorben.“

So überrascht es nicht, dass uns die sympathische Saarländerin Elke Schwab in ihrem Roman auch gefühlt eine Million Verdächtige kennenlernen lässt – nun gut, abzüglich der zahlreichen Toten, die im verschneiten Hinterwaldnest Buweiler mit gut geölten Weltkriegs-Waffen gemeuchelt werden.

Wie Scharen chronisch unterbeschäftigter Beamter über gut 350 Seiten hinweg letztlich nur fast erfolgreich die Aufklärung vermeiden, spottet jeder Beschreibung. Ein Kompliment an die Autorin: Nicht nur hat sie das Lokalkolorit gnadenlos eingefangen – sie ist auch beträchtliche Risiken eingegangen für den Fall, dass echten Polizisten des kleinen Flächenlands mal „die Hutschnur platzt“ angesichts der womöglich äußerst realistischen, aber im Effekt auch wenig schmeichelhaften Zeichnung der Saarbrücker Polizei. Einzig eine Profilerin sieht gut aus – "schweinegut" sogar – und ist dazu noch clever, intelligent, verführerisch und gebildet. Wir erfahren es nicht, aber ich bin sicher, dass die Dame mit dem kultiviert-luxuriösen Arbeitszimmer bei der Kripo nebenher als echtblondes Model arbeitet und ihre Promotion „summa cum laude“ abgeschlossen hat.

Recht überzeugend entwickelt sich ein psychologischer Tathintergrund aus dem verdrängten, traumatischen Erleben eines einst in Afghanistan gescheiterten Bundeswehrsoldaten. In kursiv gesetzten Einblendungen lässt uns Elke Schwab in die Gedanken des Täters schauen. Doch Vorsicht: Nicht alles ist so, wie es scheint! Denn natürlich erwartet den geduldigen Leser auf den letzten Seiten noch eine verwirrende Entdeckung des Pathologen mit dem vielsagenden Namen Dr. Stemm.

Tatort-Freunden wird schon aufgefallen sein, dass Kriminalbeamte in Saarbrücker Ausgaben gelegentlich etwas tapsig und unbedarft rüberkommen. Anwender des ohnedies nicht besonders smart klingenden Hütten & Gruben - Dialekts erfahren durch grenzbanale Dialoge eine Adelung zum "Askobrot", wie Saarländer selbst eine unübertreffliche Stufe von Begriffsstutzigkeit bildhaft bezeichnen.

Erschütternde Witzigkeit der Art, wie sie in der Rezensions-Überschrift angedeutet wird, sollte man schon ertragen können.

Ansonsten: Wer mal einen völlig anderen Krimi lesen möchte, könnte hier fündig werden. Nicht nur einige Bezüge auf die Heimat von Dudenhöfer, sondern vor allem eine fast schon beleidigend realistische Darstellung von Polizeibeamten, die ganz sicher keine anspruchsvolleren Lebenswege verfehlt hatten, heben das Büchlein von gängiger Kost ab. Belastende Identifikation mit Akteuren bleibt einem ebenso erspart wie nächtelange Lektüre infolge atemberaubender Spannung - die Geschichte geht ihren Weg auf saarländisch-unaufgeregte Art.

So ist „Eiskalte Rache“ vielleicht nicht das Richtige für grüne Kettensägen-Witwen auf der Jagd nach dem ultimativen Ersatzkitzel, kann aber Gelegenheitslesern als entspannende Einschlaflektüre ebenso empfohlen werden wie jungen Krimi-Einsteigern, denen man - wenigstens außerhalb der Schule - Albträume noch ersparen möchte.

print-jury 3* A1198 © 21.2.2014 ABR 272.347 Rezensionsexemplar


WIK 9711 Caffè Espress / Kaffee-, Espresso- und Mokka-Kocher / edelstahl
WIK 9711 Caffè Espress / Kaffee-, Espresso- und Mokka-Kocher / edelstahl
Preis: EUR 43,90

4.0 von 5 Sternen Der einzige Kaffee-Kocher ohne Plastik-Kontakt?, 18. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Mag sein, dass wir etwas übersehen haben - aber trotz sorgfältiger Suche haben wir keine erschwingliche Espresso-Maschine und nicht einmal einen Wasserkocher gefunden, wo das Wasser bzw. der Kaffee nicht mit Plastik in Berührung käme. Auch hier ist das leider nicht 100% der Fall: Der Dichtring, auf welchem das Sieb aufsitzt, ist aus Kunststoff.

Damit gehen aber Additive des Kunsstoffs in den Kaffee über. Stoffe wie Bisphenol-A, Phthalate und ganz sicher eine unendliche Serie von weiteren Giften, die uns die Industrie noch verschweigt, bewirken erwiesenermaßen Folgen wie Fettsucht, Unfruchtbarkeit und diverse Krebserkrankungen. So ist eine bekannte "Neuerscheinung" auf dem Industrieschaden-Markt der Hodenkrebs bei Kleinkindern; das Gift kommt indirekt von Mammis Plastikkonsum oder sogar direkt aus der Plastik-Babynahrungsflasche.

Nun werden wir unser Ende nicht vermeiden können, aber wir müssen nicht noch dazu beitragen, es früher und hässlicher kommen zu lassen als absolut unvermeidlich. Folglich hat man überhaupt keine Alternativ als Produkte zu verwenden, die Plastik vermeiden.

Wie man sieht, ist dies auch bei dem WIK-Gerät nicht 100%ig der Fall: Griff und Kontakt-Boden sind aus Kunststoff. Ein Holzgriff wäre hier wirklich die schönere Lösung gewesen. Immerhin ist der Griff nicht, wie bei vielen Wasserkochern, mit Kunststoffteilen im Inneren befestigt.

Zur Funktion:

Das Gerät besteht aus dem erwähnten Kontaktboden mit Anschlussleitung, dem Unterteil, in welchen das Wasser gefüllt wird, dem abschraubbaren Oberteil und dem Siebkörper. Die Kaffee-Zubereitung erfolgt nach dem Prinzip der altehrwürdigen gekanteten Mokka-Kocher und ist in wenigen Minuten erledigt. Das geht schneller und ist bequemer als Wasser zu kochen und aufzugießen.

So wie ein Mokka schmeckt der Kaffee dann auch. Ähnlich, vielleicht etwas wässrig-pulvriger als ein Filterkaffee, aber natürlich in keiner Weise mit einem Espresso vergleichbar - dafür bewegen sich Druck und Temperatur einfach stellar unter den Verhältnissen in einer professionellen Siebträgermaschine, wie man sie auch für zu Hause erhalten kann, leider aber für rund das 50-fache dieses Kochers.

Auch der WIK 9711 Kaffee-Kocher ändert also nichts daran, dass die einzigen heute noch untadeligen Geräte, zuhause Kaffee zu bereiten, das Stahlkännchen und der Melitta-Filter aus Porzellan sind. Die freundlichen 3 Sterne gibt es für die weitgehende Vermeidung von Kunststoff - vor allem in dem wichtigen Bereich, der mit dem Wasser in Kontakt kommt.

technik-jury 3* A1197 © 18.2.2014
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 21, 2014 9:09 PM CET


Silver Sex: Wie Sie Ihre Liebe lustvoll genießen
Silver Sex: Wie Sie Ihre Liebe lustvoll genießen
von Dr. Ruth K. Westheimer
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Goldene Tipps für graue Panther, 12. Februar 2014
Beratung in Fragen von Partnerschaft, Liebe und Sexualität lag der 1928 in Wiesenfeld geborenen Psychologin und Soziologin Dr. Ruth K. Westheimer stets am Herzen - was gibt es Schöneres, als wieder Pepp in eine eingeschlafene Beziehung zu bringen und sich am Glück der Menschen zu wärmen?

Dieses Engagement spürt man auch in der überarbeiteten Ausgabe von "Silver Sex" auf jeder der stattlichen 352 Seiten. Es ist wohl kaum ein Thema vorstellbar, das hier nicht sorgfältig abgehandelt wäre.

Vom Kennenlernen über die Fantasie als treibende sexuelle Kraft nähert sich die Autorin den altersbedingten Veränderungen, möglichen gesundheitlichen Problemen und den Tücken des Rentnerdaseins. Positive Effekte sieht "Dr. Ruth" in körperlicher und geistiger Fitness, aber auch in neuem Schwung und anregendem Spielzeug. Ein besonderes Kapitel ist den "Zweiten Flitterwochen" gewidmet. Aber auch an den "Einer" wird gedacht - nicht jeder hat das Glück, einen Partner zu besitzen - eine Thematik, die sicher nicht nur "Fünfzig-Plusser" interessieren dürfte.

Wie viele Berater/innen sieht auch Dr. Ruth den Weg zu sexuellen Erfüllung für meinen Geschmack vielleicht ein Stück zu weit in mechanischer Stimulation. Erfüllte körperliche Liebe kennt Reiz-Situationen, die nichts mehr mit der Primitivität eines Vibrators zu tun haben.

Aber das ist schon die einzige Kritik, die ich an dem Büchlein vorbringen möchte. Positiv ragt die unbeirrt optimistische Haltung der Autorin heraus. Gepaart mit einer sachlich-rücksichtsvollen Herangehensweise meistert sie auch schwierige Fragen. Dass selten der Rat fehlt, eine Paarberatung aufzusuchen, kann man von einer Beraterin wohl kaum anders erwarten.

In Sprache und Weltsicht bleibt nicht verborgen, dass die einstige Moderatorin von "Sexually Speaking" langsam, aber sicher, auf die 90 zugeht. Doch gerade das wird auch den meisten Lesern ihrer Zielgruppe angenehm sein.

print-jury 4* A1196 © 12.2.2014 ABR 78.228 Rezensionsexemplar


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