holidaypacklist Hier klicken foreign_books Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken HI_KAERCHER_COOP Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16
Profil für jury > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von jury
Top-Rezensenten Rang: 436
Hilfreiche Bewertungen: 7045

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
jury
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Pasta. Von einfach bis extravagant
Pasta. Von einfach bis extravagant
von Nino Zoccali
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selbermachen angesagt!, 6. März 2013
Wenn ein australischer Gastronom ein Buch über "Pasta" herausbringt, ist eine gesunde Skepsis sicher nicht fehl am Platze - doch der Name Nino Zoccali sollte die Gemüter beruhigen: Hier wird bodenständige, italienische Küche gelehrt.

Wer seinen Körper nach Möglichkeit vor ungesunden Nahrungsmittelzusätzen schützen möchte, ist gut beraten, so viel wie irgend möglich selber zu machen. In Sachen Pasta bietet der neue, mit prachtvollen Bildern üppig ausgestattete Bildband der Collection Rolf Heyne dafür alles, was man wissen muss.

So findet man in einem speziellen Kapitel (ab Seite 197) zunächst mal detaillierte und bebilderte Rezepte zur Zubereitung verschiedener Pasta-Teigvarianten. Auch Grundrezepte für Fonds und Saucen wurden sinnvollerweise ausgegliedert (ab Seite 185).

Der eigentliche Rezeptteil beginnt mit der im Süden Italiens beliebten "getrockneten Pasta" - die kurioserweise inzwischen überwiegend in Norditalien hergestellt wird. Weitere Kategorien sind frische und gefüllte Pasta, Pasta aus dem Ofen, Nudelsuppen und Pasta als Dessert.

Vom einfachen, deftigen Gericht, eben, wie man gerne in ländlichen Regionen gekocht hat, bis zur Edelküche mit Trüffeln und Kaviar sollte wirklich für jeden Geschmack und jeden Anlass das Richtige dabei sein. Eine besondere Rolle spielt "Zia Lidia", welcher der Autor unter anderem die - in aller Bescheidenheit! - "beste Suppe der Welt" verdankt.

Bildqualität und Druck lassen - wie bei diesem Verlag üblich - wieder einmal keine Wünsche übrig, wobei die Gestaltung klassische italienische Motive betont.

Ein schönes, vollständiges Buch, welches stets nahe an der traditionellen, italienischen Küche bleibt.

print-jury A1143 © 6.3.2013 ABR 178.762 Rezensionsexemplar


Pizza. 100 geniale Pizzarezepte von einfach und klassisch bis modern und trendig
Pizza. 100 geniale Pizzarezepte von einfach und klassisch bis modern und trendig
von Pete Evans
  Gebundene Ausgabe

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Schweinehaxe bis Schwarzwälder Kirsch, 6. März 2013
Jeder, der gerne kocht, hat schon lange Platzprobleme - und zu jeder Einladung kommen weitere Kochbücher ins Haus. Die entscheidende Frage bei Kochbüchern lautet daher: Brauche ich das wirklich?

Der Australier Pete Evans bringt nun schon in zweiter Auflage sein Pizza-Buch in die Läden. Diese 2012 veröffentlichte englische Ausgabe erschien Anfang März 2013 von der Collection Rolf Heyne nun auch in Deutsch.

Was könnte man ausgerechnet über Pizza schon noch Neues erfahren? Nun, Sie werden staunen.

Zunächst mal wird bei diesem Buch der Praxis große Aufmerksamkeit gewidmet. In einer Einführung (S. 8/9) erfährt man, was man unbedingt benötigt, um eine "perfekte" Pizza herzustellen. Ím Kapitel "Grundrezepte" (S. 220 ff) wird man in die Zubereitung von gleich fünf verschiedenen Teigvarianten eingeweiht. Evans setzt dabei übrigens durchgängig auf Trockenhefe, was die Vorbereitung beschleunigt und vereinfacht.

Das Kapitel "Beläge" (S. 228-246) enthält ausführliche Rezepte zur Vorbereitung besonderer Zutaten. die für bestimmte der im Hauptteil aufgeführten Varianten benötigt werden.

Die Aufmachung des Buchs lässt einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man wird bei meinen Rezensionen manches Kochbuch finden, aber das, was der Fotograf Brett Stevens hier gezaubert hat, setzt Maßstäbe. Wobei Styling und Layout die atmosphärischen Fotografien perfekt ergänzen. Ob die (gedruckte!) Ringbindung schon die Grenze zum Affigen tangiert? - nun, zu der westernartigen Schablonenschrift passt das auch irgendwie.

Aber kommen wir zur Hauptsache, zur Pizza. Sie kennen schon alle? Vergessen Sie das! Evans rollt das Thema breiter aus als seine Teigkugeln, was ich in der Überschrift ja bereits angedeutet hatte. Natürlich finden sich auf 20 Seiten (ab Seite 32) die "Klassiker", aber die anderen Kapitel von "Frühstück" über "Gourmet", "Fleischesser" bis zu "Meine Freunde" signalisieren schon, dass hier Ideen zusammenkommen, die man ganz sicher bei seinem "Italiener" nicht auf der Karte finden dürfte.

Für Evans sind Pizzen nun mal "Brot in Tellerform", was ihn dazu ermutigt, so ziemlich alles draufzulegen, was man sonst vielleicht eher auf einem Brot oder einem Teller findet. "Rocky-Road-Eis mit türkischem Lokum, Pistazien und Marshmallows" ist dabei möglichweise schon die extremste Variante, zeigt aber, dass es keine Limits gibt.

Für unsere nächste Einladung haben wir schon mal die "Gourmet-Pizza" mit Jakobsmuscheln, Foie Gras und Lachskaviar geplant, gefolgt von der Schwarzwälder-Pizza mit Schokoladenfondant, Kirschen und Schlagsahne.

Bei aller Vielfalt ermutigt Evans den Leser, auch selbst zu experimentieren, und gibt dazu auch Hinweise und Anregungen.

An sich sollte also für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Nun ist es für Restaurant-Betreiber, vor allem im englischsprachigen Raum, nicht leicht, sich über die Essgewohnheiten des großen Publikums hinwegzusetzen. So deutet Evans auch nur im Text mal an, dass man Hummer nicht unbedingt 15 Minuten bei 250° im Ofen lassen muss. Aber viele Gäste wollen nun mal Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte "durch" haben, entsprechend lang sind die entsprechenden Garzeiten ausgefallen. Wer mal - das gibt es zum Beispiel in Las Palmas an der Promenade - Pizza gegessen hat, bei der die Meeresfrüchte frisch aus dem Aquarium schnell noch auf dem Weg zum Gast aufgelegt wurden, weiß, was die Überängstlichen an Genuss versäumen. Das gilt natürlich auch für Hühnerbrust oder Lammbraten. Doch auch hier herrscht Meinungsfreiheit: Um die Garzeiten nach Geschmack zu variieren, benötigt man keine behördlichen Genehmigungen - zumindedst zuhause nicht. Manches Foto würde natürlich auch etwas leckerer aussehen, wenn nicht alles bis zum Trockentod gegart worden wäre.

Was mir gut gefallen hat, ist der angenehme Umgang des Autors mit dem Kreativteam und seinen Koch-Kollegen. Evans hat nicht die geringsten Probleme, denen, die zum Ergebnis beigetragen haben, auch Lob, Dank und Anerkennung zukommen zu lassen. Da könnte sich mancher deutsche Sternenkoch eine Scheibe davon abschneiden.

Alles in Allem bietet das Buch gleichermaßen Genuss und Inspiration in einem selten anzutreffenden Maß - zumal, da Rezepte und Zutaten allgemein umsetzbar sein dürften. Mancher traditionsbewusste Italiener mag die Nase über den "frevelhaften" Umgang mit seinem Traditionsgericht rümpfen, aber entscheidend ist nun mal, ob es schmeckt.

Daran aber besteht nicht der geringste Zweifel.

print-jury 5* A1037 © 18.3.2013eg ABR 19.850 Rezensionsexemplar


Die 50 besten Superfoods: Gesundheit kann man essen
Die 50 besten Superfoods: Gesundheit kann man essen
von Brigitte Hamann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,95

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die heilende Kraft der Nahrung, 6. März 2013
Systematisch führt die "Lebensberaterin" Brigitte Hamann in ihrem Bildband "Die 50 besten Superfoods" den Leser durch eine außergewöhnliche Auswahl von Nahrungsmitteln, deren besonderer Nutzen für die Gesundheit teilweise schon länger bekannt ist, teilweise erst durch neuere Studien belegt wurde.

Zu Beginn des Buchs findet man kurze Erläuterungen zu den Begriffen "Antioxidanzien", "Bioverfügbarkeit" und "Adaptogene".

Zu jedem "Superfood" findet man im Katalogteil ausführliche Auflistungen der Inhaltsstoffe. Ebenso umfangreich und detailliert wird auf mögliche Nutzen in Vorbeugung und Behandlung eingegangen. In einem Kasten werden die Haupt-Eigenschaften zusammengefasst. Abschließend zeigt ein "praktischer" Absatz Zubereitungs- und Verwendungsmöglichkeiten auf.

Im hinteren Teil des Buchs finden sich ein Register und weiterführende Literaturangaben - vor allem aber auch zwölf dichtbedruckte Seiten mit "Anmerkungen", die sich als weiterführende Links zu den einzelnen Superfoods herausstellen.

Auch hier landet man wie so oft nach der Lektüre des Buchs bei der Erkenntnis, dass man umso besser fährt, je frischer und natürlicher Nahrungsmittel angebaut und vertrieben worden sind. Agrarchemie, industrieller Anbau, Lagerung, Transport und Behandlung führen nicht nur zu den immer wieder zu Skandalen führenden Schadstoffen in der Nahrung, sondern verhindern auch in weitem Umfang, dass die an sich nützlichen Stoffe der Pflanzen und Tiere überhaupt noch in unsere Nahrung gelangen.

Wer jedenfalls die neuesten Erkenntnisse für eine gesündere Ernährung nutzen möchte, findet in diesem Buch zahlreiche Anregungen, aber auch ein systematisches Nachschlagewerk zum Thema "Superfoods".

print-jury 5* A1141 © 6.3.2013 ABR 6.989 Rezensionsexemplar


[PIZZA] by (Author)Evans, Pete on Aug-02-12
[PIZZA] by (Author)Evans, Pete on Aug-02-12
von Pete Evans
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Schweinehaxe bis Schwarzwälder Kirsch, 18. Februar 2013
Jeder, der gerne kocht, hat schon lange Platzprobleme - und zu jeder Einladung kommen weitere Kochbücher ins Haus. Die entscheidende Frage bei Kochbüchern lautet daher: Brauche ich das wirklich?

Der Australier Pete Evans bringt nun schon in zweiter Auflage sein Pizza-Buch in die Läden. Diese 2012 veröffentlichte Ausgabe soll im März 2013 von der Collection Rolf Heyne auch in Deutsch erscheinen.

Was könnte man ausgerechnet über Pizza schon noch Neues erfahren? Nun, Sie werden staunen.

Zunächst mal wird bei diesem Buch der Praxis große Aufmerksamkeit gewidmet. In einer Einführung (S. 8/9) erfährt man, was man unbedingt benötigt, um eine "perfekte" Pizza herzustellen. Ím Kapitel "Grundrezepte" (S. 220 ff) wird man in die Zubereitung von gleich fünf verschiedenen Teigvarianten eingeweiht. Evans setzt dabei übrigens durchgängig auf Trockenhefe, was die Vorbereitung beschleunigt und vereinfacht.

Das Kapitel "Beläge" (S. 228-246) enthält ausführliche Rezepte zur Vorbereitung besonderer Zutaten. die für bestimmte der im Hauptteil aufgeführten Varianten benötigt werden.

Die Aufmachung des Buchs lässt einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man wird bei meinen Rezensionen manches Kochbuch finden, aber das, was der Fotograf Brett Stevens hier gezaubert hat, setzt Maßstäbe. Wobei Styling und Layout die atmosphärischen Fotografien perfekt ergänzen. Ob die (gedruckte!) Ringbindung schon die Grenze zum Affigen tangiert? - nun, zu der westernartigen Schablonenschrift passt das auch irgendwie.

Aber kommen wir zur Hauptsache, zur Pizza. Sie kennen schon alle? Vergessen Sie das! Evans rollt das Thema breiter aus als seine Teigkugeln, was ich in der Überschrift ja bereits angedeutet hatte. Natürlich finden sich auf 20 Seiten (ab Seite 32) die "Klassiker", aber die anderen Kapitel von "Frühstück" über "Gourmet", "Fleischesser" bis zu "Meine Freunde" signalisieren schon, dass hier Ideen zusammenkommen, die man ganz sicher bei seinem "Italiener" nicht auf der Karte finden dürfte.

Für Evans sind Pizzen nun mal "Brot in Tellerform", was ihn dazu ermutigt, so ziemlich alles draufzulegen, was man sonst vielleicht eher auf einem Brot oder einem Teller findet. "Rocky-Road-Eis mit türkischem Lokum, Pistazien und Marshmallows" ist dabei möglichweise schon die extremste Variante, zeigt aber, dass es keine Limits gibt.

Für unsere nächste Einladung haben wir schon mal die "Gourmet-Pizza" mit Jakobsmuscheln, Foie Gras und Lachskaviar geplant, gefolgt von der Schwarzwälder-Pizza mit Schokoladenfondant, Kirschen und Schlagsahne.

Bei aller Vielfalt ermutigt Evans den Leser, auch selbst zu experimentieren, und gibt dazu auch Hinweise und Anregungen.

An sich sollte also für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Nun ist es für Restaurant-Betreiber, vor allem im englischsprachigen Raum, nicht leicht, sich über die Essgewohnheiten des großen Publikums hinwegzusetzen. So deutet Evans auch nur im Text mal an, dass man Hummer nicht unbedingt 15 Minuten bei 250° im Ofen lassen muss. Aber viele Gäste wollen nun mal Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte "durch" haben, entsprechend lang sind die entsprechenden Garzeiten ausgefallen. Wer mal - das gibt es zum Beispiel in Las Palmas an der Promenade - Pizza gegessen hat, bei der die Meeresfrüchte frisch aus dem Aquarium schnell noch auf dem Weg zum Gast aufgelegt wurden, weiß, was die Überängstlichen an Genuss versäumen. Das gilt natürlich auch für Hühnerbrust oder Lammbraten. Doch auch hier herrscht Meinungsfreiheit: Um die Garzeiten nach Geschmack zu variieren, benötigt man keine behördlichen Genehmigungen - zumindedst zuhause nicht. Manches Foto würde natürlich auch etwas leckerer aussehen, wenn nicht alles bis zum Trockentod gegart worden wäre.

Was mir gut gefallen hat, ist der angenehme Umgang des Autors mit dem Kreativteam und seinen Koch-Kollegen. Evans hat nicht die geringsten Probleme, denen, die zum Ergebnis beigetragen haben, auch Lob, Dank und Anerkennung zukommen zu lassen. Da könnte mancher deutsche Sternenkoch sich eine Scheibe davon abschneiden.

Alles in Allem bietet das Buch gleichermaßen Genuss und Inspiration in einem selten anzutreffenden Maß - zumal, da Rezepte und Zutaten allgemein umsetzbar sein dürften. Mancher traditionsbewusste Italiener mag die Nase über den "frevelhaften" Umgang mit seinem Traditionsgericht rümpfen, aber entscheidend ist nun mal, ob es schmeckt.

Daran aber besteht nicht der geringste Zweifel.

print-jury 5* A1037 © 18.3.2013 Rezensionsexemplar


Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden
Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden
von Matthias Weik
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wut tut Not, 29. Januar 2013
Dass wir tatsächlich unmittelbar vor dem größten Finanzcrash der Geschichte stehen, bezweifeln eigentlich nur noch diejenigen, die ihn zu verantworten haben - und die lügen natürlich.

Die Sinnfrage bei solchen Büchern liegt also nicht in eventuellen Zweifeln am Thema. Für eine Empfehlung maßgeblich scheint eher die Frage, ob das Buch neben einer Erkenntnis, an der informierte Menschen ohnedies keine Zweifel mehr hegen, ansonsten etwas Nützliches zum Überleben der Menschheit beitragen könnte. Oder zumindest zur Unterhaltung des Lesers.

Matthias Weik und Marc Friedrich sind Wirtschaftsexperten und betreiben eine Beratungsgesellschaft. Die Druckvorlage wurde offensichtlich mit Hausmitteln erstellt. Man darf sich also nicht wundern, wenn Sprache, Layout und grafische Gestaltung des Buchs etwas hinter professionellen Standards zurückbleiben. Anfangs haben mich auch gelegentliche Orthografie-Fehler und Verschreiber gestört, aber irgendwie gewöhnt man sich daran – oder wird von Wichtigerem abgelenkt.

Denn die Vorgehensweise der Autoren, ausgehend vom – wie sie es nennen – „crash 1.0“ die Vorgeschichte des kommenden großen Crashs chronologisch, fast schon Tagebuch-artig zu dokumentieren – das letzte „Update“ erfolgte 2013 -, hat etwas Faszinierendes und zieht einen geradezu in das Buch hinein. So fällt die Lektüre auch völlig anders aus als man es bei einem Sachbuch erwarten könnte: Langeweile ist nicht zu befürchten. Eher baut sich Spannung auf - so, als ob man einen Thriller lesen würde.

Für diese Spannung - besser wäre vielleicht: diesen Stress - sind natürlich in erster Linie die nicht enden wollenden, skandalösen Entwicklungen in Politik und Finanzen verantwortlich. So entsteht eine Klimax, die sich längst in weiteren „kleinen" Crashs wie vergangenen Weltwirtschaftskrise entladen hätte, wäre die kriminelle Energie der Akteure inzwischen nicht um ein Vielfaches höher als noch in der jüngeren Geschichte.

Ähnliche Fortschritte wie die Skrupellosigkeit der Akteure hat bekanntermaßen die Computertechnologie gemacht. Vor allem aber auch die Technologie überaus unethischer Finanzwerkzeuge, die es erlauben, immer wahnsinnigere Schuldenberge aufzuhäufen.

Meine Quintessenz nach erster Lektüre lautet wie folgt:

1. Hoch kriminelle und schwer kranke (Spielsucht der Extreme!) Insider von Bänkern über Investmentbroker bis hin zu institutionellen Spielsüchtigen von der anscheinend abgehobenen Pforzheimer Bürgermeisterin bis zum treudoofen Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten, sowie vertrauensselig-gierige oder leicht bestechliche - andere Motive sind wirklich nicht erkennbar - Mächtige in Wirtschaft und Politik bauen das System der Kapitalvernichtung unter nicht selten reichlicher Selbstbedienung immer weiter aus.

2. Das dabei verzockte oder gestohlene Geld landet über Tantiemen und Boni jenseits jeder menschlichen Vorstellungkraft in den Händen unter Dauerstrom stehender Akteure bei den Großbanken, als Bestechungsgelder in schwarzen Kassen, mit denen sich nach Kohl-Muster bekanntlich bestens Parteien steuern lassen, vor allem aber auch als "Zins-Erträge" bei "Groß-Investoren".

3. Ein Verlust-Risiko wie bei kleinen Spekulanten besteht für Banken offenbar nicht. Denn es gibt einen schier unendlichen Banken-Sicherungs-Fonds: Verluste werden von einer verbrecherischen Politik mit Steuergeldern ausgeglichen. Verlierer sind die kleinen Bürger, die mit ihrem Vermögen und ihrer Arbeitskraft die Verluste der großen Spieler ebenso aufgebürdet erhalten wie die Zinskosten der Großanleger.

4. Natürlich ist das Meiste, was da geschieht, im Sinne des Wortes kriminell. Man wird kaum eine größere Aktion der Spitzenpolitiker finden, die nicht gegen Anstand, Würde, Ehre, Vorschriften, Gesetze und jederzeit gegen Sinn und Wortlaut des Grundgesetzes verstoßen. Entschieden wird illegalerweise auch am Parlament vorbei, und unsere angeblich unabhängige Gerichtbarkeit bis zu den Verfassungsrichtern kümmert sich wenig um das, was in eben dieser Verfassung einst aus gutem Grund kodiert worden war.

Welchen persönlichen Nutzen kann der Leser aus dem Buch ziehen?

Es mag nicht viel erscheinen, aber die kargen Ratschläge an den betrogenen, "fleißigen" Normalbürger sind essenziell:

1. Denke daran - der Staat und die Banken sind Deine Feinde!

2. Hol Dein Geld vom Konto, bevor es zu spät ist!

3. Schau, dass Du echte Werte im Hinterhalt hast wie Grundstücke, Produktionsmittel, Wald oder Edelmetalle.
Persönlich möchte ich noch den Hinweis hinzufügen, dass es sich immer lohnt, die eigene Gesundheit zu schützen, indem man – so gut es eben geht – die Vergiftung des Körpers durch allgegenwärtige Chemikalien auf ein Minimum reduziert. Nur wer auf künstliche Aromen und Düfte verzichtet, Gift-belastete Nahrungsmittel meidet und den Kontakt von Nahrung und Körper mit Kunststoffen vermeidet, muss sich eigentlich noch vorrangig Sorgen darum machen, wie es in 10 Jahren mit seinem Vermögen aussieht.

Im Bereich persönlicher Vorsorge findet man allerdings leicht andere Bücher, die sowohl umfassender als auch detaillierter Ratschläge und Hilfe anbieten. Insbesondere sollten Fragen der Sicherheit und der Versorgung mit Energie, Wasser und Nahrungsmitteln beachtet werden – wer verhungert, erfriert oder erschlagen wird, benötigt auch keine Edelmetalle mehr.

Bleibt die Eingangsfrage nach Nutzen und Wert dieses Buchs. Kurze Antwort: Dieses Buch ist das erste von vielen, die ich über die Problematik gelesen habe, das vielleicht wirklich helfen könnte, an den Ursachen etwas zu ändern. Nun wird mancher fragen: Wie soll das denn gehen?

Tatsächlich hat die Geschichte vor jedem Crash bewiesen, dass institutionelle oder rechtliche Mittel hoffnungslos gegen die kriminelle Energie und maßlose Gier der Akteure versagen.

Aber bei der Lektüre dieses Buchs wuchs auch in mir wie in vielen anderen Lesern eine unbeschreibliche Wut. Nun zähle ich nicht zu den Menschen, die Gewalt anwenden oder zur Anwendung von Gewalt raten. Aber ich zähle zu den Realisten, denen klar ist, dass gegen Verbrecher dieser Größenordnung nur Gewalt helfen kann.

Eine Frau Merkel, ein Herr Ackermann, um mal zwei prominente Drahtzieher der hiesigen Crash-Akteure zu nennen, haben ohnedies alles, was sie auf zivilisierte Weise bei der Durchführung ihrer Verbrechen hätte hindern können, mit Links und frei von falschen "Skrupeln" beiseite gewischt.

Dieses Buch hat den Verdienst erworben, auf diese Extrem-Situation in aller Klarheit und im vollen Umfang aufmerksam zu machen. Genau deswegen erzeugt es diese Wut. Eine Wut, die bei den Verkaufszahlen eines Bestsellers bereits große Kreise der betrogenen Menschen, der Menschen, denen das Kapital gestohlen wird, mit denen sich immer mehr Milliardäre vollsaugen, erreicht hat.

Erst wenn die Wut eine große Mehrheit der Bevölkerung in Rage versetzt, wenn die Massen ausrasten, wenn also die persönliche Sicherheit von Finanzverbrechern nirgendwo mehr gewährleistet werden kann, besteht wieder Hoffnung. Mit dem vorliegenden Buch ist der erste und wichtige Schritt getan.

print-jury 3* A1193 © 19.1.2014 ABR 427 Rezensionsexemplar


Garp und wie er die Welt sah
Garp und wie er die Welt sah
von John Irving
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Garps vergebliches Ringen um eine gute Erzählung, 26. Januar 2013
"Ein Roman ist nur ein Platz zum Speichern all der wichtigen Dinge, die ein Romancier im Leben nicht benutzen kann." Das mag nicht gerade der Wunschvorstellung eines Lesers entsprechen - aber so sieht es Irving, und so schreibt er über sein Leben, karikiert einiges, bläst vieles albtraumhaft zu peinlichsten Metzelszenen auf, füllt mit schrulligen und skurrilen Figuren aus dem Panoptikum der Weltraumbar im Krieg der Sterne, baut etliche banale Szenen aus der persönlichen Soap "Schnulze für Leser ab 18" ein und verleiht dem Ganzen das nötige Volumen durch das Einflicken von morbiden Kurzgeschichten. In der "Pension Grillparzer" könnte man alleine schon vor Langeweile wirklich leicht zu Tode kommen...

Die Figur T. S. Garp hat sicherlich mehr mit John Irving gemein als dass sie nur einen Roman "The World According to ..." geschrieben hätte. Irving schreibt über Irving, der über Irving schreibt. Ein nettes Konstrukt, das an den optischen Effekt erinnert, der entsteht, wenn man eine Videokamera auf den Monitor hält.

Wie sich bei der optischen Rückkopplung unendlich viele, stets gleiche Bilder von scheinbar bodenloser Tiefe ergeben, erlaubt dieses Konstrukt dem Literaten, von sich losgelöst das eigene Erlebte zu reflektieren. Ebenso aber, wie die Gegenkopplung zu Verzerrungen neigt, scheint auch John Irving die gerade Linie verloren gegangen zu sein.

Dabei ist alles bis ins kleinste Wörtchen wohl bedacht und funktioniert am Markt, weil der abscheulichste Voyeurismus des großen Publikums bedient wird, vergleichbar der Hemmungslosigkeit von Gaffern, die bei blutigen Unfällen zu Tage tritt. Die Illusion, man lese "Literatur", verleiht wohl selbst dem untersten Schmuddel noch die Aura von Würde.

Denn auch menschenverachtende Peinlichkeiten lassen sich zu edler Literatur vergolden. Wohl um zu verbrämen, dass ständig Damen aus Solidarität zu einem vergewaltigten Mädchen mit herausgeschnittener Zunge rumlaufen, geniert sich John Irving nicht, "Irving/Garp/Bensenhaver... und wie er die Welt sah" als "Die erste Tiefenstudie eines Mannes über den spezifisch männlichen neurotischen Druck, dem viele Frauen unterworfen werden" bezeichnen zu lassen.

Die grellen Farben, die grenzenlose Überzeichnung rauben ernsthaften Themen die Chance, wahrgenommen zu werden. In einem Disney-Park voller Monster nimmt man wirkliche Tragik nicht mehr wahr. So desavouiert Irving mit seinem Kuriositäten-Kabinett ernsthafte Aufklärung, verharmlost das Leid der wahren Welt als Jahrmarktsattraktion wie ein Ronald McDonald der Literatur.

Dabei führen Irvings Hang zur rücksichtslosen Erkenntnis und seine gnadenlos sarkastische Sprache manchmal zu leuchtenden kleinen Blüten: "Die Administration rühmte sich, einer vergew*ltigten Vierzehnjährigen die Abtreibung verweigert zu haben und damit der Woge des Verfalls entgegengetreten zu sein." Auch die hier zitierten Aussagen zu seiner schriftstellerischen Arbeit zeigen ein überdurchschnittliches Maß an Selbsterkenntnis, die allerdings in zynischer Manier nicht zu verändertem Handeln führt.

Vielleicht hätte man daher als Leser mit einem Tagebuch im Stile eines Max Frisch mehr mit der Vielzahl und Vielfalt der gesammelten Ideen anfangen können. Es ist nicht leicht, vielleicht sogar unmöglich, ein inhomogenes Konglomerat überzeugend zu einem Ganzen zusammen zu binden. Nun, im so entstandenen "Roman" erfahren wir ja bei allen passenden und unpassenden Gelegenheit, dass jegliche Unzulänglichkeit, die Irving oder seinen diversen "alter ego" anzulasten wäre, zuvorderst den Umständen geschuldet ist.

Das gilt selbstverständlich auch für die spekulative Vermarktung eben diesen Buches, welche einzig und alleine dem bösen Verleger zur Last gelegt wird, der sogar den Autor in die Wüste (nach Europa) schickt, damit er die kleinen schmutzigen Tricks und das Getöse der Schlagzeilenpresse nicht abbekommt.

Irgendwie erinnert diese Kombination von Unflat und Abschieberei an Zeitgenossen, die permanent Beleidigungen verteilen, aber dann, wenn jemand sauer reagiert, verharmlosen, es "sei doch nur Spaß gewesen." Irving nimmt wechselweise alle Positionen ein und macht sich so unangreifbar, aber auch beliebig. Helen redet nicht um den heißen Brei: "Noch mehr Politik. Noch mehr Kreuzzüge. So etwas machen Leute, die nicht schreiben können."

Irving ist zynisch und ehrlich genug, in seine Roman-Matrjoschka auch gleich noch die angemessene Beurteilung virtueller Rezensenten hineinzuschreiben: "Andere Besprechungen nannten das Buch paranoid, hirnrissig und strotzend von grundloser Brutalität und grundlosem Sex." Man muss daraus schließen, dass dem Autor seine spekulative Vorgehensweise bewusst war.

Irvings Leben findet man in der Wikipedia. Ohne Sex und Gewalt, versteht sich. Wer "Garp" zur Abdeckung der ersten 33 Jahre vorzieht, muss es wohl mit Blutbädern haben. Ausweichen kann man dem kaum, denn die Schläge unter die Gürtellinie kommen gekonnt(!) ansatzlos aus dem toten Winkel.

Mich treiben andere Fragen: Schreibt Irving wie Garp unter dem Zwang, die Erwartungen von Mutter und Gattin zu erfüllen? Drischt er deswegen in seinen Romanen rücksichtslos auf seine Angehörigen ein? Interessiert er sich überhaupt für einen anderen Menschen außer sich selbst? Laufen daher so viele Monster und Krüppel herum? Gibt es darum nichts zu erzählen als immer wieder das eigene kleine Leben?

Irving würde das gerne auf kleinerer Flamme kochen: "Garp ist ein seriöser Schriftsteller, dessen Neigungen zu barocker Übertreibung Amok gelaufen sind." Doch die Übertreibungen sind nur Teil des Problems - Garp gibt es schließlich zu: "was er zustande brachte, waren Erinnerungen, und das war Mist. Er hatte keine Phantasie mehr."

print-jury 2* A1127 © 23.1.2013


Garp und wie er die Welt sah: Das Buch zum Film
Garp und wie er die Welt sah: Das Buch zum Film
von John Irving
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Garps vergebliches Ringen um eine gute Erzählung, 26. Januar 2013
"Ein Roman ist nur ein Platz zum Speichern all der wichtigen Dinge, die ein Romancier im Leben nicht benutzen kann." Das mag nicht gerade der Wunschvorstellung eines Lesers entsprechen - aber so sieht es Irving, und so schreibt er über sein Leben, karikiert einiges, bläst vieles albtraumhaft zu peinlichsten Metzelszenen auf, füllt mit schrulligen und skurrilen Figuren aus dem Panoptikum der Weltraumbar im Krieg der Sterne, baut etliche banale Szenen aus der persönlichen Soap "Schnulze für Leser ab 18" ein und verleiht dem Ganzen das nötige Volumen durch das Einflicken von morbiden Kurzgeschichten. In der "Pension Grillparzer" könnte man alleine schon vor Langeweile wirklich leicht zu Tode kommen...

Die Figur T. S. Garp hat sicherlich mehr mit John Irving gemein als dass sie nur einen Roman "The World According to ..." geschrieben hätte. Irving schreibt über Irving, der über Irving schreibt. Ein nettes Konstrukt, das an den optischen Effekt erinnert, der entsteht, wenn man eine Videokamera auf den Monitor hält.

Wie sich bei der optischen Rückkopplung unendlich viele, stets gleiche Bilder von scheinbar bodenloser Tiefe ergeben, erlaubt dieses Konstrukt dem Literaten, von sich losgelöst das eigene Erlebte zu reflektieren. Ebenso aber, wie die Gegenkopplung zu Verzerrungen neigt, scheint auch John Irving die gerade Linie verloren gegangen zu sein.

Dabei ist alles bis ins kleinste Wörtchen wohl bedacht und funktioniert am Markt, weil der abscheulichste Voyeurismus des großen Publikums bedient wird, vergleichbar der Hemmungslosigkeit von Gaffern, die bei blutigen Unfällen zu Tage tritt. Die Illusion, man lese "Literatur", verleiht wohl selbst dem untersten Schmuddel noch die Aura von Würde.

Denn auch menschenverachtende Peinlichkeiten lassen sich zu edler Literatur vergolden. Wohl um zu verbrämen, dass ständig Damen aus Solidarität zu einem vergewaltigten Mädchen mit herausgeschnittener Zunge rumlaufen, geniert sich John Irving nicht, "Irving/Garp/Bensenhaver... und wie er die Welt sah" als "Die erste Tiefenstudie eines Mannes über den spezifisch männlichen neurotischen Druck, dem viele Frauen unterworfen werden" bezeichnen zu lassen.

Die grellen Farben, die grenzenlose Überzeichnung rauben ernsthaften Themen die Chance, wahrgenommen zu werden. In einem Disney-Park voller Monster nimmt man wirkliche Tragik nicht mehr wahr. So desavouiert Irving mit seinem Kuriositäten-Kabinett ernsthafte Aufklärung, verharmlost das Leid der wahren Welt als Jahrmarktsattraktion wie ein Ronald McDonald der Literatur.

Dabei führen Irvings Hang zur rücksichtslosen Erkenntnis und seine gnadenlos sarkastische Sprache manchmal zu leuchtenden kleinen Blüten: "Die Administration rühmte sich, einer vergew*ltigten Vierzehnjährigen die Abtreibung verweigert zu haben und damit der Woge des Verfalls entgegengetreten zu sein." Auch die hier zitierten Aussagen zu seiner schriftstellerischen Arbeit zeigen ein überdurchschnittliches Maß an Selbsterkenntnis, die allerdings in zynischer Manier nicht zu verändertem Handeln führt.

Vielleicht hätte man daher als Leser mit einem Tagebuch im Stile eines Max Frisch mehr mit der Vielzahl und Vielfalt der gesammelten Ideen anfangen können. Es ist nicht leicht, vielleicht sogar unmöglich, ein inhomogenes Konglomerat überzeugend zu einem Ganzen zusammen zu binden. Nun, im so entstandenen "Roman" erfahren wir ja bei allen passenden und unpassenden Gelegenheit, dass jegliche Unzulänglichkeit, die Irving oder seinen diversen "alter ego" anzulasten wäre, zuvorderst den Umständen geschuldet ist.

Das gilt selbstverständlich auch für die spekulative Vermarktung eben diesen Buches, welche einzig und alleine dem bösen Verleger zur Last gelegt wird, der sogar den Autor in die Wüste (nach Europa) schickt, damit er die kleinen schmutzigen Tricks und das Getöse der Schlagzeilenpresse nicht abbekommt.

Irgendwie erinnert diese Kombination von Unflat und Abschieberei an Zeitgenossen, die permanent Beleidigungen verteilen, aber dann, wenn jemand sauer reagiert, verharmlosen, es "sei doch nur Spaß gewesen." Irving nimmt wechselweise alle Positionen ein und macht sich so unangreifbar, aber auch beliebig. Helen redet nicht um den heißen Brei: "Noch mehr Politik. Noch mehr Kreuzzüge. So etwas machen Leute, die nicht schreiben können."

Irving ist zynisch und ehrlich genug, in seine Roman-Matrjoschka auch gleich noch die angemessene Beurteilung virtueller Rezensenten hineinzuschreiben: "Andere Besprechungen nannten das Buch paranoid, hirnrissig und strotzend von grundloser Brutalität und grundlosem Sex." Man muss daraus schließen, dass dem Autor seine spekulative Vorgehensweise bewusst war.

Irvings Leben findet man in der Wikipedia. Ohne Sex und Gewalt, versteht sich. Wer "Garp" zur Abdeckung der ersten 33 Jahre vorzieht, muss es wohl mit Blutbädern haben. Ausweichen kann man dem kaum, denn die Schläge unter die Gürtellinie kommen gekonnt(!) ansatzlos aus dem toten Winkel.

Mich treiben andere Fragen: Schreibt Irving wie Garp unter dem Zwang, die Erwartungen von Mutter und Gattin zu erfüllen? Drischt er deswegen in seinen Romanen rücksichtslos auf seine Angehörigen ein? Interessiert er sich überhaupt für einen anderen Menschen außer sich selbst? Laufen daher so viele Monster und Krüppel herum? Gibt es darum nichts zu erzählen als immer wieder das eigene kleine Leben?

Irving würde das gerne auf kleinerer Flamme kochen: "Garp ist ein seriöser Schriftsteller, dessen Neigungen zu barocker Übertreibung Amok gelaufen sind." Doch die Übertreibungen sind nur Teil des Problems - Garp gibt es schließlich zu: "was er zustande brachte, waren Erinnerungen, und das war Mist. Er hatte keine Phantasie mehr."

print-jury 2* A1126 © 23.1.2013


The Reef - Schwimm um dein Leben [Blu-ray]
The Reef - Schwimm um dein Leben [Blu-ray]
DVD ~ Zoe Naylor
Preis: EUR 13,49

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mahlzeit!, 24. Januar 2013
Regisseur und Autor Andrew Traucki ist spezialisiert auf nassen Horror. In "The Reef" (2009) muss wieder mal ein Hai für die Gänsehaut sorgen - und zwar alleine. Damit war das arme Tier offensichtlich überfordert.

Drei Männer und zwei Frauen, ganz sympathische Endzwanziger, unternehmen einen Segelausflug zu einer abgelegenen Insel. Durch eine nachvollziehbare Kette unglücklicher Umstände havariert das Boot. Auch das Beiboot ist unbrauchbar, also müssen rund 23 Meilen geschwommen werden - auf offener See und gegen den Strom. Unterwegs gesellt sich ein müder Hai zu der Truppe...

Traucki fängt ein paar Handlungszüge an, weiß aber offensichtlich selbst nicht so genau, was er eigentlich will. So hinterlassen Szenen einer Liebesgeschichte einfach nur Verstörung. Was mit dem Gruppenmitglied geschieht, das auf dem Boot zurückbleibt, wird nicht verraten. Aber auch der Hauptfaden hinterlässt nur Frust, weil außer dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip eigentlich nichts läuft.

Angenehm fällt auf, dass in den ersten Stress-Situationen auf das grundblöde US-Gekreische verzichtet wird: Die Protagonisten dieses Films verhalten sich wie Erwachsene. Insbesondere das Alphatier der Gruppe beeindruckt durch Vernunft und Reife. Aber das kann einen Film nicht ersetzen.

Leider fällt mir sonst nichts mehr ein, was mir gefallen hätte. Ich habe irgendwo was von schönen Bildern gelesen - guter Gott, die Amateur-Videos meiner Freunde bieten durchaus bessere Aufnahmen, über wie unter Wasser.

Vor allem aber würde jede zweite deutsche Hausfrau ein besseres Script abliefern. Insbesondere, wenn sie segeln kann. Ich gebe mal ein paar Punkte zu bedenken:

1. Wenn beim Segeln ein harter Grundkontakt erfolgt ist, untersucht man die Unterseite des Rumpfes, bevor man von einer Insel wegsegelt.
2. Es handelte sich um ein Holzboot. Ziemlich unwahrscheinlich, dass ein solches Boot sinkt - schon gar nicht, wenn der Kiel ab ist.
3. Die Überlebenschancen auf einem gekenterten Boot gelten generell durchaus als besser, wenn man auf dem Boot bleibt, als wenn man wegschwimmt. [1]
4. Diese Möglichkeit, zu schwimmen, bleibt einem schließlich auch dann noch, wenn das Boot wirklich sinken sollte.
5. Sicher ist ein gekentertes Boot aus der Luft schwer auszumachen - aber immer noch besser als Schwimmer.
6. Es ist zu bezweifeln, dass ein normal sportlicher Mensch 20 Meilen auf See schwimmend bewältigen kann - und das auch noch gegen die Strömung!

Wen es wirklich noch erregt, wenn ein Hai gefüttert wird, kann dem Film vielleicht noch was abgewinnen; aber sonst? Mein Vorurteil gegen Filmfestspiele wurde vollauf bestätigt. Leider ist auch TV-Movie mit diesem Film deutlich unter die bisher geltenden Standards gegangen. Das gilt übrigens auch für den zweiten Film der Blu-ray, der aber natürlich hier nicht zur Sprache steht.

film-jury 1* A1125 © 23.1.2013 Genre Horror | Thriller

[1] Jeder Segelschüler lernt: Unbedingt beim Boot bleiben. Auf den deutschen Pfützen (Altrhein etc.) ertrinken immer mal wieder Segler, weil sie denken, sie könnten die paar Hundert Meter zum Ufer schwimmend bewältigen. Hier die Standard-Verhaltensregel:

"Da wir davon ausgehen, dass im Falle eines kenterns rechtzeitig eine Notfallmeldung via Funk oder DSC- Controller abgesendet wurde, wissen wir, dass die zuständigen Rettungsinstitutionen die Koordinaten des Schiffes zum Unglückszeitpunkt erfahren haben. Dies ist eine der automatischen Informationen, die von einem DSC- Controller bei korrekter Programmierung (Koordinaten mindestens alle 30 Minunten aktualisieren!!) übersendet werden. Die Suchmannschaften werden also die Stelle ansteuern, die vom DSC- Controller übermittelt wurden. Daher ist es eine Verhaltensregel nach dem Kentern möglichst beim Fahrzeug oder der Sinkstelle zu bleiben. "[...]
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2015 5:15 PM MEST


Unzensiert 2013: Was die Massenmedien Ihnen verschweigen
Unzensiert 2013: Was die Massenmedien Ihnen verschweigen
von Andreas Rétyi
  Gebundene Ausgabe

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Versprechen erfüllt, 23. Januar 2013
Als Straßenbahnfahrer und glücklicher Besitzer eines Galaxy Note kann ich für mich in Anspruch nehmen, SPON (Spiegel Online) lückenlos und andere Medien intensiv verfolgt zu haben. So gerüstet stellte sich mir bei der Lektüre dieses Buchs die Frage: Hast Du davon schon mal was gehört, gesehen oder gelesen?

Die eindeutige Antwort lautet "Ja!". Denn tatsächlich sind nicht alle Informationen, die Andreas von Rétyi in mal launiger, mal sarkastischer, mal bitterernster Sprache in seinem Jahresüberblick gesammelt hat, VÖLLIG an den Leitmedien vorbeigegangen. Allerdings fehlte ihnen da oft der Kontext, der eine Story erst wirklich brisant macht. Und zweitens kenne ich als regelmäßiger Leser von Büchern des Kopp Verlags gelegentlich die Quellen, aus denen Rétyi zitiert.

Insgesamt kann man feststellen: Es ist eine Menge an vor allem politischen Informationen, die man in den großen Medien dem Bürger "nicht zumuten" möchte - darunter natürlich genau solche, die brisant und für jeden Einzelnen von besonderer Bedeutung sind.

print-jury 4* A1123 © 22.1.2013eg ABR 48.874 Rezensionsexemplar


Codename Nina [Blu-ray]
Codename Nina [Blu-ray]
DVD ~ Bridget Fonda
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tieftraurig, 18. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Codename Nina [Blu-ray] (Blu-ray)
"Codename: Nina" ist bekanntlich ein US-Remake des Besson-Thrillers "Nikita". Es ist ja nun nicht so, dass Remakes grundsätzlich besser oder schlechter wären. Im Idealfall kann man beide Versionen ganz gut anschauen. Ich denke da z.B. an die beiden "Thomas Crown" - Filme.

Aber in letzter Zeit scheinen die amerikanischen Produzenten wirklich übel drauf zu sein. Die "Bella Martha" - Kopie hat nicht nur wie üblich alles eingeseicht und verflacht, sondern sogar die Handlung zerstört. Ich hätte nicht gedacht, dass man es noch schlimmer machen könnte, aber John Badham ist das mit "Codename: Nina" wahrhaftig gelungen.

Die Schauspieler erscheinen entweder fehlbesetzt oder miserabel geführt - keinem der Hauptdarsteller gelingt es, eine glaubhafte Figur auf die Leinwand zu bringen. Schlimm genug, wie einfallslos die Kamera ist - dann wird noch mit Bildschleiern gearbeitet, als wollte man einen Softporno toppen. Dazu nervt schleimige Supermarkt-Hintergrundmusik.

Nun, es gibt für alles ein Publikum - aber ich muss hier ja meinen Geschmack vertreten, und der sagt: nein, nein, nein, nein, nein. Wer den Film mag, dem sei's natürlich gegönnt. Von mir gibt es die selten verliehene schlechteste Bewertung.

film-jury 1* A1023 © 18.1.2013eg Genre: Remake


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20