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jury
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   

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Italienische Verführung - School for Seduction
Italienische Verführung - School for Seduction
DVD ~ Kelly Brook
Wird angeboten von findcoolmovies
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weibchen oder starke Frau? Beides!, 31. Oktober 2012
Die umwerfende "Italienerin" Sophia (Kelly Brook, 25) bietet in der 2004 von Sue Heel verfilmten Komödie "Italienische Verführung" britischen Damen einen Kurs zur Selbstverwirklichung an. Doch ihre eigene, kurz vorher in Italien angeeignete Verwandlung zu selbstsicheren Frau muss auch erst noch einen Härtetest bestehen...

Kelly Brook ist wirklich umwerfend - selbst, wenn sie stolpert. Ihr nimmt man das Weib in allen Stufen zwischen natürlich und total übertrieben ohne Diskussion ab. Die Story kommt britisch-turbulent daher, ein entsprechend belastbarer Humor ist Bedingung, wenn man den Film genießen möchte.

In Deutschland kam die "Italienische Verführung" wohl nicht einmal in die Kinos - was nicht überrascht, denn wirklich erotische Frauen sind das Letzte, was ein deutsches Publikum, das Erotik immer noch in qdm nackter Haut "misst", sehen möchte. Da sind uns unsere Nachbarn doch ein gutes Stück voraus.

Insbesondere möchte manche deutsche Frau ja wegen ihrer Seele geliebt werden und nicht wegen ihrer Weiblichkeit - für eine solche Einstellung ist die Sophia dieses Films geradezu (weibliches) Gift.

Einmal macht der Film auf jeden Fall Spaß, bei wiederholtem Anschauen kommen doch einige Längen zum Tragen.

Im Original 104 Minuten, Format 1,85:1 auf 35 mm Film (IMDb)

film-jury 3* A1073 © 31.10.2012 Genre: Drama | Komödie | Romanze


My Big Fat Greek Wedding
My Big Fat Greek Wedding
DVD ~ Nia Vardalos
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Äpfel und Orangen, 31. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: My Big Fat Greek Wedding (DVD)
Was Joel Zwick in seinem 2003 fertiggestellten Film nach dem Drehbuch des Griechen Nia Vardalos zeigt, ist nicht nur Komödie, sondern auch ein wenig Aufklärung über die typische Mentalität in traditionsverbundenen kleinen Ländern.

Die Chancen der 30-jährigen Toula Portokalos (Nia Vardalos), doch noch einen Mann zu finden, schätzt ihre Familie nur noch verschwindend gering ein. Dennoch ist das Entsetzen groß, als sie sich in Ian Miller (John Corbett) verliebt - denn Ian ist kein Grieche.

Dieser simple Plot bietet reichlich Gelegenheit, sich genussvoll in griechisch-amerikanischen Vorurteilen zu wälzen - wovon der Film genüsslich Gebraucht macht. Auch wenn gelegentlich Lärm und Übertreibungen den Film ohne Not etwas öden, läuft die Geschichte im Großen und Ganzen doch recht amüsant und unterhaltsam durch; auch, wenn für uns "Westler" der Eindruck, dass das alles vielleicht näher an der wahren Mentalität der Griechen liegen könnte, als uns lieb ist, sich gelegentlich das Nackenhaar in Aufrechtstellung sträubt.

Nach diversen Mesalliancen unter Beteiligung jüdischer, italienischer oder chinesischer Brautleute mal eine nette Abwechslung - aber auch nicht mehr.

Im Original 95 Minuten, Format 1,85:1 auf 35 mm Film, Dolby SR (IMDb)

film-jury 3* A1072 © 31.10.2012eg Genre: Komödie | Romanze


Die Souveränität Deutschlands: Souverän ist, wer frei ist
Die Souveränität Deutschlands: Souverän ist, wer frei ist
von Karl Albrecht Schachtschneider
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich habe eine Menge gelernt, 30. Oktober 2012
Karl Albrecht Schachtschneider ist emeritierter Jura-Professor und hat mit "Die Souveränität Deutschlands" ein Fachbuch geschrieben. Ich gebe gerne zu, für eine angemessene Beurteilung nicht qualifiziert zu sein. Gleichzeitig bin ich auch überrascht, ein solches Buch im Programm des Kopp-Verlages vorzufinden, wo zwar auch sonst hochqualifizierte Autoren anzutreffen sind, die sich aber um Breitentauglichkeit bemühen.

Mir geht es darum, was ein interessierter Laie wie ich dem Buch entnehmen kann - und das ist doch noch eine Menge.

So habe ich verstanden, dass die Rechtsphilosophie republikanischer Staaten noch stets auf dem Kantischen Freiheitsideal aufgebaut ist: Mit einfachen Worten geht es darum, jedem Bürger einer Republik ein Optimum an Freiheit zu sichern. Dieses Optimum ist genau dort begrenzt, wo die Freiheit des Einen die des Anderen beeinträchtigen könnte - für mich ein absolut überzeugendes und einleuchtendes Prinzip.

Worauf ich nicht selbst gekommen wäre, ist das Wechselspiel zwischen Staat, Bürger, Rechtssystem und Freiheit. Schachtschneider legt umfänglich dar, dass sich die Interessen bedingen. Ein Staat, gleich welcher Form, verliert seine Rechtsgrundlage in dem Moment, in dem er die Freiheit der Bürger nicht mehr verteidigt. Der Bürger auf der anderen Seite benötigt ein durch einen Staat durchgeführtes Rechtssystem, weil nur so seine Freiheit gewährleistet werden könnte. Ein Staatswesen, das sich unabhängig vom Bürger etabliert, degeneriert zur Tyrannei, weil er sich über seinen Souverän stellt. Für ein System der Gewaltenteilung - so versteht sich das in Deutschland etablierte - ist essentiell, dass die Gewalten unabhängig sind und nur im wohlverstandenen Interesse der Freiheit des Einzelnen handeln.

Hier wird es unangenehm. Denn schnell hat man die Gedanken des Autors nachvollzogen und bestätigt, dass in unserem Staat die Bürger nur noch "die Menschen da draußen" (Merkel) sind.

Die Legislative muss den Willen des Bürgers repräsentieren. Dies kann aber nur in direkter Wahl geschehen. Unser System erlaubt keine Wahl von Repräsentanten. Gewählt werden Parteien. Damit sind Abgeordnete nicht mehr dem Wähler verpflichtet.

Ein gutes Rechtssystem müsste von qualifizierten und unabhängigen Abgeordneten erstellt und gepflegt werden - tatsächlich aber sind unsere Abgeordneten von ihrer Partei abhängig; wer nicht spurt, erhält bei der nächsten Wahl keinen aussichtsreichen Listenplatz. Parteien aber suchen sich nicht besonders qualifizierte und unabhängige Abgeordnete, sondern möglichst gut lenkbare und bestechliche Personen mit bestenfalls durchschnittlichen Qualifikationen.

Parteien wiederum sind von ihren Finanziers abhängig - so regieren Banken und Industrie in die Legislative hinein. Denn Parteien benötigen Geld, um Wahlen zu gewinnen - damit finanzieren sie die Medien, gleichzeitig aber sind sie abhängig von deren redaktioneller Unterstützung. Eine Wahl wird nicht von den besseren Ideen oder Versprechen gewonnen, sondern von den Werbe-Etats und der Demagogie der Medien.

Ein Wettbewerb von Ideen findet nicht statt. Nicht einmal in Bereichen, in welchen die Verfassung eine dezidierte Befragung des Souveräns verlangt wie bei Gebietsveränderungen oder der Einführung einer neuen Währung, wird in Deutschland ein Plebiszit durchgeführt. Dies ist nach dem Parteienstaat der zweite Komplex, mit dem die Idee einer Demokratie einer Oligarchie einflussreicher Industrieller und Bänker geopfert wird. Letztlich regiert unsere Kanzlerin im Alleingang nach den Vorgaben der Oligarchen in Industrie und Wirtschaft.

Auch dort, wo zufällig mal dem politischen System eine taugliche Idee entspringt, wird sie in mühlenartigen Kompromissbildungen zur Unkenntlichkeit entstellt.

Das Recht, das ein gleiches Recht für alle sein sollte, degeneriert zum Klassen- und Obrigkeitsrecht. So segnet ein Verfassungsgericht eindeutig verfassungswidrige Maßnahmen wie die Abgabe der Souveränität an eine EU-Verwaltung ab - das Verfassungsgericht zeigt sich als Vollstreckungsorgan der Exekutive. Das Recht, das den Bürger schützen sollte, pervertíert zum Recht, das der Wirtschaft die Märkte ebnet.

Nun, das alles sieht nicht gut aus.

Eine demokratische Republik kann sich aus den derzeitigen Verhältnissen überhaupt nicht mehr bilden, denn das Rechts-Ideal setzt voraus, dass sich Bürger einer Herkunft, einer Kultur und einer Sprache auf ihrem angestammten Territorium zusammentun. Wir aber haben unsere Kultur und unsere Sprache längst einer von Multikulti-Ideologen rücksichtlos betriebenen Einwanderungspolitik geopfert.

Ein demokratisches System muss bürgernah organisiert sein. Das bedeutet, dass möglichst kleine Zusammenschlüsse von Bürgern in den eingangs erwähnten, durch Rechtssysteme bestimmten Grenzen ihr Schicksal entscheiden können. Leider ist es in der Bundesrepublik genau umgekehrt gelaufen: die Entscheidung durch Volksabstimmung wurde dem Bürger durch einen selbstermächtigenden Staat sofort abgetrickst. Dann wurden die Machtstrukturen immer mehr weg von den kleinen, hin zu den großen Einheiten verlagert. Von den Gemeinden zum Land, vom Land zum Bund. Vom Bund zur EU. Und vielleicht letztlich von der EU zum Weltstaat, in dem eine totalitäre Polizeistaatlichkeit rücksichtlos und unkontrolliert die Interessen der Oligarchie durchsetzen kann - mit Bürgern, die nicht mehr Rechte und Würde genießen wie das Vieh im Stall.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Wahrheit und Klarheit - nur der Autor selbst könnte beurteilen, inwieweit in diesen einfachen und laienhaften Worten seine Intensionen zumindest in Inhalt und Richtung wiedergegeben werden. Ich hoffe aber, dass andere interessierte Laien eine Vorstellung davon erhalten haben, worum es in diesem Buch geht.

Warum beschränke ich mich auf 4 Sterne? Ich glaube, als Käufer eines Nicht-Fachbuchs hat man gewisse Ansprüche auf Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Konzentration auf das Wesentliche. Aufmachung, Stil, Gliederung und Inhalte werden solchen Ansprüchen nur teilweise gerecht. Großer Raum wird geschichtlichen Vergleichen eingeräumt, in welchen zu allen möglichen Punkten die verschiedensten Ansichten früherer Rechtsphilosophen diskutiert werden. Dabei kommt es häufig zu Wiederholungen, die die Lektüre nicht gerade spannender gestalten. Ein letzter Kritikpunkt liegt in der schwer zu lesenden Sprache des Autors.

Kauf-Interessenten empfehle ich dringend, sich das Buch vor dem Kauf bei einem guten Buchhändler sorgfältig anzuschauen. Ich habe das Buch geschickt bekommen, nach einer Sichtung hätte ich es wohl kaum gekauft; dennoch fand ich den Stoff streifenweise durchaus interessant und bereue die Lektüre nicht.

print-jury 4* A1070 © 30.10.2012eg ABR 18.157 Rezensionsexemplar
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 30, 2014 6:22 PM MEST


Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe.
Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe.
DVD ~ Tobey Maguire
Preis: EUR 10,48

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurz vor dem Ende hätte es den "richtigen" Schluss gegeben, 30. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Seit "Léon der Profi" zähle ich mich zu den bekennenden Natalie Portman Fans, und ihr Auftreten in "Brothers" wird daran sicher nichts ändern.

Umso mehr war ich enttäuscht von dem, was Jim Sheridan aus den klischeehaften "verschiedenen Brüdern, die die gleiche Frau lieben", machte. Der Wandel des Saulus zum Paulus ist kaum nachvollziehbar, ein Schlüsselereignis, das den Soldaten-Bruder während einer Gefangenschaft in Afghanistan traumatisiert, entbehrte jeder Logik. Und während das Drehbuch unterstellt, dass Frau Portman es mit beiden Brüdern haben soll, bleibt das Flimmern der Luft im Film völlig aus: bauchmäßig konnte sie keinem von beiden etwas abgewinnen, da war definitiv keine Chemie.

Bleibt schließlich der Schluss: der wirkt gerade so, als hätte die Produktion ein Happy-End hinten drauf gepfropft. Dabei hätte kurz davor, wenn sich der Kriegsheld die Waffe an den Kopf hält, alles gepasst und den Film gerade noch aus dem Mittelmaß herausgehoben.

Fazit: Kann man anschauen, muss man aber nicht.

Im Original 105 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, 2K DI, DD | DTS (IMDB)

film-jury 3* A1069 © 30.10.2012eg Genre: Drama | Thriller | Krieg


Die Rache des Wolfes [VHS]
Die Rache des Wolfes [VHS]
VHS

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachhaltige Lektionen in Sachen Sozialkompetenz, 30. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Rache des Wolfes [VHS] (Videokassette)
Geht es Ihnen auch immer so, dass Sie sich bei jeder neuen üblen Machenschaft, die so läuft, sagen: Eigentlich müsste doch mal jemand was unternehmen! Aber wenn man dann selbst in einer Situation sitzt, in der man den Mund aufmachen müsste, kneift man den Schwanz ein...

Unter dem Titel "Clearcut" (Kahlschlag) brachte Ryszard Bugajski 1991 einen bemerkenswerten Film über indianische Kultur und weiße Unkultur in die Kinos, der genau davon handelt, dass jemand was unternimmt.

Der Krieger Arthur (Graham Greene, 39) entführt den Stammesanwalt und den Inhaber der Papierfabrik, die systematisch die Wälder des Stammesgebietes plattmacht, auf eine Reise der Erkenntnis.

Die Erfahrungen, welche seine Gäste machen dürfen, vermitteln mehr als jedes Gerede auch dem sicher oft verstörten Zuschauer die Erkenntnis, wie Gewalt entsteht, wer Mensch bleibt und worin sich Recht manifestiert.

Und nein - es geht in keinster Weise um Rache; der deutsche Titel verrät lediglich wieder einmal den völligen Mangel an Sensibilität, der in den deutschen Verleihen so oft peinliche Blüten treibt. Auf der anderen Seite gehört meines Erachtens eindeutig ein "ab 18"-Sticker drauf, auch, wenn man nicht eine einzige entblößte Frauenbrust zu sehen bekommt.

Fazit: ein grandioser Film über Zivilcourage und Menschlichkeit, dessen Bilder - und ich denke dabei nicht an die grandiosen Naturszenerien - niemand so schnell vergessen wird.

Was mancher industriehörige Journalist so als Kritik von sich gegeben hat, adelt den Film ungemein: "Greenes kraftvolle Bildschirmpräsenz hebt den ganzen Film auf eine realistische, naturbezogene Ebene, die den Film zeitweise unbehaglich macht." (Chris Hicks, Deseret News) Ja, dieser Film sollte Unbehagen verbreiten - sonst wäre nämlich seine Botschaft ungehört verhallt.

Im Original 100 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, Dolby (IMDB)

Es ist geradezu unfassbar, dass der Banken- und Industriekomplex es sogar schafft, einen vorzüglichen Film wie diesen unterzubügeln - bloß, weil der Raubbau an der Natur angeprangert wurde. Natürlich empfehle ich nicht, eine VHS-Kopie zu erwerben - aber mangels DVD oder gar Blu-ray bleibt für den unverzichtbaren Hinweis auf einen bemerkenswerten Film ja nur dieser Platz. Er wurde schon mehrfach im TV gesendet, lassen Sie einfach beim nächsten Mal ihren HD-Recorder mitlaufen...

film-jury 5* A1067 © 30.10.2012eg Genre: Drama | Thriller | Western
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2013 3:30 PM MEST


AFTER.LIFE & Jobkiller - 2 Spielfilme auf DVD aus TV Movie
AFTER.LIFE & Jobkiller - 2 Spielfilme auf DVD aus TV Movie

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwei etwas schräge Filme, 26. Oktober 2012
Wie in letzter Zeit üblich, präsentiert TV-Movie wieder einmal zwei Kinofilme auf einer Scheibe. Die Kritiken folgen im Einzelnen:

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Jobkiller
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Human Resources

"Jobkiller" reiht sich würdig ein in die lange Tradition vergeigter deutscher Filmtitel - sehr viel gelungener spielen da der französische Titel "Ressources humaines" oder auch der entsprechende englische Titel "Human Resources" auf den skurrilen Inhalt dieses 2005 von Costa-Favras inszenierten Films an - leider waren diese Titel schon für den französichen Vorgänger verwendet worden. Im Kino lief dieser Beitrag zur Globalisierung jedenfalls unter dem Titel "Die Axt".

Bruno Davert (José Garcia, 44) wird nach vielen Berufsjahren im Rahmen einer Übernahme wegrationalisiert. Glücklicherweise findet sich bei den väterlichen Kriegsutensilien noch ein Meuchelpuffer. Der kommt ihm gerade zurecht; zum Schein schreibt er eine ähnliche Stelle aus und beginnt, die aussichtsreicheren Bewerber systematisch und im Sinne des Wortes auszusortieren. Zu guter Letzt heizt er noch dem aktuellen Inhaber der Traumstelle energisch ein...

Das alles klingt ganz flott, aber leider will der Film überhaupt nicht enden - da retten einen auch einige kleine, witzige Momente nicht aus der Langeweile. Irgendwann schleppt man sich nur noch unwillig durch die ewigen Jagdgründe des arbeitssüchtigen Spießers und hofft, dass doch endlich so etwas wie eine Pointe den Film rettet. Aber wie es so geht: die Hoffnung stirbt zuletzt...

Im Original 122 Minuten im Format 1,85:1 auf 35 mm, Dolby Digital. (IMDB)

film-jury 2* A1065 26.10.2012eg Genre: Komödie | Krimi | Drama | Thriller

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After Life
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Kluger Film über das Thema Nummer Null, 26. Oktober 2012

Ich kann verstehen, dass bei diesem Film die Ansichten auseinandergehen - aber ich habe ihn mir mit Interesse angeschaut, stellenweise auch Spannung empfunden, einiges über die Präparation von Leichen gelernt und schließlich auch die schöne Philosophie entdeckt, die die Filmemacherin mit dem unaussprechlichen Namen zu ihrer Arbeit inspiriert haben dürfte:

Wann ist man wirklich gestorben? Nach der ersten Enttäuschung, nach dem ersten Verleugnung seines Charakters, nach der Aufgabe des letzten Traumes? Oder erst, wenn der Deckel drauf ist?

Fast unmerklich schleicht sich die Handlung des 2009 von der in Warschau geborenen Agnieszka Wojtowicz-Vosloo (34) geschriebenen und realisierten Films "After Life" an diese Pointe heran.

Die attraktive Lehrerin Anne Taylor (Christina Ricci, 29) hat die leider nicht allzu seltene Macke, sich Enttäuschungen zu ersparen, indem sie keine Liebe zulässt; ein besonders tragischer Fall von weiblicher Logik, denn wie kann man sich über den möglichen Verlust eines Glücks Sorgen machen, auf das man ohnedies verzichtet hat? Und, wie es die berühmte Ironie des Schicksals so will: ihre überstürzte Flucht vor dem geplanten Heiratsantrag des Freundes endet mit einem tödlichen Unfall. Jedenfalls denken das alle...

Denn eiskalt erhebt sich die angeblich Tote in der Leichenhalle des Beerdigungsunternehmers Eliot Deacon (Liam Neeson, 57) von der Liege und versucht, den Bestatter davon zu überzeugen, dass sie nicht tot sei.

Womit man genau beim Sujet des Films angelangt wäre. Wer ist unter welchen Umständen tot? Besorgt der - wie man aus "96 Hours" weiß - gnadenlos gefährliche Liam Neeson bei Halbtoten den Rest? Oder gibt es wirklich einen Zwischenstop zwischen klinisch tot und beerdigt, in dem begnadete Menschen noch mit den Zombies diskutieren können? Und was bedeutet überhaupt tot? Womit wir natürlich wieder bei der Eingangsfrage wären: Warum leben wir überhaupt - und warum wollen wir nicht sterben, wenn wir sowieso nicht leben?

Nicht lieben können, aber Angst vor dem Verlust haben? Nicht zu leben verstehen, aber den Tod fürchten? Mit solch schönen, parallelen Paradoxen reizt uns die junge, aber schon reichlich preisgekrönte polnische Filmemacherin, auch ein wenig über unsere eigene Einstellung zu Leben und Liebe nachzudenken.

Ein weiteres, fast noch packenderes Rätsel dieses merkwürdigen Films bildete für mich die Frage, ob Christina Ricci mit schwarzen, roten oder blonden Haaren am schärfsten aussieht - ein Thema, das wohl mancher Mann mit dieser 1,58 m kleinen Power-Frau gerne persönlich ausführlich eruieren würde. Aber auch Liam Neeson, dessen Kraft sprichwörtlich in der Ruhe liegt, gefällt vorzüglich - wobei die beiden schon aufgrund ihres gewaltigen Größenunterschiedes ein bemerkenswertes Duo abgeben.

Der besondere Reiz dieses ersten und erfreulich intelligenten Langfilms der Regisseurin liegt darin, dass er nicht so leicht einzuordnen ist - sogar die Handlung entzieht sich gekonnt eindeutigen Interpretationen. Aber gerade das, was an dieser Kunstform interessant ist, gefällt der Masse eher weniger:

Denn das gleiche Publikum, das immer beklagt, dass den Filmemachern angeblich nichts mehr einfiele, möchte in Wahrheit natürlich am liebsten immer die gleichen Geschichten sehen. Nicht zuletzt erkennt man das an dem Heer der Genre-Süchtigen.

Sie sehen auch mal gerne etwas ganz Anderes? Dann schauen Sie sich "After Life" doch einfach mal an, denn dieser Film ist schon ungewöhnlich.

Vergessen Sie den Schwachsinn von "Mystery-Thriller mit Horrorelementen", der auf meiner TV-Movie DVD die geistige Armut einfach gestrickter Redakteure bezeugt, die erst mit einem Vorurteil an den Film gehen, dann genau das dort nicht finden und dafür den Film verantwortlich machen statt den Schneckentakt der eigenen CPU.

Nein - After Life lässt sich nicht in Schubladen wegstopfen. Wenigstens fügen die IMDB-Leute noch "Drama" zu den Genres, und ungefähr da liegt der Streifen auch - wobei durchaus auch komische Elemente aufzuspüren sind, ein wenig Ironie und Gesellschaftskritik, aber auch ein paar bittere Tropfen Lebensphilosophie.

Im Original 104 Minuten im Format 2,35:1 auf 35 mm Film, Digital Intermediate, DD (IMDB/Abspann)

"Deine Augen machen Blink-Blink, und alles ist vergessen." (Peter Fox)
"Ein schönes Leben noch!" (abgeblitzter Bettler am St. Johanner Markt, Saarbrücken)

film-jury 4* A1063 26.10.2012eg Genre: Drama | Horror | Mystery | Thriller

Christina Ricci (* 12. Februar 1980 in Santa Monica, Kalifornien)
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1990 3* A0000 Meerjungfrauen küssen besser
....... R: Richard Benjamin D: Cher, Bob Hoskins, Wiona Ryder
1999 2* A0000 Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen
....... R: Tim Burton D: Johnny D*pp, Christina Ricci, Miranda Richardson
2009 4* A1063 After Life
....... RB: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo D: Christina Ricci, Liam Neeson
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Gesamtbeurteilung:

Beide Filme entsprechen eher einer originellen Machart und könnten Filmfreunden gefallen, die gelegentlich einfach mal etwas anderes sehen möchten. Jobkiller fand ich ein wenig langatmig, After Life dagegen ausgesprochen anregend.

film-jury 3* A1066 © 26.10.2012eg


Jobkiller - Eine mörderische Karriere
Jobkiller - Eine mörderische Karriere
DVD ~ Costa-Gavras
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 7,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Human Resources, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Jobkiller - Eine mörderische Karriere (DVD)
"Jobkiller" reiht sich würdig ein in die lange Tradition vergeigter deutscher Filmtitel - sehr viel gelungener spielen da der französische Titel "Ressources humaines" oder auch der entsprechende englische Titel "Human Resources" auf den skurrilen Inhalt dieses 2005 von Costa-Favras inszenierten Films an - leider waren diese Titel schon für den französichen Vorgänger verwendet worden. Im Kino lief dieser Beitrag zur Globalisierung jedenfalls unter dem Titel "Die Axt".

Bruno Davert (José Garcia, 44) wird nach vielen Berufsjahren im Rahmen einer Übernahme wegrationalisiert. Glücklicherweise findet sich bei den väterlichen Kriegsutensilien noch ein Meuchelpuffer. Der kommt ihm gerade zurecht; zum Schein schreibt er eine ähnliche Stelle aus und beginnt, die aussichtsreicheren Bewerber systematisch und im Sinne des Wortes auszusortieren. Zu guter Letzt heizt er noch dem aktuellen Inhaber der Traumstelle energisch ein...

Das alles klingt ganz flott, aber leider will der Film überhaupt nicht enden - da retten einen auch einige kleine, witzige Momente nicht aus der Langeweile. Irgendwann schleppt man sich nur noch unwillig durch die ewigen Jagdgründe des arbeitssüchtigen Spießers und hofft, dass doch endlich so etwas wie eine Pointe den Film rettet. Aber wie es so geht: die Hoffnung stirbt zuletzt...

Im Original 122 Minuten im Format 1,85:1 auf 35 mm, Dolby Digital. (IMDB)

film-jury 2* A1065 © 26.10.2012 Genre: Komödie | Krimi | Drama | Thriller


Sleepy Hollow [Blu-ray]
Sleepy Hollow [Blu-ray]
DVD ~ Johnny Depp
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Christina Ricci und Johnny D*pp! - Wow?, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Sleepy Hollow [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Hauptdarsteller Christina Ricci (19) und Johnny D*pp (36) wecken schon Erwartungen, der markige Titel "Sleepy Hollow" erzeugt schaurige Vorgefühle, was in dem verschlafenen Nest wohl aufgeweckt werden könnte, und passend dazu sieht dann auch der Titel gleich nach "großem Kino" aus.

Aber das war es dann auch wohl. Regisseur Tim Burton konnte noch so düster und bildgewaltig gestalten, wie der New Yorker Constable Ichabo Crane, zur Mordermittlung in die Kleinstadt geschickt, sich schließlich mit einem kopflosen Zombie schlagen muss, zwiespältig unterstützt von der spitzlippigen und Blut-jungen Katrina Anne...

Weder lässt der geistarme Plot des kopflosen Reiters ein ansonsten vorstellbares Drama mit vagem geschichtlichem Hintergrund (Hessische Reiter) zu, noch kann sich in der verzweigten und außergewöhnlich stereotypen Handlung ein Gefühl von Mystik oder gar Horror einfinden.

Entsprechend sieht man den Preis-Nominierungen die verkrampften Bemühung an, das teure Machwerk doch noch ein wenig zu polieren - vorgeschlagen werden die Kostüme, die Musik, das Make-Up, das Szenenbild erhält 2000 sogar einen Oscar.

Ich will gar nicht über das merkwürdige Korn / Rauschen reden - auch auf der Blu-ray! -, das passt wenigstens zu den verstaubten Klamotten und dem düsteren Wald. Der Ton ist auch ganz ok. Das inzwischen etwas ältlich wirkende Bildformat 1,85:1 kann bei einem Kostümfilm ja noch angehen.

Aber das Ausbleiben von Spannung und Emotion lässt dem Betrachter doch die 105 Minuten reichlich lang werden. Mich jedenfalls hat dieser Film überhaupt nicht angesprochen - und selbst meine Frau, die schon bei Filmen wie "Emil und die Detektive" gelegentlich den Kopf unter einem Kissen versteckt, hat nur gelangweilt und verständnislos dem öden Geschehen zugeschaut.

film-jury 2* A1064 © 26.10.2012eg Genre: Horror | Mystery


Basics. 100 Rezepte für jeden Tag
Basics. 100 Rezepte für jeden Tag
von Bill Granger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Down Under Basics, 12. Oktober 2012
Im noch handlichen Format (19,5 x 25,5) präsentiert die Collection Rolf Heyne das neueste Kochbuch von Bill Granger mit dem Titel Basics - 100 Rezepte für jeden Tag".

Der Titel mag etwas unglücklich getextet sein - wer kocht schon jeden Tag 100 verschiedene Gerichte? -, aber man versteht natürlich, was gemeint war, und bekanntlich kommt es ja auf das an, was es drinnen zu entdecken gibt.

Bill Granger erläutert sein Konzept im Vorwort: Er wollte seine 100 Lieblingsrezepte präsentieren - oft Klassiker, die er aber - in seinen Worten - aktualisiert, raffinierter gestaltet und so abgewandelt hat, dass sie auch heute noch gut schmecken und einfach zuzubereiten sind".

Der 242 Seiten starke Rezeptteil ist in Frühstück, Backen, Suppen, S*lat, Beilagen, Geflügel, Fleisch, Seefood, Gemüse und Desserts gegliedert. Jedes Kapitel leitet "der Junge aus Sidney" mit einem kleinen Exkurs, oft mit autobiografischen Elementen, ein.

Praktisch das Layout der Rezeptseiten: Rechts das ganzseitige Foto, links ein paar launige Zeilen des Autors zur Einführung und das Rezept. Dieses ist sauber und übersichtlich gegliedert in einen Zutaten-Block und die Beschreibungen der Zubereitung. Die vorgeschlagenen Mengen sind auf 4-6 Personen zugeschnitten. Für eigene Notizen findet sich genügend Raum. Die Schrift ist groß genug, um noch im Stehen lesen zu können, wenn das Buch auf der Arbeitsplatte liegt.

Den Abschluss bildet ein 4-seitiges Register.

Hinsichtlich der Auswahl und der Ausgestaltung der Rezepte bestehen zwischen meiner Frau und mir Geschmacksdifferenzen - aber auch zwischen Grander und Bill: Mal schreibt er, dass Niedrigtemperatur-Garen im Trend liegt, mal weist er seine Jünger an, Geflügel bei Höchsttemperaturen bis kurz vor die Verkohlung zu garen. Mal schwärmt er, viele Klassiker seien so gut, dass man eigentlich nichts an den Rezepten verändern müsse, mal krempelt er ein Konzept völlig um.

Der britischen Tradition und der asiennahen Lage folgend findet man geschmacklich häufig - für meinen Gaumen zu oft - geschmacklich dominierende Elemente wie Ingwer, Nüsse und/oder asiatische Gewürzsaucen bei den Gerichten. Generell setzt Bill Grander auf deutliche Aromen, auch auf hartes Braten und Backen.

Wer solches zu schätzen weiß, wird sicher in dem Buch zahlreiche Anregungen finden. Ganz sicher erfüllt Bill Grander auch sein Eingangs-Versprechen der leichten Zubereitung - wie sein berühmter Kollege Jamie scheut er nicht davor zurück, neben den bereits erwähnten Asien-Würzsaucen auch einmal eine Nuss-Nougat-Creme aus der Flasche zu verwenden.

Kultureller Nachholbedarf ist auch an Details wie der Verlagerung des Ursprungslandes von "Tia Maria" nach Italien zu erkennen; dieser Rum-Likör erhielt laut Wikipedia seinen Namen im 18. Jahrhundert auf Jamaika.

Das Gesamturteil kann also nicht ganz unabhängig vom eigenen Geschmack erfolgen: Drei Sterne, wenn man der geschmacklichen Ausrichtung distanziert gegenübersteht, vier, wenn man Bills Spielarten lecker findet.

print-jury (3-)4* A1058 © 8.10.2012 ABR 270.346 Rezensionsexemplar Genre: Kochbücher


Vorsicht Lebensversicherung!: Was Sie wissen müssen, um Ihr Geld zu schützen
Vorsicht Lebensversicherung!: Was Sie wissen müssen, um Ihr Geld zu schützen
von Michael Grandt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassend. Detailliert. Aktuell., 12. Oktober 2012
Dieses Buch können Sie sich sparen, wenn Sie keine laufenden Versicherungsverträge haben und auch nicht beabsichtigen, Kapital-Lebensversicherungen abzuschließen. In allen anderen Fällen können Sie eigentlich kaum etwas Besseres tun, als einen vergleichsweise bescheidenen Betrag in das 2012 erschienene Buch von Michael Grandt zu investieren.

Ein weiterer Grund, sich mit "Vorsicht! Lebensversicherung!" zu befassen, wäre, wenn Sie immer noch an Recht und Gesetz, an Demokratie und Politik glauben - aber die, die heute noch so naiv herumlaufen, werden wohl auch dieses Buch ignorieren; so, wie sie ja auch alle anderen vorher ignoriert haben. Wenn nicht eine große Mehrheit der Bevölkerung gerne und willig beraubt und betrogen würde, gäbe es diese Strukturen ja überhaupt nicht.

Grandt trägt kompakt, übersichtlich, leicht verständlich und doch detailliert nahezu alle Gesichtspunkte vor, die im Zusammenhang mit Lebensversicherungen auftreten könnten. Eine Inhalts-Übersicht finden Sie als "Kurzbeschreibung" eine Handbreit unter dem Produktfoto.

Das Faszinierende der Darlegungen liegt weniger in der Erkenntnis, dass Sie Ihr Geld besser in der Matratze ein- als in einer Versicherung an-legen. Die negative Rentabilität von Lebensversicherungen ist eigentlich seit vielen Jahren offen diskutiertes Geheimnis - zumindest bei Menschen, die lesen und schreiben können.

Auch dürfte sich herumgesprochen haben, dass Staat, Banken und Versicherungen eng miteinander vernetzt und somit eigentlich allesamt bereits pleite sind. Fast alles, was uns als "Sicherheit" präsentiert wird, erweist sich bei näherem Hinsehen als marode. Ein populäres Beispiel: Wie sich in den neuen Ländern zum Leid der Anleger längst erwiesen hat, sind Immobilien-"Investements" oft weniger als 25% des angeblichen "Marktpreíses" wert, wenn es tatsächlich zum Veräußerung kommt bzw. kommen muss.

Für die Versicherungen bedeutet das, dass sie einen wesentlichen Teil ihrer "Pfänder" regelmäßig 200% überbewerten.

Aber auch Staatsanleihen sind nur dann etwas wert, wenn die Gläubiger-Staaten kreditwürdig" sind; dummerweise ist unser geliebtes Deutschland der mit Abstand höchstverschuldete Staat Europas - und in einer Krise zahlt niemand mehr Steuern.

Das Übelste sind aber die längst explodierenden Kreditsysteme auf Gegenseitigkeit zwischen Banken, Versicherungen und Staaten, die ein virtuelles Geld in unfassbaren Beträgen "geschaffen" und ausgegeben(!) haben, für das es im Ernstfall nicht die geringste Chance einer Zahlung gibt. In großer Einhelligkeit können weder die Staaten ihre Anleihen zurückzahlen - man nimmt ja schon neue auf, alleine, um die Zinsen zu decken! Noch können die Banken ihre Schulden bezahlen. Und schon gar nicht können die Versicherungen ihre Verträge bedienen - denn große Teile dessen, womit sie ihre Bilanzen gestalten, ist heiße Luft.

Traditionell - Grandt beschreibt dies nüchtern, mit der kalten Präzision eines chirurgischen Eingriffs - führen solche Finanz-Blasen unvermeidlich zum Crash. Der Crash aber "zwingt" Banken, Versicherungen und Regierungen zum Diebstahl am Bürger.

Versicherungen werden ihre vertraglichen Leistungen(!) einstellen, aber der Versicherungsnehmer muss seine Prämien weiterzahlen. Doch, das ist geltendes Recht!

Banken gehen eben einfach Pleite - so "gesund" wie seinerzeit Lehman dürfte kaum eine deutsche Bank mehr sein, schon gar nicht die von der Politik zum endlosen Geldproduzieren gemolkenen Landesbanken.

Und der Staat? Der Staat macht eine Währungsreform. Damit stiehlt er den Bürgern in erster Linie das Bargeld, das Gold und die Immobilien zu wesentlichen Teilen.

Wer wirklich glaubt, es gäbe so etwas wie einen rechtlichen Schutz für den Bürger, kann sich ja mal die ungeheuerliche Geschichte der Direktversicherung anschauen, bei der mehrfacher massiver Rechtsbruch mit Deckung des Rechtssystems bis zum Bundesverfassungsgericht begangen worden ist.

Grandt beschreibt anhand historischer Beispiele solche Abwícklungen im Detail - insofern ist das Buch nicht auf das Thema Versicherungen beschränkt, sondern dient auch als recht umfassendes Werk zur Beschreibung der wirtschaftspolitischen Lage und als realistische Prognose zum Zweck der persönlichen Katastrophen-Vorsorge.

Ohne Zweifel ist dies keine Lektüre, durch die man sich eine bessere Laune verschafft - es sei denn, man steht als Bank-Manager oder Politiker auf der sicheren Seite der Abzocker. Aber es soll bitte keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewusst, wenn er in wenigen Jahren vor dem Nichts steht.

print-jury 5* A1057 © 9.9.2012eg ABR 169.455 Rezensionsexemplar


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