Profil für Veronika Verbeek > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Veronika Verbeek
Top-Rezensenten Rang: 274.378
Hilfreiche Bewertungen: 43

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Veronika Verbeek (Trier)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
1913: Der Sommer des Jahrhunderts
1913: Der Sommer des Jahrhunderts
von Florian Illies
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

27 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich kam vor Langeweile und Ärger nicht bis zum Ende, 15. September 2013
Selten habe ich mich dermaßen über ein Buch geärgert und mich gelangweilt durch die Seiten gequält. Im Herbst des Jahres 1913 habe ich dann aufgehört zu lesen. Es blieb mir verborgen, was den Sommer des Jahrhunderts ausmacht, wenn Künstlerbiografien in völlig unkomponierten Text-Versatzstücken zerstückelt werden und ihre Ideen-Geschichten in einer reinen Negativ-Auslese ihrer Lebensführung versumpfen. Um mich beim Lesen zu unterhalten habe ich nach einer Linie gesucht, eine Erzählintention erkennen wollen. Das ist mir nicht gelungen. Wenn es schon keinen geheimen Plan gibt, dann könnte man sich ja an der Sprache des Autors erfreuen. Doch sie bleibt alltäglich, der Umgang mit den historischen Figuren ist weder sensibel noch erbaulich, sondern einfach nur von oben herab. Der schnöselige Ton eines Autors, der weiß, dass sein Buch verkauft wird, weil er sich im Buchgeschäft über seine journalistische Berufstätigkeit mit den richtigen Connections etablieren konnte. Will ich unsystematisch eingestreute Kommentare des Autors lesen, will ich überlegen, was die schlecht abgedruckten Kunstwerke (Chagall in schwarz-weiß) und die Fotografien, die teilweise nicht einmal zum Erzählten des Monats passen (Freud und seine Tochter im Dirndl waren schon einen Monat vorher in Bayern) nun noch zu bedeuten haben ... Irgendwann habe ich nur noch gedacht: Was für ein schlecht geschriebenes und schlecht gemachtes Buch!
Sehr bedauerlich, dass Bücher von Autoren, die verzweifelt nach weiterem Schreibstoff suchen, so hofiert werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2013 10:30 PM MEST


R für Einsteiger: Einführung in die Statistiksoftware für die Sozialwissenschaften. Mit Online-Materialien
R für Einsteiger: Einführung in die Statistiksoftware für die Sozialwissenschaften. Mit Online-Materialien
von Maike Luhmann
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Anleitung!, 12. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach 20 Jahren Methodenabstinenz und ohne jegliche Vorerfahrungen mit der Auswertung von Daten mittels einer Statistiksoftware habe ich mir für ein selbstauferlegtes Methoden-Update vorgenommen, mich in die Statistiksoftware R einzuarbeiten und zu Übungszwecken Datensätze von 150 Versuchspersonen auszuwerten. Und damit das gelingen möge, habe ich mir die Einführung von Luhmann gekauft, nachdem sich keiner finden ließ, der mir so erklären konnte, wie man mit R arbeitet. Ohne Probleme und ohne übliche Frustrationen beim Einarbeiten in Neues habe ich das Statistik-Programm installiert, mich Seite für Seite durch das Buch gearbeitet, am PC sitzend manchmal selbst erprobt und wenn ich hängen blieb, einfach an der entsprechenden Stelle bei Luhmann nachgelesen. Innerhalb einer knappen Woche hatte ich die 150 Fragebögen zu Lernstrategien eingegeben und ausgewertet. Ein ganz großes Lob an die Verfassern, die nüchtern-unspektakulär und gleichzeitig symapthisch die Anleitung übernommen hat!


AD(H)S, Erziehen statt Behandeln
AD(H)S, Erziehen statt Behandeln
von Miriam Stiehler
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig und konsequent, 15. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension (14.10.08):

Frau Stiehler hat ein sehr mutiges Buch geschrieben. Sie bringt mit dem Titel AD(H)S. Erziehen statt behandeln" die unpopuläre, weil entschieden pädagogische Betrachtung unkonzentrierten, unüberlegten, unruhigen Verhaltens von Kindern auf den Punkt.
Vor allem im ersten Kapitel wird dargelegt, dass für Kinder mit den erwähnten Verhaltensweisen das Etikett AD(H)S schädlich und die medizinischen Hypothesen unspezifisch und unlogisch sind, weil sie erzieherisches Handeln blockieren. Vor dem Hintergrund dieser Position werden konkrete Fragen zur Erziehung, im Zusammenhang mit der Diagnose und zu den Nachteilen einer medikamentösen Behandlung im dritten Teil des Buches beantwortet (Typische Erziehungsaufgaben, Fragen von Eltern und Lehrern).
Das Kernstück des Buches bildet allerdings eine am Heilpädagogen Paul Moor orientierte Erziehungslehre, die zur Selbstreflexion der Erziehungskompetenzen des Lesers anregen soll. Die Grundregeln Erst verstehen, dann erziehen", Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende" und der Hinweis, dass der Erzieher sich auch selbst erziehen muss, seien an dieser Stelle zitiert und können bereits die Tiefe der Selbstreflexion andeuten, die mit dem Buch erreicht werden kann. Der Wille", das Können" und das Fühlen" werden dann als die drei Erziehungsbereiche ausgeführt, die den Rahmen bilden, damit Kinder, die sich selber (noch) nicht so gut steuern können, ihre lebenspraktischen und schulischen Kompetenzen entwickeln können. Dies geschieht in drei umfangreichen Kapiteln und mit einer Fülle von alltäglichen Beispielen, vorrangig aus dem Erziehungsbereich Lernverhalten. Eltern, Erzieher und Lehrerinnen können nach der Lektüre des Buches ihre Grundhaltungen und ihre konkreten Erziehungsverhaltensweisen zum Wohle ihres Kindes verändern und dabei Freude an der erzieherischen Herausforderung erfahren.
An dieser Stelle sei von meiner Seite ergänzt, dass elterliches Erziehungsverhalten nicht frei von gesellschaftlichen Ideologien ist, wie es sich bei Stiehler darstellt. Die liberale Erziehung in den letzten Jahrzehnten hat introvertierten, zurückhaltenden Kindern dazu verholfen, freier und selbstbewusster zu werden. Das ist ein Vorteil. Für Kinder mit eher extravertierter Temperamentslage haben sich moderne Erziehungsideologien allerdings sehr ungünstig ausgewirkt. Einseitig bedürfnisorientierte, einseitig ressourcenorientierte Erziehungsideologien und pädagogische Erfindungen wie der offene Kindergarten sind Erschwernisse für Eltern, den richtigen - in diesem Falle festen und strukturierten - Rahmen für ihre Kinder zu finden. Diese gesellschaftlich vermittelten Erschwernisse angemessenen Erziehungsverhaltens bleiben im Buch unerwähnt.
Was mir neben dem Mut und der Anleitung zu einer gelingenden Erziehung an dem Buch noch gefällt: Miriam Stiehler ist eine gute und sachliche Schreiberin, die ein angemessenes Maß zwischen allgemeinen Thesen und konkreten Beispielen findet. Man merkt auch, dass Frau Stiehler aus ihrer Erfahrung heraus eigenständig über die Phänomene, denen sei begegnet, nachgedacht hat. Das ist wichtig, weil der Themenbereich AD(H)S" leider immer noch in der Hand von Lobbyisten ist.
Ich nutze das Buch seit diesem Schuljahr in der Ausbildung von Erzieher/inne/n und Heilpädagog/inn/en.

Veronika Verbeek
Diplom-Psychologin
Lehrerin an einer Fachschule für Sozialpädagogik und Heilpädagogik in Trier


Seite: 1