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sogl (Jena)

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Welt ohne Gott?: Eine kritische Analyse des Naturalismus
Welt ohne Gott?: Eine kritische Analyse des Naturalismus
von Markus Widenmeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gelungene multiperspektivische Analyse und philosophische Kritik des Naturalismus, 20. Dezember 2014
Markus Widenmeyer präsentiert eine umfassende Analyse und Kritik des Naturalismus. Dem naturalistischen Weltbild zufolge hat sich die Welt in einem blinden und letztlich zufälligen natürlichen Prozess aus einem nichtgeistigen, nichtrationalen Zustand entwickelt. Alles, was existiert, ist dieser Auffassung nach grundsätzlich materiell-physikalischer Natur und kann auf diese Grundlage zurückgeführt werden. Der Autor prüft dieses Weltverständnis auf seine Vernünftigkeit, d. h. er unterzieht dem Naturalismus eine philosophische Prüfung. Das Ergebnis ist eindeutig und gut begründet: Wäre der Naturalismus wahr, hätte das absurde Konsequenzen für unser Verständnis des Menschen, denn seine Moral, Freiheit und Fähigkeit zur Erkenntnis und Wahrheit wären in einer naturalistischen Welt letztlich genauso hinfällig wie die Existenz von Geist und Bewusstsein. Zudem bliebe die hochgradige Ordnung des Universums im Rahmen dieses Weltbildes völlig unerklärt. Sehr wertvoll an diesem Buch ist, dass Widenmeyer neben diesen philosophischen Aspekten des Naturalismus sich auch seiner geschichtlichen, politischen und kulturellen Dimension widmet. Der Autor zeigt auf, wie der Naturalismus bereits im mythologischen Denken des Altertums seinen Anfang nahm. Anhand vieler Zitate belegt er, wie das magische Naturverständnis bei modernen Naturalisten der Gegenwart auflebt, z. B. wenn der Materie geistig-schöpferische Merkmale zugesprochen werden oder die Natur in mysteriöser Weise personalisiert wird. Für Widenmeyer ist dies nichts anderes als eine „Flucht in den Mythos“. Ein weiterer interessanter geschichtlicher Aspekt ist, dass der Naturalismus zur Grundlage totalitärer Weltanschauungen werden konnte. Sowohl der Marxismus als auch der Nationalsozialismus beriefen sich in ihrer Ablehnung des Theismus und einer objektiven Moral pauschal auf die Wissenschaft. Beide propagierten eine naturalistische Entwicklungsmetaphysik und den Kampf als die treibende Kraft des Fortschritts. Auch der heutige Naturalismus verfolgt ein kulturrevolutionäres Gesellschaftsprogramm (z. B. die Giordano Bruno Stiftung). Viele Naturalisten bedienen sich dabei rhetorisch geschickter aggressiver Strategien, die beispielsweise darin bestehen, sich öffentlichkeitswirksam als Standard für Fortschritt und Wissenschaftlichkeit auszugeben und dabei Wissenschaftler anderer Auffassungen zu diffamieren, auszugrenzen oder lächerlich zu machen. Widenmeyer bezeichnet dies treffend als die „machtvolle Propagandakampagne des Naturalismus“. Abschließend zeigt der Autor Alternativen zum Naturalismus auf, indem er die Existenz des Geistes und den Theismus jeweils argumentativ begründet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 5, 2015 8:14 PM CET


Wissenschaft auf den Spuren Gottes
Wissenschaft auf den Spuren Gottes
DVD ~ keine Angabe
Preis: EUR 6,95

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Professionell gemachte Filme mit guten Argumenten zum niedrigen Preis!, 25. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Wissenschaft auf den Spuren Gottes (DVD)
Diese DVD beinhaltet drei sehenswerte Kurzfilme der neuen defacto-Reihe, die in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" produziert wurden. Im ersten Film wird gezeigt, dass eine chemische Evolution wissenschaftlich nicht belegt werden kann und stattdessen Louis Pasteurs Grundsatz "Omne vivum ex vive" - "Alles Lebendige kommt aus Lebendigen" auch für den Bereich der Abiogenese gilt. Der zweite Film verdeutlicht den Ansatz des Intelligent Design mit Hilfe von Paleys Uhrmacher-Analogie. Anhand einiger Beispiele aus der Natur wird gezeigt, dass natürliche Selektion irreduzibel komplexe Strukturen nicht erklären kann, womit eine naturalistische Erklärung als Alternative ausscheidet. Der letzte Film präsentiert die so genannte "revidierte Chronologie", an der Dr. Peter van der Veen und einige andere Archäologen arbeiten. Es wird gezeigt, dass es für eine verkürzte Chronologie Ägyptens gute Gründe gibt und diese etliche Ungereimtheiten zwischen Bibel und archäologischen Funden beseitigt. Die Filme sollen als Impulsgeber bzw. Einstieg für eine Diskussion dienen. Ich denke aber, dass eine vertiefte Diskussion nur dann möglich ist, wenn die Diskussionspartner auf dem jeweiligen Gebiet schon etwas Vorwissen haben. Nichtsdestotrotz werden in den ziemlich professionell gemachten Filmen dieser preiswerten DVD einige gute wissenschaftliche Argumente präsentiert, die Christen und auch Vertreter der Evolutionslehre wissen sollten. Es sind weitere Filme aus dieser Reihe geplant.


Seven Days That Divide the World: The Beginning According to Genesis and Science
Seven Days That Divide the World: The Beginning According to Genesis and Science
von John Lennox
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,06

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht die Auslegung, die ich bevorzugen würde, aber viele gute Gedanken, 11. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
John C. Lennox ist Mathematik-Professor aus Irland. Durch seine Auseinandersetzung mit dem "'Neuen Atheismus"', mit dessen führenden Vertretern er mehrfach debattierte, ist er einer größeren Leser- und Hörerschaft bekannt. Lennox Ausführungen zum Verhältnis von Wissenschaft, Glaube und Gott waren bisher eher allgemeiner Art. Mit diesem Buch widmet sich Lennox nun dem Schöpfungsbericht in Genesis und legt seine eigene Sicht auf die Erschaffung der Welt aus naturwissenschaftlicher und biblischer Perspektive dar.

Im Mittelpunkt steht '- wie man dem Titel des Buches entnehmen kann '- die Frage nach der Interpretation der Schöpfungstage. Doch bevor Lennox dieses Problemfeld bearbeitet, möchte er dem Leser zwei kleine Lektionen erteilen, und zwar eine aus der Geschichte und eine über die Auslegung der Heiligen Schrift. Lennox erinnert daran, wie das geozentrische Weltbild Jahrhundertlang die Christenheit beherrschte. Lange Zeit entsprach dieses Modell dem damaligen Wissenstand und selbst die Bibel schien ein solche Kosmologie zu lehren (z. B. 1. Samuel 2,8: "'For the pillars of the earth are the Lord's, and on them he has set the world"'), weshalb beispielsweise Luther und Calvin diese Sicht verteidigten. Doch mit der '"Kopernikanischen Wende"' etablierte sich das heliozentrische Weltbild. Die Erde war nicht mehr Mittelpunkt des Universums; sie steht auch nicht fest, sondern dreht sich um die Sonne. Lennox fragt nun, warum die Christenheit dieses neue Weltbild schließlich akzeptiert hat. Warum gibt es keine "'fixed-earthers"' mehr, sondern nur noch "'moving-earthers'"? Warum haben wir das '"literal understanding' der 'pillars of the earth"' aufgegeben? Ist es, weil wir die Bibel an die Ergebnisse der Wissenschaft angepasst haben? Damit kommt Lennox zur zweiten Lektion. Mit einigen Beispielen zeigt er, dass eine wörtliche Auslegung aller biblischen Texte nicht funktioniert, weil vielen Texten ein metaphorisches Verständnis innewohnt. Lennox befürwortet eine Auslegung, die dem ursprünglichen Wortsinn, also der Absicht des Autors entsprechend, und grenzt sich von einem 'literalistic understanding' ab, das die ganze Bibel wortwörtlich nehmen will. Wenn man sich einem biblischen Text nähert, sollte nach Lennox zunächst immer ein wörtliches Verständnis angenommen werden, ergibt dies keinen Sinn, dann muss er metaphorisch gedeutet werden.
Nun widmet sich Lennox der eigentlichen Kontroverse um die Schöpfungstage. Von bibeltreuen Auslegern, die an der historischen Absicht von Genesis 1 festhalten, wurden drei Interpretationsmodelle zum Verständnis der Schöpfungstage entwickelt: die 24-Stunden-Tage-Sicht (Schöpfung in einer Woche vor ca. 6000 Jahren), die Tag-Zeitalter-Theorie (jeder Tag repräsentiert eine lange Zeitperiode) und die Rahmen-Theorie (die Tage repräsentieren keine chronologische, sondern eine logische Ordnung, ein Schöpfungsrahmen). Die Lücken-Theorie als weitere Alternative wird von Lennox nicht erwähnt. Und das ist die Interpretation von Lennox: Mit der 24-Stunden-Sicht und entgegen der Tag-Zeitalter-Theorie hält er an der wörtlichen Bedeutung der Tage als wirkliche 24-Stunden-Tage fest; mit der 24-Stunden-Sicht und der Tag-Zeitalter-Theorie und entgegen der Rahmen-Theorie sieht er die Tage in einer chronologischen Reihenfolge angeordnet. Doch Lennox schließt sich nicht dem Junge-Erde-Kreationismus an, denn 1. versteht er Genesis 1, 1 ('"Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde'") als unabhängig von dem ersten Tag in Genesis 1, 3 an, was für Lennox bedeutet, dass das Alter der Erde und des Universums unabhängig von der Interpretation der Schöpfungstage ist, und 2. deutet Lennox die Schöpfungswoche nicht wörtlich als direkte Abfolge von 7 Tagen, sondern sieht die Möglichkeit, dass zwischen den jeweiligen Schöpfungstagen ("creation days") lange Zeiträume bestehen. Zudem sieht er mit der Tag-Zeitalter-Theorie und der Rahmen-Theorie den siebten Tag als Zeitraum an, der bis heute andauert ("'an epoch that extends onward into eternity'"). Lennox folgt hier Augustinus und anderen Kommentatoren mit der Begründung, dass im Zusammenhang mit dem siebten Tag die Wendung "'Da ward aus Abend und Morgen..."'' nicht vorkommt (vgl. Genesis 2, 2 ' 3) und der siebte Tag sich somit von den anderen Tagen unterscheidet. Jetzt fragt man sich natürlich, wieso Lennox eine solche unkonventionelle Interpretation des Genesis-Berichtes vertritt. Die Antwort dafür hat der Autor eigentlich schon im ersten und zweiten Kapitel des Buches mit seinen beiden Lektionen gegeben. Für Lennox ist der wissenschaftliche Beleg für das hohe Alter der Erde und des Universums so stark, dass er sich zu einer solchen Interpretation gewissermaßen gezwungen sieht. Zudem passe sein Interpretationsmodell sehr gut zum geologischen Fossilbericht. Lennox' Auslegung ist also der Versuch, wissenschaftliche Modelle mit dem biblischen Schöpfungsbericht in Einklang zu bringen. Lennox selbst hält seine Auslegung nicht für zwingend, aber für exegetisch ebenso möglich wie eine 24-Stunden-Sicht, schließt die letztere aber aufgrund naturwissenschaftlicher Gründe aus. Der Begründung, dass es sich mit Verweis auf 2. Mose 20, 9 ' 11 ("'For in six days the Lord made heaven and earth, the sea, and all that is in them, and rested the seventh day"') um eine wirkliche Woche handelt, entgegnet Lennox, dass es zwischen Gottes Schöpfungswoche und der Woche des Menschen auch große Unterschiede gibt, z.B. ruht Gott nicht in dem Sinne, so wie wir es tun, Gottes Woche geschah einmal, unsere Woche wiederholt sich etc. Doch Lennox' Interpretationsmodell wirft auf dem Gebiet der Soteriologie eine weitere theologische Frage auf: Wie kann es sein, dass der tierische Tod vor der Existenz des ersten Menschen gang und gäbe war, obwohl doch der Tod erst durch Adams Sündenfall in die Welt kam? Lennox ist sich diesem Problem bewusst. In seiner Entgegnung macht er darauf aufmerksam, dass Paulus in Römer 5, 12 nur von der menschlichen Rasse spricht, über die der Tod aufgrund des Sündenfalls gekommen ist, nicht über alle Lebewesen. Übrigens wurde dies schon von Thomas von Aquin und anderen Theologen aus der Kirchengeschichte so gesehen. Doch spricht Römer 8, 20 ' 21 nicht von der Vergänglichkeit, Knechtschaft und schlussendlichen Befreiung der Schöpfung? Lennox bezieht dies auf Krankheiten, die Pflanzen und Tiere befallen können, nicht auf den natürlichen Kreislauf von Geburt, Leben und Tod. Doch Lennox hat auch Anfragen, die alle Auslegungsmodelle betreffen: Welchen Status hatten die Tiere vor dem Sündenfall? Waren sie unsterblich? Doch sagt nicht Gott im Neuen Testament, dass er allein unsterblich ist (1. Timotheus 6, 16) Oder waren die Tiere doch sterblich und vom "'Baum des Lebens"' abhängig? Wenn ja, was war dann aber mit den Tieren außerhalb des Garten Eden? Lennox ist sich bewusst, dass viele Fragen offen bleiben und er möchte die Spekulationen nicht zu weit treiben. Im letzten Kapitel fasst Lennox die theologische Botschaft von Genesis 1 thesenartig zusammen: Gott existiert; Gott ist der ewige Schöpfer; Gott ist von der Schöpfung zu unterscheiden; Gott ist eine Person; Gott ist "'a fellowship"' (trinitarisch); Gott schafft durch das Wort; Die Schöpfung war gut; Gott hat den Sabbat als Ruhetag geschaffen. Und schließlich: Gott ist das Licht. Erfreulich, dass Lennox in diesem Abschnitt des Kapitels den Blick auf Jesus Christus als den Sohn Gottes und Retter der Welt lenkt.

Was ist nun von Lennox' Interpretationsmodell zu halten? Meiner Ansicht nach hat der Autor bei seiner Auslegung sich zu stark von dem Versuch leiten lassen, wissenschaftliche Theorien mit dem Genesistext zu versöhnen. Genesis 1, 1 kann und sollte eher als Überschrift bzw. vorgreifende Zusammenfassung dessen gelesen werden, was dann in Genesis 1, 3 ' 31; 2, 1 ' 4 in den 7 Tagen als eigentliche Schöpfungsakte entfaltet wird '- eine Möglichkeit, die Lennox erst gar nicht erwähnt. In der Interpretation der Schöpfungstage und der Schöpfungswoche ist Lennox meines Erachtens inkonsequent. Die Tage sollen wörtliche 24-Stunden-Tage sein, die Woche jedoch metaphorisch gedeutet aus Tagen bestehen, die durch lange Perioden getrennt sind? Wenn das wahr wäre, dann muss man sagen, dass zur Zeit der Abfassung von Genesis wohl niemand den Sinn des Textes verstehen konnte, der nicht den Fossilbericht vor Augen hatte und das hermeneutisches Anliegen verfolgte, Bibeltext und fossile Abfolge miteinander in Einklang zu bringen. Meiner Meinung nach sprechen 2. Mose 20, 9 ' 11 sowie Genesis 1 zusammen eben doch für eine wirkliche Woche. Dies kann auch nicht mit Hilfe der Unterschiede, die Lennox' zwischen Gottes Schöpfungswoche und der Woche des Menschen ausmacht, ausgehebelt werden, denn das Sabbatgebot wird ja gerade mit der zeitlichen Dauer als entscheidene Gemeinsamkeit begründet! Weiter ist zu bedenken: Die Tiere ernährten sich nach ihrer Schöpfung von pflanzlicher Nahrung (1. Mose 1, 29 - 30). Der Fossilbefund zeigt, das nahezu von Beginn an räuberische und parasitäre Tiere da waren. Wie soll diese Tatsache aber mit den in Lennox Modell favorisierten langen geologischen Zeiträumen passen, in denen die Tiere lange Zeit vor dem Menschen lebten? Die räuberische Lebensweise muss also erst mit dem Sündenfall eingetreten sein, infolge dessen die Schöpfung "unterworfen" (Römer 8, 19) wurde. Die "Knechtschaft der Vergänglichkeit" (Römer 8, 21) bezieht sich eben doch auf die Tierwelt, und nicht nur auf den Menschen.

Obwohl ich mit Lennox' Auslegung von Genesis 1 nicht einverstanden bin, bietet das Buch doch zahlreiche Gedanken und Ansätze, die der Rezensent nur unterstützen kann. Lennox stellt klar, dass, obwohl die Bibel kein wissenschaftliches Buch ist, sie dennoch über Dinge spricht, die auch Gegenstand der Wissenschaft sind, und zwar tut sie das in 'phänomenologischer Sprache'. Lennox hält die Ansicht, dass Naturwissenschaft und Religion zu zwei völlig getrennten Bereichen gehören, für falsch. Auf dieser Basis kann Lennox dann den alternativen '"Cosmic-Temple-View"', der bei John Walton mit einer rein funktionalen Auslegung einhergeht, ebenso als unbiblisch zurückweisen wie die so genannte theistische Evolutionslehre, die von Organisation wie '"Biologos"' (Francis Collins) und dessen Umfeld (N.T. Wright z. B. deutet den Schöpfungsbericht als "'Mythos mit wahren Kern"'. Dazu ist zu sagen, dass den biblischen Texten generell ein irgendwie geartetes mythisches Verständnis fremd ist. Die Bibel lehnt den Mythos ab, z.B. 1. Timotheus 1, 4) vertreten und verstärkt propagiert wird. Lennox sieht den Menschen in Übereinstimmung mit dem biblischen Befund als '"special creation"' an und hält somit an der Historizität von Adam und Eva fest. Es ist Lennox ein leichtes, die Widersprüche aufzudecken, in die sich der evangelikale Chemiker Denis Alexander (Umfeld von Biologos) mit seinem Versuch verstrickt, an der Historizität von Adam und Eva und der Abstammungslehre festzuhalten. Schließlich räumt Lennox auch mit dem angeblichen Widerspruch zwischen Genesis 1 und Genesis 2 auf und liefert einige interessante Hintergründe zum Genesis-Text. Lennox' Buch ist letztlich empfehlenswert, da es zum vertieften Nach- und Weiterdenken anregt.


Should Christians Embrace Evolution?
Should Christians Embrace Evolution?
von Norman C. Nevin
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,69

5.0 von 5 Sternen Überzeugende Begründung für die Unvereinbarkeit von Schöpfung und Evolution, 25. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Should Christians embrace Evolution? Sollten Christen sich die Evolutionstheorie zu eigen machen? Christliche Wissenschaftler und Theologen aus Großbritannien legen in diesem Sammelband überzeugend dar, warum das evolutionstheoretische Gedankengut mit den Lehren der Bibel völlig inkompatibel ist. Biblische und theologische Argumente sind die Waffen, die in der Auseinandersetzung hauptsächlich benutzt werden: Adam und Eva, der Sündenfall mit dem Tod als Folge, Überwindung des Todes und Befreiung aus der Sünde durch Christus - die Beweisführung erfolgt sehr stark heilsgeschichtlich. Dabei wird auch der irreführende und problembehaftete Vorstoß des evangelikalen Chemikers Denis Alexander, Evolution und Schöpfung in einem Mittelweg zu versöhnen bei gleichzeitigem Festhalten an den biblisch-historischen Aussagen, mit guter Begründung zurückgewiesen. Ein geringeres Maß wird der naturwissenschaftlichen Kritik an der Evolutionstheorie eingeräumt. Doch das mindert den Wert des Buches keinesfalls. Schließlich ist es an Christen adressiert, die entweder von einer theistischen Evolutionslehre überzeugt sind oder die durch Verunsicherung keinen Standpunkt beziehen. Aber auch für Christen, die sich einfach ihrer Meinung neu versichern wollen, ist es lesenswert. Bekannte akademische Persönlichkeiten aus dem evangelikalem Spektrum wie Phillip E. Johnson, John Warwick Montgomery, Wayne Grudem u. a. m. empfehlen dieses Buch.


Die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel
Die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel
von Stephan Holthaus
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum die Bibel unfehlbar und irrtumslos ist, 23. Februar 2012
Dieses Buch versammelt verschiedene Aufsätze christlicher Theologen und Autoren, die sich zur Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel bekennen. Die Beiträge nähern sich der Thematik aus philosophischer, biblisch-theologischer, naturwissenschaftlicher und kirchengeschichtlicher Perspektive. Dabei werden viele Fragen geklärt, die sich im Zusammenhang mit dem Thema stellen: Was ist biblische Irrtumslosigkeit? Was sagt die Bibel über sich selbst aus? Welches Schriftverständnis hatte Jesus? Welches Verständnis von Geschichtsschreibung hatte beispielsweise Lukas als Historiker? Wie sieht es mit der Glaubwürdigkeit des Schöpfungsberichtes aus? Was ist mit den so genannten Widersprüchen im Alten Testament? Welche philosophischen Voraussetzungen macht die Bibelkritik? ...
Die Beiträge bewegen sich auf einen relativ anspruchsvollen Niveau. Jeder Christ, der sich ernsthaft mit diesem wichtigen Thema beschäftigt und jeder andere, der wissen will, warum viele Christen die Bibel als unfehlbar und irrtumslos betrachten, sollte an diesem Buch nicht vorüber gehen.


Was am Kreuz geschah
Was am Kreuz geschah
von Robert C. Sproul
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was am Kreuz geschah und warum wir das Kreuz nötig haben, 20. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Was am Kreuz geschah (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, dass ein richtiges Verständnis von Gottes Wesen vermittelt. Denn seine Heiligkeit, Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit zeigen sich in besonderer Weise am Kreuz. Seine Heiligkeit fordert das Einhalten des Gesetzes - das können wir Menschen nicht. Seine Gerechtigkeit fordert für die Übertretungen des Gesetztes Bestrafung - die ewige Verdammnis. In seiner Liebe und Barmherzigkeit gab er Jesus Christus, der das Gesetz vollkommen erfüllte und die Strafe Gottes für die Sünde auf sich nahm (Sühnung), in dem er als Opfer stellvertretend für uns starb, und so Versöhnung mit Gott möglich machte.

Das Buch ist recht einfach geschrieben. R.C. Sproul gebraucht viele Beispiele aus dem Alltag. Deshalb ist es gerade für am Glauben interessierte Menschen sehr zu empfehlen. Etwas schwieriger nur dürften dann ein paar Stellen sein, wo der Autor auf historische Lehransichten Bezug nimmt (Sproul ist Professor für Theologie). Das mindert aber nicht den "evangelistischen Wert" des Buches.


Vergessene Archäologie: Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier
Vergessene Archäologie: Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier
von Michael Brandt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 44,90

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steinwerkzeuge aus dem Tertiär widerlegen alle herkömmlichen Theorien über die Herkunft des Menschen, 20. Oktober 2011
Nach allgemeiner Auffassung entwickelte sich vor circa 1,8 Millionen Jahren am Übergang zum Quartär der "echte Mensch" (Homo erectus) aus den kulturlosen "Vor- bzw. Affenmenschen" in Afrika. In diesem Modell kann es keine vom Menschen hergestellten Steinwerkzeuge außerhalb Afrikas geben, die wesentlich älter als diese Datierung sind. Doch nur wenigen ist bekannt, dass in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert an vielen Plätzen Europas Steinwerkzeuge aus dem Tertiär geborgen wurden. Michael Brandt erzählt die Geschichte der Entdeckung dieser Werkzeuge, die sich daran anschließende kontroverse Diskussion um ihre Echtheit, und die Gründe, die schließlich zur Ablehnung der Funde ("Naturprodukte") geführt haben, kenntnisreich nach. Alle Argumente und Einwände der Werkzeuggegner und Werkzeugbefürworter werden referiert und einer Bewertung unterzogen. Was ist das brisante an diesem Buch?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten tertiären Steinwerkzeuge zweifelsohne echt sind!

Interessanterweise waren die Werkzeugbefürworter, unter denen sich viele renommierte Wissenschaftler befanden, alle Anhänger der Evolutionslehre. In dieser Zeit war die Frage nach dem "tertiären Menschen" noch eine offene und die Modelle zur Herkunft der Menschheit beiläufig im Entstehen. Doch umso erstaunlicher, dass im Laufe der Diskussion die Funde mit schlechten Argumenten und zweifelhaften Experimenten (Kreidemühlexperiment, Druck- und Schüttelexperimente) ad acta gelegt wurden und zunehmend in Vergessenheit gerieten. Die tertiären Steinwerkzeuge sind ein gutes Beispiel dafür, wie in der Forschung Befunde an eine Theorie angepasst werden, anstatt die Theorie den Daten anzugleichen. Nebenbei zerstört dieses interessante Kapitel aus der Wissenschaftsgeschichte das illusionäre Bild vom "objektiven und rationalen Wissenschaftsbetrieb", in dem Argumente sachlich und kritisch gegeneinander abgewogen werden.

Das im Lexikon-Format gehaltene Buch ist so aufgebaut, dass die in den einzelnen Kapiteln geschilderten Fundorte chronologisch angeordnet sind: Von Abbé Bourgeois entdeckte Steinwerkzeuge aus dem Unteren Miozän von Thenay (Frankreich), miozäne und pliozäne Steinwerkzeugfunde von Carlos Ribeiros aus Portugal, pliozäne Eolithen vom Kent-Plateau in England von Benjamin Harrison, Aimé Rutot und die Eolithen aus dem Oberen Oligozän von Boncelles (Belgien), paläozäne Werkzeuge aus Nordfrankreich und pliozäne Funde aus Ostengland, sowie Werkzeuge verchiedener Forscher aus dem Oberen Miozän von Aurillac in Frankreich. Jedes dieser Abschnitte kann auch für sich gelesen werden. Dazwischen eingefügt sind Kapitel mit je eigenen Themen, die sich bspw. allgemein mit Merkmalen von Steinwerkzeugen befassen. Anhand zahlreicher Fotos und Zeichnungen von hervorragender Qualität kann sich der Leser von der Artefaktnatur der Befunde selbst überzeugen.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Buch von der Wissenschaft nicht ignoriert wird, sondern die Diskussion neu entfacht.


MENSCHINNEN: Gender Mainstreaming - Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen
MENSCHINNEN: Gender Mainstreaming - Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen
von Barbara Rosenkranz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Welt im "Gender-Wahn", 11. Oktober 2011
Die FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz sieht in der Umsetzung von Gender Mainstreaming (GM) den Menschen auf dem Weg in die "Geschlechtslosigkeit". In diesem Buch geht sie auf die Gender-Theorie und die Gender-Politik ein. Insbesondere das Kapitel über die Grundlagen der Gender-Theorie und ihre historischen Wurzeln ist lesenswert. Rosenkranz sieht in Karl Marx und Friedrich Engels die Vordenker der Gender-Bewegung, in der französischen Feministin und Abtreibungsaktivistin Simone de Beauvoir ("Man kommt nicht als Frau zur Welt ...") das "Bindeglied" zwischen dem Sozialismus-Kommunismus und dem Gender-Feminismus. Für die weitere Entwicklung erwähnt die Autorin den Französischen Philosophen Michel Foucault, dessen Ansichten zur "Sexualität als Konstruktion" großen Einfluss auf die spätere Gender-Theoriebildung genommen hatten. Hier geht Rosenkranz auf Judith Butler, eine US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und maßgebliche Vordenkerin der feministischen Bewegung, und ihren diskursanalytischen Ansatz der Gender-Theorie ein. Butler glaubt, dass Geschlechtskategorien wie "Mann" und "Frau" durch performative Sprechakte hervorgebracht werden. Rosenkranz schildert auch, wie GM in kostspieligen Projekten (z. B. die 180.000 € teure Studie "Gender Greenstreaming", zu deren Ergebnis gehört, dass es auch sinnvoll ist, wenn es "Motorsägenkurse für Mädchen" gäbe, S. 136) in die Praxis umgesetzt wird. Zu Recht kann man an dieser Stelle von einem "Gender-Wahn" reden.


karl marx und satan.
karl marx und satan.

5.0 von 5 Sternen Marx, der okkult beeinflusste Anti-Humanist, 11. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: karl marx und satan. (Taschenbuch)
Die Ziele und Ideale des Kommunismus sind gut und edel, schlecht hingegen nur seine praktische Umsetzung. Viele Leute denken das, und sie behaupten dann auch: "Karl Marx war humanistisch gesinnt und wollte für die Menschheit eigentlich nur das Beste." Marx - der Humanist und Menschenfreund, der gutmütige Weltverbesserer und Kämpfer für das Proletariat? Eine schöne, aber von Grund auf falsche Legende.

Richard Wurmbrand, der in Rumänien unter dem kommunistischen Regime lebte und dort als evangelisch-lutherischer Pfarrer tätig war, geht in diesem Buch (den Text gibt es auch im Internet als Download) einem Aspekt aus dem Leben des großen Philosophen nach, dass den meisten wohl unbekannt sein dürfte: Marx' satanistisches Gedankengut und seine Verstrickungen in den Okkultismus. Den Atheisten und Agnostikern sei an dieser Stelle gesagt, dass man nicht an die Wirklichkeit des Satans glauben muss, um die Existenz von Satanisten für wahr zu halten.

Marx war bekanntlich in seiner Jugend der Religion positiv gegenüber eingestellt, doch dann, lange bevor Moses Hess ihn 1841 zum Kommunismus "bekehrte", geschah etwas Mysteriöses in seinem Leben, denn Marx wurde leidenschaftlich anti-religiös. Zu dieser Zeit verfasste er Gedichte, zum Beispiel dieses hier:

"Einen Thron will ich mir auferbauen,
kalt und riesig soll sein Gipfel sein,
sein Bollwerk sei ihm übermenschlich Grauen,
und sein Marschall sei die düstere Pein.

Wer mit gesundem Auge drauf sieht,
soll tödlich blaß und stumm sich wenden,
von blinder, kalter Sterblichkeit ergriffen,
soll das Glück sein Grab bereiten."

Wurmbrand zeigt nun kenntnisreich die biblischen Parallelen von Marx' verfassten Gedichten und anderen Schriften, z. B. seinem Drama "Oulanem", auf, die stark an Luzifer und die Rituale der Satanskirche erinnern. Doch bleibt der Autor für eine letztgültige Bewertung vorsichtig: "Es fehlt zweifellos nicht an genügend Hinweisen, daß sein Leben und seine Lehre von satanischem Einfluß gekennzeichnet sind, aber ich muß auch zugeben, daß es Lücken in der Gedankenkette gibt, die einen endgültigen Schluß in dieser Sache nicht zulassen."

Dennoch, das in diesem Buch dargebotene Material sagt sehr viel über Marx aus, vor allem über sein antihumanes Denken, das stark vom Okkultismus beeinflusst war. Noch einmal Wurmbrand: "Es stimmte überhaupt nicht, daß Marx hochfliegende Ideale verfolgte, wie man der Menschheit helfen konnte, daß die Religion ein Hindernis für diese Ideale war und daß Marx aus diesem Grunde eine anti-religiöse Haltung einnahm. Im Gegenteil. Marx hasste alle Götter, er hasste jede Vorstellung von Gott. Er war gewillt, der Mensch zu sein, der Gott hinauswarf. Der Sozialismus war nur der Köder, um Proletarier und Intellektuelle zur Annahme eines teuflischen Ideals zu verführen."


Christus im Alten Testament
Christus im Alten Testament
von Thomas Schirrmacher
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus Christus ist der "Engel des Herrn"!, 2. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Christus im Alten Testament (Taschenbuch)
Stellt sich Jesus als Gott erst im Neuen Testament vor oder tritt er auch schon im Alten Testament in Erscheinung? Die Kirchenväter, Reformatoren und meisten protestantischen Theologen antworteten auf diese Frage mit einem klaren Ja. Doch unter dem Einfluss der Bibelkritik und der damit verbundenen Dogmenkritik wurde diese Sicht immer mehr in Frage gestellt.

Thomas Schirrmacher hat die einschlägigen Bibeltexte untersucht und kommt zu dem Schluss, dass Christus mit dem im Alten Testament häufig auftauchenden "Engel des Herrn" (eindeutige Belege sind z. B. 1. Mose 16, 7 - 14; 1. Mose 20, 9 - 19 oder Ri 2, 1 - 5), der beispielsweise das Volk Israel durch die Wüste begleitet hat, identifiziert werden kann.

Dass dieses Thema für die Christenheit von aktueller Bedeutung ist, unterstreicht folgende, von Schirrmacher in seiner Einführung vorangestellten These: "Die gegenwärtige Annäherung der großen Monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam, zum Beispiel in gemeinsamen Gebeten, ist nur möglich, weil die Lehre von der Dreieinigkeit und die damit verbundene Lehre von der Göttlichkeit Jesu in der christlichen Theologie und Mission nicht mehr an oberster Stelle der Tagesordnung stehen, wie dies etwa in der Alten Kirche oder bei den Reformatoren der Fall war. Ursache dafür ist einerseits die historisch-kritische Exegese, insbesondere die historisch-kritische Sicht des Verhältnisses des Alten zum Neuen Testament, andererseits aber auch die Dogmenfeindlichkeit und Berührungsangst mit Kirchenvätern und Reformatoren bei manchen ,fundamentalistischen Bewegungen' und die dort oft vorherrschende Sicht des Verhältnisses des Alten zum Neuen Testament."

Mir hat das Büchlein geholfen, die Lehre von der Dreieinigkeit ganz neu zu entdecken. Vielleicht am Schluss noch zwei Hinweise: Die alttestamentlichen Weissagungen auf Jesu Kommen hin sind nicht Thema dieses Buches. Neben der zentralen Thematik "Jesus als Gott im Alten Testament" befasst sich ein eigenes Kapitel noch mit "Christus, die Erfüllung des Zeremonialgesetzes".


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