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Rezensionen verfasst von
Mario Karl "musikansich.de" (Bayern)
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AmazonBasics AA NiMH Akkus (8 Stück, 2000 mAh)
AmazonBasics AA NiMH Akkus (8 Stück, 2000 mAh)
Preis: EUR 12,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut zufriedenstellend, 28. Februar 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Na was soll man sagen... Die Batterien verrichten jetzt schon seit einigen Monaten ihren Dienst in unserem Haushalt und das ohne große Mängel. Eingesetzt werden sie vor allem als Stromlieferanten für die Wii und die XBox 360. Die Akkulaufzeit nach einer Volladung ist durchaus positiv und man hatte hier schon viel schlechtere Produkte erworben. Vor allem für den angeboten Preis kann man die Packung nur empfehlen. Aufpassen sollte man natürlich vorher, ob die angegotene Leistung der Akkus auch für den gewünschten Einsatzzweck ausreicht. Das Einsparen allzu überflüssiger Folien und Plastiken im Rahmen des "Amazon Frustfreie Verpackung"-Programms ist außerdem zusätzlich noch hervorzuheben.

Michigan Left
Michigan Left
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lockerer Zweitling, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Michigan Left (Audio CD)
Hm, irgendwie war die Erwartungshaltung an das zweite Album der Arkells eine etwas andere, als sich Michigan left das erste Mal im CD-Player drehte. Zumindest wenn man noch die grandiose Eröffnung „Deadlines“ vom starken Debüt Jackson Square in den Ohren hat. Statt zackig anschiebenden Gitarren und einer aus sich heraus gehenden Band gibt es fröhlich vor sich hin schlendernde Melodien zu hören. Dass sich die Band hier ganz bewusst dem Pop zuwandte ist kaum zu überhören.

Und doch, es stecken immer noch ganz eindeutig die Arkells dahinter. Nur dass man dieses Mal den Melodien und Harmonien viel mehr Platz einräumte. Wie man damit um sich wirft ist schon fast waffenscheinpflichtig. Gerade der Opener „Book club“ und der Titeltrack „Michigan left“ sind so unverschämt eingängig und haben doch einen gewissen Tiefgang zu bieten, der die Band von den meisten 08/15-Radiobands unterscheidet. Denn man merkt dem Album an, dass die Band den Songs Zeit zum Reifen ließ und sich selbst die Gelegenheit mit Soundteppichen zu experimentieren und diese zu verfeinern. Zwischen dem Debüt und Michigan left liegen auch ziemlich genau drei Jahre - mit eineinhalb Jahren Verspätung erscheint der Zweitling jetzt auch bei uns.

Heraus kamen so einige Hymnen mit Stadionambitionen. Und doch tut es gut, wenn es mit „One foot out of the door“ etwas nachdenklicher wird oder sich die Arkells bei „Whistleblower“ ein Stück knorriger präsentieren. Dann wünscht man sich kurzzeitig auch mal etwas mehr Ecken und Kanten im Sound. Auf der anderen Seite wird man aber auch von der feinen Soulnote von „Where U been“ oder großen Melodiebögen wie bei „Coffee“ verwöhnt.

Mit dem anfangs melancholisch angehauchten „Agent zero“ endet das Album einer bodenständig sympathischen Band, der man gerne zuhört, das aber an mancher Stelle etwas mehr Biss vertragen könnte. Trotzdem: ein frühlingshaftes Hörvergnügen.

XX (20th Anniversary Special Edition)
XX (20th Anniversary Special Edition)
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker reloaded, 27. November 2012
Wow, 20 Jahre ist es schon wieder her, dass Rage Against The Machine ihr selbst betiteltes Album veröffentlichten. Unserer Welt scheint sich seitdem gar nicht groß verändert zu haben. Denn die Texte von Zack de la Rocha sind auch heute meist noch so aktuell wie damals. Und auch die Musik der Band ist erstaunlich gut gealtert, wenn man sich die Machwerke von Konkurrenzbands heute anhört, die Mitte der 90er Jahre Rock/Metal und Sprechgesang kreuzten. Das führt einem diese Wiederveröffentlichung mal wieder klar vor Augen.

Nicht nur die Texte, sondern auch die Musik wirkten damals wie ein Sprengsatz. Als Rage Against The Machine in ihrem jugendlichen Übermut so verschiedene Musikrichtungen wie Hard und Alternative Rock, Funk, Metal und Hip-Hop kreuzten, trafen sie eindeutig den Zahn der Zeit. Dazu kam ein ganzer Batzen reflektierte Wut gegen das alle umgebende System. Ja, die Musik war intensiv - und groovte nebenbei wie Sau. Allein die Rhythmusgruppe aus Brad Wilk (Schlagzeug) und Tim Commerford (Bass) ist eine Schau. Dazu holt Tom Morella Sounds aus seiner Gitarre, die man so noch nie vorher gehört hatte („no samples, keyboards or synthesizers!”). Das Fundament für Rapper de la Rocha wurde also gelegt. Dieser schrie nicht nur Parolen heraus, sondern seine Worte waren zum großen Teil auch noch trotz aller Aggressivität intelligent gewählt.

Auf dem Debüt griff wirklich ein Rädchen ins andere und die Band brachte ein ganzes Bündel Songs hervor, die recht schnell zu Klassikern wurden. „Bombtrack“, „Take the power back“, „Wake up“, „Killing in the name“, „Freedom“, „Know your enemy“ oder „Bullet in the head“ strahlen noch immer. Ein Remastering hätte es auch gar nicht gebraucht, denn der Sound des Originals genießt unter HiFi-Fetischisten noch heute einen ausgezeichneten Ruf. Und tatsächlich (oder eher glücklicherweise) unterscheidet sich diese Neuauflage nicht wirklich von der Erstveröffentlichung.

Zu Rezension lag die Edition mit zwei Audio-CDs und einer kurzen DVD vor. CD1 enthält das bekannte Studioalbum mit drei Live-Tracks als Bonus. Diese sind nett, ein richtiges Highlight ist allerdings die zweite Scheibe. Erstmals bekommt man das Original-Demo der Band zu hören, mit dem man damals bei Plattenfirmen hausieren ging. Von den zwölf zu hörenden Titeln schafften es acht auf das Debüt - zudem noch relativ unverändert. Am meisten unterscheidet sich „Killing in the name“, welches im Studio positiv gestrafft wurde. „Darkness of greed“ nahm man später für den Soundtrack des Films The crow neu auf und von „Mindset's a threat“ schaffte es das Grundriff in den Song „Wake up“. Sehr cool ist das lässig treibende „Autologic“.

Die DVD enthält die offiziellen Videoclips zu „Killing in the name“, „Bombtrack“ und „Freedom“. Zudem noch drei Liveaufnehmen. Nett aber auch nicht wirklich spektakulär. Die Verpackung im übergroßen Papp-Digipack sieht schick aus, ist aber auch etwas unpraktisch. Zusammenfassend ein ziemlich schönes Ding. Wer noch ein wenig mehr Geld ausgeben möchte, kann zum großen Paket greifen, welches das Album zusätzlich als LP sowie noch zwei weitere DVDs mit zwei Konzerten (von 2010 und 1991) und allen Videoclips der Band und noch weiteren Liveaufnahmen enthält.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2013 2:01 PM CET


U.D.O. - Live in Sofia  (inkl. 2 Audio-CDs) [3 DVDs]
U.D.O. - Live in Sofia (inkl. 2 Audio-CDs) [3 DVDs]
DVD ~ U.D.O.
Preis: EUR 19,27

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nettes Ding - aber keineswegs Pflichtkauf, 27. November 2012
Dass Udo Dirkschneider, Stefan Kaufmann und der Rest von U.D.O. ein Inbegriff von schwermetallischer Bodeständigkeit und Konstanz sind (andere nennen es Spießigkeit), braucht man niemandem mehr erzählen - das ist hinreichend bekannt. Die Studioalben der Band sind zwar nicht mehr so reizvoll (dazu ist die musikalische Formel einfach schon zu sehr ausgeschöpft), doch live ist das Ganze immer noch ein Pfund und Garant für jede Menge Spaß. Schließlich ist dieser Sound schlicht und ergreifend für die Bühne gemacht.

Wer hier noch einen Beweis benötigt, der kann sich das vor einem Jahr aufgezeichnete DVD/CD-Paket Live in Sofia holen, das neben der Tatsache, dass Gitarren- und Schlagzeugsoli für den Zuschauer absolut überflüssig sind, vor allem zeigt, dass diese Musik absolut zeitlos ist. Wie ein tonnenschwerer Dinosaurer stampft die Band durch ihr Programm, das mit rund zweieinhalb Stunden richtige Mammutmaße hat. Neben vor allem U.D.O.-Songs der letzten Jahre, gibt es natürlich auch wieder die typischen Accept-Gassenhauer zu hören. Echte Überraschungen: Fehlanzeige.

Wer also bereits das Vorgängervideo Mastercutor Alive besitzt, bekommt nicht wirklich was Neues. Der Sound ist lediglich etwas massiver, gleicht fast denen der letzten Studioalben. Udo Dirkschneiders Stimme klingt zwar anno 2011 etwas grummeliger als gewohnt. Aber doch präsentiert sich die Gesangslegende während des kompletten Konzerts in guter Form. Das Bild ist klar und der Schnitt lässt die Band auf der Bühne lebendiger und agiler als in echt erscheinen. Die Atmosphäre des Konzerts, das in einer absolut gesichtslosen Mehrzweckhalle stattfand, kommt mit einem äußerst ausgelassenen Publikum gut rüber.

Live in Sofia lässt Udo Dirkschneider und seine Spießgesellen also in bestem Licht erstrahlen und ist somit eine gute Abschiedsvorstellung für Stefan Kaufmann, der sich unlängst aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Geschehen verabschiedet hat. Gerade deswegen hätte man im Bonusteil vielleicht etwas mehr als ein paar vernachlässigenswerte Extras (Musikvideos, Fotogalerien…) gewünscht. Trotzdem, gut geworden. Ob man’s braucht? Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden.

The Pogues in Paris-30th Anniversary Concert (inkl. DVD)
The Pogues in Paris-30th Anniversary Concert (inkl. DVD)
Preis: EUR 34,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön verpackte Jubiläumssause mit Schwächen, 26. November 2012
Jubiläen sind zum Feiern da. Das dachten sich wohl die Pogues, die seit Bandgründung jetzt auch schon drei Jahrzehnte - wenn auch mit längeren Pausen - um die Welt tingeln. So standen zwei Konzerte im Pariser Olympia am 11. und 12. September diesen Jahres unter dem Motto The 30th Anniversary Concert an. Und schon jetzt liegt das Ganze auf CD und DVD vor.

Das ging schnell! Allerdings ging es nicht zu Lasten der Qualität. Weder in Sachen Sound noch Bild lässt das Paket etwas zu wünschen übrig. Die Abmischung ist klar und man kann die Band in guter Auflösung auf dem heimischen TV bei Ihrer Arbeit zusehen. Lediglich das das Bildformat in 21:9 ist nicht ganz optimal. Die legendäre Folkband war spielerisch bestens in Form und voller Kraft und gab sich hier keine Blöße. Mit viel Elan haute man seine alten Kracher in die schöne Halle. Die Setlist lässt auch kaum Wünsche offen und ist gut ausgewogen. Egal ob Partykracher wie „Streams of Whiskey“, „Sally MacLennane“, „Bottle of smoke“ und „If I should fall from grace with god“ oder feinfühlige Nummern vom Schlage „A pair of brown eyes“ und „Lullaby of London“.

Tja, und nun kommt das große aber. Bereits als das Konzert beginnt schwant einem Schlimmes, als Sänger Shane MacGowan im volltrunkenen Zustand mit einer Kippe in der Hand auf die Bühne wackelt und das erste Mal ins Mikro nuschelt. Er trifft bei den wenigsten Songs wirklich einen Ton. Das wirkt dann eher wie ein Geriatrie-Betriebsausflug, als wie ein Gesangsauftritt. Aber trotzdem kann man sich der Ausstrahlung des Mannes nicht so leicht entziehen. Und das sahen auch die Fans vor Ort so und lassen es ziemlich krachen. Wer mal eine ausgelassene Party sehen möchte, muss dort einen Blick ins Publikum werfen. Die Kamera gewährt diesen auch ziemlich oft.

Wenn bei „Fairytale of New York“ der Schneeregen einsetzt und Band wie Zuschauer beim abschließenden „Fiesta“ endgültig ausflippen, ist man sich doch sicher, ein cooles Konzert gesehen zu haben. Dafür haben die Songs und Traditionals der Pogues einfach zu großen Charme und die an den Tag gelegte Attitüde überzeugt nach wie vor. Als Bonus liegen der DVD bzw. BluRay noch zwei zusammen rund 40-minütige Specials aus dem französischen Fernsehen (Englisch untertitelt) bei, die die Band ihn ihren jungen und wüsten Jahren zeigen. Das rundet ein schönes Paket für Fans der Gruppe ab. Diese sollten übrigens unbedingt zum luxuriösen Kombipaket greifen. Jenes kommt als luxuriöses Buch mit alten Fotos und Erinnerungen der Bandmitglieder in den Handel und macht richtig was her.

Stiff Middle Finger
Stiff Middle Finger
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unkaputtbar..., 26. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Stiff Middle Finger (Audio CD)
Kory Clarke lässt nicht locker. Wer dachte, dass die Warrior Soul-Reformation nur von kurzer Dauer sein würde, kann aufatmen. Es geht weiter! Nicht bloß an der Livefront, sondern auch mit neuen Songs. Der Nachfolger von Destroy the war machine ist gewohnt bissig geworden. Nicht nur bildlich, sondern vor allem textlich hält der immer noch wütend agierende Mann so manchem Erdenbürger den ausgestreckten Mittelfinger ins Gesicht. Textlich ist hier keine Spur von Altersmilde.

Und auch musikalisch greift man stellenweise weit zurück in der Historie von Warrior Soul. Die meisten Songs geben sich betont groovig, mit teils hypnotischen Riffs, so dass man sich glatt in die Frühphase der Band zurück versetzt fühlt. Bereits der Opener „Occupy“ ist ein garstig schweres Sahnestück. „Junky stripper“ und „Sparkle baby“ folgen dieser Linie auf feine Art und Weise. Aber auch die punkgie Seite der Band, welche man mit Space Age Playboys regelrecht kultivierte blickt nicht nur leicht durch. „Planetary revolution“, „Tear“ oder auch „A drink to all my friends“ sorgen etwas schwungvoller für Laune.

Aber Warrior Soul anno 2012 begnügen sich nicht nur mit Rückgriffen auf alte Großtaten. Recht ungewöhnlich klingt zum Beispiel das abschließende „Light your bonfires“. Dunkle Akustikgitarren-Akkorde und die Abwesenheit eines Schlagzeugs bestimmen hier das Bild, während Kory seinen Text ins Mikro spuckt. Eine düstere Atmosphäre ist das Ergebnis. Nicht weniger kantig und nicht nur unterschwellig aggressiv ist „2012“. Allerdings stehen hier plötzlich elektronisch Beats und sehr verzerrte Gitarrensounds im Vordergrund. Warrior Soul goes Industrial? Allemal interessant, wenn vielleicht auch nicht besonders packend.

Dafür drückt der Sound des Albums wirklich famos und klingt dabei noch relativ differenziert, so dass einem Genuss nichts im Wege stünde. Doch hier kommt das große „aber“. Der Zahn der Zeit nagte in den letzten Jahren beträchtlich an Kory Clarkes Stimme. Der Gesang klingt sehr heißer und mehr nach Lemmy Kilmister, als nach der kraftvollen Stimme von früher. Das ist schon gewöhnungsbedürftig und raubt der Musik etwas die Kraft, die ihr ansonsten innewohnt. Dafür stimmt das Songmaterial. So ist das Album am Ende zwar gut, hinterlässt aber doch einen gewissen Beigeschmack.

Hungarian Rhapsody: Live In Budapest (Limited Special Edition)
Hungarian Rhapsody: Live In Budapest (Limited Special Edition)
Preis: EUR 23,98

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langsam aber sicher müssen die Archive der britischen Rocklegende Queen aber mal leer geräumt sein…, 9. November 2012
Aber bevor es soweit ist, erwartet den geneigten Fan mit Hungarian Rhapsody eine weitere digitale Neubearbeitung. Zu sehen gibt es hier das Konzert vom 27. Juli 1986 im Budapester Népstadion (jetzt Puskás Ferenc Stadion) vor rund 80.000 frenetischen Fans. Der Auftritt war damals das erste Stadionrockkonzert einer westlichen Band im Ostblock und damit eine ziemliche Sensation. Als Tribut hieran spielten Queen sogar das ungarische Volkslied „Tavaszi Szél Vizet Áraszt“. Erstmals kam das bereits 1987 auf VHS und Laserdisc heraus.

Die Bildqualität war schon damals besser als beim ein paar Jahre später veröffentlichten Live at Wembley ’86 von der selben Tour, da das Material auf 35mm-Film und nicht auf Video aufgezeichnet wurde. Für die DVD-Veröffentlichung konnte man das Bild noch zusätzlich verbessern. Auch der Sound ist sehr gut. Kraftvoll und gut ausgesteuert wird die Livestimmung von damals ins Wohnzimmer übertragen. Die Bildregie konzentrierte sich im Großen vor allem auf das Geschehen auf der Bühne. Das Publikum bekommt man nicht so oft zu Gesicht, was vielleicht auch daran liegt, da das Konzert, anders als im Wembley-Stadion, von Anfang an im Dunklen stattfand, was für ein Plus an Atmosphäre sorgt.

Ein echtes Highlight ist allerdings die Band selbst. Hier wird Spiellaune äußerst groß geschrieben und auch Freddie Mercury ist stimmlich in bestechender Form, spielt sehr galant mit dem Publikum und genießt es offensichtlich in vollen Zügen, vor einer so großen Menschenmenge zu spielen. Zwischen den Songs bekommt man auch immer wieder einige Eindrücke der Bandmitglieder rund ums Konzert zu sehen, was an sich nett ist, aber den Fluss etwas stört. Schade ist, dass das Konzert auch in dieser Fassung wieder nicht komplett ist, sondern nur in der bekannten 90-minütigen Fassung. So fehlen unter anderem das Lied „Another one bites the dust“ und ein großer Teil von „Crazy little thing called love“. Trotzdem freut man sich, den Auftritt nun auch in voller digitaler Pracht wieder zu sehen.

Als kleinen Bonus bekommt man auf DVD und BluRay den 25-minütigen Film A magic year. Dem Titel gemäß wird die Band hier rund ein Jahr lang begleitet - vom Auftritt bei Live Aid, über die Beteiligung am Film Highlander und dem daraus entstandenen Album A kind of magic, bis zur folgenden Stadiontour und dem gemeinsamen letzten Konzert im Knebworth Park am 9. August 1986. Das ist nett anzuschauen, aber eben auch nicht viel mehr als ein netter Bonus. Wer möchte, kann auch zu den Deluxe-Editionen greifen. Dort liegt das Budapest-Konzert als hervorragende Audio-Version auf CD bei. Hier ist erstmals das komplette Konzert enthalten.

Am Ende stellt sich dann nur noch die Frage: Braucht man eine weitere Queen-DVD? Das wahrscheinlich nicht. Aber nichtsdestotrotz ist das eine schöne Veröffentlichung eines starken Konzerts, das in gewisser Hinsicht Rockgeschichte schrieb!
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2012 9:03 PM CET


All Hail the Void
All Hail the Void
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Deftiger Brocken!, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: All Hail the Void (Audio CD)
Was erwartet man von einer Band, in der Mitglieder von Fall Out Boy (Drummer Andy Hurley) und Misery Signals (Gitarrist Greg Thomas) tätig sind? Wahrscheinlich nichts das unbedingt wie Enabler klingt. Denn das tönt richtig fies. Wie ein gemeiner Bastard zwischen den Eckpunkten Hardcore, Crust und Metal.

Dabei langweilt man den Hörer nicht mit sinnlosem Bollo-Geprügel, sondern lässt auch bei aller an den Tag gelegten Brutalität einen gewissen Anspruch nicht außen vor. Zwischen zackigen D-Beats haben sich hier und dort ein paar Trash-Riffs und Death Metal-Anklänge verirrt; dort darf es auch mal eine kurze atmosphärische Fläche zur Auflockerung sein. Doch im Großen und Ganzen hat man es hier mit jeder Menge derber, anarchischer Wucht zu tun. Dazu passt der giftig unmetallische Gesang von Jeff Lohrber, der der Musik entsprechend düstere Texte ins Mikro spuckt. Der Sound ist genauso wie das schwarz-weiße Cover spartanisch, aber äußerst effektiv, die Songs kompakt und sehr auf den Punkt gespielt, aber keine reinen Lärmorgien.

Wer es also deftig liebt, ist bei All hail the void genau an der richtigen Stelle. Wer eine kurze und schmerzvolle Attacke für Zwischendurch braucht ebenso. Kein Wunder also, dass Enabler gerade bei Southern Lord ein Zuhause gefunden haben. Denn nicht nur musikalisch, sondern auch in Sachen Attitüde befindet man sich hier in bester Gesellschaft!

Everything Has Changed
Everything Has Changed
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Dunkelgrau und interessant, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Everything Has Changed (Audio CD)
Michael Frei alias Hemlock Smith hat nach drei Jahren wieder ein neues Album aufgenommen. Wenn es die Vorgänger nicht schon waren, dann soll Everything has changed jetzt ein richtiges Soloalbum sein. Ohne seine angestammten Begleitmusiker - aber keineswegs alleine - hat der Schweizer seine neuen Songs entwickelt und aufgenommen. Vielleicht ist das auch der Grund, dass das Klavier mehr als bei der letzten Platte von Hemlock Smith im klanglichen Fokus steht. Der wirkliche Mittelpunkt ist der Sänger nach wie vor selbst. Auf Everything has changed entlockt er seiner Stimme mal wieder zahlreiche Färbungen und Stimmungen. Mal weich und poppig, dann wieder poetisch oder auch rau und dramatisch.

Durchgehend verbreitet die hier zu hörende Musik ein latentes Lounge- und Jazz-Feeling, aber auch große Melancholie und eine gewisse Düsternis. Nur wenige Stücke wie „Caterpillar“ wirken etwas lebhafter. Ansonsten erforscht der Musiker so manche emotionale Untiefe. Bereits die eröffnenden Pianoballade, Titeltrack „Everything has changed“, gibt eine dementsprechende Richtung vor. Zwischendurch schaut aber auch mal ein frisch gewaschener Tom Waits („Train Song“) oder ein erzählender Nick Cave („The story of Cpt. Death“) vorbei. Bei „Je n'ai Paris“ gibt Hemlock Smith glatt noch den französischen Chansonnier, der ihm gar nicht so schlecht steht.

Obwohl die Songs meist recht sparsam wirken, sind sie doch recht geschmackvoll und ideenreich instrumentiert. Der Einsatz eines Streicherquartetts, gelegentlichen Bläsern und so manchem spielerischem Effekt verleihen den Stücken ihre besondere Würze. Obwohl bei allen leicht andere Nuancen gewichtet sind, fällt „The Noisemaker“ etwas aus dem Konzept. Zuerst beginnt auch diese Nummer als gewohnte Klavierballade, bekommt aber durch einen elektronischen Rhythmus und effektvollen Streichen ein gewisses Ambient-Feeling.

Doch mit „Invisible Man“ kehrt man wieder zum ursprünglichen Ton zurück und beendet ein recht spannendes Album, das allerdings eher etwas für die dunkleren Stunden im Leben ist.

Honour Found in Decay
Honour Found in Decay
Preis: EUR 15,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht härter, aber noch etwas düsterer, 26. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Honour Found in Decay (Audio CD)
Neurosis - ein Name der bei Fans Ehrfurcht hervorruft. Und man muss schon aufpassen, dass man ein neues Album der Band nicht verklärt und besser macht, als es vielleicht ist. Schließlich hat das Quintett in seiner Geschichte schon so einige Meilensteine in Sachen extremer Musik geschaffen.

Extreme Musik gibt es auch auf Honor found in decay wieder zu hören. Weniger als zuvor hat das allerdings mit harten Gitarrensounds oder klanglichen Orkanen zu tun. Denn stellenweise tönen die Gitarren fast schon regelrecht rockig und zurückhaltend, anstatt gnadenlos sägend. Ihre Abgründigkeit spielt die Band mal wieder auf anderen Ebenen aus. Man kann regelrecht nachvollziehen, wie sich Neurosis voller Leidenschaft in ihre Songs stürzen und sich von den selbst erzeugten Klängen mitreißen lassen.

Dabei startet „We all reage in gold“ noch regelrecht verhalten, wenn auch nicht gerade wenig rau. Mit „At the well“ geht es ähnlich weiter, doch noch wesentlich subtiler, als man es vielleicht gewohnt ist. Statt dem lauten Effekt sind es dezente Stimmungen, die einem am Ende mitreißen. Hier mal etwas gleißendes Wüstenfeeling mit Lap-Steel-Sounds, dort ein paar Klaviertupfer oder eingeflochtene Geigenklänge. Das sind Elemente, welchen die doomige Schwere etwas aufpeppt und einen Kontrast zur teilweise zelebrierten Eintönigkeit erzeugt.

Highlights auf Honor found in decay sind unter anderem das überlange „My heart for deliverance“ und „At the well“, das mit einem aufwühlenden Refrain endet. Richtig düster ist „Bleeding the pigs“, das mit schamanenhaftem Gesang beginnt und sich sehr behäbig und immer voluminöser werdend über die Ziellinie schiebt.

Insgesamt ist das Album auch alles andere als fröhlich tönend und setzt die Stimmung des Vorgängers Given to the rising nahtlos fort. Trotzdem klang der Vorgänger etwas spannender und mitreißender. Am Ende ist es aber dann doch wieder ein ziemlich gutes Stück Musik, im so ganz eigenen Neurosis-Klangkosmos.

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