Profil für Mario Karl > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Mario Karl
Top-Rezensenten Rang: 563
Hilfreiche Bewertungen: 2453

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Mario Karl "musikansich.de" (Bayern)
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Last of a Dyin' Breed (Special Edition)
Last of a Dyin' Breed (Special Edition)
Preis: EUR 15,37

34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Läuft gut rein..., 17. August 2012
Die letzten einer aussterbenden Rasse - das sind Lynyrd Skynyrd vielleicht nicht ganz, aber zweifelsfrei Überlebende mit einer langen Geschichte; irgendwie legendär und unkaputtbar. Gerade in den letzten Jahren scheint es, als hätte das Southern Rock-Flaggschiff frisches Blut getankt. Man hatte die Fans 2009 nicht nur mit einem relativ harten und modern klingendem Album überrascht (Gods & guns), sondern ist auch in unseren Breitengraden wieder verstärkt unterwegs gewesen.

Mit Last of a dyin' breed folgt jetzt ein Nachfolger, der genau dieselbe Linie weiter verfolgt. Im Hintergrund stand ebenso wieder Produzent Bob Marlette und als Gast Gitarrist John 5 (u.a. Marilyn Manson, Rob Zombie). Ergebnis ist ein für das Alter der Musiker fett drückendes Rockalbum, dem man aber immer noch anhört, von welchem Schlag seine Macher sind. Southern Rock meets zeitgenössischer Mainstream sozusagen. Das muss nicht jedem munden, doch es funktioniert ein weiteres Mal ziemlich gut, da die Song und das Flair stimmen.

Bibel und Knarre in den Händen und die weite Prärie vor Augen geht es mit Vollgas auf den Highway. Bereits dem Heavy Rock-Shuffle des Titeltracks kann man sich kaum entziehen, selbst wenn man möchte. Die Texte sind dieses Mal nicht derart patriotisch eingefärbt, zeigen aber eine innige Liebe zu Land und Leute. Aber auch persönliche Begebenheiten wurde in rührige Worte verpackt. Die gefühlvolle Abschiedshymne „Ready to fly“ lässt einen nicht kalt und ist ein guter Kontrast zu schmissigen Rockern wie dem heftigen Groover „Homegrown“, dem treibenden „Life's twisted“ oder dem bluesig angehauchten „Mississippi Blood“, die schlicht und einfach gute Laune verbreiten.

Lynyrd Skynyrd waren schon immer ein Haufen ehrlicher Jungs, die ihr Herz auf der Zunge tragen. Sie sind zwar seit ihrer Wiederbelebung vor zweieinhalb Jahrzehnten eine etwas andere Band, doch mit Last of a dyin' breed zeigt man sich immer noch auf Höhe der Zeit und man hat es gar nicht nötig zu beweisen, dass man noch relevant ist, wie manch andere Band ihrer Altersklasse. Zusammenfassen: Ganz gutes, geradlinige und schnörkelloses Album, das besonders zum Sonnenuntergang mit einer Flasche Bier in der Hand fein reinläuft.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 24, 2012 12:02 AM MEST


Just Tell Me That You Want Me - A Tribute To Fleetwood Mac
Just Tell Me That You Want Me - A Tribute To Fleetwood Mac
Wird angeboten von MRTOPSELLER GERMANY
Preis: EUR 11,00

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grundsätzlich durchwachsen, aber gut zu hören, 14. August 2012
Ein Tribute-Album an Fleetwood Mac - das klingt per so nach einer interessanten Sache. Nur wenige Bands haben sich in ihrer Karriere so sehr verändert wie dieses britisch-amerikansiche Kollektiv. Von den bluesigen Anfängen mit Peter Green bis zur Pop-Champions League mit Rumours und Tusk war es künstlerisch ein weiter Weg. Das ergibt zahlreiche Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Musiker sich dem Werk der Band zu nähern.

Leider - man muss es so sagen - wurde diese Chance mit Just tell me that you want me - A tribute to Fleetwood Mac mal wieder etwas verpasst. Zwar tummeln sich hierauf die verschiedensten Arten von Bands und Künstlern, von den altehrwürdigen Marianne Faithfull und Billy Gibbons (ZZ Top), über coole Indie-Musiker wie J. Mascis (Dinosaur Jr.), MGMT und Bonnie „Prince“ Billy, doch am Ende halten sich die meisten leider etwas zu sehr an den Vorlagen. Routinierte Covers wie Faithfulls Version von „Angel“ oder die langweilige Interpretation Karen Elsons, des ansonsten wunderbaren „Gold Dust Woman“ hätte so niemand wirklich gebraucht. Ebenso wenig die Synthie-Version Garden & Villas von „Gypsy“. Wie man diese Richtung eher anpackt, zeigen MGMT mit „Future games“. Doch den Charme der Originale erreichen leider nur wenige.

Richtig toll ist dagegen die Version des im Original etwas harmlosen „Landslide“ durch Antony Hegarty, der hier mit viel Schlichtheit Emotionen erzeugt. Sehr gelungen auch das von Billy Gibbons & Co. durch die Mangel gepresste „Oh well“. Diese alte Bluesnummer klingt hier noch rauchiger und kratziger als im Ursprung. Ähnliches schafft Trixie Whitley mit dem ebenfalls aus der Peter Green-Ära stammenden „Before the beginning“. Überhaupt muss man es äußerst positiv bewerten, dass das Produzenten-Team Randall Poster und Gelya Robb (auch verantwortlich für das Projekt Rave on Buddy Holly) bewusst ein breites Repertoire an Songs gewählt hat und so die Geschichte Fleetwood Macs quasi in modernisierter Version nacherzählt und zeigt, dass Fleetwood Mac doch auch für die jüngere Generation irgendwie „cool“ sind.

Zusammenfassend ist Just tell me that you want me so wie fast jedes andere Tribute-Album auch: ein paar geschmackvolle Neuinterpretationen wechseln sich mit Neuerfindungen ab, die nicht immer gerade gelungen sind, und werden von Coverversion umrahmt, deren Interpreten vor lauter Respekt vergessen ihren eigenen Charakter mit einzubringen. Trotzdem lässt sich diese CD ganz gut anhören. Es gibt sicherlich nutzlosere Projekte.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2013 7:50 PM CET


Incubus Hq Live
Incubus Hq Live
Preis: EUR 8,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Jubiläumsgeschenk, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Incubus Hq Live (Audio CD)
20 Jahre Bandgeschichte sind wahrlich ein Grund zu feiern. Aber wie? Mit einer Best Of-Rückschau? Langweilig. Mit einem Jubiläumskonzert? Guter Ansatz, aber wie macht man das was zu etwas Besonderem? Sich vielleicht in die Wohnzimmer von Fans einladen? Eigentlich möchte man doch viel mehr seiner Anhänger erreichen. Das dachten sich wohl auch die kalifornischen Alternative-Rocker Incubus. Die Lösung war das „Incubus HQ“. Die Band mietete sich für eine Woche lang in einem schicken Laden ein und funktionierte ihn in eine Art Kunstgalerie um. Die Band stand in der Mitte des Raums, umringt von geladenen Fans aus aller Herren Länder, die Wände waren mit leeren Leinwänden dekoriert, auf denen sich die Leute mit Malereien und ähnlichem verewigen konnten und der Rest der Welt wurde via Internet live zugeschaltet und konnte über Twitter und kleinen Videos seine Gedanken an die Band unmittelbar überbringen.

Eine tolle Aktion, die hier nun auf HQ live dokumentiert wird. Hauptbestandteil ist eine DVD, die in bester Bild- und Tonqualität alle Facetten der Aktion in rund 130 Minuten Spielzeit zeigt. Den größten Teil des Films nehmen natürlich die Liveaufnahmen ein, die aufgrund des überschaubaren Raums ziemlich intim und direkt gefilmt wurden und somit eine ganz andere Atmosphäre als zum Beispiel die riesige Kulisse von Alive at Red Rocks verbreitet. Die Fans schauen dabei recht andächtig zu, wenn Incubus ihre Songs spielen. Die Stimmung ist aber trotzdem gelöst und angenehm. Unterbrochen wird das Ganze von Interviewschnipseln, Fanaufnahmen, Ausschnitten einer Drumclinic oder der Einladung eines weiblichen Verehrers, die Band bei „Promises, promises“ gesanglich zu begleiten.

Dem Paket liegt auch eine Live-CD bei, die mit ihren 16 Titeln auch fast als Greatest Hits durchgeht. Es ist gegen einen geringen Aufpreis allerdings auch eine Special Edition mit einer weiteren CD erhältlich, was für den richtigen Fan natürlich erste Wahl ist.

Insgesamt ist HQ Live eine feine Sache geworden, bei der Incubus nicht nur ihre Klasse als Musiker und Songschreiber beweisen, sondern die auch eine grundsympathische und zugängliche Band zeigt, mit der man sich gerne länger beschäftigt. Und was mehr kann eine solche Veröffentlichung schon erreichen?


Volksmetal
Volksmetal
Preis: EUR 12,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was für eine Grütze!, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Volksmetal (Audio CD)
„Das Grauen hat einen neuen Namen: Volksmetal!“ Selten hatte der erste Satz einer Promomitteilung so recht - und das wirklich wortwörtlich, nicht ironisch. Dabei klingt die eigene Beschreibung gar nicht mal so uninteressant: Metal zum Mitschunkeln und Volksmusik zum Headbangen. Dabei geht aber so einiges schief. Zum einen versteht die Band unter „Volksmusik“ nicht ebenjene urwüchsige, sondern den pervertierten volkstümlichen Schlager, wie er bei Florian Silbereisen und dem Musikantenstadel über den Bildschirm flimmert - und das in der klischeehaftesten Sorte, mit übelsten Fremdschämtexten.

Zum anderen kokettieren Volksmetal mit einem schrecklichen bayerischen Pseudodialekt, den man nur als absolute Verarschung desselben ansehen kann. Ganz als wollten Norddeutsche diese Nuance der deutschen Sprache persiflieren, obwohl ihnen jegliches Sprachgefühl fehlt. Ist aber auch kein Wunder. Die Band kommt auch aus Konstanz am Bodensee (Baden-Württemberg). Dazu passt ja auch, dass man sich ausgerechnet zwei österreichische Songs als Covervorlagen vorgenommen hat („Fürstenfeld“ von STS und „Küss die Hand Herr Kerkermeister“ der Ersten Allgemeinen Verunsicherung).

Darüber könnte man vielleicht noch hinwegsehen, wenn die Songs passen würden. Aber am Ende bekommt man hier nur primitivste Deutschrocksongs mit ein bisschen Tuba und Akkordeon-Untermalung serviert, bei denen der Metalanteil eher rudimentär vorhanden ist. Die Jungen Klostertaler oder die Zillertaler Schürzenjäger klangen in ihren großen Zeiten auch nicht viel anders und allemal um mehrere Ligen niveauvoller. Dazu verpackt man tonnenweise dämliche Klischees über Bayern und Metal-Fans und vorpubertäre Anzüglichkeiten in billigste Schüttelreime, dass es schlimmer nicht mehr geht (und zieht letztlich beide Gruppen in den Dreck). Dagegen ist sogar J.B.O. Hochkultur.

Am Ende lassen einen Volksmetal mit ihrem Debüt ziemlich ratlos zurück. Was soll das sein, will uns die Band hier vollkommen verarschen?! Jedenfalls hat die Metalszene (falls es eine solche heute überhaupt noch gibt…) jetzt ihre ganz eigene Ballermann-Apres-Ski-Band. Denn wer sogar bei Mickie Kraus & Co. mitbrüllen würde, käme in deren Sound nur eine E-Gitarre vor, der hat auch hiermit seinen Spaß - wenn auch nur mit mindestens drei Promille Alkohol im Blut. Pfui!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2012 11:47 AM MEST


Handwritten (Limited Deluxe Edition)
Handwritten (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 16,27

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder mal ein gutes Ding, 7. August 2012
Mit ihrem vierten Album Handwritten machen The Gaslight Anthem endgültig klar, dass sie schon immer viel mehr Heartland-Rock als Punk waren - nicht zuletzt textlich. Hier wimmelt es von einer warmen Melancholie, Sehnsucht und jeder Menge amerikanischer Romantik, wenn Brian Fallon (der zuletzt eher als erzkonservativer Christ und Kreationist auffiel) seine in verständliche Worte gekleideten Texte über verflossene Beziehungen und ähnlichem singt. Das hat was vom großen Boss aus New Jersey. Musikalisch gibt das Quartett auch einen Fingerzeig in welche Richtung es geht: als Bonus hat man auf die Deluxe Edition des Albums Coverversionen von Nirvana und Tom Petty gepackt. Und so klingen auch The Gaslight Anthem - wie eine Mischung aus jugendlichem Elan und jahrelang erprobten, klassischem Songwriting.

Das hat auch 2012 immer noch seinen großen Reiz. Denn sind es nicht die einfachen Dinge, die einen immer wieder anziehen? Mit Brendan O'Brien (u.a. Pearl Jam, Audioslave, Bruce Springsteen, AC/DC) haben sie zudem den richtigen Mann fürs Mischpult ausgesucht, der Handwritten den richtigen Schliff verpasste und den Charme der Band zwischen verschwitztem Club und Stadion noch mehr heraus arbeitete. So rattern die Gitarren richtig schön und der Bass pumpt, während der Gesang und die Leadgitarre zum großen Sprung auf den unwiderstehlichen Refrain ansetzen.

Dabei schafft es die Band fast an ihr Sahnestück The '59 Sound heranzukommen, denn die Schlagzahl an richtig guten, eingängigen Songs ist ziemlich hoch. Das fängt mit dem typisch schmissigen "45" an, geht über das pathetische "Mulholland Drive" und das kraftvolle "Keepsake" bis zum zurückhaltenderen "Mae" und der abschließenden Songwriter-Nummer "National Anthem". Nur warum sie gerade das stärkste Lied, nämlich das dynamische "Blue Dahlia", lediglich auf die Deluxe Edition des Albums gepackt haben, muss man nicht wirklich verstehen.

Es gibt sicherlich einige Gründe The Gaslight Anthem nicht zu mögen - u.a. wiederholende textliche Themen, das für manche etwas zu plakative Songwriting oder das Verschwinden des letzten bisschen Punk -, aber das ist alles nichts Neues. Und was die Band immer wieder abliefert ist einfach herzerwärmend bodenständig und verdammt angenehm zu hören. Das ist auch auf Handwritten so. Zusammenfassend: Schöne Platte!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 18, 2013 5:58 PM MEST


Live Olympiahalle München
Live Olympiahalle München

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Live erst so richtig gut, 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Live Olympiahalle München (Audio CD)
LaBrassBanda - die Blas-Band. Das sagt alles und doch wieder nichts. Mit ihrer ganz eigenen Interpretation was Blasmusik heutzutage bedeutet, gehören die Bayern in den letzten drei Jahren zu den absoluten Senkrechtstartern. Und 'Schuld' daran sind mit Sicherheit vor allem ihre heißen Liveauftritte. Denn auf der Bühne entfaltet das Quintett um den Chiemseer Stefan Dettl (auch solo recht erfolgreich) erst richtig seine volle Kraft, während man auf den beiden bisherigen Studioalben Habediehre und Übersee auch sehr mit filigranen und ruhigen Tönen überzeugte. Da ist es nur konsequent, dass die neueste Veröffentlichung von LaBrassBanda ein Livealbum ist. Live Olympiahalle München dokumentiert - wie der Titel schon sagt - den bisherigen Bandhöhepunkt in der mit 10.000 Fans ausverkauften Olympiahalle.

Und sollte man den Sound der Band jetzt beschreiben, ist das um ein Vielfaches schwerer, als sie in Ohr und Beine geht. Die von Trompete, Posaune, Tuba, E-Bass und Mini-Schlagzeug erzeugte Musik pumpt so stark wie Techno und klingt trotzdem geschmeidig wie ein schwüler Reggea. Teilweise könnte sie auch auf dem Balkan zu Hause sein, auch wenn man sich wie eine ausgeflippte Skaband gibt. Und dann ist da natürlich noch dieses ureigene bayerische Flair das nicht zuletzt durch den im Chiemgauer Dialekt dargebotenen Gesang kommt - den wahrscheinlich nur noch die Eingeborenen verstehen. Denn nicht selten sprechsingt und toastet sich Stefan Dettl in atemberaubendem, zungenbrecherischem Tempo durch seine Texte.

Klanglich ergibt das einen regelrechten Irrsinn, der doch so unwahrscheinlich charmant klingt und sofort ohne Umschweife in die Beine geht. Davon kann man sich hier bestens selbst davon überzeugen. Denn das Publikum johlt und schreit fast genauso laut wie die Band selbst aufspielt. Stellenweise geschieht das auch noch um ein ganzes Stück schneller als bei den Studioversionen. Man kann die Herren nur bewundern, wo sie durchgehend die Luft hernehmen und dann auch noch ein solch hohes spielerisches Niveau erreichen.

Vielleicht sollte man da noch erwähnen, dass man es hier überwiegend mit klassisch ausgebildeten Orchestermusikern zu tun hat. Dass man früher aber auch ein Ohr am Puls der Zeit hatte, beweisen Ausflüge in Titel wie "Around the world" (Daft Punk), "Rhythm is a dancer" (Snap) oder "Waterfalls" (TLC), die man wild in seine eigenen Stücke integriert, welche sich kaum an üblichen Songwriting-Formaten orientieren. Am Ende hat man eine 77-minütige Tanzparty, die einen auch als Sofahörer verschwitzt zurück lässt. Blasmusik kann cool sein, wenn man sie so unbedarft darbietet wie hier.


Blood of My Enemies
Blood of My Enemies
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 12,88

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas zu prollig..., 27. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Blood of My Enemies (Audio CD)
Attika 7, wer ist denn das schon wieder? Vor allen die beiden Köpfe Evan Seinfeld, Ex-Gröhler und -Bassist der berühmten NYC-Hardcore-Legende Biohazard und ehemaliger Pornodarsteller sowie Gitarrist Rusty Coones, Ex-Knacki, passionierter Motarradschrauber und Darsteller der beliebten Rocker-Serie Sons of Anarchy.

Und wie klingt das Ganze? In etwa so wie die beiden Bandleader aussehen: bullig, nicht gerade fragil, verdammt wütend und nach ziemlich dicker Hose. Attika 7 spielen gerade nach vorne gehenden und modernen Hardrock mit harten Riffs. Dabei sind die Musiker offensichtlich keine besonderen Freunde der feinen Art oder übermäßiger Virtuosität. Denn hier geht es ziemlich fix zur Sache und man kommt auch recht schnell auf den Punkt und zum Kern der Songs: mitgrölbare Refrains und eingängige Hooks.

Das hat schon einen Reiz, wenn die Gruppe mit jeder Menge Power seine Songs raushaut, ohne lange zu fackeln. 'Crackerman', 'No redemption' oder 'Lockdown' klatschen da ziemlich ins Mett. Vor allem Evan Seinfeld überrascht als patenter und hierfür absolut passender Rock-Shouter, auch wenn man ihm das Harte-Typen-Prolo-Image immer noch nicht absprechen kann. Attika 7 spielen aber auch permanent damit, was nicht zuletzt die eher peinliche Stöhneinlage bei 'Devil's daughter' zeigt.

Mit der Zeit tönt die Mucke aber etwas gleichförming und variationsarm. Das Songwriting funktioniert von Song 1 bis 13 eigentlich immer nach dem gleichen Schema. Da hatten sogar Biohazard mehr drauf. Das ist schade, denn die Band hat mit ihrer Kombination aus traditionellen Rocksongs und modernen Groove-Sounds, trotz der teils üblen Klischee-Reiterei, etwas. Wer Musik im Dunstkreis von Black Label Society sucht, wird hier trotzdem fündig und vielleicht auch glücklich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 31, 2012 2:13 PM MEST


WhoCares
WhoCares
Preis: EUR 15,60

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Zusammenstellung mit gutem Zweck, 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: WhoCares (Audio CD)
Im letzten Jahr setzten die beiden Rocklegenden Ian Gillan und Tony Iommi quasi ihre Zusammenarbeit von 1983 (Born again von Black Sabbath) unter dem Deckmantel der Karritativität fort. Unter dem Projektnamen Who Cares nahm man zusammen mit weiteren prominenten Kollegen (John Lord, Nico McBrain, Jason Newsted und Mikko Lindström) zwei Songs auf, um Geld für ein Musikschulenprojekt in Armenien zu sammeln (wenn man so mag eine Erweiterung zu Rock Air Armenia von 1989). Diese Doppel-CD ist quasi die Fortsetzung dessen. Neben den beiden Songs "Out of mind" und "Holy water" haben die Herren Gillan und Iommi in ihren Archiven gekramt und zahlreiche rare oder wenig beachtete (Lieblings-)Songs für diese Veröffentlichung spendiert.

So bekommt man zum Beispiel zwei Lieder ("Slip away", "Let it down easy") die Tony Iommi zusammen mit Glenn Hughes für deren Fused-Album aufgenommen hatte und die nie bei uns erschienen. Beides wirklich gute, harte Rocksongs. Ansonsten gibt es nur wenig Neues vom Riffgott. Dafür umso mehr Interessantes vom Deep Purple-Sänger. Zwar nicht allzu viel, das noch nie veröffentlicht wurde, wie den lockeren Riffrocker "Easy come, easy go" des kurzlebigen Bandprojekts "Repo Depo", dafür einige Single-B-Seiten der Gillan-Soloband oder Songs von Nebenspielwiesen und Projekten, die nicht allzu viele kennen dürften.

Das melodisch interessante "Get away" mit dem griechischen Musiker Mihalis Rakintzis, der seine Herkunft hier nicht verleugnet, "No laughing in heaven" (unter dem Namen Garth Rocket and The Moonshiners), das Chuck Berry-Cover "Can't believe you wanne leave me" zusammen mit Roger Glover und Dr. John, der Deep Purple-Fanclub-Jam "Dick Pimple" sowie "Can I get a witness" mit seiner kurzzeitig reaktivierten Jugendband The Javelins gehören in diese Kategorie.

Zusammenfassend ist Who cares ein unterhaltsamer Sampler mit einem wilden Ritt über zupackenden Heavy-Stoff, lässigem Blues, einem Hauch AOR und viel klassischem Hard Rock, der nicht nur einzeln genossen, sondern aus als Ganzes Spaß macht - trotz der vielfältigen und teils sehr verschiedenen Songs. Der gute Zweck gibt noch einen zusätzlichen Anreiz sich dieses kleine Archivwerk zu gönnen. Um die Einordnung der Stücke in die Geschichte der Musiker besser einzuordnen, enthält das Booklet auch noch mal mehr (Gillan), mal weniger (Iommi) ausführliche Liner-Notes.


Songs of Townes Van Zandt
Songs of Townes Van Zandt
Preis: EUR 19,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebevolles Tribute-Album, 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Songs of Townes Van Zandt (Audio CD)
Wenn jemand Sätze wie "Ich denke nicht, dass meine Lieder alle so traurig sind. Ich habe ein paar, die nicht traurig sind - die sind nur hoffnungslos." von sich gibt, von dem erwartet man nicht, dass er mit fröhlichen Sha-la-la-Songs um sich wirft. Gesagt hat das der mit 52 Jahren am Neujahrstag 1997 verstorbene Towns Van Zandt. Und in der Tat sind seine Lieder meist recht düster, dafür aber auch sehr tiefgründig. Das ist dann auch das Element, welches die Musik von Townes mit den beiden Neurosis-Recken Scott Kelly und Steve Von Till sowie ihrem Weggefährten Scott "Wino" Weinrich verbindet. Wer den musikalischen Weg der drei und ihre Soloalben in den letzten Jahren verfolgt hat, findet es gar nicht so ungewöhnlich, dass man jetzt gemeinsam ein Tribute-Album an den fast vergessenen Songwriter aufgenommen haben.

Songs of Townes Van Zandt nennt sich dieses ganz schlicht. Und ebenso schlicht ist auch die Musik darauf. Meist reichen nur Stimme und Akustikgitarre, um Stimmung zu erzeugen. Nichts soll von der Essenz - nämlich den Texten - der Stücke ablenken. Die Kunst liegt hier mal wieder in der Schlichtheit. Nur selten reichert man die Songs mit ein paar E-Gitarrentupfern oder Lapsteel-Tönen an, was "If I needed you" oder "The snake song" noch stimmungsvoller erklingen lässt.

Die Atmosphäre selbst schwingt (wie erwartet) zwischen düsterem und bedrückendem Folk, beschwörerischem Singer-Songwriter-Stoff, sparsamen Akustik-Blues und schon fast wieder harmonischem Country. Highlights auf dieser durchgehend feinen Platte sind zum Beispiel das lange, aber trotzdem nicht langweilige "Tecumsek Valley" von Scott Kelly, das kantige, aber doch melodische "If I need you" von Steve Von Till oder das aufbegehrende "A song for", das Wino gesanglich auch mehrstimmig präsentiert.

Der Gesang der drei Herren ist gewohnt brummig bis bärbeißig, passt aber bestens zu den Songs von Townes Van Zandt. Wer bis heute noch keinen Kontakt mit dessen Werk hatte, aber sich mit den hier Tribut zollenden Musikern identifizieren kann, sollte nicht lange zögern und die CD in den (virtuellen) Einkaufskorb legen. Es lohnt sich!


Static on the Airwaves
Static on the Airwaves
Preis: EUR 16,82

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Waren auch schon mal mitreißender..., 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Static on the Airwaves (Audio CD)
Huch, es sind schon wieder vier Jahres ins Land gezogen, seitdem das letzte Levellers-Album Letters from the underground erschien. Da wird es Zeit für etwas Neues. Und das hört auf den Namen Static on the airwaves. Zugleich ist es die zweite Platte die auf dem eigenen Label On the Fiddle Recordings erscheint.

Geschäftlich ganz unabhängig scheint es sich frei zu musizieren. Denn die Platte ist musikalisch ziemlich locker und relativ entspannt geraten. Nummern wie das harmonische "After the hurricane" oder "Traveller" sind von einer neuen Ruhe geprägt, die gefällt. Was am Anfang des Albums aber besonders auffällt, ist der Start mit satten Keyboardeffekten. Wobei man sich hiervon nicht überrumpeln lassen sollte. Denn der dazugehörige Songs "We are all gunmen" erinnert stark an die Zeit von Mouth to mouth, als es die Band etwas mehr in die Breite zog. Generell merkt man es immer wieder deutlich, dass man mit Matt Savage seit einiger Zeit einen festen Keyboarder mit an Bord hat.

Die restlichen Songs klingen so typisch nach The Levellers wie es nur geht. Egal ob flotter Folk wie "Truth is", der typische Midtemposound von "Raft of the Medusa" und "No barriers" oder die typische von Gitarrist Simon gesungene, anfänglich akustische Ballade "Alone in the darkness" - alles da was der Levellers-Fan von seiner Band kennt und mag. Zwar überzeugen die Nummern meist mit feinen Harmonien, die Melodien kommen einem aber doch wieder irgendwie bekannt vor. Die Levellers sind eben die Levellers und manchmal ist man fast versucht zu behaupten, sie würden mehr oder weniger nur noch ihr eigenes Erbe verwalten und man sehnt sich zum Beispiel zu Truth and lies zurück, als man mit satten E-Gitarren jegliche Bedenken auf die Seite wischte, man sei eingerostet.

Textlich und in Sachen Attitüde zeigt man sich allerdings so kritisch und bissig wie eh und je und so sollte man mit der Band auch nicht so hart ins Gericht gehen. Denn musikalisch ziehen The Levellers immer noch ihr ganz eigenes Ding durch und haben zwischen New Model Army und Billy Bragg ihren festen Platz in der britischen Musikgeschichte redlich verdient. Das Album ist ziemlich angenehm, aber nicht nicht mehr schon spannend wir früher. Es endet mit dem akustischem Traditional "The recruiting sergeant", bei dem die Band vollkommen losgelöst von der Leber weg musiziert. Das wäre vielleicht auch ein interessanter Weg für die Zukunft.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 20, 2012 6:20 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20