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Rezensionen verfasst von
Mario Karl "musikansich.de" (Bayern)
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Songs of the Ungrateful Living (inkl. 3 Bonus Tracks)
Songs of the Ungrateful Living (inkl. 3 Bonus Tracks)
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Qualität wie immer, 24. Februar 2012
Die Zeiten in denen Erik Schrody alias Everlast kurzzeitig bei uns populär war, sind schon seit einigen Jahren vorbei. Seine damaligen Hits "What it's like" und "Put your lights out" (zusammen mit Santana) hat man trotzdem immer noch im (Hinter-)Kopf. In seiner Heimat USA sieht das natürlich anders aus. Umso schöner, dass ihm gerade das deutsche Label SPV auch bei uns mit seinem ganz eigenen Crossover aus Singer/Songwriter, Rockmusik, geschmeidigem Hip-Hop und Versatzstücken aus Country und Blues wieder eine Chance gibt. Denn sein recht eigener Stil hat auch heute noch jede Menge Charme.

Ein großer Melodienlieferant war Everlast noch nie. Viel mehr legt er Wert auf ausgefeilte, sozialkritische Texte, die das andere, düstere Amerika jenseits von Ballköniginnen und Hollywoodglanz zeigen. Vorgetragen von seiner sonoren Stimme finden diese direkt Zugang ins Herz des Zuhörers, was wohl auch der Grund für den Erfolg in seiner Heimat ist. Eine gewisse Ladung an Pathos gehört hier sicherlich dazu, doch am Ende kommt der Mann doch durch und durch ehrlich rüber. Und das ist auch das große Plus des textlastigen "Songs of the ungrateful living".

Denn die Songs an sich wirken teilweise vielleicht etwas unspektakulär, aber durchgehend gut hörbar. Richtige Ausfälle leistete man sich allerdings nicht und so bekommt man ein vom Anfang bis zum Ende stimmiges, bisweilen ziemlich melancholisches Album zu hören. Das Spektrum reicht mal wieder von entspannten Countrysongs ("Long at all", "The crown"), über angenehm soulige Songwriter-Nummern ("Long time", "My house") und niveauvolle, komplette Dicke-Hose-freie Raptracks ("Moneymaker", "I'll be there for you"), bis zu so typischen engagierten, latent wütenden Midtemponummern ("I get by", "Even god don't know") und einer gefühlvollen Verbeugung vor Sam Cooke ("A change is gonna come").

Hierzulande darf man sich fast freuen, dass die CD einige Monate später erscheint. Denn am Ende bekommt man noch drei Bonustracks beschert, von denen besonders das düstere, regelrecht harte "Everyone respects the gun" herausragt.


Crystal Eye
Crystal Eye
Preis: EUR 11,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur annehmbar, 24. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Crystal Eye (Audio CD)
Drei Jahre nach Soul collector meldet sich der unerschütterliche Holländer Leon Goewie mit seinen Vengeance zurück. Nach dem Tod des langjährigen Gitarristen Jan Somers und einer kreativen Schaffenspause wurde die Gruppe komplett neu zusammengesetzt. Jetzt mit an Bord: ex-AC/DC-Schlagzeuger Chris Slade, Alice Cooper-Gitarrist Keri Kelli und der ehemalige MSG-Basser Chris Glen. Gemeinsam spielt man nebenbei in einer AC/DC-Coverband und fast genauso rifflastig zeigt man sich auch auf Crystal eye und gibt zehn saftige und gut gelaunte Rocksongs (+ ein instrumentales Outro) zum Besten.

Zwar kommt es einen so vor, als hätte man alles irgendwo schon einmal gehört, doch die Musiker sind Profis genug, um die mit Produzent Michael Voss geschriebenen Lieder durchgehend unterhaltsam und frisch klingen zu lassen. Mitgrölbare Rocker wie "Me and you", "Five knuckle shuffle" oder "Shock me now" sind eben zeitlos und gehen immer. Vor allem wenn man einen coolen Sänger wie Leon Geowie in seinen Reihen hat (wer ihn nicht kennt, klingt wie ein adrenalingetränkter, heißerer Tobias Sammet), der mit viel Einsatz und Spaß in den Backen immer ein Stückchen Energie draufpackt und so die Party am laufen hält.

Wobei man nicht sagen kann, dass die restliche Band zu irgendeiner Sekunde die Puste ausgehen würde. Im Gegenteil, beim von Tony Martin (ehemals Black Sabbath) geschriebenen "Whole lotta metal" stößt man sogar in altmodische Schwermetal-Sphären vor. Relativ heavy, dafür aber um ein vielfaches ernsthafter, ist der feine Titeltrack im "Arabia"-Format ausgefallen, bei dem man sofort die Handschrift des ehemaligen Bandmitglieds Arjen Lucassen (Ayreon, Star One) erkennt.

Am Ende ist Crystal eye für alte Hard Rocker ein recht empfehlenswertes Album. Dabei ist es wohl ziemlich unerheblich, ob Vengeance gerade eine richtige Band oder nur ein Haufen "Hired Guns" sind und für richtiges Gourmetwerk andere zuständig sind. Die stark groovende Band und ihre Songs machen so und so Spaß.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 1, 2012 4:24 PM CET


The Acoustic
The Acoustic
Preis: EUR 20,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Per se interessante Idee - Umsetzung aber dann doch eher weniger gelungen, 22. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: The Acoustic (Audio CD)
Ektomorf, die oft als primitive Aushilfs-Soulfly bezeichneten Ungarn, veröffentlichen ein Akustikalbum. Liest sich etwas skurril, was? Im Endeffekt klingt es auch so. Und um das Unternehmen fair zu behandeln und das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Am Ende ist es nichts weiter als eine nette Geste für Fans, die sonst niemand braucht.

Der Ansatz in Eheren, man möge zu seinen Wurzeln zurückkehren, aber eine Version von "I know them", in der man nur den Verzerrer aus den Gitarren nimmt und die Rhythmusfraktion genauso wie immer weiterstampft braucht wirklich kein Mensch. Ähnlich verhält es sich bei den vier anderen Neuinterpretationen, bei denen man die Arrangements nicht wirklich verändert hat. Da ist es kein Wunder, dass diese Versionen genauso heavy wie die Originale klingen, wie Bandkopf Zoltán Farkas selbstbewusst zu Protokoll gibt. Wem's gefällt...

Anders sieht es bei den extra neu geschrieben Liedern aus. Diese zeigen Ektomorf wirklich von der sanften Seite. Gerade "Again" und "Through your eyes" sind richtige Balladen, mit durchaus poppigen Melodien. Bei letzterem bricht allerdings genauso wie bei "Be free" unvermittelt eine elektrische Gitarre ins Geschehen ein, welche das Konzept ad absurdum führt. Allerdings ist das Songwriting auch voll darauf ausgelegt. Was die ganze Zeit schon aufgefallen ist, bricht bei den Covervesionen dann voll durch: Zoltán ist halt absolut kein Sänger und seine im Mix sehr omnipräsente Stimme vermiest und erdrückt so vieles. So wäre das Lynyrd Skynyrd-Cover "Simple man" instrumental durchaus in Ordnung, ist am Ende aber durch das gefühllose Geseier genauso schlimm wie damals die Limp Bizkit-Version von "Behind blue eyes". Da geht Johnny Cashs "Folsom prison blues" noch eher, da es wie ein bierselige Bierzelt-Countryrock-Parodie klingt.

So, genug geschimpft. Außer wirklichen Ektomorf-Verehrern dürfte das Ding eh keiner kaufen. Aber auch diesen würde ich zur Vorsicht raten. Zwar kommt das Ganze nicht gerade als Abzocke daher. Aber "gut gemeint" ist noch immer das Gegenteil von "gut gemacht".


Cognitive
Cognitive
Preis: EUR 13,81

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas mehr Eigenständigkeit und es wäre so richtig gut, 22. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Cognitive (Audio CD)
Soen ist die neue Spielwiese des ehemaligen Opeth-Schlagzeugers Martin Lopez und des (Fretless-)Bass-Tausendsassas Steve DiGiorgio (Sadus, ex-fast überall). Hinzu kommen die beiden eher unbekannten Schweden Kim Platbarzdis (Gitarre) und Joel Ekelöf (Gesang). Was erwartet man von Musikern mit diesem musikalischen Hintergrund - progressiven Thrash- und Death Metal? Ähm ja, bestimmt. Progressiv ist vielleicht gar nicht falsch. Zumindest wenn man Tool als progressive Band bezeichnet. Denn man ist überrascht, denn der Sound des Vierer klingt fast wie eine 1:1-Kopie von Carey, Jones & Co.

Das ist schon fast frech, wenn der Bass genauso wie beim Original grummelt, das Schlagzeug sich ebenso tribalartig durch die Songs schleppt und die Gitarre auf ähnliche Art und Weise mäandert. Auch der Gesang gleicht dem von Maynard James Keenan ein ganzes Stück. Doch Herr Ekelöf beweist ein sehr gutes Gefühl für Melodien und Harmonien, das Soen glücklicherweise dann noch noch von den Amerikanern abhebt und der Band einen angenehm Dreh und eine Ladung Emotionalität verpasst. Deswegen klingen die Songs dann doch wärmer, als der etwas kalt klingende Klangcocktail vermuten lässt und man bekommt in einigen Titeln auch richtige Gänsehautmomente serviert.

Das Songwriting selbst befindet sich auf ziemlich hohem Niveau und ist trotz seiner teilweise etwas komplizierten Struktur immer nachvollziehbar, auch wenn sich ein Song wie "Oscillation" mit seinen einzelnen Teilen recht dreht und windet. "Fraccions" oder das düstere "Last light" reißen dafür unmittelbar mit und eignen sich wunderbar als Türöffner in das Soen-Universum. Die große Musikalität des Quartetts muss man glaube ich nicht mehr wirklich hervorheben, dafür ist besonders die Rhythmusgruppe bestens bekannt. Trotzdem ist das Gebotene erste Sahne. Am Ende bleibt ein Album welches durchaus gefällt, aber einen gewissen Rip Off-Beigeschmack hinterlässt. Wäre schön, wenn Soen in Zukunft mehr als nur eine Tool-Ersatzdroge werden. Potenzial ist schließlich mehr als genug vorhanden. Mal sehen, was daraus noch entsteht.


A Brief Crack of Light
A Brief Crack of Light
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 15,89

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwerer, leicht durchwachsener Brocken, 22. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: A Brief Crack of Light (Audio CD)
Mit A brief crack of light veröffentlichten Therapy? tatsächlich ihr bereits 13. Album. Erst einmal Glückwunsch zu so viel Durchhaltevermögen! Nach einer solchen Latte an Veröffentlichung sind die Iren natürlich längst an einem Punkt angekommen, an denen sie es sich nur noch selbst rechtmachen müssen. Die Troublegum-Fraktion ist schon vor Ewigkeiten abgewandert und der Rest weiß, was er an dem Krach-Trio hat und erwartet höchstens, dass er jedes Mal neu vom Kurs der Iren überrascht wird.

Natürlich haben Therapy? ihren Sound auch auf ihrem aktuellsten Streich wieder etwas neu justiert. Ganz so düster und kantig wie auf Crooked timber geht es auf A brief crack of light nicht mehr zu. Der Albumtitel weißt ja schon in diese Richtung. Das Instrumental "Marlow" ist zum Beispiel ziemlich leicht und tänzelnd mit seinem lässigen Postpunk-Swing und der etwas debil klingenden, lautmalerischen Gesangslinie. Da ist der Rest schon handfester. Beim recht tpyischen Opener "Living in the shadow of the terrible thing" schlingt man zum eingängigen Chorus Groovkeule genauso wie bei der Heavy-Nummer "Why turbulence" oder dem starken Brecher "Plague bell". Sehr angenehm ist auch das mit einer schleppenden Strophe und einem sehnsuchtsvollen Refrain versehene "Before you, with you, after you". Für diese Art der Adrenalinausschüttung hat man die Band immer geliebt.

Danach schwankt die teils euphorische Stimmung zusehends um und das Album wird ziemlich garstig. Zumindest kommen viele Songs recht noisig um die Ecke geschossen. "The buzzing" oder "Stark raving sane" scheinen erst gar nicht wirklich gemocht zu werden und mache es dem Hörer nicht gerade einfach. "Ghost trio" ist dafür treibend und atmosphärisch, wenn auch ziemlich kalt. Das zappelnde "Get your hand off my shoulder" erhellt auch nicht gerade das Gemüt, überzeugt aber durch seine Atmosphäre. Sehr atmosphärisch ist auch das abschließende "Ecclesiastes". So ruhig hat man das Trio selten erlebt: eine sparsam unverzerrt gespielte Gitarre, bedächtiger Schlagzeugrhythmus und eine verfremdete Computerstimme. Der Klangteppich alleine hätte schon einen leicht Ambient-Charme, wäre da nicht der ruhige Gesang von Andy Cairns.

Ein angenehmer Abschluss zu einem relativ harten Album, das teils etwas durchwachsen klingt, aber am Ende dann doch überzeugen kann. Ihr Pulver haben Therapy? somit immer noch nicht verschossen, ihren eigenen Charme erst recht nicht verloren. Zudem ist die Produktion nicht wieder so klirrend, sondern ziemlich passend.


Emerald Forest and the Blackbird
Emerald Forest and the Blackbird

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Quo vadis Swallow The Sun?, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Emerald Forest and the Blackbird (Audio CD)
Swallow The Sun, die Meister des elegischen Death Doom, melden sich wieder zu Wort. Und ich muss zugeben, mit dem neuesten Streich Emerald forest and the blackbird habe ich mich wesentlich schwerer getan, als mit dem wunderbaren Vorgänger New moon. Bereits der eröffnende Titeltrack ist eine überwiegend garstige Nummer die sich recht quer stellt und etwas das mitreißende Element vermissen lässt. Dabei hat bereits er wieder alle Kennzeichen der Finnen mit an Bord. Gnadenlose Schwermut, kernige Härte und jede Menge Epik. Aber vielleicht ist das überlange Stück auch mehr eine Art Einleitung. Denn das Album folgt einem inhaltlichen und ziemlich traurigen Konzept: Ein Vater erzählt seinem sterbenden Kind eine Geschichte, anhand der er ihm versucht zu erklären welch dunkle Reise es in Kürze antreten wird...

Puh, harter Tobak, der an sich kaum Platz für Sonnenschein lässt. Aber trotzdem wurden die Songs mehr noch als zuletzt in ein zwar sehr melancholisches, dafür aber auch harmonisches, fast entspanntes Paket verpackt. Vielerorts bestimmen schöne Melodien und ruhige Gesanglinien sowie eine zurückhaltende Instrumentierung das Bild. "This cut is the deepest" erinnert zum Beispiel gar an Porcupine Tree oder neuere Anathema, während "Silent towers" schon fast eine poppige Leichtigkeit verbreitet. Auf die Spitze getrieben wird dies beim bedächtigen "Cathedral walls", bei dem Nightwish-Sängerin Anette Olzon zahlreiche Gesanglinien beisteuerte. Das klingt fast ein bisschen kitschig, obwohl es sich um eine gute Nummer handelt.

Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass wir es hier mit einem rein flauschigen Album zu tun haben. Denn zwischen dem vielen Schönklang finden sich auch anno 2011 wieder einige richtig schwere und mitreißende Doom-Nummern, die auch mal wieder die Grenze zum Black Metal streifen, wie beim aufpeitschenden "Hate, lead the way". Das verfehlt genauso wenig seine Wirkung wie die tiefen Growls von "Labyrinth of London (Horror pt. IV)". Diese Nummer besitzt alles was man von einem Swallow The Sun-Song erwartet: starke Emotionalität, Schwere, eine einnehmende Atmosphäre und ein interessantes Arrangement im Breitwandformat. Ähnliches gilt für den deprimierenden Funeral Doom von "April 14th", bei dem die traurige Geschichte und damit das Album langsam ein Ende findet.

Wie gesagt, in das Album hinein zu finden ist anfangs nicht ganz einfach. Vor allem nicht, wenn man ein hartes Doom-Album erwartet. Die Zunahme der ruhigen Klänge ist vielleicht etwas das nicht jedem gefällt. Doch am Ende ist es doch eine natürlich Entwicklung des Stils von Swallow The Sun der Sinn macht. Vor allem, da es hier auch zur verarbeiteten Thematik passt. Wenn man sich richtig fallen lässt, wird Emerald forest and the blackbird von Umlauf zum Umlauf immer besser, so dass einem immer mehr auffällt, dass der Band mal wieder ein ziemlich gutes Album gelungen ist.


Gallows
Gallows
Preis: EUR 17,51

3.0 von 5 Sternen Durchaus spaßig, aber doch recht durchschnittliche Songs, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gallows (Audio CD)
Landmine Marathon waren bisher vor allem für zwei Gruppen von Musikhörern interessant: 1. für Liebhaber gepflegtem, gnadenlos altmodischem Death Metals, 2. für Leute die es lieben wenn Frauen sich am Mikro auch mal gnadenlos auskotzen. Gute Nachricht für beide: es hat sich daran auch auf ihrem vierten Album Gallows überhaupt nichts verändert! Im Gegenteil, die Band hat ihren Sound nur noch etwas verfeinert, was bedeutet, dass die Grooves heute noch besser sitzen und Frau Perry noch energischer aus sich raus geht.

Und dieses zierliche Fräulein ist auch das große Plus von Landmine Marathon. Einer Banshee gleich faucht und keift sie sich durch die acht Songs, die zusammen in einer runden halben Stunde über die Ziellinie rauschen. In dieser Kürze kann natürlich nicht allzu viel Langeweile aufkommen, was andernfalls wohl eher der Fall wäre. Denn so richtig abwechslungsreich ist die Mischung aus geradlinigem US-Death Metal und der Massivität des Abrisskommandos Bolt Thrower leider nicht. Dafür umso härter. Die meisten Stücke sind richtig heavy. Genrefreunde dürften zum Beispiel an der treibenden Speed-Nummer "Cutting flesh and bone", dem doomig beginnenden "Knife from my sleeve" oder dem Abschluss "Morbidity" ihren Spaß haben.

Das Songwriting ist überhaupt ziemlich solide, ragt aber kein bisschen über übliche Standards hinaus. Das war bei den ersten drei Malen noch o.k., mittlerweile könnte es spannender sein. Dafür drückt der Sound amtlich, ohne künstlich zu wirken. Am Ende ist die räudige und fiese Scheibe eher für absolute Todesblei-Fanatiker interessant. Vorheriges Reinhören sei ans Herz gelegt.


Isar-Punk
Isar-Punk
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Witzige Idee, durchschnittliche Umsetzung, 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Isar-Punk (Audio CD)
Eigentlich eine herrliche Idee. Warum ist da noch niemand vorher darauf gekommen? Oder vielleicht ist das jemand schon viel früher, es hat bloß keiner gemerkt. Von was ich rede? Die Ramonas nehmen den archaischen Punksound der Jeans-und-Lederjacken-Legenden The Ramones (damit wäre auch die Namensähnlichkeit geklärt) und versetzt ihn einfach direkt ins Herz von Bayern. Aber im Gegensatz zu den meisten Münchnern sprechen die drei Musiker hier auch wirklich breitestes Oberbairisch und sie präsentieren ihre Songs dementsprechend schnodderig derb auf Mundart. Das hat was!

Musikalisch versucht das Trio mit Rock'n'Roll im Blut gar nicht erst sich von seinen offensichtlichen Wurzeln zu lösen - wahrscheinlich würde es ihnen ja eh nicht gelingen. Umso sympathischer, wenn man stattdessen den "Rockaway Beach" kurzerhand nach Bayern versetzt ("Feringasee") oder der "Surfin' bird" zum rasanten "Rasenmäha" wird. Da geht die Post ab und Freude kommt auf. Ansonsten wimmelt es von ironischen Alltagsbetrachtungen über Leute mit bewusst beschränktem Horizont ("Früher war ois besser"), den üblichen Adabeis (vKoana kummt an mi hi") oder man zieht ganz ungeniert Reinhard Fendrichs Brechreizlied "Weus'd a Herz hast wie a Bergwerk" anarchisch durch den Kakao ("Klärwerk"). Recht so, man kann schließlich schon gar nicht mehr zählen, wie viele Hochzeiten südlich des Weißwurstäquators damit verkitscht wurden!

Manchmal schießen die Ramonas leider aber auch weit übers Ziel hinaus und das große Fremdschämen macht sich breit. Die Punk-Sauf-Hymne "Schnaps und Bier" macht zumindest im Gesamtkontext Sinn. Aber eine debile Nummer wie "Lieber Gott" (ein pures Aneinanderreihen von unsinnigen Anzüglichkeiten ist nicht gleich lustig!) verleitet arg zum Weiterskippen. Wenn schon schmutzig, dann doch bitte "Rosis-Tochter.de". Wer hier an eine Cybersex-Variante von Spider Murphy Gangs "Skandal im Sperrbezirk" denkt, liegt garantiert nicht falsch.

Tja, irgendwie bin ich in Sachen Isar-Punk sogar als Landsmann zwiegespalten. Der flotte und bewusst primitive Punksound mit den zahlreichen Anspielungen und den frechen Texten (wie ihnen eben das Maul so gewachsen ist) ist einerseits sausympathisch, andererseits schüttelt man aber gerade derentwegen immer wieder den Kopf. Auch der eher suboptimale Garagensound macht es einem nicht gerade leichter. 3 gut gemeinte Pferdeleberkäspunkte ist's mir vorerst aber mal wert. In diesem Sinne: Ja, so schaut's aus!


Hold on,Liberty!
Hold on,Liberty!
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 8,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter, neuzeitlicher Rock, 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Hold on,Liberty! (Audio CD)
Diese Rezension muss ich mal mit einem Kompliment an die zu besprechende Band beginnen: Eigentlich finde solch zeitgemäße Rockmusik meist ziemlich langweilig. Doch The Intersphere haben es mit ihrem zweiten Album Hold on, liberty! fertig gebracht mich irgendwie zu berühren. Wie sie es geschafft haben? Gar nicht so einfach zu definieren. Die nervösen Gitarren die manchmal klingen, als hätte man sie ehemals so hippen, britischen Indie-Rockern aus den Fingern gerissen, können es nicht sein. Glücklicherweise schippern diese in der Regel ziemlich schnell in sehr filigrane Gewässer, bei denen so mancher moderner Rocker nur allzu gerne die "Alternative Prog"-Karte zücken möchte.

Dies haben sie mit ihren ehemaligen Tourpartnern Karnivool gemeinsam. Dazu gesellt sich eine gewisse Pop-Affinität, die zwar durchaus Pathos-beladen, aber nie gekünstelt in die Höhe geschraubt klingt. Somit also eher germanische Zurückhaltung anstatt Over-the-top-Mentalität von Übersee. Hinzu kommt ein rhythmisches Fundament, welches unerschütterlich erdbebensicher fest zementiert wurde, selbst wenn die Songs durch wilde Drehungen und Wendungen durchgeschüttelt werden. Und noch ein großes Plus: Trotz Muckertums bleiben sämtliche Songs stets nachvollziehbar und eingängig, wirken sogar durchgehend sehr leichtgängig - allerdings ohne sofort zur Fastfood-Ware zu verkommen. Lieder wie "Capitall", "Aurora", "Masquerade", "Sleeping god" oder "Over" sind schon so etwas wie kleine Hits. Der Rest immerhin angenehmes Ohrenfutter, auch wenn es manchmal etwas ähnlich tönt.

Was am Ende bleibt, ist ein echter Geheimtipp für Leute die sich mal wieder ein richtiges Rock-Album von Dredg oder Incubus wünschen würden, denen Muse mittlerweile zu überkandidelt sind oder die eine Ersatzdroge für Biffy Clyro suchen. Denn irgendwo zwischen diesen Polen agieren The Intersphere auf Hold on, liberty!. Und das ziemlich souverän, mit eigenem Charme und insgesamt gar nicht schlecht!


Heavy Kingdom
Heavy Kingdom
Preis: EUR 15,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Kollaboration, 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Heavy Kingdom (Audio CD)
Manchmal entstehen aus Zufallsbegegnungen die größten Schätzchen der Musikgeschichte. Ob Heavy Kingdom, das Gemeinschaftswerk der Doom Rock-Legende Scott "Wino" Weinrich und dem deutschen Singer/Songwriter Conny Ochs, auch mal hierzu gezählt wird, muss die Zeit noch zeigen. Aber dass es ein faszinierendes Kleinod ist, steht bereits heute fest. Der Samen hierzu wurde 2010 auf der Akustik-Tour Winos gepflanzt, für die Ochs als Support gebucht wurde. Dabei wuchs anscheinend recht schnell der Gedanke an eine Gemeinschaftsarbeit heran. Zehn Songs haben die beiden Herren ausgetüftelt. Dazu gesellt sich noch eine Coverversion des Altmeisters Townes Van Zandt.

Nur mit ihren (Akustik-)Gitarren bewaffnet geben sie diese elf Stücke zum Besten. Und gerade durch die karge Instrumentierung und die direkten Arrangements berühren sie unmittelbar. Jawohl, das ist gute, alte Songwriter-Musik, wie sie seit Jahrzehnten gespielt wird. An sich nichts Neues. Aber schließlich ist es das Gefühl, auf das es bei der Musikrichtung ankommt. Und hier wird der Hörer von einer ganzen Wagenladung davon überschüttet. Die Themen sind ähnlich wie auf den letzten beiden Soloalben Adrift und Raw Love Songs: Trauer, tragische Geschichten, Selbstreflexion und ein trotzdem nie versiegendes Gefühl von Liebe.

Dabei ergänzen sich die beiden Herren ziemlich gut. Auf der einen Seite der alte, vermeintlich raue Haudegen Wino, dem man sein turbulentes Leben mittlerweile auch anhört - auf der anderen der vergleichbar jugendliche und scheinbar nach Harmonie dürstende Conny Ochs. Das klingt am Ende ziemlich spannend. Aber nicht nur stimmlich passt das hier zusammen, auch instrumental. Statt einfachem, begleitendem Akkord-Geschrammel bekommt man feine Gitarrenarbeit zu hören, die für ein Gros der Atmosphäre verantwortlich ist.

Und diese ist fast durchgehend melancholisch, aber keinesfalls hoffnungslos. Zwischendurch auch richtig aufwühlend oder auch melodisch weich. Als Anspieltipps lege ich hiermit Interessierten den düsteren Blues "Dust", das aufmüpfige "Here comes the siren", das relativ rockige "Vultures by the vines", das sparsame "Dark ravine" oder den mitreißenden Abschluss "Labour of love" ans Herz. Von Anfang bis zum Ende: ein tolles Album!


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