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Rezensionen verfasst von
Bernhard Jugel (München)
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Der Tiger unter der Stadt: Roman
Der Tiger unter der Stadt: Roman
von Kilian Leypold
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realismus trifft Fantasy, 12. September 2010
Der Ausgangspunkt des Romans ist einigermaßen phantastisch: zwei Jungs entdecken in der Kanalisation einen sibirischen Tiger, in dessen Körper eine alte Frau steckt. Doch Kilian Leypold gelingt es, dieses moderne Märchen mit soviel Gespür für die Gefühle und Ängste seines jungen Helden Jonas und seiner ganz und gar nicht intakten Familie zu erzählen, dass man als Leser schon nach wenigen Seiten gefesselt ist und bis zum spannenden Showdown am Schluss (und dem wunderbar poetischen Epilog) gar nicht mehr aufhören mag. In seiner Mischung aus Alltagsrealismus und phantastischen Abenteuern erinnert mich dieses Buch an die die tollen tschechischen Kinderfilme aus den 70er Jahren. Ein Buch, das 10-12jährige sicherlich fesseln wird, aber auch älteren Lesern gefallen dürfte. Und ich würde mich nicht wundern, wenn die Geschichte in ein paar Jahren im Kino noch mal auftaucht...


Der Umfang der Hölle: Kriminalroman
Der Umfang der Hölle: Kriminalroman
von Heinrich Steinfest
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Der Rat eines glücklichen Lesers: genießen!, 19. August 2009
Das war nicht mein erster Steinfest - und auch garantiert nicht mein letzter. Die sprachliche Eleganz dieses Krimi-Autors ist ohne Vergleich - da goutiere ich selbst solche Passagen, die der eigentlichen Handlung nur wenige (aber nie unwesentliche!) Facetten hinzufügen. Wer Krimis nur wegen des spannenden Plots liest und hinterher sauber geordneten Beweise und Motive im letzten Kapitel vor Augen geführt haben will, für den ist dieser Roman, der ganz ohne Detektiv und daher auch ohne richtigen Willen zur letztgültigen Aufklärung auskommt, freilich eine besondere Zumutung und Enttäuschung. Dann aber gleich von einer "Aneinanderreihung von unsinnigen Passagen" zu schreiben, heißt freilich die Steinfestsche Dramaturgie des sorgsam konstruierten Zufalls, des Beschreibens von Unwahrscheinlichkeiten, die gleichviel das Salz in der Suppe des Lebens ausmachen, völlig zu verkennen. Ich breche hiermit eine Lanze (gemessen an dem guten halben Dutzend, das ich bisher gelesen habe) für Steinfests vermutlich verstiegendsten und dennoch amüsantesten Roman und bekenne: ich habe mich nach kurzem Einlesen ins erste Kapitel bis zur letzen Seite des Epilogs bestens amüsiert (teile allerdings die Kritik einiger Mitrezensenten am schlampigen Piper-Lektorat! Dafür gibt's aber nur eine Rüge, keinen Punktabzug!).


Perlen vor die Schweine
Perlen vor die Schweine
von Rich Schwab
  Taschenbuch

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen harter stoff, 11. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Perlen vor die Schweine (Taschenbuch)
wer krimi-hausmannskost gewöhnt ist, für den ist rich schwabs dritter krimi mit dem schlagzeuger büb klütsch als hauptfigur vielleicht nicht die ideale lektüre. der autor ist zuallererst ein meister der authentischen milieustudie, dessen lebenspralle, und manchmal nicht nur in der wortwahl recht drastische beschreibungen sichtlich von eigenen erfahrungen als musiker und kneipier geprägt sind. der in klassischer whodunnit-Manier gestrickte krimi-plot um ein heroinsüchtiges mordopfer und etliche undurchsichtige mafiatypen gerät da streckenweise etwas in den hintergrund. denn schwab erlaubt sich auch mal die eine oder andere abschweifung. die lesen sich aber allesamt recht vergnüglich und da es schwab außerdem gelingt, der handlung immer dann, wenn man es am allerwenigsten erwartet, wieder einen überraschenden dreh zu verpassen, hab' ich doch tatsächlich nach langer zeit wieder mal einen krimi in einer nacht durchgeschmökert. dafür, dass ich mich dabei als bayer dank der schwabschen fußnoten auch noch köstlich mit kölscher mundart amüsieren konnte, hätte er eigentlich noch einen sechsten stern verdient.


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