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Rezensionen verfasst von
Juergen Paeger
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Kampf um Strom. Mythen, Macht und Monopole
Kampf um Strom. Mythen, Macht und Monopole
von Claudia Kemfert
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

15 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hintergründe zum Kampf um die Energiewende, 9. Februar 2013
Wer auch nur halbherzig die Nachrichten verfolgt oder Zeitungen liest, kann die vielen Warnungen von der Folgen der Energiewende für Versorgungssicherheit und Strompreise kaum überhören und überlesen. Claudia Kemfert untersucht in diesem Buch, was hinter diesen Warnungen steht. Ihr Ergebnis: Die Stromkonzerne kämpfen um ihr Überleben, und dazu müssen sie die Energiewende aufhalten, um in den nächsten 10 Jahren Kohlekraftwerke bauen zu können und so Fakten zu schaffen. Der Erfolg der Energiewende würde diese Kohlekraftwerke überflüssig machen; eine dezentrale Energieversorgung würde das Geschäftsmodell der Konzerne gefährden. Für die Konzerne geht es dabei um viel Geld. Um die Energiewende zu verhindern, wird einerseits mit massiver Lobbyarbeit die Politik beeinflusst, andererseits muss vor den anstehenden Bundestagswahlen auch die Öffentlichkeit bearbeitet werden, damit auch die Wähler an der Energiewende zu zweifeln beginnen.

In 10 Kapiteln, die jeweils eine Behauptung der Energiewendegegner zum Titel haben, zeigt Kemfert, dass keine dieser Behauptungen - wenn sie nicht ohnehin einfach Unterstellungen sind - der Wahrheit entspricht oder dass echte Probleme wie in Zukunft drohende Blackouts nicht an der Energiewende liegen (sondern an der jahrzehntelangen Vernachlässigung der Stromnetze - 2008 lag das Durchschnittsalter der Hochspannungsmasten bei 50 Jahren!). Die von Kemfert widerlegten Behauptungen sind (Überschriften der Buchkapitel):
- Die Energiewende ist bis 2022 nicht zu schaffen
- Die Zielmarke 2050: So lange kann man doch gar nicht planen
- Die erneuerbaren Energien brauchen ein Tempolimit
- Es drohen Blackouts
- Die Energiewende lässt die Strompreise explodieren
- Es droht ein Kosten-Tsunami
- Die Energiewende führt zu einer Deindustrialisierung in Deutschland
- Wir brauchen keine Planwirtschaft - die Energiewirtschaft braucht Markt
- Die Energiewende führt zur sozialen Verelendung
- Mit seinem Alleingang isoliert sich Deutschland und gerät international ins Abseits.

Das Büchlein ist eine höchst lohnende Lektüre, zeigt es doch, wer aus welchem Interesse gegen die Energiewende kämpft. Möge es dazu beitragen, dass die von Kemfert diagnostizierte Strategie der Verunsicherung nicht aufgeht!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2013 3:26 PM MEST


Kapitalismus 3.0: Ein Leitfaden zur Wiederaneignung der Gemeinschaftsgüter
Kapitalismus 3.0: Ein Leitfaden zur Wiederaneignung der Gemeinschaftsgüter
von Heinrich-Böll-Stiftung
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,80

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Wiederaneignung der Gemeinschaftsgüter, 19. April 2010
Das Buch ist eine anregende Darstellung zur Überwindung verschiedener Krisen des heutigen Kapitalismus: Die Verschmutzung der Umwelt, wachsende soziale Ungleichheit und die Tatsache, dass der zunehmende materielle Reichtum die Menschen in den Industrieländern längst nicht glücklicher macht. Barnes Grundidee ist die Wiederaneignung der Gemeinschaftsgüter. Das sind jene Güter, die Gott nach John Locke "allen Menschen gegeben hat", wie saubere Luft und sauberes Wasser. Die Aneignung dieser Gemeinschaftsgüter in Privatbesitz, etwa die Einhegung ehedem von einer Dorfgemeinschaft gemeinsam genutzten Landes, war eine der Grundlagen der Moderne. Sie erlaubte, das Kapital anzuhäufen, das gebraucht wurde, um während der industriellen Revolution Maschinen zu kaufen und Fabriken zu bauen. So konnte die Güterknappheit beendet werden (auch in den armen Ländern beruht sie nicht mehr auf Mangel an Gütern, sondern an Einkommen, so dass die Menschen vorhandene Güter nicht kaufen können); längst leben wir in einem Überflusskapitalismus, in dem Bedürfnisse durch Werbung geschaffen werden müssen.
Gleichzeitig bekommen wir etwa die Umweltverschmutzung nicht in den Griff. Weder die Regierung ist nach Barnes dazu in der Lage - dafür denken Politiker zu kurzfristig und ist der Einfluss der Kapitalgesellschaften und der von ihnen bezahlten Lobbyisten zu groß; noch die Privatwirtschaft - der Kapitalismus ist gut darin, knappe Güter zu verteilen, aber nicht darin, diese zu schützen. Barnes Vorschlag ist daher die Schaffung einer neuen Institution: Treuhandgesellschaften, die die Gemeinschaftgüter verwalten und für ihre Nutzung Regeln aufstellen und Geld verlangen. So würde ein Preis hierfür in die Kalkulation der Wirtschaft einfließen; und mit den Einnahmen könnte weitere ehemalige Gemeinschaftsgüter zurückgekauft werden oder allen Bürgern als den eigentlichen Besitzern der Gemeinschaftsgüter eine Dividende gezahlt werden. Damit würde zum einen der Preisanstieg kompensiert, der sich aus dem Preis für die Nutzung bisher kostenloser Gemeinschaftsgüter ergibt, zum anderen die wachsende soziale Ungleichheit abgemildert, käme doch zu den Einkommen aus Arbeit und Kapital eine dritte Säule hinzu, an der jeder Bürger kraft "Geburtsrecht" einen gleichen Anteil hätte.
Die Treuhänder wären, nachdem sie einmal gewählt sind, wie Bundesbanker oder Richter weitgehend unabhängig von politischen Kurzfristinteressen alleine ihrer Aufgabe verpflichtet - in diesem Fall dem Schutz der Interessen der Natur und nachfolgender Generationen. Barnes denkt bei seinen Überlegungen nicht nur an natürliche, sondern auch an gesellschaftliche und kulturelle Gemeinschaftsgüter. Eine Frage bleibt für mich allerdings offen: Wie sollen diejenigen, die sich heute etwa gegen Zahlungen für Kohlendioxid-Emissionen wehren, dazu gebracht werden, den von Barnes vorgeschlagenen Treuhandgesellschaften so viel Macht zu überlassen? Barnes redet etwas nebulös davon, dass ein- bis zweimal im Jahrhundert für kurze Zeit nichtunternehmerische Kräfte die Macht übernehmen, und diese Chance dann genutzt werden müsse. Aber abgesehen davon ist das Buch eine anregende Lektüre.


Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie
Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie
von Stefan Rahmstorf
  Taschenbuch

31 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges und gutes Buch!, 28. März 2006
Dieses Büchlein von zwei führenden deutschen Klimaforschern ist eine umfassende Einführung in den Klimawandel – verständlich und zudem preiswert. Auch wenn es von Fachleuten geschrieben ist: Es ist keineswegs trocken zu lesen. Die Kraft der Fakten zieht den Leser mit. Rahmstorf und Schellnhuber zeigen, was wir heute über frühere Klimaänderungen wissen und wie dieses dabei hilft, die Folgen der Eingriffe des Menschen in das Klimasystem zu verstehen. Sie beschreiben die Zunahme der Treibhausgase durch menschliche Aktivitäten, deren heute schon messbaren Folgen und die mögliche zukünftige Entwicklung. Sie zeigen auch, worüber die Klimawissenschaftler einig sind und wo noch Fragen offen sind – über den Menschen als Verursacher wird in Fachkreisen längst nicht mehr gestritten. Vielleicht am wichtigsten aber: Die Autoren zeigen, dass mit einer konsequenten Energiewende zur Nachhaltigkeit die schlimmsten Folgen noch abgewendet werden können; und dass diese viel weniger kosten würde als eine Fortsetzung der jetzigen Politik, die gewaltige Folgekosten hätte.


Effektives Umweltmanagement: Arbeitsprogramm für den betrieblichen Entwicklungsprozeß (VDI-Buch)
Effektives Umweltmanagement: Arbeitsprogramm für den betrieblichen Entwicklungsprozeß (VDI-Buch)
von Ulrich Steger
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Überblick auf dem Markt, 16. Januar 2004
Bücher über Umweltmanagement gibt es inzwischen fast schon wie Sand am Meer, und da muß ein Buch schon einiges zu bieten haben, wenn es positiv auffallen will. Um es gleich vorweg zu sagen: Das hier vorgestellte Buch schafft dies. Eigentlich ist es gar kein Buch, sondern ein Arbeitsordner. In zehn Abschnitten werden die Schritte beim Aufbau eines Umweltmanagementsystems dargestellt. Jeder dieser Abschnitte besteht aus einem Text und aus Arbeitsmaterialien, z.B. Folienvorlagen für anstehende Schulungen. Parallel zu diesem Buchteil wird die Geschichte einer fiktiven Firma namens "Ganz & Aehnlich" erzählt. Diese baut ein Umweltmanagementsystem auf und macht dabei die "typischen" Erfahrungen. Was bei einem solchen Buch vor allem interessiert, ist natürlich die Praxisnähe und der Gehalt des vorgeschlagenen Vorgehens. Der erste Abschnitt befaßt sich mit dem Aufbau des Umweltmanagements als Projekt und gibt eine knappe, aber gute Einführung in das Projektmanagement. Die nächsten vier Abschnitte befassen sich mit der Umweltprüfung: Prüfung der Dokumente, Umweltvorschriften, Umweltschutzpraxis und Umweltauswirkungen. Da die Umweltprüfung ja meist der Einstieg in das System ist, aber zugleich einer der wichtigsten Schritte, ist es sicherlich richtig, ihr so viel Platz zu widmen. Der nächste Abschnitt widmet sich der Umweltpolitik. Auch hier sind die zentralen Elemente klar und gut herausgearbeitet, etwa die Festlegung der Umweltpolitik als Aufgabe der obersten Führung und die notwendige Übereinstimmung zwischen Umweltpolitik und Unternehmenskultur - was in den Worten des Buches den Unterschied zwischen einem Leuchtfeuer und einem Irrlicht ausmacht. Die weiteren Abschnitte beschäftigen sich mit Umweltprogramm, Regelung der Abläufe, Anpassung der Aufbauorganisation und der Umwelterklärung. Immer wieder finden sich methodische Hinweise, wie man Aufgaben am besten erledigen kann. Das Spektrum reicht von Klassikern wie "Brainstorming" und "Brainwriting" über "Die 5 Warums" als Möglichkeit, Scheinantworten weiter zu hinterfragen bis hin zu Spielen, die zur Gruppenarbeit motivieren sollen. Darunter finden sich auch originelle Einfälle zur Beantwortung häufiger Fragen, wie etwa die, warum man bei der Erarbeitung von Anweisungen aufschreiben soll, was man schon kennt.
Viele Anregungen und praxisnahe Hinweise machen dieses Buch zum Besten, was derzeit als Gesamtüberblick zum Aufbau eines Umweltmanagementsystems auf dem Markt ist.


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