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Unkaputtbar

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Ein Fall für Johannes Cabal  - Totenbeschwörer: Roman
Ein Fall für Johannes Cabal - Totenbeschwörer: Roman
von Jonathan L. Howard
  Taschenbuch

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders als Band 1 - aber umso besser, 2. Oktober 2010
Wie schon zuvor erwähnt wurde, ist "Totenbeschwörer" anders als der erste Band. Ich war anfangs zugegebenermaßen auch etwas erstaunt, besonders da die Inhaltsangabe bei Amazon etwas ganz anderes verspricht. Tatsächlich geht es nur die ersten geschätzten 50 Seiten darum, den Kaiser wiederzuerwecken. Anschließend macht sich Johannes Cabal schnellstens aus dem Staub - und das sogar mehr oder weniger erfolgreich - da er es einmal Mehr geschafft hat, sich Feinde zu schaffen. Dabei wollte er doch nichts anderes, als ein verbotenes Buch auf unbestimmte Zeit ausborgen.

Über den Inhalt selbst möchte ich nichts verraten. Es sei nur soviel gesagt: Tatsächlich hat das ganze kaum noch etwas mit Band 1 zutun. Der Teufel ist für Cabal längst Geschichte, was nur logisch ist, da er seine Seele nun ja wieder zurück hat. Dementsprechend gibt es keinen Jahrmarkt mehr und auch keine seltsamen Gestalten wie Bones und co., die ja mehr Werk des Teufels waren. Diesmal bekommt Cabal es mit sehr lebendigen und alles andere als übernatürlichen Gegnern zutun, die in ihrer Verrücktheit allerdings locker mit denen aus Band 1 mithalten können. Dabei schafft es der Autor einmal mehr, jedem noch so unbedeutenden Charakter Leben einzuhauchen.
In diesem Band kommt es sogar zu einer richtigen Totenbeschwörung, die es in dieser Form in Band 1 ja gar nicht gab. Insofern denke ich doch, dass Band 2 durchaus mehr mit Cabals Beruf, der Totenbeschwörung, zutun hat.

Schreiberisch sehe ich definitiv eine Weiterentwicklung, auch wenn ich da bereits in "Seelenfänger" nichts zu beanstanden hatte. Storytechnisch wird diesmal mehr auf einen etwas lineareren und flüssigeren Verlauf gesetzt, was ich sehr gut finde. Auch Spannung kommt immer wieder auf.

Zum Schmunzeln hatte ich diesmal ebenfalls mehr. Das liegt besonders an Cabal, der hier als Charakter viel deutlicher im Zentrum steht und noch mehr Facetten erhält, von denen er vorher schon genug hatte. Wenn man ein bisschen was für Charaktere von Cabals Schlag übrig hat, muss man ihn spätestens ab diesem Band lieben lernen. Ich gebe ehrlich zu, dass die Story noch so uninteressant hätte sein können, ich hätte alleine wegen Cabals schrägen Gedankengängen nicht aufhören können zu lesen.
Mittlerweile ist er sogar an dem Punkt, wo er so etwas wie ein Gewissen entwickelt hat, auch wenn da ab und zu natürlich nachgeholfen werden muss, in diesem Fall von einer Dame, die einem nur zu gut aus Band 1 in Erinnerung geblieben ist, und zu der Cabal ein recht seltsames Verhältnis hat, das irgendwo zwischen Verachtung und Bewunderung zu liegen scheint. Und gerade wenn man glaubt, dass Cabal sich doch zu einem guten Kerl gemausert hat, beweist er einem das Gegenteil.
Kurzum, in diesem Band erfährt man ein wenig über Cabals Vergangenheit, aber auch weitere interessante Details über seinen doch sehr verkorksten Charakter und schon alleine die Tatsache, dass Cabal in diesem Teil auch so manchen Konflikt mit der Frauenwelt zu bewältigen hat, macht das ganze lesenswert.

Insgesamt denke ich, dass in diesem Buch all das verbessert wurde, was in Seelenfänger noch ein wenig gestört hat. Mir gefällt es besser als Band 1, auch wenn er weniger Fantasyelemente enthält und sehr auf den Protagonisten ausgelastet ist. Wer Cabal in Band 1 allerdings mochte, wird ihn hier wohl noch mehr lieben und ich denke, dass alleine schon er das Buch lesenswert macht.


Johannes Cabal - Seelenfänger: Roman
Johannes Cabal - Seelenfänger: Roman
von Jonathan L. Howard
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erfrischend anders und voll schwarzem Humor, 2. Oktober 2010
Nach langem Suchen habe ich in "Seelenfänger" endlich mal wieder ein Buch gefunden, das einfach erfrischend anders ist und sich deutlich von den endlosen Massen an stereotypischen Büchern abhebt, von denen es im Fantasybereich mittlerweile nur noch so wimmelt. "Seelenfänger" sticht aus dieser Masse nicht nur duch das Cover hervor, das wie der skurrile Inhalt eine gewisse Ähnlichkeit zu Tim Burtons Stil aufweist.
Als ich auf dieses Buch stieß war ich sehr erstaunt, ein Werk mit so einem Cover in der Horrorbuchabteilung zu finden - aber dort gehört es tatsächlich hin, wie einem besonders gegen Ende klar wird.
Die Handlung selbst ist dabei recht einfach gehalten und kommt vollkommen ohne große Verschwörungen und sonstigem aus. Zugegeben, bei mancher Stelle hatte ich das Gefühl, dass der Autor nicht so ganz wisse, mit welchen Ereignissen er die Reise bis zum Ende schmücken solle. Der Einschub mit dem Tagebucheintrag, der nur wimmelte von Rechtschreibfehlern, erschien mir etwas überflüssig. Andererseits waren die Begegnung mit dem Soldaten am Bahnhof und Cabals kurzer Ausflug in die Parallelwelt ohne Zeit hingegen wirklich interessant.

Letztendlich lebt das Buch aber von seinem schwarzen Humor, den unglaublich amüsanten, manchmal aber auch sehr tiefgründigen Dialogen, der skurrilen Situation allgemein und allem voran natürlich von den Charakteren, die allesamt auf ihre Art liebenswert sind. Angefangen von Bones - dem Knochenmann - ,über Horst, der immer wieder für einen Lacher gut ist bis hin zu Johannes Cabal, der mit Abstand der schrägste und irgendwie auch skrupelloseste Protagonist einer Geschichte ist, der mir bisher untergekommen ist. In Band 1 geht er besonders neben Horst noch ein wenig unter, der sich schnell zu meinem Liebling gemausert hat, aber spätestens in Band 2 läuft Cabal zu Höchstformen auf und beweist, wie unglaublich sympathisch seine trockene humorlose Art ist.

Der Schreibstil ist alles andere als Blumig oder Verträumt, wie man es aus vielen Fantasybüchern gewohnt ist. Er ist recht einfach gehalten, dabei allerdings nicht anspruchslos. Er passt einfach. Insgesamt lässt sich das Buch flüssig lesen, der Stil ist natürlich sehr auf den schwarzem Humor abgestimmt, aber auch hier gibt es immer wieder Sätze, die einfach schön zu lesen sind und sehr nachdenklich machen. Gerade gegen Ende gewinnt das Buch nämlich immer mehr an Ernst und Tiefgründigkeit, ohne je mahnend den Finger zu erheben und letztendlich erwartet einen ein Ende, mit dem mit Sicherheit niemand gerechnet hat, da es nicht annähernd zu erahnen war.


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