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Rezensionen verfasst von
Pedro Juan "st-andrew" (Düsseldorf)

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Rolled Gold
Rolled Gold
Preis: EUR 27,28

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best Action Record, 17. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Rolled Gold (Audio CD)
Mitte der 60er Jahren waren The Action das beste Pferd im EMI-Stall, wenn man natürlich von The Beatles absieht. The Action brachten in zwei Jahren eine Reihe von guten Singles heraus, aber ein erkennbarer Erfolg blieb aus. Das Vertrauen der Plattenfirma konnte unter diesen Umständen nicht viel länger halten. 1967 unternahm die Band einen letzten Versuch, um grünes Licht von EMI für eine LP zu bekommen. Sie nahmen einige Demo-Tracks auf, die in einer Verschwendung von Qualität und Talent resultierten, denn die Entscheidungsträger bei der Plattenfirma winkten gleich ab. Erst 2002 kamen diese Demos als CD "Rolled Gold" in den Markt. Es ist eine brilliante Platte, die sich ohne jede Scheu mit dem Besten messen kann, was erfolgreiche Zeitgenossen wie The Who oder The Small Faces spielten. Sie hatten immer noch ihre Mod Rock-Haltung von vorher drauf, experimentierten aber schon mit dem Psychedelic Rock vor dessen großen Auftritt mehrere Monate später. Reggie King's Gesang ist nur als soul pur zu beschreiben. Alan King's Guitarrenharmonien erinnern stark an die besten Momenten von Roger McGuinn's Rickenbacker bei The Byrds. Die Akkord-Sequenzen in Songs wie "Something To Say", "Follow Me", "Strange Roads" oder "Brain" sind unheimlich gut und haben die Zeit besser überstanden als die meisten Bestseller-LPs von 1967.

Als Singles-Compilation von The Action empfehle ich "Action Packed" (Edsel, 2001), aber das beste Action Record heißt definitiv "Rolled Gold".


The Loon
The Loon
Preis: EUR 14,27

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Indie Rock ungekocht oder Pixies für Anfänger, 22. November 2006
Rezension bezieht sich auf: The Loon (Audio CD)
Die Jungs sind sympathisch und engagiert, aber sie können noch viel lernen. Allerdings ist es in der Rock-Branche so, dass man mit der Zeit eher ab- als aufbaut. Aber es gibt Gegenbeispiele, wie Green Day etwa, und damit auch Hoffnung.

Ich hatte die Platte von der Band aus Minneapolis zufällig entdeckt und gekauft. Sie war gewiss keine Offenbarung, aber konsistent. Nun hatte ich gestern die Möglichkeit, sie live im Münchner Atomic Cafe zu erleben. Und das ist immer die entscheidende Prüfung für eine Rockband, denn im Studio ist alles möglich und mittlerweile auch billig. Sie fielen durch. Von den Gesangharmonien, die man auf der Platte in Songs wie „Omaha“ hört, gab es keine Spur. Die von der CD-Edition schön gemachten Tempowechsel waren live bloß schroffe Zerrungen. Nur das dominante Schlagzeug kaschierte ein wenig die instrumentale Schwäche. Fazit: ohne Drummer nur Kummer.

Die CD ist also besser als die Band. Meine Empfehlung: warten, ein Jahr, oder zwei, oder drei. Und dann schauen, ob die Tapes noch da sind und besser wurden. Aber inzwischen muss man den amerikanischen Indie-Rock nicht aufgeben. Da sind z.B. The Shins aus New Mexico.


Underneath
Underneath
Wird angeboten von direkte_Angebote-DE-FBA
Preis: EUR 7,29

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Ware mit dem falschen Ruf, 11. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Underneath (Audio CD)
Diese LP ist eine der Besten US-Pop-Rock-Produktionen 2004.
Nach dem großen Hype 1997 haben die Hanson-Brüder kaum große Aufmerksamkeit geweckt. Sie lassen sich auch Zeit für ihre Alben: In etwa 9 Jahren Profi-Dasein haben sie gerade mal 3 reguläre LPs herausgebracht. Und das auch nicht unter einer glücklichen Konstellation, denn das Megaseller-Debüt „Middle Of Nowhere" mit dem Chart-Hit "MMMBop" erschien in einer Zeit, wo US-Newcomer automatisch in nur zwei Kategorien klassifiziert wurden: Grunge oder Boygroup. Da sie mit Grunge und mit Depressionen und Frustrationen sowieso nichts am Hut hatten, wurden sie gleich als Boygroup in der Wahrnehmung des Publikums eingestuft. Das war aber ein krasser Fehler, denn bei den Brüdern handelt es sich um echte, sehr komplette Musiker, die ihre Instrumente begabt bedienen, ausgezeichnet singen und ihre Songs selber komponieren. Außer der guten Erscheinung haben sie nichts gemeinsam mit den vielen tänzelnden Chor-Clowns, die die Musikindustrie in den 90er künstlich geschafft hat.
Das zweite Album, 2000er „This Time Around" war kein Teen-Pop mehr, aber auch sonst wenig definiert. Es war schlicht ein Flop.
Dagegen ist „Underneath" eine brillante Platte. Die Texte und die Melodien sind hervorragend. Man hört die CD bis zum Ende ohne Schwachstellen zu finden. Die Klarheit der Aufnahmen erinnert an David Gray oder Jack Johnson, wobei die Struktur der Songs und die Performance der Band eher Power-Pop sind -denkt etwa an The Raspberries ohne die zerrenden Gitarren.
In April besuchte ich ein Hanson-Konzert von ihrer Underneath-Tour in Übersee. Der Saal war recht groß aber nur halb voll. Dabei hatte die Show jede Menge zu bieten. Isaac sang und spielte ein Blues solo und virtuos an der Gitarre. Auch Taylor sang und spielte „Broken Angel" solo am Klavier. Sie hatten keine Support-Musiker dabei, benutzten hauptsächlich akustische Instrumente und sehr wenig Elektronik, und doch war der Raum voller Klang. Und die vokalen Harmonien waren einfach das Maß der -zeitgenössischen- Dinge.
Definitiv: Wir haben hier eine eindrucksvolle Band und eine anspruchsvolle Platte.


Young for Eternity
Young for Eternity
Preis: EUR 13,51

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High flying Subways, 29. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Young for Eternity (Audio CD)
Was ist los in Britannien? Da tummeln sich derzeit nicht weniger als 20 junge, erstklassige Rockbands. Allein in der ersten Hälfte von 2005 kamen mehr als ein Dutzend hervorragender Alben auf den Markt:
Art Brut „Bang Bang Rock and Roll"
Bloc Party „Silent Alarm"
Clor „Clor"
Coldplay „X & Y"
Kaiser Chiefs „Employment"
Stereophonics „Language. Sex. Violence. Other?"
Mando Diao „Hurricane Bar"
Maximo Park „A Certain Trigger"
Nine Black Alps „Everything Is"
The Dead 60s „The Dead 60s"
The Duke Spirit „Cuts Across The Land"
The Magic Numbers „The Magic Numbers"
The Ordinary Boys „Brassbound"
The Subways „Young For Eternity"
Da zählt man 13 britische und eine schwedische Band. Wenn man aber nur EINE LP nehmen muss, dann ist sie für mich ohne Zweifel „Young For Eternity".
The Subways, eine Londoner Band mit recht heterogenen Einflüssen (The Ronettes, Jimi Hendrix, Nirvana, Green Day, Sigur Rós), besteht aus den Brüdern Billy Lunn (20, Songwriter, Gitarre & Gesang) und Josh Morgan (Schlagzeug), sowie Mary Charlotte Cooper (18, Bass & Gesang). Trotz ihrer Jugend schreiben sie intelligente Songs, die sie auch voller Elan vortragen. Beides schaffen sie eben ohne eine Unmenge Dope wie The Libertines.
Diese ausgezeichnete Debut-LP wurde von Ian Broudie produziert. Ein dicker Vorteil, denn der erfahrene Musiker und Produzent (Echo & The Bunnymen, The Primitives, Sleeper, Alison Moyet, u.a.) scheint nach seinen letzten Projekten mit The Zutons und The Coral ebenfalls auf einem Höhenflug zu sein.
Jedenfalls glaube ich nicht, dass „Young For Eternity" in der zweiten Jahreshälfte übertroffen wird. Die Helden vom Vorjahr (Keane, Franz Ferdinand, Jet, Kassabian, The Libertines, Razorlight, Good Charlotte, Green Day) werden unwahrscheinlich gleich eine neue LP hinlegen. Höchstens The Strokes, Travis, Muse oder Snow Patrol wären 2005 noch an der Reihe. Oder schafft nach Art Brut, Bloc Party, Clor, Kaiser Chief, Maximo Park, Nine Black Alps, The Dead 60s, The Duke Spirit, The Magic Numbers und The Subways noch eine weitere, gar bessere Briten-Band ihre LP-Premiere?


Fijacion Oral
Fijacion Oral
Preis: EUR 6,29

6 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts neues, nichts besonderes, 19. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Fijacion Oral (Audio CD)
Die Platte ist auf Spanisch, na und? Den Texten fehlt die Ausdruckskraft, die ihrem letzten spanischsprachigen Album „Donde estan los ladrones?" noch auszeichnete. Die Musik dagegen ist hauptsächlich flache Pop-Musik im spanischen 80er Stil. Mal bei Mecano reinhören und vergleichen. Ja, es hört sich an wie Mecano mit der verspielten Stimme Shakiras. Dazu ein Latin-Fusion-Fetzer (La Tortura) von puertoricanischer Manufaktur, also wie bei Ricky Martin oder Robi Rosa -kein Wunder Co-Autor und Produzent Luis Fernando Ochoa gehört zum Estefan-Clan und arbeitet ebenfalls für Ricky Martin. Dieser Song ist wohl das Beste im ganzen Album, obwohl er im Duett mit dem beinah-stummen Spanier Alejandro Sanz kommt. Schnulzensänger Sanz kann den karibischen Latin-Rock etwa so authentisch wiedergeben wie Barry Manilow eine Reggae-Nummer. Schlimmer wäre nur noch ein Duett mit dem spanischen Bauchredner Enrique Iglesias gewesen. Und sonst? Mal ein Tropfen Chanson hier, ein Klumpen Bossa dort... Na ja, wenn sie so angefangen hätte, würden wir sie noch nicht kennen.


God's Project
God's Project
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Teurer und schlechter als je zuvor, 9. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: God's Project (Audio CD)
Anfangs hatte die New Yorker Band Aventura ein klares Zielpublikum: eine Million dominikanischer Landsleute in jener amerikanischen Metropole, weitere drei Millionen Newyoricans (New Yorker puertorikanischer Abstammung), sowie ferner die Menschen auf den alten Heimatinseln: Santo Domingo und Puerto Rico. Dass sie aber zunächst in der High School als „Los Teenagers" auftraten, zeigte schon, dass sie sich dem gewaltigen Sog des Melting Pots nicht entziehen konnten. Nun ja, in der Bronx kriegt man wenig Folk oder Hard Rock zu hören, dafür aber jede Menge R&B oder Hip Hop. Diese Einflüsse waren einfach da, in ihren Köpfen, in ihrer musikalischen Wahrnehmung, in ihrem Geschmack. Aber Anthony Santos -Sänger, Leader und Komponist aller Songs- schrieb Bachatas, und Aventura spielte Bachatas. Das machte die ersten zwei Platten (Next Generation / We Broke The Rules) so kraftvoll. Es war wie der Winzer-Sohn, der in der Stadt Agrarwissenschaft studiert hat und nun die uralten Reben des Vaters mit seiner neuen Sichtweite weiterpflegt. Bei den Alben drei (Love & Hate) und vier (God's Project) von Aventura sieht es aber eher so aus, als würde der Winzer-Sohn die Reben genetisch manipulieren, um mehr Wein zu verkaufen. Jetzt vermischen sie mit der Bachata alles, was das Zeug hält. Das Ganze wächst zum Teil ins Kakophonische hinein. Wahrscheinlich erleben sie gerade eine Phase von Post-Psychedelic-Pre-Acid-Bachata. Es ist jedenfalls zum Heulen wie die in manchen Songs heulen.
Aber das können sie sich sogar leisten, denn sie sind Markenware geworden. Der Erfolg, der zunächst auf die Zielgruppe eingeschränkt war, schwappte mit 2jähriger Verspätung zu nicht weinigen amerikanischen Anglos rüber, sowie über Spanien -wo eine halbe Million dominikanischer Immigranten lebt- nach Europa. Sogar in Russland fanden sie Fans. Im dominikanischen Mutterland ergeben Umfragen, dass sie die derzeit bekanntesten Bachata-Performer sind, und das mit über 80% der Stimmen!
Bachata war bis Ende der 80er Jahren nur „Musik zum Bügeln", Musik für einfache Hausfrauen und Hauspersonal. Es ging immer um „Liebeskummer" („wie so hast Du mich vergessen?") und „Liebesversprechen" („ich werde Dir neue Schuhe kaufen"), und schlimmeres noch. Dabei gab es nur ein wichtiges Instrument: die Gitarre, die für immer kehrende Harmonien sorgte. Das war ein extremer Kontrast zur Volks- oder Nationalmusik Merengue, wo die rhythmischen Instrumente wie die Tambora dominant und die Texte vorwiegend Schmäh sind („kauf dir einen Hund, der auf deine Frau aufpasst".) Erst Juan Luis Guerra brachte eine Orchestrierung in die Bachata mit dem Megaseller-LP „Bachata Rosa" 1990. Heute, nachdem die Salsa mit dem künstlerischen Ableben der exilkubanischen Musiker und ihrer direkten puertorikanischen Schüler beinahe trocken ist, und nachdem das einspringende Merengue Syntheziser-beschleunigt seine musikalische Wachstumsgrenze schnell erreicht hat, hat die Bachata einen Platz auf dem Markt sicher. Und da ist es egal wie die vier Aventureros die Bachata verunstalten, sie werden muchos pesos verdienen.


I Wonder
I Wonder

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mississippibeat!, 19. November 2003
Rezension bezieht sich auf: I Wonder (Audio CD)
The Gants waren eine sehr gute 60's Band, die es wert ist, wieder oder neu entdeckt zu werden. Grundsätzlich waren sie eine amerikanische Garage Rock Gruppe unter vielen. Den entscheidenden Unterschied machte der Sänger und Gitarrist Sid Herring, oder genau genommen sein originelles Songmaterial. Es klang zwar eindeutig beatlesque aber rau genug, wie es beim Garage Rock typisch war. So eine Mischung gelang es sonst keinem der unzähligen halbgegorenen Soundprojekte, die die British Invasion in America hervorbrachte.
Also, wer die frühen Songs mag, die die großen Fab Four am Ufer des kleinen Mersey Flusses spielten, sollte sich diese CD besorgen und die Beats von The Gants, einer kleinen Band aus dem Ufer des großen Mississippi, genießen: Six Days In May, I Wonder, My Baby Don't Care, I Don't Want To See Her Again, Never Go Right or Somebody Please.


Blues Breakers Special Edition
Blues Breakers Special Edition
Preis: EUR 8,99

26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blues-Rock Manifest, 13. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Blues Breakers Special Edition (Audio CD)
Sie ist nicht die beste Blues-Rock LP, an die großen Drei: „Disraeli Gears", „Blind Faith" und „Layla and Other Assorted Love Songs" kommt sie nicht heran. „Blues Breakers with Eric Clapton" ist jedoch die wichtigste Platte des Genres. Der Blues-Rock war schon gezeugt, aber geboren wurde er eben 1966, als John Mayall's Opus Magnum raus kam. Mayall zeichnete bereits die Konturen des britischen Blues mit seinen beiden Platten zuvor, aber der Unterschied 1966 war ein Kerl namens Eric Clapton, der dann bei The Bluesbreakers zum Gitarrenspielen anheuerte. Später war er bei den oben genannten LPs immer dabei als Dreh- und Angelpunkt im Soundkonzept von Cream, Blind Faith bzw. Derek And The Dominos.
„Blues Breakers with Eric Clapton" besteht im Kern aus Blues-Klassikern. Das Beste ist ohne Zweifel der Aufmacher „All Your Love", ein Standard von den beiden Chicagoer Bluesmasters Magic Sam und Otis Rush. Diese Songs klingen hier aber anders: Destilliert vom schwarzen Rhythmus-Überhang und leicht verfeinert mit britischen Harmonien. Clapton spielt lauter, schärfer, schneller und länger als all die klassischen Blues-Gitarristen.
Das Remastering in dieser Polydor-Ausgabe von 1998 ist übrigens erstklassig, was man nicht unbedingt erwarten musste, wenn man etwa die matte remastered Edition von „Disraeli Gears" kennt, die Polydor nur drei Monate früher auf den Markt brachte.


25 Greatest Hits
25 Greatest Hits
Preis: EUR 6,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Merseying Masters, 21. August 2003
Rezension bezieht sich auf: 25 Greatest Hits (Audio CD)
Wie The Searchers, The Merseybeats, Gerry & The Pacemakers, Billy J. Kramer & The Dakotas, sowie The Mojos waren The Swinging Blue Jeans in der ersten Garde der Liverpooler Bands, in gebührendem Abstand zu The Beatles natürlich. Wie die Anderen ernährten sie sich zumeist vom Covering, sie hatten aber möglicherweise den ausgeprägteren Sinn für Melodien. Das war eben, was sie spielen wollten, echt rocken war nicht ihre Sache. Ironischerweise wurde ihr größter Hit die quasi unfreiwillige Coveraufnahme von „Hippy Hippy Shake" des Chicano-Rockers Chan Romero. Aber sonst spielten sie sehr melodische Covers in Merseybeat-Sound. In dieser Compilation findet man sie alle: „Don't Make Me Over" (ein Original von R&B-Vocalist Tommy Hunt), „You're No Good" (von der Soul-Diva Betty Everett), „Crazy 'Bout My Baby" (von Blues-Altmeister Lightnin' Hopkins), oder „Make Me Know You're Mine" (von Rock&Roll/Country-Sänger Conway Twitty). Dass sie durchaus in der Lage waren, solche schöne Pop-Rock-Stücke selber zu komponieren, beweisen The Swinging Blue Jeans auch hier mit „Now The Summer's Gone".
Diese CD von EMI ist eine Low-Budget-Ausgabe, die die Original-Songs im sauberen Original-Mono wiedergibt. Das reicht völlig. Es ist nicht die Art von Musik, die nach Super Audio, DSD Remastering, oder DTS Digital Surround unbedingt verlangt. Der Original-Charm kommt in Mono auch rüber. Zuweilen kann man sogar die Original-Backing-Tracks genießen, indem man den rechten Lautsprecher/Kopfhörer ausschließt.


I Think of You-the Complete
I Think of You-the Complete
Preis: EUR 18,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fähige Mitspieler im Mersey-Team, 5. August 2003
Rezension bezieht sich auf: I Think of You-the Complete (Audio CD)
Sie spielten in der ersten Liga des Merseybeats. Und sie nannten sich sogar so wie dieser Liverpooler früher Pop-Rock-Stil. Sie konnten singen, und sie konnten spielen. Sie waren aber nicht fähig zu komponieren, also spielten sie hauptsächlich Covers. Aber sie hatten wiederum nicht so viele Covers drauf wie etwa The Searchers, also brachten sie nur ganze 8 Singles und 1 EP heraus. In dieser Compilation ist das und mehr zu finden: Nämlich alles, was sie an regulären Aufnahmen hinterließen. Beim Zuhören dieser CD, weiß man gleich, sie waren gut, und mit einem Schuss von Originalität im Songsmaterial hätten sie es sehr weit gebracht, was man bei den kommerziell viel erfolgreicheren Searchers niemals denkt.


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